Beschreibung
Verfahren und Vorrichtung zum Unterstützen eines Fahrers in einem Fahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterstützen eines Fahrers in einem Fahrzeug.
Insbesondere in urbanen Bereichen sehen sich Fahrer von Fahrzeugen herausfordernden Situationen gegenübergestellt. Hierzu zählt insbesondere die Befahrung von alten und daher meist engen Parkhäusern. Diese weisen eine repetitive Struktur auf, das heißt, die einzelnen Ebenen ähneln einander sehr stark. Um beispielsweise die Ebenen des Parkhauses zu wechseln, wird meist immer wieder dasselbe Manöver (Spindel abfahren, Rampe an selber Stelle nur auf anderer Ebene hochfahren etc.) durchfahren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterstützen eines Fahrers in einem Fahrzeug zu schaffen, mit denen insbesondere die eingangs genannten Situationen verbessert gemeistert werden können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Insbesondere wird ein Verfahren zum Unterstützen eines Fahrers in einem Fahrzeug zur Verfügung gestellt, wobei mittels erfassten Sensordaten eine gefahrene Trajektorie des Fahrzeugs aufgezeichnet wird, wobei ein repetitiver Trajektorienabschnitt in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie erkannt wird, und wobei nach Erkennen des repetitiven Trajektorienabschnitts mindestens eine Assistenzfunktion bereitgestellt wird.
Ferner wird insbesondere eine Vorrichtung zum Unterstützen eines Fahrers eines Fahrzeugs geschaffen, umfassend eine Datenverarbeitungseinrichtung, wobei die Datenverarbeitungseinrichtung dazu eingerichtet ist, erfasste Sensordaten zu empfangen, ausgehend von den erfassten Sensordaten eine gefahrene Trajektorie des Fahrzeugs aufzuzeichnen, einen repetitiven Trajektorienabschnitt in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie zu erkennen und nach Erkennen des repetitiven Trajektorienabschnitts mindestens
eine Assistenzfunktion bereitzustellen und/oder das Bereitstellen mindestens einer Assistenzfunktion zu veranlassen.
Das Verfahren und die Vorrichtung ermöglichen es, einen Fahrer bei Auftreten eines repetitiven Trajektorienabschnitts gezielt zu unterstützen. Hierdurch kann insbesondere eine Fahrzeugführung in sich wiederholenden Szenarien (Spindelfahrt im Parkhaus, Ebenenwechsel im Parkhaus, Parkplatzsuche in urbanen Szenarien, z.B. Um-den-Block-fahren usw.) unterstützt und vereinfacht werden. Dies wird erreicht, indem mittels erfasster Sensordaten eine gefahrene Trajektorie des Fahrzeugs aufgezeichnet wird. In dieser aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie wird ein repetitiver Trajektorienabschnitt erkannt. Wurde ein solcher repetitiver Trajektorienabschnitt erkannt, so wird mindestens eine Assistenzfunktion bereitgestellt und/oder das Bereitstellen veranlasst.
Ein repetitiver Trajektorienabschnitt ist hierbei insbesondere ein Abschnitt der Trajektorie des Fahrzeugs, der sich wiederholt, das heißt, insbesondere eine Menge von zeitlich und/oder örtlich geordneten Sensordaten (umfassend z.B. x- und y-Koordinaten und jeweils zugehörige Ausrichtungen des Fahrzeugs), die auf gleiche Weise bereits einmal oder mehrmals in der gefahrenen Trajektorie aufgetreten sind. Wird eine Höhenkoordinate (z.B. z-Koordinate) vernachlässigt, so wird bei einer Spindelfahrt in einem Parkhaus stets der gleiche Kreis abgefahren, das heißt, es werden (unter Vernachlässigung von Abweichungen innerhalb einer vorgegebenen Toleranz) nacheinander stets die gleichen Paare von x- und y-Koordinaten durchfahren.
Die Sensordaten werden mittels einer hierfür eingerichteten Sensorik erfasst. Die Sensorik kann beispielsweise einen oder mehrere der folgenden Sensoren umfassen: einen Sensor der Odometrie des Fahrzeugs, einen Umfeldsensor, wie beispielsweise eine Kamera, einen Lidarsensor, einen Radarsensor, einen Ultraschallsensor usw.
