Spiegel für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage sowie
Verfahren zur Bearbeitung eines Spiegels
Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patentanmeldungen DE 10 2013 212 467.8, angemeldet am 27. Juni 2013, und DE 10 2013 212 780.4, angemeldet am 01 . Juli 2013. Der Inhalt dieser DE-Anmeldungen wird durch Bezugnahme („incorporation by reference") mit in den vorliegenden Anmeldungstext aufgenommen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Spiegel für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage sowie ein Verfahren zur Bearbeitung eines Spiegels.
Stand der Technik
Mikrolithographie wird zur Herstellung mikrostrukturierter Bauelemente, wie bei- spielsweise integrierter Schaltkreise oder LCD's, angewendet. Der Mikrolithogra- phieprozess wird in einer sogenannten Projektionsbelichtungsanlage durchgeführt, welche eine Beleuchtungseinrichtung und ein Projektionsobjektiv aufweist. Das Bild einer mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchteten Maske (= Retikel) wird hierbei mittels des Projektionsobjektivs auf ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionsobjektivs angeordnetes Substrat (z.B. ein Siliziumwafer) projiziert, um die Maskenstruktur auf die lichtempfindliche Beschichtung des Substrats zu übertragen.
In für den EUV-Bereich ausgelegten Projektionsobjektiven, d.h. bei Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm oder etwa 7 nm, werden mangels Verfügbarkeit geeigneter lichtdurchlässiger refraktiver Materialien Spiegel als optische Komponenten für den Abbildungsprozess verwendet.
Die Erzeugung des EUV-Lichtes erfolgt mittels einer auf einer Plasma-Anregung basierenden EUV-Lichtquelle, zu der Fig. 6 einen beispielhaften herkömmlichen Aufbau zeigt. Diese EUV-Lichtquelle weist zunächst einen C02-Laser (in Fig. 6 nicht dargestellt) zur Erzeugung von Infrarotstrahlung 306 mit einer Wellenlänge von λ« 10.6 μίτι auf, welche über eine Fokussieroptik (in Fig. 6 nicht dargestellt) fokussiert wird, durch eine in einem als Ellipsoid ausgebildeten Kollektorspiegel 310 vorhandene Öffnung 31 1 hindurch tritt und auf ein mittels einer Targetquelle 335 erzeugtes und einer Plasmazündungsposition 330 zugeführtes Targetmaterial 332 (im Beispiel Zinntröpfchen) gelenkt wird. Die Infrarotstrahlung 306 heizt das in der Plasmazündungsposition 330 befindliche Targetmaterial 332 derart auf, dass dieses in einen Plasmazustand übergeht und EUV-Strahlung abgibt. Der von der mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage genutzte Spektralbereich kann beispielsweise λ« 13.5 ± 0.5 nm betragen. Diese EUV-Strahlung wird über den Kollektorspiegel 310 auf einen Zwischenfokus IF (= "Intermediate Focus") fo- kussiert und tritt durch diesen Zwischenfokus IF in eine nachfolgende Beleuchtungseinrichtung ein, deren Umrandung 340 lediglich angedeutet ist und die für den Lichteintritt eine freie Öffnung 341 aufweist. Eine Lichtfalle 320 dient zur Verhinderung des direkten (d.h. ohne vorherige Reflexion am Kollektorspiegel 310 erfolgenden) Durchtritts der Infrarotstrahlung 306 in die Beleuchtungseinrichtung.
Zum Stand der Technik wird lediglich beispielhaft auf WO 201 1/069881 A1 , DE 10 2012 200 454 A1 , DE 10 201 1 080 409 A1 , US 2003/0214735 A1 und US 2005/0213199 A1 verwiesen. Im Betrieb einer mit einer solchen EUV-Lichtquelle ausgestatteten Projektionsbelichtungsanlage tritt das Problem auf, dass das zur Überführung in den Plasmazustand verwendete Targetmaterial (z.B. Zinn) zu einer Kontamination insbesondere des Kollektorspiegels führt, welche bereits nach verhältnismäßig kurzer Betriebs-
zeit (z.B. innerhalb weniger Stunden) eine signifikante Beeinträchtigung von dessen Reflexionseigenschaften zur Folge hat. Eine Beseitigung dieser Beeinträchtigung ohne kompletten Austausch z.B. des Kollektorspiegels erweist sich u.a. insofern als schwierig, als der Einsatz von z.B. wässrigen Lösungen angesichts der vorhandenen Vakuumbedingungen nicht in Betracht kommt, wobei generell auch eine Beschädigung der auf dem betreffenden Spiegel (z.B. Kollektorspiegel) vorhandenen reflektierenden Schichtsysteme zu vermeiden ist.
