Fahrzeug und Verfahren zur Bestimmung von charakteristischen Lippenbewegungsmustern
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art sowie ein Verfahren zur Bestimmung von charakteristischen Lippenbewegungsmustern.
Über das Infotainmentsystem eines Fahrzeugs lassen sich Medieninhalte wie Filme, Serien, Musikvideos, Hörbücher, Podcasts, Lieder und dergleichen abspielen. Die im Fahrzeug wiedergegebene Musik kann die Fahrzeuginsassen dazu anregen mitzusingen oder mitzusummen. Dies kann von individuellen Fahrzeuginsassen sowohl positiv, als auch negativ erachtet werden.
Singt ein Fahrzeuginsasse beispielsweise schief, also trifft die jeweiligen Tonhöhen der Noten nicht oder singt nicht zeitsynchron mit dem Liedtext des Gesangs, so kann dies leicht als störend empfunden werden. Im schlimmsten Falle kann daraus ein Streit entstehen, der in besonderem Ausmaß die fahrzeugführende Person von ihrer Fahraufgabe ablenken kann.
Das insbesondere gemeinsame Singen kann jedoch auch erheiternd wirken und somit für mehr Spaß bei der Nutzung des Fahrzeugs sorgen.
Mit Hilfe der sogenannten Audiodekomposition können Stimmen von begleitender Musik oder Hintergrundgeräuschen separiert werden. Hierzu wird beispielsweise auf Driedger, J., & Müller, M. (2015, April). Extracting singing voice from music recordings by cascading audio decomposition techniques. In 2015 IEEE International Conference on Acoustics, Speech and Signal Processing (ICASSP) (pp. 126-130). IEEE verwiesen.
Ferner sind Methoden zur computergestützten Bewertung von Karaokegesangleistungen bekannt, mit denen der Computer die Gesangleistung so bewerten kann, wie dies auch
Menschen tun würden. Hierzu wird auf Tsai, W. H., & Lee, H. C. (2011). Automatic evaluation of karaoke singing based on pitch, volume, and rhythm features. IEEE transactions on audio, speech, and language processing, 20(4), 1233-1243 und Mayor, O., Bonada, J., & Loscos, A. (2009, February). Performance analysis and scoring of the singing voice. In Proc. 35th AES Inti. Conf., London, UK (pp. 1-7) verwiesen.
Aus der US 2011/0251841 A1 ist zudem das Koordinieren und Mischen von Gesang bekannt, welcher von geografisch zueinander entfernten Sängern aufgenommen wurde. Die Druckschrift beschreibt eine auf einem mobilen Endgerät wie einem Smartphone ausführbare App zur Bereitstellung einer Karaokefunktion. Dabei können Lieder über das Smartphone angehört werden, wobei insbesondere der Liedtext sowie Tonhöhenhinweise auf dem Display des Smartphones angezeigt werden. Der Nutzer der App kann dann mitsingen, wobei der Gesang des Nutzers mittels des smartphoneintegrierten Mikrofons aufgezeichnet wird. Über das Smartphone generierte Daten können an einen zentralen Server übermittelt werden. Mehrere geografisch entfernt zueinander befindliche Personen können dasselbe Lied singen. Von den verschiedenen Personen getätigte Aufnahmen können dabei vom Server zusammengemischt werden. Die App bzw. der Server bietet zudem die Funktionalität eine automatische Tonhöhenkorrektur durchzuführen, sodass schief gesungene Passagen im Klang korrigiert werden. Die Gesangleistung kann zudem bewertet werden und die besten Sänger können in einer Rangliste gelistet werden. Informationen können zwischen den jeweiligen Geräten dabei unter anderem im sogenannten MIDI-Format ausgetauscht werden. Ein jeweiliger Appnutzer muss dabei selbstständig die Intention aufweisen Karaoke durchführen zu wollen. Die entsprechende Appbedienung erfordert einen hohen kognitiven Aufwand und ist daher zur Ausführung von einer fahrzeugführenden Person gänzlich ungeeignet.
Zudem offenbart die US 2019/0147841 A1 Mittel zur Darstellung einer Karaokeschnittstelle. Die Druckschrift beschreibt ebenfalls die Nutzung eines mobilen Endgeräts wie eines Smartphones zur Teilnahme an einer gemeinsamen Karaokeaktivität. Dabei können sich die einzelnen Nutzer mit der Frontkamera ihres Smartphones filmen und Videos oder Bilder ihrer Karaokevorstellung aufnehmen und untereinander teilen. Dabei kann eine kamerabasierte Gesichtserkennung durchgeführt werden, um charakteristische Gesichtsmerkmale zu identifizieren und diese als Referenzpunkte zum Aufprägen einer virtuellen Maske zu nutzen. So kann beispielsweise das Gesicht eines Nutzers durch das Gesicht einer berühmten Persönlichkeit, eines
Maskottchens oder einer Comicfigur ersetzt werden. Die Gesangqualität der einzelnen Karaokevorstellungen kann ebenfalls ermittelt und bewertet werden. Diese Aufgabe kann sowohl von einem Computersystem, als auch von den Nutzern einer entsprechenden App durchgeführt werden. Dabei kann auch eine Gewichtung der jeweils durch das Computermodell oder die Nutzer bewerteten Gesangsqualität erfolgen. Erfolgreiche bzw. beliebte Nutzer können in einer Rangliste auf den vorderen Plätzen gelistet werden.
