VERFAHREN ZUR BESTIMMUNG WENIGSTENS EINER ELEVATIONSGRÖSSE EINES OBJEKTZIELS MIT EINEM KFZ- RADARSYSTEM
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße eines Objektziels eines Objekts, welches von einem Radarsystem insbesondere eines Fahrzeugs erfasst wird, bezüglich einer Elevations-Bezugsebene, bei dem mit dem Radarsystem Radarsignale gesendet und Echosignale von an dem Objektziel reflektierten Radarsignalen empfangen werden, eine Fortbewegungsgeschwindigkeit des Radarsystems ermittelt wird, mit dem Radarsystem mittels der empfangenen Echosignale eine Radialgeschwindigkeit des wenigstens einen Objektziels relativ zu dem Radarsystem ermittelt wird, mit dem Radarsystem mittels den empfangenen Echosignalen eine erste Richtungsgröße ermittelt wird, welche die Richtung des Objektziels relativ zu einem ersten gegenüber dem Radarsystem festen Bezugsbereich charakterisiert, mittels der ersten Richtungsgröße, der Radialgeschwindigkeit und der Fortbewegungsgeschwindigkeit eine zweite Richtungsgröße, welche die Richtung des Objektziels relativ zu einem zweiten gegenüber dem Radarsystem festen Bezugsbereich charakterisiert, ermittelt wird, mittels wenigstens einer der Richtungsgrößen wenigstens eine Elevationsgröße des Objektziels ermittelt wird.
Ferner betrifft die Erfindung ein Radarsystem insbesondere eines Fahrzeugs, umfassend wenigstens eine Antenne zum Senden von Radarsignalen, wenigstens eine Antenne zum Empfangen von Echosignalen von an Objektzielen reflektierten Radarsignalen und Mittel zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße von mit dem Radarsystem erfassten Objektzielen von Objekten, bezüglich einer Elevations-Bezugsebene, wobei die Mittel aufweisen
Mittel zum Ermitteln von Radialgeschwindigkeiten von erfassten Objektzielen relativ zu dem Radarsystem mittels empfangender Echosignale,
Mittel zum Ermitteln von ersten Richtungsgrößen, welche Richtungen von Objektzielen relativ zu einem ersten gegenüber dem Radarsystem festen Bezugsbereich charakterisieren, mittels empfangender Echosignale
Mittel zum Ermitteln von zweiten Richtungsgrößen, welche Richtungen von Objektzielen relativ zu einem zweiten gegenüber dem Radarsystem festen Bezugsbereich charakterisiert, mittels ersten Richtungsgrößen, Radialgeschwindigkeiten und einer Fortbewegungsgeschwindigkeit des Radarsystems, und Mittel zum Ermitteln wenigstens einer Elevationsgröße von Objektzielen mittels wenigstens einer der Richtungsgrößen.
Außerdem betrifft die Erfindung ein Fahrzeug mit wenigstens einem Radarsystem, wobei das wenigstens eine Radarsystem umfasst wenigstens eine Antenne zum Senden von Radarsignalen, wenigstens eine Antenne zum Empfangen von Echosignalen von an Objektzielen reflektierten Radarsignalen und Mittel zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße von mit dem Radarsystem erfassten Objektzielen von Objekten, bezüglich einer Elevations-Bezugsebene, wobei die Mittel aufweisen
Mittel zum Ermitteln von Radialgeschwindigkeiten von erfassten Objektzielen relativ zu dem Radarsystem mittels empfangender Echosignale,
Mittel zum Ermitteln von ersten Richtungsgrößen, welche Richtungen von Objektzielen relativ zu einem ersten gegenüber dem Radarsystem festen Bezugsbereich charakterisieren, mittels empfangender Echosignale
Mittel zum Ermitteln von zweiten Richtungsgrößen, welche Richtungen von Objektzielen relativ zu einem zweiten gegenüber dem Radarsystem festen Bezugsbereich charakterisiert, mittels ersten Richtungsgrößen, Radialgeschwindigkeiten und einer Fortbewegungsgeschwindigkeit des Radarsystems, und Mittel zum Ermitteln wenigstens einer Elevationsgröße von Objektzielen mittels wenigstens einer der Richtungsgrößen.
Stand der Technik
Aus der DE 10 2018 000 517 A1 ist ein Verfahren zur radarbasierten Vermessung und/oder Klassifizierung von Objekten in einer Fahrzeugumgebung bekannt, wobei die Fahrzeugumgebung mittels zumindest eines an einem Fahrzeug angeordneten
Radarsensors erfasst wird und bei einer Ermittlung und/oder Klassifizierung einer Höhe eines Objekts anhand einer Auswertung einer Verschiebung einer Dopplerfrequenz zwischen einem vom Radarsensor ausgesendeten und einem vom Objekt reflektierten Radarsignal Dopplerinformationen erzeugt werden. Unter der Voraussetzung, dass genaue Bewegungsinformationen des Fahrzeugs verfügbar sind, kann die Höhe des Objekts dadurch ermittelt werden, dass die bereits ermittelte Information über den Azimutwinkel des Objekts zusammen mit der empfangenen Dopplerinformation ausgenutzt wird, um den Elevationswinkel genau zu berechnen. Der Azimutwinkel des Objekts wird durch digitales Beamforming an mehrere horizontale Antennen des Radarsensors bestimmt. Ist der Elevationswinkel des Objekts einmal berechnet, kann die Höhe des Objekts aus dem Elevationswinkel des Objekts und dem radialen Abstand vom Radarsensor zum Objekt, wie in einer Gleichung angegeben, ermittelt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren, ein Radarsystem und ein Fahrzeug der eingangs genannten Art zu gestalten, bei denen die Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße eines erfassten Objektziels bezüglich einer Elevations- Bezugsebene effizienter realisiert werden kann. Insbesondere soll die wenigstens eine Elevationsgröße genauer und/oder einfacher, insbesondere mit einfacheren und/oder platzsparenden Mitteln, bestimmt werden können.
