AT101207B - Verfahren und Anlage zur Nutzbarmachung von mit geringer ungleichmäßiger Geschwindigkeit gewonnener mechanischer Energie. - Google Patents

Verfahren und Anlage zur Nutzbarmachung von mit geringer ungleichmäßiger Geschwindigkeit gewonnener mechanischer Energie.

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AT101207B
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  Verfahren und Anlage zur Nutzbarmachung von mit geringer   ungleichmässiger Ge-   schwindigkeit gewonnener mechanischer Energie. 



   Es gibt eine Reihe von Energiequellen, die zwar oft ganz beträchtlich sind, aber keine wirtschaftlich günstige Nutzbarmachung zulassen, weil einerseits der Energieträger eine so geringe Geschwindigkeit hat, dass deren Umsetzung in   gebrauchsfähige   Werte mit grossen Arbeitsverlusten verbunden ist, und weil sich anderseits diese kleine, primäre Geschwindigkeit meistens auch noch innerhalb so weiter Grenzen ändert, dass die Herstellung einer einigermassen gleichbleibenden, sekundären Gebrauchsgeschwindigkeit mit den bisher   bekannten Mitteln schwierig   ist. Bei der Gewinnung elektrischer Energie fallen diese
Umstände besonders ins Gewicht, denn die Dynamomaschinen verlangen hohe und dabei möglichst konstante   Umlaufzahlen.

   Solche Energiequellen   sind u. a. das Arbeitsvermögen des Windes, der Gezeiten und jener Flüsse, deren Gefälle klein ist und aus irgendwelchem Grunde nicht künstlich vergrössert werden kann, bei denen also die natürliche Stossenergie des fliessenden Wassers ausgenutzt werden muss. 



   Allen diesen Energiequellen kann ferner mit einer Einzelanlage immer nur ein verhältnismässig kleiner Bruchteil ihres gesamten   Arbeitsvermögens   entnommen werden, was ihre   Ausnutzungsmöglichkeit   noch weiter einschränkt. Man kann nämlich bei den bisher üblichen Anlagen die Drehzahl der Primärmaschine nicht beliebig klein wählen, sondern muss bestimmte Mindestwerte einhalten. Infolgedessen darf der Raddurchmesser nicht zu gross gemacht werden, wodurch eine wichtige Möglichkeit, die Leistung des Einzelrades zu steigern, wesentlich eingeschränkt ist. Wird als Energiequelle z.

   B. ein grösserer Fluss mit einer   natürlichen Strömungsgeschwindigkeit   von etwa 2-5 Sekundenmetern bei normalem Wasserstande angenommen, so kann die Leistung eines Wasserrades an der Radwelle auf höchstens beiläufig 20 PS gebracht werden, wie ausgeführte Anlagen ergeben haben. Dabei muss die ausserordentlich kleine Drehzahl von 9-10minutlichen Umläufen in Kauf genommen werden, deren Umsetzung mittels Zahnrad-, Riemen-oder Seiltrieben auf die z. B. für Dynamobetrieb erwünschte Drehzahl von 1500 bereits ungefähr 30% Arbeitsverlust verursacht. Die mit einem Einzelrad erhältliche elektrische Energie würde mithin im betrachteten Falle kaum etwa 10 KW betragen.

   Wenn nun durch die zu erwartenden Wasserstandsschwankungen die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses von 2'5 m auf etwa   1'5     m   sänke, würde die mit einem Einzelrade erreichbare elektrische Höchstleistung nur noch etwa 6 KW sein. Man müsste bei diesen schlechten Verhältnissen, um einigermassen für   Kraftübertragungszweeke   geeignete Leistungen zu erhalten, eine so grosse Anzahl einzelner Wasserradanlagen errichten, dass die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage durch die hohen Herstellungs-und Betriebskosten in Frage gestellt ist. Dabei sind noch die aussergewöhnlichen technischen Schwierigkeiten zu   berücksichtigen,   die der an sich schon komplizierten Betriebsführung durch die wechselnde Geschwindigkeit und Leistungsaufnahme erwachsen.

