Verfahren und Signalgenerator zum Ansteuern eines akustooptischen
Elements
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Signalgenerator zum Ansteuern eines akustooptischen Elements, eine Anordnung aus einem solchen Signalgenerator und einem akustooptischen Element sowie ein Mikroskop mit einer solchen Anordnung.
Stand der Technik
Eine wesentliche Herausforderung in Bereichen der Mikroskopie ist, unabhängig vom eingesetzten Verfahren, die Bereitstellung von Anregungslicht mit einer oder mehreren vorgegebenen Wellenlängen. Je nach Art des Mikroskopieverfahrens und/oder nach Art der Probe können ein oder mehrere Anregungslichtstrahlen, welche in der Regel vorgegebene spektrale Eigenschaften aufweisen müssen, notwendig sein. Beispielsweise ist es auf dem Gebiet der Fluoreszenzmikroskopie wichtig, Licht mit derjenigen Wellenlänge zu verwenden, die die Fluoreszenz anregt. Verschiedene Wellenlängen werden insbesondere dann gebraucht, wenn die Probe
Fluoreszenzstoffe mit unterschiedlichen Anregungswellenlängen enthält.
Auf dem Gebiet der konfokalen Rastermikroskopie ist es von besonderem
Interesse, die Intensitäten für bestimmte Wellenlängen anzupassen oder bestimmte Wellenlängen ein- oder auszuschalten. Zu diesem Zweck können wellenlängenselektive Elemente zum Einsatz kommen, welche auf dem akustooptischen Effekt basieren. Derartige akustooptische Elemente weisen in der Regel einen sogenannten akustooptischen Kristall auf, welcher mittels eines akustischen Signalgebers, auch als Wandler oder
"Transducer" bezeichnet, in Schwingung versetzt wird. In der Regel weist ein derartiger Wandler ein piezoelektrisches Material sowie zwei oder mehrere dieses Material kontaktierende Elektroden auf. Durch elektrisches Beschälten der Elektroden mit Hochfrequenzen (HF, auch: Radiofrequenzen, RF, radio
frequencies), die typischerweise im Bereich zwischen 10 MHz und 10 GHz liegen, wird das piezoelektrische Material zum Schwingen angeregt, so dass eine akustische Welle entstehen kann, die den Kristall durchläuft. Akustooptische
Kristalle zeichnen sich dadurch aus, dass die entstehende Schallwelle die optischen Eigenschaften des Kristalls verändert.
Beispiele für solche akustooptischen Elemente sind akustooptische abstimmbare Filter (AOTF), akustooptische Modulatoren (AOM), akustooptische Ablenker
(AOD), akustooptische Strahlteiler (AOBS) und akustooptische Strahlvereiniger (AOBM).
Eine besondere Herausforderung bei der Verwendung von akustooptischen Elementen stellt deren Ansteuerung dar. Die hochfrequenten elektrischen Signale für den Wandler werden üblicherweise in einem Frequenzgenerator
(beispielsweise ein spannungsgesteuerter Oszillator (englisch voltage-controlled oscillator, VCO), in einer Phasenregelschleife (englisch phase-locked loop, PLL), oder in einem Synthesizer nach dem DDS-Verfahren (direkte digitale Synthese (englisch direct digital synthesis)) erzeugt und mittels Hochfrequenzverstärkers so verstärkt, dass die Amplitude genügend groß ist, um den Kristall in Schwingung zu
versetzen. Bei mehreren gleichzeitig angelegten, unterschiedlichen Ansteuerfrequenzen können Lichtstrahlen mehrerer Wellenlängen gleichzeitig (beispielsweise bei einem AOTF, AOBS, AOBM, AOM) beziehungsweise eine Wellenlänge eines einfallenden Lichtstrahls in mehrere Lichtstrahlen
verschiedener Richtungen gleichzeitig (beispielsweise bei einem AOD) abgelenkt werden.