Offenbarung der Erfindung
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem Verfahren dadurch gelöst, dass mit wenigstens einer Antenne des Radarsystems Radarsignale gesendet werden und mit wenigstens zwei Antennen des Radarsystems Echosignale empfangen werden, wobei die jeweiligen Phasenzentren der Antennen entlang einer gedachten Antennenachse angeordnet sind, welche parallel zur Elevations-Bezugsebene verläuft, die erste Richtungsgröße relativ zu einer gegenüber dem Radarsystem festen ersten Bezugsachse als Bezugsbereich ermittelt wird und die zweite Richtungsgröße relativ zu einer gegenüber dem Radarsystem festen zweiten Bezugsachse als Bezugsbereich ermittelt wird.
Erfindungsgemäß werden die Radarsignale mit Antennen gesendet und empfangen, deren Phasenzentren entlang einer Antennenachse angeordnet sind. Die Antennenachse verläuft parallel zur Elevations-Bezugsebene. Auf diese Weise kann die Anten-
nenanordnung des Radarsystems einfach und platzsparend linear aufgebaut sein. Die Anordnung der Antennen parallel zu Elevations-Bezugsebene vereinfacht die Zuordnung der Richtungsgrößen.
Erfindungsgemäß werden die erste Richtungsgröße und die zweite Richtungsgröße jeweils gegenüber einer zugehörigen Bezugsachse ermittelt. So können die Richtungsgrößen mit einer eindimensionalen, linearen Antennenanordnung ermittelt werden. Eine zweidimensionale, flächige Antennenanordnung ist hierzu nicht erforderlich. Um wenigstens eine Elevationsgröße direkt gegenüber der Elevations-Bezugsebene bestimmen zu können, ist eine zweidimensionale, flächige Antennenanordnung erforderlich. Die Erfindung ermöglicht, mit einer platzsparenden und einfach gestalteten linearen Antennenanordnung wenigstens eine Elevationsgröße bezüglich der Elevations- Bezugsebene eines Objektziels zu bestimmen.
Die Elevations-Bezugsebene verläuft bei üblicher Orientierung des Radarsystems, insbesondere des Fahrzeugs, horizontal. Bekanntermaßen liegt der Azimut in einer Ebene, welche parallel zu der Elevations-Bezugsebene verläuft oder die Elevations- Bezugsebene ist. Eine Azimut-Bezugsebene, bezüglich der der Azimut definiert ist, steht senkrecht auf der Elevations-Bezugsebene.
Die Radialgeschwindigkeit eines Objektziels ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Objektziel und dem Radarsystem in Richtung einer gedachten Verbindungsachse zwischen dem Objektziel und einem Referenzpunkt des Radarsystems. Der Referenzpunkt des Radarsystems kann vorteilhafterweise der Schnittpunkt der wenigstens zwei Bezugsachsen sein.
Vorteilhafterweise kann der Referenzpunkt, insbesondere der Schnittpunkt der wenigstens zwei Bezugsachsen, oder die Projektion des Referenzpunktes in Richtung senkrecht zur Elevations-Bezugsebene zwischen Phasenzentren der Antennen, insbesondere auf einer gedachten Antennenachse des Radarsystems liegen.
Vorteilhafterweise kann der Referenzpunkt, insbesondere der Schnittpunkt der wenigstens zwei Bezugsachsen, auf einer Ebene liegen, welche durch die Auflagebereiche der Räder des Fahrzeugs auf dem Boden definiert wird. Auf diese Weise kann das Bezugs-
system mit dem Bezugsachsen für die Richtungsgrößen an der Fahrbahn des Fahrzeugs orientiert sein.
Die Fortbewegungsgeschwindigkeit des Radarsystems ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Radarsystem im Raum bewegt. Die Fortbewegungsgeschwindigkeit des Radarsystems kann vorteilhafterweise die Fortbewegungsgeschwindigkeit des Fahrzeugs sein. Die Fortbewegungsgeschwindigkeit kann als Geschwindigkeit über Grund oder dergleichen angegeben werden. Vorteilhafterweise kann die Fortbewegungsgeschwindigkeit mit einem Geschwindigkeitsmesssystem insbesondere des Fahrzeugs ermittelt werden.
Das Verfahren dient zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße eines Objektziels bezüglich einer Elevations-Bezugsebene. Vorteilhafterweise kann eine Elevationsgrößen eine Elevationshöhe sein. Alternativ oder zusätzlich kann eine Elevationsgröße ein Elevationswinkel sein. Die Elevationshöhe ist der Abstand zwischen dem Objektziel und der Elevations-Bezugsebene. Der Elevationswinkel ist der Winkel zwischen der gedachten Verbindungsachse zwischen dem Objektziel und dem Referenzpunkt des Radarsystems einerseits und der Elevations-Bezugsebene andererseits.
Zusätzlich kann mit dem Verfahren der Azimut eines Objektziels ermittelt werden. Auf diese Weise können mit dem Verfahren sowohl wenigstens eine Elevationsgröße als auch der Azimut genauer bestimmt werden.
Bei der Verwendung in Verbindung mit einem Fahrzeug kann mit der Erfindung die Elevationshöhe eines Objektziels ermittelt werden, welches sich insbesondere in Fahrtrichtung vor dem Fahrzeug befindet. Mit Kenntnis der Elevationshöhe kann insbesondere mit einem Fahrerassistenzsystem des Fahrzeugs ermittelt werden, ob das Objektziel so tief angeordnet ist, dass das Fahrzeug darüber hinweg fahren kann, oder das Objektziel so hoch angeordnet ist, dass das Fahrzeug unter dem Objektziel hindurch fahren kann.
