Beschreibung
Verfahren und Vorrichtung zur Überwachung einer' einen Stellantrieb aufweisenden Verstelleinrichtung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung einer einen Stellantrieb aufweisenden Verstelleinrichtung, z . B . eines Fensterhebers oder eines Schiebedachs , zum Verhindern eines drohenden Einklemmens bei einem Stellvorgang .
Verstelleinrichtungen im Sinne der Erfindung sind insbesondere Fensterheber, Kofferraumdeckel , Schiebetüren und -dächer, automatische Verdecke und Sitzverstelleinrichtungen mit "e- lektrisch angetriebenen Verstellantrieben .
Für derartige Verstellantriebe gibt es diverse Vorschriften und Richtlinien, wie beispielsweise die 74/60/EWG der Europäischen Union, die EC21 der United Nations Economic Commission for Europe und die FMVSS118 von der amerikanischen National
Highway Traffic Safety Administration.. All diese Vorschriften fordern unter bestimmten Betriebs- und Prüfbedingungen eine Begrenzung der Einklemmkraft auf .maximal 100 Newton .
Im Stand der Technik werden dazu Verfahren eingesetzt, welche die Belastung eines Antriebsmotors auswerten und daraus- indirekt auf eine Einklemmsituation schließen, wenn die Belastung des Motors über ein erwartetes Maß hinausgeht . Diese indirekten Verfahren weisen den Nachteil auf, dass tatsächlich eine Einklemmkraft aufgebaut und im System ein aktuelles Lastprofil hinterlegt sein muss, um eine Einklemmsituation zu erkennen und die maximal zulässige Klemmkraft nicht zu überschreiten.' Für viele Anwendungen im Komfortbereich wäre es aber
wünschenswert, einen direkten Einklemmschutz zu haben, um Verletzungen beim Schließen von Kofferraumdeckeln, Türen, Hub- und Schiebedächern zu verhindern . Aber auch im Anwendungsbereich des klassischen indirekten Einklemmschutzes sind direkte Methoden mit berührungsfreier und kraftloser Erken- . nung von Vorteil .
Dazu sind Verfahren bekannt, welche auf Ultraschall basieren, um eine Einklemmsituation direkt zu detektieren . So be- schreibt beispielsweise die EP 1 002 922 Al beziehungsweise DE 199 04 455 Al einen Einklemmschutz für automatisch schließbare Fensterscheiben von Kraftfahrzeugen . Hierzu sind ein Ultraschallerzeuger, ein Ultraschallsensor, eine Auswerteelektronik und ein Speicher vorgesehen . Dabei sind der UIt- raschallerzeuger und der Ultraschallsensor beabstandet voneinander derart an einer Fensterscheibe angebracht, dass das Glas der Fensterscheibe als Übertragungsmedium dient, wobei in dem Speicher ein Referenzamplitudenfrequenzgang speicherbar ist, der von der Auswerteelektronik mit dem vom Ultfa- schallsensor erfassten aktuellen Amplitudenfrequenzgang verglichen wird. Die Auswerteelektronik gibt bei Überschreiten eines definierten Grenzwertes oder definierter Grenzwerte ein Steuersignal ab, welches ein Abbrechen oder eine Reversierung eines Schließvorgangs der Fensterscheibe bewirkt .
Weitere direkte Verfahren verwenden Kontakte im Dichtungsgummi oder basieren auf der optischen oder kapazitiven+ - Methoden .
Beispielsweise beschreibt die EP 1 082 513 Bl einen Einklemm- schutz für eine kraftbetätigte Schließeinrichtung, insbesondere für ein Schiebedach eines Kraftfahrzeugs , mit einem Hohlprofil aus elastomerem Material , das zueinander beabstan-
dete, elektrisch leitfähige Bereiche aufweist , deren Kontakt einen Schaltvorgang zum Ansteuern des Antriebsaggregats der Schließeinrichtung auslöst, wobei an einem Ende des Hohlprofils Anschlüsse für die elektrisch leitfähigen Bereiche und an einem anderen Ende des Hohlprofils eine Kontrolleinrichtung vorgesehen sind, wobei die beiden Enden nahe aneinander herangeführt sind und die Kontrolleinrichtung sowie die Anschlüsse seitlich versetzt zur Längsachse des Hohlprofils angeordnet sind.
