EP4724323A1 - Computer-implementiertes verfahren zum koordinieren einer mehrzahl von fahrten - Google Patents

Computer-implementiertes verfahren zum koordinieren einer mehrzahl von fahrten

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EP4724323A1
EP4724323A1 EP24732396.7A EP24732396A EP4724323A1 EP 4724323 A1 EP4724323 A1 EP 4724323A1 EP 24732396 A EP24732396 A EP 24732396A EP 4724323 A1 EP4724323 A1 EP 4724323A1
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EP
European Patent Office
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transport
energy
computer
journeys
implemented method
Prior art date
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Pending
Application number
EP24732396.7A
Other languages
English (en)
French (fr)
Inventor
Kai Höfig
Cornel Klein
Thomas Waschulzik
Kristian Weiß
Marc Zeller
Sonja Zillner
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Siemens Mobility GmbH
Original Assignee
Siemens Mobility GmbH
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Publication date
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    • B61L27/16Trackside optimisation of vehicle or train operation
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60MPOWER SUPPLY LINES, AND DEVICES ALONG RAILS, FOR ELECTRICALLY- PROPELLED VEHICLES
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    • B60M3/06Arrangements for consuming regenerative power
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  • Engineering & Computer Science (AREA)
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein computer-implementiertes Verfahren zum Koordinieren einer Mehrzahl von Fahrten; umfassend a. Bereitstellen von mindestens einer ersten Fahrstrecke von mindestens einem ersten Transportmittel und einer zweiten Fahrstrecke von mindestens einem zweiten Transportmittel (S1); wobei das mindestens eine erste Transportmittel während mindestens einer Fahrt auf der mindestens einen ersten Fahrstrecke durch Rekuperation Energie erzeugt und durch die Energieerzeugung einen Energieüberschuss aufweist; b. Empfangen von mindestens einem ersten Profil des mindestens einen ersten Transportmittels und mindestens einem zweiten Profil des mindestens einen zweiten Transportmittels (S2); wobei das mindestens eine erste Profil und das mindestens eine zweite Profil Höhenprofile und/oder Geschwindigkeitsprofile sind; und c. Koordinieren der mindestens zwei Fahrten der mindestens zwei Transportmittel auf Basis der mindestens zwei Fahrstrecken und der mindestens zwei Profile (S3), so dass die überschüssige Energie des ersten Transportmittels unmittelbar von dem mindestens einen zweiten Transportmittel der mindestens zwei Transportmittel verbraucht wird; und d. Bereitstellen der mindestens zwei koordinierten Fahrten (S4). Ferner betrifft die Erfindung ein technisches System und ein entsprechendes Computerprogrammprodukt.

Description

Beschreibung
Computer-implementiertes Verfahren zum Koordinieren einer Mehrzahl von Fahrten
1 . Technisches Gebiet
Die Erfindung betri f ft ein computer-implementiertes Verfahren zum Koordinieren einer Mehrzahl von Fahrten . Ferner ist die Erfindung auf ein entsprechendes technisches System und ein Computerprogrammprodukt gerichtet .
2 . Stand der Technik
Das autonome Fahren gewinnt zunehmend an Bedeutung . Diverse autonome Fahrzeuge , wie Autos und Züge , sind in diesem Zusammenhang aus dem Stand der Technik bekannt . Der Automatisierungsgrad nimmt ebenfalls erheblich zu .
Die autonomen Fahrzeuge sind dazu eingerichtet fahrerlos betrieben zu werden . Sie sind folglich selbst- fahrend .
Im Zuge der Weiterentwicklung der autonomen Züge und deren Steuerungssysteme wird die Steuerung des Zuges Schritt für Schritt vom Triebfahrzeugführer ( auch Zugführer genannt ) auf ein technisches System mit automatisierter Steuerung ( auch Zugsteuerung genannt ) übertragen . Die Zugsteuerung ist dazu eingerichtet , den autonomen Zug im Fall eines erkannten Hindernisses im Gleisbett ohne Eingrei fen des Triebfahrzeugführers anzuhalten .