   Da weiter die in Rede stehenden Energiequellen zeitweise entweder vollständig versagen, oder auf kürzere oder längere Dauer in ihrer Ergiebigkeit so weit herabsinken, dass sie zur Deckung des normalen Arbeitsbedarfes nicht mehr ausreichen, ist man gezwungen, Reserveanlagen bereitzustellen. Es kommen meistens nur kalorische Reserven in Betracht, die in allen ihren Teilen grundverschieden von jenen der eigentlichen Hauptanlagen sind und für den normalen Betrieb nicht mit herangezogen werden können. Die Anlagekosten werden dadurch um die einer vollständigen Reserve im Umfang der Hauptanlage vergrössert. 



  Dies bedeutet natürlich eine weitere Beeinträchtigung der Wirtschaftlichkeit. 



   Um   diese Übelstände   zu vermeiden, muss vor allem von der üblichen   Geschwindigkeitsübersetzung   mittels Zahnrad-, Riemen-oder Seiltrieben entweder ganz oder mindestens doch der Hauptsache nach 

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 abgesehen werden. Diese Einrichtungen verursachen bedeutende und mit zunehmendem Umsetzungsverhältnis rasch anwachsende Arbeitsverluste und übertragen infolge ihrer   mechanischen     Zwangläufigkcit   alle primären Gesehwindigkeitssehwankungen auch auf den   sekundären Teil.   An   ihre   Stelle tritt nach vorliegender Erfindung das vorliegende neue Umsetzungsverfahren, das grundsätzlich dann besteht, 
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   es in   diesem umgesetzten Zustand dem sekundären Arbeitsverbraucher zuzuführen,

   der angestrebte hohe Drehzahl besitzt. Hiebci entstehen aber verschiedene Schwierigkeiten (durch die Kompressions-   wärme u. a. ), die bei den bekannten Anordnungen dieser Art nicht beseitigt sind. Man hat nämlich zur   Ausnutzung von   Windkräften   u. dgl. wohl schon die pneumatische Energieübertragung vorgeschlagen. 



  Die   vom Windmotor erzeugte Druckluft war   aber hiebei im Wesen nicht zur Geschwindigkeitsumsetzung, sondern zur   EnergiespeichErung   bestimmt. Die bei der Kompression erzeugte Wärmemenge war wegen 
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 verloren. Anders liegen die Verhältnisse bei der vorliegenden Erfindung. Die zum wirtschaftlichen Betriebe   rp. sehlaufender Maschinen erforderlichen Drücke entstehen   unter hohen Komperessionstomperaturen, die einerseits den Betrieb   wesentlich erschweren, anderseits erhebliche Wärme Verluste veranlassen   können. Es wäre sehr unwirtschaftlich, diese Wärmemengen, die einen sehr erheblichen Teil des gesamten   Arb@itvermögens vorstellen,   in einem der Abkühlung ausgesetzten Speicher vorlorengchen zu lassen.

   Es wird daher erfindungsgemäss einerseits in das gasförmige Treibmittel ein weiteres Mittel von höhsrer Wärmekapazität (z.   B.   Wasser) eingeführt, so dass die Energieübertragung durch ein Gemisch   au--einem Gvs   (Luft) und einem Dampf (Wasserdampf) erfolgt. Anderseits wird absichtlich eine Speicherung des Treibmittels vermieden, und dafür dem Gas-Dampf-Gemisch im Sinne der Erfindung, wenn erforderlich, Wärmeenergie in wechselnden, die Schwankungen der   Primärleistung   ausgleichenden Beträgen zugeführt. 



  Gleichzeitig wird   zweckmässig   durch einen an zweckentsprechender Stelle eingebauten Regler dafür gesorgt, dass der Druck des gepressten Treibmittels selbsttätig konstant erhalten bleibt. 



