Verbundscheibe für eine Projektionsanordnung
Die Erfindung betrifft eine Verbundscheibe, insbesondere für eine Projektionsanordnung, sowie deren Herstellung und Verwendung.
Head-Up-Displays (HUD) werden heutzutage häufig in Fahrzeugen und Flugzeugen eingesetzt. Die Funktionsweise eines HLIDs verläuft hierbei über die Verwendung einer bildgebenden Einheit, die mittels eines Optikmoduls und einer Projektionsfläche ein Bild projiziert, das vom Fahrer als virtuelles Bild wahrgenommen wird. Wenn dieses Bild beispielsweise über die Fahrzeug-Windschutzscheibe als Projektionsfläche reflektiert wird, können wichtige Informationen für den Nutzer dargestellt werden, die die Verkehrssicherheit wesentlich verbessern.
Bei den vorstehend beschriebenen Head-Up-Displays tritt das Problem auf, dass das Projektorbild an beiden Oberflächen der Windschutzscheibe reflektiert wird. Dadurch nimmt der Fahrer nicht nur das gewünschte Hauptbild wahr, welches durch die Reflexion an der innenraumseitigen Oberfläche der Windschutzscheibe hervorgerufen wird (Primärreflexion). Der Fahrer nimmt auch ein leicht versetztes, in der Regel intensitätsschwächeres Nebenbild wahr, welches durch die Reflexion an der außenseitigen Oberfläche der Windschutzscheibe hervorgerufen wird (Sekundärreflexion). Letzteres wird gemeinhin auch als Geisterbild („Ghost bzw. Ghost Image“) bezeichnet. Dieses Problem wird gemeinhin dadurch gelöst, dass die reflektierenden Oberflächen mit einem bewusst gewählten Winkel zueinander angeordnet werden, so dass Hauptbild und Geisterbild überlagert werden, wodurch das Geisterbild nicht mehr störend auffällt.
Die Strahlung des Head-Up-Display-Projektors ist typischerweise im Wesentlichen s-polarisiert aufgrund der besseren Reflexionscharakteristik der Windschutzscheibe im Vergleich zur p- Polarisation. Trägt der Fahrer jedoch eine polarisationsselektive Sonnenbrille, welche lediglich p- polarisiertes Licht transmittiert, so kann er das HUD-Bild kaum oder gar nicht wahrnehmen. Es besteht daher Bedarf an HUD-Projektionsanordnungen, welche mit polarisationsselektiven Sonnenbrillen kompatibel sind. Eine Lösung des Problems in diesem Zusammenhang ist daher die Anwendung von Projektionsanordnungen, welche p-polarisiertes Licht einsetzen.
Die DE102014220189A1 offenbart eine Head-Up-Display-Projektionsanordnung, welche mit p- polarisierter Strahlung betrieben wird, um ein Head-Up-Display-Bild zu erzeugen. Da der Einstrahlwinkel typischerweise nahe dem Brewsterwinkel liegt und p-polarisierte Strahlung daher
nur in geringem Maße von den Glasoberflächen reflektiert wird, weist die Windschutzscheibe eine reflektierende Struktur auf, die p-polarisierte Strahlung in Richtung des Fahrers reflektieren kann. Als reflektierende Struktur wird eine einzelne metallische Schicht vorgeschlagen mit einer Dicke von 5 nm bis 9 nm, beispielsweise aus Silber oder Aluminium, die auf der dem Innenraum des PKWs abgewandten Außenseite der Innenscheibe aufgebracht ist.
In der WO2021/145387 A1 wird ebenfalls ein Head-up-Display-System für eine Windschutzscheibe beschrieben, welches mit p-polarisierter Strahlung betrieben wird. Das System weist eine Lichtquelle mit p-polarisierter Strahlung und ein reflektierendes Element auf, welches p-polarisierte Strahlung in Richtung des Fahrers reflektieren kann, wobei der Einstrahlwinkel des p-polarisierten Lichts auf die Innenseite der Innenscheibe zwischen 42 und 72° gewählt ist, um ein möglichst helles Hauptbild gegenüber den auftretenden Nebenbildern (Geisterbilder) zu erzeugen. Das reflektierende Element kann eine Folie oder eine Beschichtung sein, welche im transparenten Bereich der Windschutzscheibe angeordnet ist.
Die W02021/209201 A1 beschreibt eine Projektionsanordnung für ein Head-Up-Display einer Verbundscheibe, mit p-polarisierter Strahlung, bei der zum Erreichen eines höheren Kontrasts der erwünschten (Hauptbild) zur unerwünschten Reflexion (Neben-/Geisterbilder) auf der innenraumseitigen Oberfläche eine optisch hochbrechende Beschichtung aufgebracht ist, Obwohl durch diese Beschichtung die Gesamtreflektivität der innenraumseitigen Oberfläche erhöht wird, tritt das Geisterbild bei p-polarisierter Strahlung gegenüber dem erwünschten Hauptbild weniger in Erscheinung. Die HUD-Reflexionsschicht befindet sich hierbei geschützt vor Umwelteinflüssen innerhalb der Verbundscheibe zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe.
Bei der Auslegung eines Displays, das auf der Head-Up-Display-Technologie basiert, muss weiterhin dafür Sorge getragen werden, dass der Projektor eine entsprechend große Leistung hat, so dass das projizierte Bild, insbesondere bei Einfall von Sonnenlicht, eine ausreichende Helligkeit aufweist und vom Betrachter gut erkennbar ist. Dies erfordert eine gewisse Größe des Projektors und geht mit einem entsprechenden Stromverbrauch einher.
In der DE102009020824A1 ist eine Windschutzscheibe mit einem virtuellen Bildsystem offenbart. Die Bildanzeigevorrichtung (Projektor) ist hierbei auf einen reflektierenden Bereich gerichtet, welche entweder selbst durch eine lichtundurchlässige, reflektierende Schicht ausgebildet ist oder vor einem lichtundurchlässigen Hintergrund angeordnet ist. Die reflektierende Schicht ist auf
einer dem Fahrzeuginnenraum zugewandten Fläche der Innenscheibe angeordnet. Hierdurch wird das reflektierte Bild mit einem hohen Kontrast erkennbar. Allerdings ist die reflektierende Schicht vor äußeren schädlichen Einflüssen nicht geschützt.
Die US 2009/0295681 beschreibt ein Bildanzeigesystem in dem die Strahlen der Lichtquelle an der Innenseite (Oberfläche) der Innenscheibe reflektiert werden und durch räumlich in Überlappung dahinter, beispielsweise auf der Außen- oder Innenseite der Außenscheibe oder auf der Außenseite der Innenscheibe, angeordnete matte Beschichtungen, beispielsweise einem keramischen Schwarzdruck, Geisterbilder vermieden werden können. Alternativ wird die Reflexion der Strahlen an einer hochglänzenden, schwarzen Folie beschrieben, die zum Innenraum gerichtet auf der Innenscheibe angeordnet ist. Zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds der Verbundscheibe ist diese hochglänzende, schwarze Folie dann vollständig in einem Überlappungsbereich mit einem Abdeckdruck angeordnet.
Das Ziel der Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds der Verbundscheibe verfolgt auch die JP H 6 279071 A, die die Anordnung eines Hologramm-Elements im Überlappungsbereich mit einem keramischen, schwarzen Maskierungsdruck beschreibt. Zum Schutz des Hologrammelements ist dieses im Inneren der Verbundscheibe zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet.
Die W02020/0333593 A1 beschreibt eine Windschutzscheibe mit einer aufwendig erzeugten nanostrukturierten Antireflexionsbeschichtung auf der Außenseite der Außenscheibe mit einer guten Haltbarkeit gegenüber typischen physikalischen und chemischen Umwelteinflüssen. Eine nanostrukturierte Antireflexionsbeschichtung kann zusätzlich zu der Beschichtung auf der Außenscheibe auch auf der innenseitigen Oberfläche der Innenscheibe aufgebracht sein, wobei dann eine IR-reflektive Beschichtung auch als reflektive Oberfläche für sichtbares Licht ausgebildet ist und verwendet wird, um ein HUD-Bild zu erzeugen, also dessen Sichtbarkeit zu ermöglichen oder zu erhöhen. In dieser beschriebenen Ausführungsform ist die innenseitige Antireflexionsbeschichtung auf der IR reflektiven Beschichtung aufgebracht und kann diese vor Umwelteinflüssen schützen. Auf der nanostrukturierten Antireflexionsbeschichtung kann zusätzlich eine wasserabweisende Aluminiumoxidbeschichtung aufgebracht sein.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Verbundscheibe für eine Projektionsanordnung, insbesondere basierend auf der Head-up-Display-Technologie,
bereitzustellen, mit der die beschriebenen Nachteile vermieden werden können. Die Verbundscheibe soll dabei einen guten Kontrast des erzeugten Bildes auch bei Gegenlicht und einen geringen Energieverbrauch ermöglichen, sowie mit einer Projektionsanordnung auch unter Verwendung von p-polarisiertem Licht betrieben werden können. Zudem soll das zur Bilderzeugung, beispielsweise durch Reflexion, vorgesehene Element der Verbundscheibe insbesondere vor äußeren Einflüssen geschützt sein. Des Weiteren sollen eine erfindungsgemäße Verbundscheibe und eine damit realisierbare Projektionsanordnung einfach und kostengünstig herstellbar sein. Eine weitere Aufgabe ist die Erneuerbarkeit des Schutzes und eine ggf. mögliche Nachrüstbarkeit von Fahrzeugen mit der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Verbundscheibe gemäß Anspruch 1 , sowie eine Projektionsanordnung gemäß Anspruch 12 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Erfindungsgemäß wird eine Verbundscheibe, insbesondere für eine Projektionsanordnung, bereitgestellt, die mindestens eine Außenscheibe, eine thermoplastische Zwischenschicht und eine Innenscheibe, sowie ein Funktionsschicht-Element, umfasst, wobei die Außenscheibe eine von der thermoplastischen Zwischenschicht abgewandte Außenseite I und eine der thermoplastischen Zwischenschicht zugewandte Innenseite II und die Innenscheibe eine der thermoplastischen Zwischenschicht zugewandte Außenseite III und eine von der thermoplastischen Zwischenschicht abgewandte Innenseite IV aufweist, wobei das
Funktionsschicht-Element eine Reflexionsschicht, bevorzugt eine reflektierend beschichtete oder eine beschichtungsfreie reflektierende Polymerfolie, oder ein aktives, bildgebendes Element ist, und auf der Innenseite IV der Innenscheibe angeordnet und zum Abstrahlen von Licht, insbesondere von p-polarisiertem Licht, geeignet ist, wobei das Funktionsschicht-Element selbst opak ist oder in Durchsicht durch die Verbundscheibe ausgehend von der Innenseite IV der Innenscheibe räumlich vor einem opaken Hintergrund angeordnet ist, und mindestens auf dem Funktionsschicht-Element ein hydrophober Film angeordnet ist.
