VERFAHREN ZUM HERSTELLEN EINES MEDIZINPRODUKTS UND ENTSPRECHENDES MEDIZINPRODUKT
ANWENDUNGSGEBIET UND STAND DER TECHNIK
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Medizinprodukts sowie ein Medizinprodukt.
Der Einsatz von Hüftgelenk- und Kniegelenk-Total-Endoprothesen zählt zu den erfolgreichsten chirurgischen Versorgungsmöglichkeiten. Gleichwohl sind jedes Jahr zahlreiche Revisions- Operationen erforderlich.
Eine Möglichkeit zur Erhöhung der Lebensdauer eines Hüft- oder Kniegelenkimplantats und mithin zur Reduzierung der Anzahl von Revisions-Operationen besteht in der Zurverfügungstellung von patientenindividuellen, d.h. personalisierten, Implantaten, die mittels additiver Fertigung hergestellt sind. Nachteilig bei solchermaßen gestalteten Implantaten ist jedoch die lange Zeitspanne zwischen der Entscheidung eines Chirurgen, ein solches Implantat zu verwenden, und dessen klinischer Verfügbarkeit. Um diese Zeitspanne zu verkürzen, wird in aktuellen Versorgungsansätzen bereits mit 3D-Druckern im Klinikumfeld gearbeitet. Diese Form der Implantatversorgung ist jedoch nicht auf Implantate übertragbar, bei denen eine Nachbearbeitung, beispielsweise ein Fräsen von Schnittstellen oder Polieren von Gleitflächen, erforderlich ist, um eine unter medizinischen Gesichtspunkten geforderte Genauigkeit und/oder Oberflächenqualität zu erzielen. Dies gilt insbesondere für Hüft- oder Kniegelenkimplantate, aber auch für andere Medizinprodukte, wie beispielsweise chirurgische Instrumente.
AUFGABE UND LÖSUNG
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Herstellen eines Medizinprodukts sowie ein Medizinprodukt bereitzustellen, die im Stand der Technik auftretende Nachteile, insbesondere wie oben beschrieben, teilweise oder vollständig vermeiden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß unabhängigem Anspruch 1 sowie durch ein Medizinprodukt gemäß Anspruch 15. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird hiermit durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der vorliegenden Beschreibung gemacht.
Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Medizinprodukts, insbesondere eines Implantats, vorzugsweise eines Hüftgelenk- oder Kniegelenkimplantats (Hüftgelenk- oder Kniegelenk-Endoprothese), oder eines chirurgischen Instruments.
Vorzugsweise handelt es sich bei dem Medizinprodukt um eine Endoprothese, insbesondere Total-Endoprothese, Hemi-Endoprothese oder Teil-Endoprothese. Die Endoprothese kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Hüftgelenk-Endoprothese, Kniegelenk-Endoprothese, Schultergelenk-Endoprothese, Ellenbogengelenk-Endoprothese, Sprunggelenk-Endoprothese und Fingergelenk-Endoprothese.
Alternativ kann es sich bei dem Medizinprodukt bevorzugt um ein medizinisches, insbesondere chirurgisches, Instrument handeln. Das medizinische Instrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Aufhaltinstrument (aufhaltendes Instrument), Fassinstrument (fassendes Instrument), Halte- und/oder Klemminstrument (haltendes und/oder klemmendes Instrument) und Schneid- und/oder Trenninstrument (schneidendes und/oder trennendes Instrument). Das Aufhaltinstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Wundhaken, Refraktor, Spreizer und Spekula. Das Fassinstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Pinzette, Klemme, Fasszange und Nadelhalter. Das Halte- und Klemminstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Klemme wie Klemme zum temporären Abklemmen für den Darm und/oder Blutgefäße und Präparierklemme. Das Schneid- und/oder Trenninstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Messer (Skalpell) und Schere.
Das Verfahren weist nachfolgenden Schritt auf: a) Additives oder generatives Aufbauen oder additives oder generatives Fertigen, d.h. additives oder generatives Herstellen, wenigstens eines Funktionselements auf einer Oberfläche eines Grundkörpers, wobei das wenigstens eine Funktionselement nach Durchführen von Schritt a) mit dem Grundkörper, insbesondere mittelbar oder unmittelbar, verbunden ist.
Vorzugsweise ist das wenigstens eine Funktionselement nach Durchführen von Schritt a), insbesondere mittelbar oder unmittelbar, mit dem Grundkörper Stoff- oder materialschlüssig verbunden.
llnter dem Ausdruck „Funktionselement“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Teil oder Teilabschnitt eines Ganzen verstanden werden, wobei dem Teil oder Teilabschnitt eine Funktion zugeordnet ist.
Unter dem Ausdruck „wenigstens ein Funktionselement“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Funktionselement, d.h. nur ein Funktionselement, oder eine Vielzahl von Funktionselementen, d.h. zwei oder mehr Funktionselemente, verstanden werden.
Unter dem Ausdruck „Grundkörper“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Einzelteil oder eine Einzelkomponente, insbesondere ein vorgefertigtes Einzelteil (sogenanntes Fertigteil) oder eine vorgefertigte Komponente (sogenannte Fertigkomponente), verstanden werden, dem bzw. der in der Regel (ebenfalls) eine Funktion zugeordnet ist.
Unter dem Ausdruck „Bauteil“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Einzel- oder Fertigteil, insbesondere ein nicht zerstörungsfrei zerlegbares Einzel- oder Fertigteil, verstanden werden.
Unter dem Ausdruck „Baugruppe“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung eine aus zwei oder mehr Teilen oder Einzelteilen bestehende oder zusammengesetzte und insbesondere durch einen Montageprozess hergestellte Anordnung oder ein entsprechender Komplex verstanden werden.
Unter dem Ausdruck „Endoprothese“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein künstliches Gelenk, d.h. ein Gelenkersatz, verstanden werden.
Unter dem Ausdruck „Total-Endoprothese“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein künstlicher Gelenkersatz verstanden werden, der zum Ersatz eines vollständigen natürlichen Gelenks, d.h. eines natürlichen Gelenkkopfes und einer natürlichen Gelenkpfanne, gestaltet ist.
Unter dem Ausdruck „Hemi-Endoprothese“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein künstlicher Gelenkersatz verstanden werden, der nur zum Ersatz einer Hälfte eines natürlichen Gelenks, beispielsweise nur eines natürlichen Gelenkkopfes oder nur einer natürlichen Gelenkpfanne, gestaltet ist.
Unter dem Ausdruck „Teil-Endoprothese“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein künstlicher Gelenkersatz verstanden werden, der nur zum Ersatz eines Teils eines natürlichen Gelenks gestaltet ist.
