Technisches Gebiet
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Die Erfindung betrifft ein computerimplementiertes Verfahren zum Detektieren und/oder Bestimmen einer Anomalie einer Kreiselpumpe, mit den Schritten: In einem Normalzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen eines Rotors der Kreiselpumpe zum Quantifizieren mindestens eines Terms eines dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe, und in einem von dem Normalzustand abweichenden Fehlerzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors der Kreiselpumpe zum Erfassen mindestens eines Störungsparameters.
Hintergrund der Erfindung
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Kreiselpumpen sind aus dem Stand der Technik bekannt und dienen zum Fördern einer Flüssigkeit mittels einer Drehbewegung eines Laufrades. Die zu fördernde Flüssigkeit tritt über eine Saugöffnung in einen Pumpenraum der Kreiselpumpe ein, wird von dem rotierenden Laufrad erfasst und in der Folge in einen Druckstutzen befördert. In der Flüssigkeit enthaltene Feststoffanteile können sich im Bereich des Laufrades sowie an einer Innenseite eines Pumpengehäuses absetzen und derart einen hydraulischen und/oder mechanischen Wirkungsgrad der Kreiselpumpe negativ beeinflussen oder sogar ein Verstopfen und Ausfall der Kreiselpumpe bewirken.
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Obwohl aus dem Stand der Technik mehrere Verfahren zum Detektieren und/oder Bestimmen einer Anomalie und insbesondere zum Lösen von Verstopfungen von Kreiselpumpen bekannt sind, zeigt die derzeitige Praxis, dass die bekannten Verfahren nicht ideal sind, um eine Kreiselpumpe vor Beschädigung aufgrund einer solchen möglicherweise nicht rechtzeitig erkannten Verstopfung in sicherer und verlässlicher Weise zu schützen, und insbesondere einen entsprechenden Anomalie der Kreiselpumpe verlässlich zu Detektieren und/oder zu Bestimmen.
Beschreibung der Erfindung
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Ausgehend von dieser Situation ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Detektieren und/oder Bestimmen einer Anomalie einer Kreiselpumpe, welches gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen verlässlicher und schneller die Anomalie, und insbesondere eine Verstopfung, erkennen und klassifizieren kann und/oder zielgerichtete Maßnahmen zum Beseitigen der Anomalie, insbesondere zum Lösen der Verstopfung einleiten kann.
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Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Demnach wird die Aufgabe gelöst durch ein computerimplementiertes Verfahren zum Detektieren, Bestimmen und/oder Klassifizieren einer Anomalie einer Kreiselpumpe, mit den Schritten:
- in einem Normalzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen eines Rotors der Kreiselpumpe zum Quantifizieren mindestens eines Terms eines dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe,
- in einem von dem Normalzustand abweichenden Fehlerzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors der Kreiselpumpe zum Erfassen mindestens eines Störungsparameters, und
- Lösen eines inversen Problems des dynamischen Rotormodells zum Identifizieren des mindestens einen Störungsparameters zum Detektieren, Bestimmen und/oder Klassifizieren der Anomalie.
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Ein wesentlicher Punkt der vorgeschlagenen Lösung liegt darin, dass durch das dynamische Rotormodell ein digitaler Zwilling der Kreiselpumpe geschaffen wird, wobei eine Parameterschätzung durch Lösung des inversen Problems erfolgt, beispielsweise durch Lösen eines Optimierungsproblems, um derart die Anomalie, insbesondere eine Verstopfungssituation der Kreiselpumpe anhand der identifizierten Parameter bestimmen zu können. Die Anomalie kann beispielsweise ein Lagerschaden inklusive Verschleiß und/oder Alterung, ein Dichtungsschaden inklusive Verschleiß und/oder Alterung, eine insbesondere starke Änderung einer Temperatur, eine Folge wie Ausdehnung und/oder Viskositätsänderung, eine fehlerhafte Ausrichtung von Pumpenkomponenten, eine Folge wie Fluchtungsfehler und/oder Spaltmaßänderung, eine Verstopfung innerhalb der Kreiselpumpe an insbesondere unterschiedliche Stellen, ein Korrosionseffekt, ein Ablagerungseffekt, mehrkomponentige Fluide im Laufrad, mehrphasige oder kavitierende Fluide im Laufrad, ein unbekannter Anstieg von Reibung usw. darstellen. Durch das derart bestimmte dynamische Rotormodell lässt sich eine Anomalie wesentlich einfacher und genauer detektieren bzw. bestimmen. Noch anders formuliert lässt sich durch das vorgeschlagene Verfahren eine Verstopfungssituation, oder eine andere mögliche Art mechanisch bedingter Fehlfunktion in Bezug auf eine Drehung des Rotors der Kreiselpumpe, wesentlich besser analysieren. Im Falle einer Verstopfung als Anomalie, kann eine für die Verstopfungssituation passende Entblockungsroutine ausgewählt werden, um derart die Kreiselpumpe möglichst schnell wieder in den Normalzustand zu überführen.
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Zusammengefasst stellt das Verfahren eine mathematische und/oder physikalische Analyse einer Hochlauf- oder Abbremsphase eines Motors insbesondere inklusive Welle und allen rotierenden Komponenten der Kreiselpumpe im Vergleich zu einem zuvor bestimmten digitalen Zwilling der Kreiselpumpe zwecks Identifizierung potenzieller Verstopfungssituationen und/oder weiterer widerstands- oder widerstandsbedingter Drehmomente und Kräfte zur Verfügung. Aufgrund einer solchen Klassifizierung der Verstopfungssituation, beispielsweise hinsichtlich eines Ortes einer auftretenden Verstopfung in einem Inneren eines Pumpengehäuses der Kreiselpumpe, kann eine für die Verstopfung passende, problemangepasste Entblockungsroutine ausgewählt werden. Das Verfahren ermöglicht somit eine schnellere und effizientere Entblockungssequenz für Abwasser- oder Schmutzwasserpumpen.
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Das vorgeschlagene Verfahren lässt sich bevorzugt zum Bestimmen einer Verstopfung verwenden. Insbesondere während einer abgestimmten bevorzugt stufenweisen Hochlauf-Sequenz und/oder Auslauf-Sequenz lassen sich die Terme des dynamischen Rotormodells bestimmen. Das Verfahren berücksichtigt zum Erfassen des mindestens einen Störungsparameters insbesondere ein Losbrech- und/oder Haftreibungsmoment, ein Reibmoments direkt proportional zum Drehwinkel, insbesondere als Steifigkeit, beliebig viele Reibmomente direkt proportional zu Winkelgeschwindigkeiten mit unterschiedlichen Exponenten, insbesondere als Dämpfungen unterschiedlicher Ordnungen, und/oder erlaubt ein Auswählen einer zu der Anomalie optimal passenden Reinigungssequenz je nach Klassifizierung der vorliegenden Verstopfung. Das vorgeschlagene Verfahren erlaubt ferner ein Erkennen eines Trockenlaufs, das Erkennung einer insbesondere totalen Blockierung, eine Differenzierung hinsichtlich beider Drehrichtungen des Rotors, und/oder eine Vorverarbeitung von Roh-Zeitsignalen wie Drehmoment, Winkelgeschwindigkeit und/oder Drehwinkel, wie beispielsweise eine Glättung und/oder Filterung der Signale.
