O TT O M O TO R
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine, wobei die Brennkraftmaschine mit einer ersten Kraftstoffart und einer zweiten Kraftstoffart oder mit einem Kraftstoffgemisch aus der ersten und zumindest der zweiten Kraftstoffart betreibbar ist, wobei die Brennkraftmaschine eine Kraftstoffsensoreinheit zur Bestimmung der von Kraftstoffart und einer Steuereinheit zur Einstellung eines Betriebsparameters aufweist, mit den Verfahrensschritten Ermittlung der in dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten mit der Kraftstoffsensoreinheit Anpassen eines Betriebsparameters des Verbrennungsprozesses. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Steuerung des Verbrennungsprozesses eines Multiple-Fuel-Ottomotors und ein Motoraggregat.
Stand der Technik
Brennkraftmaschinen auf der Basis von Otto-Motoren werden üblicherweise mit Kraftstoff aus fossilen Brennstoffen auf Basis von raffiniertem Erdöl betrieben. Zu diesem Kraftstoff wird vermehrt aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugte Alkanole, beispielsweise Ethanol oder Methanol, in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen beigemengt. In den USA und Europa wird z.B. eine Mischung aus 75-85% Ethanol und 15-25% Benzin unter dem Markennamen E85 eingesetzt. Derartige Brennkraftmaschinen sind so ausgelegt, dass sie sowohl mit reinem Benzin als auch mit Mischungen bis hin zu E85 betrieben werden können; es sind auch Konzepte bekannt, nach denen die Brennkraftmaschine bis hin zu wasserhaltigem E100 betreibbar ist. Die zur Verwendung kommenden Alkanole weisen eine andere, höhere Oktanzahl als herkömmliches Benzin auf, eine auf Benzinkraftstoff ausgelegte Brennkraftmaschine kann daher nicht ohne Anpassungen mit einem Kraftstoff betrieben werden, der einen signifikanten Anteil an Alkanolen aufweist.
Die Schrift DE 10 2008 010 555 A1 stellt ein Verfahren zur Steuerung einer Brennkraftmaschine vor, bei dem die Brennkraftmaschine einen Kraftstoffsensor zur Bestimmung von Kraftstoffeigenschaften, eine Kraftstoff-Dosiereinrichtung, eine Vorrichtung zur Bestimmung der zugeführten Luftmenge und eine Abgassonde in einem Abgaskanal aufweist. Dabei ist es vorgesehen, dass aus einem Signal des Kraftstoffsensors ein protischer Kraftstoffbeiwert bestimmt wird, dass aus der der Brennkraftmaschine zugeführten Luftmenge, der zugeführten Kraftstoffmenge und dem Signal der Abgassonde ein Sauerstoffbedarf-Beiwert bestimmt wird und dass aus dem protischen Kraftstoffbeiwert und dem Sauerstoffbedarf-Beiwert Beiwertpaare gebildet werden. Aus diesen Beiwertpaaren werden Steuerungsparameter für die Brennkraftmaschine abgeleitet. Dadurch können die zugeführte Kraftstoffmenge, der Zündzeitpunkt, die Kraftstoffvorwärmung, die Regellage und die Abgasrückführung gesteuert werden. Mit dem hier vorgestellten Verfahren werden insbesondere Parameter der Brennkraftmaschine zur Abgasreinigung und -nachbehandlung gesteuert.
Die Schrift DE 10 2008 035 251 A1 zeigt einen Verbrennungsmotor für flexiblen Kraftstoff, der die Impulsladungstechnologie nutzt. Hier ist in jeder Einlassleitung zwischen der üblichen Luftzufuhr und dem herkömmlichen Einlassventil ein schnell arbeitendes Impulsventil mit im Wesentlichen zwei Stellungen angeordnet. Der Verbrennungsmotor enthält einen Kraftstoffsensor, der den Typ des Kraftstoffs, der dem Motor gegenwärtig zugeführt wird, z.B. entweder Benzin oder E85, bestimmt. Auf der Grundlage dieser Bestimmung wird die Impulsladung inaktiv (falls Benzin erfasst wird) oder aktiv (falls E85 erfasst wird). Außerdem wird ein Drehzahl- oder Drehmomentsensor genutzt, um zu bestimmen, ob die Impulsladung einen Liefergrad erzeugt, der besser an die Kraftstoffoktaneigenschaften angepasst ist.
DE 10 2009 011 854 A1 offenbart ein Motorsteuersystem für einen Otto-Motor, der für ein Gemisch aus Ethanol und Benzin ausgelegt ist. Das Motorsteuersystem umfasst einen Kraftstoffinjektor, der ein Gemisch aus Ethanol und Benzin direkt in eine Brennkammer eines Benzinmotors mit Direkteinspritzung (Sl Dl-Motor) einspritzt. Ein Steuermodul steuert einen Beginn einer Einspritzung des Kraftstoffinjektors derart, dass der Beginn der
Einspritzung mehr als 335 Kurbelwinkelgrade vor einem oberen Totpunkt eines Verdichtungshubes des Motors erfolgt.
Die Schrift DE 10 2015 221 847 A1 zeigt einen Hubkolben-Verbrennungsmotor, der mit einem Kraftstoffgemisch bestehend aus Ethanol und Benzin, vorzugsweise E85, betreibbar ist. Der Motor ist mit VCR-Stellern (VCR: Variable Compression Ratio) ausgestattet, die eine variable Anpassung eines Verdichtungsverhältnisses von Brennräumen des Verbrennungsmotors ermöglichen.
Die hier vorgestellten Brennkraftmaschinen und deren Steuerungen sind auf einen Kraftstoff ausgerichtet, der im Wesentlichen Benzin und Ethanol enthält. Bevorzugt wird der Kraftstoff E85. Kraftstoff, der neben Benzin Methanol und/oder Ethanol in wesentlichen veränderlichen Anteilen enthält, wird nicht verwendet.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Steuerung eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine bereitzustellen, mit dem eine Brennkraftmaschine mit unterschiedlichen Kraftstoffen betreibbar ist. Es ist ebenfalls Aufgabe der Erfindung, ein Motoraggregat bereitzustellen, das mit unterschiedlichen Kraftstoffen betreibbar ist.
