EP4701831A1 - Blasmodul für eine blasanlage - Google Patents
Blasmodul für eine blasanlageInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Blasmodul für eine Blasanlage zum Umformen von Kunststoffvorformlingen zu Behältern mit einer Blasform (1) und einer der Blasform (1) zugeordneten Blaseinrichtung, wobei die Blasform (1) zumindest zwei gemeinsam eine Blaskavität (2) bildende Formteile (6) umfasst, welche jeweils an einem zugeordneten Formträger (5) befestigbar sind, und wobei eine Temperiervorrichtung zum Heizen und/oder Kühlen der Formteile (6) vorgesehen ist. Erfindungsgemäß weist die Temperiervorrichtung jeweils in den Formteilen (6) angeordnete oder in den Formteilen (6) gebildete Temperiereinheiten auf, welche jeweils über zumindest eine Medienschnittstelle (9, 10) mit dem zugeordneten Formträger (5) verbindbar sind.
Description
Beschreibung
Blasmodul für eine Blasanlage
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Blasmodul für eine Blasanlage zum Umformen von Kunststoffvorformlingen zu Behältern mit einer Blasform und einer der Blasform zugeordneten Blaseinrichtung, wobei die Blasform zumindest zwei gemeinsam eine Blaskavität bildende Formteile aufweist, welche jeweils an einem zugeordneten Formträger befestigbar, insbesondere befestigt, sind, und wobei eine Temperiervomchtung zum Heizen und/oder Kühlen der Formteile vorgesehen ist.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Blasmodule aus dem Bereich der Getränketechnik, sodass es sich folglich bei den Behältern um Getränkebehälter, insbesondere um Getränkeflaschen handelt. Diese werden üblicherweise zunächst aus Kunststoffvorformlingen hergestellt, welche auch als sogenannte Preforms bezeichnet werden. Im Rahmen einer Blasanlage werden diese Kunststoffvorformlinge zunächst zugeführt und sodann in einer Heizeinrichtung erwärmt. Durch diese Erwärmung wird das Material der Kunststoffvorformlinge, welches üblicherweise Polyethylenterephthalat (PET), ist, aufgeweicht, sodass es sich leicht in dem nachfolgenden Blasformprozess aufweiten lässt.
Die Kunststoffvorformlinge werden nach dem Erwärmen in die Blasformen eingesetzt. Die Blasform bildet hierbei eine Blaskavität, welche die Kunststoffvorformlinge aufnimmt und eine Kontur aufweist, welche dem daraus zu fertigenden Behälter entspricht. Folglich handelt es sich bei der Blaskavität um ein Negativ des zu fertigenden Behälters. Die Blasform ist üblicherweise zumindest zweiteilig aus Blashälften gebildet, wobei diese Blashälften zueinander verschwenkbar ausgebildet sind. Hierdurch ist es möglich die Kunststoffvorformlinge seitlich einzuführen und sodann die Blasform durch Verschwenken der Blasformhälften zueinander zu verschließen. Im Anschluss erfolgt dann das Einbringen eines Blasfluides, welches die Seitenwände der
Kunststoffvorformlinge an die Blaskavität herandrückt. Zugleich kann im Rahmen des Streckblasens auch eine sogenannte Reckstange vertikal in die Kunststoffvorformlinge eingeführt werden, wodurch eine längliche Aufweitung des Kunststoffvorformlings erfolgt.
Bei dem Blasfluid handelt es sich üblicherweise um ein Gas, insbesondere um Druckluft. Alternativ ist es aber auch möglich, die Kunststoffvorformlinge unmittelbar mit einem Füllmedium zu beaufschlagen. Hierdurch erfolgt nicht nur das Aufweiten der Vorformlinge sondern zugleich auch das Befüllen des Behälters. Ein solcher Prozess wird allgemein auch als FormFill-Verfahren bezeichnet.
Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus insbesondere auf Blasformen, bei denen die Blasformhälften jeweils aus einem Formträger und einem Formteil gebildet sind. Die eigentliche Blaskavität wird dann von den Formteilen gebildet, welche an dem zugeordneten Formträger befestigt sind. Eine solche Ausgestaltung ist von Vorteil, da im Rahmen eines Formwechsels lediglich die Formteile nicht aber die Formträger ausgewechselt werden müssen. Entsprechend unterscheiden sich lediglich die zu wechselnden Formteile in der Ausgestaltung der die Blaskavität bildenden Kontur, während die Formträger beibehalten werden.
Bei einer solchen Ausgestaltung ist von besonderem Vorteil, dass beispielsweise Temperiervorrichtungen in dem Formträger angeordnet werden können, welche durch Wärmeleitung ein Aufheizen und/oder Kühlen der Formteile bewirken. Hierdurch ist es möglich, durch ein gezieltes Erwärmen lokale Abkühlungen im Material der Kunststoffvorformlinge zu verhindern, welche zu Beschädigungen am zu fertigenden Behälter führen können. Zugleich kann auch im Bereich des sogenannten Neckringes aktiv gekühlt werden. Bei dem Neckring handelt es sich um einen vorstehenden Materialabschnitt unterhalb eines Kopfabschnittes des Kunststoffvorformlings, welcher üblicherweise bereits fertig mit einem Außengewinde ausgebildet ist. Dieses Außengewinde dient der Aufnahme einer Verschlusskappe.
Eine solche Ausgestaltung ist besonders vorteilhaft und wird in vielfältigen Blasform prozessen im Bereich der Getränketechnik angewendet. Zugleich ist es nicht erforderlich, entsprechende Temperiervorrichtungen unmittelbar in den Formteilen vorzusehen, sodass diese in einfacher Art und Weise ausgetauscht werden können, ohne dass Anpassungen an der Temperiervorrichtung notwendig wären.
Zugleich hat sich aber auch gezeigt, dass durch den räumlichen Abstand zwischen der Temperiervorrichtung und den Innenwandungen des Formteils je nach Form des auszubildenden Behälters zu große Temperaturunterschiede vorliegen, welche nur eine ineffiziente Temperierung der Kunststoffvorformlinge ermöglichen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Blasmodul für eine Blasanlage anzugeben, welches eine bessere und effizientere Temperierung der Kunststoffvorformlinge bzw. der zu bildenden Behälter ermöglicht.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Blasmodul gemäß dem Patentanspruch 1 . Dementsprechend ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Temperiervorrichtung jeweils in den Formteilen angeordnete oder in den Formteilen gebildete Temperiereinheiten aufweist, welche jeweils über zumindest eine Medienschnittstelle mit den zugeordneten Formträgern verbindbar, insbesondere verbunden, sind.
Ausgehend von einer zweiteiligen Ausgestaltung der Blasformhälften ist nunmehr eine Temperiervorrichtung vorgesehen, welche sich über die Temperiereinheiten unmittelbar in die Formteile erstreckt. Entsprechend erfolgt das Aufheizen und/oder Kühlen unmittelbar im Formteil und somit nah an der Blaskavität.
Entsprechend ist es nunmehr aber auch erforderlich, dass die Temperiereinheiten während des Blasformens aktiv betrieben werden können. Hierzu sind Medienschnittstellen vorgesehen, über welche die
Temperiereinheiten an eine Medienquelle angeschlossen werden können. Diese Medienquelle ist über eine medienführende Leitung mit dem Formteil verbunden, wobei sodann über die Medienschnittstelle auch die Temperiereinheit medienwirkend mit der Medienquelle verbunden werden kann.
Grundsätzlich kann es sich bei der Medienquelle um eine Fluidquelle handeln, sodass entsprechend die Temperiereinheit über ein Wärme- und/oder Kühlfluid temperiert wird. Hierbei kann das ein Wärme- und/oder Kühlfluid sowohl flüssig als auch gasförmig ausgebildet sein. Alternativ ist es aber auch denkbar, dass die Temperiereinheiten eine elektrische Aufheizung bewirken, sodass dann die Medienquelle eine Stromquelle ist. Entsprechend handelt es sich bei den Verbindungsleitungen um Fluidleitungen oder um elektrische Leitungen.