Zudem offenbart die DE 102015 014652 B4 ein Kraftfahrzeug und ein Verfahren zum Betreiben des Kraftfahrzeugs, bei welchem ein Text eines Musikstücks ausgegeben wird. Während im Kraftfahrzeug Karaoke von den Fahrzeuginsassen vollführt wird, wird das Kraftfahrzeug zumindest semi-autonom betrieben. Dabei wird eine Tonspur im Fahrzeuginnenraum aufgezeichnet und daraus ermittelt, wie „gut“ der Fahrzeuginsasse das Lied nachsingt.
Zudem offenbart die CN 1 13270082 A ein Fahrzeug mit Karaokefunktion. Dabei wird der in einem Lied enthaltene Gesang mittels Methoden der Stimmunterdrückung aus einem Audiosignal herausgefiltert und das Audiosignal im Fahrzeug ausgegeben. Zudem wird die Akustik im Fahrzeuginnenraum aufgezeichnet, um ein Umgebungsaudiosginal aufzuzeichnen. Aus dem Umgebungsaudiosignal werden Echos herausgefiltert, sodass der Mitgesang eines singenden Fahrzeuginsassen besser wahrnehmbar ist.
Zudem offenbart die DE 102018214 976 A1 ein Verfahren zur Steuerung einer Multimedia-Einrichtung sowie ein Computerprogramm. Dabei wird eine Reaktion eines Fahrzeuginsassen auf die Ausgabe eines Multimedia-Stücks in einem Fahrzeug sensorisch erfasst und mittels eines Maschinenlernverfahrens das weitere Ausgeben von Multimedia-Stücken geplant.
Zudem offenbart die DE 102022 107293 A1 ein Assistenzsystem und ein Assistenzverfahren für ein Fahrzeug. Dabei wird eine Reaktion eines Fahrzeuginsassen auf die Ausgabe eines Multimedia-Stücks in einem Fahrzeug sensorisch erfasst und in Abhängigkeit der Reaktion eine Fahrzeugfunktion angesteuert.
Ferner offenbart die CN 1 08 346427 A ein Verfahren zur Stimmerkennung sowie eine hierzu einsetzbare Vorrichtung und ein Speichermedium. Dabei erfolgt ein Abgleich von akustisch erfasster Sprache und durch Lippenlesen erfasster Sprache.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein verbessertes Fahrzeug anzugeben, welches sich durch eine verbesserte Nutzerinteraktion, insbesondere während der Fahrt, auszeichnet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sowie ein Verfahren zur Bestimmung von charakteristischen Lippenbewegungsmustern ergeben sich aus den hiervon abhängigen Ansprüchen.
Ein gattungsgemäßes Fahrzeug, umfassend Medienwiedergabemittel zur Ausgabe von Liedern im Fahrzeuginnenraum, umfasst Gesangbestimmungsmittel zur Detektion und Erfassung des Mitsingens wenigstens eines Fahrzeuginsassen während der Ausgabe eines Lieds;
Gesanganalysemittel zur Detektion von Abweichungen zwischen dem Mitgesang des Fahrzeuginsassen und dem im Lied enthaltenen Gesang; und
Gesangindikationsmittel, welche dazu eingerichtet sind dem Fahrzeuginsassen zumindest die Abweichungen zwischen dem Mitgesang und dem Gesang anzuzeigen und den Mitgesang aufzuzeichnen, Abweichungen des Mitgesangs durch eine automatische Tonhöhenkorrektur auszugleichen und den ausgeglichenen Mitgesang über die Medienwiedergabemittel auszugeben.
Erfindungsgemäß sind die Gesangindikationsmittel ferner dazu eingerichtet, ein Modell des maschinellen Lernens mit dem Gesangverhalten eines bestimmten Fahrzeuginsassen zu trainieren, sodass das Modell des maschinellen Lernens lernt für definierte Lieder Abweichungen zwischen dem Gesang und dem Mitgesang bei der Ausgabe des jeweiligen Lieds im Fahrzeuginnenraum vorherzusagen, bevor der Fahrzeuginsasse eine jeweilige Liedpassage mitsingt, und zur automatischen Tonhöhenkorrektur verwendbare Tonhöhenanpassungen mittels des trainierten Modells des maschinellen Lernens zu bestimmen und diese anzuwenden.
Das erfindungsgemäße Fahrzeug ist mit Hilfe der Gesangbestimmungsmittel, Gesanganalysemittel und Gesangindikationsmittel somit dazu in der Lage situationsspezifisch angemessen auf eine jeweilige Situation zu reagieren, in der ein Fahrzeuginsasse während der Nutzung des Fahrzeugs mitsingt. Durch das Anzeigen der
Abweichungen zwischen dem Mitgesang und dem Gesang wird dem jeweiligen Fahrzeuginsassen durch eine weitere Quelle mitgeteilt, dass er gegebenenfalls schief singt. Wird dies bereits von weiteren Fahrzeuginsassen angekreidet, glaubt jedoch der singende Fahrzeuginsasse den anderen Fahrzeuginsassen nicht, so kann hierdurch einem entstehenden Streit vorgebeugt werden, da das Fahrzeug den Mitgesang von einem neutralen Standpunkt aus bewertet. Darüber hinaus kann das Schiefsingen eines Fahrzeuginsassen auch automatisch durch das Anwenden besagter automatischer Tonhöhenkorrektur, auch als sogenanntes Auto-Tune bezeichnet, korrigiert werden. Dies erfolgt bevorzugt auf eine subtile Art und Weise, sodass der jeweilige Fahrzeuginsasse dies nicht merkt. Auch hierdurch lässt sich dem Entstehen von Streit, bedingt durch die schlechten Gesangsfähigkeiten des singenden Fahrzeuginsassen, entgegenwirken. Dies verbessert letztendlich die Verkehrssicherheit, da die fahrzeugführende Person durch den potenziellen Streit im Fahrzeuginnenraum nicht abgelenkt wird.
