Verfahren und Vorrichtung zur Laserbearbeitung eines Werkstücks
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Laserbearbeitung eines Werkstücks, welches ein transparentes Material aufweist, bei dem ein Eingangslaserstrahl mittels eines Strahlteilungselements in eine Mehrzahl von Teilstrahlen aufgeteilt wird, aus dem Strahlteilungselement ausgekoppelte Teilstrahlen fokussiert werden, wobei durch Fokussierung der Teilstrahlen mehrere Fokuselemente ausgebildet werden, und bei dem das Material des Werkstücks zur Laserbearbeitung mit den Fokuselementen beaufschlagt wird.
Weiter betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Laserbearbeitung eines Werkstücks, welches ein transparentes Material aufweist, umfassend ein Strahlteilungselement zur Aufteilung eines Eingangslaserstrahls in eine Mehrzahl von Teilstrahlen und eine Fokussieroptik zur Fokussierung von aus dem Strahlteilungselement ausgekoppelten Teilstrahlen, wobei durch die Fokussierung der Teilstrahlen mehrere Fokuselemente zur Laserbearbeitung des Werkstücks ausgebildet werden.
Aus der DE 10 2014 116 958 Al ist ein diffraktives optisches Strahlformungselement zur Aufprägung eines Phasenverlaufs auf einen zur Laserbearbeitung eines für den Laserstrahl weitgehend transparenten Materials vorgesehenen Laserstrahl mit einer Phasenmaske bekannt, die zur Aufprägung einer Mehrzahl von strahlformenden Phasenverläufen auf den die Phasenmaske fallenden Laserstrahl ausgebildet ist, wobei mindestens einem der Mehrzahl von strahlformenden Phasenverläufe ein virtuelles optisches Bild zugeordnet ist, das in mindestens eine langgezogene Fokuszone zum Ausbilden einer Modifikation im zu bearbeitenden Material abbildbar ist.
Aus der EP 3 597 353 Al ist ein Verfahren zum Trennen eines transparenten Materials mittels einer langgezogenen Fokuszone eines Laserstrahls bekannt.
Aus der JP 2020 004 889 A ist ein Verfahren zum Trennen und insbesondere
Abschrägen eines transparenten Materials bekannt, wobei mittels eines Spatial
Light Modulators eine Mehrzahl von Fokuspunkten zur Laserbearbeitung des Materials erzeugt werden.
Aus der US 2020/0147729 Al und der US 2020/0361037 Al sind jeweils Verfahren zur Ausbildung eines abgeschrägten Kantenbereichs an einem transparenten Material mittels eines Laserstrahls bekannt.
Aus der WO 2016/089799 Al ist ein Verfahren zum Trennen eines transparenten Materials mittels mehrerer paralleler nichtbeugender Laserstrahlen bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren und eine eingangs genannte Vorrichtung bereitzustellen, um Materialmodifikationen im Material des Werkstücks auszubilden, welche eine Trennung des Materials mit einer Trennfläche ermöglichen, die eine verringerte Rauheit aufweist.
Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente mindestens 3 pm und/oder höchstens 70 pm beträgt.
Bei der Laserbearbeitung des Werkstücks mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Materialmodifikationen im Material des Werkstücks ausgebildet, welche insbesondere eine Trennung des Materials ermöglichen. Es hat sich gezeigt, dass die Rauheit der sich bei Trennung des Materials ergebenden Trennfläche von dem Abstand der zueinander benachbarten Fokuselemente bzw. dem Abstand der mittels dieser Fokuselemente ausgebildeten Materialmodifikationen abhängig ist. Bei Wahl dieses Abstands im angegebenen Bereich lässt sich die Trennfläche mit einer niedrigen Rauheit und/oder großen Glattheit realisieren. Es ergibt sich daraus eine erhöhte Kantenstabilität des Materials des Werkstücks an der Trennfläche.
Durch Beaufschlagung des Materials des Werkstücks mit den Fokuselementen werden Materialmodifikationen ausgebildet, welche in dem Material an mit den Fokuselementen korrespondierenden Positionen und/oder Abständen angeordnet sind. Insbesondere entspricht der Abstand der zueinander benachbarten Fokuselemente einem Abstand zueinander benachbarter Materialmodifikationen,
welche mittels dieser Fokuselemente im Material des Werkstücks ausgebildet werden. Es hat sich gezeigt, dass die im Material ausgebildeten Materialmodifikationen mit dem erfindungsgemäßen Abstand bzw.