Zur Erzeugung eines Ansteuersignais mit mehreren Frequenzen können einzelne Frequenzgeneratoren, z.B. DDS-Synthesizer, welche je z.B. ein sinusförmiges Signal generieren, kombiniert werden, z.B. durch analoges Mischen der Ausgangssignale. Alternativ ist auch eine digitale Superposition möglich, wie z.B. in der WO
2011/154501 AI gezeigt. Ein beispielhafter DDS-Synthesizer ist in Figur 1 dargestellt. Bei mehreren gleichzeitig verwendeten Ansteuerfrequenzen ergeben sich aufgrund von Nichtlinearitäten in Verstärker, Transducer, Kristall oder
anderweitigem Energieaustausch zwischen den Ansteuerfrequenzen immer auch Schwebungen beziehungsweise Intensitätsschwankungen, welche mit sämtlichen Differenz- und Summenfrequenzen auftreten können. Besonders störend sind dabei Modulationen des gebeugten Lichts aufgrund von (kleinen)
Differenzfrequenzen, welche dann auch zu unerwünschten Modulationen des aus dem gebeugten Licht abgeleiteten Mess- bzw. Nutz-Signals führen können. Eine Folge sind beispielsweise Streifenmuster im Bild. Ein zusätzliches Problem bei der Ansteuerung eines akustooptischen Elements folgt aus der temperaturabhängigen Schallgeschwindigkeit im akustooptischen Kristall. Wird die Kristalltemperatur nicht auf einem konstanten Wert gehalten oder werden die Frequenzen des Ansteuersignais nicht entsprechend nachgeführt, verschiebt sich das Beugungsmuster. Eine Frequenznachführung wird z.B. in der DE 10 2007 053 199 AI behandelt. Jedoch gestaltet sich eine
Frequenznachführung bei gemischten Signalen äußerst aufwendig, da sich die Differenz- und Summenfrequenzen verändern.
Es ist wünschenswert, akustooptische Elemente mit einer Überlagerung von mehreren Ansteuerfrequenzen zu betreiben. Dabei sollen unerwünschte
Schwebungen der Intensität des gebeugten Lichts minimiert werden.
Offenbarung der Erfindung Erfindungsgemäß werden ein Verfahren und einen Signalgenerator zum Ansteuern eines akustooptischen Elements, eine Anordnung aus einem solchen
Signalgenerator und einem akustooptischen Element sowie ein Mikroskop mit einer solchen Anordnung mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
Die Erfindung basiert auf der Maßnahme, dass ein Ansteuersignal für das akustooptische Element mittels eines DDS-Verfahrens mit einer Signalwertfolge, die sich aus mindestens zwei Frequenzkomponenten zusammensetzt, erzeugt wird. Die Signalwertfolge beinhaltet somit bereits die erwünschte
Frequenzkombination aus zwei oder mehr Frequenzen für das Ansteuersignal. Bei der apparativen Implementierung in einem Signalgenerator bzw. DDS-Synthesizer ist dann diese Signalwertfolge in einer Speichereinrichtung, beispielsweise in Form einer Tabelle, hinterlegt.
Vorteilhaft ist dabei, dass der Signalerzeugung nur eine Signalwertfolge zugrunde liegt, die auch die Differenzfrequenzen zwischen den Frequenzkomponenten festgelegt. Um beispielsweise eine Temperaturnachführung durchzuführen, braucht nur das DDS-Phaseninkrement angepasst zu werden. Die Frequenzen werden automatisch gleichmäßig nachgeführt, wodurch auch die
Differenzfrequenzen entsprechend nachgeführt werden.
