LU103528B1 - Musiksaite - Google Patents
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Abstract
Eine Musiksaite umfasst einen Saitenkern und mindestens eine Wickellage. Dabei um- fasst die Wickellage zumindest ein erstes Wickelelement, welches in einer Helix um den Saitenkern gewickelt ist. Dabei ist der Saitenkern aus Metall und/oder Kunststoff gefertigt. Zwischenräume umfassen in der Wickellage ein Dämpfungsmittel. Das Dämpfungsmittel umfasst mindestens ein aromatisches Polymer und mindestens ein Lösungsmittel. 10 Fig. zur Fig. 1
Description
EE
Anmelder : Fa. Zdenka Infeld Asset Management GmbH
PP-ref.: P-00973-710 LU
Beschreibung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Musiksaite gemäß dem Oberbegriff des Patentan- spruches 1.
[0002] Es gibt Musiksaiten, welche einem tragenden Saitenkern und eine auf diesem angeordnete, nicht tragende erste Wickellage aufweisen. Diese erste Wickellage be- steht aus zumindest einem ersten Wickelelement, welches schraublinienférmig (he- lixfôrmig) um den Saitenkern gewickelt ist. Um die erste Wickellage herum kann auch eine zweite oder mehrere Wickellagen angeordnet sein, welche ebenfalls aus schraub- linienfôrmig gewickelten Wickelelementen bestehen.
[0003] Zwischen den aneinander angrenzenden Windungen eines Wickelelementes gibt es Freiräume. Deren Querschnitt und Fläche sind abhängig von der Querschnitts- form des jeweiligen Wickelelements. Wickelelemente mit kreisférmigem Querschnitt sind weit verbreitet. Diese bilden einen ausgepragten Freiraum zwischen den benach- barten Windungen. Dieser Freiraum weist ebenfalls einen helixférmigen Verlauf um den Saitenkern auf.
[0004] Es sind unterschiedliche Arten von Saitenkernen bekannt. Der konstruktiv ein- fachste Saitenkern besteht aus einem einzelnen Stahldraht. Die meisten Saitenkerne weisen jedoch mehrere lasttragenden Einzelteile auf.
[0005] Sogenannte Seilkerne, wie diese etwa aus der Europäischen Patentanmel- dung EP 2 131 352 A1 der Anmelderin bekannt sind, weisen mehrere, miteinander verseilte Metalldrähte auf. Zwischen den aneinander anliegenden Metalldrähten gibt es Vertiefungen, welche sich über die komplette Länge der Musiksaite erstrecken.
Diese Vertiefungen bilden Freiräume zu einer Umhullenden.
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LU103528
[0006] Bei sog. Kunststoffsaiten, weist der Saitenkern eine vorgebbare Mehrzahl an
Kunststofffasern auf. Die Europäischen Patentanmeldung EP 2 099 022 A1 der An- melderin beschreibt derartige Musiksaiten. Zwischen den einzelnen Kunststofffasern gibt es Freiräume.
[0007] Der Klang und die Spieleigenschaften einer Musiksaite sind auch von deren innerer Dämpfung abhängig.
[0008] Es ist bekannt, in den Freiräumen im Inneren einer Musiksaite zumindest ein
Dämpfungsmittel bzw. Bindemittel anzuordnen. Dieses Dämpfungs- bzw. Bindemittel hat Auswirkungen auf die innere Dämpfung der Musiksaite und folglich auf den Klang und die Spieleigenschaften der Musiksaite.
[0009] Dabei kann die innere Dämpfung sehr unterschiedliche bzw. individuelle Aus- wirkungen auf die betreffende Musiksaite haben. Eine zu geringe innere Dämpfung kann beispielsweise zu einem Nachschwingen führen, welches derart lange andauert, dass es die Kontrolle der Saite durch den Bogen und/oder den Spielfluss negativ be- einflussen würde. Weiters kann eine zu geringe innere Dämpfung zu einem rauen und unreinen Klang dieser Musiksaite führen, da nicht insbesondere periodische Stör- schwingungen nicht genug gedämpft werden, und zu sehr Teil des Klangcharakters der betreffenden Musiksaite werden. Auf der anderen Seite führt eine zu hohe innere
Dämpfung dazu, dass wichtige hohe Obertöne zu stark gedämpft werden und/oder die
Musiksaite beim Spielen nicht mehr richtig angeregt werden kann.