Abstandsbereich eine besonders vorteilhafte Trennung des Materials ermöglichen.
Aufgrund des erfindungsgemäßen Abstands der Materialmodifikationen ergibt sich eine besonders gute Ätzbarkeit des Materials zu dessen Trennung.
Insbesondere führt die Ausbildung von Materialmaterialmodifikationen mit dem genannten Abstand zu einer teilweisen Überlappung von benachbarten Materialmodifikationen, wodurch sich eine Ätzverbindung ergibt. Zudem sind Materialmodifikationen in dem genannten Abstand auch vorteilhaft bei einer thermischen Trennung des Materials, da benachbarte Materialmodifikationen dann insbesondere eine Rissverbindung aufweisen.
Falls ein Abstand der zueinander benachbarten Fokuselemente zu gering wird, können sich hieraus unerwünschte Interferenzeffekte zwischen benachbarten Fokuselementen ergeben, welche beispielsweise Schwebungseffekte in der Intensität der Fokuselemente zur Folge haben können. Dies kann eine Kontrollierbarkeit der Ausbildung der Materialmodifikationen erschweren und insbesondere eine Ausbildung gleichartiger Materialmodifikationen erschweren.
Insbesondere sind unter den Fokuselementen, welche durch Fokussierung der Teilstrahlen ausgebildet werden, diejenigen Fokuselemente zu verstehen, mit denen das Material zur Laserbearbeitung beaufschlagt wird, und/oder welche zur Laserbearbeitung in das Material eingebracht werden.
Insbesondere sind die ausgebildeten Fokuselemente jeweils an unterschiedlichen räumlichen Positionen angeordnet. Unter der räumlichen Position eines bestimmten Fokuselements ist insbesondere eine Mittelpunktsposition des entsprechenden Fokuselements zu verstehen.
Insbesondere ist unter dem Abstand der zueinander benachbarten
Fokuselemente ein Abstand der jeweiligen Mittelpunktspositionen der
Fokuselemente zu verstehen. Insbesondere ist unter dem Abstand der
Fokuselemente deren Abstand innerhalb des Materials des Werkstücks zu verstehen.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass zur Laserbearbeitung des Werkstücks die Fokuselemente relativ zu dem Material des Werkstücks mit einer Vorschubgeschwindigkeit bewegt werden. Vorzugsweise liegen die Fokuselemente in einer Ebene, welche insbesondere senkrecht zur Vorschubrichtung orientiert ist. Insbesondere liegen alle ausgebildeten Fokuselemente in dieser Ebene.
Vorteilhaft kann es sein, wenn der Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente höchstens 50 |jm und insbesondere höchstens 30 |jm beträgt.
Besonders vorteilhaft kann es sein, wenn der Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente mindestens 5 |jm und/oder höchstens 10 |jm beträgt. Es lässt sich dadurch eine Trennung des Materials mit einer Trennfläche realisieren, welche eine besonders geringe Rauheit und/oder eine besonders großer Glattheit aufweist.
Beispielsweise sind mehrere zueinander benachbarte Fokuselemente vorgesehen, welche jeweils zumindest näherungsweise mit einem gleichen Abstand zueinander beabstandet sind. Es kann vorgesehen sein, dass alle zur Laserbearbeitung des Werkstücks vorgesehenen Fokuselemente mit dem gleichen Abstand zueinander beabstandet sind.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass eine Aufteilung des Eingangslaserstrahls mittels des Strahlteilungselements durch Phasenaufprägung auf einen Strahlquerschnitt des Eingangslaserstrahls erfolgt oder eine Phasenaufprägung auf einen Strahlquerschnitt des Eingangslaserstrahls umfasst. Es lassen sich dadurch die Fokuselemente beispielsweise als Kopien zueinander ausbilden. Insbesondere lassen sich dadurch die Fokuselemente auf technisch einfache Weise an unterschiedlichen Positionen und/oder mit unterschiedlichen Abständen in das Material des Werkstücks einbringen.