Die Signalwertfolge setzt sich vorzugsweise aus ganzzahligen Perioden jeder Frequenzkomponente zusammen. Beispielsweise könnte die Signalwertfolge die Überlagerung von drei Frequenzkomponenten sein, wobei 10 Perioden einer Komponente mit einer ersten Frequenz, 11 Perioden einer Komponente mit einer zweiten Frequenz und 12 Perioden einer Komponente mit einer dritten Frequenz überlagert sind. Dieses Beispiel ist selbstverständlich nicht beschränkend zu verstehen. Auch jede beliebige andere Kombination von Frequenzkomponenten ist möglich. Wichtig ist lediglich, dass ganzzahlige Perioden der verschiedenen Frequenzkomponenten überlagert sind. Wird nun in diesem Beispiel die
Signalwertfolge mittels eines Phaseninkrements durchlaufen, so bleiben die Frequenzverhältnisse untereinander unabhängig von der tatsächlichen Größe des Phaseninkrements erhalten. In einer vorteilhaften Ausführungsform setzt sich die Signalwertfolge aus wenigstens drei Frequenzkomponenten zusammen, von denen wenigstens ein Paar aus zwei Frequenzkomponenten den gleichen Frequenzabstand voneinander hat wie ein anderes Paar aus zwei Frequenzkomponenten. Dies erlaubt,
Schwebungen auszulöschen, wie weiter unten noch erläutert wird. Setzt sich weiter vorzugsweise die Signalwertfolge aus einer ungeraden Anzahl von
Frequenzen zusammen, ist eine Schwebungsauslöschung besonders einfach, da sich immer jeweils zwei Frequenzdifferenzen gegenseitig auslöschen können. Für diesen Fall hat idealerweise je eine gerade Anzahl, insbesondere zwei, von Paaren aus zwei Frequenzkomponenten den gleichen Frequenzabstand voneinander.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird die Phase wenigstens einer, vorzugsweise jeder der Frequenzkomponenten zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgegeben, um ein Maximum in der Signalwertfolge zu verändern. Insbesondere ist der Zeitpunkt durch den ersten Signalwert charakterisiert, so dass die Phase auch als Startphase bezeichnet werden kann. Jede Veränderung einer Startphase [0° bis 360°] einer der Frequenzkomponenten führt in der Überlagerung zu einer
anderen Signalwertfolge mit anderen Maxima und Minima. Vorteilhaft wird nun wenigstens eine Startphase so vorgegeben, dass der Maximalwert der
Signalwertfolge möglichst klein bzw. minimal wird. Dies ist vorteilhaft, da umso weniger Nichtlinearitäten und Schwebungen beobachtet werden, je kleiner die Maximalwerte sind.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird ein Phaseninkrement zum Durchlaufen der Signalwertfolge abhängig von einer Temperatur eines Kristalls des akustooptischen Elements vorgegeben. Wie erläutert, führt eine Veränderung des Phaseninkrements zu einer Veränderung der Frequenzen im Ansteuersignal. Eine solche Temperaturnachführung der Frequenz lässt sich bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren besonders gut durchführen, da nur das
Phaseninkrement angepasst werden muss, um sämtliche Frequenzkomponenten an die neuen Temperaturgegebenheiten anzupassen.
Bevorzugt werden die Frequenzkomponenten so vorgegeben, dass sich die Signalform nach einer Zeit kleiner gleich einem Schwellwert wiederholt. Dies ist vorteilhaft, da Schwebungseffekte keinen nachteiligen Effekt wie zum Beispiel ein Streifenmuster im Bild haben, wenn der Schwellwert klein genug ist.
Zweckmäßigerweise beträgt der Schwellwert 250 ns. Dies ist vorteilhaft, da bei einem Lichtstrahldurchmesser von z.B. 1 mm und einer Schallgeschwindigkeit von 4.000 m/s sich die gesamte Signalform nach spätestens 250 ns wiederholt. Der Lichtstrahl "sieht" also immer den kompletten, sich wiederholenden
Gitterabschnitt.
Obwohl erfindungsgemäß einem Ansteuersignal bereits eine Signalwertfolge mit mehreren Frequenzkomponenten zugrunde liegt, kann dennoch zweckmäßig sein, mehrere solcher erfindungsgemäß erzeugter Ansteuersignal zu überlagen, insbesondere im Wege einer digitalen Superposition.
Prinzipiell ist es mit dem Konzept der digitalen Superposition mehrerer DDS- Ausgangssignale möglich, mehrere Frequenzen mit exakt bekannten Differenz- und Summenfrequenzen zu erzeugen. Alle Signalgeneratoren sollten dazu von demselben Taktgeber getrieben werden. Sollen insbesondere mehrere Frequenzen mit dem exakt gleichen Frequenzabstand realisiert werden, sollten die
Phaseninkremente der einzelnen Ausgabefrequenzen denselben Abstand zueinander haben. Die gesamte Signalform wiederholt sich dabei nach der Zeit, die durch den größten gemeinsamen Teiler (ggT) der einzelnen Phaseninkremente gegeben ist.