Das Funktionsschicht-Element, beispielsweise bevorzugt eine Reflexionsschicht, ist erfindungsgemäß auf der Innenseite IV der Innenscheibe flächig angeordnet, also mit anderen Worten auf der dem (Fahrzeug-)lnnenraum zugewandten Fläche der Innenscheibe. Dies hat den Vorteil, dass bei der Erzeugung eines Bilds vorteilhafterweise eine Sekundärreflexion, beispielsweise an der Außenscheibe, weitestgehend unterbleibt und die Entstehung von
Geisterbildern vermieden werden kann. Weiterhin kann bei dieser Anordnung die Position der Reflexionsschicht freier gewählt werden als bei einer Anordnung zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe, da die Reflexionsschicht nicht von anderen opaken Schichten oder Elementen, beispielsweise einem Maskierungsstreifen, verdeckt werden kann.
Das Funktionsschicht-Element ist erfindungsgemäß entweder selbst opak, also im Wesentlichen lichtundurchlässig ausgebildet oder es ist ausgehend von der Innenseite der Innenscheibe räumlich vor einem opaken, im Wesentlichen lichtundurchlässigen, Hintergrund angeordnet. Der opake Hintergrund kann in diesem Zusammenhang auf der Außenseite oder Innenseite der Außenscheibe oder innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet sein. Es hat sich gezeigt, dass das Funktionsschicht-Element, beispielsweise ausgestaltet als Reflexionsschicht, in Überlappung mit dem opaken Hintergrund eine gute Bilddarstellung mit hohem Kontrast zum opaken Hintergrund ermöglicht, so dass es hell erscheint und damit auch ausgezeichnet erkennbar ist.
Natürlich kann das Funktionsschicht-Element auch selbst opak sein und trotzdem in Durchsicht durch die Innenscheibe räumlich vor dem opaken Hintergrund angeordnet sein. Im Sinne der Erfindung ist mindestens der Bereich der Verbundscheibe opak, in bzw. vor dem das Funktionsschicht-Element angeordnet ist. Ist das Funktionsschicht-Element, also beispielsweise eine Reflexionsschicht, vor dem opaken Hintergrund angeordnet, so ist es vorzugsweise transparent.
Der Ausdruck „in Durchsicht durch die Verbundscheibe“ bedeutet, dass durch die Verbundscheibe geblickt wird, ausgehend von der Innenseite der Innenscheibe. Im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet „räumlich vor“, für das Funktionsschicht-Element, dass dieses räumlich weiter entfernt von der Außenseite der Außenscheibe angeordnet ist als zumindest der opake Hintergrund. Das Funktionsschicht-Element ist, erfindungsgemäß unabhängig davon, ob es direkt auf dem opaken Hintergrund aufgebracht ist oder nicht, in Durchsicht durch die Verbundscheibe im Wesentlichen immer in vollständiger Überlappung mit dem opaken Hintergrund. Anders ausgedrückt befindet sich das Funktionsschicht-Element, beispielsweise eine Reflexionsschicht, in Durchsicht durch die Verbundscheibe, beginnend mit der Innenseite der Innenscheibe, somit in Überlappung mit dem opaken Hintergrund. Die Kombination der erfindungsgemäßen Reflexionsschicht mit einem solchen opaken Hintergrund bewirkt eine gute Sichtbarkeit eines Bilds auch bei äußerer Sonneneinstrahlung und bei Verwendung von lichtschwachen Lichtquellen. Auch unter diesen Umständen erscheint ein von einer Lichtquelle
erzeugtes Bild hell und ist ausgezeichnet erkennbar. Beim Einsatz einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe in einer Projektionsanordnung ermöglichst dies eine Reduktion der Leistung der Lichtquelle und somit einen verminderten Energieverbrauch.
Erfindungsgemäß ist weiterhin vorteilhaft vorgesehen, dass in Durchsicht durch die Verbundscheibe ausgehend von der Innenseite IV der Innenscheibe mindestens auf dem Funktionsschicht-Element ein hydrophober Film angeordnet ist.
Mit anderen Worten ist mindestens auf der der Innenseite IV der Innenscheibe räumlich gegenüberliegenden Fläche des Funktionsschicht-Elements direkt auf dessen Oberfläche ein hydrophober Film angeordnet und versiegelt die hiermit beschichtete Oberfläche zur umgebenden Atmosphäre. Der vorgesehene hydrophobe Film, bildet somit erfindungsgemäß, mindestens im Bereich des Funktionsschicht-Elements, die zum Innenraum gerichtete äußere Oberfläche der Verbundscheibe und schützt diese, insbesondere das Funktionsschicht-Element, vorteilhaft vor äußeren Einflüssen, insbesondere Verschmutzung. Der hydrophobe Film ist eine Beschichtung mit guter Widerstandsfähigkeit gegen Ablagerungen beispielsweise von Flüssigkeiten, Salzen, Fetten und Schmutz und ist vorteilhafterweise besonders leicht zu reinigen. Beispielsweise kann bei Berührung durch einen Nutzer das Entstehen von Fingerabdrücken vermieden werden. Erfindungsgemäß geeignete, hydrophobe Filme, sowie deren Ausgestaltung und Herstellung, sind beispielsweise in der W02005/084943, der W02007/012779 oder der WO2010/079299 beschrieben. Solche hydrophoben Beschichtungen werden bereits angewendet und beispielsweise auf der Außenseite der Außenscheibe von Fahrzeugen eingesetzt. Solche hydrophoben Filme weisen in dieser Verwendung eine gute Haltbarkeit von zwei oder mehr Jahren auf. Durch die hydrophobe Beschichtung gleiten Wassertropfen auf der Verglasung einfach ab, was einem Fahrer bei Regen eine bessere Sicht durch eine Windschutzscheibe bieten kann. Vorteilhafterweise führt der erfindungsgemäße Einsatz der hydrophoben Beschichtung auf der Innenseite IV der Innenscheibe der Verbundscheibe dazu, dass der Film nicht direkt der Witterung oder der Reibung durch Scheibenwischer ausgesetzt ist und so eine verlängerte Haltbarkeit aufweist. Die erfindungsgemäße Beschichtung ist vorteilhafterweise aber zusätzlich auch einfach zu erneuern. Es stehen am Markt auch geeignete Lösungen zur Herstellung eines hydrophoben Films gemäß der Erfindung zur Verfügung, die zum Beispiel durch einfaches flüssiges Aufträgen einer solchen Lösung mit einem Tuch erzeugt werden können.
Hydrophob im Sinne der Erfindung bedeutet, dass der Film eine bestimmte Benetzungscharakteristik aufweist, nämlich dass der Kontaktwinkel von Wasser zur Oberfläche
größer 90° beträgt. Bevorzugt ist der hydrophobe Film zusätzlich oleophob, d. h. der Kontaktwinkel zwischen Oberfläche und Öl ist größer 50°. Der hydrophobe Film ist zweckmäßigerweise transparent und beeinträchtigt in keiner Weise die Durchsicht auf die Verglasung mit dem Funktionsschicht-Element, oder den Durchtritt, oder die Wahrnehmbarkeit des abgestrahlten, also beispielsweise reflektierten, Lichts.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der hydrophobe Film einen Kontaktwinkel gegen Wasser von > 100°, bevorzugt > 110° aufweist. Die Versiegelung mit einem solchen Schutzfilm sorgt dafür, dass die Oberfläche besonders gute schmutz- und wasserabweisende Eigenschaften aufweist und diese entsprechend weniger oft gereinigt werden müssen. Hydrophobe -Beschichtungen, die erfindungsgemäß geeignet sind, gibt es vielfältig am Markt erhältlich. Insbesondere sind es fluororganische Verbindungen, wie sie beispielsweise auch die DE19848591 beschreibt. Bekannte hydrophobe Beschichtungen sind beispielsweise Produkte auf Basis von Perfluorpolyethern oder Fluorsilanen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um flüssig aufgebrachte Schichten, beispielsweise durch Sprühen, Tauchen und Fluten oder durch Auftrag mittels eines Tuchs. Ein besonderer Vorteil dieser Beschichtungen liegt in der leichten Erneuerbarkeit des hydrophoben Films.
In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe ist vorgesehen, dass der hydrophobe Film auf dem Funktionsschicht-Element und zusätzlich auch auf der davon nicht bedecken Innenseite IV der Innenscheibe aufgebracht ist. Mit anderen Worten bildet der hydrophobe Film ganzflächig die äußere Oberfläche und eine ganzflächige Versiegelung zum Innenraum, beispielsweise einem Fahrzeuginnenraum hin. Dies hat den Vorteil, dass die damit verbundenen wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften des hydrophoben Films ebenfalls ganzflächig bereitgestellt werden. Zudem ist auch die Herstellung einer solchen ganzflächigen Versiegelung zum Innenraum hin einfach, effizient und kostengünstig zu bewerkstelligen.