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Der Begriff computerimplementiert meint insbesondere, dass das vorgeschlagene Verfahren durch einen Computer, eine computerbasierte Steuerung, einen Mikroprozessor, cloudbasiert oder dergleichen ausführbar ist bzw. ausgeführt wird. Bevorzugt werden alle Schritte des Verfahrens durch den Computer d.h. computerimplementiert ausgeführt. Als Normalzustand wird insbesondere der Zustand der Kreiselpumpe verstanden, in welchem die Kreiselpumpe ohne erhöhte Reibung und ohne veränderte Trägheit jeglichen Ursprung, insbesondere problemfrei ein Fluid fördert. Das Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors kann unter Laborbedingungen erfolgen, beispielsweise unter Verwendung von Klarwasser. Als Term des nachfolgend weiter beschriebenen dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe wird beispielsweise ein Reibungsterm, ein hydraulischer Drehmomentterm und/oder ein Trägheitsterms, verstanden. Das Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors der Kreiselpumpe zum Erfassen des mindestens einen Störungsparameters erfolgt bevorzugt während eines regulären Betriebs der Kreiselpumpe, beispielsweise beim Fördern von Abwasser.
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Als Kreiselpumpe wird im Allgemeinen eine Strömungsmaschine bezeichnet, die eine Drehbewegung und dynamische Kräfte zur Förderung überwiegend von Flüssigkeiten als Fluid nutzt. Bevorzugt ist die Kreiselpumpe als Abwasserpumpe ausgestaltet. Bei der Kreiselpumpe wird neben einer tangentialen Beschleunigung der Flüssigkeit eine in radialer Strömung auftretende Fliehkraft zur Förderung genutzt, so dass solche Pumpen ebenso als Zentrifugalpumpen bezeichnet werden. Bevorzugt lässt sich die Kreiselpumpe für eine hydraulische Anlage eines Gebäudes oder sonstige Anwendungen verwenden.
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Im regulären Betrieb der Kreiselpumpe kann ein Gehäuse des Motors der Kreiselpumpe oberhalb des Pumpengehäuses angeordnet sein, in welchem das von dem Motor über die Welle angetriebenes Laufrad zum Fördern der Flüssigkeit vorgesehen ist, wobei das Gehäuse des Motors mit dem Pumpengehäuse ortsfest verbunden und/oder einteilig gestaltet sein kann. Ebenso kann die Kreiselpumpe und der Motor jeweils eine eigene Welle aufweisen, wobei die Wellen über eine Kupplung miteinander verbindbar sind. Bevorzugt ragt die Welle an einer Antriebsseite aus dem Gehäuse des Motors in das Pumpengehäuse hinein und/oder ist an der Antriebsseite des Laufrads ortsfest mit der Welle verbunden. Entsprechend kann ein Einlass für die zu fördernde Flüssigkeit bevorzugt unterhalb oder unten an dem Pumpengehäuse angeordnet sein.
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Die Flüssigkeit umfasst bevorzugt Wasser oder ein sonstiges flüssiges Medium wie beispielsweise Abwasser. Die Flüssigkeit kann Feststoffe wie beispielsweise Verunreinigungen oder Müll jeglicher Art, insbesondere Fäkalien, Sedimente, Dreck, Sand, oder auch kleinere Holz-, Gestrüpp-, Textilien- oder Lappenteile oder dergleichen umfassen. Bevorzugt ist das Gehäuse des Motors und/oder das Pumpengehäuse aus Metall, insbesondere aus Gusseisen oder Edelstahl, Keramik, und/oder Kunststoff gestaltet. Wie bereits angesprochen, bedeutet im Rahmen der Erfindung das Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors im Normalzustand zum Quantifizieren des mindestens eines Terms des dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe insbesondere während eines regulären, störungsfreien Betriebs der Kreiselpumpe, nämlich wenn die Kreiselpumpe ein Fluid als Flüssigkeit fördert, welches Frischwasser sein kann oder mit einem vorgenannten Feststoffanteil versetzt sein kann. Der Fehlerzustand umfasst insbesondere eine Störung, ein Lagerschaden inklusive Verschleiß und/oder Alterung, ein Dichtungsschaden inklusive Verschleiß und/oder Alterung, eine insbesondere starke Änderung einer Temperatur, eine Folge wie Ausdehnung und/oder Viskositätsänderung, eine fehlerhafte Ausrichtung von Pumpenkomponenten, eine Folge wie Fluchtungsfehler und/oder Spaltmaßänderung, eine Verstopfung innerhalb der Kreiselpumpe an insbesondere unterschiedliche Stellen, ein Korrosionseffekt, ein Ablagerungseffekt, mehrkomponentige Fluide im Laufrad, mehrphasige oder kavitierende Fluide im Laufrad, ein unbekannter Anstieg von Reibung usw.
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Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
basierend auf der bestimmten Anomalie, insbesondere automatisches oder manuelles Überführen der Kreiselpumpe aus dem Fehlerzustand in den Normalzustand.