Des Weiteren können im Betrieb einer Projektionsbelichtungsanlage die in den Spiegeln vorhandenen Vielfachschichtsysteme aufgrund der Strahlungsbelastung während des Betriebs der Projektionsbelichtungsanlage degradieren und sich insbesondere in ihren optischen Eigenschaften verändern, so dass eine Erneuerung der Beschichtung erforderlich werden kann. Ferner können auch Beschichtungen durch Kratzer, lokale Fehlstellen und dergleichen beschädigt werden, so dass auch hier eine Erneuerung der Beschichtung erforderlich werden kann.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Spiegel für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage sowie ein Verfahren zur Bearbeitung eines Spiegels bereitzustellen, welche nach einer Kontaminierung eine rasche und wirksame Wiederherstellung der erforderlichen Reflexionseigenschaften ermöglichen. Diese Aufgabe wird durch den Spiegel gemäß den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs 1 bzw. das Verfahren gemäß den Merkmalen des nebengeordneten Patentanspruchs 19 gelöst.
Ein erfindungsgemäßer Spiegel für eine mikrolithographische Projektionsbelich- tungsanlage, wobei der Spiegel eine optische Wirkfläche besitzt, weist auf:
- ein Spiegelsubstrat, und
- ein Vielfachschichtsystem zur Reflexion von auf die optische Wirkfläche
auftreffender elektromagnetischer Strahlung einer Arbeitswellenlänge der Projektionsbelichtungsanlage;
- wobei das Vielfachschichtsystem eine Mehrzahl von Reflexionsschichtstapeln aufweist, zwischen denen jeweils eine Trennschicht angeordnet ist, und
- wobei diese Trennschicht aus einem Material hergestellt ist, welches eine Schmelztemperatur besitzt, die wenigstens 80°C beträgt und kleiner als 300°C ist.
Der Erfindung liegt insbesondere das Konzept zugrunde, einen Spiegel einer mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage zur„Erneuerung" seiner Reflexionseigenschaften im Falle des Vorhandenseins einer (insbesondere gegebenenfalls auch durch Reinigungsprozesse nicht mehr zufriedenstellend zu beseitigenden) Kontamination dadurch zu realisieren, dass der Spiegel (gewissermaßen „zwiebelschalenartig") aus einer Mehrzahl (d.h. wenigstens zwei) Reflexionsschichtstapeln aufgebaut ist, zwischen denen jeweils eine Trennschicht mit einer Schmelztemperatur im Bereich von wenigstens 80°C und weniger als 300°C angeordnet ist. Infolge dieser vergleichsweise niedrigen (und insbesondere weit unterhalb der Schmelztemperaturen der übrigen Bestandteile des Vielfachschicht- Systems liegenden) Schmelztemperatur ist es möglich, bereits durch vergleichsweise moderate Erwärmung über die übliche Betriebstemperatur der innerhalb der Projektionsbelichtungsanlage vorhandenen Spiegel (welche typischerweise bei 40-50°C liegt) eine Aufschmelzung der betreffenden Trennschicht zur Abführung des von dieser Trennschicht getragenen (und gegebenenfalls kontaminierten) Teils des Vielfachschichtsystems herbeizuführen. Während herkömmliche Mo/Si-
Reflexionsschichten bei andauernder Erwärmung mit Verschiebung der Peakwel- lenlänge und vorzeitigem Reflexionsverlust durch Kristallisierungsprozesse reagieren, werden neuerdings auch Schichtsysteme (MoSi2/Si und Mo/C/Si/C) mit verbesserter thermischer Stabilität beschrieben, die sogar bis 400°C dauerhaft ein- setzbar sein sollen.
Mit anderen Worten ermöglicht der Aufbau des erfindungsgemäßen Spiegels im Wege einer vergleichsweise moderaten Temperaturerhöhung gewissermaßen eine„Häutung" des Spiegels, wobei die infolge der Temperaturerhöhung aufgeschmolzene Trennschicht mitsamt des darauf befindlichen (d.h. in Richtung der optischen Wirkfläche angeordneten) Teils der Vielfachschicht rückstandslos abtransportiert werden kann, ohne dass auf dem darunterliegenden Reflexionsschichtstapel unerwünschte Rückstände verbleiben oder dieser Reflexionsschichtstapel beschädigt wird. Anders als die übrigen innerhalb des Vielfachschichtsystems typischerweise vorhandenen Schichten (welche dazu dienen, eine Beeinträchtigung der Reflexion zu verhindern oder die Reflexion überhaupt zu ermöglichen) kommt der im erfindungsgemäßen Spiegel vorhandenen Trennschicht allein die Funktion zu, erforderlichenfalls - etwa bei Vorhandensein einer die Reflexionseigenschaften in nicht mehr akzeptabler Weise beeinträchtigenden Kontamination - eine durch Temperaturerhöhung über den Schmelzpunkt der Trennschicht hinaus eingeleitete Abführung des von der Trennschicht getragenen, kontaminierten Teils des Vielfachschichtsystems unter Freilegung des darunterliegenden, noch nicht kontaminierten und somit„unverbrauchten" Teils herbeizuführen.
