AT18554U1 - Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten sowie Wechselrichter mit einem solchen Gehäuse - Google Patents

Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten sowie Wechselrichter mit einem solchen Gehäuse

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AT18554U1
AT18554U1 ATGM50131/2024U AT501312024U AT18554U1 AT 18554 U1 AT18554 U1 AT 18554U1 AT 501312024 U AT501312024 U AT 501312024U AT 18554 U1 AT18554 U1 AT 18554U1
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Gehäuse (1) zur Aufnahme elektronischer Komponenten (21), mit zumindest einem Gehäusedeckel (2) und einem mit dem zumindest einen Gehäusedeckel (2) lösbar verbundenen Gehäusekörper (3), sowie einen Wechselrichter (20), mit in einem Gehäuse (1) angeordneten elektronischen Komponenten (21). Zur Verhinderung einer Gefährdung von Personen in der Umgebung des Gehäuses (1) durch wegfliegende Gehäuseteile oder durch ein Lösen des Gehäuses (1) von einer Wandhalterung oder dgl. in einem Berstfall sind in zumindest einem Gehäusedeckel (2) zumindest zwei Schlitze (4, 5) mit jeweils zwei Enden angeordnet, wobei alle Schlitze (4, 5) jeweils über ein Ende miteinander verbunden sind, wobei die Verbindungslinie (L) zwischen den freien Enden der miteinander verbundenen Schlitze (4, 5) außerhalb der Schlitze (4, 5) verlaufend angeordnet ist, sodass der Teil des zumindest einen Gehäusedeckels (2), welcher durch die miteinander verbundenen Schlitze (4, 5) und die Verbindungslinie (L) eingeschlossen ist, durch eine im Berstfall in einem Innenraum (I) des Gehäuses (1) entstehende Energie um die Verbindungslinie (L) aufbiegbar ist.

Description

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Beschreibung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten, insbesondere Wechselrichter-Gehäuse, mit zumindest einem Gehäusedeckel und einem mit dem zumindest einen Gehäusedeckel lösbar verbundenen Gehäusekörper.
[0002] Weiters betrifft die Erfindung einen Wechselrichter, insbesondere Photovoltaik-Wechselrichter, mit in einem Gehäuse angeordneten elektronischen Komponenten.
[0003] Häufig werden Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten, insbesondere wenn sie im Freien platziert werden, nach bestimmten Geräteschutzklassen ausgeführt, um die darin angeordneten elektronischen Komponenten vor Umwelteinflüssen (Feuchtigkeit, Staub, etc.) zu schützen und die Lebensdauer der elektronischen Komponenten zu erhöhen. Beispielsweise müssen Photovoltaik-Wechselrichter, welche üblicherweise im Freien, beispielsweise am Dach oder an der Außenwand eines Gebäudes montiert werden, derart ausgeführt werden, dass sie einen vollständigen Schutz gegen Berührung, Staub und Strahlwasser gewährleisten.
[0004] Durch die Ausgasung elektronischer Bauteile, insbesondere Kondensatoren, kann sich im Inneren eines abgedichteten Gehäuses ein eventuell zündfähiges Gemisch bilden, welches beispielsweise bei Bildung eines Lichtbogens in einem Schalter entzündet werden und zu einem thermischen Ereignis im Innenraum des Gehäuses führen kann. Durch die Dichtheit des Gehäuses kann die dabei entstehende Expansionsenergie zu erheblichen Beschädigungen des Gehäuses führen. Es kann auch vorkommen, dass das Gehäuse durch das Bersten bzw. die Verpuffung von einer Befestigung, beispielsweise Wandhalterung, gelöst wird und zu Boden fällt. In einem solchen Fall kann es durch ungeschützte elektrische Anschlüsse zu weiteren Gefahrenquellen kommen.