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Gemäß dieser Weiterbildung wird basierend auf der bestimmten Anomalie beispielsweise im Fall der Verstopfung, eine für die Behebung der Anomalie bzw. der Verstopfung geeignete Entblockungsroutine gewählt, durch welche die Kreiselpumpe möglichst schnell aus dem Fehlerzustand wieder in den Normalzustand überführt werden kann. Bevorzugt erfolgt das Auswählen der Entblockungsroutine und/oder Überführen der Kreiselpumpe aus dem Fehlerzustand in Normalzustand automatisiert, insbesondere durch die Computer-basierte Steuerung. Ein solches automatisierte Überführen kann beispielsweise durch die Entblockungsroutine umfassend ein mehrfaches Ändern der Drehrichtung und/oder Drehzahl des Rotors erreicht werden. Ebenso kann es zweckmäßig sein, dass das Überführen der Kreiselpumpe aus dem Fehlerzustand in den Normalzustand manuell, beispielsweise durch Eingreifen eines Nutzers, erfolgt. Ein solches manuelles Überführen kann beispielsweise durch Austauschen eines beschädigten Laufrads erfolgen
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Quantifizieren des insbesondere kräftebasierten dynamischen Rotormodells ein Erfassen eines Bremsmoments des Normalzustands, insbesondere wenigstens eines Reibungsterms, eines insbesondere hydraulischen Drehmomentterms, und/oder insbesondere zeitabhängig, in Abhängigkeit von einer Winkelgeschwindigkeit des Rotors, und/oder das Quantifizieren des insbesondere kräftebasierten dynamischen Rotormodells ein Erfassen einer Gesamtträgheit eines rotierenden Systems der Kreiselpumpe im Normalzustand, insbesondere inklusive einer anteilig durch die Kreiselpumpe bewegter Flüssigkeit. Das Quantifizieren des insbesondere kräftebasierten dynamischen Rotormodells erfolgt für den Normalzustand insbesondere unter Laborbedingungen, wobei insbesondere alle bremsenden Momente des Rotors bzw. der Kreiselpumpe vorab bestimmt bzw. vermessen werden. Weiter bevorzugt umfasst das Quantifizieren des insbesondere kräftebasierten dynamischen Rotormodells ein Erfassen eines Bremsmoments des Normalzustands, bestehend aus insbesondere einem Gesamtreibungsterm und einem insbesondere hydraulischen Drehmomentterm, alle insbesondere in Abhängigkeit von der Winkelgeschwindigkeit des Rotors als Funktion der Zeit, sowie ein Erfassen der Gesamtträgheit des rotierenden Systems im Normalzustand inklusive anteilig mitbewegter Flüssigkeit.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung erfolgt das Quantifizieren unter Berücksichtigung einer Pumpenkennlinie, unter Berücksichtigung einer Systemkennlinie, insbesondere unter Berücksichtigung einer geodätischen Höhendifferenz, und/oder unter Berücksichtigung eines Absperrschiebers, eines Ventils, eine Bypasses und/oder einer Rückschlagklappe sowie insbesondere einer Stellung des Ventils und/oder unter Berücksichtigung eines Füllstands einer Rohrleitung und/oder Länge der Rohleitung, einer Flüssigkeitstemperatur, einer Flüssigkeitsviskosität, einer Flüssigkeitsdichte, einer Druckdifferenz, eines Volumenstroms, eines Pumpenwirkungsgrads und/oder eines Ventilöffnungsgrad. Derart ermittelte Daten können in einer Datenbank für einen bestimmten Typ der Kreiselpumpe abgespeichert werden, um bei einem Vergleich, insbesondere im Fehlerzustand, mit dem Normalzustand herangezogen zu werden. Das vorgeschlagene Verfahren lässt sich insbesondere bei geschlossenem druckseitigem Ventil bzw. bei geschlossener Rückschlagklappe anwenden, um einen wiederholbaren und vergleichbaren Zustand, nahezu unabhängig vom System, zu erzeugen. Ferner lassen sich Methoden Maschinellen Lernens bzw. künstlicher Intelligenz zur weiteren Verarbeitung der Störungsparameter anwenden, insbesondere zur Klassifizierung, nach Durchführung einer Vielzahl an Experimenten und anschließender Auswertung von Ergebnissen.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das dynamische Rotormodell ein von einer Drehzahl und/oder Winkelgeschwindigkeit abhängiges Bremsmoment des Normalzustands gemäß folgender Gleichung mit
- ki Koeffizienten der Winkelgeschwindigkeit des Rotors,
- ri Exponenten der Winkelgeschwindigkeit des Rotors,
- MT Momentenfunktion eines Übergangs von Haft- zu Gleitreibung insbesondere des Rotors, und
- MI Drehmoment eines Laufrads der Kreiselpumpe.
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Die vorbeschriebene Gleichung vereint alle bremsenden Momente der Kreiselpumpe im Normalzustand zu einem gesamten Bremsmoment.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das dynamische Rotormodell, gemäß folgender Gleichung, im Normalzustand auf einer linken Seite der Gleichung einen Trägheitsterm sowie ein Bremsmoment und auf einer rechten Seite der Gleichung ein zeitabhängiges Motordrehmoment, mit
J Trägheitsmoment, insbesondere als Summe verschiedene Trägheitseffekte von rotierenden festen Teilen, Flüssigkeit im Laufrad und/oder Flüssigkeit im Pumpengehäuse und/oder in Teilen eines Rohrleitungssystem.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Erfassen des dynamischen Rotormodells im Normalzustand ein Berechnen und/oder experimentelles Bestimmen eines Trägheitsmoments. Insbesondere umfasst das Erfassen des dynamischen Rotormodells im Normalzustand ein Erfassen des Trägheitsmoments eines gesamten rotierenden Systems der Kreiselpumpe, insbesondere inklusive additiver Trägheiten durch Flüssigkeit in der Umgebung des Rotors, beispielsweise durch experimentelles Bestimmen im Labor oder aufgrund einer Berechnung.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Lösen des inversen Problems ein Klassifizieren der Anomalie, des Normalzustands und/oder des Fehlerzustands. Basierend auf der Klassifizierung der Anomalie lässt sich eine geeignete Maßnahme auswählen, manuell oder automatisiert, um die Anomalie zu beheben. Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung erfolgt das Überführen der Kreiselpumpe aus dem Fehlerzustand in den Normalzustand basierend auf der Klassifizierung der Anomalie und/oder des Fehlerzustands. Idealerweise kann aufgrund der Klassifizierung im Fall der Verstopfung beispielsweise eine für die Klassifizierung passende Entblockungsroutine gewählt werden, so dass nach Anwendung der Entblockungsroutine die Kreiselpumpe aus dem Fehlerzustand wieder zurück in den Normalzustand überführt werden kann.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst der mindestens eine Störungsparameter ein Losbrechmoment und/oder ein Haftreibungsmoment des Fehlerzustands umfasst und/oder das Beschleunigen des Rotors zum Erfassen des Störungsparameters ein Erhöhen eines Motordrehmoments von Null ab bis zu einem erstmaligen Bewegen des Rotors umfasst, wobei sich ein Haftreibungsmoment der Anomalie aus einem bei dem erstmaligen Bewegen aktuellen Motordrehmoment abzüglich eines Losbrechmoments des Normalzustands ergibt. Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst der mindestens eine Störungsparameter ein Losbrechmoment und/oder ein Haftreibungsmoment des Fehlerzustands umfasst und/oder das Beschleunigen des Rotors zum Erfassen des Störungsparameters ein Erhöhen eines Motordrehmoments von Null ab bis zu einem erstmaligen Bewegen des Rotors, wobei sich ein Haftreibungsmoment der Anomalie aus einem bei dem erstmaligen Bewegen aktuellen Motordrehmoment abzüglich eines Losbrechmoments des Normalzustands ergibt. Bevorzugt wird zunächst ein potentielles zusätzliches Losbrechmoment der Anomalie bestimmt. Dazu kann das Motordrehmoment kontinuierlich von Null ab langsam erhöht werden, bis sich der Rotor erstmalig bewegt. Von diesem aktuellen Motormoment wird das Losbrechmoment des Normalzustands abgezogen, so dass das Haftreibungsmoment der Anomalie erhalten wird.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
- nach dem erstmaligen Bewegen des Rotors, insbesondere schnelles Erhöhen einer Winkelgeschwindigkeit des Rotors auf einen insbesondere konstanten aber insbesondere verschwindend kleinen Wert durch Regeln und/oder Anpassen des Motordrehmoments und
- nach Erreichen der insbesondere konstanten aber insbesondere verschwindend kleinen Winkelgeschwindigkeit, Messen und/oder Berechnen mittels eines Integrationsverfahrens eines Drehwinkels des Rotors, wobei sich der insbesondere winkelbezogene mindestens eine Störungsparameter als Ableitung des Motordrehmoments nach dem Drehwinkel ergibt.
