Vorrichtung zur automatischen Inflation eines vaskulären Ballonkatheters sowie ein System zur Durchführung einer Angioplastie
Beschreibung
Technisches Gebiet
Die vorliegende Offenbarung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur automatischen Inflation eines vaskulären Ballonkatheters, insbesondere eines vaskulären Angioplastiekatheters bzw. eines perkutanen transluminalen Angioplastiekatheters (für PTA: perkutane transluminale Angioplastie oder PTCA: perkutane transluminale koronare Angioplastie) mittels eines Fluids. Die Vorrichtung weist eine Katheterschnittstelle, eine Fluidfördereinrichtung, eine Drucksensoreinrichtung und eine Steuerungseinrichtung auf. Die Katheterschnittstelle ist ausgebildet, derart, insbesondere werkzeuglos, demontierbar mit dem Ballonkatheter verbunden werden zu können, dass das Fluid über die Katheterschnittstelle von der Vorrichtung in den Ballonkatheter strömen kann. Die Fluidfördereinrichtung ist ausgebildet, mittels eines Motors das Fluid an der Katheterschnittstelle aus der Vorrichtung ausstoßen zu können. Die Drucksensoreinrichtung ist ausgebildet, einen Druck des von der Vorrichtung ausgestoßenen Fluids messen zu können. Die Steuerungseinrichtung ist ausgebildet, eine mittels der Fluidfördereinrichtung aus der Vorrichtung ausgestoßene Menge des Fluids in Abhängigkeit des von der Drucksensoreinrichtung gemessenen Drucks durch Ansteuerung des Motors der Fluidfördereinrichtung steuern zu können. Die vorliegende Offenbarung bezieht sich des Weiteren auf ein System zur Durchführung einer Angioplastie, mit einer offenbarungsgemäßen Vorrichtung sowie einem Ballonkatheter.
Stand der Technik
Eine gattungsgemäße Vorrichtung wird beispielsweise in der
EP 0490 979 B1 offenbart. Die herkömmliche Vorrichtung weist eine
Katheterschnittstelle, eine Fluidfördereinrichtung, eine Drucksensoreinrichtung und eine Steuerungseinrichtung auf. Die Fluidfördereinrichtung ist ausgebildet, ein Fluid über die Katheterschnittstelle in einen Ballonkatheter fördern zu können. Um eine Inflation des Ballonkatheters bzw. eines Ballons des Ballonkatheters steuern zu können, kann ein Druck in dem Ballonkatheter bzw. in dem Ballon mittels der Drucksensoreinrichtung gemessen werden. Die Steuerungseinrichtung ist ausgebildet, die Fluidfördereinrichtung in Abhängigkeit des von der Drucksensoreinrichtung gemessenen Drucks steuern zu können. Um das Fluid aus dem Ballonkatheter fördern zu können, weist die herkömmliche Vorrichtung eine nur manuell bedienbare Kolbenspritze auf.
Die Inflation des Ballons des Ballonkatheters während einer Angioplastie bewirkt eine Unterbrechung der Blutzufuhr. Problem der herkömmlichen Vorrichtung ist, dass eine Unterbrechung der Blutzufuhr übermäßig lang sein kann und bei einem Auftreten eines Überdrucks in dem Ballonkatheter ein Entfernen einer den Überdruck verursachenden überschüssigen Menge an Fluid aus dem Ballonkatheter nur mit einer gewissen Zeitverzögerung erfolgt.
CN 108096676 A offenbart einen Trachealkatheter, also einen Katheter für die Luftröhre. Dieser Ballon arbeitet mit Überdrücken von etwa 25 bis 30 mbar.
DE 102005 060 197 A1 offenbart eine komplett implantierte Vorrichtung. Aus diesem Grund kann diese Vorrichtung keinen Ballonkatheter evakuieren, da ein evakuiertes Gas bei einer Balloninflation wieder zurück in den Ballon gepumpt werden würde. Außerdem handelt es sich um einen Schwemmkatheter mit einem Latexballon, der nur mit minimalen Überdrücken von einigen wenigen Millibar betrieben wird.
DE 102014 003 306 A1 offenbart einen Ballonkatheter zur trans-analen Irrigation. Auch bei einem solchen Ballonkatheter ist eine Evakuierung nicht vorgesehen.
US 2007 0 197 963 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Applikation eines bereits evakuierten Ballonkatheters. Die Vorrichtung ist nicht dazu gedacht und auch nicht in der Lage, einen Ballonkatheter zu evakuieren, da sie primär eine Peristaltikpumpe einsetzt. Eine solche Pumpe kann aber kein Vakuum generieren, da sich beim Aufbau eines Unterdrucks im Peristaltikschlauch dieser nicht „wiederaufstellen“ würde. Versteift man aber den Schlauch, um diese Eigenschaft herzustellen, lässt sich der Schlauch nicht mehr zusammendrücken und damit kann nicht mehr gepumpt werden. Eine Peristaltikpumpe kann nur minimale negative Drücke erzeugen. Gemäß US 2007 0 197 963 A1 wird nur der Ballon eines Ballonkatheters entleert und nicht auch der Katheter des Ballonkatheters.
Offenbarung der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb eine Vorrichtung zur automatischen Inflation eines Ballonkatheters bereitzustellen, die es ermöglicht, eine Unterbrechungsdauer einer Blutzufuhr zu minimieren und/oder eine Fluidmenge in dem Ballonkatheter zeitnah zu reduzieren.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Eine offenbarungsgemäße Vorrichtung ist geeignet, einen Ballonkatheter automatisch mit einem Fluid aufzupumpen. Das Fluid kann eine Flüssigkeit, insbesondere eine Kochsalzlösung und/oder ein Kontrastmittel sein. Als Kontrastmittel kann beispielsweise lopromid, lodixanol, loxaglate, lohexol, lopamidol, lomeprol, lomeron, Gadodiamide oder Gadolinium verwendet werden. Zur Verdünnung wird das Kontrastmittel vorzugsweise mit der Kochsalzlösung, z.B. NaCI 0,9%, verdünnt. Dabei kann Gadodiamide oder Gadolinium auch unverdünnt verwendet werden. Als Mischungsverhältnis ist ein Verhältnis von Kontrastmittel zu Verdünnungsmittel von 1 :1 bis 1 :3, vorzugsweise von etwa 1 :2, geeignet.
Die Vorrichtung weist eine Katheterschnittstelle, eine Fluidfördereinrichtung, eine Drucksensoreinrichtung und eine Steuerungseinrichtung auf.
