ihrzeug mit einem Koie-Gassack ond Knie-Gassack zum Einbau in ein Kraftfahrzeug
Beschreibung
Technisches Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einem Knie-Gassack nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1 , 3 und 5, sowie einen Knie-Gassack zum Einbau in ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 13.
Der Einsatz von Knie-Gassäcken in Kraftfahrzeugen ist bekannt. Solche Knie-Gassäcke dienen gemeinsam mit einem Fahrer- oder Beifahrer-Airbag und einem Gurtsystem dem Schutz des Insassen bei einem Frontalcrash oder bei einem seitlich versetzten Frontalcrash. Hierbei kommen dem Knie- Gassack im wesentlichen zwei Aufgaben zu: Zum einen soll er verhindern, dass der Knie-Schienbeinbereich des Insassen auf die Innenstruktur des Fahrzeugs prallt. Weiterhin hat ein Knie-Airbag die Aufgabe, den Insassen bei einem Frontalzusammenstoß in seiner Sitzposition zu halten. Diese Aufgabe teilt er sich im Normalfall mit dem Gurtsystem; der Knie-Airbag sollte idealerweise jedoch so ausgelegt sein, dass er ein in Positionhalten des Insassen auch dann - zumindest in eingeschränktem Umfang - bewirkt, wenn der Sicherheitsgurt nicht angelegt ist.
Wie bei anderen Gassäcken auch, muss bei Dimensionierung und Positionierung des Knie-Gassacks ein Kompromiss zwischen maximaler Rückhalteleistung und minimalen Verletzungsmöglichkeiten durch den Gassack selbst eingegangen werden. Hierbei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass die po- tentiellen Insassen verschieden groß und schwer sein und auch unterschiedliche Sitzpositionen einnehmen können. Größe und Position von Gassäcken werden deshalb in der Regel auf Standard-Dummies in Standard-
Sitzpositionen ausgelegt. Dieser Ansatz wird auch für das Folgende gewählt, wobei von einem 50% H III Dummy in Standard-Sitzposition ausgegangen wird. Die Standard-Sitzposition ist die vom Automobilhersteller konstruktiv vorgesehene Sitzposition einer mittelgroßen Person, insbesondere die von der US-Gesetzgebung FMVSS 208 vorgesehene Position.
Wie bereits erwähnt, muss beim Auslegen von Gassäcken immer ein Kom- promiss zwischen maximaler Rückhaltewirkung und minimaler Belastung des Insassen durch den Airbag eingegangen werden. Aufgrund der zumeist be- engten räumlichen Verhältnisse im Fußraum eines Personenkraftwagens gilt dies für einen Knie-Gassack in besonderem Maße.
Stand der Technik
Bislang sind Knie-Gassäcke zumeist so angeordnet, dass ihre Prallflächen dann, wenn der Gassack vollständig befüllt ist, bei einem Standard-Dummy in Standard-Sitzposition sich kurz vor dem Knie-Schienbeinbereich des Dummies befindet, oder leicht an diesem anliegt. Hierdurch wird der Knie- Schienbeinbereich wenig belastet, dafür ist auch die Rückhaltewirkung relativ gering, was sich insbesondere dann stark negativ auswirkt, wenn kein Sicherheitsgurt angelegt ist.
Die DT 2 109 637 C3 zeigt unter anderem einen Knie-Gassack, der so weit ins Wageninnere expandiert, dass er nahezu den gesamten Knie- Schienbeinbereich des Insassen umschlingt. Mit einem solchen Knie- Gassack lässt sich zwar sicherlich eine gute Rückhaltewirkung erzielen, es muss jedoch eine sehr große Belastung des Insassen durch den Gassack selbst in Kauf genommen werden. Weiterhin ist die Befüllung eines so groß- volumigen Gassacks schwierig.
Gegenstand der Erfindung
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes Kraftfahrzeug dahingehend weiterzubilden, dass durch einen Knie-Gassack eine gute und früh einsetzende Rückhaltewirkung erzielt wird, ohne eine zu große Belastung des Insassen durch diesen Gassack in Kauf nehmen zu müssen.