Es kann vorgesehen sein, dass die Aufteilung des Eingangslaserstrahls ausschließlich durch Phasenaufprägung auf den Strahlquerschnitt des Eingangslaserstrahls erfolgt.
Insbesondere erfolgt die Phasenaufprägung in transversaler Richtung des Eingangslaserstrahls. Die transversale Richtung liegt in einer zur Strahlausbreitungsrichtung des Eingangslaserstrahls senkrecht orientierten Ebene.
Alternativ oder zusätzlich kann es vorgesehen sein, dass eine Aufteilung des Eingangslaserstrahls mittels des Strahlteilungselements durch Polarisationsstrahlteilung erfolgt oder eine Polarisationsstrahlteilung umfasst. Beispielsweise lassen sich dann zueinander benachbarte Fokuselemente jeweils mit unterschiedlichen Polarisationszuständen ausbilden. Es kann dadurch insbesondere eine Interferenz zueinander benachbarter Fokuselemente verhindert werden. Dadurch lassen sich zueinander benachbarte Fokuselemente beispielsweise mit einem besonders geringen Abstand zueinander anordnen.
Es ist grundsätzlich möglich, dass die Aufteilung des Eingangslaserstrahls sowohl mittels Phasenaufprägung als auch mittels Polarisationsstrahlteilung erfolgt.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass der Abstand der zueinander benachbarten Fokuselemente eine von Null verschiedene Abstandskomponente aufweist, welche parallel zu einer Dickenrichtung des Werkstücks orientiert ist. Insbesondere weist der jeweilige Abstand aller benachbarter Fokuselemente, welche zur Laserbearbeitung des Werkstücks vorgesehen sind, eine von Null verschiedene Abstandskomponente auf, welche parallel zur Dickenrichtung des Werkstücks orientiert ist.
Insbesondere weist die zur Dickenrichtung parallele Abstandskomponente einen Wert auf, welcher betragsmäßig größer als Null ist.
Unter der Dickenrichtung des Werkstücks ist insbesondere eine Richtung zu verstehen, welche quer und insbesondere senkrecht zu einer Außenseite des Werkstücks orientiert ist, durch welche die Fokuselemente und/oder ein
Laserstrahl zur Ausbildung der Fokuselemente in das Material eingekoppelt werden.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass der Abstand der zueinander benachbarten Fokuselemente eine von Null verschiedene Abstandskomponente aufweist, welche parallel zu einer Strahlausbreitungsrichtung eines Laserstrahls orientiert ist, aus welchem die Fokuselemente gebildet sind. Insbesondere weist der jeweilige Abstand aller benachbarter Fokuselemente, welche zur Laserbearbeitung des Werkstücks vorgesehen sind, diese von Null verschiedene Abstandskomponente auf.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass voneinander verschiedene Fokuselemente entlang einer vorgegebenen Bearbeitungslinie angeordnet werden, und dass durch Beaufschlagung des Materials des Werkstücks mit diesen Fokuselementen in dem Material des Werkstücks entlang der Bearbeitungslinie Materialmodifikationen ausgebildet werden, welche insbesondere eine Trennung des Materials ermöglichen.
Insbesondere sind die Fokuselemente entlang der Bearbeitungslinie so beabstandet und/oder weisen eine solche Intensität auf, dass die mittels der Fokuselemente entlang der Bearbeitungslinie ausgebildeten Materialmodifikationen eine Trennung des Materials ermöglichen.
Mittels der Bearbeitungslinie lässt sich eine Kantengeometrie und/oder eine Querschnittsgeometrie einer durch Trennung des Materials entstehenden Trennfläche definieren. Insbesondere korrespondiert eine Form der Bearbeitungslinie mit einer Form und/oder Querschnittsform der durch Trennung des Materials ausgebildeten Trennfläche.
Beispielsweise weist die mindestens eine Bearbeitungslinie eine Gesamtlänge zwischen 50 pm und 5000 pm und vorzugsweise zwischen 100 pm und 1000 pm auf. Es lassen sich dadurch Werkstücke mit einer Dicke im genannten Bereich bearbeiten und insbesondere Trennen.