Die Katheterschnittstelle ist ausgebildet, derart, insbesondere werkzeuglos, demontierbar mit dem Ballonkatheter verbunden werden zu können, dass das Fluid über die Katheterschnittstelle von der Vorrichtung in den Ballonkatheter strömen kann. Die Katheterschnittstelle kann insbesondere als Luer- Verbindungsstelle ausgebildet sein.
Die Fluidfördereinrichtung ist ausgebildet, mittels eines Motors das Fluid an der Katheterschnittstelle aus der Vorrichtung ausstoßen zu können.
Die Fluidfördereinrichtung kann insbesondere als Kolbenspritze ausgebildet sein und ein Kolben der Kolbenspritze kann derart mit einem Motor verbunden sein, dass der Kolben mittels des Motors verschoben werden kann. Der Motor kann als ein Linearmotor ausgebildet sein, der eine Linearbewegung direkt auf den Kolben überträgt. Der Motor kann alternativ auch als ein Rotationsmotor ausgebildet sein. In diesem Fall kann ein Getriebe vorgesehen sein, mittels dessen eine Rotationsbewegung des Motors in eine Linearbewegung umgewandelt werden kann, die in einem Verschieben des Kolbens resultiert.
Wahlweise kann eine andere Übertragungsform zur Linearbewegung des Kolbens verwendet werden wie ein Kniehebel, Scherengelenk oder eine Hebelkonstruktion zur Umwandlung einer Drehbewegung des Motors in eine Linearbewegung des Kolbens.
Der Motor kann insbesondere ein elektrischer, mechatronischer, pneumatischer oder hydraulischer Motor sein.
Die Drucksensoreinrichtung ist ausgebildet, einen Druck des von der Vorrichtung ausgestoßenen Fluids messen zu können. Insbesondere kann die Drucksensoreinrichtung ausgebildet sein, den Druck des von der Vorrichtung ausgestoßenen Fluids an der Katheterschnittstelle und/oder an dem Kolben der
Kolbenspritze und/oder an einer anderen geeigneten Stelle messen zu können. Vorzugsweise kann an der Katheterschnittstelle, insbesondere an einer Außenseite der Vorrichtung, ein Drucksensor (als Teil der Drucksensoreinrichtung) vorgesehen sein, der in einem Zustand, in welchem ein Ballonkatheter mit der Vorrichtung bzw. mit der Katheterschnittstelle der Vorrichtung verbunden ist, mit dem Ballonkatheter bzw. dem Ballon des Ballonkatheters in Fluidverbindung steht. Die Drucksensoreinrichtung bzw. der Drucksensor kann kabelgebunden oder schnurlos mit der Steuerungseinrichtung verbunden sein.
Die Steuerungseinrichtung ist ausgebildet, eine mittels der Fluidfördereinrichtung aus der Vorrichtung ausgestoßene Menge des Fluids direkt (durch Überwachung der Menge) oder indirekt (durch Überwachung einer Förderrate des von der Fluidfördereinrichtung geförderten Fluids) in Abhängigkeit des von der Drucksensoreinrichtung gemessenen Drucks durch Ansteuerung des Motors der Fluidfördereinrichtung steuern zu können. Insbesondere kann die Steuerungseinrichtung ausgebildet sein, einen vorbestimmten Soll-Druck in dem Ballonkatheter bzw. in dem Ballon des Ballonkatheters durch Förderung einer entsprechenden Menge an Fluid aus der Vorrichtung in den Ballonkatheter erreichen zu können.
Offenbarungsgemäß ist die Fluidfördereinrichtung ausgebildet, mittels des Motors, das Fluid an der Katheterschnittstelle in die Vorrichtung einzusaugen zu können.
Anders ausgedrückt ist die Fluidfördereinrichtung ausgebildet, in dem Zustand, in welchem ein Ballonkatheter mit der Vorrichtung bzw. mit der Katheterschnittstelle der Vorrichtung verbunden ist, wahlweise Fluid aus der Vorrichtung in den Ballonkatheter bzw. den Ballon des Ballonkatheters zu fördern oder Fluid aus dem Ballonkatheter bzw. dem Ballon des Ballonkatheters in die Vorrichtung zu fördern.
Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, in dem mit dem Ballonkatheter verbundenen Zustand mit dem Ballonkatheter ein geschlossenes System zu
bilden, das heißt, dass Fluid je nach Bedarf nur zwischen der Vorrichtung und dem Ballonkatheter verlagert wird. Alternativ dazu kann die Vorrichtung auch ausgebildet sein, in dem mit dem Ballonkatheter verbundenen Zustand mit dem Ballonkatheter ein offenes System zu bilden. Insbesondere im Falle eines offenen Systems kann die Vorrichtung einen Fluideinlass zum Verbinden der Vorrichtung mit einer Fluidquelle und einen Fluidauslass zum Verbinden der Vorrichtung mit einer Fluidableitung aufweisen.
Dadurch, dass die offenbarungsgemäße Vorrichtung ausgebildet ist, mittels der Fördereinrichtung wahlweise Fluid ausstoßen oder einsaugen zu können, ist es in vorteilhafter Weise möglich, ein Volumen eines Ballons eines Ballonkatheters während einer Angioplastie schnell ändern zu können.
Die offenbarungsgemäße Vorrichtung ist in der Lage, einen Ballonkatheter initial zu evakuieren, d.h. einen starken Unterdrück auf den applizierten Ballonkatheter aufzubringen, um die nach dem Spülen des Ballonkatheters verbliebene Restluft aus dem Ballonkatheter zu entfernen und vor allem nicht wieder in diesen einzubringen. Die Luft stört bei der Inflation und ist vor allem dann gefährlich, falls der Ballonkatheter platzen sollte. Denn im Gegensatz zur Inflationsflüssigkeit würde sich Restluft im Ballonkatheter bei Drücken von 10 bar und mehr explosionsartig ausdehnen und schlimmstenfalls das Gefäß verletzen oder gar sprengen. Außerdem kann Luft in den Blutgefäßen zu Thrombosen führen.
Die Fördereinrichtung kann ausgebildet sein, Fluid mit einer Geschwindigkeit von 0,33 ml/s oder mehr (1 ml/s) auszustoßen und Fluid mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 15 ml/s einzusaugen.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Steuerungseinrichtung ausgebildet sein, ein Einsaugen des Fluids mittels der Fluidfördereinrichtung bei einem Überschreiten eines vorbestimmten Schwellenwerts des von der Drucksensoreinrichtung gemessenen Drucks zu veranlassen. Der vorbestimmte Schwellenwert kann einem Soll-Druck entsprechen, der bei einer
ordnungsgemäßen Durchführung einer Angioplastie vorliegen soll. Alternativ kann der vorbestimmte Schwellenwert auch größer als dieser Soll-Druck sein, so dass für die Durchführung einer Angioplastie mit dem Soll-Druck und dem vorbestimmten Schwellenwert ein zulässiger Druckbereich bzw. ein Soll- Druckbereich definiert wird.