Die genannte Aufgabe wird mittels des Verfahrens zur Steuerung eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine gelöst. Weitere vorteilhafte Gestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen 2 bis 9 dargelegt.
Die Brennkraftmaschine ist mit einer ersten Kraftstoffart und einer zweiten Kraftstoffart oder mit einem Kraftstoffgemisch aus der ersten und zumindest der zweiten Kraftstoffart betreibbar. Die Brennkraftmaschine weist eine Kraftstoffsensoreinheit zur Bestimmung der von Kraftstoffart und einer Steuerung zur Einstellung eines Betriebsparameters auf. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung eines Verbrennungsprozesses in einer
Brennkraftmaschine weist zwei Verfahrensschritte auf: Im ersten Verfahrensschritt wird mit der Kraftstoffsensoreinheit die in dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten ermittelt. Die Brennkraftmaschine ist bevorzugt ein Otto-Motor mit einer Fremdzündung. Zur Abgasreinigung weist die Brennkraftmaschine einen Abgas-Katalysator gesteuert durch eine Lambda-Sonde auf. Kraftstoffarten im Sinne dieser Schrift sind Benzin, Ethanol und Methanol.
Im zweiten Verfahrensschritt wird ein Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses angepasst. Der Betriebsparameter ist z.B. die Zusammensetzung des Kraftstoffgasgemisches, speziell die Menge des Kraftstoffs zur Einstellung eines Luft- /Kraftstoffverhältnisses für Lambda = 1. Mittels der Kraftstoffsensoreinheit werden die momentane Kraftstoffzusammensetzung vor dem Einspritzzeitpunkt und die momentane Abgaszusammensetzung, also der Sauerstoff-Partialdruck im Abgas, bestimmt und an die Steuerelektronik der Brennkraftmaschine weitergeleitet. Auf Basis der so ermittelten Zusammensetzung des Kraftstoffgemischs wird die Verbrennung der Brennkraftmaschine, insbesondere über die Einstellung des günstigsten Luft-/Kraftstoffverhältnisses, hier Lambda=1 , optimiert.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht das Betreiben einer Brennkraftmaschine mit zwei unterschiedlichen Kraftstoffen oder einem Gemisch zweier unterschiedlicher Kraftstoffarten, ohne dass ein Nutzer Einstellungen an der Brennkraftmaschine vornehmen muss. Mittels der Kraftstoffsensoreinheit wird die Art des bzw. der Kraftstoffe ermittelt und ein Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses der Brennkraftmaschine automatisch angepasst.
In einer Weiterführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung leitet die Kraftstoffsensoreinheit die Kraftstoffdämpfe durch eine Membran. Infolge der unterschiedlichen Größe der Methanol-, Ethanol- und Benzinmoleküle gelangen zunächst die kleinen Methanol-Moleküle zu einem hochempfindlichen Alkohol-Sensor, der beispielsweise aus mit Palladium versetzten Zinnoxid-Nanopartikeln aufgebaut ist. Im Anschluss daran folgen die Ethanol-
Moleküle und zuletzt die Benzinmoleküle. Die Membran kann beispielsweise ein poröses Polymer sein. Es können auch mehrere Membranen mit unterschiedlicher Porosität verwendet werden.
Die Kraftstoffsensoreinheit umfasst in einer optionalen Ausgestaltung der Erfindung zwei Sensoren. In einer Weiterbildung ist der erste Sensor ein Sensor der das Verhältnis zwischen einer ersten und einer zweiten Kraftstoffart bestimmt. Der zweite Sensor der Kraftstoffsensoreinheit bestimmt beispielsweise das Verhältnis der ersten und der dritten Kraftstoffart und/oder das Verhältnis der zweiten und der dritten Kraftstoffart oder die absoluten Konzentrationen der vorliegenden Kraftstoffarten.
Als Kraftstoffsensoren im Sinne der Erfindung können weiterhin bekannte Sensoren, die die Kraftstoffanteile auf Basis der unterschiedlichen Brechungsindizees analysieren, ein Klopfsensor, , zum Einsatz kommen. Weiterhin kann eine Lösung in Embedded- Technologie, die einen MOEMS-Baustein verwendet (Mikro Opto-Elektro-Mechanischer Sensor), um die Kraftstoffzusammensetzung mittels Messung der Licht-Transmission im infraroten Bereich des Spektrums zu bestimmen, zur Anwendung kommen. Dieses optische Messverfahren lässt sich dazu nutzen, um viele Kraftstoffmerkmale zu bestimmen, darunter Dichte, Heizwert, Cetan- und Oktanzahl, Schwefelgehalt, Viskosität und weitere. Darüber hinaus kann jeder weitere bekannte Sensor genutzt werden, der zwischen zwei Kraftstoffarten unterschieden kann.
In einer weiteren Gestaltung der Erfindung ist die Brennkraftmaschine mit einer dritten Kraftstoffart oder mit einem Kraftstoffgemisch aus der ersten, zweiten und/oder dritten Kraftstoffart betreibbar. Die Kraftstoffsensoreinheit ermittelt die in dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten, aufgrund derer ein Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses angepasst wird.
In einer Weiterbildung der Erfindung umfassen die Kraftstoffarten Benzin, Ethanol und/oder Methanol. Alle diese drei Kraftstoffe sind verfügbar, seit langem etabliert und sicher zu
handhaben. Ethanol und Methanol sind zusätzlich klimaneutral aus nachwachsenden Rohstoffen herstellbar.
In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung wird neben der in dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten mit der Kraftstoffsensoreinheit die Konzentrationen in der dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten ermittelt. Zusätzlich zur Ermittlung der Art des Kraftstoffes wird der jeweilige Anteil bzw. die Konzentration der jeweiligen Kraftstoffart in dem Kraftstoff ermittelt.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird der Betriebsparameter auf einen der ermittelten Kraftstoffart und/oder Zusammensetzung zugeordnetem Wert verändert. Aufgrund der unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften der Kraftstoffarten wird der Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses angepasst.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung umfasst der veränderte Betriebsparameter die Einspritzmenge des Kraftstoffgemisches. Die Einspritzmenge des Kraftstoffs wird bei einem Otto-Motor auf das Luft-/Kraftstoffverhältnis für Lambda = 1 eingestellt. Mittels der Kraftstoffsensoreinheit werden die momentane Kraftstoffzusammensetzung vor dem Einspritzzeitpunkt und die momentane Abgaszusammensetzung, also der Sauerstoff- Partialdruck im Abgas, bestimmt und an die Steuerelektronik der Brennkraftmaschine weitergeleitet. Auf Basis der so ermittelten Zusammensetzung des Kraftstoffgemischs wird die Verbrennung der Brennkraftmaschine, insbesondere über die Einstellung des günstigsten Luft-/Kraftstoffverhältnisses, optimiert.