Die Erfindung lässt sich besonders bevorzugt zur Einstellung, insbesondere Vergrößerung, einer Bandbreite des akustooptischen Elements und/oder zur Erzeugung mehrerer Beleuchtungspunkte aus einem das akustooptische Element beleuchtenden Beleuchtungslicht, wie weiter unten noch genauer erläutert wird, einsetzen. Die Position der Beleuchtungspunkte lässt sich dabei insbesondere durch das Phaseninkrement verändern.
Unter einer Bandbreite eines akustooptischen Elements (bei ein oder mehr vorgegebenen und an den Transducer des Kristalls angelegten Hochfrequenzen) hinsichtlich des Wellenlängenspektrums des eingestrahlten (breitbandigen) Lichts im Sinne der Erfindung ist die spektrale Breite des Wellenlängenteilbereiches des eingestrahlten Lichts zu verstehen, in dem das akustooptische Element dieses eingestrahlte Licht zu einem bestimmten festgesetzten Intensitätsanteil in die 1. Beugungsordnung beugt. Eine solche Definition der Breite kann beispielsweise basierend auf der Halbwertsbreite (FWHM) des sich ergebenen Intensitätsverlaufs des in die 1. Beugungsordnung gebeugten Lichts erfolgen. Im Wesentlichen entspricht der Intensitätsverlauf dem eines Bandpasses.
Die so gewonnene Bandbreite eines akustooptischen Elements variiert mit der oder den an den Transducer des Kristalls angelegten Hochfrequenzen.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der
Beschreibung und der beiliegenden Zeichnung.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Figurenbeschreibung Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines DDS- Synthesizers mit einer Signalform mit mehreren Frequenzkomponenten gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
Figur 2a zeigt eine Signalform mit mehreren Frequenzkomponenten gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
Figur 2b zeigt eine Signalform mit mehreren Frequenzkomponenten gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit angepasster Phasenbeziehung.
Figur 3 zeigt je eine Signalform mit mehreren Frequenzkomponenten gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit und ohne angepasste Phasenbeziehung. Figur 4 zeigt eine Übersicht über die typischen Elemente eines konfokalen
Mikroskops in schematischer Ansicht.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnung
Figur 1 zeigt schematisch einen als DDS-Synthesizer 100 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ausgebildeten Signalgenerator.
Der DDS-Synthesizer 100 dient zur Ansteuerung eines akustooptischen Kristalls 202 eines akustooptischen Elements 200. Das akustooptische Element 200 weist außerdem einen piezoelektrischen Wandler 201 zur Versetzung des Kristalls 202 in mechanische Schwingungen auf.
Dem DDS-Synthesizer 100 ist insbesondere ein, insbesondere verstellbarer, Verstärker 150 nachgeschaltet, der dazu dient, ein von dem DDS-Synthesizer 100 ausgegebenes analoges Ausgangssignal 120 zu verstärken.
Der DDS-Synthesizer 100 weist eine Speichereinrichtung 101 auf, in der eine Signalwertfolge, beispielsweise in Form einer Liste oder Tabelle mit Signalwerten, abgelegt ist. Die Signalwertfolge weist eine Anzahl von Signalwerten (d.h.
Zahlenwerte), z.B. in Form von Intensitätswerten, auf, welche die auszugebende Signalform des Ausgangssignals 120 beschreibt. Beispielsweise kann die
Signalwertfolge 2048 Signalwerte umfassen, die zusammen eine Periode der auszugebenden Signalform bilden. Gemäß der dargestellten bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung setzt sich die Signalwertfolge aus zwei
Frequenzkomponenten zusammen. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich um die Überlagerung von zwei Sinusschwingungen mit beispielsweise einem
Frequenzverhältnis von 5:6.
Weiterhin weist der DDS-Synthesizer 100 einen Taktgeber 102 auf, der ein Taktsignal mit einer festen Frequenz, im Beispiel 500 MHz, zur Verfügung stellt. Mit diesem Taktsignal werden ein Interpolator 103 und ein Digital/Analog-
Wandler (DAC) 104 getrieben. Das Taktsignal ist zweckmäßigerweise auf einen
maximalen Takt des DAC 104 abgestimmt bzw. überschreitet diese zumindest nicht.