Wird ein vorbestimmter Schwellenwert vorgesehen, bei dessen Überschreiten ein Einsaugen des Fluids automatisch veranlasst wird, kann eine Sicherheit bei der Durchführung einer Angioplastie erhöht werden.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Steuerungseinrichtung ausgebildet sein, ein Einsaugen des Fluids mittels der Fluidfördereinrichtung nach einem Überschreiten des vorbestimmten Schwellenwerts und einem darauffolgenden Druckabfall des von der Drucksensoreinrichtung gemessenen Drucks bei einem Wiedererreichen des vorbestimmten Schwellenwerts zu unterbinden.
Wird die Vorrichtung derart ausgebildet, dass ein Einsaugen des Fluids nur dann veranlasst wird, wenn ein vorbestimmter Schwellenwert überschritten wird, ist es in vorteilhafter Weise möglich, während einer Bewegung eines an der Vorrichtung angeschlossenen Ballonkatheters übermäßige Belastungen eines Körpergewebes eines Körperlumens zu vermindern oder gänzlich auszuschließen, ohne eine für die Dilatation des Körperlumens notwendige Kraft übermäßig zu verringern.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann das Fluid eine Flüssigkeit sein und kann die Vorrichtung eine Entlüftungseinrichtung aufweisen, mittels derer ein mit der Flüssigkeit gemischtes Gas aus der Vorrichtung ausgeleitet werden kann. Die Entlüftungseinrichtung kann insbesondere an der Katheterschnittstelle vorgesehen sein. Alternativ kann die Entlüftungseinrichtung auch an der Fluidfördereinrichtung ausgebildet sein.
Wird Flüssigkeit zum Aufpumpen des Ballonkatheters verwendet, kann eine Kraftübertragung von dem Motor über das Fluid auf ein zu diktierendes Gewebe verbessert werden. Wird eine Entlüftungseinrichtung vorgesehen, kann diese verbesserte Kraftübertragung in vorteilhafter Weise sichergestellt werden.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Steuerungseinheit ausgebildet sein, die Fluidfördereinreichung derart steuern zu können bzw. zu steuern, dass das Fluid in unterschiedlichen vorbestimmten Förderraten gefördert wird. Insbesondere können in der Steuerungseinrichtung unterschiedliche Soll- Verläufe von Förderraten hinterlegt sein. Vorzugsweise kann eine Förderrate bei einem Ansaugen des Fluids gegenüber einer Förderrate bei einem Ausstößen des Fluids größer sein.
Werden unterschiedliche vorbestimmte Förderraten vorgesehen, ist es möglich, Reaktionszeiten der Vorrichtung unterschiedlichen Anforderungen während einer Angioplastie adäquat anzupassen.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Steuerungseinheit ausgebildet sein, die Fluidfördereinrichtung in Abhängigkeit des von der Drucksensoreinrichtung gemessenen Drucks regeln zu können. Insbesondere kann die Steuerungseinheit derart ausgebildet sein, dass der von der Drucksensoreinrichtung gemessene Druck zumindest zwei unterschiedliche vorbestimmte Druckniveaus erreichen kann. Vorzugsweise könne in der Steuerungseinrichtung unterschiedliche Druckniveaus und/oder vorbestimmte Abfolgen von Druckniveaus abgespeichert sein.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Vorrichtung einen Energiespeicher (zur Speicherung elektrischer oder mechanischer Energie) aufweisen, sodass im Falle eines Stromausfalls nicht nur der Überdruck abgebaut werden kann, sondern auch erneut ein Vakuum gezogen werden kann, damit auch in diesem Fall der Ballonkatheter def latiert und/oder explantiert werden kann.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann der Motor der Fluidfördereinrichtung ein Spannmittel aufweisen, das ausgebildet ist, bei einem Ausstößen des Fluids gespannt und zu einem Einsaugen des Fluids entspannt zu werden. Das Spannmittel kann insbesondere eine Feder, vorzugsweise eine Druckfeder, sein. Insbesondere kann die Fluidfördereinrichtung als Kolbenspritze ausgebildet sein und kann eine Druckfeder derart an einem Kolben der Kolbenspritze vorgesehen oder angebracht sein, dass die Druckfeder bei einem Verschieben des Kolbens zum Ausstößen des Fluids aus der Kolbenspritze (durch den Motor) gespannt wird und bei einem Verschieben des Kolbens zum Einsaugen des Fluids in die Kolbenspritze entspannt wird.
Wird ein Spannmittel in dem Motor vorgesehen, kann eine Betriebssicherheit der Vorrichtung verbessert werden. Das Spannmittel ist in der Lage, im Falle einer Unterbrechung einer Energiezufuhr zu dem Motor ein Ansaugen des Fluids in die Vorrichtung zu bewirken.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Steuerungseinrichtung eine Datenschnittstelle aufweisen, die ausgebildet ist, Daten zu und/oder von einem Smartphone, einem Tablet oder einem weiteren, insbesondere, medizinischen Gerät übertragen zu können. Insbesondere kann die Datenschnittstelle ausgebildet sein, eine kabelgebundene oder schnurlose Verbindung mit dem Smartphone, dem Tablet oder dem weiteren medizinischen Gerät zu ermöglichen. Vorzugsweise kann die Datenschnittstelle ausgebildet sein, eine Verbindung mittels eines Übertragungsstandards wie beispielweise USB, Wifi, NFC, Bluetooth (BT) oder Bluetooth Low Energy (BLE) zu ermöglichen.
Alternativ kann die Datenschnittstelle als ein Druckanschluss ausgebildet sein und kann die Steuerungseinrichtung ausgebildet sein, die Fluidfördereinrichtung in Abhängigkeit des an dem Druckanschluss gemessenen Drucks steuern zu können.
Wird eine Datenschnittstelle bereitgestellt, kann eine Bedienung und/oder Überwachung der offenbarungsgemäßen Vorrichtung kostengünstig realisiert werden.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Vorrichtung eine mit der Steuerungseinrichtung bzw. mit der Datenschnittstelle verbundene Bedieneinheit aufweisen, die ausgebildet ist, Steuerbefehle von einer Person empfangen und an die Steuerungseinrichtung übertragen zu können. Die Bedieneinheit kann kabelgebunden oder schnurlos mit der Steuerungseinrichtung bzw. Datenschnittstelle verbunden sein.