[0010] Es sind unterschiedliche Arten von Dämpfungsmitteln bzw. Bindemitteln mit unterschiedlichen Eigenschaften bekannt. Bekannte Dämpfungsmittel bzw. Bindemit- tel umfassend unter anderem Wachs, insbesondere Naturwachse, wie etwa Bienen- wachs oder Karnaubawachs, und/oder Kunstwachse, wie etwa Polyolefinwachse.
Weiters Paraffin, Öl, etwa fette Öle, Mineralöle und/oder Syntheseöle. Weitere be- kannte Bestandteile sind Harze, insbesondere Naturharze, etwa Lärchenharz und/oder Fichtenharz, und/oder Kunstharze, etwa Polyesterharz.
. . ; LU103528
[0011] Die AT 506 135 A1 und die AT 517 401 A1 der Anmelderin gehen auf be- stimmte Details und Wirkungen von Dämpfungsmitteln bzw. Bindemitteln ein. Diese beschreiben auch weitere Môglichkeiten und Zusammensetzungen von Dämpfungs- mitteln bzw. Bindemitteln. Auch die EP 1 466 314 B1 des Gitarrenherstellers Gibson erläutert Dämpfungsmittel bzw. Bindemittel und deren Einsatz bei Musiksaiten.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Musiksaite der bekannten Art derart weiterzubilden, dass die Klangeigenschaften und/oder spieltechnische Eigenschaften vorgebbar eingestellt werden können, ohne dass dazu der grundsätzliche Aufbau der
Musiksaite verändert werden muss.
[0013] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung umfasst eine Musiksaite einen Saitenkern und mindestens eine Wickellage. Dabei umfasst die Wickellage zu- mindest ein erstes Wickelelement, welches in einer Helix um den Saitenkern gewickelt ist. Dabei ist der Saitenkern aus Metall und/oder Kunststoff gefertigt. Zwischenräume umfassen in der Wickellage ein Dämpfungsmittel. Das Dämpfungsmittel umfasst min- destens ein aromatisches Polymer und mindestens ein Lösungsmittel.
[0014] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung weist bei einer Musiksaite das mindestens eine aromatische Polymer einen Aromaten in der Hauptkette auf.
[0015] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist bei einer Musiksaite das mindestens eine aromatische Polymer ein Hochleistungspolymer. 1[0016] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird bei einer Musiksaite das mindestens eine aromatische Polymer aus folgenden Polymeren ausgewählt: Po- lystyrol, Phenolharze (e.g. Novolake), Melaminharze, Polyetheretherketon (PEEK),
Polysulfon (PSU).
[0017] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung weist bei einer Musiksaite das mindestens eine Lösungsmittel eine Viskosität von 0,2-200mPa.s, vorzugsweise 0,2-100mPa.s, besonders bevorzugt 0,2-50mPa.s auf.