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Verschwindend klein bedeutet insbesondere ≥ 1 und ≤ 100 Umdrehungen des Rotors pro Minute, vorzugsweise ≥ 1 und ≤ 10 Umdrehungen des Rotors pro Minute.
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Das erstmalige Bewegen des Motors stellt insbesondere ein Losbrechen dar. Der Drehwinkel des Rotors kann direkt gemessen oder durch ein Integrationsverfahren berechnet werden.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Verfahren den Schritt:
- Bestimmen von K Koeffizienten für Winkelgeschwindigkeiten mit verschiedenen Exponenten sowie des mindestens einen Störungsparameters als geschwindigkeitsunabhängige Coulombsche Reibung, entsprechend einem Koeffizienten einer Winkelgeschwindigkeit mit dem Exponenten Null,
- durch Lösen eines linearen Gleichungssystems mit K + 1 linear unabhängigen Gleichungen, dessen Gleichungen mit paarweise unterschiedlichen konstanten Winkelgeschwindigkeiten in einem Bereich zwischen niedrigen und hohen Drehzahlen des Rotors assoziiert werden können.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Berechnen eines zusätzlichen Trägheitsmoments, insbesondere mit positivem oder negativem Vorzeichen, während des positiven oder negativen Beschleunigens in einem vorbestimmten Winkelgeschwindigkeitsbereich. Das Beschleunigen kann konstant, gemäß einer vordefinierten Funktion, gemäß beliebigen Funktionen usw. erfolgen.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Verfahren den Schritt:
Bestimmen, basierend auf einem Ergebnis wenigstens eines der vier vorhergehenden Weiterbildungen, den Fehlerzustand umfassend insbesondere keine Verstopfung, Verstopfung zwischen einem rotierenden und einem feststehenden Teil der Kreiselpumpe, zum Stillstand eines Laufrads der Kreiselpumpe führende Verstopfung oder Verstopfung innerhalb eines Laufradkanals sowie insbesondere in Radseitenräumen, in unterschiedlichen Spalten, an Schaufelkanten, an einer Zunge und/oder in einer Spirale der Kreiselpumpe. Besonders bevorzugt umfasst das Bestimmen einen Mix aus Verstopfungsorten, wie beispielsweise Pumpengehäuse, Laufradkanal, Laufradkante und/oder Spalt zwischen rotierenden und feststehenden Teilen, und/oder Konsequenzen, wie beispielsweise keine Verstopfung, sanfte Verstopfung und/oder harte Verstopfung.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
- Hinterlegen des dynamischen Rotormodells insbesondere des Normalzustands der Kreiselpumpe in einer Datenbank insbesondere als Kennlinie und/oder eines Kennfelds, und/oder
- Erfassen des dynamischen Rotormodells und/oder des Störungsparameters in Abhängigkeit von Temperatur, Flüssigkeitsviskosität, Flüssigkeitsdichte, Druckdifferenz, Volumenstrom, Pumpenwirkungsgrad und/oder Öffnungsgrad bzw. Stellung von Ventilen oder der Rückschlagklappe.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Verfahren den Schritt:
stufenweises, periodisches und/oder wiederholendes Beschleunigen und/oder Verlangsamen.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Vergleich der ermittelten Störungsparameter mit jeweiligen Schwellenwerten in Kategorien von Störungsparametern, insbesondere umfassend:
- a) Störungsparameter mit Losbrechmoment-Bezug (Haftreibung)
- b) Störungsparameter mit Konstantmoment-Bezug (Coulombsche Gleitreibung)
- c) Störungsparameter mit Drehwinkel-Bezug (Steifigkeit)
- d) Störungsparameter mit Winkelgeschwindigkeits-Bezug (Dämpfung)
- e) Störungsparameter mit Winkelbeschleunigungs-Bezug (Trägheit)
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Verfahren den Schritt:
Hinterlegen des wenigstens eines Terms des dynamischen Rotormodells im Normalzustand der Kreiselpumpe in Form einer Kennlinie und/oder eines Kennfeldes in der Datenbank zum Vergleichen des Fehlerzustands mit dem Normalzustand, insbesondere in Abhängigkeit von Flüssigkeitstemperatur, Flüssigkeitsviskosität, Flüssigkeitsdichte, Druckdifferenz, Volumenstrom, Pumpenwirkungsgrad und/oder in Abhängigkeit eines Systems, insbesondere von der geodätischen Höhendifferenz, Stellung des Ventils und/oder der Rückschlagklappe, dem Füllstand insbesondere aller Rohrleitungen, Längen insbesondere aller Rohrleitungen und/oder Existenz eines Bypasses.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Beschleunigen und/oder Verlangsamen über eine insbesondere ausreichend große Drehzahlspanne, wobei das Beschleunigen und/oder Verlangsamen mit einer positiven oder negativen Beschleunigung stets ungleich Null, insbesondere streng monotoner Drehzahlverlauf, und/oder stufenweise, insbesondere monotoner Drehzahlverlauf, mit Zeitabschnitten von insbesondere nahezu konstanter Winkelgeschwindigkeit, insbesondere zwischenzeitliche Beharrung der Drehzahl, und/oder insbesondere konstanten bzw. echten Beschleunigungsabschnitten, insbesondere mit Beschleunigung ungleich Null, zwischen einzelnen Stufen, einer Startdrehzahl und einer Enddrehzahl und/oder in einer beliebigen Sequenz erfolgen kann.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung kann ein Anlernen des Normalzustands und/oder eine Anwendung des Rotormodells zum Bestimmen der Störungsparameter auf unterschiedliche Weise erfolgen. Der Normalzustand der Kreiselpumpe, insbesondere bezüglich eines Hochfahrens und eines Auslaufens, kann für jeden einzelnen Anwendungsfall bestimmt und in Form einer Kennlinie abgespeichert werden. Ebenso kann der Normalzustand der Kreiselpumpe, insbesondere bezüglich des Hochfahrens und des Auslaufens, für unterschiedliche Anwendungsfälle vorab bestimmt und in Form von Kennlinien oder Kennfeldern für eine spätere Auswahl abgespeichert werden. Schließlich kann der Normalzustand sowie der Fehlerzustand der Kreiselpumpe beim Hochfahren und/oder beim Auslaufen stets bei geschlossenem Schieber, insbesondere bei geschlossenem Ventil auf einer Druckseite der Kreiselpumpe, analysiert werden, wobei der Normalzustand abgespeichert und in der Datenbank hinterlegt wird.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Ablesen aus den ermittelten Störungsparametern, welche als Koordinaten eines mehrdimensionalen Parameterraums ansehbar sind, welche Art von Anomalie bzw. Störung vorliegt bzw. zu welcher Klasse die jeweilige Anomalie bzw. Störung gehört. Ein solches Klassenbilden kann bei ausreichender Datenbasis auch durch Methoden der künstlichen Intelligenz, insbesondere durch Methoden des Maschinellen Lernens, unterstützt werden.