Darüber hinaus können grundsätzlich auch mehrere Medienschnittstellen an nur einem Formteil vorgesehen sein. So ist es beispielsweise denkbar, dass eine Medienschnittstelle einen Vorlauf und eine zweite Medienschnittstelle einen Rücklauf bewirkt. Auch bei einer elektrischen Verbindung sind grundsätzlich zumindest zwei Medienschnittstellen erforderlich. Darüber hinaus können auch mehrere Temperiereinheiten innerhalb eines Formteils angeordnet sein, sodass entsprechend auch für jede Temperiereinheit zumindest eine Medienschnittstelle, bevorzugt aber zwei Medienschnittstellen, vorgesehen sind. Eine solche Ausgestaltung ist beispielsweise dann denkbar, wenn im Bereich des Neckrings bzw. im oberen Bereich der Blaskavität eine Kühlung und im unteren Bereich der Blaskavität eine Erwärmung des Formteils erforderlich ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Formteile lösbar an den Formträgern befestigt bzw. ist jedes Formteil lösbar an dem zugeordneten Formträger befestigt. Wie bereits zuvor erläutert, ist es hierdurch möglich, einen Austausch der Formteile vorzunehmen, während ein gleichzeitiger Wechsel der Formträger nicht erforderlich ist. Gemäß einer solchen Ausgestaltung ist es dann aber auch zweckmäßig, die Medienschnittstelle trennbar auszugestalten.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung weisen die Formträger jeweils eine
Kupplungsvorrichtung auf, welche dazu eingerichtet sind, die zugeordneten Formteile in einer Arretierstellung zu befestigen und in einer Öffnungsstellung zu lösen. Entsprechend kann die Kupplungsvorrichtung eine Verstellung zwischen der Arretierstellung und der Öffnungsstellung bewirken. Hierdurch ist es möglich nach Einsetzen des Formteils in den jeweiligen Formträger durch Stellen der Kupplungsvorrichtung in die Arretierstellung eine Befestigung zu bewirken. Zugleich kann das Formteil dann durch die Kupplungsvorrichtung auch für einen erneuten Wechsel in der Öffnungsstellung gelöst und entnommen werden. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Blasformen im Querschnitt im Wesentlichen rund ausgebildet sind, wobei der Formträger im Wesentlichen entsprechend schalenförmig ausgebildet ist und das Formteil entsprechend in diesem schalenförmigen Formträger eingesetzt und befestigt wird.
Bevorzugt ist darüber hinaus vorgesehen, dass die Formteile in der Öffnungsstellung gegenüber der Arretierstellung beabstandet sind. Entsprechend wird durch ein Verstellen der Kupplungsvorrichtung bzw. durch ein Überführen von der Arretierstellung in die Öffnungsstellung das Formteil innerhalb des Formträgers bewegt. Bei dieser Bewegung kann es sich beispielsweise um eine Verschiebung handeln, wobei in einem solchen Zusammenhang eine Verschiebung in vertikaler Richtung bevorzugt ist. Mit einer vertikalen Richtung ist in diesem Zusammenhang eine Richtung gemeint, welche im Wesentlichen der Behälterachse des zu fertigenden Behälters entspricht. Bei einer verschwenkbaren Ausgestaltung der Blasformhälften zueinander ist auch die Schwenkachse entlang der vertikalen Richtung angeordnet. Alternativ ist es möglich, anstelle eines Verschwenkens auch eine Drehung des Formteils innerhalb des Formträgers zu bewirken, wobei auch hier die Drehachse entlang der vertikalen Richtung angeordnet ist.