Die einzelnen Fahrzeuginsassen können jedoch auch am Mitsingen Freude haben. Durch das Anzeigen der Abweichungen zwischen dem Mitgesang und dem Gesang kann der jeweilige Fahrzeuginsasse seine Gesangsfähigkeit trainieren und somit verbessern. Durch das Korrigieren von schiefem Mitgesang mittels Auto-Tune wird es auch schlechten Sängern ermöglicht Freude am Mitsingen zu haben. Dadurch steigt die Stimmung der Fahrzeuginsassen, was letztendlich das Nutzungserlebnis des Fahrzeugs verbessert.
Die Interaktion zwischen dem oder den Fahrzeuginsassen und dem Fahrzeug erfolgt dabei auf eine subtile Art und Weise, sodass die jeweiligen Fahrzeuginsassen, insbesondere die fahrzeugführende Person, kognitiv nicht übermäßig beansprucht werden. So können insbesondere die Gesangbestimmungsmittel Mitgesang im Fahrzeuginnenraum proaktiv detektieren, und müssen hierzu nicht erst von einem Fahrzeuginsassen aktiviert werden. Entsprechend wird auch automatisch die Abweichung zwischen dem Mitgesang und dem Gesang festgestellt und die Gesangindikationsmittel entsprechend angesteuert.
Im einfachsten Falle hält sich lediglich die fahrzeugführende Person im Fahrzeug auf und fährt von einem Startort zu einem Zielort. Über die Medienwiedergabemittel, beispielsweise das Infotainmentsystem des Fahrzeugs, wird Musik wiedergegeben, beispielsweise wird dabei als Audioquelle das Radio des Fahrzeugs verwendet, ein von einem Speichermedium wie einer Festplatte, einer SSD, einer SD-Karte oder einem USB-
Stick bevorratetes Soundfile ausgelesen oder aber Musik über einen Musikstreamingdienstleister bezogen. Zufällig oder vorsätzlich wird ein von der fahrzeugführenden Person besonders bevorzugtes Lied abgespielt. Plötzlich fängt die fahrzeugführende Person an mitzusingen, obwohl dies gar nicht beabsichtigt war. Ohne dass die fahrzeugführende Person dies bemerkt, wird der Mitgesang erfasst, die Abweichung zum Gesang bestimmt, der Mitgesang durch die automatische Tonhöhenkorrektur ausgeglichen und der ausgeglichene Mitgesang entsprechend über die Medienwiedergabemittel ausgegeben. Somit merkt die fahrzeugführende Person nicht, dass sie schief singt, was sie ansonsten frustrieren könnte, wodurch wiederum ihre Fähigkeit, das Fahrzeug sicher zu führen, beeinträchtigt werden könnte. Dies lässt sich mit Hilfe des erfindungsgemäßen Fahrzeugs zuverlässig verhindern.
Es könnten sich auch mehr Fahrzeuginsassen im Fahrzeug befinden, wie beispielsweise zwei, drei, vier oder auch noch mehr Fahrzeuginsassen. Der Mitgesang kann dabei auch für die einzelnen Fahrzeuginsassen individuell erfasst und bewertet werden. Hierzu verfügt das Fahrzeug über entsprechend viele Gesangbestimmungsmittel, Gesanganalysemittel und Gesangindikationsmittel.
In einer weiteren Situation könnte der Mitgesang von einem bestimmten Fahrzeuginsassen bewertet werden und die Abweichung des Mitgesangs zum Gesang im Fahrzeug angezeigt werden. Hierzu kann eine beliebige Anzeigevorrichtung im Fahrzeug genutzt werden, wie beispielsweise das Display des Kombiinstruments, der Headunit, ein dediziertes Beifahrerdisplay, eine in eine Kopfstütze integrierte Anzeigevorrichtung und dergleichen. Das Mitverfolgen der Gesangsleistung des Fahrzeuginsassen durch die jeweils anderen Fahrzeuginsassen kann erheiternd wirken und somit für ein gesteigertes Fahrerlebnis sorgen.
Die Medienwiedergabemittel umfassen zumindest akustische Ausgabemittel wie Schallwandler, insbesondere in Form von Lautsprechern, und eine entsprechende Recheneinheit zum Ansteuern der akustischen Ausgabemittel. Die Recheneinheit benötigt darüber hinaus eine Quelle von Liedern, beispielsweise in Form von besagtem Radio, in Form einer von einem computerlesbaren Speichermedium ausgelesenen Sounddatei und/oder in Form des Internetstreams. Die Medienwiedergabemittel bzw. die Recheneinheit kann den über die akustischen Ausgabemittel auszugebenden Audioinhalte dabei auch analysieren und zugrunde liegende Musikmerkmale
identifizieren. Diese könnten jedoch auch explizit in einer entsprechenden Sounddatei vorliegen, beispielsweise ermittelt durch den jeweiligen Distributor des Lieds. Hierbei kann es sich beispielsweise um den Liedtext, den semantischen Inhalt des Liedtextes, die Harmonie, die Melodie und/oder den Rhythmus zumindest einer Passage des Lieds oder bevorzugt des vollständigen Lieds, handeln.
So stellen die Harmonie, Melodie und der Rhythmus drei grundlegende Ordnungssysteme zur Klassifizierung von Musik dar. Dabei beschreibt die Harmonie das Gefüge von Tonhöhen, also das gleichzeitige Erklingen mehrerer Einzelklänge. Die Melodie beschreibt die zeitliche Anordnung bzw. Abfolge von Tönen. Der Rhythmus gibt die Dynamik von Musik an und lässt sich wiederum in Takt, Metrum und Tempo unterteilen.