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Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist der Normalzustand dadurch definierbar, dass alle Störungsparameter vom Betrag her kleiner als jeweilige Schwellenwerte sind, sprich vom Betrag her insbesondere nahe Null sind. Der Normalzustand stellt insbesondere die Kreiselpumpe bei Auslieferung oder bei Inbetriebnahme in einem jeweiligen System oder in einem laufenden Betrieb ohne Störung und/oder ohne Alterungseffekte wie Verschleiß dar. Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung ist der Fehlerzustand dadurch definiert, dass mindestens ein Störungsparameter vom Betrag her größer oder gleich einem jeweiligen Schwellenwert ist, sprich sich vom Betrag her insbesondere deutlich von Null unterscheidet.
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Der Fehlerzustand kann insbesondere Lagerschäden inklusive Verschleiß, Dichtungsschäden inklusive Verschleiß, und/oder eine insbesondere starke Änderung der Temperatur und deren Folgen wie Ausdehnungen und/oder Viskositätsänderungen, fehlerhafte Ausrichtung von Pumpenkomponenten und den Folgen wie Fluchtungsfehler und/oder Spaltmaßänderungen, und/oder Verstopfungen innerhalb der Kreiselpumpe an insbesondere unterschiedlichen Stellen, weitere Verschleißeffekte, Korrosionseffekte, Ablagerungseffekte, und/oder das Auftreten von Fluiden mit mehreren Komponenten und/oder Phasen innerhalb der Pumpe darstellen. Die Schwellenwerte lassen sich im Vorfeld experimentell oder durch bereits vorliegende Erfahrungen definieren.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung lassen sich Zeitsignale von Drehmoment, Drehwinkel und Winkelgeschwindigkeit durch Hardware-Sensoren und/oder durch Softsensoren aufnehmen. Unter Hardware-Sensoren werden insbesondere Sensoren verstanden, welche Größen als Funktion der Zeit direkt messen, wobei auch ein Sensor zur kombinierten Messung aller relevanter Größen denkbar ist. Unter Softsensoren werden insbesondere Sensoren verstanden, die auf eine jeweilige Motortechnologie angepasste Messung von Grundsignalen des Motors und/oder des Frequenzumrichters erlauben. Ebenso ist eine Kombination aus Hardware-Sensoren und Soft-Sensoren denkbar.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
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In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer Kreiselpumpe zum Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, und
- Fig. 2
- ein Ablaufdiagramm zum Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbespiele
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Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Kreiselpumpe 1 zum Ausführen eines nachfolgend beschriebenen Verfahrens zum Detektieren, Bestimmen und/oder Klassifizieren einer Anomalie und insbesondere im Falle einer Verstopfung zum nachfolgenden Lösen der Verstopfung der Kreiselpumpe 1 gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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Die Kreiselpumpe 1 weist in herkömmlicher Weise ein Pumpengehäuse 2 mit einer, in der Figur an dem Pumpengehäuse 2 unten angeordneten Saugöffnung 3 als Einlass auf. In dem Pumpengehäuse 2 ist ein Rotor 4 vorgesehen, der sich in der Zeichnung vertikal erstreckt. Der Rotor 4 ist Teil eines Motors 5, nur ansatzweise dargestellt, der entgegensetzt zu der Saugöffnung 3 angeordnet ist. Der Saugöffnung 3 zugewandt ist ein Laufrad 6 vorgesehen, welches über den Rotor 4 durch den Motor 5 angetrieben wird. Ferner weist die Kreiselpumpe 1 eine mikroprozessorbasierte Steuerung 7 auf, in Fig. 1 nur angedeutet.
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Schließlich weist die Kreiselpumpe 1 einen oder mehrere Sensoren 8 zum Quantifizieren mindestens eines Terms eines dynamischen Rotormodells und/oder zum Erfassen mindestens eines Störungsparameters der Kreiselpumpe 1 auf. Der Sensor 8 ist entsprechend als Beschleunigungs- und/oder Vibrationssensor, insbesondere als 3-Achsen Beschleunigungs- und/oder Vibrationssensor, als Drucksensor und/oder als Stromsensor ausgestaltet, und/oder als Sensor zum Bestimmen eines Motormoments, eines Drehwinkels und/oder einer Winkelgeschwindigkeit bzw. einer Drehzahl gestaltet. Im Falle einer Ausgestaltung als Beschleunigungs- und/oder Vibrationssensor ist der Sensor 8 insbesondere berührend, unmittelbar benachbart und/oder starr, beispielsweise auf einer Metallplatte, insbesondere nahe einer jeweiligen Lagerstelle, an dem Motor 5, zugeordnet zu der Rotor 4, an dem Pumpengehäuse 2, an einem Motorgehäuse des Motors 5 und/oder zugeordnet zu dem Laufrad 6 vorgesehen. Im Falle eines Drucksensors ist der Sensor 8 druckseitig und/oder saugseitig insbesondere an der Saugöffnung 3 vorgesehen. Im Falle eines Stromsensor misst der Sensor 8 einen von dem Motor 5 aufgenommenen Motorstrom.
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Das nachfolgend beschriebene computerimplementiertes Verfahren zum Detektieren, Bestimmen und/oder Klassifizieren der Anomalie der Kreiselpumpe 1 wird durch einen nicht dargestellten Prozessor und/oder Computer, insbesondere die Steuerung 7, durchgeführt. Grundsätzlich nutzt das Verfahren einen mathematisch-physikalischen Ansatz zum Analysieren eines Pumpenverhaltens während des Beschleunigens und/oder Verlangsamens des Rotors 4, insbesondere während einer Hochlauf- oder Auslaufzeit des Motors 5. Der Ansatz besteht im Wesentlichen aus drei Bestandteilen: Trainieren eines digitalen Zwillings anhand eines Normalzustands, identifizieren von Anomalie-Parametern durch Lösen eines inversen Problems und klassifizieren von Anomalien mittels der identifizierten Parameter.