Unabhängig von der Art der Bewegung ist es möglich, in Folge der Bewegung die Medienschnittstelle zu trennen. Bevorzugt sind die Medienschnittstellen als Medienkupplungen ausgebildet, wobei durch Verschieben oder Verdrehen des Formteils innerhalb des Formträgers die Medienkupplung gelöst wird. Gleichermaßen wird durch erneutes Verschieben beim Überführen in die
Arretierstellung auch die entsprechende Medienkupplung geschlossen und eine Medienverbindung zwischen den Temperiereinheiten und der Medienquelle hergestellt.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung sind die Medienschnittstellen, insbesondere die Medienkupplungen, zumindest teilweise, bevorzugt aber vollständig, an einer Unterseite des jeweiligen Formteils angeordnet. Entsprechend wird die Temperiereinheit der Formteile ebenfalls an einem unteren Ende mit dem Formträger verbunden. Eine solche Ausgestaltung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine Verschiebung des Formteils innerhalb des Formträgers in vertikaler Richtung bewirkt wird. Sämtliche Medienschnittstellen bzw. Medienkupplungen sind dann entlang der vertikalen Richtung ausgerichtet, sodass durch Verschieben eine gleichzeitige Trennung bzw. ein gleichzeitiges Schließen der Medienschnittstellen bewirkt werden kann. Eine solche Ausgestaltung ist gerade im Hinblick auf die konstruktive Realisierung als besonders bevorzugt anzusehen.
Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind die Temperiereinheiten zumindest teilweise als in den Formteilen angeordnete Fluidkanäle und die Medienschnittstelle als Fluidschnittstelle ausgebildet. Eine solche Ausgestaltung wurde bereits zuvor erläutert, wobei die Temperierung mithilfe eines Fluids, insbesondere Wasser, erfolgt. An der entsprechenden Medienschnittstelle ist dann eine Medienkupplung in Form einer Fluidkupplung vorgesehen, sodass die in den Formteilen angeordneten Fluidkanäle über die Fluidkupplung mit einer fluidführenden Leitung und nachgelagert mit einer Fluidquelle verbunden werden können. Üblicherweise enden die Fluidkanäle des entsprechenden Formteils endseitig jeweils an einer Fluidschnittstelle, sodass gemäß einer solchen Ausgestaltung zumindest zwei Fluidschnittstellen an einem Formteil angeordnet sind, wobei eine erste Fluidschnittstelle bevorzugt über eine erste Fluidkopplung einen Fluidzulauf und eine zweite Fluidschnittstelle bevorzugt über eine zweite Fluidkupplung einen Ablauf bewirkt.
Ausgehend von einer solchen Ausgestaltung ist es zweckmäßig, wenn
wenigstens eine Fluidschnittstelle einen Schließmechanismus aufweist. Insbesondere weist zumindest die Fluidschnittstelle einen Schließmechanismus auf, welche als Zulauf ausgebildet ist. Besonders bevorzugt weisen aber sämtliche Fluidschnittstellen einen Schließmechanismus auf. Dieser Schließmechanismus bewirkt, dass durch Lösen bzw. durch Auftrennen der Fluidschnittstelle ein Verschluss der Medienschnittstelle bewirkt wird. Dieser Schließmechanismus ist insbesondere auf Seiten der Formträger vorgesehen und verhindert, dass auch nach Lösen der Formteile ein Fluid ausgehend von der Fluidquelle aus der aufgetreten Fluidschnittstelle austritt. Grundsätzlich kann auch auf Seiten des Formteils ein entsprechender Schließmechanismus vorgesehen sein. Dieser ist jedoch nicht zwingendermaßen erforderlich.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung löst dieser Schließmechanismus aus, sobald die Fluidschnittstelle aufgetrennt wird. Entsprechend wird bereits im Zuge der Überführung des Formteils zwischen der Arretier- in die Öffnungsstellung ein Verschließen der Medienschnittstelle durch den Schließmechanismus bewirkt.
Gemäß einer ergänzenden oder alternativen Ausgestaltung sind die Temperiereinheiten zumindest teilweise als in den Formteilen angeordnete Heizleiter und die Medienschnittstelle als elektrische Kontaktierung ausgebildet. Entsprechend wird eine Aufheizung des Formteils über einen elektrischen Widerstand bewirkt, sodass auch hier zumindest zwei elektrische Kontaktierungen vorgenommen werden müssen, um eine Zuleitung und eine Ableitung des elektrischen Stroms zu bewirken. Darüber hinaus kann auch eine zusätzliche elektrische Kontaktierung vorgesehen sein, wenn zumindest ein Formteil einen Sensor z.B. einen Temperaturfühler, einen Druckaufnehmer oder aber auch Aktoren aufweist, welche elektrisch angebunden werden müssen.