Dem Interpolator 103 werden ein Phaseninkrement 103a und ein Phasenraum 103b bereitgestellt.
Der Phasenraum 103b umfasst eine Anzahl von Phasenwerten (hier beispielsweise 236), welche einen Adressraum der auszugebenden Werte definieren. Die Anzahl der Phasenwerte sollte zweckmäßigerweise ein Vielfaches der Anzahl der
Signalwerte betragen, wobei dieses Vielfache die maximale Frequenzauflösung des Ausgangssignals definiert.
Das Phaseninkrement wird vom Interpolator 103 verwendet, um einen
Phasenzählwert nach Maßgabe des Taktes jeweils zu erhöhen. Beträgt das
Phaseninkrement wie im vorliegenden Beispiel 232, wird der Phasenraum mit 236 Phasenwerten in 24 = 16 Schritten durchlaufen.
Der Interpolator 103 ermittelt zu jedem Schritt einen Signalwert, im vorliegenden Beispiel jeden 2048/16=128ten, und übergibt diesen an den DAC 104. Wenn notwendig, kann der Interpolator 103 den zu übergebenden Signalwert auch durch Interpolation aus den gespeicherten Signalwerten bestimmen.
Der DAC 104 gibt den jeweiligen Signalwert nach Maßgabe des Taktes aus und erzeugt auf diese Weise das analoge Ausgangssignal 120.
Die Frequenz/des Ausgangssignal 120 ergibt sich als Produkt der
Ausgabefrequenz/z c des DAC 104 mit dem Quotienten aus Phaseninkrement [103a] und Phasenraumgröße [103b],
fDÄC - [l03a]
[103b]
d.h. im vorliegenden Beispiel zu 500 MHz * (232/236) = 500 MHz/16.
Nach Maßgabe der vorliegenden Erfindung setzt sich, wie erläutert, die
gespeicherte Signalwertfolge aus mehreren Frequenzkomponenten zusammen. Beispielsweise könnte die Signalwertfolge eine Überlagerung von drei Frequenzen enthalten, so dass 10 Perioden einer ersten Frequenz, 11 Perioden einer zweiten Frequenz und 12 Perioden einer dritten Frequenz überlagert sind. Wird nun die Signalwertfolge mittels des Phaseninkrements 103a durchlaufen, so werden drei Frequenzen gleichzeitig ausgegeben. Wird nun aufgrund von Temperaturschwankungen eine Anpassung der
Frequenzen bzw. des Phaseninkrements erforderlich, so bleiben die„idealen" Frequenzverhältnisse weiter bestehen und die gesamte Kurvenform wiederholt sich wieder nach einem Durchlauf der Signalwertfolge, wobei dann genau die 10 Perioden der ersten Frequenzkomponente, 11 Perioden der zweiten
Frequenzkomponente und 12 Perioden der dritten Frequenzkomponente durchlaufen wurden.
Eine maximale Schwebungs-Periodendauer T ergibt sich dann zu
T _ ["»fr]
Somit erhält man für alle Werte des Phaseninkrements einen Wert T, der sich aus den Frequenzverhältnissen der Signalwertfolge ergibt. Gegebenenfalls muss die Größe der Signalwertfolge und auch des Phasenraums im Vergleich zu einer Sinus- Signalwertfolge vergrößert werden, um eine erwünschte zeitliche Auflösung zu erhalten. Das Phaseninkrement ist in diesem Fall anzupassen, da bei einem kompletten Durchlauf der DDS-Tabelle jetzt ja mehrere Perioden ausgegeben werden.