[0005] Zur Vermeidung einer Beschädigung von Teilen des jeweiligen elektrischen Geräts oder dessen Umgebung werden Absorptionselemente im Gehäuse vorgesehen, welche im Falle eines Berstens im Innenraum des Gehäuses die dabei entstehende Energie aufnehmen. Durch die Energieaufnahme können Schäden am Gehäuse minimiert werden und auch verhindert werden, dass Teile des Gehäuses oder elektronische Komponenten herumfliegen oder das Gehäuse von einer Wandhalterung oder anderen Befestigung gelöst wird. Derartige Absorptionselemente können beispielsweise deformierbare Befestigungselemente zur Montage eines Gehäusedeckels an einem Gehäusekörper umfassen, wie beispielsweise in der DE 20 2014 100 486 U1, der DE 20 2020 101 874 U1, der DE 10 2019 122 812 A1 oder der DE 10 2021 102 511 B4 beschrieben.
[0006] Andere Konstruktionen sehen Sollbruchstellen oder Sicherheitsventile im Gehäuses vor, durch welche im Berstfall der im Inneren des Gehäuses entstehende Druck gezielt entweichen kann und dadurch verhindert werden kann, dass Teile des Gehäuses unkontrolliert gelöst werden. Beispielsweise beschreibt die CN 203398194 U eine durch eine Membran mit einer Sollbruchstelle abgedeckte Öffnung eines Gehäuses und die CN 114630532 A Ventile im Gehäuse, welche im Berstfall nachgeben.
[0007] Schließlich beschreibt die US 9,820,397 B2 ein Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten, wobei in Teilen des Gehäuses um Befestigungspunkte Aussparungen angeordnet sind, durch welche die Gehäuseteile im Berstfall im Innenraum des Gehäuses gezielt verformt werden und durch eine entstehende Spalte zwischen Gehäusedeckel und Gehäusekörper ein Druckausgleich stattfinden kann.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, ein Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten zu schaffen, welches im Berstfall eine Gefährdung durch herumfliegende Gehäuseteile oder durch ein Lösen des Gehäuses von einer Wandhalterung oder dgl. wirkungsvoll verhindert. Der dafür vorgesehene Aufwand und die Kosten sollen möglichst gering sein. Nachteile bekannter Lösungen sollen vermieden oder zumindest reduziert werden.
[0009] Gelöst wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch ein oben genanntes Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten, wobei in zumindest einem Gehäusedeckel zumindest zwei
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Schlitze mit jeweils zwei Enden angeordnet sind, wobei alle Schlitze jeweils über ein Ende miteinander verbunden sind, wobei die Verbindungslinie zwischen den freien Enden der miteinander verbundenen Schlitze außerhalb der Schlitze verlaufend angeordnet ist, sodass der Teil des zumindest einen Gehäusedeckels, welcher durch die miteinander verbundenen Schlitze und die Verbindungslinie eingeschlossen ist, durch eine in einem Berstfall in einem Innenraum des Gehäuses entstehende Energie um die Verbindungslinie aufbiegbar ist. Durch die entsprechende Anordnung zumindest zweier Schlitze in zumindest einem Gehäusedeckel des Gehäuses wird ein Teil des Gehäusedeckels bewusst geschwächt, sodass die im Berstfall im Innenraum des Gehäuses entstehende Energie diesen Teil des Gehäusedeckels rasch aufbiegen kann und die Energie besonders rasch an die Außenseite des Gehäuses abgegeben werden kann ohne gröBere Schäden an dem Gehäuse und den darin befindlichen elektronischen Komponenten anzurichten. Die zumindest zwei Schlitze können direkt oder über eine Sollbruchstelle (siehe weiter unten) miteinander verbunden sein und dann einen einzigen gemeinsamen Schlitz bilden. Somit können die zumindest zwei Schlitze auch als Teilschlitze des gemeinsamen Schlitzes interpretiert werden. Durch die Schlitze im Gehäusedeckel ist eine leichte Verformbarkeit des Teils des zumindest einen Gehäusedeckels, welcher durch die miteinander verbundenen Schlitze und die Verbindungslinie eingeschlossen ist, erzielt. Auch wenn die Schlitze im Allgemeinen gerade verlaufen werden, ist ein gerader Verlauf nicht zwingend. Die Verbindungslinie zwischen den freien Enden der zumindest zwei Schlitze bildet im Berstfall quasi ein Scharnier, um welches der Teil des Gehäusedeckels aufgebogen oder aufgeklappt wird. Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen kann wirkungsvoll verhindert werden, dass Teile des Gehäuses durch die im Berstfall frei werdende Energie vom Gehäuse gelöst werden und herumfliegen. Auch kann durch die gezielte Abführung des Drucks aus dem Innenraum des Gehäuses an die Außenseite im Berstfall verhindert werden, dass Befestigungselemente zur Befestigung des Gehäuses an verschiedensten Konstruktionen, wie zum Beispiel Wänden, zerstört werden, und das Gehäuse zu Boden fällt. Gegenüber Alternativen ist die gegenständliche Lösung mit den Schlitzen im Gehäusedeckel stabiler gegenüber mechanischen Einflüssen. Darüber hinaus stören die Schlitze das Erscheinungsbild des Gehäuses nicht oder nicht wesentlich. Die Anordnung der zumindest zwei Schlitze im Gehäusedeckel ist sehr einfach und kostengünstig durchführbar. Eine Nachrüstung bestehender Gehäuse ist ebenfalls möglich.
[0010] Wie bereits oben erwähnt, müssen die Schlitze bzw. Teilschlitze nicht unbedingt direkt miteinander verbunden und durchgehend angeordnet sein, sondern können auch jeweils über eine Sollbruchstelle miteinander verbunden sein. Diese Sollbruchstelle zwischen zwei Schlitzen kann beispielsweise durch einen kleinen Steg oder eine Region mit geringerer Materialstärke gebildet sein, der im Berstfall leicht durchtrennt werden kann, sodass sich der Teil des Gehäusedeckels, welcher durch die Schlitze und die Verbindungslinie eingeschlossen ist, leicht in Richtung Außenseite des Gehäuses aufbiegen oder verformen kann.
[0011] Bevorzugt weist jeder Schlitz eine Breite von 0,1 bis 2 mm auf. Durch entsprechende Herstellungsverfahren, wie zum Beispiel Laserschneiden oder auch Wasserstrahlschneiden oder dgl. können besonders rasch und einfach besonders dünne Schlitze in dem zumindest einen Gehäusedeckel angeordnet werden. Je schmäler die Schlitze sind, desto weniger wird das äußere Erscheinungsbild des Gehäuses und auch die Dichtheit beeinflusst.
[0012] Vorteilhafterweise sind die zumindest zwei Schlitze im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet. Dadurch ergibt sich bei zwei Schlitzen einen Teil des Gehäusedeckels in Form eines Dreiecks, der im Berstfall aufgebogen wird. Bei drei senkrecht zueinander angeordneten Schlitzen resultiert ein rechteckiger Teil des Gehäusedeckels, der im Berstfall um die Verbindungslinie aufgebogen wird.
[0013] Um eine allenfalls geforderte Dichtheit des Gehäuses zu gewährleisten, können alle Schlitze auch mit einem Verschlusselement verschlossen sein. Dieses Verschlusselement gewährleistet im Normalbetrieb eine Abdichtung des Innenraums des Gehäuses gegenüber der Außenseite, während im Berstfall eine einfache Überwindung gewährleistet sein muss. Dies kann in Abhängigkeit der jeweiligen Anwendung durch verschiedene Konstruktionen des Verschlusselements erzielt werden. Beispielsweise kann ein Staubschutz durch eine über dem Schlitz
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angeordnete Folie aus Papier oder Kunststoff erzielt werden, während ein leichtes Reißen der Folie durch entsprechende Wahl der Dicke und des Materials der Folie sichergestellt wird.