Gemäß einer Ausführungsform besitzt das Material der Trennschicht eine Schmelztemperatur kleiner als 200°C, weiter insbesondere kleiner als 150°C.
Gemäß einer Ausführungsform weist die Trennschicht eine Schichtdicke von we- nigstens δμηι, insbesondere eine Schichtdicke im Bereich von Ι Ομηι bis Ι ΟΟμηι, auf, was im Hinblick auf die sichere Fertigung von Vertiefungen bzw. Beugungsstrukturen unter Vermeidung unerwünschter Beschädigungen des darunterliegenden Vielfachschichtsystems vorteilhaft ist. Gemäß einer Ausführungsform beträgt für die Trennschicht das Verhältnis zwischen lateraler Schichterstreckung und Schichtdicke wenigstens 1000.
Gemäß einer Ausführungsform ist das Material der Trennschicht ein Metall oder eine Metalllegierung.
Gemäß einer Ausführungsform ist das Material der Trennschicht ein Eutektikum. Diese Ausgestaltung hat insbesondere den Vorteil, dass die jeweilige Trennschicht einen besonders gut definierten Schmelzpunkt aufweist und beim Erreichen dieser Schmelztemperatur sofort in den flüssigen Zustand übergeht, so dass der erfindungsgemäß ausgenutzte „Häutungsprozess" auf relativ kurzer Zeitskala (z.B. typischerweise innerhalb weniger Minuten) abgeschlossen und die thermische Be- lastung des betreffenden Spiegels und der Projektionsbelichtungsanlage insgesamt gering gehalten werden kann.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Herstellung der Trennschicht aus einem Eutektikum begrenzt, so dass in weiteren Ausführungsformen auch nicht- eutektische Legierungen oder auch reine Metalle mit niedrigem Schmelzpunkt im oben definierten Bereich Anwendung finden können. Gemäß einer Ausführungsform weist das Vielfachschichtsystem eine Mehrzahl von Trennschichten auf, zwischen denen jeweils ein Reflexionsschichtstapel angeordnet ist. Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung auch einen Spiegel für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, wobei der Spiegel eine optische Wirkfläche aufweist, mit
- einem Spiegelsubstrat; und
- einem Vielfachschichtsystem zur Reflexion von auf die optische Wirkfläche auftreffender elektromagnetischer Strahlung einer Arbeitswellenlänge der
Projektionsbelichtungsanlage;
- wobei das Vielfachschichtsystem eine Mehrzahl von Reflexionsschichtstapeln aufweist, zwischen denen jeweils eine Trennschicht angeordnet ist, welche in einem vorgegebenen Temperaturbereich eine Phasenum- Wandlung von fest nach flüssig oder von fest nach gasförmig durchläuft und so eine Abführung des von dieser Trennschicht getragenen Teils des Vielfachschichtsystems von dem Spiegel ermöglicht.
Der vorbestimmte Temperaturbereich, in dem die Trennschicht die Abtrennung des von der Trennschicht getragenen Teils des Vielfachschichtsystems von dem Spiegel des Vielfachschichtsystems vom Spiegelsubstrat ermöglicht, kann so ge- wählt werden, dass sie unterhalb einer für das Vielfachschichtsystem und/oder das Spiegelsubstrat zulässigen Maximaltemperatur und oberhalb einer für das optische Element üblichen und/oder zulässigen Betriebstemperatur liegt. Damit wird einerseits gewährleistet, dass das optische Element während des Betriebs in einem stabilen Zustand vorliegt und dass beim Abtrennen des von der Trennschicht getragenen Teils des Vielfachschichtsystems weder das Spiegelsubstrat des Spiegels, welches weiter verwendet werden soll, zerstört noch die Ablösung oder Abtrennung durch Auflösung des Vielfachschichtsystems erschwert wird.
Zwischen Trennschicht und Reflexionsschichtstapel bzw. zwischen Trennschicht und Spiegelsubstrat können weitere Schichten, wie etwa Diffusionsbarrieren und/oder Haftvermittlerschichten und/oder Spannungsvermittlungsschichten, vorgesehen sein.
Die Trennschicht kann durch jedes geeignete Verfahren, mit dem die Trennschicht in einer gleichmäßigen und definierten Weise abgeschieden werden kann, aufgebracht werden. Die Trennschicht kann zur Vermeidung von Temperatureinflüssen bzw. -sensitivitäten in einer vollständigen und gleichmäßigen Schicht aufgebracht und insbesondere aus einem Material gebildet werden, welches unter den Betriebsbedingungen des Spiegels wenig Einfluss auf die Eigenschaften des Spie- gels nimmt, wie beispielsweise durch thermische Ausdehnung.
