VERSTELLVORRICHTUNG FÜR EINEN FAHRZEUGSITZ, FAHRZEUGSITZ UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES SOLCHEN FAHRZEUGSITZES
Die Erfindung betrifft eine Verstellvorrichtung für einen Fahrzeugsitz, insbesondere für ein Kraftfahrzeug, wobei der Fahrzeugsitz ein Sitzteil und eine um eine Schwenkachse schwenkbare Lehne aufweist, wobei die Verstellvorrichtung ein erstes mit der Lehne verbundenes Gelenkteil und ein zweites mit dem Sitzteil verbundenes Gelenkteil aufweist.
Solche Verstellvorrichtungen sind an sich bekannt. Sie dienen dazu, eine Lehne an einem Fahrzeugsitz schwenkbar anzubinden, wobei eine Verstellung der Lehnenneigung leicht durchführbar und gleichzeitig die Lehne derart stabil befestigt und ihre Lage derart arretierbar sein muss, dass sie auch unfallbedingt große Kräfte aufnehmen kann. Trotzdem müssen solche Verstellvorrichtungen klein, leicht und kostengünstig ausgeführt werden, um Gewicht und Kosten einzusparen sowie der zunehmenden Funktionsdichte in modernen Fahrzeugen gerecht zu werden.
So ist es beispielsweise bei einer aus dem Stand der Technik bekannten und beispielhaft in Figur 3 dargestellten Verstellvorrichtung vorgesehen, dass die Verstellvorrichtung ein erstes Gelenkteil und ein zweites Gelenkteil aufweist, wobei die Gelenkteile in Bezug auf eine axiale Bewegung entlang der Schwenkachse zwischen Lehne und Sitzteil durch eine obere Halteplatte gesichert sind. Eine solche obere Halteplatte dient im wesentlichen allein zur Sicherung gegen eine axiale Bewegung entlang der Schwenkachse, insbesondere eine Lösung der Gelenkteile voneinander in axialer Richtung entlang der Schwenkachse.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verstellvorrichtung für einen Fahrzeugsitz und einen Fahrzeugsitz anzugeben, die bzw. der leicht, raumsparend und kostengünstig aufgebaut ist und gleichzeitig kostengünstig montierbar ist.
Die Aufgabe wird durch eine Verstellvorrichtung für einen Fahrzeugsitz und durch einen Fahrzeugsitz gelöst, wobei der Fahrzeugsitz ein Sitzteil und eine um eine
Schwenkachse schwenkbare Lehne aufweist, wobei die Verstellvorrichtung ein erstes mit der Lehne verbundenes Gelenkteil und ein zweites mit dem Sitzteil verbundenes Gelenkteil aufweist, wobei die Gelenkteile gegen eine bezüglich der Schwenkachse axiale Bewegung mittels der Verbindung zwischen der Lehne und dem ersten Gelenkteil und/oder mittels der Verbindung zwischen dem Sitzteil und dem zweiten Gelenkteil gesichert sind. Eine eigens zur Sicherung der Gelenkteile gegen eine axiale Bewegung in Richtung der Schwenkachse vorgesehene erste (bzw. obere) Halteplatte ist mit der Verbindung zwischen der Lehne und dem ersten Gelenkteil erfindungsgemäß nicht mehr notwendig und kann daher eingespart werden, wodurch Gewicht, Kosten und Herstellungsaufwand eingespart werden können. Auch ist es durch die Verbindung zwischen dem Sitzteil und dem zweiten Gelenkteil möglich, eine zweite Halteplatte einzusparen, wodurch ebenfalls Gewicht, Kosten und Herstellungsaufwand eingespart werden können.
Erfindungsgemäß ist es bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung bevorzugt, dass die Lehne ein Lehnenseitenteil aufweist und dass die Verbindung zwischen der Lehne und dem ersten Gelenkteil mittels des Lehnenseitenteils bewirkt ist und insbesondere die Formgebung der Lehne im Bereich der Verstellvorrichtung daran angepasst ist. Dadurch ist eine besonders leichte und kostengünstige Konstruktion eines Fahrzeugsitzes möglich. Ein Lehnenseitenteil im Sinne der Erfindung ist Teil einer Rahmenkonstruktion, die als Strukturelement der Lehne des Fahrzeugsitzes dient. Insbesondere ist es erfindungsgemäß möglich, dass das Lehnenseitenteil einstückig mit der Rahmenkonstruktion der Lehne hergestellt ist.
Weiterhin ist bei der zweiten Ausführungsform bevorzugt, dass das zweite Gelenkteil zumindest teilweise zwischen dem Lehnenseitenteil und dem ersten Gelenkteil angeordnet ist. Auf diese Weise ist die erfindungsgemäße Verstellvorrichtung in am Fahrzeugsitz montiertem Zustand sicher befestigt und insbesondere gegen eine axiale Bewegung der Gelenkteile gesichert.