Wird die Vorrichtung mit einer Bedieneinheit ausgestattet, kann in vorteilhafter Weise eine Bedienbarkeit der Vorrichtung unabhängig von peripheren Geräten sichergestellt werden.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Bedieneinheit in Form einer manuellen Inflationsspritze ausgebildet sein. Insbesondere kann die Bedieneinheit einen Pistolengriff oder einen knebelförmigen Griff aufweisen. Vorzugsweise kann die Bedieneinheit einen Schiebe- oder Kippschalter aufweisen, mittels dessen der vorbestimmte Schwellenwert für den Druck des ausgestoßenen Fluids und/oder der Soll-Druck vorgegeben werden kann.
Wird die Bedieneinheit in Form einer manuellen Inflationsspritze ausgebildet, kann eine Eingewöhnung an die offenbarungsgemäße Vorrichtung erleichtert werden.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Bedieneinheit eine Inflationsspritze bzw. eine Kolbenspritze sein, mittels derer ein Steuerfluid durch Verschieben eines Kolbens zu einer Steuerfluidschnittstelle der Inflationsspritze bzw. Kolbenspritze gefördert werden kann, kann die Vorrichtung einen Druckanschluss aufweisen, der ausgebildet ist, mit der Steuerfluidschnittstelle der Inflationsspritze bzw. Kolbenspritze verbunden werden zu können, kann die Drucksensoreinrichtung ausgebildet sein, insbesondere an dem Druckanschluss,
einen Druck des Steuerfluids messen zu können, und kann die Steuerungseinrichtung ausgebildet sein, die Fluidfördereinrichtung in Abhängigkeit des, insbesondere an dem Druckanschluss, gemessenen Drucks des Steuerfluids steuern zu können. Die Steuerfluidschnittstelle kann insbesondere als Luer- Verbindungsstelle ausgebildet sein.
Wird die Datenschnittstelle als ein Druckanschluss ausgebildet, der mit einer Steuerfluidschnittstelle einer Inflationsspritze bzw. Kolbenspritze kompatibel ist, kann die Bedieneinheit kostengünstig realisiert werden.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Bedieneinheit eine Anzeige aufweisen, die ausgebildet ist, Zustandsdaten der Vorrichtung anzeigen zu können. Insbesondere kann die Bedieneinheit als berührungsempfindlicher Bildschirm ausgebildet sein.
Die Offenbarung bezieht sich des Weiteren auf ein System zur Durchführung einer Angioplastie, insbesondere einer perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA) oder einer perkutanen transluminalen koronaren Angioplastie (PTCA) mit einem Ballonkatheter und einer offenbarungsgemäßen Vorrichtung.
Gemäß einem Aspekt der Offenbarung kann die Vorrichtung ausgebildet sein, in dem Ballonkatheter (d.h. in dem Ballon und/oder in dem Katheter des Ballonkatheters) einen Unterdrück oder ein Vakuum herbeizuführen, um somit das im Katheter befindliche Gas oder die im Katheter befindliche Flüssigkeit aus dem Katheter zu evakuieren.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems gemäß einer ersten Ausführungsform.
Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen Fluidfördereinrichtung.
Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Fig. 4 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems gemäß einer dritten Ausführungsform.
Fig. 5 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen elektrischen Bedieneinheit gemäß einer ersten Ausführungsform.
Fig. 6 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen elektrischen Bedieneinheit gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Fig. 7 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen elektrischen Bedieneinheit gemäß einer dritten Ausführungsform.
Fig. 8 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems gemäß einer vierten Ausführungsform.
Fig. 9 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit gemäß einer ersten Ausführungsform mit einem Schnellentspanner in einer deaktivierten Stellung.
Fig. 10 zeigt eine schematische Ansicht der offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit gemäß der ersten Ausführungsform mit dem Schnellentspanner in einer aktivierten Stellung.
Fig. 11 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Fig. 12 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit gemäß einer dritten Ausführungsform mit einem Schnellentspanner in einer deaktivierten Stellung.
Fig. 13 zeigt eine schematische Ansicht der offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit gemäß der dritten Ausführungsform mit dem Schnellentspanner in einer aktivierten Stellung.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems 2 gemäß einer ersten Ausführungsform mit einer Vorrichtung 4 und einem Ballonkatheter 6.
Die Vorrichtung 4 weist eine Katheterschnittstelle 8 in Form eines Drei- Wege-Ventils 10, eine Fluidfördereinrichtung 12 in Form einer motorisierten Kolbenspritze 14, eine Drucksensoreinrichtung 16, eine Steuerungseinrichtung 18 und zwei Bedieneinheiten 20 und 22 auf. Die Katheterschnittstelle 8 muss nicht in Form eines Drei-Wege-Ventils 10 ausgebildet sein, sondern kann beispielsweise auch durch ein einfaches Ventil gebildet sein.
Die Katheterschnittstelle 8 bzw. das Drei-Wege-Ventil 10 ist derart ausgebildet, dass der Ballonkatheter 6 werkzeuglos mit der Katheterschnittstelle 8 bzw. dem Drei-Wege-Ventil 10 verbunden werden kann und werkzeuglos von der Katheterschnittstelle 8 bzw. dem Drei-Wege-Ventil 10 getrennt werden kann. Das Drei-Wege-Ventil 10 weist drei Anschlussstellen 24, 26 und 28 auf. Die Anschlussstelle 24 ist insbesondere als eine Luer-Verbindungsstelle ausgebildet, die mit einer Luer-Verbindungsstelle am Ballonkatheter 6 kompatibel ist.
Die Anschlussstelle 26 ist mit der Kolbenspritze 14 der Fluidfördereinrichtung 12 fluidmechanisch verbunden.
Die Anschlussstelle 28 ist mit der Drucksensoreinheit 16 fluidmechanisch verbunden. Falls die Katheterschnittstelle 8 als einfaches Ventil ausgebildet ist, ist keine Anschlussstelle 28 vorgesehen. In diesem Fall wird der Druck vor oder nach der Katheterschnittstelle 8 gemessen.
Die Steuerungseinrichtung 18 ist mit der Fluidfördereinrichtung 12 und der Drucksensoreinrichtung 16 zumindest signaltechnisch verbunden. Vorzugsweise werden die Fluidfördereinrichtung 12 und die Drucksensoreinrichtung 16 über die Steuerungseinrichtung 18 auch mit elektrischer Leistung versorgt.