[0014] Um jedoch eine mechanische Stabilität des Gehäuses trotz der Anordnung der zumindest zwei Schlitze im Gehäusedeckel zu gewährleisten, ist es von Vorteil, wenn das Verschlusselement durch ein jeden Schlitz über eine vorgegebene Breite (ba) überragendes Abdeckelement gebildet ist. Bei geraden Schlitzen wird das Abdeckelement durch eine Abdeckleiste gebildet sein, welche den Schlitz geringfügig, beispielsweise um 0,5 mm bis 20 mm, überragt und abdeckt. Dadurch wird im Normalbetrieb der Innenraum des Gehäuses vor Einflüssen von der Außenseite geschützt, wohingegen ein Aufbiegen des Teils des Gehäusedeckels im Berstfall im Wesentlichen ungehindert ermöglicht wird, indem der Teil des Gehäusedeckels unter dem Abdeckelement herausgedrückt wird.
[0015] Zwischen dem zumindest einen Gehäusedeckel und dem Gehäusekörper kann eine Dichtung angeordnet sein. Eine derartige Dichtung, welche vorzugsweise durch einen elastischen Dichtungsstreifen oder dgl. gebildet sein kann, stellt die Erfüllung der jeweils geforderten Geräteschutzklasse sicher und verhindert das Eindringen von Staub und Wasser in den Innenraum des verschlossenen Gehäuses.
[0016] Im Falle einer solchen Dichtung ist es von Vorteil, wenn die zumindest zwei Schlitze neben bzw. entlang der Dichtung zwischen dem zumindest einen Gehäusedeckel und dem Gehäusekörper angeordnet sind. Üblicherweise ist die Dichtung am Rand des Gehäusedeckels angeordnet und außerhalb der Dichtung der Gehäusedeckel über entsprechende Befestigungselemente mit dem Gehäusekörper verbunden. In diesem Fall sind die zumindest zwei Schlitze vorzugsweise zwischen der Dichtung und den Befestigungselementen des Gehäuses angeordnet.
[0017] Der zumindest eine Gehäusedeckel ist mit dem Gehäusekörper vorzugsweise über mehrere Befestigungselemente, insbesondere Befestigungsschrauben, lösbar verbunden. Aber auch andere Verbindungen zwischen dem Gehäusedeckel und dem Gehäusekörper sind denkbar. Beispielsweise können auch Nietverbindungen anstelle von Schraubverbindungen hergestellt werden. Darüber hinaus sind vorzugsweise werkzeuglos betätigbare Schnapp- oder Rastverbindungen denkbar.
[0018] Der Gehäusekörper kann beispielsweise durch eine Gehäusewanne mit einem Gehäuseboden und mehreren, vorzugsweise vier Gehäusewänden gebildet sein. Aber auch andere Gehäuseformen, wie zum Beispiel dreieckige oder runde Formen, sind denkbar.
[0019] Der zumindest eine Gehäusedeckel und der Gehäusekörper können aus Kunststoff oder aus Metall gebildet sein. Häufig wird eine elektromagnetische Abschirmung zur Vermeidung einer wechselseitigen Beeinflussung von elektrischen Geräten gefordert, welche durch Verwendung entsprechender Metalle, vorzugsweise aus ferromagnetischen Materialien hoher Permeahbilität, erzielt werden kann. Vorzugsweise können Teile des Gehäuses auch aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen bestehen, welche in einem Druckguss- oder Tiefziehverfahren herstellbar sind. Alternativ oder in Kombination dazu können Kunststoffe, beispielsweise Polycarbonat (PC) oder Polybutylenterephthalat (PBT), verwendet werden. Im Falle eines Kunststoffgehäuses muss eine allenfalls notwendige elektromagnetische Abschirmung der elektronischen Komponenten durch eigene metallische Käfige oder dgl. erfolgen.