Konkrete Ausführungsformen der Gesangbestimmungsmittel werden im Folgenden noch genannt.
Mit Hilfe der Gesangsbestimmungsmittel lassen sich mit den entsprechenden Musikmerkmalen korrespondierende Gesangmerkmale identifizieren, was einen Vergleich durch die Gesanganalysemittel erlaubt.
Die Gesanganalysemittel vergleichen die Gesangmerkmale mit den Musikmerkmalen und können hierdurch die Abweichungen zwischen dem Mitgesang und dem Gesang identifizieren. Insbesondere untersuchen die Gesanganalysemittel, ob der jeweils singende Fahrzeuginsasse die passende Tonhöhe zum passenden Zeitpunkt trifft und/oder der korrekte Liedtext gesungen wird. Im einfachsten Falle werden die Gesanganalysemittel durch eine auf einer Recheneinheit ausgeführte Programmroutine ausgebildet. Es kann sich dabei um dieselbe Recheneinheit handeln, die auch zur Ausbildung der Medienwiedergabemittel dient. Generell können sowohl die Medienwiedergabemittel, die Gesangsbestimmungsmittel, die Gesanganalysemittel und/oder die Gesangindikationsmittel von einer oder auch von mehreren unterschiedlichen Recheneinheiten bereitgestellte Kapazitäten nutzen.
Vom Fahrzeug identifizierte Mitsänger können ebenfalls in eine Bestenliste eingetragen und somit ihre jeweiligen Gesangsleistungen nachverfolgt werden. Es kann eine jeweilige Bestenliste lokal in einem jeweiligen Fahrzeug vorgehalten und gepflegt werden, sodass jeweilige Fahrzeuginsassen innerhalb des Fahrzeugs gegeneinander in einen
Gesangwettbewerb treten können. Eine entsprechende Bestenliste kann auch über die Fahrzeuge einer Fahrzeugflotte hinweg geführt werden, beispielsweise verwaltet durch eine fahrzeugexterne zentrale Recheneinrichtung wie einen Cloudserver. So können die Nutzer verschiedener Fahrzeuge gegeneinander in einen Gesangwettbewerb treten. Hierzu können sich die jeweiligen Fahrzeugnutzer mit einer individuellen Nutzerkennung, beispielsweise in Form eines Nutzernamens und eines geheimen Passworts, an ihrem Fahrzeug anmelden, welches die jeweiligen Gesangsleistungen mit der Nutzerkennung verknüpft und entsprechend bei der fahrzeugexternen zentralen Recheneinrichtung hinterlegt.
Das Fahrzeug kann Kommunikationsmittel wie eine Telekommunikationseinheit aufweisen. Eine jeweilige Recheneinheit des Fahrzeugs kann mittels der Telekommunikationseinheit eine drahtlose Kommunikationsverbindung zur fahrzeugexternen zentralen Recheneinrichtung aufbauen, beispielsweise per Mobilfunk und/oder Wi-Fi. So können per Mobilfunk oder auch über einen Wi-Fi-Hotspot Informationen mit dem Internet ausgetauscht werden und entsprechend an die an das Internet angeschlossene zentrale Recheneinrichtung übertragen werden.
Wie im Vorigen bereits beschrieben, sind die Gesangindikationsmittel ferner dazu eingerichtet ein Modell des maschinellen Lernens mit dem Gesangverhalten eines bestimmten Fahrzeuginsassen zu trainieren, sodass das Modell des maschinellen Lernens lernt für definierte Lieder Abweichungen zwischen dem Gesang und dem Mitgesang bei der Ausgabe des jeweiligen Lieds im Fahrzeuginnenraum vorherzusagen, bevor der Fahrzeuginsasse eine jeweilige Liedpassage mitsingt, und zur automatischen Tonhöhenkorrektur verwendbare Tonhöhenanpassungen mittels des trainierten Modells des maschinellen Lernens zu bestimmen und diese anzuwenden. Dies erhöht die Zuverlässigkeit bei der Bestimmung des ausgeglichenen Mitgesangs. So sind zwar klassische Auto-Tune Verfahren dazu in der Lage, eine automatische Tonhöhenkorrektur nahezu in Echtzeit durchzuführen, jedoch geht dies immer noch mit einer gewissen Latenz einher. Somit stimmt der im Fahrzeuginnenraum ausgegebene ausgeglichene Mitgesang zeitlich nicht vollständig mit dem Gesang überein. Mit Hilfe des entsprechend angelernten Modells des maschinellen Lernens lässt sich dieser Nachteil jedoch überwinden. So lernt das entsprechende Modell des maschinellen Lernens nach und nach das Gesangverhalten des jeweiligen Fahrzeuginsassen und kann dadurch dazu in die Lage versetzt werden, schief gesungene Liedpassagen zu prädizieren. Dabei wird nicht
nur das generelle Schiefsingen an sich bestimmt, sondern auch das Ausmaß, also in wieweit Töne nicht in ihrer Tonhöhe getroffen werden. Entsprechend ist das Modell des maschinellen Lernens dazu in der Lage, einen Korrekturvorschlag zu bestimmen, in welchem Ausmaß die Tonhöhenkorrektur erfolgen muss. Dies ermöglicht das Korrigieren der Tonhöhe bereits während dem Mitsingen, sodass der ausgeglichene Mitgesang zeitgleich mit dem Gesang im Fahrzeuginnenraum ausgegeben werden kann. Dies verbessert die Nutzerinteraktion mit dem Fahrzeug noch weiter.