Herkömmlicherweise umfassen die autonomen Züge Energiespeicher zum Speichern der Energie ohne bordeigene Energiequellen zu benötigen . Die Anschaf fung sowie die Instandhaltung der Energiespeicher gemäß dem Stand der Technik sind allerdings mit hohen Kosten verbunden und fehleranfällig . Ferner werden das energieerzeugende Bremsen oder das Tal fahren der autonomen Züge , wie zum Beispiel das Bremsen durch die Wirbelstrom- bremse , in der Energieerzeugung sowie im Energieverbrauch mittels der Energiespeicher nicht hinreichend berücksichtigt . Folglich geht unnötigerweise Energie verloren, welche allerdings gebraucht wird und die Energiespeicher sind auch ineffi zient .
Die vorliegende Erfindung stellt sich daher die Aufgabe ein computer-implementiertes Verfahren zum Koordinieren einer Mehrzahl von Fahrten bereitzustellen, welches ef fi zienter und zuverlässiger ist .
3 . Zusammenfassung der Erfindung
Die oben genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein computer-implementiertes Verfahren zum Koordinieren einer Mehrzahl von Fahrten gelöst , umfassend a . Bereitstellen von mindestens einer ersten Fahrstrecke von mindestens einem ersten Transportmittel und einer zweiten Fahrstrecke von mindestens einem zweiten Transportmittel ; wobei das mindestens eine erste Transportmittel während mindestens einer Fahrt auf der mindestens einen ersten Fahrstrecke durch Rekuperation Energie erzeugt und durch die Energieerzeugung einen Energieüberschuss aufweist ; b . Empfangen von mindestens einem ersten Profil des mindestens einen ersten Transportmittels und mindestens einem zweiten Profil des mindestens einen zweiten Transportmittels ; wobei das mindestens eine erste Profil und das mindestens eine zweite Profil Höhenprofile und/oder Geschwindigkeitsprofile sind; und c . Koordinieren der mindestens zwei Fahrten der mindestens zwei Transportmittel auf Basis der mindestens zwei Fahrstrecken und der mindestens zwei Profile , so dass die überschüssige Energie des ersten Transportmittels unmittelbar von dem mindestens einen zweiten Transportmittel der mindestens zwei Transportmittel verbraucht wird; und d . Bereitstellen der mindestens zwei koordinierten Fahrten .
Dementsprechend ist die Erfindung auf ein computerimplementiertes Verfahren zum Koordinieren einer Mehrzahl von Fahrten gerichtet . Mit anderen Worten werden die Fahrten der Transportmittel koordiniert . Bevorzugt sind die Transportmittel als autonome Züge ausgebildet .
In einem ersten Verfahrensschritt werden die Fahrstrecken als Eingabedaten bereitgestellt , nämlich die Fahrstecken des ersten und des zweiten Transportmittels . Mit anderen Worten sind den Transportmitteln die Fahrstrecken zugeordnet . Die zwei Transportmittel können sich dabei auf einer gemeinsamen Fahrstrecke oder auf zwei getrennten Fahrstrecken befinden . Auf der gemeinsamen Fahrstrecke können die zwei Transportmittel während der Fahrt einander entgegenkommen . Das erste Transportmittel ist während der Fahrt auf der ersten Fahrstrecke für die Energieerzeugung eingerichtet . Die Energie wird dabei mittels Rekuperation erzeugt und resultiert in einem Energieüberschuss , folglich in überschüssiger Energie . Der Begri f f Rekuperation steht für die Rückgewinnung von Energie , unabhängig von der Art , wie sie erzeugt wurde . Die überschüssige Energie ist dabei die Energie , die vom ersten Transportmittel nicht benötigt wird bzw . im Überschuss vorhanden ist .