Durch die Erfindung können die Vorteile einer klassischen, d.h. nicht additiven oder nicht generativen Fertigung, wie beispielsweise eine hohe Genauigkeit und Oberflächengüte, mit den Vorteilen einer additiven oder generativen Fertigung, wie beispielsweise eine patientenindividuelle bzw. personalisierte Anpassung oder Ausrichtung des Medizinprodukts, eine Bereitstellung des Medizinprodukts „vor Ort“ sowie eine Echtzeit-Produktion („manufacturing on demand“) und mithin bedarfsgesteuerte Produktion, realisiert werden. Durch die Erfindung wird vorzugsweise ein sogenanntes Monoblock-Medizinprodukt, d.h. ein einteilig ausgebildetes Medizinprodukt, bereitgestellt.
In Ausgestaltung der Erfindung wird der Grundkörper mittels eines nicht-additiven oder nichtgenerativen Fertigungsverfahrens, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Urformverfahren, Umformverfahren, Trennverfahren, Fügeverfahren, Beschichtungsverfahren und Stoffeigenschaftsänderungsverfahren und Kombinationen von wenigstens zwei der vorgenannten Fertigungsverfahren, hergestellt. Mit anderen Worten wird der Grundkörper vorzugsweise nicht durch additive oder generative Fertigungsverfahren hergestellt. Dadurch lassen sich vorteilhafterweise nur durch klassische Fertigungsverfahren in ausreichendem Maße erzielbare Eigenschaften, wie insbesondere eine hohe Genauigkeit und Oberflächenqualität, realisieren. Vorzugsweise ist der Grundkörper mittels eines Verfahrens hergestellt, das ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Gießen, Schmieden, Walzen, Fließpressen, Strangpressen, Tiefziehen, Biegen, Sägen, Hobeln, Fräsen, Bohren, Stanzen, Schneiden wie Scherschneiden und/oder Brennschneiden, Funkenerodieren, Schweißen, Löten, Nieten, Schrauben, Zusammensetzen, Kleben, Lackieren, Galvanisieren, Pulverbeschichten, Feuerverzinken, Härten, Glühen, Polieren wie Elektropolieren und Kombinationen von wenigstens zwei der vorgenannten (nicht additiven oder nicht generativen) Fertigungsverfahren. Erfindungsgemäß ist es somit insbesondere bevorzugt, wenn das wenigstens eine Funktionselement mittels eines additiven oder generativen Fertigungsverfahrens gefertigt oder hergestellt und der Grundkörper mittels eines nicht additiven oder nicht generativen Fertigungsverfahrens hergestellt ist. Insoweit kann das Medizinprodukt im Sinne der vorliegenden Erfindung als Hybrid-Medizinprodukt, insbesondere als Hybrid-Implantat, vorzugsweise Hybrid-Endoprothese, oder medizinisches, insbesondere chirurgisches, Hybrid-Instrument, bezeichnet werden.
Grundsätzlich kann zum additiven Aufbauen oder Fertigen des wenigstens einen Funktionselements das gleiche Material, insbesondere der gleiche Werkstoff, verwendet werden wie zum Herstellen des Grundkörpers. Erfindungsgemäß kann es jedoch insbesondere bevorzugt sein, wenn zum additiven Aufbauen oder Fertigen des wenigstens einen
Funktionselements ein anderes Material, insbesondere ein anderer Werkstoff, verwendet wird als zum Herstellen des Grundkörpers.
Das Material zum additiven Aufbauen oder Fertigen des wenigstens einen Funktionselements und das Material zum Herstellen des Grundkörpers können unabhängig voneinander ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Metall, Legierung, Hartmetall, Keramik, Kunststoff und Kombinationen, insbesondere Mischungen, von wenigstens zwei der vorgenannten Materialien.
Das Metall kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Titan, Cobalt, Chrom, Eisen, Magnesium, Zink, Niob, Tantal, Zirkonium und Kombinationen, insbesondere Legierungen, von wenigstens zwei der vorgenannten Metalle.
Die Legierung kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Eisenlegierung, Cobaltlegierung, Chromlegierung, Nioblegierung, Zirkoniumlegierung, cobalt- und chromhaltige Legierungen, Chrom-Cobalt-Molybdän-Legierung und Kombinationen, insbesondere Mischungen, von wenigstens zwei der vorgenannten Legierungen.
Bei der Eisenlegierung kann es sich insbesondere um Stahl, vorzugsweise Edelstahl, insbesondere korrosionsbeständigen Edelstahl, handeln.
Die Chrom-Cobalt-Molybdän-Legierung kann insbesondere einen Anteil von 62 Gew.-% bis 66 Gew.-% Cobalt, 27 Gew.-% bis 31 Gew.-% Chrom sowie 4 Gew.-% bis 5 Gew.-% Molybdän, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung, aufweisen.
Bei der Keramik kann es sich grundsätzlich um eine Nichtoxidkeramik, eine Oxidkeramik oder um eine Kombination davon handeln. Die Nichtoxidkeramik kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Chromnitrid (CrN), Chromcarbonitrid (CrCN), Chromzirkoniumnitrid (CrZrN), Zirkoninumnitrid (ZrN) und Kombinationen von wenigstens zwei der vorgenannten Nichtoxidkeramiken. Die Oxidkeramik kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Aluminiumoxid (AI2O3), Zirkoniumdioxid (ZrÜ2), Titandioxid (TiÜ2), Chrom(lll)oxid (C^Os) und Kombinationen von wenigstens zwei der vorgenannten Oxidkeramiken. Bei dem vorgenannten Aluminiumoxid handelt es sich vorzugsweise um Aluminiumoxid des Typs Korund. Bei dem vorgenannten Zirkoniumdioxid handelt es sich vorzugsweise um Zirkoniumdioxid des Typs Baddeleyit. Bei dem vorgenannten Titandioxid handelt es sich vorzugsweise um Titandioxid des Typs Rutil. Bei dem vorgenannten Chrom(lll)oxid handelt es sich vorzugsweise um Chrom(lll)oxid des Typs Korund.
llnter dem Ausdruck „Hartmetall“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Metallmatrix- Verbundwerkstoff verstanden werden, bei dem Hartstoffe, die als Partikel, insbesondere kleine Partikel, vorliegen, durch eine Matrix aus Metall oder einer Legierung zusammengehalten werden. Dadurch sind Hartmetalle etwas weniger hart als die reinen Hartstoffe, aber deutlich zäher. Andererseits sind sie härter als reine Metalle, Legierungen und gehärteter Stahl. Vorzugsweise weist das Hartmetall eine Metallmatrix aus Cobalt und/oder Nickel sowie einen Hartstoff auf. Der Hartstoff ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Wolframcarbid (WC), Titancarbid (TiC), Titannitrid (TiN), Niobcarbid, Tantalcarbid, Vanadiumcarbid und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Hartstoffe. Insbesondere kann das Hartmetall einen Nickelanteil von 8 Gew.-% bis 20 Gew.-% und einen Metallcarbidanteil, insbesondere Wolframcarbidanteil, von 80 Gew.-% bis 92 Gew.-% aufweisen, bezogen auf das Gesamtgewicht des Hartmetalls.