[0020] Zusätzlich können die elektronischen Komponenten zumindest teilweise von einem Abschirmgehäuse, vorzugsweise aus ferromagnetischem Material, umgeben sein.
[0021] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch einen Wechselrichter, insbesondere Photovoltaik-Wechselrichter, mit in einem Gehäuse angeordneten elektronischen Komponenten gelöst, wobei das Gehäuse zur Aufnahme der elektronischen Komponenten wie oben beschrieben ausgebildet ist. Durch das oben beschriebene Gehäuse mit den zumindest zwei Schlitzen in dem zumindest einen Gehäusedeckel kann verhindert werden, dass im Berstfall im Innenraum des Gehäuses Teile des Wechselrichters gelöst werden und herumfliegen. Durch das erfindungsgemäß ausgebildete Gehäuse zur Anordnung der elektronischen Komponenten des Wechselrichters wird erreicht, dass die bei einem thermischen Ereignis im Innenraum des Gehäuses frei
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werdende Energie rasch und effektiv an die Außenseite des Gehäuses abgegeben werden kann.
[0022] Die Erfindung wird anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Darin zeigen:
[0023] Fig. 1 ein Gehäuse für elektronische Komponenten gemäß dem Stand der Technik;
[0024] Fig. 2 ein erfindungsgemäßes Gehäuse für elektronische Komponenten mit zwei Schlitzen im Gehäusedeckel;
[0025] Fig. 3 das Gehäuse gemäß Fig. 2 nach einem Berstfall;
[0026] Fig. 4 eine Variante eines erfindungsgemäß en Gehäuses;
[0027] Fig. 5 eine Detailansicht auf das Gehäuse gemäß Fig. 4;
[0028] Fig. 6 einen Schnitt durch das Gehäuse gemäß Fig. 4 im Bereich einer Dichtung
zwischen Gehäusedeckel und Gehäusekörper;
[0029] Fig. 7 bis 9 verschiedene Ausführungsvarianten eines erfindungsgemäßen Gehäuses; und
[0030] Fig. 10 einen Wechselrichter, dessen elektronische Komponenten in einem erfindungsgemäß ausgebildeten Gehäuse angeordnet sind.
[0031] Fig. 1 zeigt ein Gehäuse 1 für elektronische Komponenten 21 gemäß dem Stand der Technik, beispielsweise für einen Wechselrichter 20 (siehe Fig. 10). Das Gehäuse 1 weist eine Gehäusedeckel 2 und einen Gehäusekörper 3 auf. Anstelle eines Gehäusedeckels 2 können auch mehrere Gehäusedeckel 2 vorgesehen sein (nicht dargestellt). Der Gehäusekörper 3 kann aus einer Gehäusewanne 12 mit einem Gehäuseboden 13 und vier Gehäusewänden 14 bestehen. Zwischen Gehäusedeckel 2 und Gehäusekörper 3 kann eine Dichtung 9 angeordnet sein, um den Innenraum | des Gehäuses 1 vor Staub und Wasser zu schützen. Zum Verschließen des Gehäuses 1 dienen entsprechende Befestigungselemente 10, insbesondere Befestigungsschrauben 11, oder andere Konstruktionen, wie zum Beispiel Schnapp- oder Rastverbindungen (nicht dargestellt).
[0032] Für einen Druckausgleich zwischen der Außenseite A und dem Innenraum | des Gehäuses 1 kann eine Druckausgleichsmembran 16 oder Ventil angeordnet sein. Über eine solche Druckausgleichsmembran 16 werden allmähliche Druckschwankungen, beispielsweise aufgrund von Änderungen von Umgebungsbedingungen (Temperatur) ausgeglichen und verhindert, dass eine unzulässig hohe Druckdifferenz zwischen Außenseite A und Innenraum | des Gehäuses 1 herrscht.