Der Ausdruck „Licht abstrahlen“ bedeutet erfindungsgemäß, dass Licht, insbesondere auch p- polarisiertes Licht, vom Funktionsschicht-Element reflektiert wird, oder alternativ das Funktionsschicht-Element selber als aktive Lichtquelle (Bildanzeigevorrichtung) ausgestaltet ist und Licht, beispielsweise bevorzugt p-polarisiertes Licht, ausstrahlt. Das Funktionsschicht- Element kann also als Reflexionsschicht ausgestaltet sein. Das Funktionsschicht-Element kann alternativ aber auch als Lichtquelle ausgestaltet, und ein aktives, bildgebendes Element, wie ein schichtförmig, also mit sehr geringer Einbauhöhe (flach, dünn), ausgestaltetes LCD- oder OLED- Display sein. Es ist erfindungsgemäß umfasst, dass auch mehrere, gleiche oder unterschiedliche
erste Funktionsschicht-Elemente unmittelbar aneinander angrenzend oder räumlich getrennt, auf der Innenseite der Innenscheibe (nicht überlappend) angeordnet sein können,
Die Reflexionsschicht umfasst erfindungsgemäß vorzugsweise mindestens ein Metall ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Aluminium, Zinn, Titan, Zirkonium, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Mangan, Eisen, Cobalt, Rhodium, Iridium, Nickel, Palladium, Platin, Kupfer, Silber, Gold oder Mischungslegierungen davon. Die Reflexionsschicht kann unabhängig davon oder zusätzlich Siliziumoxid enthalten.
In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist die Reflexionsschicht eine Beschichtung enthaltend einen Dünnschichtstapel, also eine Schichtenfolge dünner Einzelschichten. Dieser Dünnschichtstapel enthält eine oder mehrere elektrisch leitfähige Schichten auf Basis von Silber. Die elektrisch leitfähige Schicht auf Basis von Silber verleiht der Reflexionsbeschichtung die grundlegenden reflektierenden Eigenschaften und außerdem eine IR-reflektierende Wirkung und eine elektrische Leitfähigkeit. Die leitfähige Schicht enthält bevorzugt mindestens 90 Gew. % Silber, besonders bevorzugt mindestens 99 Gew. % Silber, ganz besonders bevorzugt mindestens 99,9 Gew. % Silber. Die Silberschicht kann Dotierungen aufweisen, beispielsweise Palladium, Gold, Kupfer oder Aluminium. Materialen auf der Basis von Silber sind besonders geeignet, um p-polarisiertes Licht zu reflektieren. Die Verwendung von Silber in Reflexionsschichten hat sich als besonders vorteilhaft bei der Reflexion von p-polarisiertem Licht erwiesen. Die Beschichtung weist eine Dicke von 5 pm bis 50 pm und bevorzugt von 8 pm bis 25 pm auf.
Ist die Reflexionsschicht als eine Beschichtung ausgebildet, wird sie bevorzugt durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD), besonders bevorzugt durch Kathodenzerstäubung („Sputtern“) und ganz besonders bevorzugt durch magnetfeldunterstützte Kathodenzerstäubung („Magnetron-Sputtern“) direkt auf die Innenseite IV der Innenscheibe aufgebracht. Grundsätzlich kann die Beschichtung aber auch beispielsweise mittels chemischer Gasphasenabscheidung (CVD), beispielsweise plasmagestützter Gasphasenabscheidung (PECVD), durch Aufdampfen oder durch Atomlagenabscheidung (atomic layer deposition, ALD) aufgebracht werden.
Die Reflexionsschicht kann auch als eine reflektierende Folie ausgebildet sein, die Licht, bevorzugt p-polarisiertes Licht, reflektiert. Die Reflexionsschicht kann eine Trägerfolie mit einer reflektierenden Beschichtung sein oder eine beschichtungsfreie reflektierende Polymerfolie. Die reflektierende Beschichtung umfasst bevorzugt mindestens eine Schicht auf Basis eines Metalls
und/oder eine dielektrische Schichtabfolge mit alternierenden Brechungsindizes. Die Schicht auf Basis eines Metalls enthält bevorzugt Silber und/oder Aluminium, oder besteht daraus. Die dielektrischen Schichten können beispielsweise auf Basis von Siliziumnitrid, Zinkoxid, Zinn-Zink- Oxid, Silizium-Metall-Mischnitriden wie Silizium-Zirkonium-Nitrid, Zirkoniumoxid, Nioboxid, Hafniumoxid, T antaloxid, Wolframoxid oder Siliziumkarbid ausgebildet sein. Die genannten Oxide und Nitride können stöchiometrisch, unterstöchiometrisch oder überstöchiometrisch abgeschieden sein. Sie können Dotierungen aufweisen, beispielsweise Aluminium, Zirkonium, Titan oder Bor. Die reflektierende Polymerfolie umfasst bevorzugt dielektrische Polymerschichten oder besteht daraus. Die dielektrischen Polymerschichten enthalten bevorzugt Polyethylenterephthalat (PET). Ist die Reflexionsschicht als eine reflektierende Folie ausgebildet, ist sie bevorzugt von 30 pm bis 300 pm, besonders bevorzugt von 50 pm bis 200 pm und insbesondere von 100 pm bis 150 pm dick.
Handelt es sich um eine beschichtete, reflektierende Folie, können zur Herstellung, also zur Beschichtung der Folie (Trägerfolie), beispielsweise aus Polyethylenterephthalat (PET) ebenfalls die Beschichtungsverfahren CVD oder PVD angewendet werden. Alternativ kann das Funktionsschicht-Element als ein, beispielsweise mittels CVD oder PVD Verfahren, reflektierend beschichtetes, dünnes Glasschichtelement ausgestaltet sein, welches mittels eines Klebefilms auf der Innenseite IV der Innenscheibe aufgebracht und angeordnet werden kann. Sowohl eine Ausgestaltung mittels einer reflektierenden Folie oder eines separaten reflektierenden Glaselements haben weiterhin den Vorteil, dass diese bei Bedarf einfach erneuert werden können. Bei ansonsten geeigneter Ausgestaltung der Verbundscheibe ist gegebenenfalls auch eine Nachrüstbarkeit, beispielsweise für Windschutzscheiben in Fahrzeugen gegeben.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Reflexionsschicht eine reflektierende Folie, die metallfrei ist und sichtbare Lichtstrahlen mit einer p-Polarisation reflektiert. Die Polymerfolie weist also intrinsisch reflektierende Eigenschaften auf. Die Reflexionsschicht kann beispielsweise als eine Folie ausgestaltet sein, die auf Basis synergetisch miteinander wirkenden Prismen und reflektierender Polarisatoren funktioniert. Die Polymerfolie kann beispielsweise eine Mehrzahl polymerer Lagen (Schichten) mit unterschiedlichem Brechungsindex umfassen, wobei Lagen mit höherem und niedrigerem Brechungsindex alternierend angeordnet sind. In diesem Fall beruht die Reflexionswirkung insbesondere auf Interferenzeffekten, welche durch die alternierenden hoch- und niedrigbrechenden polymeren Lagen hervorgerufen werden. Derartige Folien zur Verwendung von Reflexionsschichten sind im Handel erhältlich.
Mit dem Begriff p-polarisiertes Licht ist Licht aus dem sichtbaren Spektral be re ich gemeint, dass mehrheitlich aus Licht besteht, welches eine p-Polarisation aufweist. Das p-polarisierte Licht hat vorzugsweise einen Lichtanteil mit p-Polarisation von > 50 %, bevorzugt von > 70 % und besonders bevorzugt von > 90 % und insbesondere von etwa 100%.
Der opake Hintergrund ist in einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung ein opaker Maskierungsstreifen, welcher bereichsweise mindestens auf einer der Außenseiten (I, III) und/ oder der Innenseiten (II, IV) der Innen- und/oder Außenscheibe angeordnet ist. Der Maskierungsstreifen kann grundsätzlich auf jeder Scheibenseite der Außenscheibe angeordnet sein. Bei der erfindungsgemäßen Verbundscheibe ist dieser bevorzugt auf der Innenseite der Außenscheibe aufgebracht, wo er vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Alternativ oder zusätzlich ist bevorzugt ein Markierungsstreifen auf der Innenseite IV der Innenscheibe vorgesehen. Mit anderen Worten ist der Maskierungsstreifen dann zwischen der Innenseite IV der Innenscheibe und dem Funktionsschicht-Element angeordnet.
Der Maskierungsstreifen ist bevorzugt eine Beschichtung aus einer oder mehreren Schichten. Alternativ kann er aber auch ein in die Verbundscheibe eingelegtes, opakes Element sein, beispielsweise eine Folie.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Verbundscheibe besteht der Maskierungsstreifen aus einer Einzelschicht. Dies hat den Vorteil einer besonders einfachen und kostengünstigen Fertigung der Verbundscheibe, da nur eine einzige Schicht für den Maskierungsstreifen ausgebildet werden muss.