Grundsätzlich ist es auch möglich, beide Arten der Temperiereinheiten miteinander zu kombinieren, sodass beispielsweise im Bereich des Neckrings eine erste Temperiereinheit in Form von Fluidkanälen zum Kühlen und im unteren Bereich eine zweite Temperiereinheit in Form von Heizleitern zum Erwärmen vorgesehen ist.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht ferner vor, dass die Kupplungsvorrichtungen elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigbar sind. Hierdurch ist es möglich, ein automatisiertes Arretieren und Lösen der Formteile in den Formträgem zu bewirken. Selbstverständlich liegt es aber aus im Rahmen der Erfindung eine manuelle Betätigung vorzusehen. Insbesondere weisen dann die Kopplungsvorrichtungen einen Betätigungshebel auf, welcher eine Überführung zwischen der Arretierstellung und der Öffnungsstellung bewirken.
Die Erfindung ist ferner nicht auf eine besondere Art der Ausgestaltung der Blasform beschränkt. Beispielsweise können ausschließlich zwei Blasformhälften und damit zwei Formträger und zwei Formteile vorgesehen sein. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, insgesamt drei Blasformhälften vorzusehen. In diesem Fall ist eine der Blasformhälften als Bodenform mit einem Bodenträger und einem Bodenteil ausgebildet, wobei diese Bodenform insbesondere der Ausgestaltung des Behälterbodens dient. Sämtliche bereits zuvor erwähnten Ausgestaltungsformen können hierbei auch auf die Bodenform übertragen werden.
Darüber hinaus ist es auch nicht zwingend notwendig, dass die Formteile unmittelbar an dem Formträger befestigt sind. Vielmehr ist es auch möglich, ein sogenanntes Pancake-Element zwischen dem Formträger und dem Formteil anzuordnen. Bei diesem Pancake-Element handelt es sich um ein Druckkissen, welches die Formteile nach Schließen der Blasform aneinanderpresst, um einen ausreichenden Schließdruck zu bewirken. Hierdurch wird insbesondere sichergestellt, dass am Übergang zwischen den Formträgern kein Material des Vorformlings zwischen die Formteile gelangt.
Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Blasanlage mit einem rotierbar antreibbaren Blasrad und einer Vielzahl von in Umfangsrichtung an dem Blasrad angeordneten erfindungsgemäßen Blasmodulen. Die Blasmodule sind hierbei üblicherweise identisch ausgebildet.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist darüber hinaus zumindest eine Medienquelle vorgesehen, wobei die Formteile jeweils über die Medienschnittstelle an den Formträgern mit der Medienquelle verbunden sind. Bei der Medienquelle kann es sich um eine Fluidquelle und/oder um eine Stromquelle handeln. Selbstverständlich können auch mehrere Medienquellen vorgesehen sein, sofern beispielsweise mehrere Temperiereinheiten in einem Formteil verwirklicht sind.
Gegenstand Erfindung ist ferner ein Verfahren zum Einsetzen einer Blasform in ein Blasmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , wobei zumindest ein Formteil in einem zugeordneten Formträger eingesetzt und befestigt wird und wobei zugleich zumindest eine Medienschnittstelle zwischen dem Formträger und dem Formteil geschlossen wird.
Darüber hinaus kann zum Entnehmen einer Blasform aus einem Blasmodul zumindest ein Formteil in einem zugeordneten Formträger gelöst und zugleich zumindest eine Medienschnittstelle zwischen dem Formträger und dem Formteil geschlossen werden, wobei anschließend das Formteil entnommen wird.