Weiterhin werden in einem zweiten Verfahrensschritt die Profile als weitere Eingabedaten bereitgestellt . Die Transportmittel sind den Profilen ebenfalls zugeordnet . Die Profile können dabei Höhenprofile sein, welche die Steigungen auf der Fahrstrecke betrachten . Ein Höhenprofil gibt in relativer Distanz zu einem absolut bekannten Ausgangspunkt die Höhe oberhalb eines Referenzpunktes , wie etwa Normal Null oder der Höhe des Ausgangpunktes an . Beispielsweise ist das erste Transportmittel ein tal fahrendes Transportmittel und fährt dabei während seiner Fahrt auf der ersten Fahrstrecke Bergab . Mit anderen Worten ist das erste Transportmittel tal fahrend . Ferner ist folglich das zweite Transportmittel ein bergfahrendes Transportmittel und fährt dabei während seiner Fahrt auf der zweiten Fahrstrecke Bergauf , somit nicht Bergab . Die zwei Transportmittel weisen dementsprechend unterschiedliche Höhenprofile bzw . auch unterschiedliche Steigungen auf . Das erste Transportmittel erzeugt während der Tal fahrt die Energie . Das erste Transportmittel erzeugt Energie sowohl während der Tal fahrt , beziehungsweise in den Abschnitten seines Höhenprofils mit negativer Steigung, als auch während Bremsvorgängen allgemein . Alternativ oder zusätzlich zu den Höhenprofilen können folglich auch die Geschwindigkeiten betrachtet werden . Beispielsweise fährt das erste Transportmittel während seiner Fahrt auf der ersten Fahrstrecke mit höherer Geschwindigkeit und somit schneller als das zweite Transportmittel . Das zweite Transportmittel fährt hingegen mit geringerer Geschwindigkeit als das erste Transportmittel und somit langsamer als das erste Transportmittel . Die Transportmittel weisen unterschiedliche Geschwindigkeiten auf . Das erste Transportmittel erzeugt während der Fahrt durch seine höhere Geschwindigkeit die Energie .
Die Eingabedaten können dabei über eine oder mehrere Eingabeschnittstellen einer Recheneinheit empfangen werden . Zusätzlich oder alternativ können die Ausgabedaten in Form der koordinierten Fahrten auch über eine oder mehrere Ausgabeschnittstellen an eine Recheneinheit gesendet werden . Die Schnittstellen können als serielle oder parallele Schnittstellen ausgebildet sein . Die Schnittstellen stellen vorteilhafterweise eine ef fi ziente und reibungslose Datenübertragung zwischen den Recheneinheiten sicher . Die Daten können dabei bidirektional ausgetauscht werden ohne Datenstau . In einem weiteren Verfahrensschritt werden die Fahrten der Transportmittel auf Basis der Eingabedaten koordiniert . Die Koordinierung erfolgt dabei derart , dass die vom ersten Transportmittel erzeugte und überschüssige Energie unmittelbar von dem zweiten Transportmittel verbraucht wird . Mit anderen Worten wird die überschüssige Energie an das zweite Transportmittel abgegeben und geht somit nicht verloren .
In einem letzten Verfahrensschritt werden die Ausgabedaten in Form der koordinierten Fahrten bereitgestellt .
Die Transmittel können dementsprechend durch die Zugsteuerung oder eine andere zentralen Steuereinheit derart koordiniert werden, dass die Energie die durch Rekuperation erzeugt wird sofort verbraucht werden kann . Auf diese Weise entfällt ein Energiespeicher auf dem Transportmittel , der gerade Energie mittels Rekuperation erzeugt .
Folglich können beispielsweise zwei entgegenkommende autonome Züge als bevorzugte Transportmittel mittels der Fernsteuerung auf einer Fahrstrecke mit Steigung zeitlich derart koordiniert werden, dass der bergfahrende autonome Zug die Energie des rekuperierenden tal fahrenden autonomen Zuges sofort über die Oberleitung verbraucht . Der Vorteil liegt beim Güterverkehr vor allem darin, dass die Energiekosten signi fikant eingespart werden sowie freigesetztes C02 reduziert wird .