Beim Abtrennen des von der Trennschicht getragenen Teils des Vielfachschichtsystems wird der gesamte Spiegel oder lediglich die Trennschicht auf die vorbestimmte Temperatur gebracht, in der die Trennschicht ihre Eigenschaften so ver- ändert, dass die Haftfestigkeit des Vielfachschichtsystems verringert wird. Die Einstellung der Temperatur kann durch Aufheizen mit entsprechend geeigneten Heizquellen, wie Strahlungs - oder Kontaktheizquelle erfolgen. Insbesondere können Infrarotstrahler, Heizplatten oder elektrische Widerstandsheizungen zum Einsatz
kommen. Auch eine direkte elektrische Heizung durch Stromleitung durch die Trennschicht ist denkbar.
Nach der Einstellung der vorbestimmten Temperatur wird der Teil des Vielfach- schichtsystems oberhalb der Trennschicht entfernt, indem dieser Teil beispielsweise durch ein entsprechend geeignetes Greifwerkzeug ergriffen und vom Spiegelsubstrat abgelöst wird, beispielsweise durch Abstreifen, tangentiales Abziehen oder dergleichen. Um eine definierte Krafteinwirkung zum Abziehen oder Abtrennen von der Trennschicht getragenen Teils des Vielfachschichtsystems ausüben zu können, können Klebstoffe und/oder Beschichtungsstoffe zur Verbindung mit einem entsprechenden Werkzeug eingesetzt werden, die zur Erleichterung des Abtrennens bzw. Abziehens auf der optischen Wirkfläche des Spiegels angeordnet werden können.
Nach dem Abtrennen des von der Trennschicht getragenen Teils des Vielfachschichtsystems kann die Trennschicht vollständig entfernt werden, und zwar durch verschiedene geeignete Maßnahmen, wie Spülen mit flüssigen oder gasförmigen Medien, mechanisches Abstreifen, Verdampfen oder sonstige thermische Entfer- nung der Rückstände der Ablöseschicht.
Gemäß einer Ausführungsform ist die Trennschicht aus einem Material mit einem Schmelzpunkt im Bereich von 80°C bis 400°C, insbesondere kleiner als 300°C, weiter insbesondere kleiner als 200°C, und weiter insbesondere kleiner als 150°C, hergestellt.
Gemäß einer Ausführungsform weist das Vielfachschichtsystem eine Mehrzahl solcher Trennschichten auf, zwischen denen jeweils ein Reflexionsschichtstapel angeordnet.
Dabei können diese Trennschichten insbesondere unterschiedliche Schmelztemperaturen aufweisen, wobei vorzugsweise die betreffenden Schmelztemperaturen in Richtung von der optischen Wirkfläche bis zum Spiegelsubstrat abnehmend ver-
teilt sind. Hierdurch wird erreicht, dass durch gezielte Erwärmung über die Schmelztemperatur einer Trennschicht nur diese (und nicht die darunter befindlichen Trennschichten mit jeweils höherer Schmelztemperatur) aufgeschmolzen wird mit der Folge, dass unterhalb des durch die Aufschmelzung freigelegten Reflexionsschichtstapels noch weitere Trennschichten bzw. darunter befindliche Reflexionsschichtstapel für eine spätere, weitergehende„Häutung" des Spiegels zur Verfügung stehen.
Gemäß einer Ausführungsform weist das Spiegelsubstrat eine Temperatursensor- anordnung auf. Hierdurch kann eine flächige, ortsaufgelöste Erfassung der Temperaturverteilung zur Unterstützung einer möglichst exakten Temperaturführung im Sinne einer Erwärmung knapp über die jeweilige Schmelztemperatur der aufzuschmelzenden Trennschicht unterstützt werden. Des Weiteren kann die Vorderseite (bzw. optische Wirkfläche) des Spiegels auch unter Verwendung einer Wär- mebildkamera in Form eines Bolometers oder einer CCD-Kamera überwacht werden.
Gemäß einer Ausführungsform weist das Vielfachschichtsystem ferner zwischen einem Reflexionsschichtstapel und einer Trennschicht jeweils eine Trägerschicht auf, welche zusammen mit dem von dieser Trägerschicht getragenen Teil des Vielfachschichtsystems von dem Spiegel mechanisch ablösbar ist. Diese Trägerschicht kann insbesondere eine Dicke im Bereich von 20μηΊ bis 200μηΊ aufweisen und z. B. aus Nickel (Ni) hergestellt sein. Eine solche Trägerschicht ermöglicht zum einen ihrerseits ein rückstandsloses Freilegen des darunterliegenden Reflexions- schichtstapels durch komplette Beseitigung des über der Trägerschicht befindlichen Teils des Vielfachschichtsystems. Zum anderen kann diese Trägerschicht auch dazu dienen, eine Beugungsstruktur bereitzustellen, welche etwa in einem Kollektorspiegel innerhalb einer EUV-Lichtquelle typischerweise zur Eliminierung unerwünschter, von einem C02-Laser zur Plasmaanregung erzeugter Infrarot- Strahlung verwendet wird. Durch die zusätzliche Bereitstellung der genannten Trägerschicht kann eine solche Beugungsstruktur für jedes„Paket" von Reflexionsschichtstapel und Trennschicht bereitgestellt werden und nach Freilegung eines unverbrauchten Reflexionsschichtstapels somit wieder zur Verfügung stehen. In
weiteren Ausführungsformen kann eine solche Beugungsstruktur auch unmittelbar in die jeweilige Trennschicht eingearbeitet werden.