Teile der Vorrichtung, insbesondere die Datenverarbeitungseinrichtung, können einzeln oder zusammengefasst als eine Kombination von Hardware und Software ausgebildet sein, beispielsweise als Programmcode, der auf einem Mikrocontroller oder Mikroprozessor ausgeführt wird. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass Teile einzeln oder zusammengefasst als anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC) und/oder feldprogrammierbares Gatterfeld (FPGA) ausgebildet sind.
Ein Fahrzeug ist insbesondere ein Kraftfahrzeug. Grundsätzlich kann das Fahrzeug aber auch ein anderes Land-, Wasser-, Luft- oder Raumfahrzeug sein, beispielsweise eine Drohne oder eine Lufttaxi.
Es kann vorgesehen sein, dass die aufgezeichnete Trajektorie nur eine vorgegebene Zeitdauer und/oder eine vorgegebene Strecke in die Vergangenheit zurückreicht. Hierdurch kann ein Zeitraum und/oder eine Strecke, die zum Auffinden und/oder Erkennen von einem repetitiven Trajektorienabschnitt berücksichtigt werden, auf eine vorgegebene Dauer bzw. eine vorgegebene Strecke begrenzt werden.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass eine zukünftige Trajektorie ausgehend von dem erkannten repetitiven Trajektorienabschnitt geschätzt wird, wobei als Assistenzfunktion die zukünftige Trajektorie auf einer Anzeigeeinrichtung angezeigt wird. Hierdurch kann dem Fahrer angezeigt werden, dass ein repetitiver Trajektorienabschnitt erkannt wurde und dass eine geschätzte zukünftige Trajektorie bereitsteht. Im einfachsten Fall kann die geschätzte zukünftige Trajektorie dem repetitiven Trajektorienabschnitt entsprechen. Insbesondere können beispielsweise gleiche Koordinaten und eine jeweils zugehörige Ausrichtung des Fahrzeugs berücksichtigt werden. Insbesondere können hierbei x- und y-Koordinaten (wobei auf eine z- Koordinate als Höhenangabe verzichtet wird) und ein jeweils diesen zugeordneter Gierwinkel für eine Ausrichtung des Fahrzeugs an den jeweiligen aufeinanderfolgenden x- und y- Koordinaten-Paaren berücksichtigt werden.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass eine zukünftige Trajektorie ausgehend von dem erkannten repetitiven Trajektorienabschnitt geschätzt wird, wobei als Assistenzfunktion eine Aktorik des Fahrzeugs derart angesteuert wird, dass die geschätzte zukünftige Trajektorie automatisiert und/oder assistiert vom Fahrzeug ausgeführt wird. Hierdurch kann die geschätzte zukünftige Trajektorie teilautomatisiert oder automatisiert abgefahren werden, sodass der Fahrer unterstützt wird. Wird die geschätzte zukünftige Trajektorie automatisiert abgefahren, so braucht der Fahrer das Fahrzeug nicht mehr selbst zu steuern. Hierdurch kann ein Komfort gesteigert werden. Das Schätzen der zukünftigen Trajektorie wurde für einen einfachen Fall voranstehend bereits beschrieben.
In einer weiterbildenden Ausführungsform ist vorgesehen, dass die geschätzte zukünftige Trajektorie auf Kollisionsfreiheit überprüft wird und bei fehlender Kollisionsfreiheit korrigiert wird. Hierdurch kann ein zwischenzeitlich verändertes Umfeld berücksichtigt werden. Hierzu wird insbesondere ein jeweils aktuelles Umfeld des Fahrzeugs beim Abfahren der geschätzten
zukünftige Trajektorie mittels der Sensoren erfasst. Das Überprüfen und Korrigieren der geschätzten zukünftigen Trajektorie erfolgt ansonsten mittels an sich bekannter Verfahren.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein repetitiver Trajektorienabschnitt erkannt wird, wenn in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie eine Übereinstimmung einer Position und einer Ausrichtung des Fahrzeugs mit einer vorherigen Position und einer vorherigen Ausrichtung des Fahrzeugs in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie festgestellt wird. Dies ist eine besonders einfach zu realisierende Ausführungsform, die nur wenige Sensordaten benötigt. Beispielsweise können hierzu Sensordaten einer Odometrie des Fahrzeugs ausgewertet werden. Insbesondere werden hierbei x- und