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Österreichische PATENTSCHRIFT N 17050.
SOLON VATHIS iN PARIS.
Verfahren zur Herstellung farbiger Photographien.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Photographien in verschiedenen Farbtönen. Dasselbe kennzeichnet sich durch die unmittelbare Einwirkung von Wärme auf die in bekannter, aber bestimmter Weise getonten Positive, wobei diese Wärme in Form von Licht, durch Übertragung (nicht leuchtend), durch Strahlung oder durch Rückstrahlung erfolgen kann. Die Wärme kommt in Form von Licht zur Verwendung, wenn man das Bild über eine Flamme hält. Die nicht leuchtende Wärme kommt zur Anwendung, wenn man das Bild der Wirkung eines sehr heiss gemachten Körpers, z. B. eines Bügeleisens aussetzt, während, wenn man das Bild den von der Wärmequelle ausgehenden Wärmestrahlen aussetzt, man Wärme durch Strahlung verwendet.
Es können auch noch von einer Wärmequelle ausgehende Warmestrahlen Verwendung finden, die durch einen Schirm auf das in seinen Farbentönen zu verändernde Bild zurückgestrahlt
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(siehe Edel's "Handbuch der Photographie@, 2. Auflage, Heft 12, IV. Band, 1. Heft, S. 47) wird nach der Belichtung unter dem Negativ eine geeignete lichtempfindliche Schichte in bekannter Weise getont, wodurch gelbbraune, rotviotette, biauviolette u. s. w. Bilder erhalten werden.
Bei einer @@chtempfindlichen Schicht aus Chlorsilber-Kollodium und zitronensauren Salzen wird beispielsweise ein aus Wasser, Salzsäure und Goldchlorid bestehendes Tonbad verwendet ; die durch letzteres erzielten Töne können durch eine 1%ige Goldchloridlösung abgeändert werden.
Die so erhaltenen Kopien erleiden nun nach vorliegendem Verfahren zum Teil und stellenweise oder durchgehends Änderungen in den Farbentönen, wodurch fast die gesamte Skala des Spektrums (Rot, Gelb, Violett und Blau) erhalten werden kann. Diese Abstufungen in den Tönen richten sich ganz nach der grösseren oder geringeren Reinheit der für die Bäder verwendeten Körper, nach der Expositionszeit im Sonnenlicht, nach der Zahl der Waschbäder und der Zeit des Tonens. Nachdem die erhaltenen Positive in bekannter Weise ausgewaschen, fixiert, in Wasser nachgewaschen und getrocknet sind, werden sie nach vor-
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hohen Hitze ausgesetzt. Zu diesem Zwecke werden die Bilder-am besten mit ihrer RÜckseite - Über einer blau brennenden Gasflamme hin und her geführt.
Besser noch empfiehlt sich eine bessere Regelung der Wärme ermöglichende Vorrichtung, die beispielsweise aus einer Glocke mit mehreren unterhalb derselben befindlichen brennenden Gas-
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bei 1000 C geht die Umbildung der Salze vor sich. Auch ist nicht ausgeschlossen, an den in den Farbentönen zu verändernden oder abzustufenden Stellen des Bildes ein heiss- gemachtes Eisen vorbeizuführen. Wenn auch gerade diese Behandlung der Bilder sehr bequem ist, so gestattet sie die Erzielung kräftigerer Wirkungen in den Tonabstufungen nicht. Die auf die angegebene Weise der Hitze ausgesetzten Bilder werden dann etwa
10 Minuten lang in Wasser eingetaucht und schliesslich in gewöhnlicher Weise aufgeklebt oder getrocknet. Die erhaltenen Töne sind unveränderlich.