Diese Aufgabe wird durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen der Ansprü- ehe 1, 3 oder 5, beziehungsweise durch einen Knie-Gassack mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
Es wurde erkannt, dass die gestellte Aufgabe dadurch gelöst werden kann, dass der Knie-Gassack so ausgebildet und positioniert wird, dass zumindest die äußeren oberen Knie-Schienbeinbereiche des Insassen in definiertem Umfang umschlungen werden. Einerseits würde eine zu geringe Umschlingung zu einer zu spät einsetzenden Rückhaltewirkung beziehungsweise einer schwachen Rückhaltewirkung zur Beginn der Vorverlagerung führen. Andrerseits darf die Tiefe des Knie-Gassacks auch nicht zu groß gewählt werden, da ansonsten eine erhebliche Verletzungsgefahr für den Insassen durch den Knie-Gassack selbst, insbesondere bei zu weit vorne sitzenden Insassen, besteht. Weiterhin kann ein zu großer Gassack mit vertretbarer Gasgeneratorleistung nur schwer in hinreichend kurzer Zeit befüllt werden. Der experimentell gefundene und in Anspruch 1 angegebene Umschlin- gungsgrad erfüllt diese Randbedingungen. Aufgrund der Umschlingung des Knie-Schienbeinbereichs kommt es zu einer sehr frühen Zurückhaltung der Knie des Insassen, so dass eine Vorwärtsbewegung des Insassen vermieden wird. Hierdurch wird die Kraftübertragung des Knie-Gassacks auf den Insassen insgesamt deutlich verringert.
Alternativ oder vorzugsweise in Ergänzung hierzu werden gemäß Anspruch 3 die oberen Knie-Schienbeinbereiche nicht nur außen, sondern auch innen
umschlungen. Eine entsprechende Ausgestaltung des Knie-Gassacks verbessert nicht nur die Rückhaltewirkung, sondern bewirkt auch eine sehr gute Fixierung der Beine in Querrichtung, was zu einem verbesserten Insassenschutz bei einem seitlich versetzten Schrägaufprall beiträgt. Vorzugsweise ist hierbei die Umschlingung der inneren Knie-Schienbeinbereiche im wesentlichen so groß wie die Umschlingung der äußeren Knie-Schienbeinbereiche.
Es wurde weiterhin erkannt, dass es für die Belastung des Insassen durch den Knie-Gassack nicht nur auf die übertragene Gesamtkraft, sondern auch darauf ankommt, wo genau die Kraft übertragen wird. Aus anatomischen Gründen ist es zu bevorzugen, dass ein möglichst großer Teil der Kraftübertragung im Bereich des Knies und ein möglichst kleiner Teil der Kraftübertragung im Bereich des Schienbeins erfolgt. Dieser Erkenntnis folgend ist in einem weiter bevorzugten Ausführungsbeispiel nach Anspruch 9 ein Knie- Gassack vorgesehen, der den Knie-Schienbeinbereich des Insassen (bzw. des Dummies) zumindest teilweise umschlingt und zwar in einem oberen Bereich stärker als in einem unteren Bereich. Bei gleichem Innendruck im gesamten Knie-Gassack ergibt sich hieraus eine Entlastung des Schienbeinbereichs gegenüber dem Kniebereich.
Um Druckspitzen zu vermeiden, sollte die Prallfläche des Knie-Gassacks gemäß Anspruch 10 vorzugsweise eben oder konvex ausgebildet sein.
Durch das hier dargestellte Konzept wird es möglich, einen nur eine Kammer aufweisenden Knie-Gassack gemäß Anspruch 11 einzusetzen, ohne auf die erfindungsgemäßen Vorteile verzichten zu müssen. Dies ist aus herstellungstechnischer Sicht natürlich zu bevorzugen.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den weiteren Un- teransprüchen sowie aus den nun mit Bezug auf die Figuren näher dargestellten Ausführungsbeispielen. Hierbei zeigen:
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Figur 1 Einen vollständig befüllten Knie-Gassack und das Bein eines Insassen bzw. Dummies, Figur 2 einen Schnitt entlang der Linie A-A in Figur 1 ,
Figur 3 einen Schnitt entlang der Linie B-B in Figur 1 ,
Figur 4 eine Darstellung des Standes der Technik,
Figur 5 eine weitere Darstellung des Standes der Technik,
Figur 6 einen Knie-Gassack mit einem im wesentlichen vertikalen Fangband,
Figur 7 eine asymmetrische Ausführungsform.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
Figur 1 zeigt einen auf der Beifahrerseite an einer Innenstruktur I befestigten vollständig befüllten Knie-Gassack 10, welcher eine Prallfläche 12 aufweist. Das Bein B entspricht der Position eines 50% H ill Dummies in seiner Standard-Sitzposition. Der Dummy sitzt in seinem H-Punkt. Ein Großteil der Prallfläche 12 ist eben ausgestaltet und wölbt sich jeweils am Ende eines oberen Bereiches 12a bzw. unteren Bereiches 12b konvex.