Die Bedieneinheiten 20 und 22 sind dafür ausgebildet, dass eine Person der Steuerungseinrichtung 18 Steuerbefehle bzw. Vorgaben geben und Zustandsinformationen über die Vorrichtung 4 erhalten kann. Die Bedieneinheit 20 ist hierzu mit der Steuerungseinrichtung 18 über ein Kabel zumindest signaltechnisch verbunden. Die Bedieneinheit 20 kann auch derart mit der Steuerungseinrichtung 18 verbunden sein, dass die Bedieneinheit 20 über die Steuerungseinrichtung 18 mit elektrischer Leistung versorgt wird bzw. versorgt werden kann. Die Bedieneinheit 22 ist über Funk mit der der Steuerungseinrichtung 18 verbunden bzw. verbindbar.
In dem in Fig. 1 gezeigten Zustand ist ein Ballon 30 des Ballonkatheters 6 mit Fluid gefüllt.
Der in dem Ballon 30 vorherrschende Druck kann mittels der Drucksensoreinrichtung 16 ermittelt werden, welche über die Anschlussstellen 24 und 28 der Katheterschnittstelle 8 bzw. des Drei-Wege-Ventils 10 mit dem Ballon 30 in Fluidverbindung steht. Die Drucksensoreinrichtung 16 ist bei einem System gemäß der ersten Ausführungsform als einzelner Drucksensor ausgebildet.
Der mittels der Drucksensoreinrichtung 16 ermittelte Druck kann mittels der Steuerungseinrichtung 18 bzw. der Bedieneinheit 20 und/oder 22 bzw. einer entsprechenden Ausgabeeinrichtung beispielsweise in Form einer Anzeige ausgegeben werden.
Mittels der Bedieneinheit 20 oder 22 kann der Steuerungseinheit 18 ein Schwellenwert und/oder ein Sollwert für den mittels der Drucksensoreinheit 16 ermittelten Druck vorgegeben werden.
Die Steuerungseinrichtung 18 ist ausgebildet, die Fördereinrichtung 12 entsprechend dem vorgegebenen Schwellenwert und/oder dem Sollwert anzusteuern.
Ist der mittels der Drucksensoreinrichtung 16 ermittelte Druck in dem Ballon 30 kleiner als der Sollwert, steuert die die Steuerungseinrichtung 18 die Fluidfördereinrichtung 12 derart an, dass Fluid von bzw. aus der Fluidfördereinrichtung 12 über die Anschlussstellen 26 und 24 der Katheterschnittstelle 8 zu dem bzw. in den Ballonkatheter 6 bzw. dem Ballon 30 strömt.
Ist der mittels der Drucksensoreinrichtung 16 ermittelte Druck in dem Ballon 30 größer oder gleich dem Sollwert und kleiner oder gleich dem Schwellenwert, steuert die die Steuerungseinrichtung 18 die Fluidfördereinrichtung 12 derart an, dass kein Fluid von oder zu dem bzw. in den oder aus dem Ballonkatheter 6 bzw. Ballon 30 strömt.
Ist der mittels der Drucksensoreinrichtung 12 ermittelte Druck in dem Ballon 30 größer als der Schwellenwert, steuert die die Steuerungseinrichtung 18 die Fluidfördereinrichtung 12 derart an, dass Fluid von bzw. aus dem Ballon 30 bzw. Ballonkatheter 6 über die Anschlussstellen 24 und 26 der Katheterschnittstelle 8 zu der bzw. in die Fluidfördereinrichtung 12 strömt.
Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht der Fluidfördereinrichtung 12. Die Fluidfördereinrichtung 12 weist die Kolbenspritze 14 und eine Motoreinheit bzw. einen Motor 32 auf.
Die Kolbenspritze 14 weist einen Hohlzylinder 34 mit einer Umwandung 36 auf. Der Hohlzylinder 34 ist an einer Seite offen und weist an einer der offenen Seite gegenüberliegenden Seite eine Stirnwand 38 auf. An der offenen Seite des Hohlzylinders 34 ist ein Kolben 40 in den Hohlzylinder 34 eingeführt. Der Kolben 40 ist in dem Hohlzylinder 34 verschiebbar und schließt zusammen mit der Umwandung 36 und der Stirnwand 38 einen Fluidraum 42 ein. Die Größe des Fluidraums 42 ist durch die Verschiebbarkeit des Kolbens 40 relativ zum Hohlzylinder 34 variabel.
An der Stirnwand 38 ist ein Fluidauslass 44 ausgebildet. Der Fluidauslass 44 ist mit der Anschlussstelle 26 der Katheterschnittstelle 8 bzw. des Drei-Wege- Ventils 10 fluidmechanisch verbunden.
Wird der Kolben 40 zur Stirnwand 38 hinbewegt, wird in dem Fluidraum 42 befindliches Fluid aus dem Fluidauslass 44 und zu der Anschlussstelle 26 bzw. der Katheterschnittstelle gefördert. Durch Bewegen des Kolbens 40 zu der Stirnwand 38 wird somit ein Ausstößen des Fluids an der Katheterschnittstelle 8 bzw. dessen Anschlussstelle 24 verursacht.
Wird der Kolben 40 von der Stirnwand 38 wegbewegt, wird an dem Fluidauslass 44 ein Unterdrück erzeugt, der ein Einsaugen von Fluid von der Anschlussstelle 26 bzw. der Katheterschnittstelle 8 bewirkt und somit ein Einsaugen von Fluid an der Katheterschnittstelle 8 bzw. dessen Anschlussstelle 24 verursacht. Ist der Ballonkatheter 6 an der Katheterschnittstelle angeschlossen, verursacht ein Bewegen des Kolbens von der Stirnwand weg ein Einsaugen von Fluid von dem Ballonkatheter 6 bzw. dem Ballon 30 zu der Anschlussstelle 24.
An einer Umfangsfläche des Kolbens 40 sind Dichtungen 52 zwischen dem Kolben 40 und der Umwandung 36 des Hohlzylinders 34 vorgesehen, welche den Fluidraum 42 abdichten.
An der von der Stirnwand 38 abgewandten Seite des Kolbens 40 ist eine mit dem Kolben 40 verbundene Kolbenstange 54 vorgesehen. An einem von dem Kolben 40 abgewandten Endabschnitt einer Umfangsfläche der Kolbenstange 54 ist an der Kolbenstange 54 ein Außengewinde 56 ausgebildet. Beidseits des Außengewindes 56 sind zwei zu dem Motor 32 gehörige Zahnräder 58 und 60 angeordnet, die mit dem Außengewinde 56 in Eingriff stehen.