Zur mechanischen Ablösung der Trägerschicht kann diese insbesondere über den Umfang der optischen Wirkfläche bzw. der üblichen Bestandteile des Vielfachschichtsystems hinausragende Abschnitte aufweisen, welche ein mechanisches (z.B. manuelles) Erfassen der Trägerschicht und Ablösen ermöglichen. Dieses Ablösen selbst erfolgt vorzugsweise unter Schutzgas (z.B. Stickstoff-)Atmosphäre, um eine Oxidation insbesondere des hierfür unter Umständen anfälligen Materials der Trennschichten zu vermeiden.
Der Spiegel kann insbesondere ein Kollektorspiegel einer EUV-Lichtquelle sein. Die Erfindung ist jedoch auf die Anwendung nicht beschränkt, so dass in weiteren Ausführungsformen auch z.B. ein zur Umlenkspiegel in der EUV-Lichtquelle oder im Übergang zwischen EUV-Lichtquelle und Beleuchtungseinrichtung in der erfindungsgemäßen Weise ausgestaltet sein kann.
Die Erfindung betrifft ferner eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanla- ge mit einer EUV-Lichtquelle, einer Beleuchtungseinrichtung und einem Projekti- onsobjektiv, wobei die Projektionsbelichtungsanlage einen Spiegel mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen aufweist. Die Erfindung betrifft weiter auch ein Verfahren zur Bearbeitung eines Spiegels einer mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung sowie den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigen Figur 1 eine schematische Darstellung zur Erläuterung des Aufbaus eines Spiegels gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
Figur 2-5 schematische Darstellungen zur Erläuterung weiterer möglicher
Ausführungsformen der Erfindung; und
Figur 6 eine schematische Darstellung zur Erläuterung des Aufbaus einer herkömmlichen EUV-Lichtquelle.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Im Weiteren wird zunächst ein beispielhafter Aufbau eines erfindungsgemäßen Spiegels in Form eines Kollektorspiegels einer EUV-Lichtquelle in einer mikroli- thographischen Projektionsbelichtungsanlage unter Bezugnahme auf die schematischen Abbildungen von Fig. 1 beschrieben.
Gemäß Fig. 1 weist ein erfindungsgemäßer Spiegel insbesondere ein Spiegelsubstrat 1 1 sowie ein Vielfachschichtsystem zur Reflexion von auf die optische Wirk- fläche des Spiegels auftreffender EUV-Strahlung mit einer Wellenlänge von
13.5nm auf, wobei zwischen dem Vielfachschichtsystem und dem Spiegelsubstrat im Ausführungsbeispiel eine Trägerschicht 12 (z.B. Nickel, Schichtdicke z.B. 200μηΊ) sowie eine Haftschicht 13 angeordnet sind. Das Vielfachschichtsystem selbst weist gemäß Fig. 1 eine Mehrzahl von Reflexionsschichtstapeln 16a, 16b, 16c (von denen lediglich beispielhaft drei dargestellt sind, deren Anzahl grundsätzlich jedoch beliebig sein kann) auf, von denen jeder einzelne in für sich bekannter Weise eine Aufeinanderfolge von Molybdän (Mo)-
und Silizium (Si)-Schichten sowie zugehörigen Diffusionssperrschichten aufweist, wobei lediglich beispielhaft die Schichtanzahl innerhalb jedes Reflexionsschichtstapels (ohne dass die Erfindung hierauf beschränkt wäre) zweihundert betragen kann. Zuoberst weist darüber hinaus jeder Reflexionsschichtstapel 16a, 16b, 16c eine geeignete Schutzschicht (nicht dargestellt) z.B. aus Ruthenium (Ru) auf.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist zwischen jeweils zwei aufeinanderfolgenden Reflexionsschichtstapeln jeweils eine Trennschicht 15a, 15b bzw. 15c angeordnet, wobei die Schichtdicke der jeweiligen Trennschichten lediglich beispielhaft im Bereich von Ι ΟμπΊ bis δθμηι liegen kann. Vorzugsweise weisen die Trennschichten 15a, 15b, 15c jeweils eine Schichtdicke von mehr als Ι Ομηι auf, was im Hinblick auf die sichere Fertigung von Vertiefungen bzw. Beugungsstrukturen unter Vermeidung unerwünschter Beschädigungen des darunterliegenden Vielfachschicht- Systems vorteilhaft ist.