[0018] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird bei einer Musiksaite 9928 das mindestens eine Lösungsmittel aus folgenden Lösungsmitteln ausgewählt: a) aprotisch polare Lösungsmittel wie z.B.: N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP), Dimethylfor- mamid (DMF), y-Butyrolacton, Dimethylcarbonat, Diethylcarbonat, Dimethylacetamid (DMAA), Dimethylsulfoxid (DMSO), Propylencarbonat, Ethylencarbonat, N-Methylfor- mamid, Sulfolan; b) Monomere wie 1,4-Butandiol, Ethandiol, 1,2-Propandiol, 1,3-Propandiol, 1,6-Hexa- ndiol, 1,5-Pentandiol, Neopentylglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Dipropy- lenglykol, 3-Methyl-1,5-pentandiol, Glyzerin, Ethylendiamin, Propandiamin-1,2, Pro- pandiamin-1,3, 2-Methylpropandiamin-1,3 und 2,2-Dimethylpropandiamin-1,3, Styrol, o-Methylstyrol, m-Methylstyrol, p-Methylstyrol; und/oder c) allgemeine Lösungsmittel wie z.B.: Aceton, Acetonitril, Anilin, Benzol, Benzonitril, 1-
Butanol, 2-Butanol, tert-Butylmethylether, Chloroform, Cyclohexan, 1,4-Dioxan, Essig- saure, Ethylacetat, Ethanol, Methanol, Ethylendichlorid, Ethylenglykoldimethylether, 2-
Propanol, 1-Propanol, Isoamylalkohol, Butanon, Nitrobenzol, Tetrachlorethen, Toluol, 1,1,1-Trichlorethan, 2-Butanon, 1-Pentanol, 2-Ethyl-1-Butanol, Cyclohexanol, Tetra- hydrofurfuralalkohol, 2-Ethylhexanol, Benzylalkohol, Ethylenglykolmonoethylether,
Ethylenglykolmonomethylether, Ethylenglykolmonopropylether, Ethylengylkolmo- nobutylether, o-Xylol, m-Xylol, p-Xylol, Butylacetat, Propylacetat, Hexanal, Cyclohexa- non, Limonen, a-Pinen, B-Pinen, Camphen, Methylisobutylketon, Menthol, Dipropy- lenglykolmethylether, Trimethylbenzol, Ethylbenzol, Methoxypropanol, Methoxypropy- lacetat, Butylglykol, Butyldiglykol. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können auch Mischungen aus zwei oder mehreren der genannten Lösungsmittel verwendet werden.
[0019] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung umfasst bei einer Mu- siksaite das Dampfungsmittel eine Mischung aus mindestens zwei unterschiedlichen aromatischen Polymeren.
[0020] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung umfasst bei einer Mu- siksaite das Dampfungsmittel zusätzlich ein weiteres nicht-aromatisches Polymer.
[0021] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung umfasst bei einer MGs 199526 siksaite das Dämpfungsmittel weiterhin Feststoffpartikel mit einer Teilchengröße von nm bis 10 um. 5 [0022] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung umfasst bei einer Mu- siksaite das Dämpfungsmittel weiterhin submikrometergroße nanoskalige Feststoff- partikel.
[0023] Nach einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung weist bei einer Musiksaite 10 das Dämpfungsmittel eine Viskosität von 100mPa.s — 100.000.000mPa.s (20°C) auf.
[0024] Grundsätzlich ermöglicht die Verwendung des erfindungsgemäßen Dämp- fungsmittels bedingt durch dessen innere Dämpfung, mittels der Haftung an Kern und
Wickelelementen, und die Schichtdicke und deren Variation innerhalb der Saite, eine wesentliche Beeinflussung des Klangs und im Weiteren der spezifischen Klangfarben einer Musiksaite. Die erfindungsgemäßen Dämpfungsmittel folgen der Bewegung in- nerhalb der Zwischenräume und der geometrischen Veränderung dieser Zwischen- räume beim Schwingen der Saite. Die erfindungsgemäßen Dämpfungsmittel beein- flussen insbesondere hochfrequente Schwingungsarten wie Längsschwingungen und
Torsionsschwingungen der Musiksaite und damit die hohen Obertône im Klang. Die erfindungsgemäßen Dämpfungsmittel werden üblicherweise durch Auftragedüsen oder Aufstreichen im Herstellprozess auf die Saite eingebracht. Bei der Auftragung sowie beim Schwingen der Saite sind Dämpfungsmittel hohen Zug-Druck-Kräften/-ge- schwindigkeiten und hohen Scherkräften/-geschwindigkeiten ausgesetzt.
[0025] Das erfindungsgemäße Dämpfungsmittel umfasst mindestens ein aromati- sches Polymer und mindestens ein Lösungsmittel. Durch die Verwendung dieser bei- den Komponenten können die Materialeigenschaften (insbesondere die Viskosität) ge- nau eingestellt werden und/oder das Dämpfungsverhalten gezielt beeinflusst werden.