Das Material des Werkstücks weist beispielsweise eine Dicke zwischen 50 pm und 5000 pm und vorzugsweise zwischen 100 pm und 1000 pm, beispielsweise ca. 500 pm, auf.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die Bearbeitungslinie über eine Dicke des Materials des Werkstücks und/oder über eine Dicke eines von dem Werkstück abzutrennenden Werkstücksegments räumlich durchgängig ausgebildet ist.
Die Bearbeitungslinie ist nicht notwendigerweise räumlich zusammenhängend ausgebildet, sondern kann verschiedene räumlich getrennte Abschnitte aufweisen. Insbesondere kann die Bearbeitungslinie Lücken und/oder Unterbrechungen aufweisen, in denen keine Fokuselemente angeordnet sind.
Insbesondere ist oder umfasst die Bearbeitungslinie eine Verbindungslinie zwischen zueinander benachbarten Fokuselementen.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass zumindest eine Teilmenge der zueinander benachbarten Fokuselemente, welche der Bearbeitungslinie zugeordnet sind, eine von Null verschiedene Abstandskomponente aufweisen, welche parallel zu einer ersten Raumrichtung orientiert ist, und eine von Null verschiedene weitere Abstandskomponente aufweisen, welche senkrecht zur ersten Raumrichtung orientiert ist. Die erste Raumrichtung ist insbesondere eine Dickenrichtung des Werkstücks und/oder eine Strahlausbreitungsrichtung und insbesondere Haupt-Strahlausbreitungsrichtung eines Laserstrahls, aus welchem die Fokuselemente gebildet sind.
Günstig kann es sein, wenn pro 100 pm Länge der Bearbeitungslinie jeweils mindestens 3 und/oder höchstens 30 Fokuselemente angeordnet sind.
Insbesondere sind pro 100 pm Länge der Bearbeitungslinie mindestens 10 und/oder höchstens 20 Fokuselemente angeordnet. Dadurch werden im Material des Werkstücks Materialmodifikationen ausgebildet, welche mit einem Abstand von mindestens 3 pm und/oder höchstens 70 pm, insbesondere mindestens 5 pm und/oder höchstens 10 pm, beabstandet sind. Es lässt sich dadurch bei
Trennung des Materials die Trennfläche mit geringer Rauheit und/oder großer Glattheit realisieren.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass ein Anstellwinkel zwischen der Bearbeitungslinie und einer Außenseite des Werkstücks, durch welche die Fokuselemente zur Laserbearbeitung in das Material des Werkstücks eingekoppelt werden, zumindest abschnittsweise mindestens 1° und/oder höchstens 90° und insbesondere höchstens 89° beträgt. Je nach Wahl des Anstellwinkels lässt sich dadurch beispielsweise ein senkrechter Schnitt an dem Werkstück ausführen oder es lässt das Werkstück unter einem bestimmten Winkel anfasen.
Darunter, dass die Bearbeitungslinie zumindest abschnittsweise einen bestimmten Anstellwinkel bzw. Anstellwinkelbereich aufweist, ist insbesondere zu verstehen, dass die Bearbeitungslinie zumindest einen Abschnitt mit diesem Anstellwinkel bzw. Anstellwinkelbereich aufweist.
Insbesondere kann der Anstellwinkel mindestens 10° und/oder höchstens 80°, bevorzugt mindestens 30° und/oder höchstens 60°, besonders bevorzugt mindestens 40° und/oder höchstens 50°, betragen.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, der Anstellwinkel der Bearbeitungslinie zumindest abschnittsweise konstant ist, und/oder dass die Bearbeitungslinie mehrere Abschnitte mit unterschiedlichen Anstellwinkeln aufweist.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die Bearbeitungslinie zumindest abschnittsweise eine Gerade ist, und/oder dass die Bearbeitungslinie zumindest abschnittsweise eine Kurve ist.
Durch Ausführung der Bearbeitungslinie als Kurve lassen sich beispielsweise abgerundete Segmente von dem Werkstück abtrennen. Dadurch lassen sich beispielsweise abgerundete Kanten erzeugen.