Bei dem Kunststoff kann es sich grundsätzlich um einen in vivo abbaubaren oder in vivo resorbierbaren Kunststoff und/oder um einen in vivo nicht abbaubaren oder in vivo nicht resorbierbaren Kunststoff handeln.
Der Kunststoff kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Polyethylen, Polypropylen, Polyethylenterephthalat, Polypropylenterephthalat, Polybutylenterephthalat, Polyamid, Polyurethan, Polyglykolsäure oder Polyglykolid, Polymilchsäure oder Polylactid, Poly- 3-hydroxybuttersäure oder Poly-3-hydroxybutyrat, Poly-4-hydroxybuttersäure oder Poly-4- hydroxybutyrat, Polytrimethylencarbonat, Poly-para-dioxanon, Poly-e-caprolacton und Mischungen, d.h. Blends, von wenigstens zwei der vorgenannten Kunststoffe.
Bei dem Polyethylen kann es sich insbesondere um Polyethylen hoher Dichte (HDPE), Polyethylen niedriger Dichte (LDPE), hochmolekulares Polyethylen (HMWPE), ultrahochmolekulares Polyethylen (UHMWPE), Copolymere von wenigstens zwei der vorgenannten Polyethylen-Typen oder Mischungen, d.h. Blends, von wenigstens zwei der vorgenannten Polyethylen-Typen handeln.
Unter dem Ausdruck „additive Fertigungsverfahren“ oder „generative Fertigungsverfahren“ sollen im Sinne der vorliegenden Erfindung Fertigungsverfahren verstanden werden, bei denen ein Material oder Werkstoff, insbesondere ein Metall, ein Hartmetall, eine Legierung, eine Keramik, ein Kunststoff oder eine Kombination von wenigstens zwei der vorgenannten Materialien oder Werkstoffe, Schicht für Schicht aufgetragen und so dreidimensionale Gegenstände erzeugt werden. Vorzugsweise erfolgt der schichtweise Aufbau computergesteuert aus einem oder mehreren flüssigen oder festen Materialien oder
Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen (CAD und/oder CAM). Beim Aufbau finden in der Regel physikalische und/oder chemische Hartungs- oder Schmelzprozesse statt. Typische Materialien oder Werkstoffe sind Metalle, Legierungen, Kunststoffe, Kunstharze und Keramiken.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird der Schritt a) mittels Auftragsschweißen, insbesondere Laserauftragsschweißen, vorzugsweise Laserpulverauftragsschweißen oder Laserdrahtauftragsschweißen, durchgeführt.
Beim Laserauftragsschweißen wird auf ein Werkstück oder Bauteil ein Oberflächenauftrag mittels Aufschmelzen und gleichzeitigem Aufbringen eines Materials durchgeführt. Das Material kann in Pulverform, beispielsweise als Metallpulver (Laserpulverauftragsschweißen), oder in Form eines Schweißdrahts oder -bands (Laserdrahtauftragsschweißen) durchgeführt werden. Als Wärmequelle dient ein Laser, insbesondere hoher Leistung. Bei dem Laser kann es sich insbesondere um einen Diodenlaser, Faserlaser, CO2-Laser oder Nd:YAG-Laser handeln. Unter dem Ausdruck „Diodenlaser“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Laser verstanden werden, dessen Licht mit Laserdioden, also mit Halbleitermaterialien, erzeugt wird. Diodenlaser können Lichtleistungen bis über 60 kW erzeugen. Unter dem Ausdruck „Faserlaser“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Festkörperlaser verstanden werden, dessen aktives Medium von einem dotierten Kern einer Glasfaser gebildet wird. Es handelt sich somit um einen Glaslaser mit Lichtwellenleiter-Eigenschaften. Die Laserstrahlung, die durch die laseraktive Faser geleitet wird, erfährt aufgrund der großen Länge eine sehr hohe Verstärkung. Ein Faserlaser weist eine oder mehrere Punkt-Laserdioden, eine Einkoppeloptik (diskret oder an den Mantel angespleißte fasergekoppelte Diodenlaser) und einen Resonator auf. Die Faser besteht typischerweise aus mehreren Schichten. Der Hauptteil ist meistens aus Quarzglas, beispielsweise 0,25 mm dick, umgeben mit einer dünnen Schicht aus Kunststoff. Der aktive Kern ist viel dünner, beispielsweise 10 pm, und besteht überwiegend aus dotiertem Quarzglas, beispielsweise mit wenigen Prozent Aluminium und wenigen Promille Seltener Erden. Faserlaser können elektrisch-optische Wirkungsgrade bis über 30 % aufweisen. Unter dem Ausdruck „Kohlendioxidlaser“ oder „CO2-Laser“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Laser verstanden werden, dessen Lasermedium ein CO2-N2-He(Helium)-Gasgemisch aufweist oder aus einem solchen Gasgemisch besteht. Die N2-Moleküle werden in einem Resonator durch eine DC- oder HF-Glimmentladung angeregt. CO2-Laser können Ausgangsleistungen von bis zu 80 kW und Pulsenergien bis 100 kJ erreichen. Ein CO2-Laser produziert einen Strahl von Infrarotlicht mit einer Wellenlänge in den Bändern von 9,4 pm und 10,6 pm. Der Wirkungsgrad liegt bei etwa 15 % bis 20 %. Unter dem Ausdruck „Nd:YAG-Laser“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Festkörperlaser (Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser)
verstanden werden, der als aktives Medium einen Neodym-dotierten YAG-Kristall verwendet und meist infrarote Strahlung mit einer Wellenlänge von 1064 nm emittiert. Weitere Übergänge existieren bei 946 nm, 1320 nm und 1444 nm.