In einer weiteren Ausbildung der Erfindung umfasst der veränderte Betriebsparameter den Verbrennungsschwerpunkt und/oder den Zündzeitpunkt. Der Verbrennungsschwerpunkt ist der Zeitpunkt, bei dem 50 % der eingesetzten Kraftstoffmasse verbrannt sind. Der Verbrennungsschwerpunkt liegt bei etwa 5° bis 8° Kurbelwinkel (KW) nach dem Oberen Totpunkt (OT) des Kolbens. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch muss daher schon vor dem OT gezündet werden.
In einer weiteren Ausführung der Erfindung umfasst der veränderte Betriebsparameter das Verdichtungsverhältnis während des Verbrennungsprozesses. Die drei zu verwendenden Kraftstoffarten (Benzin, Methanol, Ethanol) weisen eine unterschiedliche Oktanzahl auf. Zur Erreichung eines optimalen Wirkungsgrades des Otto-Motors wird das Verdichtungsverhältnis derart angepasst, dass das Verdichtungsverhältnis möglichst hoch ist und gleichzeitig Klopfen vermieden wird. Insbesondere besteht bei hohem Methanolgehalt eine hohe Klopffestigkeit, wodurch es möglich ist, ein hohes Verdichtungsverhältnis einzustellen, ohne dass ein Klopfen auftritt. Dagegen muss bei geringerem Methanolgehalt ein geringeres Verdichtungsverhältnis eingestellt werden, um ein Klopfen des Verbrennungsmotors zu vermeiden. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren kann vorgesehen sein, das Verdichtungsverhältnis so einzustellen, dass der Otto-Motor auch bei wechselnden Kraftstoffarten näher an der Klopfgrenze betrieben werden kann. Dadurch kann der thermische Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors erhöht werden. Dazu wird beispielsweise ein Klopfsensor benutzt.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden mehrere Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses angepasst. Für eine maximale Effizienz des Verbrennungsprozesses werden mehrere Betriebsparameterabhängig von der Kraftstoffart und der jeweiligen Konzentration geändert. Zu nennen ist die Einspritzmenge des Kraftstoffgemisches, der Verbrennungsschwerpunkt bzw. der Zündzeitpunkt, das Verdichtungsverhältnis und bei Vorhandensein eines Abgas-Turboladers der Ladedruck.
Die genannte Aufgabe wird weiterhin mittels der Vorrichtung zur Steuerung des Verbrennungsprozesses eines Multiple-Fuel-Ottomotorfür den Betrieb mit Benzin und/oder unterschiedlichen Alkanolen gemäß Anspruch 10 gelöst. Weitere vorteilhafte Gestaltungen der Erfindung sind ebenfalls in den Unteransprüchen 11 bis 17 dargelegt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Steuerung des Verbrennungsprozesses eines Multiple-Fuel-Ottomotors weist eine Steuereinheit zur Steuerung eines oder mehrerer
Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses sowie eine Kraftstoffsensoreinheit auf. Die Kraftstoffsensoreinheit ist dafür vorgesehen und dafür geeignet, die den Kraftstoff aufbauenden Kraftstoffarten zu ermitteln. Erfindungsgemäß ist die Kraftstoffsensoreinheit dafür vorgesehen und dafür geeignet, unterschiedliche Alkoholarten zu unterscheiden.
Auf Basis der ermittelten Zusammensetzung des Kraftstoffgemischs wird die Verbrennung der Brennkraftmaschine optimiert. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Steuerung des Verbrennungsprozesses ermöglicht das Betreiben einer Brennkraftmaschine mit zwei unterschiedlichen Kraftstoffarten oder einem Gemisch zweier unterschiedlicher Kraftstoffarten, ohne dass ein Nutzer Einstellungen an der Brennkraftmaschine vornehmen muss. Mittels der Kraftstoffsensoreinheit wird die Art des bzw. der Kraftstoffe ermittelt und ein Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses der Brennkraftmaschine automatisch angepasst.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist die Kraftstoffsensoreinheit dafür vorgesehen und dafür geeignet, zwischen Benzin und Alkanolen zu unterscheiden. Benzin und die zu verwendbaren Alkanolen weisen unterschiedliche Oktanzahlen auf. Aufgrund der unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften der Kraftstoffarten wird der Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses angepasst.
In einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist die Kraftstoffsensoreinheit dafür vorgesehen und dafür geeignet, zwischen Ethanol und Methanol zu unterscheiden. Beide Alkanole weisen unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften, z.B. Dampfdrücke auf. Für einen optimalen Betrieb eines Otto-Motors müssen dessen Betriebsparameter entsprechend eingestellt werden.
In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist die Kraftstoffsensoreinheit dafür vorgesehen und dafür geeignet, Anteile der ermittelten Kraftstoffbestandteile zu ermitteln. Zusätzlich zur Ermittlung der Art des Kraftstoffes wird der jeweilige Anteil bzw. die Konzentration der jeweiligen Kraftstoffart in dem Kraftstoff ermittelt.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist die Kraftstoffsensoreinheit dafür vorgesehen und dafür geeignet, Anteile von Ethanol und/oder Methanol zu ermitteln. Beide Alkanole weisen unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften, z.B. Dampfdrücke auf. Für einen optimalen Betrieb eines Otto-Motors müssen dessen Betriebsparameter entsprechend eingestellt werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuereinheit zur Steuerung eines oder mehrerer Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses dafür vorgesehen und dafür geeignet, die Einspritzmenge an Kraftstoff je nach ermittelter Kraftstoffart und/oder Kraftzusammensetzung zu verändern. Die Einspritzmenge des Kraftstoffs wird bei einem Otto-Motor auf das Luft-/Kraftstoffverhältnis für Lambda = 1 eingestellt. Mittels der Kraftstoffsensoreinheit werden die momentane Kraftstoffzusammensetzung vor dem Einspritzzeitpunkt und die momentane Abgaszusammensetzung, also der Sauerstoff- Partialdruck im Abgas, bestimmt und an die Steuerelektronik der Brennkraftmaschine weiter geleitet. Auf Basis der so ermittelten Zusammensetzung des Kraftstoffgemischs wird die Verbrennung der Brennkraftmaschine, insbesondere über die Einstellung des günstigsten Luft-/Kraftstoffverhältnisses, optimiert.
