<Desc/Clms Page number 1>
Es ist schon vorgeschlagen worden, Hochspannungsschaltanlagen nach dem in Fig. l gezeigten Prinzipschaltbild, nämlich nach dem sogenannten Ringschienensystem aufzubauen, das sich durch hohe Betriebssicherheit bei verhältnismässig kleinem Geräteaufwand auszeichnet. Jeder Abzweig wird nach diesem
System von zwei Leistungsschaltern--LS--ûber zwei Ringtrenner--TR--und einem Abzweigtrenner --T/\-- angespeist.
Fig. 2 zeigt als Ausführungsbeispiel eine bekannte Schaltanlagendisposition, bei welcher die Leistungsschalter und die Trennschalter des Ringes in einer Reihe angeordnet sind ; der Trennschalter zum Abzweig mit Stromwandler und Abspannportal ist senkrecht zu diesem Ring angeordnet. Dabei können die Verbindungen vom Ringsystem zu dem Abzweigtrennschalter höher oder tiefer liegen als die Verbindungen des Ringes.
Die Erfindung betrifft eine vorteilhaftere Art der Verwirklichung einer derartigen Hochspannungsschaltanlage.
Erfindungsgemäss wird bei einer solchen Schaltanlage, nämlich bei einer Hochspannungsschaltanlage nach dem Ringschienensystem mit je zwei zwischen sich einen Leistungsschalter einschliessenden Ringtrennschaltern zwischen je zwei je einen Abzweigtrennschalter enthaltenden leistungsschalterfreien Abzweigen für die Einbindung der einzelnen Abzweige je eine Hilfsschiene vorgesehen, an welche die drei zum Abzweig gehörenden Trennschalter angeschlossen sind. Die Hilfsschiene kann etwa quer zur Ringrichtung verlaufen. Bei Drehstrom-Freiluft-Schaltanlagen besteht die Hilfsschiene vorzugsweise aus je drei an Portalen isoliert abgespannten Leiterseilen, wie die Fig. 3a und 3b im Aufriss bzw. Grundriss zeigen.
Selbstverständlich ist es auch möglich, an Stelle von Leiterseilen, welche mittels Abspannketten an Portalen abgespannt sind, mechanisch feste Leiter zu verwenden, vorzugsweise Rohre, welche mittels Isolatoren an Traggerüsten befestigt werden.
Die Hilfsschiene entspricht den Punkten-P-in Fig. l. Sie ermöglicht es, alle drei an das Leiterfeld angeschlossenen Trennschalter in einer platzsparenden Weise anzuordnen. Ausserdem ist es möglich, Kurzschlusskräfte, welche bei Schaltanlagen für hohe Kurzschlussleistungen auftreten, in technisch einwandfreier Weise zu beherrschen.
Für den Aufbau erfindungsgemässer Schaltanlagen können grundsätzlich Trennschalter aller bekannten Bauformen verwendet werden. So können die beiden einem Abzweig zugeordneten, zu den angrenzenden Leistungsschaltern--LS--führenden Ringtrennschalter""TR--Drehtrenner oder Scherentrennschalter oder mit den Leistungsschaltern zusammengebaute Ausfahrkontakte und auch die Abzweigtrennschalter--TA-Drehtrennschalter oder Scherentrennschalter oder Ausfahrtrenner sein.
Besonders raumsparend können Schaltanlagen bei Verwendung von Scherentrennschaltern gebaut werden.
Es können die beiden Ringtrennschalter -TR-- und auch der Abzweigtrennschalter --TA-- als Scherentrennschalter ausgebildet sein. In Weiterbildung der Erfindung lassen sich diese Scherentrennschalter in raumsparender Weise unter der Hilfsschiene in drei in Querrichtung gegeneinander versetzten schrägen Reihen anordnen. Bei der Versetzung ist der erforderliche Mindestabstand zu beachten. Die Abzweigtrennschalter --TA-- können aber auch Scherentrennschalter sein, die in einer Reihe senkrecht zur Hilfsschiene angeordnet sind. Dies ermöglicht eine weitere Platzeinsparung. Zur Vermeidung schräger Verbindungsleitungen zwischen den
EMI1.1
können erfindungsgemäss auch die Leistungsschalter--LS--abwechselnd in den Querrichtungen gegeneinander versetzt sein.
Die Abzweige können von einem langgestreckten, vorzugsweise geraden Teil des Ringschienensystems nach einer oder nach beiden Richtungen ausgehen und der Rückschluss des Ringschienensystems oberhalb oder z. B. seitlich der Anlage erfolgen. Die Trennschalter und Leistungsschalter des Ringschienensystems können auch die Form eines beliebigen Vieleckes annehmen, von welchem Leitungen nach beliebigen Richtungen, z. B. senkrecht vom Vieleck, abgehen können. Die Hilfsschienen einzelner oder aller Abzweige einer Vieleckseite können auch quer über einen andern, vorzugsweise parallelen Abschnitt des Vieleckes verlegt sein.