Dadurch lässt sich beispielsweise der Klang positiv beeinflussen. Weiterhin haben die erfindungsgemäßen Dämpfungsmittel einen positiven Einfluss auf die Lagerstabilität und auf die Korrosionsbeständigkeit und somit auf die Lebensdauer der Saite.
[0026] Durch die Verwendung von weiteren Komponenten können die Materialeigen- 01 schaften weiter positiv beeinflusst werden. Weiterhin lassen sich die Materialeigen- schaften durch die Verwendung einer Mischung aus mindestens zwei unterschiedli- chen aromatischen Polymeren und/oder durch die Verwendung eines weiteren nicht- aromatischen Polymers weiter positiv beeinflussen. Vorzugsweise wird eine entspre- chende Mischung bei der Herstellung des Dämpfungsmittels eingestellt.
[0027] Unterschiedliche Polymere weisen bei der Verwendung in Dämpfungsmitteln unterschiedliche Eigenschaften auf. Es wurde überraschenderweise gefunden, dass sich durch die Verwendung von aromatischen Polymeren (insbesondere in Kombina- tion mit mindestens einem Lösungsmittel) die oben genannten vorteilhaften Eigen- schaften in besonders vorteilhafter Weise erreichen lassen.
[0028] Vorzugsweise weist das mindestens eine aromatische Polymer einen Aroma- ten in der Hauptkette auf. Besonders bevorzugt ist das mindestens eine aromatische
Polymer ein Hochleistungspolymer. Aromatische Polymere, die einen Aromaten in der
Hauptkette aufweisen, und insbesondere Hochleistungspolymere zeichnen sich durch eine höhere Stabilität gegen Temperaturspitzen im Herstellungsprozess sowie durch eine höhere Stabilität gegen Scherkräfte im Herstellungsprozess aus. Die Verwendung von aromatischen Polymeren, die einen Aromaten in der Hauptkette aufweisen, und insbesondere von Hochleistungspolymeren führen somit zu einer deutlichen Verbes- serung der Verarbeitbarkeit und wirken sich somit positiv auf gewisse Herstellungspro- zesse aus.
[0029] Der Ausdruck „Polymer“ bezieht sich insbesondere auf Stoffe, die aus Makro- molekülen bestehen, die sich aus gleichartigen molekularen Bausteinen, sogenannten
Wiederholeinheiten (repeat units), zusammensetzen. Gemäß der vorliegenden Erfin- dung enthält ein Polymer mindestens 5 Wiederholeinheiten (repeat units). Der Aus- druck Polymer umfasst gemäß der vorliegenden Erfindung somit sowohl Oligomere als auch mittel- und langkettige Polymere.
[0030] Konkrete Beispiele für das mindestens eine aromatische Polymer sind: Poly. 99528 styrol, Phenolharze (e.g. Novolake), Melaminharze, Polyetheretherketon (PEEK), Po- lysulfon (PSU).
[0031] Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Dämpfungsmittel mindestens ein aprotisch polares Lösungsmittel wie z.B.: N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP), Dimethyl- formamid (DMF), y-Butyrolacton, Dimethylcarbonat, Diethylcarbonat, Dimethylaceta- mid (DMAA), Dimethylsulfoxid (DMSO), Propylencarbonat, Ethylencarbonat, N-Me- thylformamid, oder Sulfolan. In diesen Lösungsmitteln lassen sich insbesondere aro- matische Polymere, die einen Aromaten in der Hauptkette aufweisen, und vor allem
Hochleistungspolymere vergleichsweise gut lösen.
[0032] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße
Dämpfungsmittel weiterhin Feststoffpartikel (z.B. submikrometergroße nanoskalige
Feststoffpartikel). Diese Feststoffpartikel weisen vorzugsweise eine Teilchengröße von 10 nm bis 10 um auf. Submikrometergroße nanoskalige Feststoffpartikel weisen vorzugsweise eine Teilchengröße von 10 nm bis 500 nm auf. Bevorzugte Beispiele für submikrometergroße nanoskalige Feststoffpartikel sind z.B. in der EP 2 704 136 A1 offenbart.