Insbesondere können hierzu zeitlich faltende neuronalen Netze in Verbindung mit Kurzeitspeichern wie GRUs, auch als Gated Recurrent Unit bezeichnet oder LSTMs, auch als Long short-term memory bezeichnet, genutzt werden.
Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs sieht ferner vor, dass die Gesangbestimmungsmittel zumindest ein die Akustik im Fahrzeuginnenraum erfassendes Mikrofon und eine Recheneinheit zur Verarbeitung von dem Mikrofon erzeugten Akustiksignale aufweisen, wobei die Recheneinheit dazu eingerichtet ist, in den Akustiksignalen Gesangmerkmale zu erkennen, insbesondere in Form des Liedtextes, des semantischen Inhalt des Liedtextes, der Harmonie, der Melodie und/oder des Rhythmus zumindest einer Passage des Lieds, und wobei die Recheneinheit darüber hinaus bevorzugt dazu eingerichtet ist den Liedinhalt von den Medienwiedergabe zu empfangen und diesen von den Akustiksignalen abzuziehen. Dies ermöglicht eine akustische Erfassung des Mitgesangs im Fahrzeuginnenraum.
Bevorzugt werden mehrere verteilt im Fahrzeuginnenraum angeordnete Mikrofone zur Erfassung des Mitgesangs verwendet. Dies ermöglicht eine noch zuverlässigere Detektion des Mitsingens. Unter Analyse einer Laufzeitdifferenz mit der der Mitgesang von den jeweiligen Mikrofonen erfasst wird und/oder unter Berücksichtigung einer unterschiedlich hohen Amplitude des jeweiligen Schallsignals, kann dabei auch der singende Fahrzeuginsasse im Fahrzeuginnenraum verortet werden. Dies ermöglicht eine Bestimmung, welcher Fahrzeuginsasse gerade singt.
Über die Medienwiedergabemittel wird dabei ein Lied im Fahrzeuginnenraum wiedergegeben. Das Lied überlagert den Mitgesang des oder der Fahrzeuginsassen. Dies kann das Erfassen des Mitgesangs auf akustische Art und Weise erschweren. Um dem entgegenzuwirken, können aus der sogenannten Audiodekomposition bekannte
Techniken eingesetzt werden, wie beispielsweise Harmonic-Percussive-Residual Decomposition, Melody-Residual Decomposition, Transient-Residual Decomposition, Robust Principle Component Analysis und/oder Methoden des maschinellen Lernens, wie Diskriminatoren im Rahmen eines Generative Adversarial Networks. Dies ermöglicht das Separieren verschiedener Soundquellen aus einem Audiosignal. So kann der Mitgesang von dem im Lied enthaltenen Gesang differenziert werden und auch der Gesang unterschiedlicher Fahrzeuginsassen voneinander unterschieden werden. Dies ermöglicht es den Mitgesang des oder der Fahrzeuginsassen „noch klarer zu hören“ und somit zuverlässiger zu extrahieren. Insbesondere bezieht die Recheneinheit den Liedinhalt, also diejenigen über die Lautsprecher des Fahrzeugs auszugebenden Töne, direkt von den Medienwiedergabemitteln, sodass die Recheneinheit zuverlässig dazu in der Lage ist, den Liedinhalt aus dem von dem oder den Mikrofonen aufgenommenem Akustiksignal zu filtern.
Bei einer rein akustikbasierten Analyse zur Detektion von Mitgesang besteht jedoch immer ein Restrisiko, dass der Mitgesang im Fahrzeuginnenraum nicht korrekt identifiziert wird. Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs, umfassen somit die Gesangbestimmungsmittel zumindest eine wenigstens das Gesicht zumindest eines Fahrzeuginsassen erfassende Kamera und eine Recheneinheit zur Verarbeitung von der Kamera erzeugter Kamerabilder, wobei die Recheneinheit dazu eingerichtet ist Lippenbewegungen des Fahrzeuginsassen in den Kamerabildern zu erkennen, diese mit für das Singen charakteristischen Lippenbewegungsmustern abzugleichen und das Ausüben von Gesang durch den Fahrzeuginsassen zu erkennen, wenn die Kamerabilder zumindest ein solches charakteristisches Lippenbewegungsmuster enthalten. Somit lässt sich das Singen eines Fahrzeuginsassen nicht nur akustisch, sondern auch visuell ermitteln.
Dies kann besonders bevorzugt dazu genutzt werden, das entsprechende Analysieren des Mitgesangs und Anzeigen der Abweichungen zwischen dem Mitgesang und dem Gesang bzw. Ermitteln eines ausgeglichenen Mitgesangs und dessen Ausgabe über die Medienwiedergabemittel, automatisch zu initiieren. So erfolgt bevorzugt keinerlei akustische Erfassung des Fahrzeuginnenraums, was den Datenschutz und damit die Privatsphäre der Fahrzeuginsassen verbessert. Sobald jedoch für das Singen charakteristische Lippenbewegungen identifiziert werden, kann dann die akustische Fahrzeuginnenraumerfassung aktiviert werden und entsprechend die
Gesanganalysemittel und Gesangindikationsmittel angesteuert werden. Dies reduziert den Ablenkungsgrad der fahrzeugführenden Person noch weiter, da keinerlei manuelle Bedienhandlungen eingegeben werden müssen. Dies verbessert die Nutzerinteraktion mit Fahrzeug noch weiter und erhöht aufgrund der Reduktion des Ablenkungsgrads der fahrzeugführenden Person auch die Sicherheit im Straßenverkehr.
