<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
z. s.glas-, kunststoff-, kupfer-bzw. ölhaltige oder aus diesen Materialien bestehende Teile ausgebaut und einer gesonderten Behandlung, insbesondere einer Zwischenlagerung, unterworfen werden, wobei der nach dem Ausbau von Teilen verbleibende Rest paketiert und/oder einem Schmelzreaktor zugeführt wird, wobei die Fahrzeuge vor dem Ausbau von Teilen mit fahrzeugspezifischen Daten erfasst und mit einer maschinenlesbaren Markierung versehen werden und in jeder Station, m welcher Teile des Fahrzeuges ausgebaut werden, diese fahrzeugspezifischen Daten maschinell gelesen werden und gegebenenfalls mechanisch unbeschädigt ausgebaute Teile gemeinsam mit einer Information über den Ursprung der ausgebauten Teile gelagert werden, wobei Bruchteile bzw.
beschädigte Teile ausgeschleust und einer gesonderten Wiederverwertung zugeführt werden, sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei der Aufbereitung und Wiederverwertung von Teilen von Kraftfahrzeugen sind In der Vergangenheit unterschiedliche Vorschläge bereits gemacht worden, welche durchwegs auf mehr oder minder grosse Schwierigkeiten bel der tatsächlichen Umsetzung stossen. So wurde beispielsweise in einer Studie des Umweltbundesamtes und der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e. V. (FAT) in der Schriftenreihe der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e. V. (FAT) Nr. 24 eine Publikation unter dem Titel "Altteileverwen- dung Im Automobilbau" von Prof.Dr.lng.W.Beitz, Dipl.lng.U.Hove und Dipl. lng. M. Pourshlrazl veröffentlicht, in weicher die Möglichkeit des Recycling durch Wiederverwendung von gebrauchten Produkten bzw.
Teilen In Form von Altteilen unter Punkt 2. 2 ausführlich behandelt wurde. In einer weiteren Studie von Peter Mast und Karl Strobel unter dem Titel "Demontagefreundliche Gestaltung von Automobilen", Teil 1, wurde umfangreich dargelegt, welcher Zeitaufwand für die Demontage bzw. das Zerlegen von einzelnen Bauteilen von Kraftfahrzeugen zu veranschlagen ist und welchen Gewichtsanteil insbesondere Kunststoffteile moderner Automobile an einem derartigen Fahrzeug haben. Die genannte Studie vom August 1989 Ist Teil eines Forschungsprogrammes "Shredderabfall/Kunststoff-Recycling".
Insgesamt sind somit eine Reihe von Vorschlägen bereits laut geworden, welche darauf abelen, nicht alle Teile eines Kraftfahrzeuges einfach einem Einschmeizverfahren bzw. einer vollständigen Form- und Konsistenzänderung zu unterwerfen, bevor ein neuerlicher Wiederverwertungsvorgang unter Aufwand von Energie in Gang gesetzt wird. Zum Zwecke der Einsparung von Energie sind somit Vorschläge, welche auf die Wiederverwertung von Teilen von Kraftfahrzeugen ohne deren grundsätzliche Zerstörung abzielen, von energiepolitischer Bedeutung.
Nachteilig bei den bisherigen Vorschlägen ist allerdings, dass ihre Handhabung in der Praxis nicht ohne weiteres möglich war, da Insbesondere eine geeignete Verfahrensführung zur Aussonderung von brauchbaren Ersatzteilen in keiner dieser allgemeinen Studien vorgeschlagen wurde.
Die US-4 037 302 A beschreibt ein Verfahren zur Aufbereitung und Wiederverwertung von Teilen von Kraftfahrzeugen, bei welchem In aufeinanderfolgenden Stationen Teile nach vorgegebenen Kriterien, wie z. B. glas-, kunststoff-, kupfer- bzw. ölhaltige oder aus diesen Materialien bestehende Teile ausgebaut und einer gesonderten Behandlung, insbesondere einer Zwischenlagerung, unterworfen werden, wobei der nach dem Ausbau von Teilen verbleibende Rest paketiert und/oder einem Schmelzreaktor zugeführt wird, wobei die Fahrzeuge vor dem Ausbau von Teilen mit fahrzeugspezifischen Daten erfasst und mit einer maschinen- lesbaren Markierung versehen werden und in jeder Station, in weicher Teile des Fahrzeuges ausgebaut werden,
diese fahrzeugspezifischen Daten maschinell gelesen werden und gegebenenfalls mechanisch unbeschädigt ausgebaute Teile gemeinsam mit einer Information über den Urspung der ausgebauten Teile gelagert werden, wobei Bruchteile bzw. beschädigte Teile ausgeschleust und einer gesonderten Wiederverwertung zugeführt werden.