Die Zahnräder 58 und 60 sind derart ausgebildet bzw. mit dem Außengewinde 56 abgestimmt, dass eine gegenläufige Rotation der Zahnräder 58 und 60 eine Translation der Kolbenstange 54 bzw. des Kolbens 40 bewirkt. Rotationsachsen 62 und 64 erstrecken sich senkrecht zu einer Axialrichtung bzw. einer Längsachse der Kolbenstange 54. Die Rotation der Zahnräder 58 und 60 wird durch Aktivierung des Motors 32 verursacht.
An einer von dem Kolben 40 abgewandten Stirnseite der Kolbenstange 54 ist ein Kupplungsteil 66 vorgesehen, mittels dessen die Kolbenstange 54 relativ zu dem Hohlzylinder 4 bewegt werden kann. Wird das Kupplungsteil 66 bei einem Stillstand der Zahnräder 58 und 60 motorisch (insbesondere mittels des Motors 32, der mit dem Kupplungsteil 66 verbunden ist) gedreht, bewirkt der Eingriff der Zahnräder 58 und 60 in das Außengewinde 56 ein Verschieben der Kolbenstange 54 relativ zu den Rotationsachsen 62 und 64 der Zahnräder 58 und 60. Die Zahnräder 58 und 60 sowie das Kupplungsteil 66 werden alle von dem Motor 32 angetrieben. Alternativ ist auch möglich, dass die Vorrichtung 12 derart ausgebildet ist, das Zahnrad 58, das Zahnrad 60 und/oder das Kupplungsteil 66 von einem jeweiligen separaten Motor angetrieben wird.
Um eine Position des Kolbens 40 relativ zum Hohlzylinder 34 ermitteln zu können, weist die Vorrichtung 4 einen mit der Steuerungseinrichtung 18 signaltechnisch verbundenen Positionsmesser 68 auf (siehe Fig. 1 ). Anhand einer Positionsänderung des Kolbens 40 kann mittels der Steuerungseinrichtung 18 eine Menge ausgestoßenen bzw. eingesaugten Fluids ermittelt werden.
Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems 102 gemäß einer zweiten Ausführungsform. Das System 102 gemäß der zweiten Ausführungsform unterscheidet sich von dem System 2 gemäß der ersten Ausführungsform nur insoweit, als das System 102 gemäß der zweiten Ausführungsform nur eine kabelgebundene Bedieneinheit 20 und keine über Funk verbundene Bedieneinheit 22 aufweist.
Fig. 4 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems 202 gemäß einer dritten Ausführungsform. Das System 202 gemäß der dritten Ausführungsform unterscheidet sich von dem System 2 gemäß der ersten Ausführungsform nur insoweit, als das System 202 gemäß der dritten Ausführungsform nur eine über Funk verbundene Bedieneinheit 22 und keine kabelgebundene Bedieneinheit 20 aufweist.
Fig. 5 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen Bedieneinheit 22 gemäß einer ersten Ausführungsform. Die Bedieneinheit 22 ist in Form eines Tablets ausgebildet, das einen berührungsempfindlichen Bildschirm 70 aufweist. Die Bedieneinheit 22 ist ausgebildet, auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm 70 ein Feld 72 anzuzeigen, in welchem ein Druckwert angegeben ist, ein Feld 74 anzuzeigen, in welchem ein Durchmesserwert des Ballonkatheters 6 angegeben ist, und ein Feld 76 anzuzeigen, in welchem ein Schiebeschalter angezeigt wird. Die Bedieneinheit 22 ist derart ausgebildet, dass ein Wert in einem der Felder 72 oder 74 dadurch geändert werden kann, dass zunächst eines der Felder 72 oder 74 durch Antippen aktiviert wird (siehe Feld 72 in Fig. 5) und anschließend der Wert des aktivierten Felds durch eine Wischbewegung entlang des Feldes 76 geändert wird.
Fig. 6 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen Bedieneinheit 1022 gemäß einer zweiten Ausführungsform. Die Bedieneinheit 1022 ist in Form eines Schiebeschalters ausgebildet und weist einen Schieber 1078 auf, der entlang einer Linearführung 1080 verschiebbar ist. Die Bedieneinheit 1022 ist ausgebildet, durch Verschieben des Schiebers 1078 entlang der Linearführung 1080 der Steuerungseinrichtung 18 einen Schwellenwert oder
Sollwert für den von der Drucksensoreinrichtung 16 gemessenen Druck vorzugeben.
Fig. 7 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen Bedieneinheit 2022 gemäß einer dritten Ausführungsform. Die Bedieneinheit 2022 ist in Form eines zusammendrückbaren Balls ausgebildet. Die Bedieneinheit 2022 ist ausgebildet, entsprechend eines Grads eines Zusammendrückens der Steuerungseinrichtung 18 einen Schwellenwert oder Sollwert für den von der Drucksensoreinrichtung 16 gemessenen Druck vorzugeben.
Die in den Figuren 5, 6 und 7 gezeigten Bedieneinheiten 22, 1022 und 2022 sind als schnurlose Bedieneinheiten ausgebildet. Alternativ oder zusätzlich dazu ist auch möglich, dass die Bedieneinheiten 22, 1022 und 2022 ausgebildet sind, mittels eines Kabels mit der Steuerungseinrichtung 18 verbunden werden zu können.
Fig. 8 zeigt eine schematische Ansicht eines offenbarungsgemäßen Systems 302 gemäß einer vierten Ausführungsform. Das System 302 gemäß der dritten Ausführungsform unterscheidet sich von den Systemen 2, 102 und 202 gemäß den ersten drei Ausführungsformen nur insoweit, als das System 302 gemäß der vierten Ausführungsform anstelle einer elektrischen bzw. elektronischen Bedieneinheit 20, 22, 1022 oder 2022 eine fluidmechanische (das heißt eine hydraulische oder pneumatische) Bedieneinheit 3022 aufweist und entsprechend der fluidmechanischen Bedieneinheit 3022 mit einem Druckanschluss 378 sowie einem Drucksensor 380, der fluidmechanisch mit dem Druckanschluss 378 und signaltechnisch mit der Steuerungseinrichtung 18 verbundenen ist, ausgestattet ist. Vorzugsweise ist der Drucksensor 380 als Teil einer offenbarungsgemäßen Drucksensoreinheit 316 ausgebildet.
Der Druckanschluss 378 ist ausgebildet mit der Bedieneinheit 3022 verbunden werden zu können.
Fig. 9 zeigt eine schematische Ansicht der fluidmechanischen Bedieneinheit 3022 gemäß einer ersten Ausführungsform.