Die vorliegende Erfindung stellt dadurch insgesamt sicher, dass die durch Rekuperation erzeugte Energie der Transportmittel durch den Koordinierungsschritt optimal ausgenutzt wird . Weiterhin werden die Fahrten der Transportmittel optimal aufeinander abgestimmt unter Berücksichtigung der überschüssigen Energie . Weiterhin stellt die vorliegende Erfindung die koordinierten Fahrten bereit . Die koordinierten Fahrten bilden vorteilhafterweise die Basis für weitere Maßnahmen, wie Steuerung der Transportmittel oder Routenplanung . In einer Ausgestaltung wird die überschüssige Energie mittels mindestens einer Oberleitung und/oder mindestens einer Speichereinheit verbraucht . Dementsprechend wird die Energie durch das zweite Transportmittel bevorzugt über die bereits vorhandene Oberleitung verbraucht . Die Oberleitung findet vor allem im Fall autonomer Züge im Schienenverkehr Anwendung und ist meist vorhanden . Dies hat den Vorteil , dass keine weitere zusätzliche Speichereinheit , wie Energiespeicher im autonomen Zug, notwendig ist . Ferner werden auch keine anderen Leitungen oder dergleichen benötigt . Dadurch werden Kosten eingespart . Alternativ oder zusätzlich kann das Transportmittel allerdings auch eine Speichereinheit , wie Energiespeicher, aufweisen . Eine beispielhafte Speichereinheit ist ein Akku . Die Speichereinheit kann hinsichtlich ihrer Speicherkapazität , Beschaf fenheit des Transportmittels , der Infrastruktur, der Fahrstecke sowie weiterer Kriterien flexibel ausgewählt werden .
In einer Ausgestaltung weist das computer-implementierte Verfahren weiterhin auf
Empfangen weiterer Eingabedaten für die Koordinierung in Schritt c . , wobei die weiteren Eingabedaten bevorzugt ein kinematisches Potenzial des mindestens einen ersten Transportmittels und/oder des mindestens einen zweiten Transportmittels und/oder mindestens eine Rahmenbedingung umfassen . Dementsprechend können die Eingabedaten ergänzt werden . Die zusätzlichen Eingabedaten verbessern die Datenbasis für den Koordinierungsschritt . Der Vorteil liegt darin, dass die Qualität bzw . Zuverlässigkeit der Koordinierung erhöht wird .
In einer Ausgestaltung umfasst die Energie Bremsenergie . Dementsprechend umfasst die Energie die Energie , die beim Bremsen durch das Transportmittel erzeugt wird . Beispielsweise erzeugt das erste Transportmittel während dem Tal fahren oder Begab-Fahren vermehrt Bremsenergie etc . Diese Bremsenergie kann vorteilhaft für die Rekuperation sowie die Koordinierung verwendet werden . In einer Ausgestaltung weist das computer-implementierte Verfahren weiterhin auf
Steuern mindestens eines der mindestens zwei Transportmittel unter Berücksichtigung der mindestens zwei koordinierten Fahrten . Dementsprechend können eine oder mehrere Maßnahmen nach der Bereitstellung der koordinierten Fahrten des erfindungsgemäßen Verfahrens eingeleitet werden . Die Maßnahmen können gleichzeitig, nacheinander oder auch stufenweise durchgeführt werden .
Dementsprechend können ein oder mehrere Transportmittel abhängig von den koordinierten Fahrten auch angesteuert werden, bevorzugt über die Zugsteuerung im Fall autonomer Züge . Beispielsweise wird die Geschwindigkeit von einem autonomen Zug reduziert oder der autonome Zug wird angehalten und wartet auf einen anderen autonomen Zug etc . Die Routenplanung wird folglich verbessert .