Desweiteren beschreibt DE 198 36 056 Al eine kapazitiv arbeitende Anordnung zur Detektion von Hindernissen, insbesondere beim automatischen Schließen von Cabrio-Verdecken, Kraftfahrzeug-Fenstern oder dergleichen, bei der eine kapazitive Sen- soreinrichtung, bestehend aus einer elektrisch leitenden Senderfläche auf der einen Seite und einem elektrisch leitenden Sensordraht und mindestens einer im wesentlichen potentialfreien Metallfläche auf der anderen Seite eines Isolators , vorgesehen ist und die Senderfläche und der Sensordraht an eine Auswerte-Schaltung angeschlossen sind.
Die auf direkten Verfahren basierenden Vorrichtungen sind aufwendig zu montieren . Bei Ultraschall sind die Sensoren an sichtbaren Stellen untergebracht . Dasselbe gilt für optische Vorrichtungen, die auf dem Lichtschrankenprinzip basieren. Diese verschmutzen zudem leicht . Kapazitiv arbeitende Vorrichtungen erfordern aufwendige Kontakte an beweglichen Teilen .
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, die eine direkte Erkennung einer Einklemmsituation bei geringem Montageaufwand ermöglichen .
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren, welches die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist, und eine Vorrichtung, welche die in Anspruch 12 angegebenen Merkmale auf- weist .
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der j eweiligen Unteransprüche .
Beim Verfahren zur Überwachung eines Stellantriebs einer Verstelleinrichtung mit einem ersten, z . ' B . feststehenden, Teil, z . B . einen Fahrzeugrahmen, und einem zweiten, z . B . beweglichen, Teil, z . B . einer Fensterscheibe, ist zum Verhindern eines drohenden Einklemmens bei einem Stellvorgang der Ver- Stelleinrichtung im Schließ- und/oder Öffnungsbereich der
Verstelleinrichtung eine Leitungsanordnung angeordnet, in die ein Hochfrequenzsignal, z . B . im MHz- oder GHz-Bereich, eingespeist wird. Dabei wird mindestens ein Parameter eines daraus resultierenden, zwischen dem ersten Teil und dem zweiten Teil gebildeten Wechselfeldes gemessen, wobei anhand des gemessenen Parameters ein das Wechselfeld beeinflussendes Obj ekt im Schließ- und/oder Öffnungsbereich der Verstelleinrichtung identifiziert wird.
Mit anderen Worten : Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, die Änderung der Anpassung einer Leitungsanordnung bei Annäherung eines leitfähigen Obj ekts, z . B . Metall , oder eines dielektrischen Hindernisses , z . B . einer Hand, zu erfassen und auszuwerten. Hierdurch ist ein sicherer Einklemmschutz ermöglicht , ohne dass es zu einer Berührung oder gar einem Aufbau einer Klemmkraft kommt . Im' Fall des Identifizierens eines Obj ekts im Schließ- und/oder Öffnungsbereichs wird der Stellvorgang der Verstelleinrichtung automatisch unterbrochen
und/oder verhindert . Je nach Aufbau der Verstelleinrichtung können beide Teile beweglich ausgeführt sein, auch kann eines der Teile feststehend und das andere Teil beweglich ausgebildet sein . Bei zwei beweglichen Teilen handelt es sich bei- spielsweise um einen Verdeckmechanismus für ein Cabriolet .
Bei einem beweglichen und einem feststehenden Teil handelt es sich beispielsweise um ein bewegliches Seitenfenster und einen feststehenden Rahmen .
