AT215563B - Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren - Google Patents

Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren

Info

Publication number
AT215563B
AT215563B AT158260A AT158260A AT215563B AT 215563 B AT215563 B AT 215563B AT 158260 A AT158260 A AT 158260A AT 158260 A AT158260 A AT 158260A AT 215563 B AT215563 B AT 215563B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
absorber
control
reflector
substance
shutdown element
Prior art date
Application number
AT158260A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Siemens Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siemens Ag filed Critical Siemens Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT215563B publication Critical patent/AT215563B/de

Links

Landscapes

  • Monitoring And Testing Of Nuclear Reactors (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren 
Zur Regelung und Abschaltung von Kernreaktoren, insbesondere heterogenen Reaktoren, bedient man sich bekanntlich sogenannter   Regel-und Abschaltstäbe,   die eine neutronenabsorbierende Substanz, z. B. Cadmium, enthalten. Während die Abschaltstäbe im Betrieb meist oberhalb des Reaktorkernes in Betriebsbereitschaft gehalten werden und damit die Neutronenflussverteilung nicht beeinträchtigen, sind die Regelstäbe je nach Überschussreaktivität des Reaktors ständig mehr oder weniger tief in den Kern eingetaucht. Dies hat bekanntlich eine starke Flussverzerrung und demgemäss im allgemeinen eine Erhöhung der thermischenspannungen sowie eine ungünstige Spaltstoffausnützung zur Folge.

   Bei Reaktoren, deren Leistung durch die maximale Temperatur am Spaltstoffelement begrenzt ist, kommt noch eine Leistungsminderung hinzu. 



   Es sind weiter Absorberanordnungen bekannt, bei denen von dem Gedanken der räumlichen Abdekkung der Spaltstoffelemente durch Absorberhüllen Gebrauch gemacht ist. Die Hüllen lassen sich mehr oder weniger weit über die Spaltstoffstäbe schieben und machen so entsprechende Partien derselben reaktionsunwirksam. Es bleibt aber-wie bei   Regelstäben - die   mit dem   einseitigen Eintauchen der Absor-   berträger in den Reaktorkern verbundene Flussverkrümmung bestehen. Hinzu kommen auch hier konstruktive und betriebliche Schwierigkeiten. Bei Regelstäben sind besondere Führungseinbauten innerhalb des Reaktorgefässes und Sondermassnahmen ausserhalb desselben einschliesslich   derGefässdurchbrüche   erforderlich.

   Vor allem aber ist nachteilig die durch den grossen Hub bedingte lange Abschaltzeit, der grosse Raumbedarf ausserhalb des Reaktorgefässes für die ausgefahrenen Stäbe und die durch die Ausbauten bedingte geringere Betriebs- und Unfallsicherheit. Ferner kommt bei Regelstäben der Aufwand für Zentrierung, Führung und Versteifung der Stäbe, besonders bei Schräglage, hinzu. Vorrichtungen mit Absorberhüllen bedürfen besonderer Antriebe und einer vom üblichen abweichenden Gitterkonstruktion. 



   Bekannt sind ferner Absorbervorrichtungen,   bei denen Überdeckungseffekte   relativ zueinander bewegter Absorberorgane in einer zentralen Bohrung eines Reaktorkernes zur Regelung ausgenützt werden (s. deutsche Patentschrift Nr. 1049014). Die Absorberorgane besitzen dabei-in Bewegungsrichtung gesehen - einander abwechselnde absorberfreie und absorberbehaftete Zonen (Zonenraster). Es gibt jedoch keine Stellung der Absorberorgane im Kern, in der sie unwirksam sind. Die Lösung verlangt ausserdem eine Sonderkonstruktion des Kernes. 



   Gegenstand der Erfindung ist ein Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren, bei dem zur Regelung von einer Relativbewegung und gegenseitigen räumlichen Abdeckung zwischen Absorber- und Spaltstoffsubstanz Gebrauch gemacht wird und wobei in absorberfreien, nicht dem eigentlichen Absorberelement angehörenden Zonen, Spaltstoff vorgesehen sein kann. Erfindungsgemäss besteht die Lösung darin, dass das   Absorberorgan - in   Bewegungsrichtung gesehen-in an sich bekannter Weise aus abwechselnd absorberfreien und absorberbehafteten Zonen besteht, und dass das Absorberorgan von einem   Spaltstoff- bzw.   Reflektororgan umgeben ist, bei welchem   Spaltstoff- bzw.   Reflektorzonen den erwähnten Zonen der Regel- und Abschaltelemente entsprechend aufeinanderfolgen. 