[0033] Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Gehäuse 1 für elektronische Komponenten 21 (nicht dargestellt), wobei im Gehäusedeckel 2 zwei Schlitze 4, 5 angeordnet und an einem Ende miteinander verbunden sind. Die beiden Schlitze 4, 5 im Gehäusedeckel 2 sind im Wesentlichen gerade und senkrecht zueinander angeordnet und bilden einen gemeinsamen Schlitz. Die gedachte Verbindungslinie L (strichliert eingezeichnet) zwischen den freien Enden der miteinander verbundenen Schlitze 4, 5 verläuft außerhalb der Schlitze 4, 5, sodass der Teil des Gehäusedeckels 2, welcher durch die miteinander verbundenen Schlitze 4, 5 und die Verbindungslinie L eingeschlossen ist, durch eine in einem Berstfall im Innenraum | des Gehäuses 1 entstehende Energie um die Verbindungslinie L aufbiegbar ist. Die Schlitze 4, 5 können eine Breite bs (siehe Fig. 6) von vorzugsweise 0,1 bis 2 mm aufweisen und werden beispielsweise über ein Laserschneidverfahren oder Wasserstrahlverfahren im Gehäusedeckel 2 angeordnet.
[0034] Fig. 3 zeigt das Gehäuse 1 gemäß Fig. 2 nach einem Berstfall, wobei eben der Teil des Gehäusedeckels 2, welcher durch die miteinander verbundenen Schlitze 4, 5 und die Verbindungslinie L eingeschlossen ist aufgebogen bzw. aufgeklappt dargestellt ist. Die Verbindungslinie L wirkt quasi wie ein Scharnier für den aufgeklappten Teil des Gehäusedeckels 2.
[0035] Fig. 4 zeigt eine Variante eines erfindungsgemäßen Gehäuses 1, wobei im Gehäusedeckel 2 an drei Rändern Schlitze 4, 5 (hier strichliert eingezeichnet, da nicht sichtbar) angeordnet sind und von einem Abdeckelement 8 als Verschlusselement 7 abgedeckt werden. Dadurch ergibt sich im Berstfall ein im Wesentlichen rechteckiger Teil des Gehäusedeckels 2, der um die
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Verbindungslinie L der freien Enden der Schlitze 4, 5 aufbiegbar ist (nicht dargestellt).
[0036] Fig. 5 zeigt eine Detailansicht auf das Gehäuse 1 gemäß Fig. 4 im Bereich der Abdeckelemente 8 am Gehäusedeckel 2, welche die Schlitze 4, 5 im Gehäusedeckel 2 abdecken und das Gehäuse 1 entsprechend abdichten.
[0037] Fig. 6 zeigt einen Schnitt durch das Gehäuse 1 gemäß Fig. 4 im Bereich einer Dichtung 9 zwischen dem Gehäusedeckel 2 und dem Gehäusekörper 3. Die Dichtung 9 ist durch ein elastisches Element gebildet, beispielsweise einen entsprechenden Silikonschlauch, der in einer Nut einer Gehäusewand des Gehäusekörpers 3 eingelegt ist. Der erfindungsgemäße Schlitz 4 im Gehäusedeckel 2 ist unmittelbar neben der Dichtung 9, insbesondere zwischen der Dichtung 9 und den Befestigungselementen 10, insbesondere Befestigungsschrauben 11 angeordnet. Das Abdeckelement 8 als Verschlusselement 7 überragt den Schlitz 4 um eine vorgegebene Breite ba, beispielsweise 0,5 mm bis 20 mm. Damit ist eine ausreichende mechanische Stabilität des Gehäuses 1 im Normalfall gewährleistet und andererseits eine ausreichend rasche Öffnung des Teils des Gehäusedeckels 2 zwischen den Schlitzen 4, 5 im Berstfall sichergestellt. Das Abdeckelement 8 wird vorteilhafterweise zusammen mit dem Gehäusedeckel 2 mit den Befestigungselementen 10 am Gehäusekörper 3 befestigt.