Er kann zusätzlich zu der im Sinne der Erfindung beschriebenen Wirkweise als Maskierung von im verbauten Zustand ansonsten durch die Scheibe erkennbaren Strukturen dienen. Insbesondere bei einer Windschutzscheibe dient der Maskierungsstreifen zum Maskieren einer Kleberaupe zum Einkleben der Windschutzscheibe in eine Fahrzeugkarosserie. Das bedeutet, er verhindert die Sicht auf die in aller Regel unregelmäßig aufgetragene Kleberaupe nach außen, so dass ein harmonischer Gesamteindruck der Windschutzscheibe entsteht. Andererseits dient der Maskierungsstreifen als UV-Schutz für das verwendete Klebematerial. Dauernde Bestrahlung mit UV-Licht schadet dem Klebematerial und würde die Verbindung der Scheibe mit der Fahrzeugkarossiere im Laufe der Zeit lösen. Bei Scheiben mit einer elektrisch steuerbaren Funktionsschicht kann der Maskierungsstreifen beispielsweise auch zum Abdecken von Sammelleitern und/oder Anschlusselementen dienen.
Der Maskierungsstreifen wird beispielsweise auf die Außenscheibe oder Innenscheibe aufgedruckt, insbesondere im Siebdruckverfahren. Dabei wird die Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf die Glasscheibe gedruckt. Die Druckfarbe wird dabei beispielsweise mit einer Gummirakel durch das Gewebe hindurchgepresst. Das Gewebe weist Bereiche auf, welche für die Druckfarbe durchlässig sind, neben Bereichen, welche für die Druckfarbe undurchlässig sind, wodurch die geometrische Form des Drucks festgelegt wird. Das Gewebe fungiert somit als Schablone für den Druck. Die Druckfarbe enthält mindestens ein Pigment und Glasfritten, suspendiert in einer flüssigen Phase (Lösungsmittel), beispielsweise Wasser oder organische Lösungsmittel wie Alkohole. Das Pigment ist typischerweise ein Schwarzpigment, beispielsweise Pigmentruß (Carbon Black), Anilinschwarz, Beinschwarz, Eisenoxidschwarz, Spinellschwarz und/oder Graphit.
Nach dem Aufdrucken der Druckfarbe wird die Glasscheibe einer Temperaturbehandlung unterzogen, wobei die flüssige Phase durch Verdampfen ausgetrieben wird und die Glasfritten aufgeschmolzen werden und sich dauerhaft mit der Glasoberfläche verbinden. Die Temperaturbehandlung wird typischerweise bei Temperaturen im Bereich von 450°C bis 700°C durchgeführt. Als Maskierungsstreifen verbleibt das Pigment in der durch die aufgeschmolzene Glasfritte gebildeten Glasmatrix. Der Maskierungsstreifen weist bevorzugt eine Dicke von 5 pm bis 50 pm auf, besonders bevorzugt von 8 pm bis 25 pm.
Der Maskierungsstreifen kann, wie bereits beschrieben, grundsätzlich auf jeder Scheibenseite der Außenscheibe oder der Innenscheibe angeordnet sein. Bei einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe ist dieser bevorzugt auf der Innenseite der Außenscheibe aufgebracht, wo er vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Eine andere bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, dass alternativ oder zusätzlich ein Maskierungsstreifen, als keramischer Schwarzdruck auf der Innenseite IV der Innenscheibe angeordnet ist, der insbesondere die Auftragung von Klebeschichten und die Qualität von Verklebungen, insbesondere beim Einbau der erfindungsgemäßen Verbundscheibe, beispielsweise in ein Fahrzeug verbessern kann. Mit anderen Worten ist der opake Hintergrund bevorzugt als keramischer Schwarzdruck auf der Innenseite IV der Innenscheibe mindestens in einem Randbereich, beispielsweise als umlaufender Randbereich, der Verbundscheibe angeordnet. Ein äußerer Scheibenrandbereich verbleibt dann frei von weiteren Beschichtungen, insbesondere frei von Reflexionsschicht und hydrophobem Film. So bleiben die zur Verklebung vorgesehenen Bereiche, also die an den Scheibenrand angrenzenden Bereiche, frei von weiteren Beschichtungen, wie Reflexionsschicht
und hydrophobem Film, und stehen für eine sichere und stabile Befestigung durch eine Verklebung zur Verfügung.
Alternativ ist der Maskierungsstreifen eine gefärbte oder pigmentierte, bevorzugt schwarzpigmentierte, thermoplastische Verbundfolie, die vorzugsweise auf Basis von Polyvinylbutyral (PVB), Ethylvinylacetat (EVA) oder Polyethylenterephthalat (PET), bevorzugt PVB, ausgebildet ist. Die Färbung oder Pigmentierung der Verbundfolie ist dabei frei wählbar, bevorzugt aber schwarz. Die gefärbte oder pigmentierte Verbundfolie ist vorzugsweise zwischen der Außenscheibe und Innenscheibe angeordnet. Die gefärbte oder pigmentierte thermoplastische Verbundfolie weist bevorzugt eine Dicke von 0,25 mm bis 1 mm auf. Vorzugsweise erstreckt sich die gefärbte oder pigmentierte Verbundfolie über maximal 50 % und besonders bevorzugt maximal 30 % der Fläche der Verbundscheibe. Um Dickenunterschiede in der Verbundscheibe zu vermeiden, ist vorzugsweise eine transparente weitere thermoplastische Verbundfolie zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet, welche sich über mindestens 50 %, bevorzugt mindestens 70 % der Fläche der Verbundscheibe erstreckt. Die gefärbte oder pigmentierte Verbundfolie ist in der Flächenebene der Verbundscheibe von der transparenten thermoplastischen Verbundscheibe versetzt angeordnet, sodass sich diese nicht überlappen oder decken.
Der Maskierungsstreifen kann auch durch eine bereichsweise pigmentierte oder gefärbte thermoplastische Verbundfolie bereitgestellt werden. In diesem Fall ist die Reflexionsschicht räumlich vor dem pigmentierten oder gefärbten Bereich der thermoplastischen Verbundfolie angeordnet. Die Pigmentierung oder Färbung der Verbundfolie erstreckt sich vorzugsweise über einen Bereich von maximal 50 % und besonders bevorzugt maximal 30 % der Fläche der Verbundscheibe. Der restliche Teil der bereichsweise pigmentierten oder gefärbten thermoplastischen Verbundfolie ist transparent, also ohne Pigmentierung oder Färbung ausgebildet. Die bereichsweise pigmentierte oder gefärbte thermoplastische Verbundfolie erstreckt sich vorzugsweise über die gesamte Fläche der Verbundscheibe. Die Ausführung des Maskierungsstreifens als pigmentierte oder gefärbte thermoplastische Verbundfolie oder als bereichsweise pigmentierte oder gefärbte thermoplastische Verbundfolie vereinfacht die Herstellung der Verbundscheibe und verbessert ihre Stabilität. Es ist sehr vorteilhaft, wenn die Außenscheibe oder die Innenscheibe zuvor nicht beschichtet werden müssen, um einen opaken Hintergrund zu erzeugen. Dies erhöht zum einen die Stabilität der Verbundscheibe und verbessert weiterhin die Prozesseffizienz.
Die Außenscheibe und Innenscheibe enthalten oder bestehen bevorzugt aus Glas, besonders bevorzugt Flachglas, Floatglas, Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas, Alumino-Silikat- Glas, oder klaren Kunststoffen, vorzugsweise starre klare Kunststoffe, insbesondere Polyethylen, Polypropylen, Polycarbonat, Polymethylmethacrylat, Polystyrol, Polyamid, Polyester, Polyvinylchlorid und/oder Gemische davon.
Die Außenscheibe und Innenscheibe können weitere geeignete, an sich bekannte Beschichtungen aufweisen, beispielsweise Antireflexbeschichtungen, Antihaftbeschichtungen, Antikratzbeschichtungen, photokatalytische Beschichtungen, elektrisch leitfähige Beschichtungen, oder Sonnenschutzbeschichtungen oder Low-E-Beschichtungen.
Die Dicke der einzelnen Scheiben (Außenscheibe und Innenscheibe) kann breit variieren und den Erfordernissen des Einzelfalls angepasst werden. Vorzugsweise werden Scheiben mit den Standardstärken von 0,5 mm bis 5 mm und bevorzugt von 1 ,0 mm bis 2,5 mm verwendet. Die Größe der Scheiben kann breit variieren und richtet sich nach der Verwendung.
Die Verbundscheibe kann eine beliebige dreidimensionale Form aufweisen. Vorzugsweise haben die Außenscheibe und Innenscheibe keine Schattenzonen, so dass sie beispielsweise durch Kathodenzerstäubung beschichtet werden können. Bevorzugt sind die Außenscheibe und Innenscheibe plan oder leicht oder stark in eine Richtung oder in mehrere Richtungen des Raumes gebogen.
Die Außenscheibe und die Innenscheibe sind erfindungsgemäß bevorzugt transparent. Im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet "transparent", dass die Gesamttransmission der Verbundscheibe den gesetzlichen Bestimmungen beispielsweise für Windschutzscheiben (beispielsweise den Richtlinien der europäischen Union ECE-R43) entspricht und für sichtbares Licht bevorzugt eine Durchlässigkeit von mehr als 50% und insbesondere von mehr als 60%, beispielsweise mehr als 70%, aufweist. Mit „transparenter Innenscheibe“ und „transparenter Außenscheibe“ ist somit gemeint, dass die Innenscheibe und die Außenscheibe derart transparent sind, dass die Durchsicht durch einen Durchsichtbereich der Verbundscheibe die gesetzlichen Bestimmungen für die gewünschte Verwendung, beispielsweise für Windschutzscheiben, erfüllt sind. Entsprechend bedeutet "opak" eine Lichttransmission von weniger als 10 %, bevorzugt weniger als 5 % und insbesondere 0%.
Mit „transparenter Außenscheibe“ und „transparenter Innenscheibe“ ist im Sinne der Erfindung gemeint, dass die Durchsicht durch die Innenscheibe und die Außenscheibe möglich ist. Bevorzugt beträgt der Lichttransmissionsgrad der transparenten Außenscheibe und der transparenten Innenscheibe mindestens 55 %, besonders bevorzugt mindestens 60 % und insbesondere mindestens 70 %.