[0033] Bevorzugt werden als Feststoffpartikel Schwermetalle bzw. Schwermetallver- bindungen (z.B. Oxide) eingesetzt. Beispiele sind Wolfram und Wolframoxid. Durch die Verwendung von Schwermetallen bzw. Schwermetallverbindungen als Feststoff- partikel lassen sich die Schwingungseigenschaften der gesamten Saite beeinflussen.
[0034] Weiterhin können als Feststoffpartikel rheologische Additive wie beispiels- weise Schichtsilikate eingesetzt werden. Dadurch lässt sich das rheologische Verhal- ten des Dämpfungsmittels positiv beeinflussen.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0035] Weitere Charakteristika und Vorteile der Offenbarung werden im Verlauf der nachfolgenden Beschreibung ihrer Ausführungsformen ersichtlich, welche nur bei- spielhaft und nicht beschrankend in Zusammenschau mit den beigefügten Zeichnun- gen gegeben wird. In den Figuren ist:
[0036] Figur 1 eine schematische Schnittdarstellung einer Musiksaite.
[0037] Figur 2 eine weitere schematische Schnittdarstellung einer Musiksaite, ähnlich zu Fig. 1.
[0038] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Aus- führungsbeispielen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen (Bau)Teilebezeichnungen versehen werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Teilebezeichnungen übertragen werden können. Auch sind die in der
Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich, vorne, hinten, links, rechts usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Ordnungszahlen wie erste, zweite, usw. dienen lediglich zur Unter- scheidung der damit bezeichneten Begriffe und sagen nichts über eine Priorität oder das Vorhandensein weiterer Begriffe/Komponenten aus.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsform
[0039] Es wird anfänglich Bezug genommen auf die Fig. 1, in welcher eine Musiksaite 10 in einer Längsschnittdarstellung dargestellt ist. Dabei ist ein Schnitt durch die Mu- siksaite 10 dargestellt, um die einzelnen Lagen und deren Aufbau darstellen zu kön- nen. Auf eine Schraffur der Schnittflachen wurde der Übersichtlichkeit wegen verzich- tet. Da die Musiksaite 10 im grundsätzlichen Aufbau symmetrisch zur Langsmittel- achse L ist, wurde nur der obere Teil in Fig. 1 dargestellt und auf den unteren Teil der
Ubersichtlichkeit wegen verzichtet.
[0040] Die Musiksaite 10 umfasst einen im Querschnitt runden Saitenkern 11 (nur dig 199528
Hälfte des Durchmessers dargestellt und Querschnitt nicht sichtbar wegen des Längs- schnitts), eine Zwischenwickellage 12 und eine Außenwickellage 13. Die Zwischenwi- ckellage umfasst ein erstes Wickelelement 14 und ein optionales drittes Wickelelement 16 (optional ein weiteres fünftes Wickelelement), welche einen im Wesentlichen run- den oder im Wesentlichen eckigen Querschnitt haben können (eckig dargestellt in Fig. 1). Das erste Wickelelement 14 und das dritte Wickelelement 16 sind in Windungen einer Helix um den Saitenkern 11 gewickelt. Es kann ein optionales fünftes Wickelele- ment in der Zwischenwickellage angeordnet sein (nicht gezeigt). Die Offenbarung für das dritte Wickelelement gilt mutatis mutandis. Das erste Wickelelement 14 und das dritte Wickelelement 16 sind aus Kunststoff gefertigt. Das erste Wickelelement 14 und das dritte Wickelelement 16 können aus unterschiedlichen Kunststoffen oder Metallen gefertigt sein. Zwischen dem ersten Wickelelement 14 und dem dritten Wickelelement 16 sind Zwischenräume 20 angeordnet, in welchen Dämpfungsmittel 21 befindlich ist.