   Fig. 1 veranschaulicht ein   Ausführungsbeispiel   der Erfindung. Das   unterschlächtige Wass@mad 1   ist etwa zwischen zwei Kähnen in einem Strom angeordnet und gibt die ihm mitgeteilte Arbeit über die Welle 2 und die Kurbel 3 an einen oder mehrere (z. B. drei unter 120  Kurbelversetzung angeordnete)   Druckerzeuger-   ab. In letzterem, der die Saugventile 5 und die   Druckver@le 6 hat, wird das Treib-   mittel, z. B. Luft auf den für die   gewünschte   sekundäre Geschwindigkeit erforderlichen Druck gebracht. 



  Um nun die weitere Energieübertragung mit einem Mittel von höherer Wärmckapazität durchzuführen, wird in die durch die Kompression hocherhitzte Luft etwa an der Stelle 20 mittels einer Sprühdüse Wasser oder eine andere geeignete verdampfbare Flüssigkeit eingespritzt. Der entstehende Wasserdampf nimmt unter der sehr   erwünschten   Herabsetzung der Temperatur einen grossen Teil der Luftwärme auf und 
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 Treibmittel selbsttätig unter gleichbleibendem Drucke hält. Er besteht z.   B.   aus dem beweglichen Kolben 9, der durch einen bei 10 gelagerten Hebel 11 mit dem einstellbaren Gewicht 12 beschwert ist. 



  Die Öffnung 13 in der   Reglerwand   gestattet den Austritt etwa   überschüssigen Treibmittels ins   Freie oder in ein dort anzuschliessendes Abflussrohr, wenn der Kolben 9 seine   Hochststellung   erreicht hat. Dem Arbeitsrad 17 strömt also durch das Rohr 14 (das ein Abschlussorgan   ? J   enthält) und die Düse   lss   ein   Heissluft- Wasserdampf-Gemisch zu.   Das Rad   1'7 läuft   nun infolge des konstant gehaltenen Druckes bei   gleichbleibender Belastung gleichförmig   mit der gewünschten hohen Geschwindigkeit, auch wenn die Drehzahl der Welle 2 unregelmässig ist. Von der Welle 18 wird   schliesslich   mittelbar oder unmittelbar der   Arbeitsverbraucher,   z.

   B. eine Dynamomaschine getrieben und mittels des   Fliehkraftreglers ? die   
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  Damit nicht durch die Wasserzufuhr unnötige   Wärmeverluste   entstehen, wird das bei 20 einzuspritzende Wasser dem Kondensator des Arbeitsrades 17 entnommen und mittels einer Pumpe oder eines Injektors durch die Leitung 21 im Kreislauf wieder dem Druckregler 8 zugeführt. 



   Das Arbeitsvermögen des Treibmittels kann auf einfache Weise dadurch erhöht oder geregelt werden, wenn diesem Wärmeenergie in Form einer zusätzlichen   Beheizung.   z. B. des   Druckreglers   8 
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 beeinflusst. Auf diese Weise wird der Betrieb des Arbeitsrades   17 anch   von langzeitigen Geschwindigkeitsschwankungen der Energiequelle unabhängig. Zur   Vervollkommnung   der Regelung kann mit der Welle 2 des Wasserrades 1 ebenfalls ein Fliehkraftpendel 26 gekuppelt werden. Dieses wirkt seinerseits auf die Regelorgane 24 und   23   ein und verstellt diese sofort bei jeder Änderung der primären EnergieZufuhr. 



   Es ist nun nicht mehr die Aufstellung einer in allen Teilen selbständigen Reserveanlage nötig. 



  An Stelle der stillgesetzten Teile 1-6 hat bei Ausbleiben der primären Energie ein Dampferzeuger zu treten, während die übrigen Anlageteile unverändert im Betriebe bleiben. Die Feuerung 22 besorgt dann das   Überhitzen   des Dampfes. 

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   In der geschilderten Anlage können   ausserordentlich     grosse Übersetzungsverhältnisse   erzielt werden, denn die Drehzahl des Rades 17 ist in erster Linie   vom Treibmitteldrucke abhängig. Dieser   aber wird 
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 z. B. durch entsprechende Ausgestaltung des Zwischengliedes mit Wasser- oder Windrädern von etwa zweiminutlichen Umläufen pressluft- oder Dampfturbinen von   30C0minutJichen   Umläufen betreiben können. Wenn aber so geringe primäre Drehzahlen zulässig werden, kann auch der Durchmesser des primären Wasser-oder Windrades und damit dessen Leistungsaufnahmsfähigkeit nun ein Vielfaches des ursprünglich erreichbaren Wertes werden. 