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Konkret weist das Verfahren zum Detektieren und/oder Bestimmen der Anomalie der Kreiselpumpe 1 die Schritte auf:
- in einem Normalzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors 4 der Kreiselpumpe 1 zum Quantifizieren mindestens eines Terms eines dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe 1 100,
- in einem von dem Normalzustand abweichenden Fehlerzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors 4 der Kreiselpumpe 1 zum Erfassen mindestens eines Störungsparameters 200, und
- Lösen eines inversen Problems des dynamischen Rotormodells zum Identifizieren des mindestens einen Störungsparameters zum Detektieren und/oder Bestimmen der Anomalie 300.
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Basierend auf der bestimmten Anomalie kann die Kreiselpumpe 1 insbesondere automatisch oder manuell aus dem Fehlerzustand wieder zurück in den Normalzustand überführt werden.
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Das dynamische Rotormodell der Kreiselpumpe, welches potentielle Anomalien bzw. Fehlfunktionen als variable Terme berücksichtigt, wird durch folgende physikalischer Bewegungsgleichung beschrieben:
- mit k = (k 1, k 2, ... , kN ) , r = (r 1, r 2, ... , rN )
- µ = (µ 1, µ 2, ... , µK ) , s = (s 1, s 2, ... , sK )
- MT = f 1(φ̇) , Mψ = f 2(φ̇) und MI = f 3(φ̇)
Definition der Variablen
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- t
- Zeit
- φ
- Drehwinkel
- φ˙
- Winkelgeschwindigkeit
- φ˙˙
- Winkelbeschleunigung
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Definition bekannter Parameter (Normalzustand) (insbesondere bei einer Endabnahme der Kreiselpumpe 1, bei einer Inbetriebnahme der Kreiselpumpe 1 oder in regelmäßigen Abständen ermittelt)
- J
- Trägheitsmoment (je nach Installation, Ventile usw. der Kreiselpumpe 1) als Summe verschiedener Trägheitseffekte von rotierenden festen Teilen der Kreiselpumpe 1, Flüssigkeit im Laufrad 6, Flüssigkeit im Pumpengehäuse 2 und Rohrleitungssystem
- MM
- Motordrehmoment
- k
- Vektor von Koeffizienten für die Winkelgeschwindigkeit
- r
- Vektor von Exponenten für die Winkelgeschwindigkeit
- MT
- Widerstandsmoment eines Übergangs von Haft- zu Gleitreibung
- MI
- Laufraddrehmoment (je nach Installation, Ventile usw. der Kreiselpumpe 1)
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Definition unbekannter (Störungs-)Parameter
- λ
- zusätzliches Trägheitsmoment (auch negative Werte möglich)
- µ
- Vektor von Koeffizienten für die Winkelgeschwindigkeit
- s
- Vektor von Exponenten für die Winkelgeschwindigkeit (insbesondere durch erste Versuche geschätzt)
- γ
- Koeffizient für den Drehwinkel
- Mψ
- zusätzliches Widerstandsmoment eines Übergangs von Haft- zu Gleitreibung mit folgenden Randbedingungen:
- Mψ= ε ... im Falle der Haftreibung bei φ˙ = 0
- Mψ = δ ... im Falle der Gleitreibung nach dem Übergang für φ˙ » 0
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Vorgenannte Gleichung entspricht im Grunde dem zweiten Newtonschen Gesetz, wonach Kraft gleich Masse mal Beschleunigung ist. Im Falle der vorliegenden Rotation der Kreiselpumpe 1 wird aus der Kraft ein Moment, aus der Masse ein Trägheitsmoment und aus der Beschleunigung eine Winkelbeschleunigung.
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Alle Momente, die auf den Rotor 4 wirken, egal ob antreibende Momente, bremsende Reibmomente usw., werden auf der rechten Seite der Gleichung zusammengefasst. Diese Momente können von der Zeit, vom Drehwinkel und von der Winkelgeschwindigkeit abhängen. Die Momente auf der rechten Seite der Gleichung können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Einerseits Momente, die stets wirken oder mit anderen Worten im Normalzustand der Kreiselpumpe 1 immer auftreten, sowie andererseits zusätzliche Reibmomente, die nur im Fall eines Fehlers bzw. einer Anomalie auftreten.
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Auf der linken Seite der Gleichung wird die Summe aller Trägheitsmomente mit der Winkelbeschleunigung multipliziert. Die Summe aller Trägheitsmomente beinhaltet zum einen Trägheitsmomente des Normalzustands und zum anderen Trägheitsmomente einer Anomalie, also des Fehlerzustands. Ein zusätzliches Trägheitsmoment einer Anomalie kann dabei je nach Fall positiv oder auch negativ sein.
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Zum Quantifizieren des mindestens eines Terms des dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe 1 in dem Normalzustand lässt sich die vorgenannte Gleichung derart umstellen, dass auf der linken Seite nur Anomalie-Terme verbleiben, während auf der rechten Seite nur Terme des Normalzustands, als Term M zusammengefasst, verbleiben: mit
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In der Folge werden die Anomalie-Terme gleich Null gesetzt, sodass nur noch Terme des Normalzustands übrigbleiben, der im Folgenden genauer untersucht werden soll.
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Das verzögernde Drehmoment lässt sich folgend definieren, indem alle bremsenden Momente der Kreiselpumpe 1 zu einem gesamten Bremsmoment vereint werden. Das Ergebnis ist eine Gleichung mit einem Trägheitsterm und einem Bremsmoment auf der linken Seite und dem Motormoment auf der rechten Seite.
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Das Trägheitsmoment des gesamten rotierenden Systems im Normalzustand, siehe obige Beschreibung der Formelzeichen, kann entweder vorab berechnet oder aber auch experimentell bestimmt werden, indem quasistationäre Kurven von Drehmoment und Winkelgeschwindigkeit gemessen werden. mit φ̈ = 0
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Alle bremsenden Momente, die zu einem gesamten Bremsmoment zusammengefasst wurden, können nun unter Laborbedingungen als Funktion der Winkelgeschwindigkeit vorab vermessen werden. Hierbei sollten als Randbedingungen berücksichtigt werden:
- Pumpenkennlinie bzw. Pumpenkennfeld
- Systemkennlinie insbesondere geodätische Höhendifferenz
- Absperrschieber oder Rückschlagklappe sowie deren Stellung (%)
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Weitere Randbedingungen können Temperatur, Flüssigkeitsviskosität, Flüssigkeitsdichte, Druckdifferenz, Volumenstrom, Pumpenwirkungsgrad, Ventilöffnungszustand usw. sein. Derartige in Kennlinienform oder Kennfeldform ermittelte Daten können in einer Datenbank für einen bestimmten Pumpentyp und/oder eine bestimmte Kreiselpumpe 1 abgespeichert werden. Die Daten werden nachfolgend zum Vergleichen mit dem Normalzustand benötigt und wieder aufgerufen.