Vorzugsweise wird als Parameter des Hochfrequenzsignals eine Phase und/oder ein Betrag einer Messgröße, z . B . einer Spannung, an einem betreffenden elektromagnetischen Wellenleiter der Leitungsanordnung und/oder eine Laufzeit des Wechselfeldes erfasst . Die Laufzeiterfassung erfolgt für das Hochfre- quenzsignal anhand von Reflexionsmessungen im Zeitbereich.
Die Messung der Phasen- und/oder Betragsänderungen der Messgröße erfolgt anhand der Veränderung des Eingangs- und/oder Ausgangsreflexionsverhaltens der Leitungsanordnung bei Annäherung des Hindernisses . Hierzu wird zweckmäßigerweise als Größe der Leitungsanordnung ein Streuparameter des Wechselfeldes , insbesondere der Eingangsreflexionsfaktor Sn des ersten Wellenleiters ermittelt .
Alternativ oder zusätzlich wird als Größe mindestens ein wei- terer Streuparameter, insbesondere der Rückwirkungsfaktor S12 ermittelt . Auch kann als Streuparameter der Übertragungsfaktor S21 bestimmt werden .
In einer einfachen Ausführungsform wird zum Identifizieren des Obj ektes der gemessene Parameter, z . "B . der Rückwirkungsfaktor oder der Übertragungsfaktor, mit einem Wert für den Parameter einer unbeeinflussten Leitungsanordnung, insbesondere eines unbeeinflussten Wellenleiters verglichen . Dabei
wird anhand einer Phasenänderung bestimmt, ob sich ein Hindernis dem kritischen Bereich der Verstelleinrichtung annähert . Die Leitungsanordnung zeigt bei Annäherung eines beispielsweise dielektrischen oder metallischen Obj ekts eine ho- he Empfindlichkeit der Phase bedingt durch eine höhere Dielektrizitätskonstante gegenüber der Dielektrizitätskonstante der Luft .
Zusätzlich zum Einklemmschutz und zur Überwachung des Schließbereiches auf ein eindringendes Obj ekt kann anhand des gemessenen Parameters eine Stellung des Stellantriebes ermittelt werden . Vorzugsweise wird mittels einer Laufzeitmessung von an Reflektoren reflektierten Signalen des Wechselfeldes die Stellung des Stellantriebes ermittelt . Hierzu wird die Laufzeit zwischen dem ersten, beispielsweise einem bewegten und dem zweiten, beispielsweise einem feststehenden Teil der Stelleinrichtung, z . B . zwischen der bewegbaren Fensterscheibe und dem feststehenden Fensterrahmen, ermittelt . Anhand der ermittelten Laufzeit wird dann die Stellung des Stellantriebs bestimmt .
Zweckmäßigerweise wird als Hochfrequenzsignal für das Wechselfeld eine Frequenz von mehr als 1 MHz eingespeist . Beispielsweise wird eine Frequenz von 433 MHz oder 868 MHz oder im GHz-Bereich verwendet . In diesem Frequenzbereich ist eine besonders hohe Phasenempfindlichkeit der Leitungsanordnung bei Annäherung eines Hindernisses , z . B . einer Hand oder eines metallischen oder eines magnetischen Obj ekts , gegeben .
Hinsichtlich der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist diese mindestens eine Leitungsanordnung auf, die im Schließ- und/oder Öffnungsbereich einer Verstelleinrichtung angeordnet ist, welche einen Stellantrieb aufweist, der einen
Hochfrequenzgenerator, eine Steuereinheit und eine damit verbundene Messeinrichtung umfasst . Mittels der Messeinrichtung ist mindestens ein Parameter eines mittels des Hochfrequenzgenerator in die Leitungsanordnung einspeisbaren Hochfre- quenzsignal an einem Wellenleiter messbar, wobei anhand des Parameters ein das Wechselfeld beeinflussendes Obj ekt im Schließ- und/oder Öffnungsbereich der Verstelleinrichtung i- dentifizierbar ist .