Durch die drei vorgenannten Massnahmen kann die Anordnung der Geräte einer erfindungsgemässen Schaltanlage den örtlichen Verhältnissen in bezug auf Länge und Breite des verfügbaren Geländes weitgehend angepasst werden.
Zur Erläuterung der verschiedenen Ausgestaltungen der bereits an Hand der Fig. l, 2 und 3a, 3b beschriebenen Erfindung dienen die Fig. 4 bis 9 sowie 10a, lOb und 10c.
Eine erfmdungsgemässe Schaltanlage mit in drei schrägen Reihen angeordneten Trennschaltern--TR und TA--und mit in Querrichtung gegeneinander versetzten Leistungsschaltern--LS--ist beispielsweise in Fig. 4 dargestellt. Weitere Einsparungen im Platzbedarf sind möglich, wenn die Ringtrennschalter--TR-gegeneinander verschachtelt eingebaut werden, wie in Fig. 5 dargestellt ist. Eine weitere Platzeinsparung ist nach dem früher Gesagten auch bei den Abgangstrennschaltern--TA--möglich, welche parallel zum Abspannportal angeordnet werden können ; die entsprechende Darstellung zeigt Fig. 6.
Nach Fig. 7 sind alle Felder in fortlaufender Reihe nebeneinander gebaut. Die Schliessung des Ringes erfolgt über eine Schiene, welche neben den Schaltfeldern oder oberhalb der Schaltfelder vom Ende zum Anfang der Reihe zurückgeführt werden kann.
Nach Fig. 8 werden zwei Reihen von Schaltfeldern angeordnet, deren Anfänge und deren Enden durch
<Desc/Clms Page number 2>
jeweils eine Hilfsschiene miteinander verbunden werden. Auch mehr als zwei Schaltfelderreihen bzw.
Einzelschaltfelder können grundsätzlich in einem beliebigen Vieleck angeordnet werden.
Die von Schaltanlagen abgehenden Leitungen führen in der Regel senkrecht zur Hauptachse der Schaltanlage vom Anlagengelände nach aussen. In sehr vielen Fällen ist es zweckmässig, diese Abgänge nach beiden Seiten von der Anlage wegzuführen. Wie aus den Fig. 7 bis 9 entnommen werden kann, ist das bei allen für das Ringschienensystem dargestellten Anordnungen möglich.
In manchen Fällen kann es notwendig sein, die Schaltanlage aus Platzgründen in zwei Reihen zu bauen und trotzdem eine bestimmte Reihenfolge von Abzweigen innerhalb der Ringschiene zu verwirklichen, um z. B.
Einspeisefelder und Verbraucherfelder an benachbarte Abzweige anzuschliessen und dadurch das ganze Ringschienensystem von durchgehenden Strömen mehrerer Abzweige zu entlasten. Als Beispiel sei eine Schaltanlage für ein Kraftwerk erwähnt, bei welchem die Leistung aller Maschinen von einer Seite eines Ringteiles eingespeist wird und auf der andern Seite des Ringteiles an das Netz weiterfliesst. Auch in solchen Fällen kann ohne zusätzlichen Aufwand dadurch, dass die Hilfsschiene nicht nur in den Endfeldern, sondern bei Bedarf auch zwischen andern Feldern im Sinne des schon früher Gesagten über beide Ringteile verlegt wird, ein Abzweig von einer Seite der Schaltanlage an den Ringteil der gegenüberliegenden Schaltanlagenseite angeschlossen sein (Fig. 9).
Die Erfindung ist nicht nur bei Freiluft-Schaltanlagen für Höchstspannungen sondern sinngemäss auch bei
EMI2.1
bis 10c) oder bei mit SF6-Gas isolierten, gekapselten Höchstspannungsanlagen anwendbar. Je nach der Bauform der Schaltanlage können die für offene Schaltanlagen üblichen Schwenktrennschalter oder die bei gekapselten oder giessharzisolierten Schaltanlagen üblichen, mit dem Leistungsschalter zu einer Einheit zusammengefassten, als Trennschalter dienenden Ausfahrkontakte verwendet werden. Bei solchen Anlagen sind auch reine Trennschalterwagen gebräuchlich, die ebenfalls bei den erfindungsgemässen Anlagen angewendet werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hochspannungs-Schaltanlage nach dem Ringschienensystem mit je zwei zwischen sich einen Leistungsschalter einschliessenden Ringtrennschaltern zwischen je zwei je einen Abzweigtrennschalter enthaltenden leistungsschalterfreien Abzweigen, gekennzeichnet durch eine Hilfsschiene je Abzweig, an welche die drei zu diesem Abzweig gehörenden Trennschalter (TR und TA) angeschlossen sind.