Typischerweise können mit Radarsystemen, welche lediglich eine lineare Anordnung von mehreren Antennen, insbesondere Sendeantennen und Empfangsantennen, aufweisen, lediglich der Azimut eines erfassten Objektziels bestimmt werden. Dabei kann der Azimut auf Basis einer Phasenverschiebung von Echosignalen angenommen wer-
den. Dabei werden die Echosignale mit unterschiedlichen Empfangsantennen erfasst. Nur für den Fall, dass das Objektziel die gleiche Elevationshöhe hat wie die Phasenzentren der Antennen, insbesondere der Empfangsantennen, kann mit einem derartigen Radarsystem der Azimut genau ermittelt werden. Falls das Objektziel sich auf einer anderen Elevationshöhe wie die Antennen befindet, wird der Azimut ungenau bestimmt. Um sowohl den Azimut als auch die Elevationsgröße genau ermitteln zu können, werden üblicherweise Konfigurationen von flächig angeordneten Sendeantennen und Empfangsantennen verwendet. In diesem Fall sind zusätzliche Sendekanäle und Empfangskanäle erforderlich, mit denen ausschließlich die Bestimmung der Elevationsgrößen durchgeführt wird. Dies erhöht die Komplexität und den Kostenaufwand für die verwendeten Radarsysteme. Bei der Erfindung kann hierauf verzichtet werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und dem erfindungsgemäßen Radarsystem können Entfernungen und Richtungen von Objektzielen relativ zu dem Radarsystem, insbesondere relativ zum Fahrzeug, in einer zweidimensionalen Ebene ermittelt werden. Durch eine genaue Bestimmung der wenigstens einen Elevationsgröße kann das Objektziel in einem dreidimensionalen Raum charakterisiert werden. Insgesamt ermöglicht die Erfindung eine komplette dreidimensionale Karte der Umgebung des Radarsystems, insbesondere des Fahrzeugs, anzufertigen. Die Erfindung ermöglicht es, sowohl die Ermittlung des Azimuts als auch die Ermittlung wenigstens einer Elevationsgröße mit einer eindimensionalen, linearen Antennenanordnung zu verbessern, ohne dass hierfür zusätzliche, insbesondere flächig angeordnete Antennen, insbesondere Empfangsantennen, erforderlich sind.
Vorteilhafterweise kann das Radarsystem bei Fahrzeugen, insbesondere Kraftfahrzeugen, verwendet werden. Vorteilhafterweise kann das Radarsystem bei Landfahrzeugen, insbesondere Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Bussen, Motorrädern oder dergleichen, Luftfahrzeugen, insbesondere Drohnen, und/oder Wasserfahrzeugen verwendet werden. Das Radarsystem kann auch bei Fahrzeugen eingesetzt werden, die autonom oder wenigstens teilautonom betrieben werden können. Das Radarsystem ist jedoch nicht beschränkt auf Fahrzeuge. Es kann auch im stationären Betrieb, in der Robotik und/oder bei Maschinen, insbesondere Bau- oder Transportmaschinen, wie Kränen, Baggern oder dergleichen, eingesetzt werden.
Das Radarsystem kann vorteilhafterweise mit wenigstens einer elektronischen Steuervorrichtung eines Fahrzeugs oder einer Maschine, insbesondere einem Fahrerassistenzsystem und/oder einer Fahrwerksregelung und/oder einer Fahrer- Informationseinrichtung und/oder einem Parkassistenzsystem und/oder einem Gestenerkennungssystem oder dergleichen, verbunden oder Teil einer solchen sein. Auf diese Weise kann wenigstens ein Teil der Funktionen des Fahrzeugs oder der Maschine autonom oder teilautonom ausgeführt werden.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann die erste Richtungsgröße aus Phasenverschiebungen zwischen mit verschiedenen Antennen empfangenen Echosignalen desselben Radarsignals ermittelt werden. Auf diese Weise kann die erste Richtungsgröße genauer ermittelt werden.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann die zweite Richtungsgröße aus einem mathematischen, insbesondere trigonometrischen, Zusammenhang mit der erste Richtungsgröße, der Radialgeschwindigkeit und der Fortbewegungsgeschwindigkeit berechnet werden, insbesondere eine zweite Richtungsgröße in Form eines zweiten Richtungswinkels als Arcussinus des Quotienten der Radialgeschwindigkeit und dem Produkt aus der Fortbewegungsgeschwindigkeit und dem Cosinus einer ersten Richtungsgröße Form eines ersten Richtungswinkels berechnet werden. Auf diese Weise kann die zweite Richtungsgröße genauer aus bereits ermittelten Größen, insbesondere der erste Richtungsgröße, der Radialgeschwindigkeit und der Fortbewegungsgeschwindigkeit, berechnet werden. Die zweite Richtungsgröße kann so individuell genauer ermittelt werden. Entsprechende Umsetzungstabellen sind hierfür nicht erforderlich.
Vorteilhafterweise kann die zweite Richtungsgröße in Form eines zweiten Richtungswinkels als Arcussinus des Quotienten der Radialgeschwindigkeit und dem Produkt aus der Fortbewegungsgeschwindigkeit und dem Cosinus der ersten Richtungsgröße in Form eines ersten Richtungswinkels berechnet werden. Auf diese Weise können Richtungsgrößen in Form von Richtungswinkeln direkt berechnet werden.
Vorteilhafterweise kann der zweiter Richtungswinkel nach folgender Formel berechnet werden:
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann die zweite Richtungsgröße einer Umsetzungstabelle entnommen werden, welche Zuordnungen von ersten Richtungsgrößen, zweiten Richtungsgrößen, Radialgeschwindigkeiten und Fortbewegungsgeschwindigkeiten enthält, insbesondere eine zweite Richtungsgröße aus einer der jeweiligen Fortbewegungsgeschwindigkeit entsprechenden Umsetzungstabelle entnommen werden, welche zweite Richtungsgrößen in Abhängigkeit von ersten Richtungsgrößen und Radialgeschwindigkeiten enthält. Auf diese Weise können die zweiten Richtungsgrößen schnell und ohne zusätzlichen Rechenaufwand aus bereits ermittelten Größen ermittelt werden.
Die wenigstens eine Umsetzungstabelle kann im Vorfeld, insbesondere im Zuge einer Kalibration des Radarsystems, insbesondere am Ende der Produktionslinie für das Radarsystem oder gegebenenfalls das Fahrzeug, ermittelt und in einem entsprechenden Speichermedium des Radarsystems, insbesondere einer Steuer- und Auswerteeinrichtung, hinterlegt werden.
Vorteilhafterweise kann für unterschiedliche Fortbewegungsgeschwindigkeiten jeweils eine Umsetzungstabelle vorgesehen sein, welche die Zusammenhänge zwischen ersten Richtungsgrößen, zweiten Richtungsgrößen und Radialgeschwindigkeiten für die jeweilige Fortbewegungsgeschwindigkeit enthält. Auf diese Weise kann abhängig von der jeweiligen Fortbewegungsgeschwindigkeit die entsprechende Umsetzungstabelle verwendet werden.