Die für das Singen charakteristischen Lippenbewegungsmuster können dabei in einer auf einer jeweiligen Recheneinheit bevorrateten Datenbank gespeichert sein. Charakteristische Lippenbewegungsmuster können beispielsweise von einem Dienstleister oder auch dem Fahrzeughersteller in vorausgehenden Messkampagnen identifiziert worden sein. Lippenbewegungen lassen sich dabei mit Hilfe des maschinellen Sehens in den Kamerabildern identifizieren. Besonders bevorzugt können hierzu ebenfalls auf künstlicher Intelligenz basierende Methoden eingesetzt werden, beispielsweise Modelle des maschinellen Lernens, insbesondere in Form von künstlichen neuronalen Netzen.
Bevorzugt ist die die Recheneinheit ferner dazu eingerichtet, durch den Abgleich mit den charakteristischen Lippenbewegungsmustern Gesangmerkmale in den erfassten Lippenbewegungen zu erkennen, insbesondere in Form des Liedtextes, des semantischen Inhalt des Liedtextes, der Harmonie, der Melodie und/oder des Rhythmus zumindest einer Passage des Lieds. Somit lässt sich durch die visuelle Erfassung der Fahrzeuginsassen nicht nur generell das Mitsingen an sich erkennen, sondern die Gesangmerkmale zusätzlich ermitteln. Dies kann die akustische Erfassung der Gesangmerkmale unterstützen oder auch ersetzen. Die jeweiligen Gesangmerkmale können dabei mit den charakteristischen Lippenbewegungsmustern verknüpft sein. Hierzu können entsprechende Messkampagnen durchgeführt worden sein, um einen Zusammenhang zwischen Gesangmerkmalen und charakteristischen Lippenbewegungsmustern herzustellen.
So kann die Recheneinheit dazu in die Lage versetzt werden Lippen zu lesen, also durch das rein visuelle Beobachten der Lippenbewegungen eines Fahrzeuginsassen die jeweils gesprochenen bzw. gesungenen Worte zu identifizieren. Diese Worte können zu einem Textstring gewandelt werden und in ein Modell zur Erkennung von Sprache eingelesen werden. Somit kann nicht nur der Liedtext an sich, sondern auch dessen semantischer Inhalt bestimmt werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs sieht ferner vor, dass die Gesangbestimmungsmittel ferner dazu eingerichtet sind, die Medienwiedergabemittel beim Detektieren des Mitsingens seitens wenigstens eines Fahrzeuginsassen anzusteuern, um das Ausgeben einer Karaokeversion des im Fahrzeuginnenraum ausgegebenen Lieds zu bewirken, wobei die Karaokeversion eine in ihrer Lautstärke reduzierte Gesangspur umfasst oder gänzlich frei ist von Gesangspuren. Dies erleichtert es dem Fahrzeuginsassen mitzusingen, da der Gesang im Lied weniger stark gehört wird oder sogar gänzlich fehlt, sodass sich die jeweiligen Fahrzeuginsassen besser auf den eigenen Gesang konzentrieren können. Hierzu können in einer Recheneinheit des Fahrzeugs entsprechende Karaokeversionen vorgehalten werden oder auch nach Bedarf über das Internet über einen entsprechenden Dienstleister abgerufen werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs sieht ferner vor, dass die Gesangindikationsmittel ferner dazu eingerichtet sind, die Medienwiedergabemittel zur Reduktion der Lautstärke der im ausgegebenen Lied enthaltenen Gesangspur und/oder zur Erhöhung der Lautstärke des ausgeglichenen Mitgesangs anzusteuern. Die Recheneinheit kann auch dazu eingerichtet sein anstelle einer Karaokeversion des jeweiligen im Fahrzeuginnenraum ausgegebenen Lieds lediglich die im Lied enthaltene Gesangsspur in ihrer Lautstärke zu reduzieren und dafür den durch die Gesangindikationsmittel bestimmten ausgeglichenen Mitgesang lauter wiederzugeben. Dies erleichtert es dem oder den Fahrzeuginsassen ihren eigenen Mitgesang wahrzunehmen. Da es sich um den ausgeglichenen Mitgesang handelt, steigert dies das Wohlbefinden der jeweiligen Fahrzeuginsassen im besonderen Maß. So nehmen die jeweiligen Fahrzeuginsassen wahr, dass sie die Töne des Gesangs treffen, was sie letztendlich von ihren eigenen Gesangfähigkeiten überzeugt.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs sieht ferner vor, dass die Gesanganalysemittel ferner dazu eingerichtet sind, beim Detektieren einer zeitlichen Abweichung zwischen dem Gesang und dem Mitgesang die Ausgabe wenigstens eines visuellen und/oder wenigstens eines haptischen Hinweises im Fahrzeuginnenraum zu genau dem Zeitpunkt zu bewirken, an dem der Gesang den Einsatz des Fahrzeuginsassen erfordert. Dies kann die Fähigkeiten des Fahrzeuginsassen verbessern im Rhythmus des Lieds zu singen. So lässt sich
vermeiden, dass der jeweilige Fahrzeuginsasse eine bestimmte Liedpassage zu früh oder zu spät singt. Zur zeitlichen Indikation, wann welcher Liedtext gesungen werden muss, sind aus dem Stand der Technik bereits Verfahren und Mittel bekannt, wie das zeitliche Ändern eines Farbverlaufs des dargestellten Liedtextes, wobei die Grenze des Farbverlaufs mit genau der zu singenden Liedpassage mitläuft. Erfindungsgemäß können jedoch fahrzeuginterne Vorrichtungen zur Ausgabe der visuellen und/oder haptischen Hinweise genutzt werden. So kann beispielsweise eine im Innenraum des Fahrzeugs angeordnete Leuchte genau dann eingeschaltet werden, wenn der Einsatz des Fahrzeuginsassen gefordert ist. Hierzu könnte beispielsweise auch ein sogenanntes Ambientelicht verwendet werden. Zusätzlich oder alternativ können haptische Hinweise beispielsweise durch die Aktoren eines Massagesitzes oder auch durch das Aufprägen von Schwingungen an vom Fahrzeuginsassen berührte Fahrzeugelemente wie das Lenkrad oder einen Schaltknüppel ausgegeben werden.