Sollen beispielsweise drei Frequenzen im Verhältnis 10 / 11 / 12 ausgegeben werden (der Einfachheit halber 10 MHz, 11 MHz und 12 MHz), würde man bei
einem herkömmlichen Aufbau mit drei separaten DDS- Synthesizern folgende Parameter wählen:
Phaseninkrementl = 1374389530
Frequenzl = 9,9999999656574800610542297363281e+6
Phaseninkrement2 = 1511828483
Frequenz2 = l,0999999962223228067159652709961e+7 Phaseninkrement3 = 1649267436
Frequenz3 = l,1999999958788976073265075683594e+7)
Sollen jetzt, z.B. aufgrund einer Temperaturänderung, alle Frequenzen gleichmäßig erhöht werden, so ist die nächste mögliche Kombination:
Phaseninkrementl = 1374389540
Frequenzl = l,0000000038417056202888488769531e+7
Phaseninkrement2 = 1511828494
Frequenz2 = l,1000000042258761823177337646484e+7
Phaseninkrement3 = 1649267448
Frequenz3 = l,2000000046100467443466186523438e+7 Möchte man außerdem die Phasenbeziehung während der kontinuierlichen DAC- Ausgabe beibehalten, so muss die Änderung aller Phaseninkremente gleichzeitig, d.h. in einem Zeitraum 1//DAC erfolgen.
Im Vergleich dazu muss bei einer gewünschten Frequenzänderung im Rahmen der Erfindung lediglich ein Phaseninkrement geändert werden.
Während sich dieses einfache Beispiel - wenn auch mit Schwierigkeiten - mit einer Anordnung mit separaten DDS- Synthesizern noch darstellen lässt, so ist dies bei komplexeren Kurvenformen, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt, nahezu
unmöglich zu realisieren. Um eine beliebige Kurvenform beizubehalten und während der DAC -Ausgabe die Frequenz zu ändern, müssten bei separaten DDS- Synthesizern sämtliche vorkommenden Frequenzkomponenten analysiert (z.B. mittels FFT) und dann sämtliche Phaseninkremente entsprechend der erlaubten Schrittweiten in 1//DAC neu gesetzt werden. Die Anzahl der notwendigen DDS- Synthesizer entspricht in einem solchen nicht erfindungsgemäßen Fall der Anzahl der Frequenzkomponenten.
Die erfindungsgemäße Lösung hingegen benötigt auch hierfür nur einen neuen Wert des Phaseninkrements. In einer Weiterbildung der Erfindung, die nun anhand der Figuren 2a, 2b und 3 erläutert wird, wird die Phasenlage der einzelnen Frequenzkomponenten bevorzugt so vorgegeben bzw. optimiert, dass die maximal auftretenden
Signalwerte möglichst klein sind. Je kleiner die Maximalwerte, desto weniger Nichtlinearitäten und Schwebungen werden beobachtet.
In Fig. 2a ist ein Signal gezeigt, welches sich aus acht Frequenzen von 40 MHz bis 75 MHz mit identischem Frequenzabstand 5 MHz, jeweils mit gleicher Amplitude mit Wert 1 zusammensetzt. Zum Zeitpunkt Null beginnen alle
Frequenzkomponenten mit einem Sinus ohne Phasenverschiebung. Daraus ergibt sich eine maximale Amplitude, welche unwesentlich kleiner als die Summe der Einzelamplituden ist (in diesem Beispiel knapp unter 8).
Im Gegensatz dazu wurden gemäß Figur 2b geeignete Phasenverschiebungen zwischen den Frequenzen zum Zeitpunkt 0 vorgegeben, sog. Startphasen. Die Frequenzkomponente mit 40 MHz startet zum Zeitpunkt 0 mit einer
Phasenverschiebung von 0°, 45 MHz mit 270°, 50 MHz mit 90° (d.h. als Kosinus-
Signal), 55 MHz mit 180° Grad, 60 MHz mit 180°, 65 MHz mit 90°, 70 MHz mit 270° und 75 MHz mit 0°.
Obwohl das Signal aus den gleichen Frequenzkomponenten und mit den gleichen Amplituden wie in Figur 2a zusammengesetzt ist, wird hier die maximale
Auslenkung kaum größer als 4. Wenn man davon ausgeht, dass Nichtlinearitäten die Schwebungen verursachen, so trägt die Optimierung der Startphasen deutlich zur Reduzierung der Schwebungen bei. Nur beispielhaft seien im Folgenden zwei Anwendungsmöglichkeiten für die vorliegende Erfindung genannt.
Anwendung 1: Erzeugung von mehreren Beleuchtungspunkten (Multispots). Zur Erzeugung von mehreren Beleuchtungspunkten und/oder Fokalregionen in einem Beleuchtungsstrahlengang eines Mikroskops kann ein Ansteuersignal 120 mit mehreren Frequenzkomponenten an einen AOD als akustooptisches Element 200, an dem das Beleuchtungslicht gebrochen wird, angelegt werden.