In einer weiteren Ausführung der Erfindung ist die Steuereinheit zur Steuerung eines oder mehrerer Parameter des Verbrennungsprozesses dafür vorgesehen und dafür geeignet, das Verdichtungsverhältnis je nach ermittelter Kraftstoffart und/oder Kraftzusammensetzung zu verändern. Das Verdichtungsverhältnis gibt ein Verhältnis zwischen einem maximalen Volumen des Brennraums und einem minimalen Volumen des Brennraums während eines Arbeitstakts des Verbrennungsmotors an. Das Verdichtungsverhältnis kann durch geeignete so genannte VCR-Steller variabel eingepasst werden. Insbesondere besteht bei hohem Methanolgehalt eine hohe Klopffestigkeit, wodurch es möglich ist, ein hohes Verdichtungsverhältnis einzustellen, ohne dass ein Klopfen auftritt. Dagegen muss bei geringerem Methanolgehalt ein geringeres Verdichtungsverhältnis eingestellt werden, um ein Klopfen des Verbrennungsmotors zu
vermeiden. Dies wird beispielsweise über einen Klopfsensor eingestellt und automatisch optimiert.
In einer weiteren Gestaltung der Erfindung ist die Steuereinheit zur Steuerung eines oder mehrerer Parameter des Verbrennungsprozesses dafür vorgesehen und dafür geeignet, den Verbrennungsschwerpunkt je nach ermittelter Kraftstoffart und/oder Kraftzusammensetzung zu verändern. Der Verbrennungsschwerpunkt ist der Zeitpunkt, bei dem 50 % der eingesetzten Kraftstoffmasse verbrannt sind. Der Verbrennungsschwerpunkt liegt bei etwa 5° bis 8° KW nach dem Oberen Totpunkt (OT) des Kolbens. Das Kraftstoff- Luft-Gemisch muss daher schon vor dem OT gezündet werden.
Die genannte Aufgabe wird außerdem mittels des erfindungsgemäßen Motoraggregats gemäß Anspruch 19 gelöst. Eine weitere vorteilhafte Gestaltung der Erfindung ist in Unteranspruch 20 dargelegt.
Das erfindungsgemäße Motoraggregat weist einen Verbrennungsmotor auf, der als Kolbenmotor mit sich hin- und herbewegenden Kolben sowie einer Brennkammer ausgestaltet ist. Das Motoraggregat weist außerdem einen Kraftstoffinjektor auf, über den ein Kraftstoffgemisch in die Brennkammer einspritzbar ist. Der Kraftstoffinjektor kann optional als Saugrohreinheit ausgeführt sein. Zusätzlich weist das Motoraggregat eine Zündvorrichtung zur Zündung des Kraftstoffgemisches in der Brennkammer auf. Das Motoraggregat weist ebenfalls eine Steuereinheit zur Steuerung eines oder mehrerer Parameter des Verbrennungsprozesses im Verbrennungsmotor sowie eine Kraftstoffsensoreinheit und optional einen Klopfsensor auf, die dafür vorgesehen und dafür geeignet ist, die den Kraftstoff aufbauenden Kraftstoffarten zu ermitteln. Erfindungsgemäß ist die Kraftstoffsensoreinheit dafür vorgesehen und dafür geeignet, unterschiedliche Alkoholarten zu unterscheiden.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Veränderung des Verdichtungsverhältnisses eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine
mit den Verfahrensschritten Analyse der Kraftstoffzusammensetzung des zum Betrieb der Brennkraftmaschine verwendeten Kraftstoffgemisches, Detektion einer zum vorhergehenden Betrieb veränderten Kraftstoffzusammensetzung des Kraftstoffgemisches, Veränderung des Verdichtungsverhältnisses im Vergleich zum Verdichtungsverhältnis beim vorhergehenden Betrieb. Dies hat den Vorteil, dass die Betriebsparameter der Brennkraftmaschine optimal auf die Kraftstoffzusammensetzung eingestellt werden können und so die Leistung verbessert und der Verbrauch gesenkt werden kann.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung werden sowohl die Bestandteile des Kraftstoffes bestimmt als auch deren Anteil am Kraftstoffgemisch. Während bei den bekannten Verfahren lediglich der Alkoholgehalt des Kraftstoffes bestimmt wird, ergibt sich hier der Vorteil, dass das Verdichtungsverhältnis auch in Abhängigkeit der im Kraftstoffgemisch enthaltenen Alkoholart angepasst werden kann. So können über die im Stand der Technik bereits bekannten Vorteile, der Verbrauch weiter gesenkt und die Leistung weiter gesteigert werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden neben dem Verdichtungsverhältnis auch die Einspritzmenge bei Lambda = 1 und/oder die Lage des
Verbrennungsschwerpunktes verändert. Dies hat den Vorteil einer weiteren Leistungssteigerung und Absenkung des Verbrauchs.