Das Laserauftragsschweißen kann sowohl zur Erzeugung von Schichten als auch von frei geformten 2,5D-Strukturen verwendet werden. Im letzteren Fall kann es zu den 3D- Druckverfahren zugeordnet werden. Beim Laserauftragsschweißen mit Pulver erhitzt der Laser das Werkstück oder Bauteil meist defokussiert und schmilzt es lokal auf. Gleichzeitig wird ein inertes Gas gemischt mit feinem Metallpulver zugeführt. Die Versorgung des Wirkbereichs mit dem Metall-/Gasgemisch erfolgt vorzugsweise über Düsen, beispielsweise Schlepp- oder Koaxialdüsen. An der erhitzten Stelle schmilzt das Metallpulver auf und verbindet sich mit dem Material, insbesondere Metall, des Werkstücks oder Bauteils. Neben Metallpulver können auch keramische Pulverwerkstoffe, speziell Hartstoffe, verwendet werden. Das Laserauftragsschweißen mit Draht bzw. Band funktioniert analog zum Verfahren mit Pulver, jedoch mit Draht bzw. Band als Zusatzwerkstoff.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird der Schritt a) mittels Strahlsintern, insbesondere Lasersintern, vorzugsweise selektiven Lasersintern, durchgeführt. Lasersintern ist ein generatives Schichtbauverfahren, bei dem ein Werkstück oder Bauteil Schicht für Schicht aufgebaut wird. Durch die Wirkung der Laserstrahlen können so beliebige dreidimensionale Geometrien, insbesondere auch mit Hinterschneidungen, erzeugt werden. Dadurch lassen sich insbesondere Werkstücke oder Bauteile herstellen, die mithilfe konventioneller mechanischer oder gießtechnischer Fertigungsverfahren nicht hergestellt werden können. Meist kommt als Laser ein CO2-Laser, ein Nd:YAG-Laser oder ein Faserlaser zum Einsatz. Der zum Aufbau des Werkstücks oder Bauteils verwendete Werkstoff liegt vorzugsweise in Pulverform vor. Insbesondere kann ein Kunststoffpulver, kunststoffbeschichteter Formsand, ein Metall- oder Legierungspulver oder ein Keramikpulver verwendet werden. Vorzugsweise wird das Pulver mithilfe einer Rakel oder Walze auf das Werkstück oder Bauteil vollflächig, insbesondere in einer Dicke von 1 pm bis 200 pm, aufgebracht. Die Schichten werden sodann durch eine Ansteuerung des Laserstrahls entsprechend der Schichtkontur des Werkstücks oder Bauteils schrittweise auf der Oberfläche des Werkstücks oder Bauteils gesintert oder geschmolzen. Das Werkstück oder Bauteil wird danach geringfügig abgesenkt und eine neue Schicht aufgezogen. Die Bearbeitung erfolgt Schicht für Schicht in vertikaler Richtung. Dadurch ist es möglich, auch hinterschnittene Konturen zu erzeugen. Die Energie, die vom Laser zugeführt wird, wird vom vorzugsweise pulverförmigen Werkstoff absorbiert und führt zu einem lokal begrenzten Sintern von Partikeln unter Reduktion der Gesamtoberfläche.
ln weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird der Schritt a) mittels Strahlschmelzen, insbesondere Laserschmelzen, vorzugsweise selektiven Laserschmelzen, durchgeführt. Beim Laserschmelzen wird der zu verarbeitende Werkstoff in Pulverform in einer dünnen Schicht auf ein Werkstück oder Bauteil aufgebracht. Der pulverförmige Werkstoff wird mittels Laserstrahlung lokal vollständig umgeschmolzen und bildet nach der Erstarrung eine feste Materialschicht. Anschließend wird das Werkstück oder Bauteil um den Betrag einer Schichtdicke abgesenkt und erneut Pulver aufgetragen. Dieser Zyklus wird so lange wiederholt, bis alle Schichten umgeschmolzen sind. Das fertige Werkstück oder Bauteil wird vom überschüssigen Pulver gereinigt und nach Bedarf bearbeitet oder unmittelbar verwendet. Die für den Aufbau des Werkstücks oder Bauteils typischen Schichtstärken bewegen sich für alle Materialien vorzugsweise zwischen 15 pm und 500 pm. Die Daten für die Führung des Laserstrahls werden mittels einer Software aus einem 3D-CAD-Körper erzeugt. In einem ersten Berechnungsschritt wird das Werkstück oder Bauteil in einzelne Schichten unterteilt. In einem zweiten Berechnungsschritt werden für jede Schicht die Bahnen (Vektoren) erzeugt, die der Laserstrahl abfährt. Um eine Kontaminierung des Werkstoffs mit Sauerstoff zu vermeiden, kann der Prozess vorteilhafterweise unter Schutzgasatmosphäre, beispielsweise mit Argon und/oder Stickstoff, durchgeführt werden.
Alternativ kann der Schritt a) mittels anderer additiver oder generativer Fertigungsverfahren, wie beispielsweise mittels Elektronenstrahlschmelzen, insbesondere selektivem Elektronenstrahlschmelzen (Elektronenstrahlsintern), durchgeführt werden. Hierbei wird mithilfe eines Elektronenstrahls als Energiequelle ein pulverförmiger Werkstoff, vorzugsweise Metallpulver, gezielt aufgeschmolzen, wodurch insbesondere kompakte Bauteile mit nahezu beliebiger Geometrie direkt aus Konstruktionsdaten hergestellt werden können. Basierend auf einem digitalen 3D-Modell wird hierzu abwechselnd eine Lage Pulver, insbesondere Metallpulver, mit einer Rakel vollflächig auf ein Bauteil aufgebracht und mittels Elektronenstrahl zunächst großflächig vorgeheizt und anschließend lokal geschmolzen. Nach dem Erkalten erstarrt die Schmelze zu einer festen Schicht, insbesondere Metallschicht, mit annähernd 100%iger Gefügedichte. Anschließend wird das Bauteil um eine Schichtdicke abgesenkt und eine nächste Lage Pulver, insbesondere Metallpulver, auf die vorherige Schicht aufgebracht. Diese Schritte werden vielfach wiederholt. Bevorzugt wird nach dem eigentlichen Fertigungsprozess loses Pulver mit Druckluft vom Bauteil entfernt. Auf diese Weise wird das gewünschte Bauteil schichtweise generiert. Um zu verhindern, dass eine Reaktion mit umgebenden Gasen stattfindet und dadurch der pulverförmige Werkstoff seine Materialeigenschaften verändert, findet der Prozess vorzugsweise unter Unterdrück oder Vakuum statt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird das wenigstens eine Funktionselement beim Durchführen von Schritt a) anders gestaltet als der Grundkörper. Insbesondere kann der Schritt a) derart durchgeführt werden, dass das wenigstens eine Funktionselement von dem Grundkörper in Bezug auf wenigstens ein Merkmal unterscheidbar ist, wobei das wenigstens eine Merkmal vorzugsweise ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Form, Material, Härte, Flexibilität, Dimensionen, insbesondere Höhe und/oder Tiefe und/oder Länge und/oder Durchmesser, und Kombinationen von wenigstens zwei der vorgenannten Merkmale.