Vorteilhafterweise kann die Umsetzungstabelle eine Vielzahl von Tripel jeweils mit einem ersten Richtungsgröße, einer Radialgeschwindigkeit und der entsprechenden zweiten Richtungsgröße aufweisen. Tripel können einfach, insbesondere auf softwaretechnischem Wege, hinterlegt, insbesondere gespeichert, werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können die erste Richtungsgröße und die zweite Richtungsgröße in Form von Winkeln realisiert werden. Auf
diese Weise können die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder Azimut des erfassten Objektziels einfacher ermittelt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können die zwei Bezugsachsen so vorgegeben werden, dass diese eine Ebene aufspannen, welche sich parallel zu der oder in der Elevations-Bezugsebene erstreckt. Auf diese Weise können das Bezugssystem für die Richtungsgrößen und das Bezugssystem für die wenigstens eine Elevationsgröße und den Azimut eine gemeinsame Orientierung aufweisen. So können die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder der Azimut einfacher aus den Richtungsgrößen ermittelt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann vor der Ermittlung der zweiten Richtungsgröße geprüft werden, ob das erfasste Objektziel stationär ist, falls das Objektziel nicht stationär ist, das Verfahren zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße für dieses Objektziel beendet, andernfalls das Verfahren zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße fortgesetzt werden. Auf diese Weise werden lediglich stationäre Objektziele zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße verwendet. Unter Verwendung von stationären Objektzielen kann die wenigstens eine Elevationsgröße genauer bestimmt werden.
Vorteilhafterweise kann nach Beendigung das Verfahren zur Bestimmung wenigstens einer Elevationsgröße eines Objektziels mit einem anderen Objektziel erneut gestartet werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann zur Prüfung, ob das Objektziel stationär ist, eine Differenz zwischen der Radialgeschwindigkeit und dem Produkt der Fortbewegungsgeschwindigkeit mit dem Cosinus der erste Richtungsgröße gebildet werden, die Differenz mit wenigstens einem Grenzwert verglichen werden, und abhängig von dem Ergebnis des Vergleichs angenommen werden, dass das Objektziel stationär ist und das Verfahren zur Bestimmung der wenigstens einen Elevationsgröße fortgesetzt werden, andernfalls das Verfahren für dieses Objektziel beendet werden und/oder
die Differenz mit zwei vorgegebenen Grenzwerten verglichen werden und, falls die Differenz zwischen den beiden Grenzwerten liegt, angenommen werden, dass das Objektziel stationär ist und das Verfahren zur Bestimmung der wenigstens einen Elevationsgröße fortgesetzt werden, andernfalls das Verfahren für dieses Objektziel beendet werden. Auf diese Weise kann unter Berücksichtigung der Fortbewegungsgeschwindigkeit, der Radialgeschwindigkeit und der ersten Richtungsgröße auf mathematischen Wege, insbesondere trigonometrisch, eine Geschwindigkeit eines Objektziels im Raum ermittelt werden.
Vorteilhafterweise kann die Differenz zwischen der Radialgeschwindigkeiten dem Produkt der Fortbewegungsgeschwindigkeit mit dem Cosinus der ersten Richtungsgröße mit wenigstens einem Grenzwert verglichen werden und abhängig vom Ergebnis des Vergleichs angenommen werden, dass das Objektziel stationär ist. Dabei kann angenommen werden, dass das Objektziel stationär ist, falls die Differenz kleiner als der o- der kleiner/gleich dem Grenzwert ist. Alternativ oder zusätzlich kann angenommen werden, dass das Objektziel stationär ist, falls die Differenz größer als der oder grö- ßer/gleich dem Grenzwert ist.
Vorteilhafterweise können die beiden Grenzwerte unterschiedliche Vorzeichen aufweisen. Auf diese Weise können Bewegung des Objektziels in Richtung auf das Radarsystem zu mit einem Grenzwert mit anderem Vorzeichen versehen werden, als Bewegungen des Objektziels vom Radarsystem weg. Die beiden Grenzwerte können so vorgegeben werden, dass mögliche Bewegungen des erfassten Objektziels innerhalb einer Toleranz, insbesondere einer Messtoleranz des Radarsystems und/oder für die Fortbewegungsgeschwindigkeit, ermittelt werden können.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder der Azimut des Objektziels mittels der ersten Richtungsgröße und der zweiten Richtungsgröße berechnet werden und/oder aus wenigstens einer Umsetzungstabelle entnommen werden. Auf diese Weise können die ermittelten Richtungsgrößen mit geringerem Aufwand in die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder in den Azimut transformiert werden.
Vorteilhafterweise können die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder der Azimut des Objektziels aus der ersten Richtungsgrößen der zweiten Richtungsgröße berechnet werden. Hierzu kann ein mathematischer, insbesondere trigonometrischer, Zusammenhang verwendet werden.
Die Berechnung einer Elevationshöhe als Elevationsgröße kann nach folgender Formel durchgeführt werden:
Dabei sind a eine erste Richtungsgröße in Form eines Richtungswinkels, ß eine zweite Richtungsgrößen in Form eines Richtungswinkels, R eine Entfernung des Objektziels von dem Radarsystem und h die Elevationshöhe.
Vorteilhafterweise kann eine Entfernung des Objektziels mit dem Radarsystem ermittelt werden. Auf diese Weise können alle Größen, die das Objektziel betreffen und die zu Ermittlung der wenigstens einen Elevationsgröße erforderlich sind, mit einer einzigen Radarmessung ermittelt werden.
Alternativ oder zusätzlich können die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder der Azimut aus wenigstens einer Umsetzungstabelle entnommen werden. Auf diese Weise können die wenigstens eine Elevationsgröße und/oder der Azimut schneller ohne zusätzlichen Rechenaufwand ermittelt werden.
Vorteilhafterweise können in der wenigstens einen Umsetzungstabelle Tripel mit mögliche Elevationsgrößen und jeweiligen ersten Richtungsgrößen und zweiten Richtungsgrößen hinterlegt sein. Die wenigstens eine Umsetzungstabelle kann vorab, insbesondere im Zuge einer Kalibration des Radarsystems, insbesondere am Ende der Produktionslinie, ermittelt und in einem entsprechenden Speichermedium insbesondere des Radarsystems hinterlegt werden.