   Die Wirtschaftlichkeit der Erfindung ergibt sich aus folgendem : Ein   primäres, durch   Wasser, Wind usw. betriebenes Rad wird bei grösserem Durchmesser im allgemeinen mit besserem Nutzeffekt arbeiten, weil die Leistung an sich grösser ist und die grössere Schaufeltiefe in radialer Richtung die Ausbildung dner guten Schaufelform begünstigt. Die schnellaufende Sekundärmaschine wird gleichfalls mit hohem Wirkungsgrade laufen, ebenso der damit betriebene Arbeitsverbraueher, z. B. eine   3000-Tourendynamomaschine.   Das Zwischenglied, der Druckerzeuger, Druckregler und die Rohrleitung verursachen zwar Reibungs-, Wärmestrahlungs- und Treibmittelbeför derungs verluste, die aber besonders 
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 das Gleiten der Riemen- oder Seiltriebe hervorgerufen werden.

   Die   Wärmestrahlungsverluste   lassen sieh in bekannter Weise durch Isolierung des Kompressors, des Druckreglers, der Leitung usw. auf ein geringes Mass herabsetzen. Dass die hier mögliche Art der Zufuhr und Auswertung von Wärmeenergie besonders günstig ist, ergibt die Betrachtung des kalorischen Kreisprozesses. 



   Die vorliegende Erfindung ist keinsewegs auf   die Nutzbarmachung natürlicher Energiequ@llen     beschränkt. Sie   eignet sich sinngemäss ganz allgemein für alle jene Fälle, bei welchen   irgendeine primäre,   
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Nutzbarmachung von mit geringer ungleichmässiger Geschwindigkeit gewonnener mf chanischer Energie, dadurch gekennzeichnet, dass in ein mittels der   Primärenergic   zusammengepresstes G s ein durch die   Kompressionswärme   verdampfbarer Stoff eingeführt und das entstehende Gas-DampfG misch als Treibmittel für eine Wärmekraftmaschine verwendet wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibmittel unter unbedingter V (rmcidung einer langzeitigen Speicherung ausschliesslich zur Geschwindigkeitsumsetzung von der geringen Plimärgcschwindigkeit auf eine hohe, zum Antrieb raschlaufender Dynamomaschinen geeignete Geschwindigkeit dient.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Treibmittel auf seinem Wege zwischen dem Druekerzeuger (4) und der Wärmekraftmaschine (17) zusätzliche Wärmeenergie zugeführt wird.
    4. Anlage zur Durchführung der Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die die primäre mechanische Energie aufnehmende Maschine (1) einen Luftverdichter (4) treibt, eh ohne Zwischenschaltung eines Speichers über einen gegebenenfalls mit einer Feurrung (22) ver- schenen Druckregler (8) an eine Wärmekraftmaschine () angeschlossen irt, wobfi in die Verbindung zwischen Verdichter und Wärmekraftmaschine eine Wasserzuführung (21) mündet.
    5. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das in die Druckluft einzuführende Wasser dem Abdampf bzw. Kondensat der Wärmekraftmaschine entnommen wird. EMI3.4 zufuhr derart regelbar ist, dass durch sie die Schwankungen der verfügbaren Primärenergie ausgeglichen werden.
    7. Anlage nach den Ansprüchen 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzfeuerung (2. 3) oder die Wasserzufuhr (21) oder beide mittels Drehzahlregler (19 bzw. 26) von der Drehzahl der Wärmekraftmaschine ') bzw. der Primärmaschine (1) oder beider Maschinen abhängig sind. EMI3.5
AT101207D 1924-08-16 1924-08-16 Verfahren und Anlage zur Nutzbarmachung von mit geringer ungleichmäßiger Geschwindigkeit gewonnener mechanischer Energie. AT101207B (de)

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