Zweckmäßigerweise ist der elektromagnetische Wellenleiter als Ein- oder Zweidrahtleitung, Schlitzleitung, koplanare Leitung oder dielektrische Leitung ausgebildet . Als eine mögliche Ausführungsform ist der Wellenleiter wenigstens teilweise auf mindestens einer Folie angebracht . Dies ermöglicht eine ein- fache und flexible Leiterform, so dass der Wellenleiter auch in Fugen oder Öffnungen angeordnet sein kann . Beispielsweise ist der Wellenleiter wenigstens teilweise hinter oder in einer Dichtung angeordnet . In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Wellenleiter so geformt, dass sich das Wechselfeld in mindestens einem für ein Einklemmen des Obj ekts in der Verstelleinrichtung kritischen Bereich ausbildet . Beispielsweise ist der Wellenleiter -in einem Türspalt, einem Fensterspalt und/oder in einem oberen Dichtungsbereich eines offenen Fensters angeordnet . Bei einem als Folienleiter ausgebildeten Wellenleiter, z . B . in Art eines doppelseitigen Klebeband, kann die Leitungsanordnung in einem umlaufenden Dichtungsrahmen des Fensters oder der Tür angeordnet sein. Auch kann die Leitungsanordnung in einer Dichtung selbst integriert, z . B . einvulkanisiert, sein .
Zusätzlich zur Überwachung des Schließbereichs auf ein Hindernis kann die Stellung des Stellantriebs überwacht werden . Hierzu sind im Schließ- und/oder Öffnungsbereich der Ver-
Stelleinrichtung Reflektoren angeordnet , anhand derer mittels einer Laufzeitmessung von an den Reflektoren reflektierten Signalen des Wechselfeldes die Stellung des Stellantriebes ermittelbar ist .
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert . Darin zeigen :
Fig . 1 schematisch eine Vorrichtung zur Überwachung eines Stellantriebs einer Verstelleinrichtung,
Fig . 2 bis 5 schematisch verschiedene Ersatzschaltbilder für eine Leitungsanordnung zur Überwachung des Verstellvorgangs eines Stellantriebs .
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen .
Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Überwachung eines Stell- antriebs 2 einer Verstelleinrichtung 4 , z . B . eines Fensterhebers . Der Stellantrieb 2 ist beispielsweise als ein elektrisch angetriebener Antriebsmotor ausgebildet und kann in einem Fahrzeug für verschiedene Verstelleinrichtungen 4 eingesetzt werden, z . B . für eine Hub- oder Schiebetür, ein Hub- oder Schiebedach, eine Sitzverstelleinrichtung, ein automatisches Verdeck. Die Verstelleinrichtung 4 weist unter anderem ein erstes Teil 6, z . B . ein feststehendes Teil, insbesondere ein Teil eines Fahrzeugrahmens , z . B . den Rahmen einer Fahrzeugtür, und ein zweites Teil 8 , z . B . ein bewegliches Teil, insbesondere eine Fensterscheibe, auf . Die Vorrichtung 1 dient der Erkennung einer Einklemmsituation bei der Verstelleinrichtung 4. Die Teile 6 und 8 können je -nach Art der Ver~
Stelleinrichtung 4 auch beide beweglich oder beide feststehend ausgebildet sein .
Zum Verhindern eines drohenden Einklemmens bei einem Ver- Stellvorgang des Stellantriebs 2 der Verstelleinrichtung 4 , z . B . beim Schließen der Fensterscheibe, ist im Schließ- oder Öffnungsbereich B der Verstelleinrichtung 4 eine Leitungsanordnung 10 vorgesehen . Die Leitungsanordnung 10 wird mittels eines Hochfrequenzgenerators 12 mit einem Hochfrequenzsignal HF, z . B . im MHz- oder GHz-Bereich, gespeist . Der Hochfrequenzgenerator 12 kann integraler Bestandteil einer Steuereinheit 14 sein. Im Ausführungsbeispiel ist die Steuereinheit 14 separat zum Stellantrieb 2 ausgebildet . Die Steuereinheit 14 , der Hochfrequenzgenerator 12 und eine Messeinrichtung 16 können auch integraler Bestandteil des Stellantriebs 2 sein .