Beide Verfahren können separat voneinander durchgeführt werden. Darüber hinaus können sie auch gemeinsam ein Verfahren zum Wechseln einer Blasform in einem Blasmodul bilden.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung wird im Zuge des Befestigens und/oder des Lösens das Formteil gegenüber dem Formträger bewegt. Insbesondere handelt es sich hierbei um eine Verschiebung oder um eine Drehung.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine isometrische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Blasmoduls
Fig. 2 eine Draufsicht auf ein Formteil des Blasmoduls gemäß Fig. 1
Fig. 3 eine Schnittdarstellung der Blasform in einer Arretierstellung
Fig. 4 eine Schnittdarstellung der Blasform in einer Öffnungsstellung
Die Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Blasmodul, wobei allerdings lediglich die Blasform 1 nicht aber die der Blasform 1 zugeordnete Blaseinrichtung dargestellt ist. Über die Blaseinrichtung ist es möglich, einen in die Blasform 1 eingesetzten Kunststoffvorformling mit einem Blasfluid zu beaufschlagen, um diesen an die Blaskavität 2 der Blasform 1 herandrücken zu können.
Anhand der Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Blaskavität 2 aus zwei Blasformhälften 3, 4 gebildet wird, wobei die Blasformhälften 3, 4 jeweils einen Formträger 5 sowie ein darin eingesetztes und befestigtes Formteil 6 aufweisen. Die Blaskavität 2 wird dann durch die Ausgestaltung und Konturierung der Formteile 6 bewirkt.
Die Fig.1 zeigt darüber hinaus einen Schwenkmechanismus 7, über den die Blasformhälften 3, 4 zueinander verschwenkt werden können, um die Blasform 1 zu öffnen oder zu schließen. Der Schwenkmechanismus weist eine Schwenkachse S auf, welche entlang einer vertikalen Richtung V angeordnet ist.
Anhand der Fig. 1 sind ferner Fluidleitungen 8 zu entnehmen, welche an einer Unterseite der jeweiligen Formträger 5 enden. Darüber hinaus schließen die Fluidleitungen 8 bezogen auf jede Blasform hälfte 3, 4 an eine erste Medienschnittstelle 9 und an eine zweite Medienschnittstelle 10 an, wobei die Medienschnittstellen 9, 10 als Fluidschnittstellen ausgebildet sind. Über die erste Medienschnittstelle 9 kann dann ein Fluid in die Formteile 6 eingebracht werden. Dies ist besonders gut anhand der Fig. 6 ersichtlich. Demnach wird über die erste Medienschnittstelle 9 im Sinne eines Zulaufes das Fluid eingebracht und strömt über einen Fluidkanal 11 durch das Formteil 6, bevor es über die zweite
Medienschnittstelle 10 wieder abgezogen wird. Hierdurch ist es möglich, das Formteil 6 zu wärmen oder zu fühlen.
Anhand der Fig. 3 ist ferner ersichtlich, dass die Formteile 6 jeweils über eine Kupplungsvorrichtung 12 an den Formträgem 5 befestigt sind, wobei die Kopplungsvorrichtung 12 einen Handhebel 13 aufweist, welcher die Kopplungsvorrichtung zwischen eine in der Fig. 3 dargestellten Arretierstellung und einer in der Fig. 4 dargestellten Öffnungsstellung bewegen kann.
Hierbei ist ersichtlich, dass gemäß der Fig. 4 durch Überführung des Handhebels 13 in die Öffnungsstellung die Formteile 6 gegenüber den Formträgern in vertikaler Richtung V beabstandet werden. Hierdurch öffnen sich zugleich die Medienschnittstellen 9, 10 sodass folglich kein Fluid in die Formteile 6 eingebracht bzw. abgezogen werden kann.
Die Medienschnittstellen 9, 10 sind daher bevorzugt zumindest auf Seiten der Formträger 5 selbstschließend ausgebildet, sodass bei der Überführung der Formteile 6 zwischen der Arretierstellung und der Öffnungsstellung ein Verschließen erfolgt, während in umgekehrter Art und Weise bei der Überführung in die Arretierstellung ein Öffnen der Medienschnittstellen 9, 10 bewirkt wird.