Die Bedieneinheit 3022 ist in Form einer manuellen Inflationsspritze 3024 ausgebildet.
Die Inflationsspritze 3024 weist einen Hohlzylinder 3026 mit einer Umwandung 3028 auf. Der Hohlzylinder 3026 ist an einer Seite offen und weist an einer der offenen Seite gegenüberliegenden Seite eine Stirnwand 3030 auf. An der offenen Seite des Hohlzylinders 3026 ist ein Kolben 3032 in den Hohlzylinder 3026 eingeführt. Der Kolben 3032 ist in dem Hohlzylinder 3026 verschiebbar und schließt zusammen mit der Umwandung 3028 und der Stirnwand 3030 einen Fluidraum 3034 ein. Die Größe des Fluidraums 3034 ist durch die Verschiebbarkeit des Kolbens 3032 relativ zum Hohlzylinder 3026 variabel.
An der Stirnwand 3030 ist ein Fluidauslass 3036 ausgebildet, der eine offenbarungsgemäße Steuerfluidschnittstelle darstellt. Der Fluidauslass 3036 ist mit dem Druckanschluss 378 fluidmechanisch verbunden bzw. verbindbar.
Wird der Kolben 3032 zur Stirnwand 3030 hinbewegt, wird in dem Fluidraum 3034 befindliches Fluid (d.h. ein offenbarungsgemäßes Steuerfluid) aus dem Fluidauslass 3036 und zu dem Druckanschluss 378 gefördert. Durch Bewegen des Kolbens 40 zu der Stirnwand 38 wird somit ein Druck an dem Druckanschluss 378 erhöht.
Wird der Kolben 3032 von der Stirnwand 3030 wegbewegt, wird an dem Fluidauslass 3036 ein Unterdrück erzeugt, der ein Einsaugen von Fluid von dem Druckanschluss 378 bewirkt und somit einen Druck an dem Druckanschluss 378 verringert.
An einer Umfangsfläche des Kolbens 3032 sind Dichtungen 3038 zwischen dem Kolben 3032 und der Umwandung 3028 des Hohlzylinders 3026 vorgesehen, welche den Fluidraum 3034 abdichten.
An der von der Stirnwand 3030 abgewandten Seite des Kolbens 3032 ist eine mit dem Kolben 3032 verbundene Kolbenstange 3040 vorgesehen. An einem von dem Kolben 3032 abgewandten Endabschnitt einer Umfangsfläche der Kolbenstange 3040 ist an der Kolbenstange 3040 ein Außengewinde 3042 ausgebildet. An dem von der Stirnwand 3030 abgewandten Seite des Hohlzylinders 3026 ist ein Gewindeblock 3044 über einen Kipphebel 3046 mit dem Hohlzylinder 3026 verbunden. Der Gewindeblock 3044 ist mit dem Kipphebel 3046 gelenkig bzw. schwenkbar verbunden und der Kipphebel 3046 ist mit dem Hohlzylinder 3026 gelenkig bzw. schwenkbar verbunden. Der Gewindeblock 3044 weist an einer zu dem Außengewinde 3042 der Kolbenstange zugewandten Seite einen Gewindeabschnitt 3048 auf (siehe Fig. 10), der ausgebildet ist, mit dem Außengewinde 3042 in Eingriff gebracht werden zu können. Der Gewindeblock 3044 und der Kipphebel 3046 bilden zusammen einen Schnellentspanner, der ausgebildet ist, mittels des Kipphebels 3046 in eine deaktivierte Stellung gebracht werden zu können, in welcher der Gewindeblock 3044 bzw. dessen Gewindeabschnitt 3048 mit dem Außengewinde 3042 in Eingriff ist (siehe Fig. 9), und mittels des Kipphebels 3046 in eine aktivierte Stellung gebracht werden zu können, in welcher der Gewindeblock 3044 bzw. dessen Gewindeabschnitt 3048 nicht mit dem Außengewinde 3042 in Eingriff steht (siehe Fig. 10). Vorzugsweise ist der Schnellentspanner bzw. dessen Kipphebel 3046 mittels einer (nicht gezeigten) Feder derart vorgespannt, dass der Schnellentspanner in seine deaktivierte Stelle vorgespannt ist und nur durch Überwinden der Vorspannung ein Verstellen des Schnellspanners seine aktivierte Stellung möglich ist.
An einer von dem Kolben 3032 abgewandten Stirnseite der Kolbenstange 3040 ist ein Drehgriff 3050 vorgesehen, mittels dessen die Kolbenstange 3040 relativ zu dem Hohlzylinder 3026 manuell bewegt werden kann. Wird der Drehgriff 3050 bei deaktivierter Stellung des Schnellentspanners manuell gedreht (siehe Pfeile in Fig. 9), bewirkt der Eingriff des Gewindeabschnitts 3048 in das Außengewinde 3042 ein Verschieben der Kolbenstange 3040 relativ zu dem Gewindeblock 3044 und damit zum Hohlzylinder 3026. In der aktivierten Stellung des Schnellentspanners sind der Gewindeblock 3044 und das Außengewinde 3042 außer Eingriff, so dass die Kolbenstange 3040 axial verschiebbar ist und ein,
insbesondere schnelleres, Verschieben des Kolbens 3032 mittels Verschieben des Drehgriffs 3050 in axialer Richtung des Kolben 3032 ermöglicht ist (siehe Doppelpfeil in Fig. 10).
Um die Vorrichtung 4 im System 302 mittels der Bedieneinheit 3022 zu bedienen, wird die Größe des Fluidraums 3034 durch Ändern der axialen Stellung des Kolbens 3032 relativ zum Hohlzylinder 3026 mittels des Drehgriffs 3050 (entweder mit aktiviertem oder deaktiviertem Schnellentspanner) variiert, wodurch der Druck des Fluids an dem Fluidauslass 3036 und somit an dem Druckanschluss 378 variiert wird. Diese Druckvariation wird von dem Drucksensor 380 gemessen. Die Steuerungseinrichtung 18 der Vorrichtung 4 des Systems 302 ist ausgebildet, den an dem Druckanschluss 378 gemessenen Druck bzw. die an dem Druckanschluss 378 gemessene Druckvariation in einen Steuerbefehl für den Motor 32 der Fluidfördereinrichtung 12 umzuwandeln, sodass ein entsprechender Druck bzw. eine entsprechende Druckvariation in dem Ballonkatheter 6 erzeugt wird. „Umwandeln“ heißt insbesondere, dass der mittels der Fluidfördereinrichtung 12 erzeugte Druck höher ist als der manuell von der Bedieneinheit 3022 erzeugte Druck und/oder dass ein von der Fluidfördereinrichtung 12 erzeugter Druckverlauf gegenüber einem manuell mittels der Bedieneinheit 3022 erzeugten Druckverlauf geglättet ist.