In einer weiteren Ausgestaltung wird das Verdichtungsverhältnis durch die Veränderung des Ladedrucks eines Abgas-Turboladers oder VCR-Systeme angepasst.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Veränderung der Einspritzmenge bei Lambda = 1 eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine mit den Verfahrensschritten Analyse der Kraftstoffzusammensetzung des zum Betrieb der Brennkraftmaschine verwendeten Kraftstoffgemisches, Detektion einer zum vorhergehenden Betrieb veränderten Kraftstoffzusammensetzung des
Kraftstoffgemisches, Veränderung der Einspritzmenge bei Lambda = 1 im Vergleich zur
Einspritzmenge bei Lambda = 1 beim vorhergehenden Betrieb. Dies hat den Vorteil, dass die Betriebsparameter der Brennkraftmaschine optimal auf die Kraftstoffzusammensetzung eingestellt werden können und so die Leistung verbessert und der Verbrauch gesenkt werden kann.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung werden sowohl die Bestandteile des Kraftstoffes bestimmt als auch deren Anteil am Kraftstoffgemisch. Während bei den bekannten Verfahren lediglich der Alkoholgehalt des Kraftstoffes bestimmt wird, ergibt sich hier der Vorteil, dass die Einspritzmenge bei Lambda = 1 auch in Abhängigkeit der im Kraftstoffgemisch enthaltenen Alkoholart angepasst werden kann. So können über die im Stand der Technik bereits bekannten Vorteile, der Verbrauch weiter gesenkt und die Leistung weiter gesteigert werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden neben der Einspritzmenge bei Lambda = 1 auch das Verdichtungsverhältnis und/oder die Lage des Verbrennungsschwerpunktes verändert. Dies hat den Vorteil einer weiteren Leistungssteigerung und Absenkung des Verbrauchs.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Veränderung der Lage des Verbrennungsschwerpunktes eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine mit den Verfahrensschritten Analyse der Kraftstoffzusammensetzung des zum Betrieb der Brennkraftmaschine verwendeten Kraftstoffgemisches, Detektion einer zum vorhergehenden Betrieb veränderten Kraftstoffzusammensetzung des Kraftstoffgemisches, Veränderung der Lage des Verbrennungsschwerpunktes im Vergleich zur Lage des Verbrennungsschwerpunktes beim vorhergehenden Betrieb. Dies hat den Vorteil, dass die Betriebsparameter der Brennkraftmaschine optimal auf die Kraftstoffzusammensetzung eingestellt werden können und so die Leistung verbessert und der Verbrauch gesenkt werden kann.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung werden sowohl die Bestandteile des Kraftstoffes bestimmt als auch deren Anteil am Kraftstoffgemisch. Während bei den bekannten Verfahren lediglich der Alkoholgehalt des Kraftstoffes bestimmt wird, ergibt sich hier der Vorteil, dass die Lage des Verbrennungsschwerpunktes auch in Abhängigkeit der im Kraftstoffgemisch enthaltenen Alkoholart angepasst werden kann. So können über die im Stand der Technik bereits bekannten Vorteile, der Verbrauch weiter gesenkt und die Leistung weiter gesteigert werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden neben der Lage des Verbrennungsschwerpunktes auch das Verdichtungsverhältnis und/oder die Einspritzmenge bei Lambda = 1 verändert, hier Lambda=1 ,
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird ein Klopfsensor verbaut. Die Auswertung dessen Daten erlaubt die punktgenaue Einstellung des Verbrennungsschwerpunktes an der Klopfgrenze. So können über die im Stand der Technik bereits bekannten Vorteile, der Verbrauch weiter gesenkt und die Leistung weiter gesteigert werden.
Eine weitere Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe ist es, eine Verbrennungskraftmaschine bereitzustellen, welche bei hoher Effizienz mit CCh-neutralen, nicht-schmierenden Kraftstoffen arbeitet, ohne nennenswerte Stickoxide zu emittieren. Die Verbrennungskraftmaschine wird in einem generatorähnlichen Betrieb zum Zweck der dezentralen Stromerzeugung innerhalb einer neuartigen, netzautarken Schnellladestation zum Einsatz kommen, welche Elektrofahrzeuge standortunabhängig mit einer Leistung von bis zu 250 kW oder mehr laden kann. Dieses innovative Produkt trägt maßgeblich dazu bei, die Nachfrage nach bedarfsgerechten Ladelösungen an jedem Standort zu decken und so die Elektromobilität flächendeckend zu ermöglichen.
Um die CCh-Neutralität des Verbrennungsverfahrens sicherzustellen, werden als Energieträger ausschließlich Bio-Ethanol und Bio-Methanol eingesetzt, welche nur so viel
CO2 freisetzen, wie sie zuvor gebunden haben. Da diese im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen wie Benzin oder Diesel keine Schmierfähigkeit besitzen, können keine am Markt verfügbaren Motoren verwendet werden. Stattdessen müssen hohe Anforderungen an die Reibpaarungen von Zylindern und Kolben sowie der Ventile in den Zylinderköpfen erfüllt werden sowie die Abgasnachbehandlung optimiert werden. Es können auch Gemische von Kraftstoffen mit Anteilen von Benzin, Ethanol und/oder Methanol zum Einsatz kommen.
Um zusätzlich die Emission von Stickoxiden auf einem absoluten Minimum zu halten, ist der Einsatz eines ottomotorischen Verbrennungsverfahrens erforderlich, welches durch ein stöchiometrisches Verbrennungsluftverhältnis bei dieseltypischen Leistungsdaten (Drehmoment, Kraftstoffverbrauch) die rückstandslose Verbrennung der Energieträger ermöglicht. Eine Partikelemission tritt wegen des ottomotorischen Verfahrens mit Saugrohreinspritzung nicht in messbarem Maße auf. Dabei sorgt diese für eine entsprechende Mischstrecke bei der Gasbildung, welche die Partikelemission verhindert. Bei der stöchiometrischen Verbrennung wird ebenso die Partikelbildung durch unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC-Emission) verhindert. Desweiteren neigen extrem kurzkettige Alkanole wie Methanol und Ethanol nicht zur Partikelbildung wie langkettige Kohlenwasserstoff Gemische
Die Verwendung einer ottomotorischen Verbrennungskraftmaschine in der stationären Stromerzeugung mit Leistungen von bis zu 250 kW oder mehr stellt eine Neuheit dar. Sonstige Stromerzeuger mit vergleichbarer Leistung basieren ausschließlich auf Dieselmotoren und emittieren somit in erheblichem Maße Stickoxide, die sich nur mittels aufwändiger Abgasnachbehandlung (Harnstoffnacheinspritzung) teilweise beseitigen lassen.
NH3 Bildung kann durch unterstöchiometrische Verbrennung von Ethanol entstehen. Daher ist dieses Aggregat mit 2 Lambdasonden (vor und nach Katalysator) zur Kontrolle
möglichen NH3 Schlupfes bestückt. Zur wirksamen Oxidierung von NH3 wird überdies ein nachgeschalteter Schlupf-Katalysator mit hoher Platinbeschichtung verbaut.