Ferner wird die Aufgabe erfindungsgemäß bei dem Radarsystem dadurch gelöst, dass das Radarsystem aufweist
wenigstens eine Antenne, mit der Radarsignale gesendet werden können, und wenigstens zwei Antennen, mit denen Echosignale von an einem Objektziel reflektierten Radarsignalen empfangen werden können, wobei die jeweiligen Phasenzentren der Antennen entlang einer gedachten Antennenachse angeordnet sind, welche parallel zu der Elevations-Bezugsebene verläuft, eine bezüglich des Radarsystems feste erste Bezugsachse als Bezugsbereich für die erste Richtungsgröße und eine feste zweite Bezugsachse als Bezugsbereich für die zweite Richtungsgröße.
Erfindungsgemäß sind die Antennen des Radarsystems linear entlang der gedachten Antennenachse angeordnet. Auf diese Weise kann die Antennenanordnung platzsparend und einfach gestaltet sein. Außerdem kann die Antennenanordnung definiert bezüglich der Elevations-Bezugsebene orientiert sein. So kann die wenigstens eine Elevationsgröße einfacher ermittelt werden. Das Radarsystem weist eine feste erste Bezugsachse und eine feste zweite Bezugsachse auf, welche als Bezugsbereiche für die erste Richtungsgrößen und die zweite Richtungsgröße dienen.
Außerdem wird die Aufgabe erfindungsgemäß bei dem Fahrzeug dadurch gelöst, dass das wenigstens eine Radarsystem aufweist wenigstens eine Antenne, mit der Radarsignale gesendet werden können, und wenigstens zwei Antennen, mit denen Echosignale von an einem Objektziel reflektierten Radarsignalen empfangen werden können, wobei die jeweiligen Phasenzentren der Antennen entlang einer gedachten Antennenachse angeordnet sind, welche parallel zu der Elevations-Bezugsebene verläuft, eine bezüglich des wenigstens einen Radarsystems feste erste Bezugsachse als Bezugsbereich für die erste Richtungsgröße und eine feste zweite Bezugsachse als Bezugsbereich für die zweite Richtungsgröße.
Vorteilhafterweise können kann wenigstens eine der Bezugsachsen an wenigstens einer definierten gedachten Achse des Fahrzeugs, insbesondere einer Fahrzeuglängsachse, einer Fahrzeugquerachse und/oder einer Fahrzeughochachse, und/oder einer Fahrtrichtungsachse des Fahrzeugs ausgerichtet sein. Auf diese Weise können die mit dem wenigstens einen Radarsystem gewonnenen Informationen einfacher als Umgebungsinformationen für das Fahrzeug verwendet werden.
Vorteilhafterweise kann das Fahrzeug wenigstens ein Fahrerassistenzsystem aufweisen. Mithilfe eines Fahrerassistenzsystems kann das Fahrzeug autonom oder teilautonom betrieben werden.
Vorteilhafterweise kann wenigstens ein Radarsystem funktional mit wenigstens einem Fahrerassistenzsystem verbunden sein. Auf diese Weise können Informationen über die Umgebung des Fahrzeugs, die mit dem wenigstens einen Radarsystem gewonnen werden, von dem wenigstens einen Fahrerassistenzsystem für einen autonomen oder teilautonomen Betrieb streicht es des Fahrzeuges verwendet werden.
Vorteilhafterweise kann wenigstens ein Radarsystem ein insbesondere integraler Bestandteil eines Fahrerassistenzsystems und/oder eines automatisierten Fahrsystems des Fahrzeugs sein. Radarsysteme haben den Vorteil, dass mit ihnen Radialgeschwindigkeiten von erfassten Objektzielen direkt ermittelt werden können.
Im Übrigen gelten die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, dem erfindungsgemäßen Radarsystem und dem erfindungsgemäßen Fahrzeug und deren jeweiligen vorteilhaften Ausgestaltungen aufgezeigten Merkmale und Vorteile untereinander entsprechend und umgekehrt. Die einzelnen Merkmale und Vorteile können selbstverständlich untereinander kombiniert werden, wobei sich weitere vorteilhafte Wirkungen einstellen können, die über die Summe der Einzelwirkungen hinausgehen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Der Fachmann wird die in der Zeichnung, der Beschreibung und den Ansprüchen in Kombination offenbarten Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen. Es zeigen schematisch
Figur 1 eine Vorderansicht eines Fahrzeugs mit einem Radarsystem zur Überwachung eines Überwachungsbereichs in Fahrtrichtung vor dem Fahrzeug, einem Fahrerassistenzsystem und einem geschriene Messsystem;
Figur 2 eine dreidimensionale Darstellung einer Fahrsituation des Fahrzeugs aus der Figur 1 mit einem bezüglich dem Radarsystem festen kartesischen Koordinatensystem, mit einem Objekt vor dem Fahrzeug, wobei das Fahrzeug lediglich nicht perspektivisch in einer Seitenansicht angedeutet ist;
Figur 3 eine Vorderansicht einer Antennenanordnung des Radarsystems aus der Figur 1 mit einer Steuer- und Auswerteeinrichtung, dem Fahrerassistenzsystem und dem Geschwindigkeitsmesssystem;
Figur 4 eine dreidimensionale Darstellung des kartesischen Koordinatensystems aus der Figur 2 aus einer anderen Perspektive im Bezug zu einer Kugeldarstellung;
Figur 5 eine Umsetzungstabelle zur Ermittlung eines zweiten Richtungswinkels für ein Objektziel aus einem ersten Richtungswinkel und einer Radialgeschwindigkeit des Objektziels.
In den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Ausführungsform(en) der Erfindung
In der Figur 1 ist ein Fahrzeug 10 in Form eines Personenkraftwagens in der Vorderansicht gezeigt. Das Fahrzeug 10 umfasst ein Fahrerassistenzsystem 12, ein Geschwindigkeitsmesssystem 34 und ein Radarsystem 14. Das Radarsystem 14 ist funktional mit dem Fahrerassistenzsystem 12 verbunden, sodass Informationen, welche mit dem Radarsystem 14 über einen Überwachungsbereich 16 in Fahrtrichtung vor dem Fahrzeug 10 gewonnen werden, an das Fahrerassistenzsystem 12 übermittelt werden können. Mit dem Fahrerassistenzsystem 12 können Funktionen des Fahrzeugs 10, beispielsweise Fahrfunktionen, autonom oder teilautonom ausgeführt werden.