Bei Ausführung der Bearbeitungslinie als Kurve ist der Bearbeitungslinie beispielsweise ein bestimmter Anstellwinkelbereich zugeordnet, welchen die Bearbeitungslinie bezüglich der Außenseite des Werkstücks aufweist.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die Bearbeitungslinie mit den Fokuselementen zur Laserbearbeitung des Werkstücks relativ zu dem Werkstück in eine Vorschubrichtung bewegt wird, wobei die Bearbeitungslinie in einer zur Vorschubrichtung senkrecht orientierten Ebene liegt. Es wird dadurch insbesondere eine mit der Bearbeitungslinie korrespondierende Bearbeitungsfläche ausgebildet, entlang welcher Materialmodifikationen angeordnet sind und/oder entlang welcher das Material des Werkstücks trennbar ist.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass das Material des Werkstücks nach erfolgter Laserbearbeitung trennbar ist oder getrennt wird, wobei es insbesondere vorgesehen sein kann, dass das Material an einer Bearbeitungsfläche, an welcher mittels der Laserbearbeitung Materialmodifikationen ausgebildet wurden, trennbar ist oder getrennt wird.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass das Material des Werkstücks durch Ausübung einer thermischen Beaufschlagung und/oder einer mechanischen Spannung und/oder durch Ätzen mittels mindestens einer nasschemischen Lösung trennbar ist oder getrennt wird. Beispielsweise erfolgt das Ätzen in einem ultraschallunterstützten Ätzbad.
Die durch ultrakurze Laserpulse in transparente Materialien eingebrachten Materialmodifikationen werden in drei verschiedene Klassen unterteilt, siehe K. Itoh et al. "Ultrafast Processes for Bulk Modification of Transparent Materials" MRS Bulletin, vol. 31 p.620 (2006): Typ I ist eine isotrope Brechungsindexänderung; Typ II ist eine doppelbrechende Brechungsindexänderung; und Typ III ist ein sogenannter Void beziehungsweise Hohlraum. Die erzeugte Materialmodifikation hängt hierbei von Laserparametern des Laserstrahls, aus welchem das Fokuselement gebildet ist, wie z.B. der Pulsdauer, der Wellenlänge, der Pulsenergie und der Repetitionsfrequenz des Laserstrahls, und von den Materialeigenschaften, wie unter Anderem der
elektronischen Struktur und dem thermischen Ausdehnungskoeffizient, sowie von der numerischen Apertur (NA) der Fokussierung, ab.
Die isotropen Brechungsindexänderungen des Typs I werden auf ein örtlich begrenztes Aufschmelzen durch die Laserpulse und eine schnelle Wiedererstarrung des transparenten Materials zurückgeführt. Beispielsweise ist bei Quarzglas die Dichte und der Brechungsindex des Materials höher, wenn das Quarzglas von einer höheren Temperatur schnell herunter gekühlt wird. Wenn also das Material im Fokusvolumen schmilzt und dann schnell abkühlt, weist das Quarzglas in den Bereichen der Materialmodifikation einen höheren Brechungsindex auf, als in den nicht modifizierten Bereichen.
Die doppelbrechenden Brechungsindexänderungen des Typs II können beispielsweise durch Interferenzen zwischen dem ultrakurzen Laserpuls und dem elektrischen Feld des durch die Laserpulse erzeugten Plasmas entstehen. Diese Interferenz führt zu periodischen Modulationen in der Elektronenplasmadichte, welche beim Erstarren zu einer doppelbrechenden Eigenschaft, also richtungsabhängigen Brechungsindizes, des transparenten Materials führt. Eine Typ II Modifikation geht beispielsweise auch mit der Bildung von sogenannten Nanogratings einher.
Die Voids (Hohlräume) der Typ III-Modifikationen können beispielsweise mit einer hohen Laserpulsenergie erzeugt werden. Hierbei wird die Bildung der Voids einer explosionsartigen Ausdehnung von hoch angeregtem, verdampftem Material aus dem Fokusvolumen in das umgebende Material zugeschrieben. Dieser Prozess wird auch als Mikroexplosion bezeichnet. Da diese Ausdehnung innerhalb der Masse des Materials stattfindet, hinterlässt die Mikroexplosion einen weniger dichten oder hohlen Kern (der Void), beziehungsweise eine mikroskopische Fehlstelle im Submikrometer-Bereich oder im atomaren Bereich, der oder die von einer verdichteten Materialhülle umgeben ist. Durch die Verdichtung an der Stoßfront der Mikroexplosion entstehen in dem transparenten Material Spannungen, die zu einer spontanen Rissbildung führen können, beziehungsweise eine Rissbildung begünstigen können.