Fig. 11 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit 4022 gemäß einer zweiten Ausführungsform. Die fluidmechanische Bedieneinheit 4022 gemäß der zweiten Ausführungsform unterscheidet sich von der fluidmechanischen Bedieneinheit 3022 gemäß der ersten Ausführungsform insoweit, als ein Kipphebel 4046 der fluidmechanischen Bedieneinheit 4022 gemäß der zweiten Ausführungsform gelenkig bzw. schwenkbar mit einem Abzug 4052 verbunden ist. Durch Vorsehen eines Abzugs 4052 ist es möglich, an einer Inflationsspritze 4024 der Bedieneinheit 4022 einen (nicht gezeigten) Pistolengriff vorzusehen und somit eine Bedienbarkeit der Bedieneinheit 4022 zu verbessern. Abgesehen von den beschriebenen Unterschieden entspricht die fluidmechanische Bedieneinheit 4022 gemäß der
zweiten Ausführungsform der fluidmechanischen Bedieneinheit 3022 gemäß der ersten Ausführungsform.
Fig. 12 zeigt eine schematische Ansicht einer offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit 5022 gemäß einer dritten Ausführungsform mit einem Schnellentspanner in einer deaktivierten Stellung. Fig. 13 zeigt eine schematische Ansicht der offenbarungsgemäßen fluidmechanischen Bedieneinheit 5022 gemäß der dritten Ausführungsform mit dem Schnellentspanner in einer aktivierten Stellung.
Die fluidmechanische Bedieneinheit 5022 gemäß der dritten Ausführungsform unterscheidet sich von der fluidmechanischen Bedieneinheit 3022 gemäß der ersten Ausführungsform insoweit, als ein Gewindeblock 5044 als ein Exzenter ausgebildet ist, welcher derart drehbar an einem Hohlzylinder 5026 angebracht ist, dass eine Drehachse des Gewindeblocks 5044 parallel zu einer Längsachse einer Kolbenstange 5040 ist. Der Gewindeblock 5044 weist eine Ausnehmung 5054 auf, durch welche hindurch sich die Kolbenstange 5040 erstreckt.
Die Ausnehmung 5054 ist derart exzentrisch ausgebildet, dass eine als ein Gewindeabschnitt 5048 ausgebildete Innenfläche der Ausnehmung 5054 in einer ersten Stellung des Gewindeblocks 5044 relativ zum Hohlzylinder 5024 mit einem Außengewinde 5042 der Kolbenstange 5040 in Eingriff steht (siehe Fig. 12) und in einer im Vergleich zur ersten Stellung verdrehten zweiten Stellung des Gewindeblocks 5044 relativ zum Hohlzylinder 5024 mit einem Außengewinde 5042 der Kolbenstange 5040 nicht in Eingriff steht (siehe Fig. 13).
Der Schnellentspanner wird bei der fluidmechanischen Bedieneinheit 5022 gemäß der dritten Ausführungsform somit lediglich durch den Gewindeblock 5044 gebildet. Ein Kipphebel wie bei den fluidmechanischen Bedieneinheiten 3022 und 402 gemäß den ersten beiden Ausführungsformen ist nicht notwendig.
Abgesehen von den beschriebenen Unterschieden entspricht die fluidmechanische Bedieneinheit 5022 gemäß der dritten Ausführungsform der fluidmechanischen Bedieneinheit 3022 gemäß der ersten Ausführungsform.
Bezugszeichenliste
2 System gemäß erster Ausführungsform
4 Vorrichtung
6 Ballonkatheter
8 Katheterschnittstelle
10 Drei-Wege-Ventil
12 Fluidfördereinrichtung
14 Kolbenspritze
16 Drucksensoreinrichtung
18 Steuerungseinrichtung
20 Kabelgebundene Bedieneinheit
22 Über Funk verbundene Bedieneinheit
24 Katheterseitige Anschlussstelle des Drei-Wege-Ventils
26 Fluidfördereinrichtungsseitige Anschlussstelle des Drei-Wege-Ventils
28 Drucksensoreinrichtungsseitige Anschlussstelle des Drei-Wege-Ventils
30 Ballon
32 Motor der Fluidfördereinrichtung
34 Hohlzylinder der Kolbenspritze
36 Umwandung der Kolbenspritze
38 Stirnwand der Kolbenspritze
40 Kolben der Kolbenspritze
42 Fluidraum der Kolbenspritze
44 Fluidauslass der Kolbenspritze
52 Dichtung zwischen Kolben und Umwandung
54 Kolbenstange
56 Außengewinde der Kolbenstange
58, 60 Zahnrad des Motors
62, 64 Rotationsachse
66 Kupplungsteil an der Kolbenstange
68 Positionsmesser
70 berührungsempfindlicher Bildschirm
72 bis 76 Feld auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm
102 System gemäß zweiter Ausführungsform
202 System gemäß dritter Ausführungsform
302 System gemäß vierter Ausführungsform
378 Druckanschluss
380 Drucksensor
1022 Bedieneinheit gemäß zweiter Ausführungsform
1078 Schieber
1080 Linearführung
2022 Elektrische Bedieneinheit gemäß dritter Ausführungsform
3022 Fluidmechanische Bedieneinheit gemäß erster Ausführungsform
3024 Inflationsspritze
3026 Hohlzylinder der Inflationsspritze
3028 Umwandung der Inflationsspritze
3030 Stirnwand der Inflationsspritze
3032 Kolben der Inflationsspritze
3034 Fluidraum der Inflationsspritze
3036 Fluidauslass der Inflationsspritze
3038 Dichtung zwischen Kolben und Umwandung
3040 Kolbenstange
3042 Außengewinde der Kolbenstange
3044 Gewindeblock
3046 Kipphebel
3048 Gewindeabschnitt
3050 Drehgriff an der Kolbenstange
4022 Fluidmechanische Bedieneinheit gemäß zweiter Ausführungsform
4024 Inflationsspritze
4032 Kolben der Inflationsspritze
4046 Kipphebel
4052 Abzug
5022 Fluidmechanische Bedieneinheit gemäß dritter Ausführungsform
5026 Hohlzylinder der Inflationsspritze
5032 Kolben der Inflationsspritze
5040 Kolbenstange
5042 Außengewinde
5044 Gewindeblock
5048 Gewindeabschnitt
5054 Ausnehmung