Für einen direkten Einklemmschutz , ohne dass es zu einer Berührung oder gar einem Aufbau einer Klemmkraft kommt , wird im Betrieb der Verstelleinrichtung 4 mittels des in die Lei- tungsanordnung 10 eingespeisten Hochfrequenzsignal HF anhand einer Messeinrichtung 16 ein Parameter P an einem Wellenleiter Wl der Leitungsanordnung 10 ermittelt . Dazu wird das Reflexions- und Transmissionsverhalten der Leitungsanordnung 10 ermittelt und analysiert . Als Parameter P wird beispielsweise mindestens ein Streuparameter Sn, S22, S3.2, S21 (skalar oder vektόriell) der Hoch- oder Höchstfrequenzübertragung ermittelt ' (auch als so genannte Netzwerkanalyse bekannt) .
In einer möglichen Ausführungsform ist die Leitungsanordnung 10 , insbesondere zur Messung des Transmissionsverhaltens durch zwei Wellenleiter Wl und W2 gebildet . Die Wellenleiter Wl und W2 sind z . B . als eine Ein- oder Zweidrahtleitung, ei-
ne Schlitzleitung, eine koplanare Leitung oder eine dielektrische Leitung ausgeführt .
Zur Messung des Transmissionsverhaltens umfasst die Leitungs- anordnung 10 mehrere Sendeantennen Sl bis S3 und Empfangsantennen El bis E4 in Form mehrerer Wellenleiter Wl bzw . W2. Die Sendeantennen Sl bis S3 und die Empfangsantennen El bis- E4 sind paarweise hintereinander entlang des zu überwachenden Schließbereichs B angeordnet . Bevorzugt sind die Sendeanten- nen Sl bis S3 und die Empfangsantennen El bis E4 auf dem feststehenden Teil 6, z . B . den Fahrzeugrahmen, angeordnet . Hierzu sind die Wellenleiter Wl und W2 in Form von Folienleitern ausgeführt, welche beispielsweise in eine Nut, einen Spalt oder eine Dichtung eingebracht , z . B . geklebt oder ein- vulkanisiert, sind.
Zusätzlich können Reflektoren R vorgesehen sein . Die Reflektoren R dienen der Laufzeitmessung zur Bestimmung der Stellung des Stellantriebs 2. Die Reflektoren R sind hierzu am beweglichen Teil 8 , z . B . der Fensterscheibe, angeordnet . Die Anordnung der Reflektoren R und der Sendeantennen Sl bis S3 und der Empfangsantennen El bis E4 kann auch umgekehrt erfolgen.
Im Betrieb der Vorrichtung 1 wird bei Speisung der Leitungsanordnung 10 mit dem Hochfrequenzsignal HF, z . B . durch ein zeitlich getrenntes Aktivieren der einzelnen Sendeantennen Sl bis S3 , empfangsseitig mittels der Empfangsantennen El bis E4 und der Steuereinheit 14 , insbesondere der Messeinrichtung 16 als Parameter P mindestens einer der Streuparameter Si1, S22r Si2r S21 der Hochfrequenzübertragung gemessen. Zusätzlich kann eine Laufzeit zu den Reflektoren R und zurück gemessen werden .