Vorzugsweise wird als Grundkörper ein Bauteil, ein Bauteilabschnitt oder eine Baugruppe des Medizinprodukts verwendet.
Bevorzugt wird beim Durchführen von Schritt a) als Funktionselement ein Bauteil, ein Bauteilabschnitt oder eine Baugruppe des Medizinprodukts additiv aufgebaut oder gefertigt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Grundkörper ein Bauteil, ein Bauteilabschnitt oder eine Baugruppe eines Implantats, vorzugsweise einer Endoprothese, insbesondere einer Total-Endoprothese, Hemi-Endoprothese oder Teil-Endoprothese, verwendet.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird beim Durchführen von Schritt a) als wenigstens ein Funktionselement ein Bauteil, ein Bauteilabschnitt oder eine Baugruppe eines Implantats, vorzugsweise einer Endoprothese, insbesondere einer Total-Endoprothese, Hemi- Endoprothese oder Teil-Endoprothese, additiv auf der Oberfläche des Grundkörpers aufgebaut oder gefertigt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Endoprothese ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Hüftgelenk-Endoprothese, Kniegelenk-Endoprothese, Schultergelenk- Endoprothese, Ellenbogengelenk-Endoprothese, Sprunggelenk-Endoprothese und Fingergelenk-Endoprothese. Bei der Kniegelenk-Endoprothese kann es sich insbesondere um eine uni- oder bikondyläre Kniegelenk-Endoprothese handeln.
Vorzugsweise handelt es sich bei der Endoprothese um eine Hüftgelenk-Endoprothese, insbesondere Hüftgelenk-Total-Endoprothese, Hüftgelenk-Hemi-Endoprothese oder Hüftgelenk- Teil-Endoprothese, oder eine Kniegelenk-Endoprothese, insbesondere Kniegelenk-Total- Endoprothese, Kniegelenk-Hemi-Endoprothese oder Kniegelenk-Teil-Endoprothese.
Vorzugsweise ist das Bauteil oder die Baugruppe des Implantats ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus künstliche Gelenkpfanne, künstlicher Gelenkpfanneneinsatz, künstlicher
Gelenkkopfeinsatz, künstlicher Gelenkkopf, Gelenkschaft, Zylinder oder Konus für einen Gelenkschaft und Baugruppen aus wenigstens zwei der vorgenannten Bauteilen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Bauteil oder die Baugruppe des Implantats ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus künstliche Hüftgelenkpfanne, künstlicher Hüftgelenkpfanneneinsatz, künstlicher Hüftgelenkkopfeinsatz, künstlicher Hüftgelenkkopf, Hüftgelenkschaft, Zylinder oder Konus für einen Hüftgelenkschaft und Baugruppen aus wenigstens zwei der vorgenannten Bauteilen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Bauteil oder die Baugruppe des Implantats ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Oberschenkelprothese (sogenannte Femur- Komponente), Schaft für eine Oberschenkelprothese, Unterschenkelprothese (sogenannte Tibia-Komponente), Schaft für eine Unterschenkelprothese und Baugruppen aus wenigstens zwei der vorgenannten Bauteilen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Grundkörper ein wenigstens abschnittsweise zylinder- oder konusförmiges, insbesondere ein nur abschnittsweise Zylinder- oder konusförmiges oder ein (in Längsrichtung) durchgehend zylinder- oder konusförmiges, Bauteil, insbesondere Fertigteil, verwendet und beim Durchführen von Schritt a) als wenigstens ein Funktionselement ein Schaft, insbesondere Gelenkschaft, vorzugsweise Hüftgelenkschaft, auf einer Oberfläche des wenigstens abschnittsweise zylinder- oder konusförmigen Bauteils, insbesondere Fertigteils, additiv aufgebaut oder gefertigt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Grundkörper eine Oberschenkelprothese (Femur-Komponente) oder Unterschenkelprothese (Tibia-Komponente) verwendet und beim Durchführen von Schritt a) als wenigstens ein Funktionselement ein Schaft, insbesondere ein Oberschenkel- oder Unterschenkelschaft, auf einer Oberfläche der Ober- oder Unterschenkelprothese additiv aufgebaut oder gefertigt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Grundkörper ein Bauteil, ein Bauteilabschnitt oder eine Baugruppe eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments verwendet.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird beim Durchführen von Schritt a) als wenigstens ein Funktionselement ein Bauteil, ein Bauteilabschnitt oder eine Baugruppe eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments additiv auf der Oberfläche des Grundkörpers aufgebaut oder gefertigt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das medizinische, insbesondere chirurgische, Instrument ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Aufhaltinstrument (aufhaltendes Instrument), Fassinstrument (fassendes Instrument), Halte- und/oder Klemminstrument (haltendes und/oder klemmendes Instrument) und Schneid- und/oder Trenninstrument (schneidendes und/oder trennendes Instrument). Das Aufhaltinstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Wundhaken, Refraktor, Spreizer und Spekula. Das Fassinstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Pinzette, Klemme, Fasszange und Nadelhalter. Das Halte- und Klemminstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Klemme wie Klemme zum temporären Abklemmen für den Darm und/oder Blutgefäße und Präparierklemme. Das Schneid- und/oder Trenninstrument kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Messer (Skalpell) und Schere.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Bauteil, der Bauteilabschnitt oder die Baugruppe des medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Branchen oder Branchenabschnitte (Armteile oder Armteilabschnitte), Griffe oder Griffabschnitte, Schluss oder Schlussabschnitt, Maulteile oder Maulteilabschnitte, Fassoder Greifbacken oder Fass- oder Greifbackenabschnitte, Halte- und/oder Klemmbacken oder Halte- und/oder Klemmbackenabschnitte, Schneid- und/oder Trennbacken oder Schneid- und/oder Trennbackenabschnitte und Baugruppen aus wenigstens zwei der vorgenannten Bauteilen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Grundkörper eine Baugruppe eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments verwendet, wobei die Baugruppe über ein Gelenk oder eine Verbindung, insbesondere einen Schluss, dreh- oder schwenkbeweglich, insbesondere scherenbeweglich, aneinander gelagerte Branchen oder Branchenabschnitte aufweist, wobei jede Branche oder jeder Branchenabschnitt an einem proximalen Ende einen Griffabschnitt aufweist, und beim Durchführen von Schritt a) an einem distalen Ende der Branchen oder Branchenabschnitte jeweils als wenigstens ein Funktionselement ein Funktionsabschnitt, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fass- oder Greifbacke oder Fass- oder Greifbackenabschnitt, Halte- und/oder Klemmbacke oder Halte- und/oder Klemmbackenabschnitt und Schneid- und/oder Trennbacke oder Schneid- und/oder Trennbackenabschnitt, additiv aufgebaut oder gefertigt wird.