Insbesondere die Ausgabe von haptischen Hinweisen ist besonders subtil, da nur der jeweilige Fahrzeuginsasse den haptischen Hinweis bemerkt. Dies erleichtert es ihm in zeitlicher Übereinstimmung mit dem Gesang mitzusingen, ohne dass die übrigen Fahrzeuginsassen die Hilfestellung hierzu bemerken.
Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs, sind die Gesanganalysemittel ferner dazu eingerichtet, die Abweichung zwischen dem Gesang und dem Mitgesang anhand fest vorgegebener Bewertungsmetriken objektiv zu bewerten und/oder mittels eines Modells des maschinellen Lernens subjektiv zu bewerten, wobei das Modell des maschinellen Lernens mit den subjektiven Bewertungen des Mitgesangs einer Vielzahl an Testhörern in Messkampagnen für ausgewählte Lieder trainiert wurde. Dabei kann eine Gewichtung zwischen einer objektiven Bewertung und einer subjektiven Bewertung erfolgen. Zur objektiven Bewertung der Abweichung des Mitgesangs zum Gesang können beispielsweise Unterschiede auf einer Musical Instrument Digital Interface (MIDI) Notenskala zur Bestimmung einer korrekten Tonhöhe festgestellt werden. Mittels shortterm log-energy können Fehler der relativen Lautstärke bestimmt werden. Mittels Hidden Markov Modellen lassen sich Abweichungen im gesungenen Rhythmus feststellen. Auch kann eine Klassifikation der Gesangsstimmung, auch als Expression Classification bezeichnet, durchgeführt werden, wobei einer Sequenz die wahrscheinlichste angestrebte Expression zugewiesen wird. Anhand dieser zusätzlichen Dimension ist die Bewertung
möglich, auch vom Soll abweichende Gesangselemente auf höherer Abstraktionsebene zu bewerten.
Ein Verfahren zur Bestimmung von charakteristischen Lippenbewegungsmustern weist erfindungsgemäß die folgenden Verfahrensschritte auf:
- Übertragen, durch eine in einem im vorigen beschriebenen Fahrzeug vorgesehene Recheneinheit, einer Zuordnung aus Lippenbewegungen und Gesangmerkmalen an eine fahrzeugexterne Recheneinrichtung, wobei die Recheneinheit Musikmerkmale von den Medienwiedergabemitteln empfängt und die den Lippenbewegungen zuzuordnenden Gesangmerkmale aus den Musikmerkmalen extrahiert;
- Aggregieren der von einer Vielzahl von unterschiedlichen Recheneinheiten bezogenen Zuordnungen in einer Übereinstimmungsdatenbank durch die Recheneinrichtung;
- Untersuchen der aggregierten Zuordnungen auf charakteristische Muster hin, um für bestimmte Gesangmerkmale charakteristische Lippenbewegungsmuster zu identifizieren, durch die Recheneinrichtung; und
- Bereitstellen der derartig identifizierten Lippenbewegungsmuster zum Abrufen durch die jeweiligen Recheneinheiten.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich neue charakteristische Lippenbewegungsmuster zu identifizieren und zur Anwendung an die jeweiligen Recheneinheiten der Fahrzeuge zu verteilen. Dies ermöglicht es noch zuverlässiger Gesang durch eine visuelle Erfassung der Fahrzeuginsassen festzustellen sowie darüber hinaus auch noch die jeweiligen Gesangmerkmale zu bestimmen. Zum Untersuchen der aggregierten Zuordnungen auf charakteristische Muster hin, können jeweils ähnliche Lippenbewegungsmuster zu Gruppen geordnet werden. Hierzu können bewährte Gruppierungsalgorithmen, auch als Clustering Algorithmen bezeichnet, eingesetzt werden, wie beispielsweise der k-means-Algorithmus.
Wie bereits im vorigen erwähnt, können die Musikmerkmale wie Liedtext, semantischer Inhalt des Liedtextes, Harmonie, Melodie und/oder Rhythmus zumindest einer Liedpassage in einer entsprechenden Sounddatei enthalten sein oder aber durch Analyse der Sounddatei durch die Recheneinheit bestimmt werden. Diese Musikmerkmale werden dann entsprechenden korrespondierenden Gesangmerkmalen zugeordnet, was wiederum eine entsprechende Zuordnung zu den Lippenbewegungen erlaubt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Fahrzeugs ergeben sich auch aus dem Ausführungsbeispiel, welches nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figur näher beschrieben wird.
Dabei zeigt Figur 1 eine schematisierte Darstellung eines erfindungsgemäßen Fahrzeugs.
Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Fahrzeug 1, welches dazu ausgeführt ist, Mitgesang 6 wenigstens eines Fahrzeuginsassen 4 zu einem im Fahrzeuginnenraum ausgegebenen Lied zu detektieren und situationsspezifisch darauf zu reagieren.