In einer Ausgestaltung weist das computer-implementiere Verfahren weiterhin auf
Anpassen mindestens einer technischen Eigenschaft in Bezug auf mindestens eines der mindestens zwei Transportmittel , mindestens einer technischen Komponente mindestens eines der mindestens zwei Transportmittel , mindestens eines Fahrplans . Dementsprechend können unterschiedliche Kriterien angepasst werden . Der Begri f f Anpassen kann auch als Ändern ausgelegt werden . Eine beispielhafte technische Eigenschaft des Transportmittels ist die Geschwindigkeit . Die Geschwindigkeit des Transportmittels kann erhöht , beibehalten oder verringert werden . Eine beispielhafte technische Komponente des Transportmittels ist der Zugabschnitt oder Zugwaggon . Ein oder mehrere Zugwaggons können entfernt , beibehalten oder hinzugefügt werden . Die Anzahl der Zugwaggons kann sich somit ändern . Ferner können bereits installierte Energiespeicher der Transportmittel entfernt werden . Ferner kann der Fahrplan im Schienenverkehr angepasst werden, hinsichtlich der Energieeffi zienz optimiert werden .
In einer Ausgestaltung weist das computer-implementierte Verfahren weiterhin auf
- Ausgeben der mindestens zwei koordinierten Fahren und/oder weiterer Daten auf einer Anzeigeeinheit ,
- Speichern der mindestens zwei koordinierten Fahren und/oder weiterer Daten in einer Speichereinheit , und/oder
Übermitteln der mindestens zwei koordinierten Fahren und/oder weiterer Daten an eine Recheneinheit .
Dementsprechend können dem Nutzer oder Anwender die koordinierten Fahrten als Ausgabe auf einer Anzeigeeinheit einer Recheneinheit angezeigt werden . Die koordinierten Fahrten können um weitere Ausgabedaten ergänzt werden, wie Informationen hinsichtlich der betrof fenen Transportmittel sowie Fahrstrecken etc . Weiterhin kann die Ausgabe auch gespeichert werden, die Ausgabe selbst oder in Form einer entsprechenden Nachricht oder Mitteilung an eine andere Einheit , wie ein Endgerät , eine Steuereinheit oder sonstige Recheneinheit übertragen werden . Die empfangende Recheneinheit kann nach Empfang ebenfalls weitere entsprechende Maßnahmen einleiten .
Ferner betri f ft die Erfindung ein technisches System zum Durchführen des obigen Verfahrens . Bevorzugt ist das technische System die Zugsteuerung des autonomen Zugs oder eine andere zentrale technische Einheit wie Koordinierungseinheit der Zugsteuerung . Weiterhin kann die Koordinierung auch dezentral umgesetzt werden derart , dass die Transportmittel die Energiepotenziale untereinander aushandeln .
Die Erfindung betri f ft ferner ein Computerprogrammprodukt mit einem Computerprogramm, das Mittel zur Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens , wenn das Computerprogramm auf einer programmgesteuerten Einrichtung zur Aus führung gebracht wird .
Ein Computerprogrammprodukt , wie z . B . ein Computerprogramm- Mittel , kann beispielsweise als Speichermedium, wie z . B . Speicherkarte , USB-Stick, CD-ROM, DVD, oder auch in Form einer herunterladbaren Datei von einem Server in einem Netzwerk bereitgestellt oder geliefert werden . Dies kann zum Beispiel in einem drahtlosen Kommunikationsnetzwerk durch die Übertragung einer entsprechenden Datei mit dem Computerprogrammprodukt oder dem Computerprogramm-Mittel erfolgen . Als programmgesteuerte Einrichtung kommt insbesondere eine Steuereinrichtung, wie beispielsweise eine Industriesteuerungs-PC oder eine Speicherprogrammierbare Steuerung oder ein Programmable Logic Controller, kurz PLC, oder ein Mikroprozessor für eine Smartcard oder dergleichen in Frage .
4 . Kurze Beschreibung der Zeichnungen
In der folgenden detaillierten Beschreibung werden vorliegend bevorzugte Aus führungs formen der Erfindung weiter beschrieben mit Bezug auf die folgenden Figuren .
FIG 1 zeigt ein schematisches Ablauf diagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens .
FIG 2 zeigt eine schematische Ansicht der mindestens zwei Transportmittel auf einer gemeinsamen Fahrstrecke mit unterschiedlichen Höhenprofilen gemäß einer Aus führungs form der Erfindung .