Unter dem Ausdruck „Schluss“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Verbindung, insbesondere in Form eines Gelenks, verstanden werden, über die zwei Branchen eines
medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments dreh- oder schwenkbeweglich, insbesondere scherenbeweglich, aneinander gelagert sind.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Grundkörper eine Baugruppe eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments verwendet, wobei die Baugruppe zwei über ein Gelenk oder eine Verbindung, insbesondere einen Schluss, dreh- oder schwenkbeweglich, insbesondere scherenbeweglich, aneinander gelagerte Branchen oder Branchenabschnitte aufweist, wobei jede Branche oder jeder Branchenabschnitt an einem proximalen Ende einen Griffabschnitt und an einem distalen Ende einen Funktionsabschnitt, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fass- oder Greifbacke oder Fassoder Greifbackenabschnitt, Halte- und/oder Klemmbacke oder Halte- und/oder Klemmbackenabschnitt und Schneid- und/oder Trennbacke oder Schneid- und/oder Trennbackenabschnitt, aufweist, wobei jeder Funktionsabschnitt eine Vertiefung, insbesondere längserstreckte Vertiefung, zur Aufnahme eines Einsatzes aufweist, und beim Durchführen von Schritt a) in den Vertiefungen jeweils als wenigstens ein Funktionselement ein Einsatz, insbesondere vertiefungsformkomplementärer Einsatz, d.h. ein Einsatz, der zur Form der jeweiligen Vertiefung formkomplementär ist, additiv aufgebaut oder gefertigt wird. Bei dem Einsatz handelt es sich vorzugsweise um einen Metalleinsatz, d.h. einen Einsatz, der ein Metall aufweist oder aus einem Metall besteht, insbesondere um einen Hartmetalleinsatz, d.h. einen Einsatz, der ein Hartmetall aufweist oder aus einem Hartmetall besteht. Bezüglich in Frage kommender Metalle, insbesondere Hartmetalle, wird auf die bisherige Beschreibung Bezug genommen.
Vorzugsweise weist das Verfahren zeitlich nach dem Schritt a) ferner einen Schritt b) thermisches Nachbehandeln, insbesondere Glühen, auf. Vorzugsweise wird der Schritt b) mittels eines Laserstrahls durchgeführt. Durch den thermischen Nachbehandlungsschritt können mit besonderem Vorteil etwaige beim Durchführen von Schritt a) entstandene Verzüge oder Spannungen in dem Grundkörper und/oder dem wenigstens einen Funktionselement beseitigt oder aber wenigstens reduziert werden.
Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Medizinprodukt, insbesondere ein Implantat, vorzugsweise eine Endoprothese, insbesondere eine Hüftgelenk- oder Kniegelenk- Endoprothese, oder ein medizinisches, insbesondere chirurgisches, Instrument.
Das Medizinprodukt weist wenigstens ein mittels eines additiven oder generativen Fertigungsverfahrens hergestelltes Funktionselement und einen Grundkörper auf.
Der Grundkörper ist vorzugsweise nicht mittels eines additiven oder generativen Fertigungsverfahrens hergestellt. Mit anderen Worten ist der Grundkörper vorzugsweise mittels eines nicht-additiven oder nicht-generativen Fertigungsverfahrens hergestellt.
Das wenigstens eine Funktionselement ist mit dem Grundkörper verbunden, insbesondere mittelbar oder unmittelbar. Vorzugsweise ist das wenigstens eine Funktionselement Stoff- oder materialschlüssig mit dem Grundkörper verbunden.
Alternativ oder in Kombination ist das Medizinprodukt hergestellt oder herstellbar nach einem Verfahren gemäß erstem Erfindungsaspekt.
Bezüglich weiterer Merkmale und Vorteile des Medizinprodukts wird vollständig auf die im Rahmen des ersten Erfindungsaspekts gemachten Ausführungen Bezug genommen. Die dort in Bezug auf das Verfahren sowie das Medizinprodukt beschriebenen Merkmale und Vorteile gelten sinngemäß auch für das Medizinprodukt gemäß zweitem Erfindungsaspekt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die anhand von Figuren und zugehörigen Figurenbeschreibungen erläutert sind. Dabei können einzelne Merkmale der Erfindung jeweils für sich alleine oder in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die beschriebenen Ausführungsbeispiele dienen lediglich der weiteren Erläuterung der Erfindung, ohne diese hierauf zu beschränken.
FIGURENBESCHREIBUNGEN
In den Figuren ist Folgendes schematisch gezeigt:
Fig. 1 : die Durchführung eines erfindungsgemäßen Laserauftragsschweißverfahrens,
Fig. 2: eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts,
Fig. 3 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts,
Fig. 5 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts,
Fig. 6 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts und
Fig. 7 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
Auf einer Oberfläche 11 eines Grundkörpers 10 wird zum additiven Aufbauen oder Fertigen eines Funktionselementes 20 ein pulverförmiges Material 15 mittels Laserpulverauftragsschweißen aufgebracht. Hierzu wird das Material 15 mithilfe eines Laserstrahls 16, insbesondere defokussiert, erhitzt und an der Oberfläche 11 des Grundkörpers 10 aufgeschmolzen. Das Aufträgen des pulverförmigen Materials 15 auf die Oberfläche 11 des Grundkörpers 10 erfolgt vorzugsweise mittels einer Düse 17. Die Düse 17 kann beispielsweise als Koaxial-, Mehrstrahl- oder Breitstrahldüse gestaltet sein. Bevorzugt wird das pulverförmige Material 15 kontinuierlich auf die Oberfläche 11 des Grundkörpers 10 aufgebracht. Das pulverförmige Material 15 wird im Laserstrahl erwärmt und anschließend in einem Aufbau- und Fügebereich auf der Oberfläche 11 des Grundkörpers 10 geschmolzen. Als pulverförmiges Material 15 kann beispielsweise ein Metall, eine Legierung oder eine Keramik verwendet werden.
