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Lüftung für Tunnels.
Zur Lüftung von Tunnels im Betriebe werden, wie bekannt, drei Systeme angewendet, u. zw.
1. die Lüftung mit Vorhang, 2. die Lüftung nach Saceardo, 3. die Lüftung vermittels eines oder mehrerer Schächte. Bei den beiden erstgenannten Systemen sind durch die an dem einen Tuneltore angebrachten Lüftungseinriehtungen bekanntlich auch alle Windkräfte zu überwinden, die auf das Gegenportal anstehen, wodurch, zumal bei der Lüftung nach Saeeardo, ein erhbblicher Mehraufwand an maschineller Kraft bedingt wird.
Bei der Schaehtlüftung bewirken die auf'die Tunneltore wehenden Winde eine mit den Windkräften wachsende Verringerung des Lüftungseffektes, d. h. eine Verringerung der auf einen Kubikmeter geförderter Luft entfallenden Rauchmengen, letzteres dadurch, dass der Schachtventilator in dem dem Winde zugekehrten Tunnelarm die Lüftung mehr oder weniger an sich reisst und der andere Tunnelarm unter unzureichender Rauchabführung leidet.
Diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt. Durch Vorbauten, die unter Freihaltung des erforderlichen lichten Profiles vor einem Tunneleingang angeordnet werden, wird durch die Einwirkung der auf die Tunnelöffnung anstehenden Winde vor bzw. in dieser ein Unterdruck erzielt, durch den ein in der Lüftungsrichtung wirkender Zug im Tunnelinnern hervorgerufen wird. Als Vorbauten können beispielsweise zwei gegen die Luftstromrichtung schräg gestellte Leitebenen oder ein trichter-
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form angepasste Körper od. dgl. Anwendung finden. Im letzteren Falle könnten die Vorbauten auch in Form von ganzen oder unterteilten Flugzeugflügeln gehalten sein.
Durch die Erfindung werden die bisher für die künstliche Entlüftung schädlichen, auf den Tunnel- eingang anstehenden Winde veranlasst, die Vorbauten so anzuströmen. dass sie unter Ausnutzung ihrer eigenen Kraft eine Saugwirkung auf das Tunnelinnere hervorrufen. Durch das Anströmen der Vorbauten entstehen zwischen diesen untereinander und dem Tunneleingang Unterdrücke, die die Lüftung unterstützen. Die Wirkung tritt nicht nur bei in der Tunnelachse wehenden Winden ein, sondern bei sämtlichen Winden, die auf den Tunneleingang in beliebiger Richtung treffen.
Die gemäss der Erfindung vor dem Tunneleingang aufgestellten Vorbauten üben die beabsichtigte Wirkung bei jeder Windstärke aus. Sie versagen also nicht, wie die künstliche Lüftung, bei stärkeren Windkräften. Bekanntlich werden aus wirtschaftlichen Gründen bei der zur Lüftung grösserer Tunnels fast durchgehend angewandten Saecardolüftung die maschinellen Kräfte nur zur Bekämpfung geringer Aussenwinde eingerichtet.
Mit wachsender Geschwindigkeit des Gegenwindes wächst die saugende Wirkung einer gemäss der Erfindung angeordneten Anlage. Durch die Erfindung soll. u. zw. unter Anwendung geringerer maschineller Kräfte als bisher, eine wirkliche Beherrschung der Tunnellüftung erzielt werden.
Für die Wirtschaftlichkeit der Erfindung ist wichtig. dass da, Bauwerk einfach und damit ver- hältnismässig billig ist. dass ausser den Baukosten die Ausgaben für Betrieb. Unterhaltung usw. gering
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betrieb ein ständiger ist.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Fig. l zeigt eine Vorderansicht. Fig. 2 die zugehörige Draufsicht, Fig. 3 einen lotrechten Schnitt in der Tunnelachse. Die Anlage besteht aus einem oder mehreren Vorbauten a, b, c, die aus geraden Flächen b, c oder gekriimmten Flächen a bestehen.
Weht der Wind If in beliebiger Richtung auf die Tunnelöffnung, so entsteht einerseits durch Ablenkung des Windes, anderseits durch Wirbelbildungen zwischen den Vorbauten untereinander und der Tunnel-
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öffnung eine beträchtliche oder völlige Vernichtung bzw. eine Umwandlung desselben in einen Unterdruck, wodurch die Luftförderung aus dem Tunnel unterstützt bzw. selbsttätig durch den Wind bewerkstelligt wird.
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