[0038] Fig. 7 bis 9 zeigen verschiedene Ausführungsvarianten eines erfindungsgemäßen Gehäuses 1 in der Draufsicht auf den Gehäusedeckel 2. Bei der Variante gemäß Fig. 7 sind zwei Schlitze 4, 5 im Gehäusedeckel 2 angeordnet. Die Schlitze 4, 5 sind im Wesentlichen gerade und senkrecht zueinander angeordnet. Im Gegensatz zur Ausführungsform gemäß Fig. 2 sind die beiden Schlitze 4, 5 mit einem Ende nicht direkt sondern über eine Sollbruchstelle 6 miteinander verbunden. Die Verbindungslinie L zwischen den freien Enden der beiden Schlitze 4, 5 verläuft außerhalb der Schlitze 4, 5. Es resultiert ein im Wesentlichen dreieckförmiger Teil des Gehäusedeckels 2 zwischen den Schlitzen 4, 5 und der Verbindungslinie L. Dieser wird im Berstfall um die Verbindungslinie L quasi als Scharnier nach außen aufgebogen, wodurch die Energie bzw. der Druck rasch aus dem Innenraum | an die Außenseite A des Gehäuses 1 abgegeben werden kann.
[0039] Bei der Variante gemäß Fig. 8 sind drei Schlitze 4, 5 im Gehäusedeckel 2 angeordnet. Die Schlitze 4, 5 sind im Wesentlichen gerade und senkrecht zueinander angeordnet. Auch hier sind die Schlitze 4 mit den Enden des Schlitzes 5 über Sollbruchstellen 6 miteinander verbunden. Die Verbindungslinie L zwischen den freien Enden der beiden Schlitze 4 verläuft wiederum außerhalb der Schlitze 4, 5. Es resultiert ein im Wesentlichen rechteckiger oder quadratischer Teil des Gehäusedeckels 2 zwischen den Schlitzen 4, 5 und der Verbindungslinie L. Dieser Teil des Gehäusedeckels 2 wird im Berstfall um die Verbindungslinie L nach außen aufgebogen.
[0040] Bei der Variante gemäß Fig. 9 sind zwei Schlitze 4, 5 im Gehäusedeckel 2 angeordnet. Die Schlitze 4, 5 sind jeweils wellenförmig und im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet. Hier sind die Schlitze 4, 5 direkt miteinander verbunden und es ist keine Sollbruchstelle 6 vorgesehen. Die beiden Schlitze 4, 5 bilden quasi Teilschlitze eines einzigen gemeinsamen Schlitzes. Die Verbindungslinie L zwischen den freien Enden der beiden Schlitze 4 verläuft wiederum außerhalb der Schlitze 4, 5. Es resultiert ein im Wesentlichen dreieckiger Teil des Gehäusedeckels 2 zwischen den Schlitzen 4, 5 und der Verbindungslinie L, der im Berstfall um die Verbindungslinie L nach außen aufgebogen werden kann.
[0041] Schließlich zeigt Fig. 10 einen Wechselrichter 20, dessen elektronische Komponenten 21 in einem erfindungsgemäß ausgebildeten Gehäuse 1 angeordnet sind. Das Gehäuse 1 weist einen Gehäusedeckel 2 und einen Gehäusekörper 3 auf, welche über entsprechende Befestigungselemente 10, insbesondere Befestigungsschrauben 11, miteinander verbunden sind. Zwischen dem Gehäusedeckel 2 und dem Gehäusekörper 3 ist üblicherweise eine Dichtung 9 angeordnet, welche den Innenraum | des Gehäuses 1 vor Staub und Wasser schützt. Wenn durch das Ausgasen elektronischer Komponenten 21 im Innenraum | des Gehäuses 1 ein zündfähiges Gas entsteht und dieses durch einen Lichtbogen entzündet wird, kann es unter Umständen zu einem thermischen Ereignis des zündfähigen Gases im Innenraum | des Gehäuses 1 kommen. Durch die erfindungsgemäßen Schlitze 4, 5 im Gehäusedeckel 2 kann der entstehende Druck rasch auf die Außenseite A des Gehäuses 1 abgeführt werden, indem der Teil des Gehäusedeckels 2 um
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die Verbindungslinie L aufgebogen bzw. aufgeklappt wird, wie dargestellt.