Ist eine Schicht auf Basis eines Materials ausgebildet, so besteht die Schicht mehrheitlich aus diesem Material, insbesondere im Wesentlichen aus diesem Material neben etwaigen Verunreinigungen oder Dotierungen.
Die thermoplastische Zwischenschicht enthält oder besteht aus mindestens einem thermoplastischen Kunststoff, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA) und/oder Polyurethan (PU) oder Copolymere oder Derivate davon, gegebenenfalls in Kombination mit Polyethylenterephthalat (PET). Die thermoplastische Zwischenschicht kann aber auch beispielsweise Polypropylen (PP), Polyacrylat, Polyethylen (PE), Polycarbonat (PC), Polymethylmetacrylat, Polyvinylchlorid, Polyacetatharz, Gießharz, Acrylat, fluorinierte Ethylen- Propylen, Polyvinylfluorid und/oder Ethylen-Tetrafluorethylen, oder ein Copolymer oder Gemisch davon enthalten.
Die thermoplastische Zwischenschicht ist bevorzugt als mindestens eine thermoplastische Verbundfolie ausgebildet und enthält oder besteht aus Polyvinylbutyral (PVB), besonders bevorzugt aus Polyvinylbutyral (PVB) und dem Fachmann bekannte Additive, wie beispielsweise Weichmacher. Bevorzugt enthält die thermoplastische Zwischenschicht mindestens einen Weichmacher. Weichmacher sind chemische Verbindungen, die Kunststoffe weicher, flexibler, geschmeidiger und/oder elastischer machen. Sie verschieben den thermoelastischen Bereich von Kunststoffen hin zu niedrigeren Temperaturen, so dass die Kunststoffe im Bereich der Einsatz-Temperatur die gewünschten elastischeren Eigenschaften aufweisen. Bevorzugte Weichmacher sind beispielsweise Carbonsäureester, insbesondere schwerflüchtige Carbonsäureester, Fette, Öle, Weichharze und Campher.
Bevorzugt enthält die thermoplastische Zwischenschicht auf Basis von PVB mindestens 3 Gew.- %, bevorzugt mindestens 5 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 20 Gew.-%, noch mehr bevorzugt mindestens 30 Gew.-% und insbesondere mindestens 35 Gew.-% eines Weichmachers. Der Weichmacher enthält oder besteht beispielsweise aus Triethylenglykol-bis- (2-ethylhexanoat).
Die thermoplastische Zwischenschicht kann durch eine einzelne Folie ausgebildet sein oder auch durch mehr als eine Folie. Die thermoplastische Zwischenschicht kann durch eine oder mehrere flächig übereinander angeordnete thermoplastische Folien ausgebildet werden, wobei die Dicke der thermoplastischen Zwischenschicht bevorzugt von 0,25 mm bis 1 mm beträgt, typischerweise 0,38 mm oder 0,76 mm.
Die thermoplastische Zwischenschicht kann auch eine funktionale thermoplastische Zwischenschicht sein, insbesondere eine Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften, eine Infrarotstrahlung reflektierende Zwischenschicht, eine Infrarotstrahlung absorbierende Zwischenschicht und/oder eine UV-Strahlung absorbierende Zwischenschicht. So kann die thermoplastische Zwischenschicht beispielsweise auch eine Bandfilterfolie sein, die schmale Bänder des sichtbaren Lichts ausblendet.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist mindestens in einem Durchsichtbereich der Verbundscheibe zwischen der Innenseite (II) der Außenscheibe und der Außenseite (III) der Innenscheibe ein zweites Funktionsschicht-Element, angeordnet. Mit anderen Worten, erstreckt sich das zweite Funktionsschicht-Element mindestens auch ein einen Bereich der Verbundscheibe, der in der Durchsicht keine Überlappung mit einem opaken Hintergrund aufweist und damit auch einen funktionellen Bereich aufweist, der keine Überlappung mit dem ersten Funktionsschicht-Element hat und die beiden Funktionsschicht-Elemente sich vorteilhafterweise in ihrer Funktion nicht negativ beeinflussen und ergänzend zueinander verwendet werden können. Das zweite Funktionsschicht-Element kann auch wahlweise ganzflächig oder lokal begrenzt in die Verbundscheibe eingebracht sein. Das zweite Funktionsschicht-Element kann beispielsweise ein Hologramm, eine p-pol Beschichtung, ein reflektiver Film, eine HUD-Schicht oder ein aktives Display sein.
Eine HUD-Schicht, ist eine reflektive Schicht, die dazu geeignet ist ein von einer Lichtquelle ausgestralhltes Bild in das Blickfeld eines Betrachters, beispielsweise eines Fahrers zu projizieren. Die HUD-Schichtumfasst vorzugsweise mindestens ein Metall ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Aluminium, Zinn, Titan, Kupfer, Chrom, Cobalt, Eisen, Mangan, Zirkonium, Cer, Yttrium, Silber, Gold, Platin und Palladium, oder Mischungen davon.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die HUD-Schicht eine Beschichtung enthaltend einen Dünnschichtstapel, also eine Schichtenfolge dünner Einzelschichten. Dieser
Dünnschichtstapel enthält eine oder mehrere elektrisch leitfähige Schichten auf Basis von Silber. Die elektrisch leitfähige Schicht auf Basis von Silber verleiht der Reflexionsbeschichtung die grundlegenden reflektierenden Eigenschaften und außerdem eine IR-reflektierende Wirkung und eine elektrische Leitfähigkeit. Die elektrisch leitfähige Schicht ist auf Basis von Silber ausgebildet. Die leitfähige Schicht enthält bevorzugt mindestens 90 Gew. % Silber, besonders bevorzugt mindestens 99 Gew. % Silber, ganz besonders bevorzugt mindestens 99,9 Gew. % Silber. Die Silberschicht kann Dotierungen aufweisen, beispielsweise Palladium, Gold, Kupfer oder Aluminium. Materialen auf der Basis von Silber sind besonders geeignet, um p-polarisiertes Licht zu reflektieren. Die Verwendung von Silber hat sich als besonders vorteilhaft bei der Reflexion von p-polarisiertem Licht erwiesen. Die Beschichtung weist eine Dicke von 5 pm bis 50 pm und bevorzugt von 8 pm bis 25 pm auf.
Ist die HUD-Schicht als eine Beschichtung ausgebildet, so wird sie bevorzugt durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD), besonders bevorzugt durch Kathodenzerstäubung („Sputtern“) und ganz besonders bevorzugt durch magnetfeldunterstützte Kathodenzerstäubung („Magnetron-Sputtern“) auf die Innenscheibe oder Außenscheibe aufgebracht. Grundsätzlich kann die Beschichtung aber auch beispielsweise mittels chemischer Gasphasenabscheidung (CVD), beispielsweise plasmagestützter Gasphasenabscheidung (PECVD), durch Aufdampfen oder durch Atomlagenabscheidung (atomic layer deposition, ALD) aufgebracht werden. Die Beschichtung wird vor der Laminierung auf die Scheiben aufgebracht.
Die HUD-Schicht kann auch als eine reflektierende Folie ausgebildet sein, die p-polarisiertes Licht reflektiert. Die HUD-Schicht kann eine Trägerfolie mit einer reflektierenden Beschichtung sein oder eine reflektierende Polymerfolie. Die reflektierende Beschichtung umfasst bevorzugt mindestens eine Schicht auf Basis eines Metalls und/oder eine dielektrische Schichtabfolge mit alternierenden Brechungsindizes. Die Schicht auf Basis eines Metalls enthält bevorzugt Silber und/oder Aluminium, oder besteht daraus. Die dielektrischen Schichten können beispielsweise auf Basis von Siliziumnitrid, Zinkoxid, Zinn-Zink-Oxid, Silizium-Metall-Mischnitriden wie Silizium- Zirkonium-Nitrid, Zirkoniumoxid, Nioboxid, Hafniumoxid, Tantaloxid oder Siliziumkarbid ausgebildet sein. Die genannten Oxide und Nitride können stöchiometrisch, unterstöchiometrisch oder überstöchiometrisch abgeschieden sein. Sie können Dotierungen aufweisen, beispielsweise Aluminium, Zirkonium, Titan oder Bor. Die reflektierende Polymerfolie umfasst bevorzugt dielektrische Polymerschichten oder besteht daraus. Die dielektrischen Polymerschichten enthalten bevorzugt PET. Ist die HUD-Schicht als eine reflektierende Folie ausgebildet, ist sie
bevorzugt von 30 pm bis 300 pm, besonders bevorzugt von 50 pm bis 200 pm und insbesondere von 100 pm bis 150 pm dick.
Handelt es sich um eine beschichtete, reflektierende Folie können zur Herstellung ebenfalls die Beschichtungsverfahren CVD oder PVD angewendet werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die HUD-Schicht als reflektierende Folie ausgebildet und innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet. Der Vorteil dieser Anordnung ist, dass die HUD-Schicht nicht mittels Dünnschichttechnologie (beispielsweise CVD und PVD) auf der Außenscheibe oder Innenscheibe aufgebracht werden muss. Hieraus ergeben sich Verwendungen der HUD-Schicht mit weiteren vorteilhaften Funktionen wie einer homogeneren Reflexion des p-polarisierten Lichtes an der HUD-Schicht. Außerdem kann die Herstellung der Verbundscheibe vereinfacht werden, da die HUD-Schicht nicht vor der Laminierung über ein zusätzliches Verfahren auf der Außen- oder Innenscheibe angeordnet werden muss.