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Zum Identifizieren des mindestens einen Störungsparameters wird ein schrittweises Verfahren während des Beschleunigens angewendet, wodurch unbekannte Störungsparameter schrittweise ermittelt werden können. Alternativ sind weitere Verfahren möglich, die sowohl für eine Beschleunigungs- oder Auslaufphase als auch zum Lösen allgemeiner oder spezieller Inversions-, Optimierungs- oder Parameteridentifikationsprobleme eingesetzt werden können. Insbesondere gibt es weitere mathematische Methoden zur Parameteridentifikation bzw. zur Lösung eines solchen inversen Problems. Die im Folgenden dargestellte Methode ist daher nur eine von vielen möglichen Verfahren und somit lediglich beispielhaft.
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Grundlegendes Anfangswertproblem zum Schätzen der Störungsparameter:
Schritt 1 - Schätzen der Störungsparameter für eine anfängliche Störung (Losbrechen)
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Kontinuierlicher Anstieg des Motordrehmoments bis zum Losbrechen des Rotors 4
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Zunächst wird ein (potentielles) zusätzliches Losbrechmoment der Anomalie bestimmt (das Losbrechmoment des Normalzustands ist bereits bekannt). Hierfür wird das Motormoment kontinuierlich von Null ab langsam erhöht, bis sich der Rotor 4 erstmalig bewegt. Von diesem aktuellen Motormoment wird das Losbrechmoment des Normalzustands abgezogen. Das Resultat stellt ein Haftreibungsmoment der Anomalie dar.
Schritt 2 - Schätzen des konstanten Störungsparameters (vgl. dazu auch Anmerkungen und Berechnungsverfahren in Schritt 4)
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Dieser Störungsparameter wird in Schritt 4 implizit mit berechnet, da in Schritt 4 ein Störungsparameter einer auftretenden geschwindigkeitsunabhängigen konstanten Reibung als Koeffizient einer Winkelgeschwindigkeit mit dem Exponenten Null betrachtet wird. Resultat ist ein Gleitreibungsmoment (Coulombsche Reibung) der Anomalie.
Schritt 3 - Schätzen des winkelbezogenen Störungsparameters
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Nach dem Losbrechen wird die Winkelgeschwindigkeit der Kreiselpumpe 1 schnell auf einen sehr kleinen, aber konstanten Wert erhöht. Danach wird das Motordrehmoment so angepasst, dass diese Winkelgeschwindigkeit konstant bleibt. Nach Erreichen dieser Winkelgeschwindigkeit wird der Drehwinkel direkt gemessen oder durch ein Integrationsverfahren berechnet. Der winkelbezogene Störungsparameter ergibt sich als Ableitung des Motordrehmoments nach dem Drehwinkel.
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Am Ende dieses Schritts wird anhand eines Vergleichs mit einem vordefinierten Schwellenwert über die weitere Identifizierung entschieden.
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Ist der winkelbezogene Störungsparameter größer oder gleich einem bestimmten Schwellenwert, ist von einem schnellen oder kurzzeitigen Stillstand der Kreiselpumpe 1 nach bestimmten Umdrehungen oder einer bestimmten Zeitspanne auszugehen (insbesondere eingeschränkte Drehung des Rotors 4). In diesem Fall kann das Identifikationsverfahren abgebrochen werden.
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Liegt der winkelbezogene Störungsparameter unter einem bestimmten Schwellenwert, ist mit den folgenden Schritten fortzufahren (das insbesondere eine unendliche freie Drehung des Rotors 4 möglich ist). Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass γ gleich Null ist.
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Bei einer alternativen Lösung, die für verschiedene Arten von Motoren verwendet werden kann, wird zunächst angenommen, dass γ Null ist und nachfolgender Schritt 4 ausgeführt wird. Wenn sich der Rotor 4 frei drehen kann, kann Schritt 4 vollständig ausgeführt werden; die Annahme war also richtig. Wenn sich der Rotor 4 nicht frei drehen kann (insbesondere erkennbar am Erreichen des maximalen Motordrehmoments oder eines bestimmten Schwellenwerts), wird das Ausführen von Schritt 4 abgebrochen; die Annahme war also falsch. Bei dieser alternativen Lösung wird γ einfach als eine boolesche Variable interpretiert, die eine winkelbezogene Fehlfunktion anzeigt. Da eine solche Anomalie letztlich zu einer totalen Blockierung führt, ist der genaue Wert von γ im Sinne einer reell-wertigen Variablen nicht wichtig, so dass die Darstellung einer booleschen Variablen ausreicht.
Schritt 4 - Schätzen der geschwindigkeitsbezogenen Störungsparameter
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Die Koeffizienten für die Winkelgeschwindigkeiten mit unterschiedlichen Exponenten sowie der konstante Störungsparameter können nach Definition eines linearen Gleichungssystems mit K + 1 linear unabhängigen Gleichungen bestimmt werden. Die Gleichungen sind mit paarweise unterschiedlichen konstanten Winkelgeschwindigkeiten in einem bestimmten Bereich zwischen niedrigen und hohen Geschwindigkeiten assoziiert.
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Es wird davon ausgegangen, dass alle diese Winkelgeschwindigkeiten größer sind als ein Übergangsbereich von Haft- zu Gleitreibung (völlig abgeklungener Losbrech-Effekt) bezüglich der potentiellen Anomalie. Derart ist das zusätzliche Widerstandsmoment Mψ konstant und entspricht im Folgenden dem konstanten Störungsparameter δ aus Schritt 2. Dieser noch unbekannte Störungsparameter der linken Seite kann auch als Koeffizient für eine Winkelgeschwindigkeit mit dem Exponenten Null interpretiert werden. für mit
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Ein mögliches Verfahren liegt in einem stufenweisen Beschleunigen der Kreiselpumpe 1 mit K + 1 Stufen konstanter Winkelgeschwindigkeiten, wobei die Winkelgeschwindigkeit einer aktuellen Stufe größer ist als die Winkelgeschwindigkeit der vorherigen Stufe. Somit kann jede einzelne Zeit t j mit einer bestimmten Stufe und einer bestimmten konstanten Winkelgeschwindigkeit in Verbindung gebracht werden. Für die endgültige Lösung dieses linearen Gleichungssystems kann ein Standard-Löser verwendet werden.
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Im Grunde wird ein lineares Gleichungssystem mit K+1 linearen unabhängigen Gleichungen zum Bestimmen der K+1 unbekannten Parameter formuliert. Die K+1 Gleichungen können mit den K+1 Stufen mit konstanter Winkelgeschwindigkeit assoziiert werden. Die mit Exponenten versehenen Winkelgeschwindigkeiten bilden dagegen die bekannten bzw. gemessenen Einträge der Koeffizienten-Matrix. Die rechte Seite des Gleichungssystems entspricht dem Vektor der ebenso bekannten Differenzen aus Motormoment und Bremsmoment zu bestimmten Zeitpunkten.