Ferner ist es bei einer zweiten Ausführungsform bevorzugt, dass das Sitzteil ein Sitzseitenteil aufweist und dass die Verbindung zwischen dem Sitzteil und dem zweiten Gelenkteil mittels des Sitzseitenteils bewirkt ist und insbesondere die Formgebung des Sitzteils im Bereich der Verstellvorrichtung daran angepasst ist.
Dadurch ist eine besonders leichte und kostengünstige Konstruktion eines Fahrzeugsitzes möglich. Ein Sitzseitenteil im Sinne der Erfindung ist Teil einer Rahmenkonstruktion, die als Strukturelement des Sitzteils des Fahrzeugsitzes dient. Insbesondere ist es erfindungsgemäß möglich, dass das Sitzseitenteil einstückig mit der Rahmenkonstruktion der Lehne hergestellt ist.
Es ist bei der zweiten Ausführungsform der Erfindung ebenfalls bevorzugt, dass das erste Gelenkteil zumindest teilweise zwischen dem Sitzseitenteil und dem zweiten Gelenkteil angeordnet ist. Auf diese Weise ist die erfindungsgemäße Verstellvorrichtung in am Fahrzeugsitz montiertem Zustand sicher befestigt und insbesondere gegen eine axiale Bewegung der Gelenkteile gesichert. Es ist erfindungsgemäß möglich, dass das erste Gelenkteil von dem Sitzseitenteil nur in einem bestimmten Winkelbereich um die Schwenkachse abgedeckt ist.
Weitere Gegenstände der Erfindung sind ein Fahrzeugsitz mit einer erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugsitzes, bei dem eine erfindungsgemäße Verstellvorrichtung an den ein Sitzteil und eine Lehne aufweisenden Fahrzeugsitz montiert wird. Die Montage der Verstellvorrichtung wird durch die Teileersparnis kostengünstiger.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen
Figur 1 eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform,
Figur 2 (a) eine perspektivische Darstellung, (b) eine Seitenansicht einer an eine Lehne eines Fahrzeugsitzes montierten erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform sowie (c) eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes,
Figur 3 (a) eine perspektivische Darstellung und (b) eine Schnittdarstellung einer bekannten Verstellvorrichtung gemäß dem Stand der Technik und
Figuren 4 und 5 jeweils eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform.
In Figur 3 ist eine bekannte Verstellvorrichtung 40 gemäß dem Stand der Technik in einer perspektivischen Darstellung (Figur 3a) und in einer Schnittdarstellung (Figur 3b) dargestellt. Die Verstellvorrichtung 40 ist an der Lehne 10 eines in Figur 3 nicht eigens dargestellten Fahrzeugsitzes angeordnet und umfasst ein erstes Gelenkteil 1 , ein zweites Gelenkteil 2 und eine erste Halteplatte 3. Der Fahrzeugsitz umfasst ein ebenfalls in Figur 3 nicht dargestelltes Sitzteil. In einem mit dem Bezugszeichen 5 bezeichneten Bereich bewirkt die an dem ersten Gelenkteil 1 befestigte erste Halteplatte 3, dass die Verstellvorrichtung 40 nicht bezüglich einer axialen Bewegung in Richtung der Schwenkachse 6 zwischen der Lehne 10 und dem Sitzteil auseinanderfallen kann, insbesondere dass die Gelenkteile 1 , 2 nicht auseinanderfallen bzw. sich (insbesondere unter Last) axial bewegen können. Die vormontierte und durch die erste Halteplatte 3 gegen ein Auseinanderfallen gesicherte Einheit der Verstellvorrichtung 40 wird gemäß dem Stand der Technik zur Montage an der Lehne 10 befestigt, insbesondere an einem Lehnenseitenteil 4 der Lehne 10. Zur Verbindung mit einem in Figur 3 nicht dargestellten Sitzteil ist mit der Verstellvorrichtung 40 und dem Sitzteil zusätzlich noch eine zweite (bzw. untere) Halteplatte 8 verbunden. Diese dient ebenfalls der Absicherung der Verstellvorrichtung 40 gegen axiale Bewegungen.
Es hat sich herausgestellt, dass gemäß der Erfindung die erste Halteplatte 3 und/oder die zweite Halteplatte 8 eingespart werden kann/können, wodurch es möglich ist, die Verstellvorrichtung 40 leichter und raumsparender zu bauen.