Das Laserpulverauftragsschweißen ermöglicht vorteilhafterweise eine hohe Präzision des Materialauftrags und insbesondere Auftragsschweißungen in mehreren Lagen. Es erfolgt eine metallurgische Verschmelzung der aufgetragenen Schichten und mithin eine Stoff- oder materialschlüssige Verbindung mit dem Grundkörper 10. Durch den geringeren Energieeintrag im Vergleich zu konventionellen Schweißverfahren erfahren sowohl das additiv aufgebaute oder gefertigte Funktionselement 20 als auch der Grundkörper 10 einen geringeren Verzug und insbesondere keine Gefügeschädigung.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts 1 in Form eines Hüftimplantats 1. Das Hüftimplantat 1 weist einen konisch gestalteten Grundkörper 10 und ein schaftförmiges Funktionselement 20 auf. Das Funktionselement 20 ist mit dem Grundkörper 10 verbunden, vorzugsweise Stoff- oder materialschlüssig. Zum Herstellen des Hüftimplantats 1 wird der Grundkörper 10 vorzugsweise als vorgefertigtes, insbesondere geschliffenes und/oder poliertes, Bauteil verwendet und auf eine seiner Stirnflächen das Funktionselement 20 additiv aufgebaut oder gefertigt, bevorzugt mittels Laserauftragsschweißen, selektivem Laserschmelzen oder selektivem Lasersintern. Der Grundkörper 10 wird bevorzugt mithilfe eines nicht-additiven Fertigungsverfahrens hergestellt.
Bezüglich geeigneter Materialien für den Grundkörper 10 sowie das Funktionselement 20 wird auf die in der allgemeinen bzw. bisherigen Beschreibung für den Grundkörper sowie das wenigstens eine Funktionselement offenbarten Materialien Bezug genommen.
Das in Fig. 2 gezeigte Hüftimplantat kann im Sinne der vorliegenden Erfindung auch als Hybrid- Implantat bezeichnet werden.
Fig. 3 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts 1 in Form einer Knie-Teil-Endoprothese 1.
Die Knie-Teil-Endoprothese 1 weist einen Grundkörper in Form einer Femur-Komponente 10 sowie ein mit der Femur-Komponente 10 verbundenes, insbesondere Stoff- oder materialschlüssig verbundenes, Funktionselement 20 auf. Das Funktionselement 20 ist vorzugsweise schaftförmig gestaltet.
Zum Herstellen der Knie-Teil-Endoprothese 1 wird die Femur-Komponente 10 vorzugsweise als vorgefertigte Komponente, d.h. als Fertigteil, insbesondere geschliffen und/oder poliert, eingesetzt und auf der Oberfläche der Femur-Komponente 10 das Funktionselement 20 additiv aufgebaut oder gefertigt. Das additive Aufbauen oder Fertigen des Funktionselementes 20 erfolgt bevorzugt mittels Laserauftragsschweißen, selektivem Laserschmelzen oder selektivem Lasersintern.
Bezüglich geeigneter Materialien für den Grundkörper bzw. die Femur-Komponente 10 sowie das Funktionselement 20 wird auf die in der allgemeinen bzw. bisherigen Beschreibung für den Grundkörper sowie das wenigstens eine Funktionselement offenbarten Materialien Bezug genommen.
Die in Fig. 3 gezeigte Knie-Teil-Endoprothese 1 kann im Sinne der vorliegenden Erfindung auch als Hybrid-Endoprothese bezeichnet werden.
Fig. 4 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts 1 in Form einer Knie-Teil-Endoprothese 1.
Die Knie-Teil-Endoprothese 1 weist einen Grundkörper in Form einer Tibia-Komponente 10 sowie ein mit der Tibia-Komponente 10 verbundenes, insbesondere Stoff- oder materialschlüssig verbundenes, Funktionselement 20 auf. Das Funktionselement 20 ist vorzugsweise (ebenfalls) schaftförmig gestaltet.
Zum Herstellen der Knie-Teil-Endoprothese 1 wird die Tibia-Komponente 10 vorzugsweise als vorgefertigte Komponente, d.h. als Fertigteil, insbesondere geschliffen und/oder poliert, eingesetzt und auf der Oberfläche der Tibia-Komponente 10 das Funktionselement 20 additiv aufgebaut oder gefertigt. Das additive Aufbauen oder Fertigen des Funktionselementes 20 erfolgt vorzugsweise mittels Laserauftragsschweißen, selektivem Laserschmelzen oder selektivem Lasersintern.
Bezüglich geeigneter Materialien für den Grundkörper bzw. die Tibia-Komponente 10 sowie das Funktionselement 20 wird auf die in der allgemeinen bzw. bisherigen Beschreibung für den Grundkörper sowie das wenigstens eine Funktionselement offenbarten Materialien Bezug genommen.
Die in Fig. 4 gezeigte Knie-Teil-Endoprothese 1 kann im Sinne der vorliegenden Erfindung auch als Hybrid-Endoprothese bezeichnet werden.
Fig. 5 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts 1 in Form einer Knie-Total-Endoprothese.
Die Knie-Total-Endoprothese 1 weist einen Grundkörper 10 sowie zwei Funktionselemente 20a und 20b auf. Vorzugsweise sind die beiden Funktionselemente 20a und 20b schaftförmig gestaltet.
Der Grundkörper 10 weist eine Femur-Komponente 10a, eine Tibia-Komponente 10c sowie eine dazwischen angeordnete Gleitkomponente oder Gleitflächenkomponente 10b auf.
Das Funktionselement 20a ist, vorzugsweise stoffschlüssig, mit der Femur-Komponente 10a und das Funktionselement 20b ist, vorzugsweise (ebenfalls) stoffschlüssig, mit der Tibia- Komponente 10c verbunden.
Grundsätzlich können die Femur-Komponente 10a und die Tibia-Komponente 10c aus dem gleichen Material oder einem unterschiedlichen Material gefertigt sein.
Bezüglich geeigneter Materialien für die Femur-Komponente 10a und die Tibia-Komponente 10c wird auf die in der allgemeinen bzw. bisherigen Beschreibung für den Grundkörper offenbarten Materialien Bezug genommen.
Weiter können grundsätzlich die Funktionselemente 20a und 20b aus dem gleichen Material oder einem unterschiedlichen Material gebildet sein.
Bezüglich geeigneter Materialien für die Funktionselemente 20a und 20b wird auf die in der allgemeinen bzw. bisherigen Beschreibung für das wenigstens eine Funktionselement offenbarten Materialien Bezug genommen.
Die Gleitkomponente oder Gleitflächenkomponente 10b kann beispielsweise aus Polyethylen, insbesondere ultrahochmolekulares Polyethylen, gefertigt sein.