Als technischer Zielparameter ist eine Effizienz des Verbrennungsvorgangs von 42% erreichbar. Diese übertrifft die Effizienz von ottomotorischen (20 - 28%) und dieseltypischen Verbrennungen (33%) deutlich. Zusätzlich wird darauf abgezielt, die Emissionsgrenzwerte der NOx-Masse im Abgasstrom von 0,4 g/kWh um mindestens 30% sowie die Partikelmasse von 15 mg/kWh und Partikelanzahl von 1012/kWh um jeweils 50% zu unterschreiten (Stufe 5 Motorenklasse NRE-c-6, EU-Verordnung 2016/1628).
Der innovative Lösungsansatz besteht darin, einen für Lastkraftwagen konstruierten Diesel- Motor zum Ottomotor umzubauen. Nur mit dem ottomotorischen Brennverfahren ist eine stöchiometrische Verbrennung zu erreichen. Dies ist die Voraussetzung für den Einsatz eines Drei-Wege-Katalysators, welcher für die Reduzierung der Emissionen nötig ist. Auf diese Weise lassen sich bei hohem Wirkungsgrad die Stickoxid-Emissionen erheblich reduzieren.
Bei unterstöchiometrischer Verbrennung von CH3OH entsteht NH3. Um dies zur Oxidation zu führen und damit Risiken durch die Emission von Ammoniak zu minimieren, wird zusätzlich zu dem Drei-Wege-Katalysator ein Sperrkatalysator verwendet. Durch die Kombination einer hohen Leistung von bis zu 250 kW bei CO2-neutraler Verbrennung von erneuerbaren Energieträgern ohne nennenswerte Stickoxidemissionen entsteht eine erhebliche technologische Komplexität.
Um den geplanten Dieselmotor zu einem Ottomotor umzuwandeln, werden Zündkerzen und eine neue Einspritzung integriert. Es erfolgt eine genaue Berechnung und Auslegung der Kraftstoffeinspritzung in das Saugrohr, speziell die Abstimmung der Düsen, um den gewünschten Betriebspunkt zu erreichen. Die Eispritzdüsen sind Eigenkonstruktionen, welche für große Durchlässe optimiert und zur Vermeidung von Dampfbildung im Kraftstoff aufwärts gerichtet eingebaut werden. Beim Öffnen entweicht als erstes der Dampf. Daher
treten keine Zündaussetzer auf. Um die möglichst rückstandslose Verbrennung bei einem Verbrennungsluftverhältnis von Lambda gleich eins zu ermöglichen, ist eine hohe Verdichtung des Faktors 12 bis 18 nötig. Dazu werden flache Kolbenmulden verwendet. Zusätzlich ist zur Leistungsregelung des Motors eine Drosselklappe verbaut. Um die Neuauslegung der Nockenwellen zu umgehen, werden die Diesel-Steuerzeiten verwendet.
Der Motor wird bei einer dieseltypischen Drehzahl von 1300 U/min bis 1800 U/min betrieben, um die passende Generatordrehzahl zu gewährleisten. Bei ottomotorischen Verbrennungskraftmaschinen liegt bei dieser Drehzahl allerdings keine ausreichende Leistung für die Schnellladung von Elektrofahrzeugen vor. Aus diesem Grund ist beispielsweise eine Aufladung des Motors mithilfe eines T urboladers auf zwischen 1 ,8 und 2 bar Überdruck erforderlich, was ein Drehmoment von 1750 Nm und eine Leistung von 230 kW ermöglicht. Unter den gegebenen Randbedingungen (230 kW Leistung, 1500 U/min Drehzahl, 8,8 I Hubraum) ergibt sich ein zu erwartender Mitteldruck im Zylinderinnenraum von ca. 20,9 bar bei Volllast. Herkömmliche PKW-Motoren können diesem hohen Druck nicht standhalten, weshalb an dieser Stelle auf einen Motor für Lastkraftwagen zurückgegriffen wird. Der Motor erreicht bei dieseltypischer Drehzahl und dieseltypischem Mitteldruck die Leistung eines Ottomotors und emittiert entsprechend unbedenkliches Abgas.
P
Pe 230 kW
Pmmoe = , \/ . ~n.. = - n I I - =20, 9 bar
Vh n i 8,8 1-1500^ 0,5
Mit Mitteldruck: Pme = Pe / (Vh * n * i) und mit Pme = Mitteldruck in bar, Pe = Leistung in kW, Vh = Hubraum, n = Drehzahl, i = Kenngröße Brennverfahren.
Aufgrund der mangelnden Schmierfähigkeit von CCh-neutralen Bio-Energieträgern wie
Bio-Ethanol und Bio-Methanol sind hohe Anforderungen an die Reibpaarungen der beweglichen Komponenten des Motors zu stellen. Die Kolbenringe und die anliegende
Zylinderwand sowie die Ventilsitze und Ventilführungen müssen perfekt aufeinander abgestimmt werden, da der Motor ansonsten nach kürzester Zeit zerstört würde. Die genaue Auslegung und gegenseitige Abstimmung der Reibpaarungen erzeugt demnach ein erhebliches technisches Risiko, welches durch die vorherrschenden hohen Mitteldrücke in den Zylindern weiter erhöht wird. Da bisher keine Anhaltspunkte für die Auslegung der Reibpaarungen bestehen, sind zur Findung dieser Untersuchungen im Bereich der Werkstoffkunde anzustellen. Bei der gesamten Auslegung des Motors ist weiterhin zu beachten, dass statt herkömmlicher Dichtungen spezielle, für den verwendeten Kraftstoff geeignete Dichtungen zu verwenden sind. Diese müssen außerdem den drastisch erhöhten Brennraumtemperaturen von 850°C statt 450°C standhalten können.
Der Motor kommt vorerst als Teilsystem in unserer netzautarken Schnellladestation zum Einsatz. Der Motor wird ebenso in einem Stromerzeugungsaggregat eingesetzt. Da bisher keine CCh-neutralen Stromerzeuger dieser Leistungsklasse ohne Emission von Partikeln oder NOx bestehen, ist auch dies eine Produktneuheit.
Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Verbrennungsprozesses in einer Brennkraftmaschine und des erfindungsgemäßen Motoraggregats sind in den Zeichnungen schematisch vereinfacht dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 : Motoraggregat
Fig. 1 zeigt eine vereinfachte Darstellung des erfindungsgemäßen Motoraggregats 10. Das Motoraggregat 10 weist einen Zylinder 14 auf, in dem ein sich hin- und herbewegender Kolben 16 angeordnet ist. Ein Einlassventil 18 öffnet sich periodisch, um Einlassluft durch
den Lufteinlass 86 in den Zylinder 14 einzulassen. Der Kraftstoffinjektor 62 zerstäubt den Kraftstoff direkt in die Brennkammer 34 des Zylinders 14 hinein. Das Einlassventil 18 öffnet während des Einlasshubes, um Verbrennungsluft in die Brennkammer 34 einzulassen. Ein Auslassventil 20 öffnet sich periodisch, um zu ermöglichen, dass Abgas über den Abgasauslass 88 aus dem Zylinder 14 entweicht. Das Abgas treibt eine Turbine 82 an der Auslassseite eines Abgas-Turboladers an. Die Turbine an der Auslassseite 82 ist starr mit einer Turbine des Abgas-Turboladers an der Einlassseite 84 verbunden. Der Abgas- Turbolader ist derart aufgebaut, dass er eine variable Turbinengeometrie aufweist.
Das Öffnen und Schließen des Einlassventils 18 und des Auslassventils 20 ist durch eine zugehörige Einlassnockenerhebung 22 und Auslassnockenerhebung 24 gesteuert. Die Einlassnockenerhebung 22 und die Auslassnockenerhebung 24 rotieren zusammen mit einer Nockenwelle 26. Die Nockenwelle 26 weist eine Erhebung 38 auf, die eine mechanische Kraftstoffpumpe 30 antreibt. Eine Nockenwellenriemenscheibe 32 treibt die Nockenwelle 26 an.
Der sich hin- und herbewegende Kolben 16 treibt über das Pleuel 28 eine Kurbelwelle 40 an. Ein Kurbelwellenzahnrad 42 rotiert mit der Kurbelwelle 40. Das Kurbelwellenzahnrad 42 treibt die Nockenwellenriemenscheibe 32 über einen Riemen oder eine Kette 44 an. Ein Kurbelwellenpositions-Targetring 50 ist ebenfalls an der Kurbelwelle 40 angebracht.
Zum Betrieb des Motoraggregats 10 wird entweder Benzin, Methanol, Ethanol oder ein Gemisch von Benzin, Methanol und/oder Ethanol eingesetzt. Der Kraftstoff wird mit Hilfe der Kraftstoffpumpe 30 aus dem Tank 70 über eine Kraftstoffleitung 72 zum Kraftstoffinjektor 62 gepumpt. Aufgrund der unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften der genannten Kraftstoffarten sind unterschiedliche Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses des Motoraggregats 10 erforderlich.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung des Verbrennungsprozesses des
Motoraggregats 10 weist zwei Verfahrensschritte auf: Im ersten Verfahrensschritt wird mit
der Kraftstoffsensoreinheit 68 die in dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten (Benzin, Ethanol, Methanol) ermittelt. Außerdem wird die Konzentration der in dem Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten ermittelt. Im zweiten Verfahrensschritt werden ein oder mehrere Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses angepasst.
Die Steuereinheit 12 erzeugt Ausgangssignale, die eine elektrische Kraftstoffpumpe 60 und einen Kraftstoffinjektor 62 derart steuern, dass abhängig von den im Kraftstoff enthaltenen Kraftstoffarten die Einspritzmenge an Kraftstoff angepasst wird. Die Steuereinheit 12 empfängt ebenfalls ein oder mehrere Signale von einem Lambdasensor 66. Der Lambdasensor 66 gibt den Sauerstoffgehalt des Motorabgases an. Das Motorsteuermodul 12 hält das Luftverhältnis in der Nähe von A = 1 , also im Bereich des stöchiometrischen Verbrennungsluftverhältnisses. Dabei können alle Brennstoff-Moleküle vollständig mit dem Luftsauerstoff reagieren, ohne dass Sauerstoff fehlt oder unverbrannter Kraftstoff übrig bleibt. Der effizienteste Betrieb stellt sich bei leicht magerem Gemisch von ca. A = 1 ,05 ein. Die höchste Motorenleistung wird bei fettem Gemisch von ca. A = 0,85 erreicht.
Zur Leistungssteigerung und zur Erhöhung des Wirkungsgrades weist das Motoraggregat 10 einen Abgas-Turbolader auf. Der Turbolader weist auf der Auslassseite 82 die Abgasturbine auf, die durch die Energie der ausgestoßenen Abgase in Rotation versetzt wird. Über eine starre Welle ist die Abgasturbine 82 mit dem Verdichter auf der Einlassseite 84 verbunden, der die Zuluft des Motors verdichtet. Der Abgas-Turbolader weist eine variable Turbinengeometrie auf, realisiert z.B. durch verstellbare Leitschaufeln der Abgasturbine 82. Die Steuereinheit 12 steuert die verstellbaren Luftschaufeln der Abgasturbine 82 derart, dass der Ladedruck je nach Zusammensetzung des Kraftstoffes angepasst wird.
Die Kopplung zwischen der Kurbelwelle 40 und dem Kolben 16 in dem Zylinder 14 ist mit einem VCR-Steller 80 (VCR: Variable Compression Ratio) versehen, um ein Verdichtungsverhältnis in dem Zylinder 14 variabel einzustellen. Im Betrieb wird das Verdichtungsverhältnis mittels der Steuereinheit 12 im Wesentlichen so eingestellt, dass es
größtmöglich ist, jedoch ein Klopfen des Motoraggregats 10 vermieden wird. Alternativ kann das Verdichtungsverhältnis auch über eine Veränderung des Ladedrucks des Abgas- Turboladers angepasst werden.