Eine Verstellvorrichtung 40 gemäß einer ersten Ausführungsform ist in den Figuren 1 und 2 dargestellt. Hierbei zeigt die Figur 1 eine Schnittdarstellung der Verstellvorrichtung 40 mit dem ersten Gelenkteil 1 , dem zweiten Gelenkteil 2 und der Schwenkachse 6 zwischen der Lehne 10 und dem in Figur 1 ebenfalls nicht dargestellten Sitzteil. Die Lehne 10 weist ein Lehnenseitenteil 4 auf, an dem die Verstellvorrichtung 40 mittels ihres ersten Gelenkteils 1 derart befestigt ist, dass die Verstellvorrichtung 40 gegen eine Bewegung in axialer Richtung entlang der
Schwenkachse 6 und damit gegen eine Trennung bzw. ein Auseinanderfallen der Gelenkteile 1 , 2 gesichert ist. Dies wird erfindungsgemäß durch die Befestigung zwischen der Lehne 10 und dem ersten Gelenkteil 1 bewirkt. In diesem Fall agieren das Lehnenseitenteil 4 und das erste Gelenkteil 1 als Getriebedeckel zum sicheren Einschluss und zur sicheren Arretierung der Funktionsteile der Verstellvorrichtung 40 (Getriebe), die sich zwischen dem Lehnenseitenteil 4 und dem ersten Gelenkteil 1 befinden. Die Befestigung des ersten Gelenkteils 1 an der Lehne 10 bzw. am Lehnenseitenteil 4 kann mit sämtlichen herkömmlichen Befestigungstechniken erfolgen, beispielsweise Schweißen, Schrauben, Nieten und dergleichen.
Es ist überraschenderweise möglich, die Formgebung des Lehnenseitenteils 4 bzw. seine Oberfläche derart zu gestalten, dass in einem mit dem Bezugszeichen 5 bezeichneten Sicherungsbereich die zur axialen Sicherung beim Stand der Technik (Figur 3) notwendige obere (erste) Halteplatte (dort Bezugszeichen 3) an der erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung 40 entfallen kann und diese Funktion ins Lehnenseitenteil 4 integriert werden kann. Dazu muss das Lehnenseitenteil 4 erfindungsgemäß so gestaltet werden, dass die Kontur der oberen (ersten) Halteplatte in dem für die axiale Sicherung notwendigen Bereich 5 ins Lehnenseitenteil 4 übernommen wird. Es ist überraschend so, dass das Lehnenseitenteil 4 die hierfür zu beachtenden Toleranzen einhalten kann.
In Figur 2a ist eine perspektivische Darstellung der Lehne 10 und der Verstellvorrichtung 40 dargestellt. In Figur 2b ist eine Seitenansicht der Lehne 10 und der Verstellvorrichtung 40 dargestellt. In Figur 2c ist eine Prinzipdarstellung eines Fahrzeugsitzes 30 mit einem Sitzteil 20, einer Lehne 10 und einer an die Lehne 10 des Fahrzeugsitzes 30 montierten erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung 40 dargestellt.
Die Verstellvorrichtung 40 ist insbesondere Lehnenneigungsversteller und besonders bevorzugt als Drehrecliner ausgebildet. Selbstverständlich kann auch ein Rastklinkenrecliner erfindungsgemäß ausgebildet werden.
In den Figuren 4 und 5 ist jeweils eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung 40 gemäß einer zweiten Ausführungsform
dargestellt, wobei die Figur 4 die Ansicht von einer Außenseite der Verstellvorrichtung darstellt, während die Figur 5 die Ansicht von einer Innenseite der Vorrichtung darstellt. Bei der zweiten Ausführungsform wird zusätzlich oder alternativ zum Weglassen der ersten Halteplatte 3 die zweite Halteplatte 8 weggelassen. Hierbei zeigen die Figur 4 und 5 eine perspektivische Darstellung der Verstellvorrichtung 40 mit dem ersten Gelenkteil 1 , dem zweiten Gelenkteil 2 und der Schwenkachse 6 zwischen der in den Figuren 4 und 5 nicht dargestellten Lehne und dem Sitzteil 20. Das Sitzteil 20 weist ein Sitzseitenteil 7 auf, an dem die Verstellvorrichtung 40 mittels ihres zweiten Gelenkteils 2 derart befestigt ist, dass die Verstellvorrichtung 40, insbesondere im Lastfall, gegen eine Bewegung in axialer Richtung entlang der Schwenkachse 6 gesichert ist. Dies wird erfindungsgemäß durch die Befestigung zwischen dem Sitzteil 20 und dem zweiten Gelenkteil 2 bewirkt. In diesem Fall deckt das Sitzseitenteil 7 das erste Gelenkteil 1 zur sicheren Arretierung der Funktionsteile der Verstellvorrichtung 40 zumindest teilweise und in einem bestimmten Winkelbereich um die Schwenkachse - wie dies aus Figur 4 deutlich wird - ab. Die Befestigung des zweiten Gelenkteils 2 an dem Sitzteil 20 bzw. am Sitzseitenteil 7 kann mit sämtlichen herkömmlichen Befestigungstechniken erfolgen, beispielsweise Schweißen, Schrauben, Nieten und dergleichen.
Bezugszeichenliste
1 erstes Gelenkteil
2 zweites Gelenkteil
3 erste Halteplatte
4 Lehnenseitenteil
5 Sicherungsbereich
6 Schwenkachse
7 Sitzseitenteil
8 zweite Halteplatte
10 Lehne
20 Sitzteil
30 Fahrzeugsitz
40 Verstellvorrichtung