Zum Herstellen der Knie-Total-Endoprothese 1 wird der Grundkörper 10 vorzugsweise als vorgefertigte Baugruppe, die die Femur-Komponente 10a, die Gleitkomponente oder Gleitflächenkomponente 10b und die Tibia-Komponente 10c aufweist oder aus diesen Bauteilen besteht, verwendet und auf eine im implantierten Zustand oberschenkelknochenzugewandte Oberfläche der Femur-Komponente 10a das Funktionselement 20a und auf eine im implantierten Zustand schienbeinknochenzugewandte Oberfläche der Tibia-Komponente 10c das Funktionselement 20b additiv aufgebaut oder gefertigt. Das additive Aufbauen oder Fertigen der Funktionselemente 20a, 20b erfolgt vorzugsweise mittels Laserauftragsschweißen, selektivem Laserschmelzen oder selektivem Lasersintern.
Fig. 6 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts 1 in Form eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments.
Das medizinische Instrument 1 weist zwei Branchen 2a, 2b auf, die in einem Schluss 5 dreh- oder schwenkbar aneinander gelagert oder dreh- oder schwenkbar miteinander verbunden sind. Dadurch sind die Branchen 2a, 2b relativ zueinander dreh- oder schwenkbeweglich, insbesondere scherenbeweglich. An ihren proximalen Enden weisen die Branchen 2a, 2b jeweils einen Griffabschnitt 3a, 3b auf.
Der Schluss 5 kann als aufgelegter Schluss oder als Durchsteck- oder Kastenschluss gestaltet sein.
Unter dem Ausdruck „aufgelegter Schluss“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Verbindung verstanden werden, bei der zwei Branchen eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments aneinander vorbeigeführt sind, wobei die Branchen in einem Kreuzungsbereich jeweils an einer einander zugewandten Seite abgeflacht sind und ein Verbindungselement, beispielsweise in Form einer Schraube oder einem Niet, eine der beiden
Branchen durchdringt und in der anderen Branche verankert oder befestigt ist. Somit liegt beim aufgelegten Schluss eine Branche auf der anderen Branche auf.
Unter dem Ausdruck „Durchsteck- oder Kastenschluss“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Verbindung verstanden werden, bei der in einem Kreuzungsbereich zweier Branchen eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments eine Branche beidseitig abgeflacht ist und die andere Branche ein Durchgangsloch aufweist. Die beidseitig abgeflachte Branche, die auch als männliche Branche bezeichnet wird, ist durch die das Durchgangsloch aufweisende Branche, die auch als weibliche Branche bezeichnet wird, hindurchgeführt. Um ein Dreh- oder Gelenkzentrum zu definieren, kann auch bei dieser Bauart ein Verbindungselement, beispielsweise in Form einer Schraube oder einem Niet, durch beide Branchen hindurchgeführt sein. Alternativ kann beispielsweise die männliche Branche eine oder mehrere, beispielsweise zwei, Zapfen aufweisen, die in eine oder mehrere, beispielsweise zwei, formkomplementäre Zapfenaufnahmen der weiblichen Branche aufgenommen sind.
Das medizinische Instrument 1 weist ferner zwei Verriegelungsarme 7, 8 auf. Der Verriegelungsarm 7 ragt von der Branche 2a in Richtung der Branche 2b ab. Der Verriegelungsarm 8 ragt von der Branche 2b in Richtung der Branche 2a ab, so dass mittels Rasthaken 9, die an dem Verriegelungsarm 7 angebracht sind, und (nicht dargestellten) Rasthaken, die an dem Verriegelungsarm 8 angebracht sind, eine Verriegelung, insbesondere Verrastung, der beiden Verriegelungsarme 7, 8 und damit des medizinischen Instruments 1 möglich ist. Die Rasthaken 9 des Verriegelungsarms 7 sowie die Rasthaken des Verriegelungsarms 8 sind derart gestaltet, dass eine formschlüssige Verriegelung beim Zusammendrücken der Griffabschnitte 3a, 3b erreicht wird. Die Rasthaken können beispielsweise haifischzahnförmig gestaltet sein.
Die Branchen 2a, 2b weisen an ihren distalen Enden jeweils einen Funktionsabschnitt 4a, 4b auf. Die Funktionsabschnitte 4a, 4b sind jeweils, vorzugsweise stoffschlüssig, mit den Branchen 2a, 2b verbunden. Die Funktionsabschnitte 4a, 4b können beispielsweise als Fass- oder Greifbacken, Halte- und/oder Klemmbacken oder Schneid- und/oder Trennbacken gestaltet sein. Entsprechend kann das medizinische Instrument zum Beispiel als chirurgisches Fassoder Greifinstrument, chirurgisches Halte- und/oder Klemminstrument oder chirurgisches Schneid- und/oder Trenninstrument, insbesondere als chirurgische Zange, chirurgische Pinzette, chirurgischer Nadelhalter oder chirurgische Schere, gestaltet sein.
Zum Herstellen des medizinischen Instruments 1 werden die Branchen 2a, 2b mit dem Schluss 5 sowie den Griffabschnitten 3a, 3b vorzugsweise als vorgefertigte Baugruppe eingesetzt und
die Funktionsabschnitte 4a, 4b an den distalen Enden der Branchen 2a, 2b additiv aufgebaut oder gefertigt. Das additive Aufbauen oder Fertigen der Funktionsabschnitte 4a, 4b erfolgt vorzugsweise mittels Laserauftragsschweißen, selektivem Laserschmelzen oder selektivem Lasersintern.
Fig. 7 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts 1 in Form eines medizinischen, insbesondere chirurgischen, Instruments.
Das medizinische Instrument 1 entspricht in seinem Aufbau weitestgehend dem in Fig. 6 dargestellten medizinischen Instrument, wobei jedoch die Funktionsabschnitte 4a, 4b jeweils einen Einsatz, insbesondere Metalleinsatz, vorzugsweise Hartmetalleinsatz, 6a, 6b aufweisen.
Zum Herstellen des medizinischen Instruments 1 werden die Branchen 2a, 2b mit dem Schluss 5, den Griffabschnitten 3a, 3b und den Funktionsabschnitten 4a, 4b vorzugsweise als vorgefertigte Baugruppe eingesetzt und die Einsätze 6a, 6b in Vertiefungen der Funktionsabschnitte 4a, 4b additiv aufgebaut oder gefertigt. Das additive Aufbauen oder Fertigen der Einsätze 6a, 6b erfolgt vorzugsweise mittels Laserauftragsschweißen, selektivem Laserschmelzen oder selektivem Lasersintern.
Bezüglich weiterer Merkmale und Vorteile des in Fig. 7 gezeigten Instruments 1 wird auf die entsprechenden, in Bezug auf Fig. 6 gemachten Ausführungen Bezug genommen, die sinngemäß gelten. Insbesondere haben die Bezugsziffern der Fig. 7 (abgesehen von den Bezugsziffern 6a, 6b, die in der Fig. 6 keine Entsprechung haben) die gleiche Bedeutung wie die entsprechenden Bezugsziffern der Fig. 6.