Ein Kurbelwellenpositionssensor 64 erzeugt ein Kurbelwellenpositionssignal auf der Basis einer Position des Kurbelwellenpositions-Targetringes 50. Das Kurbelpositionssignal repräsentiert Kurbelwinkelgrade in Bezug auf einen vorbestimmten Referenzpunkt. Der Kurbelwellenpositionssensor 64 leitet das Signal an die Steuereinheit 12 weiter. Die Steuereinheit 12 steuert die Zündkerze 36 derart, dass der Verbrennungsschwerpunkt je nach ermittelter Kraftstoffart und/oder Kraftzusammensetzung verändert wird. Der Verbrennungsschwerpunkt ist der Zeitpunkt, bei dem 50 % der eingesetzten Kraftstoffmasse verbrannt sind. Der Verbrennungsschwerpunkt liegt bei etwa 5° bis 8° KW nach dem Oberen Totpunkt (OT) des Kolbens 16. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch muss daher schon vor dem OT gezündet werden.
Beispielhaft sind für neun unterschiedliche Zusammensetzungen des im Motoraggregat 10 verwendeten Kraftstoffs sowie die jeweiligen Betriebsparameter aufgeführt (s. Tabelle 1):
Tabelle 1 : Betriebsparameter des Verbrennungsprozesses für Kraftstoffe mit unterschiedlicher Zusammensetzung
Von den zur Verwendung kommenden Kraftstoffarten (Benzin, Methanol, Ethanol) weist 100%iges Benzin (BenzinlOO) den höchsten Kohlenstoff-Gehalt pro Volumeneinheit auf. Das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft ist daher mit 1 : 14,7 für Lambda = 1 am geringsten. Der Zündzeitpunkt liegt bei 20° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 11 : 1. Der Ladedruck wird bei 1 ,5 bis 2 bar eingestellt.
Im Gegensatz dazu weist 100%iges Methanol (MethanoHOO) den geringsten Kohlenstoff- Gehalt pro Volumeneinheit auf, gleichzeitig ist dessen Klopffestigkeit am höchsten. Das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft beträgt daher 1 : 6,47 für Lambda = 1 , die Verdichtung 18 : 1. Der Ladedruck kann bis zu 3 bar betragen, der Zündzeitpunkt liegt bei 10° vor OT.
100%iges Ethanol (Ethanol 100) liegt im Kohlenstoff-Gehalt pro Volumeneinheit zwischen BenzinlOO und MethanoHOO. Das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft beträgt daher 1 : 9 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 5° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 11 : 1. Der Ladedruck wird bei 1 ,5 bis 2 bar eingestellt.
Bei Verwendung eines Gemisches von 50% Benzin und 50% Methanol (Benzin50/Methanol50) beträgt das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft 1 : 10,585 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 15° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 14,5 : 1 . Der Ladedruck wird bei 1 ,75 bis 2,5 bar eingestellt.
Bei Verwendung eines Gemisches von 50% Benzin und 50% Ethanol (Benzin50/Ethanol50) beträgt das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft 1 : 11 ,85 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 10,25° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 11 : 1. Der Ladedruck wird bei 1 ,5 bis 2 bar eingestellt.
Bei Verwendung eines Gemisches von 50% Benzin, 25% Methanol und 25% Ethanol (Benzin50/Ethanol25/Methanol25) beträgt das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft 1 : 11 ,218 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 13,75° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 12,75 : 1. Der Ladedruck wird bei 1 ,6 bis 2,25 bar eingestellt.
Bei Verwendung des handelsüblichen Kraftstoffs E5 mit 95% Benzin und 5% Ethanol beträgt das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft 1 : 14,415 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 19,25° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 11 : 1. Der Ladedruck wird bei 1 ,5 bis 2 bar eingestellt.
Bei Verwendung des ebenfalls handelsüblichen Kraftstoffs E10 mit 90% Benzin und 10% Ethanol beträgt das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft 1 : 14,13 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 18,5° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 11 : 1. Der Ladedruck wird bei 1 ,5 bis 2 bar eingestellt.
Bei Verwendung des ebenfalls handelsüblichen Kraftstoffs E85 mit 15% Benzin und 85% Ethanol beträgt das Einspritzverhältnis Kraftstoff : Luft 1 : 9,855 für Lambda = 1. Der Zündzeitpunkt liegt bei 7,25° vor OT, das Verdichtungsverhältnis bei 11 : 1. Der Ladedruck wird bei ebenfalls 1 ,5 bis 2 bar eingestellt.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel werden zunächst die Ethanol-Moleküle durch eine Membran aus einem porösem Polymer aus dem Kraftstoffgemisch abgetrennt und im Anschluss mithilfe eines bekannten Alkoholsensors analysiert. Aus dem verbleibenden Kraftstoffgemisch werden dann durch eine zweite Membran Methanol- und
Benzinmoleküle voneinander getrennt und ebenfalls mithilfe eines handelsüblichen Kraftstoffsensors analysiert. Auf diese Weise lässt sich feststellen, welche Kraftstoffarten im Kraftstoffgemisch vorhanden sind und zu welchen Anteilen die einzelnen Kraftstoffarten im Kraftstoffgemisch vorliegen.
In einem anderen Ausführungsbeispiel, wird zunächst das Kraftstoffgemisch mithilfe eines bekannten Kraftstoffsensors analysiert. Im Nachgang wird durch eine Membran aus einem porösen Polymer das Ethanol abgetrennt und das verbleibende Kraftstoffgemisch wieder analysiert. Mithilfe eines einfachen Gleichungssystems lassen sich so die Anteile der im Kraftstoffgemisch enthaltenen Bestandteile ermitteln.
BEZUGSZEICHENLISTE
Motoraggregat
Steuereinheit
Zylinder
Kolben ‘ Kolbenkopf/Oberseite des Kolbens
Einlassventil
Auslassventil
Einlassnocke
Auslassnocke
Nockenwelle
Pleuel
Kraftstoffpumpe
Nockenwellenriemenscheibe
Brennkammer
Zündvorrichtung
Erhebung der Nockenwelle zum Antrieb der Kraftstoffpumpe
Kurbelwelle
Kurbelwellenzahnrad
Riemen/Kette
Kurbelwellenpositions-Targetring
Kraftstoffpumpe
Kraftstoffinjektor
Kurbelwellenpositionssensor
Lambdasonde
Kraftstoffsensoreinheit
Kraftstofftank
Kraftstoffleitung
VCR-Steller
Abgas-T urbolader Auslassseite
Abgas-Turbolader Einlassseite
Lufteinlass
Abgasauslass