Anhand der Streuparameter Su, S22, S12,' S21.wird eine Annäherung eines beispielsweise dielektrischen, metallischen (hoch- leitfähiges Obj ekt) oder magnetischen (hoch permeables Ob- j ekt) Hindernisses H, z . B . einer Hand, eines Schlüssels bzw. eines keramischen Magnetwerkstoffs, in den Schließbereich B der Verstelleinrichtung 4 detektiert . Durch das Einbringen oder das Annähern eines Hindernisses H, z . B . einer Hand, 'in bzw. an das transportierende elektromagnetische Wechselfeld F des Wellenleiters Wl mit einer höheren Dielektrizitätskonstante εr gegenüber der Dielektrizitätskonstante εr der Luft passt sich die Leitungsanordnung 10 an . Diese Anpassung wird beispielsweise durch die Bestimmung einer daraus resultierenden Phasenänderung ermittelt .
Zur Messung der Streuparameter Sn, S22 / Si2, S21 stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung . Bei einer skalaren Netzwerkanalyse werden nur die Beträge der Streuparameter Sn, S22 / Si2 / S21 bestimmt . Bei einer vektoriellen Netzwerkanalyse wird auch die Phase der Streuparameter Sn, S22, S12, S21 ermittelt .
Zusätzlich kann anhand der ermittelten Laufzeit die Stellung oder Position des Stellantriebs 2 und der Verstelleinrichtung 4 bestimmt werden . Hierzu ist die Vorrichtung 1 derart ausgebildet, dass die Reflektoren R durch ein sich annäherndes Hindernis H nicht vollständig verdeckt werden .
Mittels der Vorrichtung 1 ist somit ein direkter Einklemm- schütz durch eine berührungslose Messung der Streuparameter Sn, S22, Si2, S2i der Leitungsanordnung 10 und ein indirekter Einklemmschutz durch Bestimmung der Position des Stellantriebs 2 und der Klemmkraft möglich .
Die Figuren 2 und 3 beschreiben eine mögliche Ausführungsform mit einem Wellenleiter Wl; die Figuren 4 und 5 eine weitere Ausführungsform mit der Kopplung zweier Wellenleiter Wl und 5 W2.
Figur 2 zeigt die Leitungsanordnung 10 mit einem Wellenleiter Wl . Bei Annäherung des Hindernisses H in den Schließbereich B ändert sich das durch Speisung des Wellenleiters Wl mit dem 10 Hochfrequenzsignal HF gebildete Wechselfeld F . Diese Änderung der Anpassung der Leitungsanordnung 10 wird durch Reflexions- messung, Phasen- und/oder Betragsmessung in einem schmalen Frequenzband ermittelt .
15 Beispielsweise erfolgt anhand von Reflexionsmessungen die Erfassung des Streuparameters Su als Eingangsreflexionsfaktor Sn (= eingangsseitiger Reflexionsfaktor) . Figur 3 zeigt den Aufbau eines skalaren Netzwerkanalysators (auch Reflektometer genannt ) , der Teil der Steuereinheit 14 zur Messung des Re-
20 flexionsfaktors ist . Er besteht aus dem Hochfrequenzgenerator 12, z . B . einen Wobbeigenerator, und der Messeinrichtung 16. Das vom Hochfrequenzgenerator 12 erzeugte Hochfrequenzsignal HF läuft über den Wellenleiter Wl zum Hochfrequenzgenerator 12 zurück, wobei das Signal am Leitungs- oder Innenwiderstand
2.5 ZL absorbiert wird. An der Messeinrichtung 16 wird als Messgröße die Spannung Ui bestimmt . Bei Annäherung des Hindernisses H wird die Phase der Messgröße auf eine Änderung überwacht . Bei Identifizierung eines annähernden Hindernisses H wird der Stellantrieb 2 automatisch gestoppt oder in seiner
30 Antriebsrichtung umgekehrt oder . gar nicht aktiviert .
In einer möglichen Ausführungsform ist der Wellenleiter Wl als eine abgeschlossene Flachbandleitung 18 , wie in Figur 3
dargestellt, ausgebildet . Die definiert abgeschlossene Flachbandleitung 18 zeigt bei Annäherung des Hindernisses H im Zentimeterbereich bei Frequenzen von 433 MHz oder 868 MHz eine besonders hohe Empfindlichkeit in der Phase des Eingangs- reflexionsfaktors Sn .