Das Radarsystem 14 ist beispielhaft in der vorderen Stoßstange des Fahrzeugs 10 angeordnet und in den Überwachungsbereich 16 gerichtet. Das Radarsystem 14 kann auch an anderer Stelle des Fahrzeugs 10 auch anders ausgerichtet angeordnet sein.
Mit dem Radarsystem 14 können Objekte 18 im Überwachungsbereich 16 erfasst werden.
Bei den Objekten 18 kann es sich um stehende oder bewegte Objekte, beispielsweise Fahrzeuge, Personen, Tiere, Pflanzen, Hindernisse, Fahrbahnunebenheiten, beispielsweise Schlaglöcher oder Steine, Fahrbahnbegrenzungen, Verkehrszeichen, Freiräume, beispielsweise Parklücken, Niederschlag oder dergleichen handeln.
Zur Erfassung von Objekten 18 werden mit dem Radarsystem 14 Radarsignale 20 in den Überwachungsbereich 16 gesendet. An Objektzielen 22 von Objekten 18 in Richtung des Radarsystems 14 reflektierte Radarsignale 20 werden als Echosignale 24 mit dem Radarsystem 14 empfangen. Aus den empfangenen Echosignalen 24 können Objektinformationen, beispielsweise eine Entfernung R, eine Radialgeschwindigkeit VR, Elevationsgrößen, beispielsweise ein Elevationswinkel 0 und eine Elevationshöhe h, und eine Azimut des jeweiligen Objektziels 22 relativ zu Bezugsbereichen des Radarsystems 14 und damit relativ zu dem Fahrzeug 10, ermittelt werden.
Ein Objektziel 22 ist ein Bereich eines Objekts 18, an dem Radarsignale 20 reflektiert werden können. Ein Objekt 18 kann ein oder mehrere derartige Objektziele 22 aufweisen. Weist das Objekt 18 mehrere Objektziele 22 auf, so können an diesen Radarsignale 20 auch unterschiedlich, beispielsweise in unterschiedliche Richtungen, reflektiert werden.
In den Figuren 1 bis 4 sind die entsprechenden Koordinatenachsen eines orthogonalen x-y-z-Koordinatensystems gezeigt. In den Figuren 2 und 4 ist das x-y-z- Koordinatensystem in dreidimensionaler Darstellung gezeigt. Die x-Achse des x-y-z- Koordinatensystems verläuft beispielhaft parallel zu einer Fahrzeuglängsachse des Fahrzeugs 10 entlang der Ebene unter dem Fahrzeug 10, welche in der Betriebsposition des Fahrzeugs 10 durch die Auflageflächen der Reifen aufgespannt wird. Die y- Achse verläuft parallel zu einer Fahrzeugquerachse des Fahrzeugs 10 in Fahrtrichtung betrachtet nach links. Die z-Achse verläuft parallel zu einer Fahrzeughochachse des Fahrzeugs 10 nach räumlich oben. Eine Projektion eines Koordinatenursprungs 26 des x-y-z-Koordinatensystems in Richtung der z-Achse liegt zwischen einer Sendeantenne Tx und den Empfangsantennen Rx des Radarsystems 14. Der Koordinatenursprung 26 bildet einen festen Bezugspunkt des Radarsystems 14.
Jeweilige Phasenzentren 28 der Sendeantennen Tx und der Empfangsantennen Rx sind, wie in der Figur 3 gezeigt, auf einer gedachten Antennenachse 30 angeordnet. Die Antennenachse 30 verläuft parallel zur y-Achse und parallel zur x-y-Ebene des x-y-z- Koordinatensystems.
Die x-y-Ebene des x-y-z-Koordinatensystems ist die Elevations-Bezugsebene 31 des Radarsystems 14. Die x-z-Ebene des x-y-z-Koordinatensystems ist die Azimut- Bezugsebene 33 des Radarsystems 14. Die Azimut-Bezugsebene 33 steht senkrecht auf der Elevations-Bezugsebene 31 .
Das Radarsystem 14 weist, wie in der Figur 3 gezeigt, drei Empfangsantennen Rx und eine Sendeantenne Tx auf. Figur 3 zeigt die Sendeantenne Tx und die Empfangsantennen Rx in der Vorderansicht vom Überwachungsbereich 16 aus in Richtung der x-Achse betrachtet. Die Empfangsantennen Rx und die Sendeantenne Tx sind jeweils funktional mit einer Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 des Radarsystems 14 verbunden. Die Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 ist der besseren Übersichtlichkeit wegen beispielhaft oberhalb der Sendeantenne Tx und der Empfangsantennen Rx gezeigt. Sie kann auch an anderer Stelle angeordnet sein. Ferner sind in der Figur 3 das Fahrerassistenzsystem 12 und das Geschwindigkeitsmesssystem 34 dargestellt.
Mit der Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 kann die Sendeantenne Tx zum Senden von Radarsignalen 20 angesteuert werden. Mit den Empfangsantennen Rx können Echosignale 24 empfangen und in elektrische Signale umgewandelt werden. Die elektrischen Signale können an die Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 übermittelt und verarbeitet werden. Beispielsweise können aus den elektrischen Signalen Objektinformationen zu den erfassten Objekte 18 ermittelt werden.
Die Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 ist mit dem Fahrerassistenzsystem 12 verbunden. Über die Verbindung können mit der Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 ermittelte Informationen, beispielsweise die Objektinformationen zu erfassten Objekten 18, an das Fahrerassistenzsystem 12 übermittelt werden. Die übermittelten Informationen können mit dem Fahrerassistenzsystem 12 zum autonomen oder teilautonomen Betrieb des Fahrzeugs 10 herangezogen werden.
Mit dem Geschwindigkeitsmesssystem 34 kann eine Fortbewegungsgeschwindigkeit VH des Fahrzeugs 10 ermittelt werden. Das Geschwindigkeitsmesssystem 34 ist beispielsweise mit der Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 verbunden. Die ermittelte Fortbewegungsgeschwindigkeit VH kann so direkt an das Radarsystem 14 übermittelt werden. Das Geschwindigkeitsmesssystem 34 kann auch indirekt, beispielsweise über ein Steuergerät des Fahrzeugs 10, mit dem Radarsystem 14 und/oder dem Fahrerassistenzsystem 12 verbunden sein.