Insbesondere kann die Bildung von Voids auch mit Typ I und Typ II Modifikationen einhergehen. Beispielsweise können Typ I und Typ II Modifikationen in den weniger beanspruchten Gebieten um die eingebrachten Laserpulse herum entstehen. Wenn demnach vom Einbringen einer Typ III Modifikation die Rede ist, dann ist in jedem Fall ein weniger dichter oder hohler Kern beziehungsweise eine Fehlstelle vorhanden. Beispielsweise wird in Saphir bei einer Typ III Modifikation durch die Mikroexplosion kein Hohlraum erzeugt, sondern ein Bereich geringerer Dichte. Aufgrund der auftretenden Materialspannungen bei einer Typ III Modifikation geht eine solche Modifikation zudem oft mit einer Rissbildung einher oder begünstig diese zumindest. Die Bildung von Typ I und Typ II Modifikationen kann beim Einbringen von Typ III Modifikationen nicht vollständig unterbunden oder vermieden werden. Das Auffinden von "reinen" Typ III Modifikationen ist daher nicht wahrscheinlich.
Bei hohen Repetitionsraten des Laserstrahls kann das Material zwischen den Pulsen nicht vollständig abkühlen, sodass kumulative Effekte der eingebrachten Wärme von Puls zu Puls einen Einfluss auf die Materialmodifikation nehmen können. Beispielsweise kann die Repetitionsfrequenz des Laserstrahls höher sein als der Kehrwert der Wärmediffusionszeit des Materials, sodass in an den Fokuselementen durch sukzessive Absorption von Laserenergie eine Wärmeakkumulation stattfinden kann, bis die Schmelztemperatur des Materials erreicht ist. Durch den thermischen Transport der Wärmeenergie in die die Fokuselemente umliegenden Gebiete kann zudem ein größerer Bereich als die Fokuselemente aufgeschmolzen werden. Nach dem Einbringen von ultrakurzen Laserpulsen, kühlt das erwärmte Material schnell ab, so dass die Dichte und andere strukturelle Eigenschaften des Hochtemperaturzustands im Material gewissermaßen eingefroren werden.
Vorteilhaft kann es sein, wenn durch Beaufschlagung des Materials des Werkstücks mit den Fokuselementen Materialmodifikationen in dem Material ausgebildet werden, wobei die Materialmodifikationen mit einer Rissbildung des Materials einhergehen, und/oder wobei die Materialmodifikationen Typ-III- Materialmodifikationen sind. Insbesondere lässt sich mittels dieser Materialmodifikationen einen Trennung des Materials realisieren.
Günstig kann es sein, wenn durch Beaufschlagung des Materials des Werkstücks mit den Fokuselementen Materialmodifikationen in dem Material ausgebildet werden, wobei die Materialmodifikationen mit einer Änderung eines Brechungsindex des Materials einhergehen, und/oder wobei die Materialmodifikationen Typ-I-Materialmodifikationen und/oder Typ-II- Materialmodifikationen sind. Insbesondere lässt sich mittels dieser Materialmodifikationen einen Trennung des Materials realisieren.
Unter einem transparenten Material ist insbesondere ein Material zu verstehen, durch welches mindestens 70 % und insbesondere mindestens 80 % und insbesondere mindestens 90 % einer Laserenergie eines Laserstrahls, aus welchem die Fokuselemente gebildet sind, transmittiert wird.
Insbesondere ist der Eingangslaserstrahl und/oder ein Laserstrahl, aus welchem die Fokuselemente ausgebildet sind, ein gepulster Laserstrahl und insbesondere ein Ultrakurzpulslaserstrahl. Durch Beaufschlagung des Materials mit den Fokuselementen werden dadurch insbesondere Laserpulse und insbesondere ultrakurze Laserpulse in das Material eingebracht.