Die US-4 905 363 A beschreibt ein modulares Verfahren zur Demontage von Kraftfahrzeugen, wobei der Demontagegrad in jeder Demontagestation in Abhängigkeit von der Gesamtdauer des Aufenthalts des Kraftfahrzeuges in unterschiedlichen Stationen individuell gesteuert werden kann.
Die vorliegende Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, mit welchem nicht nur eine optimale und ökonomische Wiederverwertung von Teilen sowie eine Zuordnung der Teile zu den einzelnen Fahrzeugen gelingt, sondern darüberhinaus auch bei einem nachfolgenden Einschmelzen des Schrotts durch gezielte Auswahl von Bauteilen oder Kraftfahrzeugwracks, weichen spezifische Bauteile ausgebaut wurden, eine kundenspezifisch gewünschte Qualität zu erschmetzen.
Zur Lösung dieser Aufgabe besteht das erfindungsgemässe Verfahren im wesentlichen darin, dass die Analysedaten von Bauteilen in einer Datenbank abgelegt werden, dass Analysedaten eines in einem Einschmeizaggregat erschmolzenen Metallbades In einem Simulationsmodell vorausberechnet und dass die gewünschte Analyse durch Auswahl von geordneten Bauteilen oder von Kraftfahrzeugwracks, welchen spezifische Bauteile ausgebaut wurden, als Charge eingestellt wird.
In der Mehrzahl der Fälle wird ein Aufbereitungs- und Wiederverwertungsverfahren nur dann ökonomisch und sinnvoll durchführbar sein, wenn Aufbereitungsprodukte hergestellt werden können, welche vom
<Desc/Clms Page number 2>
Markt verlangt werden. Wenn beispielsweise Schrott eingeschmolzen werden soll, muss es gelingen, eine kundenspezifisch gewünschte Qualität zu verschmelzen, und der gezielte Ausbau von Bauteilen aus Kraftfahrzeugen ermöglicht es hier, einen Schrott vorzugeben, welcher durch Ausbau bestimmter Schadstoffe enthaltender Bauteile eine bestimmte Badanalyse ergibt oder umgekehrt durch Ausbau von bestimmten Teilen Zulegierungskomponenten zu gewinnen, welche dem Schmelzbad eines Schmelzreaktors zugesetzt werden können, um eine gewünschte Badzusammensetzung bzw. Analyse des Bades zu gewählt- sten.
Da die Analyse eines derartigen Schmelzbades in hohem Masse von dem jeweils für die Aufbereitung zur Verfügung stehenden Schmelzprozess bzw. der jeweils angewandten Verfahrenstechnologie abhängt, kann eine gewünschte Badanalyse unter Berücksichtigung der jeweils zur Verfügung stehenden Verfahrensweise als Parameter in einem Simulationsmodell errechnet werden.
Mit Vorteil ist die Gewährleistung der Prozessökonomie dahingehend, dass der Ausbau von Teilen nicht bedingungslos vorgenommen wird. Einzelne Bauteile eines Kraftfahrzeuges sind relativ schwer zugänglich und ihr Ausbau würde mit hohen Kosten verbunden sein. Eine Optimierung ist in diesen Fällen nur dann möglich, wenn die obigen Berechnungen für die Badanalyse so durchgeführt werden, dass in Abhängigkeit von der im Modell vorausberechneten Badanalyse das Ausmass der erforderlichen Demontage von zu verarbeitenden Kraftfahrzeugen errechnet und gesteuert wird, wobei in an sich bekannter Weise der jeweils gewünschte Demontagegrad eines Kraftfahrzeugewracks unter Berücksichtigung der jeweils für den auszubauenden Bauteil benötigten Demontagezeit bestimmt wird.
Unter Berücksichtigung des jeweils bel der Aufarbeitung, Aufbereitung bzw. Wiederverwertung der Kraftfahrzeuge zur Verfügung stehenden Schmelzprozesses kann es wesentlich für die technische Durchführbarkeit des Verfahrens sein, wenn rechtzeitig berücksichtigt wird, welche konkreten Elemente eines Kraftfahrzeuges in einem bestimmten Verfahren zu unerwünschten Problemen, insbesondere zur Bildung von toxischen Verbindungen oder Umweltbelastungen oder zur Zerstörung von Auskleidungen in einem Schmelzreaktor führen.
Mit Vorteil wird daher das erfindungsgemässe Verfahren so durchgeführt, dass bei der Berechnung der Badanalyse in einem dem Schmelzprozess entspechenden Simulationsmodell zusätzlich zur gewünschten Badanalyse für den Schmelzprozess spezifische Problemstoff bei der Auswahl der einzusetzenden Bauteile in die Charge berücksichtigt werden.