[0042] Wie bereits erwähnt, kann der zumindest eine Gehäusedeckel 2 und der Gehäusekörper 3 aus Kunststoff oder aus Metall gebildet sein. Gegebenenfalls können die elektronischen Komponenten 21 zumindest teilweise von einem Abschirmgehäuse, vorzugsweise aus ferromagnetischem Material, umgeben sein.
[0043] Die erfindungsgemäßen einfach und kostengünstig implementierbaren Schlitze 4, 5 in einem Teil des zumindest einen Gehäusedeckels 2 bilden eine wirkungsvollen Schutz vor herumfliegenden Teilen des Gehäuses 1 oder der darin angeordneten elektronischen Komponenten 21 in einem Berstfall.

Claims (10)

x ‚Hex AT 18 554 U1 2025-10-15 Ss N Ansprüche
1. Gehäuse (1) zur Aufnahme elektronischer Komponenten (21), insbesondere WechselrichterGehäuse, mit zumindest einem Gehäusedeckel (2) und einem mit dem zumindest einen Gehäusedeckel (2) lösbar verbundenen Gehäusekörper (3), dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Gehäusedeckel (2) zumindest zwei Schlitze (4, 5) mit jeweils zwei Enden angeordnet sind, wobei alle Schlitze (4, 5) jeweils über ein Ende miteinander verbunden sind, wobei die Verbindungslinie (L) zwischen den freien Enden der miteinander verbundenen Schlitze (4, 5) außerhalb der Schlitze (4, 5) verlaufend angeordnet ist, sodass der Teil des zumindest einen Gehäusedeckels (2), welcher durch die miteinander verbundenen Schlitze (4, 5) und die Verbindungslinie (L) eingeschlossen ist, durch eine in einem Berstfall in einem Innenraum (I) des Gehäuses (1) entstehende Energie um die Verbindungslinie (L) aufbiegbar ist.
2. Gehäuse (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (4, 5) jeweils über eine Sollbruchstelle (6) miteinander verbunden sind.
3. Gehäuse (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Schlitze (4, 5) im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind.
4. Gehäuse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass alle Schlitze (4, 5) mit einem Verschlusselement (7) verschlossen sind.
5. Gehäuse (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (7) durch ein jeden Schlitz (4, 5) über eine vorgegebene Breite (ba), vorzugsweise von 0,5 mm bis 20 mm, überragendes Abdeckelement (8) gebildet ist
6. Gehäuse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem zumindest einen Gehäusedeckel (2) und dem Gehäusekörper (3) eine Dichtung (9) angeordnet ist.
7. Gehäuse (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Schlitze (4, 5) neben der Dichtung (9) zwischen dem zumindest einen Gehäusedeckel (2) und dem Gehäusekörper (3) angeordnet sind.
8. Gehäuse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Gehäusedeckel (2) mit dem Gehäusekörper (3) über mehrere Befestigungselemente (10), insbesondere Befestigungsschrauben (11), lösbar verbunden ist.
9. Gehäuse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Gehäusedeckel (2) und der Gehäusekörper (3) aus Kunststoff oder aus Metall gebildet ist.
10. Wechselrichter (20), insbesondere Photovoltaik-Wechselrichter, mit in einem Gehäuse (1) angeordneten elektronischen Komponenten (21), dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet ist.
Hierzu 7 Blatt Zeichnungen
ATGM50131/2024U 2024-10-01 2024-10-01 Gehäuse zur Aufnahme elektronischer Komponenten sowie Wechselrichter mit einem solchen Gehäuse AT18554U1 (de)

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