Die Abstufungen in den Tönen der Photographiebilder hängen ab 1. von der Ex- positionszeit im Sonnenlicht, 2. von dem verwendeten Tonbade und 3. von der Dauer, wie
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lange man das getonte Bild der Hitze aussetzt. Bei einem nur wenig dem Licht ausgesetzten Bild erhält man durch Einwirkung der Warme in den hellen Stellen des Bildes eine blasse bis ins Rosa übergehende Abstufung in der Farbentönung, dagegen in den dunklen Stellen und in den Schatten eine lebhafte rote Tönung, während stark exponierte Bilder eine rotbraune Tönung erzielen'lassen, " Nach einem sauren Goldtonbad sind durch die Einwirkung der Wärme die erzielten Abstufungen in den Tönen untereinander ebenfalls verschieden, je nachdem man reine, oder gewöhnliche Salzsäure benützt.
Nachdem die Bilder den Ton im Goldbad erhalten haben, müssen dieselben noch in einem Bade aus Natriumhyposulfitlösung fixiert werden, in welchem die Salzverbindungen entstehen. Ohne diese Fixierung zeigt, wenigstens bei Anwendung eines sauren Tonbades, ein vor der Fixierung der Einwirkung von Wärme ausgesetztes Bild keine Abstufungen in den Tönen.
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Austrian PATENT LETTERING N 17050.
SOLON VATHIS IN PARIS.
Process for making color photographs.
The subject of the present invention is a process for the production of photographs in various hues. The same is characterized by the direct action of heat on the positives, which are toned in a known but specific way, whereby this heat can take place in the form of light, by transmission (not luminous), by radiation or by reflection. The heat is used in the form of light when the picture is held over a flame. The non-luminous heat is used when one sees the effect of a body made very hot, e.g. B. exposing an iron, while exposing the image to the heat rays emanating from the heat source, heat is used by radiation.
Heat rays emanating from a heat source can also be used, which are reflected back through a screen onto the image to be changed in its color tones
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(See Edel's "Handbuch der Photographie @, 2nd edition, No. 12, Volume IV, No. 1, p. 47), after exposure, a suitable light-sensitive layer under the negative is toned in a known manner, producing yellow-brown, red-violet, bia-violet etc images are obtained.
In the case of a sensitive layer of chlorosilver collodion and citric acid salts, for example, a clay bath consisting of water, hydrochloric acid and gold chloride is used; the tones achieved by the latter can be changed with a 1% gold chloride solution.
According to the present process, the copies obtained in this way now suffer partially and in places or continuously changes in the color tones, whereby almost the entire range of the spectrum (red, yellow, violet and blue) can be obtained. These gradations in the tones depend entirely on the greater or lesser purity of the bodies used for the baths, the exposure time in sunlight, the number of washing baths and the time of toning. After the positives obtained have been washed out in a known manner, fixed, washed in water and dried, they are
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exposed to high heat. For this purpose, the pictures - preferably with their back - are passed back and forth over a blue-burning gas flame.
Better still, a better control of the heat-enabling device is recommended, for example, consisting of a bell with several burning gas beneath the same.
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at 1000 C the transformation of the salts takes place. It is also not ruled out that a heated iron can be passed to the areas of the picture that are to be changed or graded in the color tones. Even if this treatment of the images is very convenient, it does not allow the achievement of stronger effects in the tonal gradations. The images exposed to heat in the specified manner then become approximately
Immersed in water for 10 minutes and finally glued or dried in the usual way. The tones obtained are immutable.
The gradations in the tones of the photographs depend on 1. on the exposure time in sunlight, 2. on the clay bath used and 3. on the duration, how
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long you expose the toned image to the heat. In a picture that is only slightly exposed to light, the effects of warmth in the light areas of the picture result in a pale shade of color tinting into pink, whereas in the dark areas and in the shadows a lively red tint is obtained, while strongly exposed pictures have a A reddish-brown tint can be achieved, "After an acidic gold-tone bath, the effects of the heat also result in different gradations in the tones, depending on whether pure or ordinary hydrochloric acid is used.
After the pictures have received their tone in the gold bath, they must be fixed in a bath of sodium hyposulfite solution, in which the salt compounds are formed. Without this fixation, at least when using an acidic clay bath, a picture exposed to the action of heat before fixation shows no gradations in the tones.