Hierzu umfasst das Fahrzeug 1 Medienwiedergabemittel 2 zur Ausgabe von Liedern. Die Medienwiedergabemittel 2 umfassen zumindest akustische Ausgabemittel, beispielsweise in Form von Lautsprechern 13, sowie eine Recheneinheit 9 zum Ansteuern der Lautsprecher 13. Die Recheneinheit 9 kann unterschiedliche Quellen von Liedern nutzen wie beispielsweise ein nicht näher dargestelltes Radio, ein computerlesbares Speichermedium, auf welches die Recheneinheit 9 Zugriff hat, und/oder einen Internetstream. Auch kann ein nicht näher dargestelltes mobiles Endgerät wie ein Smartphone mit der Recheneinheit 9 gekoppelt werden, beispielsweise drahtlos per Bluetooth, NFC oder Wi-Fi, oder auch kabelgebunden, beispielsweise per USB-Kabel oder Ethernet-Kabel, und eine auf einem computerlesbaren Speichermedium des mobilen Endgeräts bevorratete Sounddatei ausgelesen werden.
Das Fahrzeug 1 umfasst ferner Gesangbestimmungsmittel 3 zur Detektion und Erfassung des Mitsingens 6 des wenigstens einen Fahrzeuginsassen 4 während der Ausgabe des Lieds. Hierzu kommt eine rein akustische Überwachung des Fahrzeuginnenraums mittels eines oder mehrerer Mikrofone 8 infrage sowie alternativ oder ergänzend eine visuelle Erfassung des Fahrzeuginnenraums mit Hilfe wenigstens einer Kamera 10, mittels derer mindestens das Gesicht des wenigstens einen Fahrzeuginsassen 4 erfassbar ist. Dies ermöglicht es Lippenbewegungen des Fahrzeuginsassen 4 zu detektieren. Von dem oder den Mikrofonen 8 bzw. der oder den Kameras 10 erzeugte Sensordaten lassen sich ebenfalls durch die Recheneinheit 9 auswerten. In entsprechenden akustischen Signalen lässt sich der Mitgesang 6 des Fahrzeuginsassen 4 besonders einfach erkennen. Es besteht jedoch das Risiko, dass der Mitgesang 6 übertönt wird, beispielsweise durch die im Fahrzeuginnenraum ausgegebenen Lieder oder auch sonstigen Lärm und dadurch nicht korrekt erfasst werden kann. In den entsprechenden Kamerabildern erkannte
Lippenbewegungsmuster lassen sich durch die Recheneinheit 9 mit bekannten beim Singen entstehenden Lippenbewegungsmustern abgleichen, wodurch sich das Mitsingen des Fahrzeuginsassen 4 identifizieren lässt. Die charakteristischen Lippenbewegungsmuster können zudem Indizien für Gesangmerkmale enthalten, wie beispielsweise den Liedtext sowie die Harmonie, die Melodie und/oder den Rhythmus des Lieds. So kann die Recheneinheit 9 unter Verarbeitung der Kamerabilder Lippen lesen und dadurch den gesprochenen Liedtext bestimmen. Durch eine semantische Analyse des Liedtextes, beispielsweise mit Hilfe von Modellen zur Erkennung natürlicher Sprache, kann auch der semantische Inhalt des Liedtextes bestimmt werden.
Die Gesanganalysemittel 5 können durch auf der Recheneinheit 9 ausgeführte Programmroutinen ausgebildet werden. Mittels der Gesanganalysemittel 5 werden Abweichungen zwischen dem Mitgesang 6 des Fahrzeuginsassen 4 und dem im Lied enthaltenen Gesang detektiert. Ferner verfügt das Fahrzeug 1 über Gesangindikationsmittel 7, welche dazu eingerichtet sind, den Fahrzeuginsasse 4 zumindest die Abweichungen zwischen dem Mitgesang 6 und dem Gesang anzuzeigen und den Mitgesang 6 aufzuzeichnen, Abweichungen des Mitgesangs 6 durch eine automatische Tonhöhenkorrektur auszugleichen und den ausgeglichenen Mitgesang über die Medienwiedergabemittel 2 auszugeben. Entsprechende Programmroutinen zur Bereitstellung entsprechender Verfahrensschritte können ebenfalls auf der Recheneinheit 9 vorgehalten und entsprechend dort ausgeführt werden. Ferner ist wenigstens eine Anzeigevorrichtung 14 Teil der Gesangindikationsmittel 7, um die entsprechenden Abweichungen zwischen dem Mitgesang 6 und dem Gesang darstellen zu können.
Mit Hilfe eines erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich ferner neue für das Singen charakteristische Lippenbewegungsmuster identifizieren. So bestimmt die Recheneinheit 9 aus von den Medienwiedergabemitteln 2 bezogenen Informationen mit den jeweiligen Gesangmerkmalen korrespondierende Musikmerkmale und ordnet diese entsprechend identifizierten Lippenbewegungen zu. Diese Zuordnungen werden von der Recheneinheit 9 an eine fahrzeugexterne Recheneinrichtung 11 übermittelt, welche eine Übereinstimmungsdatenbank 12 zum Bevorraten dieser Zuordnungen vorhält. Hierzu kann das Fahrzeug 1 über eine Telekommunikationseinheit 15 verfügen. Die fahrzeugexterne zentrale Recheneinrichtung 11 untersucht die Zuordnungen von Musik- bzw. Gesangmerkmalen zu Lippenbewegungen auf das Vorhandensein charakteristischer Muster hin. So lassen sich ähnliche charakteristische Lippenbewegungsmuster für gleiche
Gesangmerkmale gruppieren. Lippenbewegungsmuster mit einer hohen Ähnlichkeit werden denselben Musik- bzw. Gesangmerkmalen zugeordnet und können somit zum Abrufen für die jeweiligen Recheneinheiten 9 bereitgestellt werden, um dort zur Bestimmung von Gesangmerkmalen unter Analyse der Lippenbewegungen eingesetzt zu werden.