[0041] Die Wickelelemente der Außenwickellage in Figuren 1 und 2 haben alle einen rechteckigen Querschnitt. Grundsätzlich kann für jedes Wickelelement (unabhängig von den anderen Wickelelementen) ein anderer, z.B. runder oder mehreckiger Quer- schnitt gewählt werden. Um das erste Wickelelement 14 und das dritte Wickelelement 16 der Zwischenwickellage 12 sind in einer Helix jeweils das zweite Wickelelement 15 und das optionale vierte Wickelelement 17 gewickelt. Diese haben einen rechteckigen
Querschnitt.
[0042] Fig. 2 ist eine ähnliche Variante zu der in Fig. 1 gezeigten Musiksaite 10, wobei hier die Zwischenwickellage 12 ein erstes Wickelelement 14 und ein optionales drittes
Wickelelement 16 mit rundem Querschnitt umfasst.
[0043] Vorab genannte und zum Aufbau einer Musikinstrumentensaite genutzte
Dämpfungsmittel können folgende Zusammensetzung aufweisen:
[0044] Beispiel 1: RESISTHERMTM Al 244 L der Firma Allnex ist eine Lösung von etwa 44% eines proprietären Polyamidimids in N-Methylpyrrolidon. RESISTHERMTM
Al 244 L wurde unverändert eingesetzt.
[0045] Beispiel 2: 100g ALNOVOLTM PN 870 — ein proprietärer Novolak der Firma 99528
Allnex — werden in 100g Methoxypropanol unter Stickstoffatmosphäre, Rückfluss und starkem Rühren aufgelöst. Die resultierende Lösung zeigt eine dynamische Viskosität von 1000-2000 mPa.s.
[0046] Beispiel 3: 95g der in Beispiel 2 genannten Lösung werden 5g nano-Graphen — bereitgestellt von der Firma Roth (Produktnummer: 36LY.1, Dicke: 1-4 nm, Partikel- größe: <2 um) - zugefügt und der resultierende Ansatz mithilfe eines Labordispersers homogenisiert.
[0047] Beispiel 4: Eine Lösung von 20% ULTEMTM 1000 — einem proprietären Po- lyetherimid der Firma SABIC — und 80% N-Methylpyrrolidon wurde gemäß Roxana
SCARLET et al, REV. CHIM. (Bucharest), 63, No. 7, 2012, 688 dargestellt und unver- andert eingesetzt.
[0048] Beispiel 5: 100g der in Beispiel 4 hergestellten Lösung werden mit 1g Garamite 1958 — einem proprietären organophilen Schichtsilikat der Firma BYK — versetzt und der resultierende Ansatz mithilfe eines Labordispersers homogenisiert.
[0049] Beispiel 6: 100g der in Beispiel 4 hergestellten Lösung werden mit 2g Garamite 1958 — einem proprietären organophilen Schichtsilikat der Firma BYK — versetzt und der resultierende Ansatz mithilfe eines Labordispersers homogenisiert.
[0050] Beispiel 7: 100g der in Beispiel 4 hergestellten Lösung werden mit 4g Garamite 1958 — einem proprietären organophilen Schichtsilikat der Firma BYK — versetzt und der resultierende Ansatz mithilfe eines Labordispersers homogenisiert.
[0051] Beispiel 8: VIALKYD® AC 290/70MPAC - ein als 70%ige Lösung in Methoxyp- ropylacetat/Xylol vorliegendes fettsäuremodifiziertes und phthalsäurebasiertes Alkyd- harz der Firma Allnex — wird das Lösungsmittel mittels Vakuums und 120°C Tempera- tur sowie unter starkem Rühren soweit entzogen, dass die resultierende Mischung eine dynamische Viskosität von 50.000+10.000 mPa.s aufweist.
[0052] Beispiel 9: 95g der in Beispiel 8 hergestellten Mischung werden 5g nano-Wolfs 199528 ram(VI)-oxid — bereitgestellt von der Firma Carl Roth (Produktnummer 12PK.1, 100- 200nm) - portionsweise zugefügt und die resultierende Mischung bei 120°C und mittels starken Ruhrens vermengt. Die resultierende Dispersion wird sofort weiterverarbeitet.