   Die Absorbervorrichtung kann beispielsweise die Gestalt eines Spaltstoffelementes besitzen, und im Inneren des Gehäuses ein stab-, platten-,   kreuz-oder rohrförmiges Absorberorgan   enthalten. Die Vorrichtung kann wie ein Spaltstoffelement auswechselbar im Reaktorkern gelagert sein. Durch entsprechende Verstellung kann der Absorber innerhalb des Reaktorkernes völlig unwirksam gemacht werden. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die Zeichnung veranschaulicht schematisch ein Ausführungsbeispiel im Längsschnitt für zwei Betriebsstellungen. Fig. 1 zeigt die Stellung, in der der Absorberstab unwirksam, Fig. 2, in der der Stab voll wirksam ist. 



   Gemäss Fig. 1 und 2 enthält das Elementengehäuse 1 im Inneren den Regelstab 2, der-in Bewegungsrichtung gesehen-die miteinander abwechselnden, absorberfreien und absorberbehafteten Zonen 3, 4 aufweist. Der Stab ist durch horizontale Metallwände 5 etagenartig unterteilt. Jeder zweite Etagenraum ist mit Absorbersubstanz, z. B. Cd, angefüllt. Im benachbarten Elementengehäuse sind den Stabzonen 3, 4 entsprechend, ebenfalls miteinander abwechselnde   spaltstoff- bzw. reflektorfreie   und spaltstoff-bzw. reflektorbehaftete Zonen 6,7 benachbart. 



   Ähnlich wie der Stab besitzt auch das äussere Gehäuse Metallkammern. Sie werden gebildet aus den beiden konzentrischen, prismatischen oder zylindrischen Metallwänden 8,9 und den horizontalen Zwischenwänden 10, die den Ringraum unterteilen. Jeder zweite Etagenraum enthält eine Spaltstoff- oder eine Reflektorsubstanz, während die dazwischenliegenden Räume mit Moderatorsubstanz angefüllt sind. 



  Die Etagenräume 7 sind höher als die absorberbehafteten Zonen 4 des Regelstabes. Dadurch wird in der absorberunwirksamen Betriebsstellung eine besonders gute Abdeckung der Absorberschichten erreicht. 



   Die Antriebsmittel des Stabes, dessen   Effektivlänge nur   um eine Spaltstoffetagenhöhe länger als die Höhe des Elementengehäuses zu sein braucht, sind am Kopfende des Elementes angeordnet. Im vorliegenden Falle besitzt der Stab oben einen Elektromagneten 11 zur Abschaltung und einen Spindelantrieb 12 zur Regelung der Stabposition. Die Wirkungsweise des neuen   Regel- und Abschaltelementes   ist folgende :
In der Stellung gemäss Fig. 1 sind die absorbierenden Bereiche des Stabes durch Spaltstoff oder Reflektormaterial abgedeckt. Die Neutronen müssen also zuerst den Spaltstoff durchsetzen, ehe sie zum Absorber gelangen. Praktisch gelingt das nur wenigen Neutronen, da sie vorher im Spaltstoff Kernreaktio-' nen auslösen.

   Durch Wahl der Art und Dicke des Spaltstoffes lassen sich die im Reaktorkern durch das Element bewirkte Neutronenproduktion und Neutronenabsorption beeinflussen,   z. B.   so, dass die Produktion in der Spaltstoffschicht die Absorption in der Stababsorberschicht übersteigt oder beide gleich sind. 



   Beim Übergang in die Betriebsstellung gemäss Fig. 2 werden mehr und mehr Neutronen im Stab absorbiert. In der Endstellung selbst werden fast alle auf den Absorber treffenden Neutronen entsprechender Energie absorbiert, jedenfalls wesentlich mehr, als in der Stellung gemäss Fig. 1. Innerhalb der durch diese Stellungen gegebenen Grenzen lässt sich somit die Neutronenbilanz eines Reaktors beeinflussen. Vorteilhaft ist, dass dies mit ganz kleinem, durch Wahl der Etagenhöhe   auch beeinflussbarem, Hub   möglich ist. Dadurch entfallen die mit der Verwendung langer Stäbe oder der eingangs erwähnten andern Vorrichtungen verbundenen Komplikationen. Die Reaktivitätsänderung erstreckt sich im Gegensatz zu den bekannten Anordnungen durch den gesamten Reaktorkern hindurch.

   Es wird bei Reaktivitätsänderung somit nur eine relativ kleine Flussverzerrung erzeugt, so dass die im Zusammenhang hiemit weiter oben erwähnten Nachteile verschwinden oder doch wesentlich gemildert werden. 



   AnStelle der Spaltstoffsubstanz kann auch eine Reflektorsubstanz verwendet werden. Allerdings kann dann das Regel- und Abschaltelement nicht als Spaltstoffelement zur leistungserzeugung mitbenutzt werden. Dies ist an sich durch entsprechende Bemessung und Anreicherung des Elementes möglich. Ferner können die Zylinderwände der absorberfreien Räume durchbrochen oder ganz fortgelassen sein. Im letzten. 