5. Beschreibung der bevorzugten Aus führungs formen
Im Folgenden werden bevorzugte Aus führungs formen der vorliegenden Erfindung in Bezug auf die Figuren beschrieben . Figur 1 stellt ein Ablauf diagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens mit den Verfahrensschritten S 1 bis S4 schematisch dar .
Figur 2 stellt eine schematische Ansicht der zwei Transportmittel auf einer gemeinsamen Fahrstrecke mit unterschiedlichen Höhenprofilen gemäß einer Aus führungs form der Erfindung dar . Die Transportmittel sind gemäß dieser Aus führungs form der Erfindung als autonome Züge ausgebildet .
Das erste Transportmittel 10 ist ein tal fahrendes Transportmittel und fährt dabei während seiner Fahrt auf der ersten Fahrstrecke Bergab . Mit anderen Worten ist das erste Transportmittel 10 tal fahrend . Das zweite Transportmittel 20 ist ein bergfahrendes Transportmittel und fährt dabei während seiner Fahrt auf der zweiten Fahrstrecke Bergauf , somit nicht Bergab . Der zweite autonome Zug 20 fährt dem ersten autonomen Zug 10 auf der gemeinsamen Fahrstrecke entgegen . Die Fahrten der autonomen Züge 10 , 20 werden auf Basis der Fahrstrecken und der Höhenprofile der Fahrstrecken koordiniert . Die Koordinierung erfolgt derart , dass die vom ersten autonomen Zug 10 bei der Tal fahrt erzeugte Energie durch Rekuperation stets sofort vom zweiten autonomen Zug 20 über die Oberleitung verbraucht wird .
Weiterhin kann auch das kinematische Potenzial eines autonomen Zuges berücksichtigt werden . Das kinematische Potenzial eines Zuges besteht aus der Geschwindigkeit und der Masse des Zuges . Je höher die Masse oder j e höher die Geschwindigkeit , desto höher ist das kinematische Potenzial des Zuges . So kann in diesem Zusammenhang von Zügen mit relativ hoher Masse überschüssige Energie aus dem Netz aufgenommen werden und in eine höhere Geschwindigkeit umgesetzt werden, als auch Energie gewonnen werden, wenn ein Zug mit hohem kinematischen Potenzial abgebremst wird . Dies geschieht bevorzugt innerhalb der im Fahrplan vorgesehenen Zeiten . Gemäß einer Aus führungs form der Erfindung werden alle Fahrtstrecken und Höhenprofile einer Mehrzahl autonomer Züge 10 , 20 derart koordiniert , dass die durch Rekuperation erzeugte Energie aller Züge , dass die erzeugte Energie sofort verbraucht werden kann .
Die Koordinierung bewirkt in einem Anwendungsbeispiel , dass mindestens ein autonomer Zug vor einer Steigung wartet , bis mindestens ein anderer autonomer Zug Rekuperation betreibt . Alternativ oder zusätzlich wartet mindestens ein autonomer Zug vor einem Gefälle , bis mindestens ein anderer autonomer Zug seine voraussichtlich durch Rekuperation erzeugte Energie verbrauchen kann .
Weiterhin kann gezielt ein kinematisches Energiepotenzial über die Regelung der Geschwindigkeit aufgebaut werden .
Weiterhin ist es möglich autonome Züge absichtlich bergauf fahren zu lassen, um Energie zu speichern . Dementsprechend kann auch Energie aus anderen Quellen aufgenommen werden, zum Beispiel aus erneuerbaren Energien .
Weiterhin können Rahmenbedingungen wie etwa die Pünktlichkeit , die Reisedauer, der Streckendurchsatz , der Güterdurchsatz , der Personendurchsatz , die Streckenbelegung und/oder die Energieeinsparung Berücksichtigung finden .