[0053] Beispiel 10: 70g VIALKYD® AC 290/70MPAC und 30g händisch vermahlenes
ALNOVOLTM PN 870 werden bei 120°C und starkem Rühren sowie unter Stickstoff vereint.
[0054] Beispiel 11: 20g lupizetaTM FPC-8225 — ein proprietäres lösungsmittellösli- ches Polycarbonat-Polymer der Firma Mitsubishi Gas Chemical — und 20g Polyethyl- englykol 6000 — bereitgestellt von der Firma Roth (Produktnummer 0158.1) — werden in 60g Propylencarbonat bei 100°C und starkem Rühren sowie unter Stickstoff vereint.
[0055] Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzel- merkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen unter- schiedlichen Ausführungsbeispielen können für sich eigenständige erfinderische Lô- sungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zu grundliegende
Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden. Merkmale aus der Offenbarung zur Vorrichtung können in die Verfahrensoffenbarung /-ansprûche übernommen wer- den und vice versa.
[0056] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen, dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe 1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze 1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche
Teilbereiche beginnen mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10 oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,206 bis 8,126, oder 5,5 bis 10. In allen Darstellungen sind die Zwischenräume der Ubersichtlichkeit wegen gleich- mäßig und überproportional groß dargestellt. Bedingt durch die formmäßige Unregel- mäßigkeit der Wickelelemente sind die Zwischenräume in der Realität unregelmäßig
Le . . . . ; LU103528 bis hin zu stellenweise nicht vorhanden, weil benachbarte Windungen der Wickelele- mente einander berühren.
Bezugszeichenliste 1103528 10 Musiksaite 11 Saitenkern 12 Zwischenwickellage 13 AuBenwickellage 14 erstes Wickelelement 15 zweites Wickelelement 16 drittes Wickelelement 17 viertes Wickelelement 20 Zwischenräume 21 Dämpfungsmittel 30 runder oder eckiger Querschnitt 31 rechteckiger Querschnitt
L Längsmittelachse
Claims (11)
1. Musiksaite umfassend einen Saitenkern, mindestens eine Wickellage, wobei die Wickellage zumindest ein erstes Wickelelement umfasst, welches in einer Helix um den Saitenkern gewickelt ist, und wobei der Saitenkern aus Metall und/oder Kunststoff gefertigt ist, und wobei Zwischenräume in der Wickellage ein Dampfungsmittel umfassen, wobei das Dampfungsmittel mindestens ein aromatisches Polymer und min- destens ein Lösungsmittel umfasst.
2. Musiksaite nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine aromatische Polymer einen Aromaten in der Hauptkette aufweist.
3. Musiksaite nach Anspruch 1 oder 2, wobei das mindestens eine aromatische Polymer ein Hochleistungspolymer ist.
4. Musiksaite nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine aromatische Polymer aus folgenden Polymeren ausgewählt wird: Polystyrol, Phenolharze (e.g. No- volake), Melaminharze, Polyetheretherketon (PEEK), Polysulfon (PSU).
5. Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das mindes- tens eine Lösungsmittel eine Viskosität von 0,2-200mPa.s, vorzugsweise 0,2- 100mPa.s, besonders bevorzugt 0,2-50mPa.s aufweist.
6. Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das mindes- tens eine Lösungsmittel aus folgenden Lösungsmitteln ausgewählt wird: a) aprotisch polare Lösungsmittel wie z.B.: N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP), Di- methylformamid (DMF), y-Butyrolacton, Dimethylcarbonat, Diethylcarbonat,
Dimethylacetamid (DMAA), Dimethylsulfoxid (DMSO), Propylencarbonat, 1103528 Ethylencarbonat, N-Methylformamid, Sulfolan; b) Monomere wie 1,4-Butandiol, Ethandiol, 1,2-Propandiol, 1,3-Propandiol, 1,6-Hexandiol, 1,5-Pentandiol, Neopentylglykol, Diethylenglykol, Triethylengly- kol, Dipropylenglykol, 3-Methyl-1,5-pentandiol, Glyzerin, Ethylendiamin, Pro- pandiamin-1,2, Propandiamin-1,3, 2-Methylpropandiamin-1,3 und 2,2-Dime- thylpropandiamin-1,3, Styrol, o-Methylstyrol, m-Methylstyrol, p-Methylstyrol; und/oder c) allgemeine Lösungsmittel wie z.B.: Aceton, Acetonitril, Anilin, Benzol, Ben- zonitril, 1-Butanol, 2-Butanol, tert-Butylmethylether, Chloroform, Cyclohexan, 1,4-Dioxan, Essigsäure, Ethylacetat, Ethanol, Methanol, Ethylendichlorid, Ethylenglykoldimethylether, 2-Propanol, 1-Propanol, Isoamylalkohol, Butanon, Nitrobenzol, Tetrachlorethen, Toluol, 1,1,1-Trichlorethan, 2-Butanon, 1-Penta- nol, 2-Ethyl-1-Butanol, Cyclohexanol, Tetrahydrofurfuralalkohol, 2-Ethylhexa- nol, Benzylalkohol, Ethylenglykolmonoethylether, Ethylenglykolmonomethyl- ether, Ethylenglykolmonopropylether, Ethylengylkolmonobutylether, o-Xylol, m-Xylol, p-Xylol, Butylacetat, Propylacetat, Hexanal, Cyclohexanon, Limonen, a-Pinen, B-Pinen, Camphen, Methylisobutylketon, Menthol, Dipropylenglykol- methylether, Trimethylbenzol, Ethylbenzol, Methoxypropanol, Methoxypropy- lacetat, Butylglykol, Butyldiglykol.
7. Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Damp- fungsmittel eine Mischung aus mindestens zwei unterschiedlichen aromati- schen Polymeren umfasst.
8. Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Damp- fungsmittel zusatzlich ein weiteres nicht-aromatisches Polymer umfasst.
9. Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Damp- fungsmittel weiterhin Feststoffpartikel mit einer Teilchengröße von 10 nm bis 10 um umfasst.
. . . . . - LU103528
10.Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Dämp- fungsmittel weiterhin submikrometergrof3e nanoskalige Feststoffpartikel um- fasst.
11.Musiksaite nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das das Dämpfungsmittel eine Viskosität von 100mPa.s — 100.000.000mPa.s (20°C) aufweist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
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| LU103528A LU103528B1 (de) | 2025-02-04 | 2025-02-04 | Musiksaite |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| LU103528B1 true LU103528B1 (de) | 2026-08-04 |
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ID=94768529
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| LU103528A LU103528B1 (de) | 2025-02-04 | 2025-02-04 | Musiksaite |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| LU (1) | LU103528B1 (de) |
| WO (1) | WO2026167044A1 (de) |
Citations (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20050103180A1 (en) * | 2003-11-14 | 2005-05-19 | Allen John C. | Strings for musical instruments |
| EP1466314B1 (de) | 2002-01-16 | 2007-02-28 | Gibson Guitar Corp. | Behandlung einer saite mit einem hydrophoben polymer |
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| EP2099022A1 (de) | 2008-03-07 | 2009-09-09 | Thomastik-Infeld Gesellschaft m.b.H. | Musiksaite |
| EP2131352A1 (de) | 2008-05-30 | 2009-12-09 | Thomastik-Infeld Gesellschaft m.b.H. | Musiksaite |
| EP2704136A1 (de) | 2012-09-04 | 2014-03-05 | Larsen Strings A/S | Dämpfungs- und Bindemittel für Musiksaiten |
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- 2025-02-04 LU LU103528A patent/LU103528B1/de active
-
2026
- 2026-02-04 WO PCT/EP2026/052957 patent/WO2026167044A1/de active Pending
Patent Citations (7)
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Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| ROXANA SCARLET ET AL., REV. CHIM. (BUCHAREST, vol. 63, no. 7, 2012, pages 688 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO2026167044A1 (de) | 2026-08-13 |