Die Erfindung umfasst weiterhin eine Projektionsanordnung, umfassend eine erfindungsgemäße Verbundscheibe wie vorstehend in verschiedenen Ausgestaltungen beschrieben, wobei das Funktionsschicht-Element eine Reflexionsschicht ist. Die Projektionsanordnung umfasst weiterhin eine der Reflexionsschicht zugeordnete Lichtquelle (Bildanzeigevorrichtung), die auf die Reflexionsschicht gerichtet ist und diese mit Licht, insbesondere p-polarisiertem Licht, bestrahlt, wobei die Reflexionsschicht das Licht reflektiert. Erfindungsgemäß ist die Reflexionsschicht durch einen darauf flächig aufgebrachten hydrophoben Film äußeren Einflüssen, insbesondere vor Verschmutzung geschützt.
Die Lichtquelle der Projektionsanordnung strahlt Licht, bevorzugt p-polarisiertes Licht, aus und ist so in Nachbarschaft zur innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe angeordnet, dass die Lichtquelle diese Oberfläche bestrahlt, wobei das Licht von der Reflexionsschicht der Verbundscheibe reflektiert wird. Wird die erfindungsgemäße Projektionsanordnung mit p- polarisiertem Licht betrieben, so ist ein besonderer Vorteil, dass diese auch mit polarisationsselektiven Sonnenbrillen kompatibel ist.
Bevorzugt reflektiert die Reflexionsschicht erfindungsgemäß mehr als 10%, bevorzugt mindestens 30% oder mehr, bevorzugt 50% oder mehr und insbesondere 70 % oder mehr, von dem auf die Reflexionsschicht auftreffenden Licht, insbesondere p-polarisiertem Licht, bevorzugt
in einem Wellenlängenbereich von 450 nm bis 650 nm und Einstrahlwinkeln von 50 bis 80°, beispielsweise von 55° bis 75°. Dies ist vorteilhaft um eine möglichst große Helligkeit eines von der Lichtquelle ausgestrahlten und an der Reflexionsschicht reflektierten Bildes zu erreichen.
Die Lichtquelle dient der Ausstrahlung eines Bildes, und wird erfindungsgemäß auch als Bildanzeigevorrichtung bezeichnet. Als Lichtquelle kann ein Projektor, ein Display oder auch eine andere dem Fachmann bekannte Vorrichtung verwendet werden. Bevorzugt ist die Lichtquelle ein Display, besonders bevorzugt ein LCD-Display, LED-Display, OLED-Display oder elektrolumineszentes Display, insbesondere ein LCD-Display. Displays weisen eine geringe Einbauhöhe auf und sind so einfach und platzsparend in das Armaturenbrett eines Fahrzeugs zu integrieren. Darüber hinaus sind Displays im Vergleich zu Projektoren wesentlich energiesparender zu betreiben. Die vergleichsweise geringere Helligkeit von Displays ist dabei in Kombination mit der erfindungsgemäßen Reflexionsschicht und der dahinterliegenden opaken Abdeckschicht völlig ausreichend. Die Strahlung der Lichtquelle trifft vorzugsweise mit einem Einfallswinkel von 55° bis 80° auf die Verbundscheibe, bevorzugt von 62° bis 77° auf die Verbundscheibe im Bereich der Reflexionsschicht. Der Einfallswinkel ist der Winkel zwischen dem Einfallsvektor der Strahlung der Bildanzeigevorrichtung und der Flächennormale im geometrischen Zentrum der Reflexionsschicht.
Des Weiteren umfasst die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe und Projektionsanordnung.
Das Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe, wie sie in der vorstehenden Beschreibung in verschiedenen Ausführungsformen dargestellt wurde, kann mindestens die folgenden Schritte umfassen:
(a) Bereitstellen einer Außenscheibe, einer Innenscheibe und einer thermoplastischen Zwischenschicht,
(b) Ein- oder Aufbringen mindestens eines opaken Hintergrunds, insbesondere als opake Schicht, bevorzugt als Maskierungsstreifen, in zumindest einem zweiten Teilbereich der innenraumseitigen Oberfläche der Außenscheibe (II), der außenseitigen Oberfläche der Außenscheibe (I) und/oder auf der außenseitigen Oberfläche der Innenscheibe (III), und/oder als zumindest bereichsweise getönte oder gefärbte Zwischenschicht,
(c) Zusammenlegen der Innenscheibe, der thermoplastischen Zwischenschicht und der Außenscheibe in dieser Abfolge zu einem Schichtstapel,
(d) Laminieren des Schichtstapels zu einer Verbundscheibe,
(e) Aufbringen einer Reflexionsschicht und/oder eines aktiven bildgebenden Elements auf zumindest einem ersten Teilbereich der innenraumseitigen Oberfläche (IV) der Innenscheibe (3), wobei der erste Teilbereich zumindest teilweise überlappend mit dem zweiten Teilbereich verläuft und wobei die aufgetragene Reflexionsschicht (9) oder das aktive bildgebende Element auf der innenraumseitigen Oberfläche (IV) der Innenscheibe angeordnet ist,
(f) Aufträgen eines hydrophoben Films als exponierte Schicht, mindestens auf die Reflexionsschicht (9) und/oder das aktive bildgebende Element.
Das Verfahren zur Herstellung einer Projektionsanordnung kann zumindest die folgenden Schritte umfassen:
(a) Bereitstellen einer Außenscheibe, einer Innenscheibe und einer thermoplastischen Zwischenschicht,
(b) Aufbringen mindestens einer opaken Abdeckschicht, insbesondere als ein Maskierungsstreifen, in zumindest einem zweiten Teilbereich der innenraumseitigen Oberfläche der Außenscheibe, der außenseitigen Oberfläche der Innenscheibe und/oder auf der außenseitigen Oberfläche der Innenscheibe,
(c) Zusammenlegen der Innenscheibe, der thermoplastischen Zwischenschicht und der Außenscheibe in dieser Reihenfolge zu einem Schichtstapel,
(d) Laminieren des Schichtstapels zu einer Verbundscheibe,
(e) Aufbringen einer Reflexionsschicht auf zumindest einem ersten Teilbereich der innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe, wobei der erste Teilbereich zumindest teilweise überlappend mit dem zweiten Teilbereich verläuft und wobei die aufgetragene Reflexionsschicht als exponierte Schicht an der innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe liegt,
(f) Aufträgen eines hydrophoben Films mindestens auf die Reflexionsschicht,
(g) Bereitstellen und Ausrichten einer Lichtquelle (Bildanzeigevorrichtung), bevorzugt für p- polarisiertes Licht, auf die Verbundscheibe, so dass das Licht auf die Reflexionsschicht fallen kann.
Schritt e) des Verfahrens erfolgt dabei jeweils wahlweise vor, während oder nach den Schritten a) bis d). Wird allerdings mindestens ein opaker Maskierungsstreifen auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe angebracht, so wird die Reflexionsschicht erst nach dem Aufbringen dieser opaken Abdeckschicht aufgebracht. Das Aufträgen des erfindungsgemäßen hydrophoben Films erfolgt nach dem Aufbringen der Reflexionsschicht oder des aktiven
bildgebenden Elements mindestens auf dessen Oberfläche, beispielsweise durch flüssigen Auftrag, beispielsweise durch Sprühen, Tauchen, Fluten oder auch durch Aufträgen mit einem Tuch. Die Auftragung des hydrophoben Films kann auch ganzflächig auf der Innenseite der Innenscheibe erfolgen, sich also auch auf die Bereiche der Innenseitigen Oberfläche der Innenscheibe erstrecken, die nicht vom ersten Funktionsschicht-Element belegt sind. Ein besonderer Vorteil der Erfindung ergibt sich daraus, dass die hydrophobe Schicht, gegebenenfalls auch das erste Funktionsschicht-Element, erneuerbar, leicht austauschbar ausgebildet werden können oder dadurch, dass wahlweise auch Möglichkeiten für eine Nachrüstbarkeit, beispielsweise für Fahrzeugscheiben gegeben sind.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe oder Projektionsanordnung ist einfach, kostengünstig, und durch die beschriebene mögliche Erneuerbarkeit oder Nachrüstbarkeit auch besonders nachhaltig und kann darüber hinaus problemlos in bestehende, industrielle Serienfertigungen integriert werden.
Die Laminierung des Schichtstapels erfolgt unter Einwirkung von Hitze, Vakuum und/oder Druck, wobei die einzelnen Schichten durch mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht miteinander verbunden (laminiert) werden. Es können an sich bekannte Verfahren zur Herstellung einer Verbundscheibe verwendet werden. Es können beispielsweise sogenannte Autoklav-Verfahren bei einem erhöhten Druck von etwa 10 bar bis 15 bar und Temperaturen von 130 °C bis 145 °C über etwa 2 Stunden durchgeführt werden. An sich bekannte Vakuumsackoder Vakuumringverfahren arbeiten beispielsweise bei etwa 200 mbar und 130 °C bis 145 °C. Die Außenscheibe, die Innenscheibe und die thermoplastische Zwischenschicht können auch in einem Kalander zwischen mindestens einem Walzenpaar zu einer Verbundscheibe verpresst werden. Anlagen dieser Art sind zur Herstellung von Verbundscheiben bekannt und verfügen normalerweise über mindestens einen Heiztunnel vor einem Presswerk. Die Temperatur während des Pressvorgangs beträgt beispielsweise von 40 °C bis 150 °C. Kombinationen von Kalander- und Autoklavverfahren haben sich in der Praxis besonders bewährt. Alternativ können Vakuumlaminatoren eingesetzt werden. Diese bestehen aus einer oder mehreren beheizbaren und evakuierbaren Kammern, in denen die Außenscheibe und die Innenscheibe innerhalb von beispielsweise etwa 60 Minuten bei verminderten Drücken von 0,01 mbar bis 800 mbar und Temperaturen von 80°C bis 170°C laminiert werden können.