Beispielsweise kann sich das Ansteuersignal aus acht Frequenzkomponenten von 40 MHz bis 75 MHz mit identischem Frequenzabstand 5 MHz zusammensetzen.
Durch die Definition einer Signalwertfolge mit allen entsprechenden Frequenzen bleiben die Beugungsintensitäten des Lichts für alle acht Spots zeitlich konstant. Eine Veränderung des Phaseninkrements führt zu einer gleichmäßigen Spreizung aller acht Strahlen, so dass entweder Temperatureffekte kompensiert werden können oder auch das Bildfeld oder der Zoomfaktor eingestellt werden können.
Anwendung 2: Bandbreitenvergrößerung beim Weißlichtlaser. Bei einem AOTF als akustooptisches Element 200 ist die Bandbreite bei sinusförmiger Ansteuerung durch die Kristallgeometrie und die Größe des
piezoelektrischen Wandlers 201 gegeben. Der spektrale Verlauf der Beugungseffizienz wird im Wesentlichen durch eine Sinc-Funktion beschrieben. Wird nun eine 2te Frequenz angelegt, welche innerhalb oder nahe der Bandbreite liegt, sollte man erwarten, dass sich die Bandbreite entsprechend einer zweiten, spektral etwas verschobenen Sinc-Funktion dadurch vergrößert. Bei Beleuchtung mit weißem Licht wird dann ein größerer Anteil des Spektrums gebeugt. Ein derartiges Verfahren ist in der Anmeldung DE 10 2014 009 142 AI beschrieben. Dort wird allerdings nicht darauf eingegangen, dass eine zweite angelegte
Frequenz innerhalb der Bandbreite zu besonders störenden Schwebungseffekten führt. Unterscheiden sich die beiden Frequenzen um beispielsweise weniger als 1 MHz, so liegt die Schwebungsdauer über 1 μ5. Das ist aber eine typische
Aufnahmedauer eines Bildpunktes. D.h. bei der einfachen Überlagerung zweier dicht benachbarter Frequenzen ist die Schwebung auf jeden Fall deutlich sichtbar. Ein Lösungsansatz besteht jetzt darin, eine ungerade Anzahl von Frequenzen, z.B. drei, so zu überlagern, dass je eine gerade Anzahl (vorzugsweise zwei) von Paaren aus zwei Frequenzen den gleichen Frequenzabstand voneinander haben. Durch geeignete Wahl der Startphasen kann dann erreicht werden, dass die aus der Differenz von Frequenz_l und Frequenz_2 entstehende Schwebung gegenphasig zu der aus der Differenz von Frequenz_2 und Frequenz_3 entstehenden Schwebung läuft und sich die beiden Schwebungen kompensieren. Auch hier ist die
Kombination aller Frequenzen in einer einzigen Signalwertfolge essentiell, um auch bei Frequenzverschiebungen die Frequenz- und Phasenverhältnisse beizubehalten.
Ein weiterer Lösungsansatz besteht darin, sich nahezu beliebige Bandbreiten des AOTFs durch geeignete, komplexere Anregungssignale zu generieren.
Grundsätzlich sind sämtliche möglichen Signalformen durch eine
Linearkombination von Sinussignalen geeigneter Frequenz und Phasenlage darstellbar. Besonders erstrebenswert ist beim AOTF ein rechteckförmiges
Transmissionsverhalten. Ein Ansatz, um dies zu erreichen, ist beispielsweise das
Produkt einer Sinus-Schwingung mit einer Sinc-Funktion. Es ist aber darauf zu achten, dass periodische Randbedingungen für die Signalwertfolge erfüllt sind, d.h. die Signalform sollte sich ohne Sprung oder Knick fortsetzen lassen. Ist die zum Erreichen eines gewünschten Bandbreitenprofils notwendige
Signalform gefunden, kann diese durch einfaches Ändern eines Phaseninkrements auf verschiedene Wellenlängenbereiche verschoben werden.