Geometrie und Position des Knie-Gassacks 10 sind in diesem Ausführungsbeispiel so gewählt, dass die Prallfläche 12 in einem oberen Bereich 12a den Knie-Schienbeinbereich des 50% H III Dummies in vollständig befüllten Zu- stand des Knie-Gassacks 10 stärker umschlingt als in einem unteren Bereich 12b. Vorzugsweise nimmt hierbei der Grad der Umschlingung kontinuierlich ab, wie dies auch in diesem Ausführungsbeispiel gezeigt ist.
Erfindungsgemäß sind zumindest die äußeren oberen Knie- Schienbeinbereiche von der Prallfläche 12 des Knie-Gassacks umschlungen. Im hier dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel sind sowohl die oberen als auch die unteren Knie-Schienbeinbereiche umschlungen. Weiterhin
wölbt sich die Prallfläche 12 auch im Bereich zwischen den Knien/Schienbeinen des Insassen in Richtung des Insassen, das heißt, dass auch die inneren Knie-Schienbeinbereiche umschlungen werden.
Die Figuren 2 und 3 sind Schnitte entlang der Schnittlinien A-A bzw. B-B in Figur 1. Figur 2 zeigt hierbei einen oberen, Figur 3 einen unteren Knie- Schienbeinbereich. Zur Definition des Umschlingungsgrades wird die Gerade g herangezogen, die sich horizontal und senkrecht zur Fahrzeuglängsachse f erstreckt. Als Maß für den Grad der Umschlingung werden nun die Winkel α herangezogen, in dem die gedachten Tangentialebenen 15,15', 15", 15"' (siehe Figuren 2 und 3) zur Geraden g stehen. Diese Tangentialebenen haben ihrer Definition nach die Orientierung der Prallfläche 12 entlang der Linie, an der die Anlage der Prallfläche 12 am Knie-Schienbeinbereich beginnt. Die Winkel cti und α-t' bezeichnen die Schnittwinkel derjenigen Tangentialf lachen, die den äußeren Knie-Schienbeinbereich betreffen, die Winkel α2 und α2 bezeichnen die Schnittwinkel derjenigen Tangentialflächen, die den inneren Knie-Schienbeinbereich betreffen.
Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Knie-Gassack 10 symme- trisch ausgebildet, was bedeutet, dass die das fahrzeugäußere Bein Ba betreffenden Winkel α genau so groß sind wie die das fahrzeugäußere Bein Bj betreffenden Winkel α.
Im in Figur 2 gezeigten oberen Knie-Schienbeinbereich liegt der Winkel CH (Außenseite des Knie-Schienbeinbereichs) zwischen 15° und 75°, vorzugsweise zwischen 35° und 55°. Der Winkel α2 (Innenseite) liegt im selben Bereich und ist vorzugsweise gleich groß wie der Winkel α-t.
In einem unteren Knie-Schienbeinbereich (Figur 3) nimmt die Umschlingung gegenüber dem oberen Bereich ab, das heißt, die entsprechenden Winkel werden kleiner: α-T < αi , α2' < α2.
ln manchen Anwendungsfällen kann es sinnvoll sein den Knie-Gassack nicht symmetrisch auszubilden, nämlich insbesondere dahingehend, dass das fahrzeugäußere Bein stärker umschlungen wird als das fahrzeuginnere Bein: α-ι(Ba) > α-ι(Bj). Hierdurch wird die Rückhaltewirkung auf der Fahrzeugaußen- seite größer und der Insasse wir bei einem seitlich versetzten Schrägaufprall von der Fahrzeugaußenstruktur weggelenkt (Figur 7).
Um die notwendige Tiefe des Knie-Gassacks zu erreichen, ohne ein zu großes Volumen füllen zu müssen, kann es sinnvoll sein, ein im wesentlichen vertikal durch den Gassack verlaufendes Fangband 28 vorzusehen, wie dies in Figur 6 dargestellt ist.
In den Figuren 4 und 5 ist zur Verdeutlichung der Neuerung der Stand der Technik dargestellt.
Hierbei wurde bislang vorgeschlagen, entweder (Figur 4) den gesamten Knie-Schienbeinbereich stark zu umschlingen, oder aber (Figur 5) eine Umschlingung mehr oder minder vollständig zu vermeiden.