Weiterhin erstreckt sich die Erfindung auf die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe oder Projektionsanordnung in Fortbewegungsmitteln für den Verkehr auf dem Lande, in der Luft oder zu Wasser, insbesondere in Kraftfahrzeugen, wobei die Verbundscheibe
beispielsweise als Windschutzscheibe, Heckscheibe, Seitenscheiben und/oder Glasdach, bevorzugt als Windschutzscheibe verwendet werden kann. Bevorzugt ist die Verwendung der Verbundscheibe als Fahrzeug-Windschutzscheibe. Alternativ kann die Verglasung eine Architekturverglasung, beispielsweise in einer Außenfassade eines Gebäudes oder eine Trennscheibe im Innern eines Gebäudes, oder ein Einbauteil in Möbeln oder Geräten sein.
Die verschiedenen Ausgestaltungen der Erfindung können einzeln oder in beliebigen Kombinationen realisiert sein. Insbesondere sind die vorstehend genannten und nachstehend zu erläuternden Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar, es sei denn sie sind explizit nur als Alternativen zueinander möglich und beschrieben, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Bezug auf die beigefügten Figuren genommen wird. Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstabsgetreuer Darstellung:
Figur 1 eine Querschnittansicht eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung,
Figur 2 eine Draufsicht auf eine Verbundscheibe von Fig. 1 ,
Figuren 3-6 vergrößerte Querschnittansichten verschiedener Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Schichtabfolgen der Verbundscheibe 1 im Bereich des Funktionsschichtelements, und
Figur ? vergrößerte Querschnittansicht einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schichtabfolge der Verbundscheibe 1 im Bereich Z.
Figur 1 zeigt eine Querschnittansicht auf ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung 100 in einem Fahrzeug in einer stark vereinfachten, schematischen Darstellung. Eine Draufsicht der Verbundscheibe 1 der Projektionsanordnung 100 ist in Figur 2 gezeigt. Die Querschnittansicht von Figur 1 entspricht der Schnittlinie A-A der Verbundscheibe 1 , wie in Figur 2 angedeutet ist.
Die Verbundscheibe 1 ist in Form einer Verbundscheibe ausgebildet (siehe auch Figuren 3 bis 4) und umfasst eine Außenscheibe 2 und eine Innenscheibe 3 mit einer thermoplastischen Zwischenschicht 4, welche zwischen den Scheiben 2,3 angeordnet ist. Die Verbundscheibe 1 ist beispielsweise in ein Fahrzeug eingebaut und trennt einen Fahrzeuginnenraum 12 von einer äußeren Umgebung 13 ab. Beispielsweise ist die Verbundscheibe 1 die Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs.
Die Außenscheibe 2 und die Innenscheibe 3 bestehen jeweils aus Glas, vorzugsweise thermisch vorgespanntem Kalk-Natron-Glas und sind für sichtbares Licht transparent. Die thermoplastische Zwischenschicht 4 besteht aus einem thermoplastischen Kunststoff, vorzugsweise Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA) und/oder Polyethylenterephthalat (PET).
Die Außenseite I der Außenscheibe 2 ist von der thermoplastischen Zwischenschicht 4 abgewandt und ist gleichzeitig die Außenfläche der Verbundscheibe 1. Die Innenseite II der Außenscheibe 2 sowie die Außenseite III der Innenscheibe 3 sind jeweils der Zwischenschicht 4 zugewandt. Die Innenseite IV der Innenscheibe 3 ist von der thermoplastischen Zwischenschicht 4 abgewandt und ist gleichzeitig die Innenseite der Verbundscheibe 1. Es versteht sich, dass die Verbundscheibe 1 jede beliebige geeignete geometrische Form und/oder Krümmung aufweisen kann. Als Verbundscheibe 1 beispielsweise für ein Fahrzeug weist sie typischerweise eine konvexe Wölbung auf.
In einem Randbereich 11 der Verbundscheibe 1 befindet sich auf der Innenseite II der Außenscheibe 2 ein rahmenförmig umlaufender erster Maskierungsstreifen 5. Der erste Maskierungsstreifen 5 ist opak und verhindert von außen die Sicht auf innenseitig der Verbundscheibe 1 angeordnete Strukturen, beispielsweise eine Kleberaupe zum Einkleben der Verbundscheibe 1 in eine Fahrzeugkarosserie. Der erste Maskierungsstreifen 5 ist vorzugsweise schwarz. Der erste Maskierungsstreifen 5 besteht beispielsweise aus einem herkömmlicherweise für Maskierungsstreifen verwendetem, elektrisch nichtleitendem Material, beispielsweise einer schwarz eingefärbten Siebdruckfarbe, die eingebrannt ist.
Weiterhin kann die Verbundscheibe 1 im Randbereich 11 auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 einen zweiten Maskierungsstreifen 5' aufweisen (hier nicht gezeigt, siehe Figuren 6 und 7). Der zweite Maskierungsstreifen 5' ist vorzugsweise rahmenförmig umlaufend ausgebildet. Wie der erste Maskierungsstreifen 5 besteht der zweite Maskierungsstreifen 5' aus einem
herkömmlicherweise für Maskierungsstreifen verwendeten, elektrisch nichtleitendem Material, beispielsweise einer schwarz eingefärbten Siebdruckfarbe, die eingebrannt ist.
Räumlich vor dem ersten Maskierungsstreifen 5 befindet sich auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 eine Reflexionsschicht 9 als Funktionsschicht-Element, welche beispielsweise mittels des PVD-Verfahrens aufgedampft ist. Die Reflexionsschicht 9 ist beispielsweise eine Metallbeschichtung, welche mindestens einen Dünnschichtstapel enthält mit mindestens einer Silberschicht und einer dielektrischen Schicht. Die Reflexionsschicht 9 ist in dieser gezeigten Ausgestaltung in unmittelbarem Kontakt mit der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe 3. Alternativ kann die Reflexionsschicht 9 auch als reflektierende Folie, ausgebildet und optional mittels eines Klebefilms (hier nicht gezeigt, siehe Figur 3) befestigt angeordnet sein. Die reflektierende Folie kann eine reflektierende Metallbeschichtung aufweisen. Die Reflexionsschicht 9 ist in Durchsicht durch die Verbundscheibe 1 räumlich vor einem opaken Hintergrund, hier dem Maskierungsstreifen 5 angeordnet, wobei der Maskierungsstreifen 5 die Reflexionsschicht 9 vollständig überdeckt, d.h. die Reflexionsschicht 9 weist keinen Abschnitt auf, der nicht in Überlappung zum Maskierungsstreifen 5 ist. Die Reflexionsschicht 9 ist hier beispielsweise nur im unteren (motorseitigen) Abschnitt 1 T des Randbereichs 11 der Verbundscheibe 1 angeordnet. Möglich wäre aber auch, die Reflexionsschicht 9 im oberen (dachseitigen) Abschnitt 11" oder in einem seitlichen Abschnitt des Randbereichs 11 anzuordnen. Des Weiteren könnten mehrere Reflexionsschichten 9 vorgesehen sein, die beispielweise im unteren (motorseitigen) Abschnitt 1 T und im oberen (dachseitigen) Abschnitt 11" des Randbereichs 11 angeordnet sind. Beispielsweise könnten die Reflexionsschichten 9 so angeordnet sein, dass ein (zumindest teilweise) umlaufendes Bild erzeugt werden kann. Es ist erfindungsgemäß aber auch möglich (hier nicht gezeigt) sowohl einen opaken Hintergrund (Maskierung) und eine Reflexionsschicht 9 in jedem geeigneten Bereich der Verbundscheibe vorzusehen. Eine randseitige Anordnung ist natürlich in einer Verwendung und Ausgestaltung der Verbundscheibe 1 als Windschutzscheibe vorteilhaft und zweckmäßig, um die geforderten Auflagen für das Sichtfeld des Fahrers zu erfüllen.
Erfindungsgemäß ist auf der dem Fahrzeuginnenraum 12 zugewandten Oberfläche der Reflexionsschicht 9 ein hydrophober Film 7 angeordnet. Der hydrophobe Film 7 bildet somit erfindungsgemäß, mindestens im Bereich der Reflexionsschicht die zum Innenraum 12 gerichtete äußere und zur umgebenden Atmosphäre exponierte Oberfläche der Verbundscheibe 1. Die mit dem hydrophoben Film 7 bedeckte Fläche, insbesondere das Funktionsschicht-Element 9, wird hierdurch vorteilhaft vor äußeren Einflüssen, insbesondere gegen Ablagerungen beispielsweise
von Flüssigkeiten, Salzen, Fetten und Schmutz geschützt und ist besonders leicht zu reinigen. Der erfindungsgemäße hydrophobe Film 7 ist vorteilhafterweise widerstandsfähig. Zusätzlich kann der hydrophobe Film 7 bei Bedarf auch einfach, beispielsweise durch einen flüssigen Auftrag mit einem Tuch, erneuert werden. In einer hier nicht dargestellten Ausführungsform wird auch die weitere, nicht durch die Reflexionsschicht 9 belegte, dem Innenraum 12 zugewandte Oberfläche IV der Verbundscheibe 1 mit dem hydrophoben Film 7 versehen und so zum Innenraum 12 hin versiegelt. Dies hat den Vorteil, dass die damit verbundenen wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften des hydrophoben Films ebenfalls ganzflächig bereitgestellt werden können. Zudem ist auch die Herstellung einer solchen ganzflächigen Versiegelung zum Innenraum 12 hin einfach, effizient und kostengünstig zu bewerkstelligen.