Eine weitere Möglichkeit der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Verfahrens besteht darin, dass der Ausbau von Bauteilen im Anschluss an die Vorausberechnung der Badanalyse im Simulationsmodell unter Berücksichtigung der jeweils zum Ausbau von Bauteilen bereitgestellten Kraftfahrzeugwracks vorgenommen wird, wobei bei einer derartigen Verfahrensweise beispielsweise auf den Ausbau bestimmter Bauteile und die Verwertung eines bestimmten Fahrzeugwrackes zu einem bestimmten Zeitpunkt verzichtet wird und dieses Wrack neuerlich aus der Demontagestrasse ausgeschleust wird, da durch das Simulationsmodell und die Vorausberechnung klar erkannt werden kann, dass die Verwertung des gleichen Kraftfahrzeuges in einem anderen Prozess bzw. zur Erzielung einer anderen Badanalyse als der gegenwärtig gewünschten vorteilhafter erscheint.
Eine für die Durchführung eines derartigen Verfahrens geeignete Vorrichtung ist in vorteilhafter Weise im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass jede Station ein Lesegerät für eine am Fahrzeug angebrachte Information über das Fahrzeug aufweist. Die Art der Kennzeichnung der Teile kann in konventioneller Weise erfolgen, wobei beispielsweise Strichcodes oder andere maschinenlesbare Codes für die Kennzeichnung von Fahrzeugen gewählt werden können. Je nach Wahl des geeigneten Codes stehen entsprechende Lesegeräte zur Verfügung.
Mit Vorteil ist die Vorrichtung hiebei so ausgebildet, dass in an sich bekannter Weise zusätzlich zu den Lesegeräten der einzelnen Stationen Eingabetastaturen und/oder Messeinrichtungen über Datenleitungen mit einem zentralen Rechner verbunden sind, wodurch zusätzlich Verknüpfungen und weitere spezifische Daten über den Zustand der wiederverwendbaren Bestandteile erfasst werden können. Eine derartige zusätzliche Verwendung von Eingabetastaturen oder Messeinrichtungen erlaubt es darüberhinaus, für statistische Zwecke auszuwerten, mit welchem Anteil an Verbrauchsflüssigkeiten bzw. Schmiermitteln Autowracks angeliefert werden, um entsprechende Planungen in die Zukunft betreiben zu können.
Gemäss einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist die Ausbildung so getroffen, dass in an sich bekannter Weise die erfassten Daten aller Stationen gemeinsam mit den jeweils einem erfassten Datensatz zugeordneten Lesedaten des Lesegerätes einem zentralen Massenspeicher, wie z. B. einer optischen oder magneto-optischen Platte, zugeführt sind. Ein derartiges Archivierungssystem sichert jedes einzelne Fahrzeug mit allen Daten in allen jemals auf Lager gelegten Einzelteilen für eventuelle Reklamationen, wobei derartige zentrale Massenspeicher durchaus ausreichend dimensioniert werden können, um die erforderlichen Daten speichern zu können.
Insgesamt ergibt sich mit der erfindungsgemässen Vorrichtung, wobei hier jede Station das eindeutige Erfassen eines Fahrzeuges ermöglicht und auf Grund der der Station zur Verfügung gestellten Tastatur die Möglichkeit bietet, die Zuordnung eines
<Desc/Clms Page number 3>
Fahrzeuges zu einer Station so lange aufrechtzuerhalten, so lange das Fahrzeug nicht wieder aus dieser Station freigegeben wird, eine vollautomatische Erfassung aller im Zuge der Zerlegung eines Autos anfallenden Tätigkeiten und Teile. In bezug auf die Erfassung von Tätigkeiten gelingt es mit der erfindungsgemässen Einrichtung, auch Zeitbilanzen für die einzelnen Stationen zu erstellen und auszuwerten.
Die jeweils in einer Station erfolgende eindeutige Zuordnung und Erfassung eines Fahrzeuges erlaubt es darüberhinaus, die Reihenfolge der Fahrzeuge in den einzelnen Stationen beliebig zu verändern, ohne dass es zu Fehlern in der Zuordnung des Fahrzeuges zur jeweiligen Autozer) egungsstat ! on kommt. Die Zuordnung bleibt auch dann aufrecht, wenn das gleiche Fahrzeug mehrfach und zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer bestimmten Station zugeordnet wird, damit bei einer Störung eines Aggregates in derjenigen Station nicht der gesamte Demontageablauf blockiert wird.