Die Richtung eines erfassten Objektziels 22 relativ zum Radarsystem 14 ist durch den Azimut <t> und eine Elevationsgröße in Form eines Elevationswinkels 0 charakterisiert. Der Azimut <t> und der Elevationswinkel 0 des Objektziels 22 des Objekts 18 sind in der Figur 4 gezeigt. Die Figur 4 zeigt der einfacheren Verständlichkeit wegen das Koordinatensystem 26 in Verbindung mit einer Kugeldarstellung.
Der Azimut <t> ist der Winkel zwischen der Azimut-Bezugsebene 33 und der Orthogonalprojektion der Verbindungsachse zwischen dem Objektziel 22 und dem Koordinatenursprung 26 auf die Elevations-Bezugsebene 31. Der Elevationswinkel 0 ist der Winkel zwischen der Elevations-Bezugsebene 31 und der Verbindungsachse des Objektziels 22 mit dem Koordinatenursprung 26. Der Azimut <t> und der Elevationswinkel 0 charakterisieren die Richtung des Objektziels 22 bezogen auf jeweilige Bezugsebenen, nämlich die Elevations-Bezugsebene 31 und die Azimut-Bezugsebene 33.
Mit dem Radarsystem 14 kann die Richtung eines erfassten Objektziels 22 aus der Messung der Phasendifferenzen der empfangenen Echosignale 24 zwischen den drei Empfangsantennen Rx bestimmt werden. Aufgrund der linearen Anordnung der Empfangsantennen Rx kann aus den Phasendifferenzen eine erste Richtungsgröße in Form eines ersten Richtungswinkels a ermittelt werden.
Der erste Richtungswinkel a ist der Winkel zwischen der x-Achse und der Verbindungsachse zwischen dem erfassten Objektziel 22 und dem Koordinatenursprung 26. Die x- Achse ist eine feste erste Bezugsachse des Radarsystems 14 für den ersten Richtungswinkel a. Nur falls das erfasste Objektziel 22 in der Elevations-Bezugsebene 31 liegt, also auf der gleichen Elevationshöhe h wie das Radarsystem 14, entspricht der erste Richtungswinkel a dem Azimut <t>.
Die Elevationshöhe h ist die Höhe über der Elevations-Bezugsebene 31 , also der Abstand zur Elevations-Bezugsebene 31. Die Elevationshöhe h und der Elevationswinkel 0 sind jeweils Elevationsgrößen, welche die Position des Objektziels 12 mit charakterisieren.
Aus dem erster Richtungswinkel a, der Radialgeschwindigkeit VR und der Entfernung R des erfassten Objektziels 22 kann eine zweite Richtungsgröße in Form eines zweiten Richtungswinkels ß ermittelt werden.
Die Entfernung R ist die Entfernung des erfassten Objektziels 22 zu dem Bezugspunkt des Radarsystems 14, nämlich dem Koordinatenursprung 26. Der zweite Richtungswinkel ß ist der Winkel zwischen der y-Achse und der Verbindungsachse zwischen dem Objektziel 22 und dem Koordinatenursprung 26. Die y-Achse ist eine zweite feste Bezugsachse des Radarsystems für den zweiten Richtungswinkel ß.
Aus dem ersten Richtungswinkel a und dem zweiten Richtungswinkel ß können Azimut <t>, Elevationswinkel 0 und Elevationshöhe h auch für Objektziele 22 auch dann genau ermittelt werden, wenn diese sich oberhalb oder unterhalb der Elevations-Bezugsebene 31 befinden.
Im Folgenden wird das Verfahren zur Bestimmung der Elevationsgrößen, nämlich des Elevationswinkels 0 und der Elevationshöhe h, und des Azimut für ein Objektziel 22 erläutert.
Hierzu werden mit der Sendeantenne Tx des Radarsystems 14 Radarsignale 20 ausgesendet. Mit den Empfangsantennen Rx werden die Echosignale 24, welche an dem Objektziel 22 reflektiert werden, empfangen und in elektrische Signale umgewandelt.
Aus den Phasendifferenzen zwischen den mit den einzelnen Empfangsantennen Rx empfangenen Echosignalen 24 wird der erste Richtungswinkel a ermittelt. Ferner wird aus den Echosignalen 24 die Radialgeschwindigkeit V und die Entfernung R ermittelt. Darüber hinaus wird mit dem Geschwindigkeitsmesssystem 34 die Fortbewegungsgeschwindigkeit VH des Fahrzeugs 10 ermittelt.
Danach wird geprüft, ob das erfasste Objektziel 22 stationär ist oder sich bewegt. Hierzu wird ein Prüfterm in Form einer Differenz zwischen der Radialgeschwindigkeit VR und dem Produkt aus der Fortbewegungsgeschwindigkeit VH und dem Cosinus des ersten Richtungswinkels a mit einem ersten Grenzwert TH1 und einem zweiten Grenzwert TH2 wie folgt verglichen:
TH1 < VR - VH cos a < TH2
Die Grenzwerte TH1 und TH2 werden beispielsweise unter Berücksichtigung der Toleranzen bei der Bestimmung der Entfernung R, der Radialgeschwindigkeit V und der Fortbewegungsgeschwindigkeit VH vorgegeben. Beispielsweise kann der untere Grenzwert TH1 ein negativer Wert sein. Der obere Grenzwert TH2 kann ein positiver Wert sein. So kann einer der Grenzwerte TH sich auf eine Radialgeschwindigkeiten VR von Objektzielen 22 beziehen, welche sich von dem Radarsystem 14 weg bewegen. Der andere Grenzwert TH kann sich auf Radialgeschwindigkeiten VR von Objektzielen 22 beziehen, welche sich auf das Radarsystem 14 zu bewegen.