Der erste Maskierungsstreifen 5 kann im unteren (motorseitigen) Abschnitt 1 T des Randbereichs 11 auch verbreitert ausgestaltet sein, d.h. der erste Maskierungsstreifen 5 weist im unteren (motorseitigen) Abschnitt 1 T des Randbereichs 11 eine größere Breite als im oberen (dachseitigen) Abschnitt 11" des Randbereichs 11 (wie auch in den in Figur 1 nicht erkennbaren seitlichen Abschnitten des Randbereichs 11) der Verbundscheibe 1 auf. Als "Breite" wird die Abmessung des ersten Maskierungsstreifens 5 senkrecht zu dessen Erstreckung verstanden.
Die Projektionsanordnung 100 weist weiterhin eine beispielsweise im Armaturenbrett (nicht gezeigt) angeordnete Bildanzeigevorrichtung 8 als Bildgeber auf. Die Bildanzeigevorrichtung 8 dient zur Erzeugung von Licht, insbesondere p-polarisiertem Licht 10 (Bildinformationen), das auf die Reflexionsschicht 9 gerichtet wird und durch die Reflexionsschicht 9 als reflektiertes Licht 10' in den Fahrzeuginnenraum 12 reflektiert wird, wo es von einem Betrachter, z.B. Fahrer, gesehen werden kann. Die Reflexionsschicht 9 ist zur Reflexion des Lichts, bevorzugt des p-polarisiertem Lichts 10 der Bildanzeigevorrichtung 8, d.h. eines Bilds der Bildanzeigevorrichtung 8, geeignet ausgebildet. Das Licht 10 der Bildanzeigevorrichtung 8 trifft bevorzugt mit einem Einfallswinkel von 50° bis 80°, insbesondere von 55° bis 75°, beispielsweise von 60° bis 70° auf die Verbundscheibe 1 , typischerweise etwa 65°, wie es bei HUD-Projektionsanordnungen üblich ist. Möglich wäre beispielsweise auch, die Bildanzeigevorrichtung 8 in der A-Säule eines Kraftfahrzeugs oder am Dach (jeweils fahrzeuginnenraumseitig) anzuordnen, falls die Reflexionsschicht 9 hierzu in geeigneter Weise positioniert ist. Wenn mehrere Reflexionsschichten 9 vorgesehen sind, kann jeder Reflexionsschicht 9 eine separate Bildanzeigevorrichtung 8 zugeordnet sein, d.h. es können mehrere Bildanzeigevorrichtungen 8 angeordnet sein. Die Bildanzeigevorrichtung 8 ist beispielsweise ein Display, wie ein LCD- Display, OLED-Display, EL-Display oder pLED-Display. Möglich wäre beispielsweise auch, dass
es sich bei der Verbundscheibe 1 um eine Dachscheibe, Seiten- oder Heckscheibe eines Fahrzeugs handelt.
In der Draufsicht von Figur 2 ist die Reflexionsschicht 9 in Erstreckung entlang des unteren Abschnitts des Randbereichs 11 ' der Verbundscheibe 1 dargestellt.
Es wird nun Bezug auf die Figuren 3 bis 7 genommen, worin vergrößerte Querschnittansichten verschiedener Ausgestaltungen der Verbundscheibe 1 gezeigt sind. Die Querschnittansichten der Figuren 3 bis 5 entsprechen der Schnittlinie A-A (Fig.2) im Bereich der Reflexionsschicht 9. Die Querschnittansicht der Figur 6 entspricht der Schnittlinie B-B' (Fig.2). Die in der Figur 7 gezeigte Ansicht der Schnittlinie A-A im unteren Ausschnitt Z des Randbereichs 11 ' der Verbundscheibe 1 , wie in Figur 2 angedeutet ist.
Figur 3 zeigt eine Ausführungsform in der ein Maskierungsstreifen 5 auf der Innenseite II der Außenscheibe 2, beispielsweise als Schwarzdruck aufgebracht ist und als opaker Hintergrund räumlich vor der Reflexionsschicht 9 (erstes Funktionsschicht-Element) liegt. Über die thermoplastische Zwischenschicht 4, die vorzugsweise eine PVB-Folie ist, ist die Außenscheibe 2 mit der Innenscheibe 3 verbunden. Die Reflexionsschicht 9 ist in dieser Ausgestaltung über eine Klebeschicht 6 mit der Innenseite IV der Innenscheibe 3 verbunden. Alternativ kann die Reflexionsschicht auch ohne die Klebeschicht in direktem Kontakt zur Innenseite IV der Innenscheibe ausgestaltet sein. Beispielsweise kann die Reflexionsschicht als Beschichtung durch CVD oder PVD-Verfahren auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 erzeugt sein. Auf der dem Fahrzeuginnenraum 12 zugewandten Oberfläche der Reflexionsschicht 9 ist erfindungsgemäß ein hydrophober Film 7 angeordnet. Der hydrophobe Film 7 bildet somit erfindungsgemäß, mindestens im Bereich der Reflexionsschicht 9 die zum Innenraum 12 gerichtete äußere, exponierte Oberfläche der Verbundscheibe 1 und schützt so vorteilhaft vor äußeren Einflüssen, insbesondere gegen Ablagerungen beispielsweise von Flüssigkeiten, Salzen, Fetten und Schmutz.
Figur 4 zeigt in einer weiteren Ausführungsform den Querschnitt der erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 der sich von dem Aufbau in Fig. 3 darin unterscheidet, dass auf der Innenseite IV der Innenscheibe zusätzlich ein Maskierungstreifen 5' vorgesehen ist, auf dem die Reflexionsschicht 9 über eine optional vorhandene Klebeschicht 6 angeordnet ist. Dieser Maskierungsstreifen 5' kann wie hier gezeigt zusätzlich aber auch in einer anderen Ausgestaltung alternativ zum ersten Maskierungsstreifen 5 vorgesehen sein. Wie der erste Maskierungsstreifen 5 kann der zweite Maskierungsstreifen 5' beispielsweise aus einem herkömmlicherweise für
Maskierungsstreifen verwendeten, elektrisch nichtleitendem Material, beispielsweise einer schwarz eingefärbten Siebdruckfarbe, bestehen, die eingebrannt ist.
Figur 5 zeigt eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 im Querschnitt wobei der opake Hintergrund (Maskierungsstreifen) im Unterschied zu den Ausgestaltungen in Figur 3 oder 4 durch nicht durch einen Schwarzdruck 5 auf der Innenseite II der Außenscheibe 2 ausgebildet ist, sondern durch eine gefärbte thermoplastische Folie, beispielsweise eine gefärbte PVB-Folie als Verbundfolie 4', realisiert wird. Ein oder mehrere Schwarzdrucke 5 oder 5'können als weitere zusätzliche Schichten vorteilhaft als Maskierung für Verklebungen dienen (hier nicht gezeigt).
Figur 6 zeigt eine bevorzugte Ausgestaltung in der vorgesehen ist, dass der Maskierungsstreifen 5', als keramischer Schwarzdruck auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3, bevorzugt umlaufend im Randbereich 11 , 11 ', 11" der Verbundscheibe 1 angeordnet ist, wobei ein äußerer Scheibenrandbereich 14 frei von weiteren Beschichtungen, insbesondere frei von Reflexionsschicht 9 und hydrophobem Film 7 verbleibt. Dieser Maskierungsstreifen 5' kann zusätzlich zur Funktion als opaker Hintergrund für die Reflexionsschicht 9 auch die Auftragung von Klebeschichten und die Qualität von Verklebungen, insbesondere beim Einbau der erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 , beispielsweise in ein Fahrzeug, verbessern. Bevorzugt bleibt, wie schematisch dargestellt, ein äußerer Scheibenrandbereich 14 von beispielsweise 3-5 cm somit die zur Verklebung in eine Karosserie vorgesehenen Bereiche der Verbundscheibe 1 , frei von weiteren Beschichtungen, wie Reflexionsschicht 9 und hydrophobem Film 7, bleiben und für eine sichere und stabile Befestigung durch eine Verklebung zur Verfügung stehen.
Die Figur 7 zeigt schematisch erfindungsgemäße Kombination mit einem zweiten Funktionsschichtelement, beispielsweise einer HUD-Schicht 15. Die auf der innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe vorgesehene Reflexionsschicht 9 sowie der in diesem Bereich als opaker Hintergrund angebrachte Maskierungstreifen 5 sind in dieser Ausgestaltung bevorzugt nur lokal auf den unteren Randbereich 11 der Verbundscheibe 1 begrenzt und beeinflussen so eine im Durchsichtbereich D der Verbundscheibe 1 angebrachte HUD-Schicht 15 nicht. Dadurch, dass die Reflexionsschicht an auf der Innenraumseitigen Oberfläche IV der Verbundscheibe 1 positioniert ist, kann die HUD-Schicht 15 unabhängig von dieser an einer der internen Oberflächen der Verbundscheibe 1 angebracht werden und ist dort vor Umwelteinflüssen geschützt.
Bezugszeichenliste
1 Verbundscheibe
2 Außenscheibe
3 Innenscheibe
4 thermoplastische Zwischenschicht
4' gefärbte thermoplastische Verbundfolie
5, 5' Maskierungsstreifen
6 Klebeschicht
7 hydrophober Film
8 Bildanzeigevorrichtung
9 Reflexionsschicht (erstes Funktionsschicht-Element)
10,10' Licht (bevorzugt p-polarisiertes Licht)
11, 11', 11" Randbereich
12 (Fahrzeug-)lnnenraum
13 äußere Umgebung
14 äußerer Randbereich (Verklebungs-/Befestigungsbereich)
15 HUD-Schicht (zweites Funktionsschicht-Element)
100 Projektionsanordnung
I Außenseite der Außenscheibe 2
II Innenseite der Außenscheibe 2
III Außenseite der Innenscheibe 3
IV Innenseite der Innenscheibe 3
D Durchsichtbereich
A-A’ Schnittlinie
B-B' Schnittlinie
Z vergrößerter Bereich