Bezugszeichenliste
Blasform 1
Blaskavität 2 Blasformhälften 3, 4
Formträger 5
Formteil 6
Schwenkmechanismus 7
Fluidleitung 8 erste Medienschnittstelle 9 zweite Medienschnittstelle 10
Fluidkanal 11
Kupplungsvorrichtung 12
Handhebel 13
Schwenkachse S vertikale Richtung V
Claims
1. Blasmodul für eine Blasanlage zum Umformen von Kunststoffvorformlingen zu Behältern mit einer Blasform (1 ) und einer der Blasform (1 ) zugeordneten Blaseinrichtung, wobei die Blasform (1 ) zumindest zwei gemeinsam eine Blaskavität (2) bildendende Formteile (6) umfasst welche jeweils an einem zugeordneten Formträger (5) befestigbar sind, und wobei eine Temperiervorrichtung zum Heizen und/oder Kühlen der Formteile (6) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiervorrichtung jeweils in den Formteilen (6) angeordnete oder in den Formteilen (6) gebildete Temperiereinheiten aufweist, welche jeweils über zumindest eine Medienschnittstelle (9, 10) mit dem zugeordneten Formträger (5) verbindbar sind.
2. Blasmodul nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (6) lösbar an den Formträgem (5) befestigt sind.
3. Blasmodul nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Formträger (5) jeweils eine Kupplungsvorrichtung (12) aufweisen, welche dazu eingerichtet sind, die zugeordneten Formteile (6) in einer Arretierstellung zu befestigen und in einer Öffnungsstellung zu lösen.
4. Blasmodul nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsvorrichtungen (12) jeweils dazu eingerichtet sind, die Medienschnittstellen (9, 10) in der Arretierstellung zu schließen und in einer Öffnungsstellung zu trennen.
5. Blasmodul nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Formteile (6) in der Öffnungsstellung gegenüber der Arretierstellung beabstandet sind.
6. Blasmodul nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Medienschnittstellen (9, 10) zumindest teilweise an einer Unterseite des jeweiligen Formteils (6) angeordnet sind.
7. Blasmodul nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiereinheiten zumindest teilweise als in den Formteilen (6) angeordnete Fluidkanäle (11 ) und die Medienschnittstelle (9, 10) als Fluidschnittstelle ausgebildet sind.
8. Blasmodul nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Fluidschnittstelle einen Schließmechanismus aufweist.
9. Blasmodul nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiereinheiten zumindest teilweise als in den Formteilen (6) angeordnete Heizleiter und die Medienschnittstelle (9, 10) als elektrische Kontaktierung ausgebildet sind.
10. Blasmodul nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsvorrichtungen (12) elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigbar sind.
11 . Blasanlage mit einem rotierbar antreibbaren Blasrad und einer Vielzahl von in Umfangsrichtung an dem Blasrad angeordneten Blasmodulen nach einem der vorangegangenen Ansprüche.
12. Blasanlage nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass eine zumindest eine Medienquelle vorgesehen ist, wobei die Formteile (6) jeweils über die Medienschnittstelle (9, 10) an den Formträgem (5) mit der Medienquelle verbunden sind.
13. Verfahren zum Einsetzen einer Blasform (1 ) in ein Blasmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei zumindest ein Formteil (6) in einen
zugeordneten Formträger (5) eingesetzt und befestigt wird und wobei zugleich zumindest eine Medienschnittstelle (9, 10) zwischen dem Formträger (5) und dem Formteil (6) geschlossen wird.
14. Verfahren zum Entnehmen einer Blasform (1 ) aus einem Blasmodul nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei zumindest ein Formteil (6) in einem zugeordneten Formträger (5) gelöst und zugleich zumindest eine Medienschnittstelle (9, 10) zwischen dem Formträger (5) und dem Formteil (6) getrennt wird, und wobei anschließend das Formteil (6) entnommen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, wobei im Zuge des Befestigens und/oder des Lösens das Formteil gegenüber dem Formträger (5) bewegt, insbesondere verschoben oder gedreht, wird.
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