y-Koordinaten und ein Gierwinkel für die Ausrichtung des Fahrzeugs berücksichtigt. Tritt nach einem Auftreten einer Kombination aus x- und y-Koordinaten und Gierwinkel diese Kombination erneut in den Sensordaten auf, so wird daraus geschlossen, dass das Fahrzeug einen repetitiven Trajektorienabschnitt abgefahren hat, da eine Startpose (d.h. eine Startposition und Startausrichtung) und eine Endpose für diesen Trajektorienabschnitt gleich sind. Die dazwischen liegenden aufeinanderfolgenden Kombinationen aus x- und y-Koordinaten und jeweils zugehörigem Gierwinkel werden dann zu einem (repetitiven) Trajektorienabschnitt zusammengefasst bzw. als solcher erkannt. Grundsätzlich können hierbei natürlich auch eine z-Koordinate und ein Nick- und/oder Rollwinkel berücksichtigt werden.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Erkennen des repetitiven Trajektorienabschnitts einen Musterabgleich mit Abschnitten auf der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie umfasst. Hierdurch können komplexere Muster in Abschnitten auf der gefahrenen Trajektorie zum Erkennen von repetitiven Trajektorienabschnitten verwendet werden. Es kann hierbei vorgesehen sein, dass Muster für den Musterabgleich hinterlegt sind, beispielsweise in einem Speicher der Datenverarbeitungseinrichtung. Derartige Muster können beispielsweise Mustern für bestimmte Szenarien (Spindelfahrt in Parkhäusern, Ebenenwechsel in Parkhäusern etc.) entsprechen, die bereits werksseitig in dem Fahrzeug hinterlegt werden oder auf sonstige Weise bereitgestellt werden. Die Muster werden insbesondere anhand der für mehrere Zeitpunkte oder innerhalb von vorgegebenen Zeitfenstern betrachteten Koordinaten und jeweils zugehörigen Ausrichtungen erkannt.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Erkennen eines repetitiven Trajektorienabschnitts zumindest eine abschnittsweise geometrische Analyse der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie umfasst. Beispiele für geometrische Muster, die
erkannt werden können, sind Kreise (z.B. für eine Spindelfahrt), Rechtecke oder rechteckartige Formen (für einen Ebenenwechsel im Parkhaus oder ein Um-den-Block-fahren).
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Erkennen eines repetitiven Trajektorienabschnitts ein Erkennen mittels eines trainierten Maschinenlernverfahrens umfasst. Hierdurch können insbesondere auch komplexere Muster in der gefahrenen Trajektorie erkannt werden. Das trainierte Maschinenlernverfahren ist beispielsweise ein trainiertes Neuronales Netz. Das trainierte Maschinenlernverfahren, insbesondere das trainierte Neuronale Netz, ist bzw. wird insbesondere auf das Erkennen bestimmter vorgegebener repetitiver Trajektorienabschnitte trainiert. Die Trainingsdaten umfassen beispielsweise Zeitreihen von Koordinaten und zugehörigen Ausrichtungen der repetitiven Trajektorienabschnitte und eine entsprechende Grundwahrheit zur eindeutigen Identifikation des repetitiven Trajektorienabschnitts. Während einer Anwendungs- bzw. Inferenzphase kann das trainierte Maschinenlernverfahren, insbesondere das trainierte Neuronale Netz, dann anhand von Zeitreihen der erfassten Sensordaten (insbesondere für Koordinaten und eine jeweils zugehörige Ausrichtung des Fahrzeugs) das Vorliegen eines der beim Trainieren vorgegebenen repetitiven Trajektorienabschnitte schätzen.
Weitere Merkmale zur Ausgestaltung der Vorrichtung ergeben sich aus der Beschreibung von Ausgestaltungen des Verfahrens. Die Vorteile der Vorrichtung sind hierbei jeweils die gleichen wie bei den Ausgestaltungen des Verfahrens.
Es wird ferner auch ein Fahrzeug geschaffen, umfassend mindestens eine Vorrichtung nach einer der beschriebenen Ausführungsformen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Vorrichtung zum Unterstützen eines Fahrers eines Fahrzeugs;
Fig. 2a, 2b schematische Darstellungen eines Szenarios „Ebenenwechsel in einem Parkhaus“ zur Verdeutlichung von Ausführungsformen des Verfahrens und der Vorrichtung.
Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Vorrichtung 1 zum Unterstützen eines Fahrers eines Fahrzeugs 50. Die Vorrichtung 1 umfasst eine Datenverarbeitungseinrichtung 2. Die Datenverarbeitungseinrichtung 2 umfasst eine Recheneinrichtung 3 und einen Speicher 4. Die Vorrichtung 1 ist insbesondere in einem Fahrzeug 50, insbesondere einem Kraftfahrzeug, angeordnet. Die Vorrichtung 1 führt das in dieser Offenbarung beschriebene Verfahren aus. Hierzu ist insbesondere vorgesehen, dass entsprechender Programmcode zum Ausführen von Maßnahmen des Verfahrens von der Recheneinrichtung 2 ausgeführt wird.
Die Datenverarbeitungseinrichtung 2 ist dazu eingerichtet, erfasste Sensordaten 10 zu empfangen und ausgehend von den erfassten Sensordaten 10 eine gefahrene Trajektorie 20 des Fahrzeugs 50 aufzuzeichnen. Die aufgezeichnete gefahrene Trajektorie 20 wird in dem Speicher 4 hinterlegt. Die Sensordaten 10 werden insbesondere mittels einer Sensorik 51 des Fahrzeugs 50 erfasst. Die Sensorik 51 kann beispielsweise einen oder mehrere der folgenden Sensoren umfassen: einen Sensor einer Odometrie des Fahrzeugs 50, einen Umfeldsensor, wie beispielsweise eine Kamera, einen Lidarsensor, einen Radarsensor, einen Ultraschallsensor usw.
Die Datenverarbeitungseinrichtung 2 erkennt einen repetitiven Trajektorienabschnitt 21 in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie 20. Nach dem Erkennen des repetitiven Trajektorienabschnitts 21 stellt die Datenverarbeitungseinrichtung 2 mindestens eine Assistenzfunktion 30 bereit und/oder veranlasst das Bereitstellen mindestens einer Assistenzfunktion 30, beispielsweise indem Steuersignale 31 und/oder Steuerbefehle 32 erzeugt und ausgegeben werden.
Es kann vorgesehen sein, dass eine zukünftige Trajektorie 22 ausgehend von dem erkannten repetitiven Trajektorienabschnitt 21 geschätzt wird, wobei als Assistenzfunktion 30 die zukünftige Trajektorie 22 auf einer Anzeigeeinrichtung 52 angezeigt wird. Im einfachsten Fall entspricht die zukünftige Trajektorie 22 dem erkannten repetitiven Trajektorienabschnitt 21.
Es kann vorgesehen sein, dass eine zukünftige Trajektorie 22 ausgehend von dem erkannten repetitiven Trajektorienabschnitt 21 geschätzt wird, wobei als Assistenzfunktion 30 eine Aktorik 53 des Fahrzeugs 50, insbesondere für eine Längssteuerung und eine Quersteuerung, derart angesteuert wird, dass die geschätzte zukünftige Trajektorie 22 automatisiert und/oder assistiert vom Fahrzeug 50 ausgeführt wird. Hierzu wird die geschätzte zukünftige
Trajektorie 22 der Aktorik 53 zugeführt. Es kann vorgesehen sein, dass die Aktorik 53 oder eine
Steuerung der Aktorik 53 einen Trajektorienplaner umfasst, der eine konkrete Ausführung der geschätzten zukünftigen Trajektorie 22 plant. Das Schätzen erfolgt insbesondere mittels der Datenverarbeitungseinrichtung 2.
Weiterbildend kann vorgesehen sein, dass die geschätzte zukünftige Trajektorie 22 auf Kollisionsfreiheit überprüft wird und bei fehlender Kollisionsfreiheit korrigiert wird. Beispielsweise können beim Abfahren der geschätzten zukünftigen Trajektorie 22 aktuell erfasste Sensordaten 10 auf Hindernisse im Umfeld des Fahrzeugs 50 untersucht werden, wobei die Trajektorie 22 bei Erkennen eines Hindernisses korrigiert wird. Das Überprüfen und Korrigieren erfolgt insbesondere mittels der Datenverarbeitungseinrichtung 2, kann grundsätzlich aber auch von einer Fahrzeugsteuerung und/oder einem Trajektorienplaner des Fahrzeugs 50 durchgeführt werden.
Es kann vorgesehen sein, dass ein repetitiver Trajektorienabschnitt 21 erkannt wird, wenn in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie 20 eine Übereinstimmung einer Position und einer Ausrichtung des Fahrzeugs 50 mit einer vorherigen Position und einer vorherigen Ausrichtung des Fahrzeugs 50 in der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie 20 festgestellt wird.