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Eine weitere Art, dieses lineare Gleichungssystem lösen bzw. eine weitere Art zur Parameterberechnung, könnte ein Berücksichtigen einer größeren Anzahl von Stufen sein, um (mit Absicht) ein überbestimmtes Gleichungssystem zu definieren, das am Ende näherungsweise gelöst wird.
Schritt 5 - Schätzen des beschleunigungsbezogenen Störungsparameters
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Schätzen eines zusätzlichen Trägheitsmoments unter Verwendung einer starken Beschleunigung (beispielsweise konstante Beschleunigung, vordefinierte Funktion, beliebige Funktion usw.) in einem bestimmten Winkelgeschwindigkeitsbereich wobei γ = 0
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Für den betrachteten Winkelgeschwindigkeitsbereich wurde wiederum angenommen, dass der Losbrech-Effekt völlig abgeklungen ist.
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Für Schritt 5 lassen sich insbesondere die folgenden drei Methoden nutzen:
- Nach dem Schritt 4 kann die Kreiselpumpe 1 von einer letzten Drehzahlstufe auf eine Betriebsdrehzahl oder eine maximale Drehzahl beschleunigt werden.
- Nach Schritt 4 kann das Motormoment kurzzeitig reduziert oder gleich Null gesetzt werden, wodurch die Winkelgeschwindigkeit des Rotors 4 abnimmt. Nach einer kurzen Wartezeit kann die Kreiselpumpe auf die Betriebsdrehzahl oder die maximale Drehzahl beschleunigt werden Ein Vorteil zur ersten Variante besteht darin, dass für die Beschleunigung eine größere Drehzahlspanne zur Verfügung steht.
- Nach dem Schritt 4 kann das Motormoment gleich Null gesetzt werden. Im direkten Anschluss wird das Auslaufverhalten der Kreiselpumpe 1 analysiert. In diesem Fall wird keine positive, sondern eine negative Beschleunigung für die Trägheitsbestimmung genutzt. Diese Methode würde eine gewisse Zeitersparnis für die Bestimmung aller Störungsparameter darstellen.
Klassifizierung der Anomalien
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Durch den Vergleich der
K + 4 geschätzten Störungsparameter mit den entsprechenden Schwellenwerten können nun verschiedene Anomalien klassifiziert werden. Diese Klassifizierung wird im Folgenden für jeden Parameter einzeln erläutert.
| Klassifizierung | Normalzustand | Fehlerzustand |
| Initialer Störungs parameter | Kriterium | 0 ≤ ε < ε0 | 0 < ε0 ≤ ε |
| Ergebnis | keine zusätzliche Anfangswirkung | Haftreibung (Losbrechen) |
| Konstanter Störungsparameter | Kriterium | 0 ≤ δ < δ 0 | 0 <δ 0 ≤ δ |
| Ergebnis | keine zusätzliche konstante Wirkung | Gleitreibung (geschwindigkeitsunabhängig) |
| Winkelbezogener Störungsparameter | Kriterium | 0 ≤ γ < γ0 | 0 < γ0 ≤ γ |
| Ergebnis | kein zusätzlicher Steifigkeitseffekt | erforderliches Drehmoment zu hoch, kein Hochfahren möglich, Klassifizierung stoppen |
| Geschwindigkeitsbezogener Störungs parameter | Kriterium | ∀ i ∈ {1, ... , K} : 0 ≤ µi < µ i,0 | ∃i ∈ {1, ... , K} : 0 < µ i,0 ≤ µi |
| Ergebnis | keine zusätzliche Dämpfungswirkung | geschwindigkeitsabhängige Reibungseffekte mit unterschiedlichen Exponenten |
| Beschleunigungsbezogener Störungsparameter | Kriterium | λ 0- < λ < λ 0+ | 0 < λ 0+ ≤ λ |
| λ ≤ λ 0- < 0 |
| Ergebnis | kein zusätzlicher Trägheitseffekt | hinzugefügte oder abgezogene Masse im rotierenden System |
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Zum Lösen des inversen Problems eignen sich insbesondere die beiden folgenden Methoden. Einerseits kann zum Identifizieren insbesondere aller Störungsparameter in den Schritten 2 und 4 eine stufenweise Beschleunigung der Kreiselpumpe 1 bzw. des Motors 5 der Kreiselpumpe 1 und in Schritt 5 eine finale Beschleunigung der Kreiselpumpe 1 bzw. des Motors 5 der Kreiselpumpe 1 über einen ausreichend weiten Drehzahlbereich auf die eigentliche Betriebsdrehzahl des Motors 5 erfolgen. In jeder Stufe der stufenweisen Beschleunigungssequenz wird abgewartet, bis die Drehzahl einen jeweiligen Beharrungswert erreicht hat. Diese einzelnen Drehzahlwerte werden genutzt, um anschließend das Gleichungssystem für die Schritte 2 und 4 aufzustellen. Andererseits können hinsichtlich einer Beschleunigungssequenz alle Drehzahlwerte, quasi als Funktion der Zeit, ausgewertet werden. Derart können dynamische Verläufe bzw. Beschleunigungen zwischen aufeinander folgenden Stufen genutzt werden. Je nach Auflösung der Drehzahl-Zeit-Kurven resultiert eine große Zahl an Gleichungen und als Konsequenz daraus ein überbestimmtes Gleichungssystem. Dies kann in der Folge zum Beispiel mit einem Least-Squares-Verfahren, gelöst werden. Der Vorteil dieser Methode liegt in einem gleichzeitigen Bearbeiten der Schritte 2, 4 und 5.
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Die beschriebenen Ausführungsbeispiele sind lediglich Beispiele, die im Rahmen der Ansprüche auf vielfältige Weise modifiziert und/oder ergänzt werden können. Jedes Merkmal, das für ein bestimmtes Ausführungsbeispiel beschrieben wurde, kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Merkmalen in einem beliebigen anderen Ausführungsbeispiel genutzt werden. Jedes Merkmal, dass für ein Ausführungsbeispiel einer bestimmten Kategorie beschrieben wurde, kann auch in entsprechender Weise in einem Ausführungsbeispiel einer anderen Kategorie eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
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| Kreiselpumpe |
1 |
| Pumpengehäuse |
2 |
| Saugöffnung |
3 |
| Rotor |
4 |
| Motor |
5 |
| Laufrad |
6 |
| Steuerung |
7 |
| Sensor |
8 |
- in einem Normalzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen eines Rotors der Kreiselpumpe zum Quantifizieren mindestens eines Terms eines dynamischen Rotormodells der Kreiselpumpe 100
- in einem von dem Normalzustand abweichenden Fehlerzustand, Beschleunigen und/oder Verlangsamen des Rotors der Kreiselpumpe zum Erfassen mindestens eines Störungsparameters 200
- Lösen eines inversen Problems des dynamischen Rotormodells zum Identifizieren des mindestens einen Störungsparameters zum Detektieren und/oder Bestimmen der Anomalie 300