  Falle sind achsparallele Haltestreben für die Spaltstoff- bzw. Reflektorkammern vorzusehen. 



   Es kann im Einzelfalle vorteilhaft sein, mehrere oder alle Stäbe zu Magneteinheiten zusammenzufassen, derart, dass sie durch ein gemeinsames Antriebsaggregat verstellbar sind. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Regel-und Abschaltelement für Kernreaktoren, bei dem zur Regelung von einer Relativbewegung und gegenseitigen räumlichen Abdeckung zwischen Absorber- und Spaltstoffsubstanz Gebrauch gemacht wird und wobei in absorberfreien, nicht dem eigentlichen Absorberelement angehörenden Zonen, Spaltstoff vorgesehen sein kann, dadurch gekennzeichnet, dass das   Absorberorgan - in   Bewegungsrichtung gesehen-in an sich bekannter Weise aus abwechselnd absorberfreien (3) und absorberbehafteten (4) Zonen besteht, und dass das Absorberorgan von einem   Spaltstoff- bzw.   Reflektororgan umgeben ist, bei welchem   Spaltstoff- bzw. Reflektorzonen   den erwähnten Zonen der Regel- und Abschaltelemente entsprechend aufeinanderfolgen.

Claims (1)

  1. 2. Regel- und Abschaltelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse des Spaltstoff- bzw. Reflektororgans (1) aus zwei konzentrischen, prismatischen oder zylindrischen Metall- rohren (8,9) mit in Achsrichtung etagenartig durch horizontale Zwischenwände (10) unterteilten Ring- <Desc/Clms Page number 3> räumen besteht und jeder zweite Etagenraum (7) eine Spaltstoff- oder eine Reflektorsubstanz enthält, während die Zwischenräume (6) leergelassen sind.
    3. Regel- und Abschaltelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Absorberstab (2) selbst durch horizontale Metallwände (5) etagenartig unterteilt und jeder zweite Etagenraum (4) mit Ab- sorbersubstanz gefüllt ist.
    4. Regel- und Abschaltelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseetagen- räume (7) des Spaltstoff- bzw. Reflektororgans (1) höher als die absorberbehafteten Zonen (4) des Regel- stabes (2) bemessen sind.
    5. Regel- und Abschaltelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die absorber-bzw. spaltstoff- oder reflektorfreien Räume (3,6) mit Moderatorsubstanz ausgefüllt sind.
AT158260A 1959-03-21 1960-03-01 Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren AT215563B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE215563X 1959-03-21

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT215563B true AT215563B (de) 1961-06-12

Family

ID=5824613

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT158260A AT215563B (de) 1959-03-21 1960-03-01 Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT215563B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69106433T2 (de) Kern eines Siedewasserreaktors.
DE3301965C2 (de) Abschirmelement für einen aus Kernbrennstoffelementen und den Abschirmelementen aufgebauten Reaktorkern
DE1764471A1 (de) Kernreaktor-Regelstab
DE1439841A1 (de) Kernreaktor
DE69116876T2 (de) Saat- und mantelbrennstoffanordnung für zweiphasenkernreaktoren
DE3903844C2 (de)
DE2920190C2 (de)
CH503347A (de) Regelstab für Kernreaktoren
DE1564967A1 (de) Kernreaktor-Brennelement
DE1514964C3 (de) Schneller Leistungsbrutreaktor
DE1207522B (de) Regel- und Abschaltelement fuer Kernreaktoren
DE3308619A1 (de) Kernbrennstoffbuendel mit axial zonenfoermiger anreicherung
DE1902713A1 (de) Einrichtung zur Neutronenflussregelung eines Kernreaktors
DE2815200C3 (de) Aus Brennstoffbaugruppen bestehender Kern eines Kernreaktors zur Leistungserzeugung und Verfahren zu seinem Betrieb
DE1514962B2 (de) Mit schnellen neutronen arbeitender brutreaktor
AT215563B (de) Regel- und Abschaltelement für Kernreaktoren
DE2808907A1 (de) Abbrennbarer neutronenabsorberstab
DE1918251A1 (de) Huelle fuer Brennstoffelement eines Kernreaktors und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1151608B (de) Stabfoermiges Regelelement fuer Atomkernreaktoren
DE1814641A1 (de) Brennelementanordnung fuer Plutonium-Kernreaktor
DE1963516U (de) Kernreaktorbrennelement.
DE2445370A1 (de) Kernreaktor-steuergruppe
DE2402879A1 (de) Kernreaktor mit einem steuersystem
DE2310080A1 (de) Siedewasserreaktor
DE1614404B2 (de) Schneller brutreaktor