Beispielhafte Ausführungsformen für die Zusammensetzung der jeweiligen Trennschichten 15a, 15b bzw. 15c sind in Tabelle 1 zusammen mit dem jeweils erhaltenen Wert für die Schmelztemperatur (in Luft oder Vakuum) aufgeführt (wobei die jeweiligen Anteile in Gewichtsprozent=wt% angegeben sind).
Tabelle 1 :
Trennschicht Material Schmelztemperatur
4 Wismut (Bi) 57wt% 78.9°C
Zinn (Sn) 17wt%
Indium (In) 26wt%
3 Wismut (Bi) 52.5wt% 95°C
Blei (Pb) 32wt%
Zinn (Sn) 15.5wt%
2 Wismut (Bi) 55.5wt% 124°C
Blei (Pb) 44.5wt%
1 Wismut (Bi) 58wt% 138°C
Zinn 42wt%
Wie aus Tab. 1 ersichtlich ist, sind im Ausführungsbeispiel die Trennschichten„1 " bis„4" derart beschaffen, dass die jeweilige Schmelztemperatur in Richtung von der optischen Wirkfläche bis zum Spiegelsubstrat („Trennschicht 1 ") hin zunimmt. Infolgedessen kann durch gezielte Aufheizung über die Schmelztemperatur der jeweils obersten Trennschicht (z.B.„Trennschicht 4") erreicht werden, dass diese Trennschicht aufgeschmolzen und mitsamt dem darüber befindlichen Teil des Vielfachschichtsystems abgetragen (insbesondere „weggeschwemmt") werden kann. Somit kann gewissermaßen in einem„Häutungsprozess" bei zu starker Kon- taminierung der jeweils freiliegenden optischen Wirkfläche des Spiegels allein durch Temperatursteuerung bzw. gezielten Wärmeeintrag ein darunterliegender (nämlich unterhalb der aufgeschmolzenen Trennschicht befindlicher) Reflexionsschichtstapel zur Bereitstellung einer neuen bzw. noch unverbrauchten Wirkfläche freigelegt werden. Die zur Aufschmelzung der jeweiligen Trennschicht 15a, 15b bzw. 15c erforderliche Aufheizung bzw. Wärmezuführung kann hierbei grundsätzlich in beliebiger weise (z.B. durch Wärmeeinstrahlung, Konvektion, etc.) erfolgen.
Weitere mögliche Zusammensetzungen der jeweiligen Trennschicht sind in Tabelle 2 aufgeführt:
Tabelle 2:
Material Schmelztemperatur
Zinn (Sn) 62wt% 179°C
Blei (Pb) 36wt%
Silber (Ag) 2wt%
Zinn (Sn) 63wt% 183°C
Blei (Pb) 37wt%
Zinn (Sn) 96.3wt% 221 °C
Silber (Ag) 3.7wt%
Zinn (Sn) 99.3wt% 227°C
Kupfer (Cu) 0.7wt%
Gold (Au) 80wt% 280°C
Zinn (Sn) 20wt%
Indium (In) 156.17°C
Zinn (Sn) 231 .91 °C
Wismut (Bi) 271 .3°C
Blei (Pb) 327.43°C
Zink (Zn) 419.4°C
Fig. 2 dient als schematische Darstellung zur Erläuterung des möglichen Aufbaus eines erfindungsgemäßen Spiegels in einer weiteren Ausführungsform. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen aus Fig. 1 insbesondere dadurch, dass jeweils eine zusätzliche Trägerschicht 22b (im Ausführungsbeispiel aus Nickel und mit einer typischen Schichtdicke im Bereich von 20μηΊ bis 200μηΊ) jeweils zwischen einem Reflexionsschichtstapel 26b und einer Trennschicht 25a vorgesehen ist.
Diese Trägerschicht 22b ermöglicht zum einen die Einbringung einer zur Eliminierung unerwünschter Lichtanteile (z.B. von in einer EUV-Lichtquelle erzeugtem Inf- rarotlicht) dienenden (und in Fig. 2 durch eine Stufe angedeuteten) Beugungsstruktur, welche somit für jedes „neue Paket" aus Reflexionsschichtstapel und Trennschicht nach Aufschmelzen der darüber befindlichen Trennschicht erneut bereitgestellt werden kann. Zum anderen ermöglicht diese Trägerschicht 22b auch eine mechanische Ablösung des gesamten von der besagten Trägerschicht 22b getragenen Teils des Vielfachschichtsystems zwecks Freilegung des darunter befindlichen Reflexionsschichtstapels.