Gemäß einer weiteren Aus führungs form wird nicht nur die erzeugte Energie verbraucht , sondern es entsteht viel Bremsenergie durch Rekuperation . Dies hat den Vorteil , noch mehr Energie einzusparen . Üblicherweise bestehen Güterzüge heutzutage typischerweise aus Loks und Waggons . Die Güterzüge können in dieser Aus führungs form zusätzlich aus Bremswaggons bestehen, die ausschließlich zur Abbremsung des autonomen Zuges , zur Energieerzeugung aus der Bremsung (Rekuperation) und Einspeisung der erzeugten Energie in die Oberleitung verwendet werden .

Claims

Patentansprüche
1. Computer-implementiertes Verfahren zum Koordinieren einer
Mehrzahl von Fahrten; umfassend a. Bereitstellen von mindestens einer ersten Fahrstrecke von mindestens einem ersten Transportmittel (10) und einer zweiten Fahrstrecke von mindestens einem zweiten Transportmittel (20) ( S1 ) ; wobei das mindestens eine erste Transportmittel (10) während mindestens einer Fahrt auf der mindestens einen ersten Fahrstrecke durch Rekuperation Energie erzeugt und durch die Energieerzeugung einen Energieüberschuss aufweist; b. Empfangen von mindestens einem ersten Profil des mindestens einen ersten Transportmittels (10) und mindestens einem zweiten Profil des mindestens einen zweiten Transportmittels (20) ( S2 ) ; wobei das mindestens eine erste Profil und das mindestens eine zweite Profil Höhenprofile und/oder Geschwindigkeitsprofile sind; und c. Koordinieren der mindestens zwei Fahrten der mindestens zwei Transportmittel (10, 20) auf Basis der mindestens zwei Fahrstrecken und der mindestens zwei Profile (S3) , so dass die überschüssige Energie des ersten Transportmittels (10) unmittelbar von dem mindestens einen zweiten Transportmittel (20) der mindestens zwei Transportmittel (10, 20) verbraucht wird; und d. Bereitstellen der mindestens zwei koordinierten Fahrten (S4) .
2 . Computer-implementiertes Verfahren nach Anspruch 1 , wobei die überschüssige Energie mittels mindestens einer Oberleitung und/oder mindestens einer Speichereinheit verbraucht wird .
3 . Computer-implementiertes Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2 , weiterhin aufweisend
Empfangen weiterer Eingabedaten für die Koordinierung in Schritt c . , wobei die weiteren Eingabedaten ein kinematisches Potenzial des mindestens einen ersten Transportmittels ( 10 ) und/oder des mindestens einen zweiten Transportmittels ( 20 ) und/oder mindestens eine Rahmenbedingung umfassen .
4 . Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche , wobei die Energie Bremsenergie umfasst .
5 . Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche , weiterhin aufweisend
Steuern mindestens eines der mindestens zwei Transportmittel unter Berücksichtigung der mindestens zwei koordinierten Fahrten .
6 . Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche , weiterhin aufweisend
Anpassen mindestens einer technischen Eigenschaft in Bezug auf mindestens eines der mindestens zwei Transportmittel ( 10 , 20 ) , mindestens einer technischen Komponente mindestens eines der mindestens zwei Transportmittel , mindestens eines Fahrplans .
7 . Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche , weiterhin aufweisend
- Ausgeben der mindestens zwei koordinierten Fahren und/oder weiterer Daten auf einer Anzeigeeinheit , - Speichern der mindestens zwei koordinierten Fahren und/oder weiterer Daten in einer Speichereinheit , und/oder - Übermitteln der mindestens zwei koordinierten Fahren und/oder weiterer Daten an eine Recheneinheit .
8 . Technisches System zum Durchführen des Verfahrens nach- einem der vorhergehenden Ansprüche .
9. Computerprogrammprodukt mit einem Computerprogramm, das Mittel zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 aufweist , wenn das Computerprogramm auf einer programmgesteuerten Einrichtung zur Aus führung gebracht wird .
EP24732396.7A 2023-07-19 2024-05-22 Computer-implementiertes verfahren zum koordinieren einer mehrzahl von fahrten Pending EP4724323A1 (de)

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