Ein weiteres Beispiel einer Überlagerung von drei Frequenzen, wie sie für die Anwendung 2 relevant sein könnte, ist in Figur 3 gezeigt. Hier sind drei
Frequenzen im Verhältnis 100 / 100,5 / 101 überlagert. Im oberen Bild liegt die Startphase der mittleren Frequenz bei 0° und im unteren Bild liegt sie bei 90°. Auch hier sieht man deutlich den Effekt der Startphase auf die maximale
Amplitude. Bei dem unteren Bild ist die maximale Amplitude deutlich geringer.
Figur 4 zeigt schematisch ein beispielhaftes Konfokalmikroskop mit typischen Komponenten. 500 bezeichnet das Gesamtsystem. Die konfokale Raster- und Detektionseinheit ist mit 505 bezeichnet. Die dazugehörige
Beleuchtungseinrichtung ist mit 506 bezeichnet. In der Beleuchtungseinrichtung ist eine Anordnung gemäß Figur 1 vorgesehen. Es ist ebenso möglich, dass die Beleuchtungseinrichtung 506 nicht direkt mit der Raster- und Detektionseinheit 505 verbunden ist, sondern über eine Lichtleitfaser (nicht gezeigt).
Bei 508 handelt es sich um eine Laserlichtquelle, die über eine Lichtleitfaser 507 mit der Beleuchtungseinrichtung 506 verbunden ist. Alternativ kann die
Laserlichtquelle 508 auch direkt mit der Beleuchtungseinrichtung 506 verbunden sein. Das Laserlicht wird in der Beleuchtungseinrichtung 506 gewünschtenfalls mittels eines akustooptischen Elements beeinflusst.
504 bezeichnet einen optischen Adapter für die konfokale Raster- und
Detektionseinheit 505 am Mikroskopstativ 501. Innerhalb des Stativs 501 befindet
sich der Objekttisch 502 mit einer zu untersuchenden Probe 503. Eine
Steuereinheit 509 steht über entsprechende Verbindungsleitungen mit den einzelnen Komponenten 508, 506, 505 und 501 in Verbindung. Ein Rechner mit Steuer- und Darstellungsprogrammen ist mit 510 bezeichnet; auch er steht mit der Steuereinheit 509 in Verbindung.
Innerhalb der konfokalen Raster- und Detektionseinheit 505 ist in einer ersten Variante ein klassischer konfokaler Strahlengang angeordnet, der in bekannter Weise mit einem einzelnen Pinhole und einem Strahlscanner, beispielsweise einem Spiegelscanner, aufgebaut ist.
In einer zweiten Variante befindet sich innerhalb der konfokalen Raster- und Detektionseinheit 505 ein Strahlengang, bei dem die Probe gleichzeitig mit einem oder mehreren oder in einer Richtung ausgedehnten Beleuchtungspunkten beleuchtet wird. Entsprechend werden die zu detektierenden Photonen
beispielsweise mit einer geometrischen Anordnung von Lochblenden (Pinholes) selektiert.
Die zu untersuchende Probe 503 wird über eine Mikroskopoptik beleuchtet, sowie über dieselbe Mikroskopoptik insbesondere auf eine Sensoranordnung 511 abgebildet, die je nach Ausführungsform der konfokalen Raster- und
Detektionseinheit 505 aus einem Photomultiplier oder einem Array von
Photomultipliern besteht. Die Funktionsweise eines in Figur 4 dargestellten Systems 500 ist an sich hinlänglich bekannt und soll daher vorliegend nicht erläutert werden.
Bezugszeichenliste
100 Signalgenerator
101 Speichereinrichtung
102 Taktgeber
103 Interpolator
103a Phaseninkrement
103b Phasenraum
104 Digital/Analog-Wandler (DAC)
120 Ausgangssignal
150 Verstärker
200 akustooptisches Element
201 piezoelektrischer Wandler (Transducer)
202 akustooptischer Kristall
500 Mikroskopsystem
501 Mikroskopstativ mit Mikroskopoptik
502 Objekttisch
503 Probe
504 optischer Adapter
505 konfokale Raster- und Detektionseinheit
506 Beleuchtungseinrichtung
507 Beleuchtungsfaser
508 Laserlichtquelle
509 Steuereinheit
510 Rechner mit Steuer- und Darstellungsprogrammen
511 Sensoranordnung