Sofern sich der Wert des Prüfterms zwischen den beiden Grenzwerten TH1 und TH2 liegt, wird angenommen, dass das Objektziel 22 stationär ist. Für stationäre Objektziele 22 kann die folgende Ermittlung des Azimut <T> und der Elevationswinkel 0 genauer durchgeführt werden, als dies mit bewegten Objektzielen 22 möglich ist. Um ein genaueres Ergebnis zu erlangen, wird daher das Verfahren mit dem Objektziel 22 nur fortgesetzt, wenn diese stationär ist. Falls die Überprüfung mit dem Prüfterm ergibt, dass das Objektziel 22 nicht stationär ist, wird das Verfahren zur Ermittlung des Azimut <T> und den Elevationsgrößen, nämlich des Elevationswinkels 0 und der Elevationshöhe h, mit einem anderen Objektziel 22 erneut durchgeführt.
Unter der Voraussetzung, dass die Prüfung ergibt, dass das erfasste Objektziel 22 stationär ist, wird der zweite Richtungswinkel ß aus dem ersten Richtungswinkel a, der Entfernung R, der Radialgeschwindigkeit VR und der Fortbewegungsgeschwindigkeit VH ermittelt. Dies kann mittels Berechnung oder mittels Verwendung einer Umsetzungstabelle 36 erfolgen.
Die Berechnung erfolgt beispielsweise mithilfe des folgenden trigonometrischen Zusammenhangs:
VR = VH sin ß cos a
Danach ist
Die Berechnung kann durch entsprechende Mittel auf softwaremäßigem und/oder hardwaremäßigem Wege erfolgen. Die Mittel können beispielsweise in der Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 integriert sein.
Alternativ oder zusätzlich kann der zweite Richtungswinkel ß mittels Umsetzungstabellen 36 ermittelt werden. Hierzu ist beispielsweise in der Steuer- und Auswerteeinrichtung eine Gruppe von Umsetzungstabellen 36 hinterlegt. In der Figur 5 ist beispielhaft eine Visualisierung eine dieser Umsetzungstabellen 36 dargestellt. Die Umsetzungstabellen 36 können vorab, beispielsweise im Zuge einer Kalibration des Radarsystems 14, beispielsweise am Ende der Produktionslinie, ermittelt und in entsprechenden Speichermedien beispielsweise der Steuer- und Auswerteeinrichtung 32 hinterlegt werden.
Jede Umsetzungstabelle 36 der Gruppe entspricht einer konkreten Fortbewegungsgeschwindigkeit VH und enthält den Zusammenhang zwischen dem ersten Richtungswinkel a, dem zweiten Richtungswinkel ß und der Radialgeschwindigkeit VR bei dieser Fortbewegungsgeschwindigkeit VH. Die Umsetzungstabellen 36 können jeweils beispielsweise eine Vielzahl von Tripel jeweils mit einem ersten Richtungswinkel a, einer Radialgeschwindigkeit VR und dem entsprechenden zweiten Richtungswinkel ß aufweisen.
Bei der in der Figur 5 gezeigten Umsetzungstabelle 36 sind die ersten Richtungswinkel a in horizontaler Richtung und die zweiten Richtungswinkel ß in vertikaler Richtung dargestellt. Die unterschiedlichen Radialgeschwindigkeiten VR sind in den entsprechenden Feldern angedeutet.
Der besseren Übersichtlichkeit wegen sind lediglich beispielhaft für die ersten Richtungswinkel a die Werte von 10° bis 70° in Zehnerschritten und für die zweiter Richtungswinkel ß die Werte von 10° bis 70° in Zehnerschritten dargestellt. Beispielhaft sind Radialgeschwindigkeiten VR mit Werten von 5 m/s bis 20 m/s angegeben. In der Praxis kann die Umsetzungstabelle 36 deutlich mehr Werte für die ersten Richtungswinkel a und die zweiten Richtungswinkel ß enthalten. Für die Radialgeschwindigkeiten V können deutlich mehr unterschiedliche auch negative und positive Werte enthalten sein.
Zur Ermittlung des zweiten Richtungswinkels ß wird die für die Fortbewegungsgeschwindigkeit VH passende Umsetzungstabelle 36 herangezogen. Dabei kann, falls für die aktuelle Fortbewegungsgeschwindigkeit VH keine passende Umsetzungstabelle 36 vorhanden ist, die Umsetzungstabelle 36 für die der aktuellen Fortbewegungsgeschwindigkeit VH am nächsten gelegene Fortbewegungsgeschwindigkeit verwendet werden. Aus der entsprechenden Umsetzungstabelle 36 wird für den bereits ermittelten ersten Richtungswinkel a und die bereits ermittelte Radialgeschwindigkeit VR der entsprechende zweite Richtungswinkel ß entnommen.
Falls für einen ersten Richtungswinkel a und eine Radialgeschwindigkeit VR mehrere zweite Richtungswinkel ß zur Verfügung stehen, wie dies beispielsweise für den ersten Richtungswinkel a = 50° in Verbindung mit der Radialgeschwindigkeit VR = 13 m/s der Fall ist, kann beispielsweise eine hier nicht weiter interessierende Plausibilitätsprüfung durchgeführt werden, um zu prüfen, welche der beiden angebotenen zweiten Richtungswinkel ß plausibel ist.
Danach werden der Azimut <t> und der Elevationswinkel 0 aus dem ersten Richtungswinkel a, dem zweiten Richtungswinkel ß und der Entfernung R auf trigonometrischem Wege ermittelt. Alternativ oder zusätzlich können der Azimut <t> und der Elevationswinkel 0 mithilfe beispielsweise einer oder mehrerer geeigneter Umsetzungstabellen aus dem ersten Richtungswinkel a, dem zweiten Richtungswinkel ß und der Entfernung R ermittelt werden.
Die Elevationshöhe h des Objektziels 22 wird aus folgendem mathematischen Zusammenhang berechnet:
Darin sind R die Entfernung, a der erste Richtungswinkel und ß der zweite Richtungswinkel des Objektziels 12.
Alternativ oder zusätzlich kann die Elevationshöhe h statt aus dem ersten Richtungswinkel a, dem zweiter Richtungswinkel ß und der Entfernung R auch aus dem Elevationswinkel 0 und der Entfernung R ermittelt werden.
Mit einer nachfolgenden Überprüfung, welche beispielsweise mit Mitteln des Fahrerassistenzsystems 12 durchgeführt werden kann, kann mithilfe der Elevationshöhe h festgestellt werden, ob sich das Objektziel 22 so weit unten oder so weit oben befindet, dass das Fahrzeug 10 kollisionsfrei darüber hinweg oder darunter hindurch fahren kann.