Dies ist schematisch in den Figuren 2a und 2b verdeutlicht. In der Fig. 2a ist ein Ebenenwechsel in einem Parkhaus 60 gezeigt, bei dem das Fahrzeug (kein Bezugszeichen) auf eine höhere Ebene oder Halbebene wechselt. Hierbei ist die Trajektorie 20 des Fahrzeugs im Wesentlichen rechteckig. Die Fig. 2b veranschaulicht hierbei (in schematisch vereinfachter Form) eine solche (rechteckige) Trajektorie 20 in x- und y-Koordinaten. Eine Fahrzeugposition und eine Ausrichtung (verdeutlicht durch den Pfeil) sind für zwei Zeitpunkte t1, t2 schematisch eingezeichnet. Die Positionen und die Ausrichtungen des Fahrzeugs 50 sind bei beiden Zeitpunkten t1 , t2 gleich. Der dazwischenliegende Trajektorienabschnitt 21 wird dann anhand der erneut auftretenden Kombination(en) aus x- und y-Koordinaten und zugehörigen Ausrichtungen als repetitiver Trajektorienabschnitt 21 erkannt, da die Positionen und Ausrichtungen im Bereich des gestrichelt dargestellten Abschnitts der Trajektorie 20 bereits das zweite Mal abgefahren werden.
Es kann vorgesehen sein, dass das Erkennen des repetitiven Trajektorienabschnitts 21 einen Musterabgleich mit Abschnitten auf der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie 20 umfasst. Hierzu wird die aufgezeichnete gefahrene Trajektorie 20 beispielsweise abschnittsweise mit bekannten Mustern (z.B. für eine Spindelfahrt oder einen Ebenenwechsel in einem Parkhaus) verglichen. Der Musterabgleich wird mittels der Datenverarbeitungseinrichtung 2 durchgeführt.
Bekannte Muster sind beispielsweise als Mustertrajektorien (umfassend Abfolgen von Koordinaten und zugehörige Ausrichtungen) in dem Speicher 4 hinterlegt und werden für einen Abgleich bzw. zum Vergleichen aus diesem abgerufen.
Es kann vorgesehen sein, dass das Erkennen eines repetitiven Trajektorienabschnitts 21 zumindest eine abschnittsweise geometrische Analyse der aufgezeichneten gefahrenen Trajektorie 20 umfasst. Beispielsweise kann die aufgezeichnete gefahrene Trajektorie 20 mit Kreisen (für Spindelfahrten) und/oder Rechtecken (für einen Ebenenwechsel) oder sonstigen, auch komplexeren, geometrischen Strukturen (z.B. Halbkreise mit dazwischen liegenden Geraden oder Rechtecken usw. für komplexer aufgebaute Parkhäuser) verglichen werden. In dem in den Figuren 2a und 2b gezeigten Beispielen würde ein Vergleich mit einem Rechteck bestimmter Größe zu einer Übereinstimmung führen, sodass ein repetitiver Trajektorienabschnitt 21 erkannt würde.
Es kann vorgesehen sein, dass das Erkennen eines repetitiven Trajektorienabschnitts 21 ein Erkennen mittels eines trainierten Maschinenlernverfahrens 5 (Fig. 1) umfasst. Das trainierte Maschinenlernverfahren 5, insbesondere ein trainiertes Neuronales Netz, wird mittels der Recheneinrichtung 5 bereitgestellt, wobei zugehörige Strukturangaben und Parameter des trainierten Maschinenlernverfahrens 5 in dem Speicher 4 abgelegt sein können. In dem in der Fig. 2b gezeigten Beispiel würde das trainierte Maschinenlernverfahren 5 dann den repetitiven Trajektorienabschnitt 21 in der Trajektorie 20 erkennen und als Ausgabe beispielsweise einen großen Wahrscheinlichkeitswert für den gezeigten repetitiven Trajektorienabschnitt 21 schätzen.
Mit Hilfe des Verfahrens und der Vorrichtung 1 können ein Komfort und eine Sicherheit beim Durchfahren von sich wiederholenden Szenarien erhöht werden.
Bezugszeichenliste
Vorrichtung
Datenverarbeitungseinrichtung
Recheneinrichtung
Speicher trainiertes Maschinenlernverfahren erfasste Sensordaten gefahrene Trajektorie repetitiver T rajektorienabschnitt zukünftige Trajektorie
Assistenzfunktion
Steuersignal
Steuerbefehl
Fahrzeug
Sensorik
Anzeigeeinrichtung
Aktorik
Parkhaus
Zeitpunkt
Zeitpunkt