Zur Erleichterung einer (insbesondere manuell unter Schutzgas-Atmosphäre, z.B. in Stickstoff oder Argon) durchführenden mechanischen Ablösung kann die Trägerschicht, wie in Fig. 4 schematisch angedeutet, über den mechanisch bzw. optisch genutzten Durchmesser des Spiegels hinausragende Bereiche 46 aufweisen. In der Praxis kann die Bedampfung bzw. Abscheidung der einzelnen Trägerschichten 22b unter Verwendung von Masken erfolgen, so dass für jedes einzelne Schichtpaket die jeweilige Trägerschicht lokal im betreffenden Umfangsbereich vergrößert generiert wird.
Gemäß Fig. 3 kann das Spiegelsubstrat 31 eine Temperatursensoranordnung 38 aufweisen. Hierdurch kann eine flächige, ortsaufgelöste Erfassung der Temperaturverteilung zur Unterstützung einer möglichst exakten Temperaturführung im Sinne einer Erwärmung knapp über die jeweilige Schmelztemperatur der aufzuschmelzenden Trennschicht unterstützt werden. Des Weiteren kann die Vorderseite (bzw. optische Wirkfläche) des Spiegels auch unter Verwendung einer Wärmebildkamera in Form eines Bolometers oder einer CCD-Kamera überwacht werden. Der erfindungsgemäße „Häutungsprozess" bzw. Abtransport des oberhalb der aufgeschmolzenen Trennschicht befindlichen (z.B. kontaminierten) Teils des Vielfachschichtsystems kann dadurch zusätzlich unterstützt werden, dass das verflüssigte Trennschichtmaterial über die betreffende Oberfläche geleitet wird und dabei der abzuführende,„verbrauchte" Teil des Vielfachschichtsystems durch Strömung weggeschwemmt wird und hierbei den darunterliegenden Reflexionsschichtstapel freilegt.
Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung zur Erläuterung des möglichen Aufbaus eines Spiegels gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung. Ein ent- sprechender Spiegel weist einen Grundkörper bzw. ein Spiegelsubstrat 9 auf, welches beispielsweise aus einem Material mit geringer Wärmeausdehnung gebildet ist, wie beispielsweise aus dem Material ULE (eingetragene Marke der Firma Corning) oder Zerodur (Marke der Schott AG). Der Spiegel weist ferner eine Be- schichtung in Form eines Reflexionsschichtstapels 2 (z.B. alternierend aus Molyb- dän - und Siliziumschichten) zur Reflexion von auf die optische Wirkfläche auftreffender elektromagnetischer Strahlung einer Arbeitswellenlänge der Projektionsbe- lichtungsanlage auf.
Zwischen dem Reflexionsschichtstapel 2 und dem Spiegelsubstrat 9 ist eine Ablö- seschicht bzw. Trennschicht 6 gemäß der Erfindung ausgebildet, die eine Abtrennung des Reflexionsschichtstapels 2 von dem Spiegelsubstrat 9 ermöglicht, falls der Reflexionsschichtstapel 2 bzw. der von der Trennschicht 6 getragene Teil des Vielfachschichtsystems ausgetauscht werden muss.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind zusätzliche Schichten vorgesehen, die jedoch u.U. weggelassen werden können. Ferner können oberhalb oder unterhalb des Reflexionsschichtstapels 2 oder als Bestandteil des Reflexionsschicht- Stapels 2 weitere Schichten vorgesehen sein, die hier nicht dargestellt sind.
Beispielsweise kann auch eine Deckschicht („Cap-Layer), z.B. aus Ru, Rh, SißNU, oder eine Strahlungsschutzschicht (z.B. aus NiSi) vorhanden sein. Als zusätzliche Schichten können wie in Fig. 5 schematisch angedeutet eine Diffusionsbarriere 8 sowie eine Haftvermittlerschicht 7 zwischen der Trennschicht 6 und dem Spiegelsubstrat 9 sowie eine Haftvermittlerschicht 5 und eine Diffusionsbarriere 4 zwischen der Trennschicht 6 und dem Reflexionsschichtstapel 2 vorgesehen sein. Zusätzlich kann zwischen der Trennschicht 6 und dem Reflexionsschichtstapel 2 eine Spannungsvermittlungsschicht 3 vorgesehen sein, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel zwischen der Diffusionsbarriere 4 und dem Reflexionsschichtstapel 2 angeordnet ist. In weiteren Ausführungsformen können die verschiedenen Teilschichten, wie Haftvermittlerschichten 7,5 und Diffusionsbarrieren 4,8 sowie Spannungsvermittlungsschicht 3 auch in anderer Reihenfolge vorgesehen werden oder (ggf. teilweise) weggelassen werden.