Um einen möglichst guten Einklemmschutz in kritischen Bereichen zu erzielen, wird die Leitungsanordnung 10 beispielsweise bei einem Fensterheber im oberen Dichtungsbereich des of- fenen Fensters angeordnet . Bei einer Schiebetür wird die Leitungsanordnung 10 beispielsweise in einem Türspalt oder in einer im Türrahmen angeordneten Dichtung eingebracht, z . B . einvulkanisiert . Alternativ kann die als Flachbandleitung 18 , z . B . als ein Folienleiter, ausgebildete Leitungsanordnung 10 in eine Dichtungsnut eingebracht sein . Hierzu ist die Flach- bandleitung 18 als ein doppelseitiges Klebeband ausgeführt .
In einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung 1 wird das Transmissionsverhalten einer alternativen Leitungsanordnung 10 mit zwei Wellenleiter Wl und W2 überwacht . Eine mögliche Schaltungsanordnung ist in den Figuren 4 und 5 dargestellt . Alternativ oder zusätzlich werden bei dieser Ausführungsform die Änderungen der Kopplung der beiden Wellenleiter Wl und W2 anhand der Streuparameter Si2, S2i (auch Transmissionskoeffi- zienten oder Rückwirkungsfaktor S12 und Übertragungsfaktor S21 genannt) in Betrag und Phase bestimmt . Die' beiden Wellenleiter Wl , W2 koppeln dabei vorzugsweise in einem Bereich B, der kritisch für einen Einklemmfall ist , z . B . in einem Türspalt, im oberen Dichtungsbereich eines offenen Fensters oder eines offenen Kofferraumdeckels , etc . Dabei wird einer der Wellenleiter Wl auf dem beweglichen Teil 8 , z . B . der Fensterscheibe, als Klebefolie aufgebracht . Der andere Wellenleiter W2
wird auf dem starren oder festen Teil 6, z . B . den Rahmen, angebracht .
Figur 5 zeigt eine weitere Struktur für die Kopplung zweier Wellenleiter Wl , W2 als Sendeantenne Sl und Empfangsantenne El . Dabei können auf einer Folie mehrere Paare von Wellenleitern Wl und W2 und somit von Sende- und Empfangsantennen En bzw. Sn aufgebracht sein . Dies ermöglicht eine kontinuierliche Sende-Empfangs-Kopplung und damit eine kontinuierliche Überwachung des Streuparameters S21. In diesem Ausführungsbeispiel wird das Folienband hinter einem Dichtungsgummi eines Schiebedachs oder eines Fensterhebers eingebaut, um so den kritischen Bereich B beim Schließen des Dachs oder des Fensters auf ein annäherndes Hindernis H zu überwachen . Bei der Detektion eines sich annähernden Hindernisses H in den kritischen Bereich B wird der Verstellvorgang automatisch gestoppt oder umgekehrt .
Bezugs zeichenliste
1 Vorrichtung zur Überwachung eines Stellantriebs
2 Stellantrieb 4 Verstelleinrichtung
6 erster, z . B . feststehender Teil der Verstelleinrichtung
8 zweiter, z . B . beweglicher Teil der Verstelleinrichtung 10 ' Leitungsanordnung
12 HF-Generator
14 Steuereinheit
16 Messeinrichtung
B Schließ-/Öffnungsbereich
El-En Empfangsantennen
F Wechselfeld
HF Hochfrequenzsignal
P Parameter Sl-Sn Sendeantennen
Sil, S22Λ S12, S21 Streuparameter der HF-Übertragungsstrecke
Wl, W2 Wellenleiter
Ul, U2 Spannung
ZL Leitungswellenwiderstand εr Dielektrizitätskonstante