Sobald der Reflexionsschichtstapel 2 bzw. der von der Trennschicht 6 getragene Teil des Vielfachschichtsystems von dem Spiegelsubstrat 9 abgetrennt werden soll, wird der Spiegel insgesamt oder speziell die Trennschicht 6 auf eine vorbe- stimmte Temperatur gebracht, die es ermöglicht, den von der Trennschicht getragenen Teil des Vielfachschichtsystems von dem Spiegelsubstrat 9 abzutrennen, indem eine Trennung innerhalb der Trennschicht 6 oder an einer Grenzfläche der Trennschicht 6, also der Grenzfläche zur Haftvermittlerschicht 5 oder zur Haftvermittlerschicht 7, erfolgt.
In einem Ausführungsbeispiel kann die Trennschicht 6 auf eine Temperatur gebracht werden, in der die Trennschicht 6 von einem festen in einen flüssigen Zustand übergeht, so dass die darüber liegenden Schichten und insbesondere der
Reflexionsschichtstapel 2 durch ein Reinigungstuch abgewischt oder mit einem entsprechenden Greifwerkzeug abgezogen werden können. Die Abziehrichtung kann insbesondere tangential zur Oberfläche erfolgen, da üblicherweise Scherkräfte leichter zu einem Ablösen führen als Zugkräfte, die gegen Adhäsionskräfte wirken müssen. Zum leichteren Greifen der abzulösenden Beschichtung kann die optische Wirkfläche 1 mit Klebestreifen, sonstigen Klebemitteln oder einer Beschichtung versehen werden.
Die Trennschicht 6 kann auch verdampft werden, so dass dadurch eine Abtren- nung der darüber liegenden Schichten erfolgt.
Nach dem Ablösen des von der Trennschicht 6 getragenen Teil des Vielfachschichtsystems und ggf. zwischen der Trennschicht 6 und dem Reflexionsschichtstapel 2 liegender Schichten, wie Spannungsvermittlungsschicht 3, Diffusionsbar- riere 4 und Haftvermittlerschicht 5, wird der Rest der Trennschicht 6 vollständig entfernt, beispielsweise durch eine geeignete Spülung im flüssigen oder gasförmigen Medium oder durch thermische Behandlung, bei der entsprechende Rückstände verdampft werden können. Darüber hinaus können auch mechanische o- der nasschemische Verfahren zur Entfernung der Trennschicht 6 eingesetzt wer- den.
Danach kann sich eine Oberflächenbehandlung der verbliebenen Schichten oder des Spiegelsubstrats 9, beispielsweise durch lonenstrahlbearbeitung und eine erneute Beschichtung, anschließen.
Als Trennschicht 6 kann beispielsweise das sogenannte Fieldssche Metall, welches z.B. ca. 51 Gew.-% Indium, 32.5 Gew.-% Bismut und 16.5 Gew.-% Zinn um- fasst, eingesetzt werden, wobei dessen Schmelztemperatur bei 62°C liegt. Als weitere Alternative kann beispielsweise Roses Metall Verwendung finden, das 50 Gew.-% Bismut, 25 Gew.-% Blei und 25 Gew.-% Zinn umfasst und eine Schmelztemperatur bei 98°C aufweist. Bei derartigen Ablöseschichten kann beispielsweise Borkarbid als Diffusionsbarriere gegenüber einem Spiegelsubstrat aus ULE oder Zerodur eingesetzt werden.
Die o.g. Materialien für die Trennschicht 6 können insbesondere bei Spiegeln in Projektionsobjektiven eingesetzt werden, da die Schmelztemperaturen der genannten Legierungen oberhalb der Betriebstemperatur eines Spiegels im Projektionsobjektiv liegen, aber deutlich unterhalb der entsprechenden Schmelztemperaturen des Reflexionsschichtstapels 2. Für Spiegel, die in der Beleuchtungseinrichtung einer Projektionsbelichtungsanlage oder als Kollektor eingesetzt werden, können die Betriebstemperaturen deutlich höher liegen, so dass dort als Trenn- bzw. Ablöseschicht beispielsweise Messinglote oder andere Lote, insbe- sondere Hartlote, eingesetzt werden können, deren Schmelztemperatur im Bereich von 800°C bis 1 .000°C liegt. Je nach Anwendungsfall können somit die entsprechenden Materialien für die Ablöseschicht bestimmt werden.
Die Trennschicht 6, die vorzugsweise über die gesamte oder einen Teil der opti- sehen Wirkfläche angeordnet wird, kann mit einer Dicke im Bereich von wenigen Nanometern bis zu einigen Mikrometern aufgebracht werden.
Wenn die Erfindung auch anhand spezieller Ausführungsformen beschrieben wurde, erschließen sich für den Fachmann zahlreiche Variationen und alternative Ausführungsformen, z.B. durch Kombination und/oder Austausch von Merkmalen einzelner Ausführungsformen. Dementsprechend versteht es sich für den Fachmann, dass derartige Variationen und alternative Ausführungsformen von der vorliegenden Erfindung mit umfasst sind, und die Reichweite der Erfindung nur im Sinne der beigefügten Patentansprüche und deren Äquivalente beschränkt ist.