Insbesondere weist der Eingangslaserstrahl und/oder ein Laserstrahl, aus welchem die Fokuselemente ausgebildet sind, ein beugendes Strahlprofil und/oder ein gaußförmiges Strahlprofil auf.
Beispielsweise beträgt eine Wellenlänge des Eingangslaserstrahls und/oder des Laserstrahls, aus welchem die Fokuselemente ausgebildet sind, mindestens 300 nm und/oder höchstens 1500 nm. Beispielsweise beträgt die Wellenlänge 515 nm oder 1030 nm.
Insbesondere weist der Eingangslaserstrahl und/oder der Laserstrahl, aus welchem die Fokuselemente ausgebildet sind, eine mittlere Leistung von mindestens IW bis 1kW auf. Beispielsweise umfasst der Laserstrahl Pulse mit einer Pulsenergie von mindestens 10 pJ und/oder höchstens 50 mJ. Es kann vorgesehen sein, dass der Laserstrahl Einzelpulse oder Bursts umfasst, wobei die Bursts 2 bis 20 Subpulse und insbesondere einen zeitlichen Abstand von näherungsweise 20ns aufweisen.
Insbesondere ist unter einem Fokuselement ein Strahlungsbereich mit einer bestimmten räumlichen Ausdehnung zu verstehen. Zur Bestimmung von räumlichen Dimensionen eines bestimmten Fokuselements, wie z.B. eines Durchmessers des Fokuselements, werden nur Intensitätswerte betrachtet, welche oberhalb einer bestimmten Intensitätsschwelle liegen. Die Intensitätsschwelle wird hierbei beispielsweise so gewählt, dass unterhalb dieser Intensitätsschwelle liegende Werte eine derart geringe Intensität aufweisen, sodass diese für eine Wechselwirkung mit dem Material zur Ausbildung von Materialmodifikationen nicht mehr relevant sind. Beispielsweise beträgt die Intensitätsschwelle 50% eines globalen Intensitätsmaximums des Fokuselements.
Insbesondere ist einem bestimmten Fokuselement jeweils ein räumlicher Wechselwirkungsbereich zugeordnet, in welchem das Fokuselement mit dem Material des Werkstücks wechselwirkt, wenn es in dieses eingebracht wird.
Insbesondere wechselwirken die in das Material eingebrachten Fokuselemente mit dem Material durch nichtlineare Absorption. Insbesondere werden mittels den Fokuselementen Materialmodifikationen im Material aufgrund nichtlinearer Absorption ausgebildet.
Insbesondere weisen die Fokuselemente ein beugendes Strahlprofil auf. Insbesondere sind die Fokuselemente beugungsbegrenzt ausgebildet.
Beispielsweise weist ein bestimmtes Fokuselement eine gaußförmige Form und/oder ein gaußförmiges Intensitätsprofil auf.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die jeweiligen Fokuselemente gemäß der vorstehenden Definition eine maximale räumliche Ausdehnung von mindestens 0,5 pm und/oder höchstens 30 pm, bevorzugt mindestens 2 pm und/oder höchstens 10 pm, aufweisen. Insbesondere beträgt eine maximale räumliche Ausdehnung eines einem bestimmten Fokuselement zugeordneten Wechselwirkungsbereichs mit dem Material des Werkstücks mindestens 0,5 pm
und/oder höchstens 30 |jm, und vorzugsweise mindestens 2 pm und/oder höchstens 10 pm.
Unter der maximalen räumlichen Ausdehnung eines bestimmten Fokuselements ist insbesondere die größte räumliche Ausdehnung des Fokuselements in einer beliebigen Raumrichtung zu verstehen.
Insbesondere ist eine jeweilige maximale räumliche Ausdehnung der Fokuselemente kleiner als 20% und bevorzugt kleiner als 10 % und besonders bevorzugt kleiner als 5 % einer Dicke des Materials.
Erfindungsgemäß ist es bei der eingangs genannten Vorrichtung zur Laserbearbeitung eines Werkstücks vorgesehen, dass ein Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente mindestens 3 pm und/oder höchstens 70 pm beträgt.
Insbesondere weist die erfindungsgemäße Vorrichtung ein oder mehrere weitere Merkmale und/oder Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens auf. Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung wurden bereits im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erläutert.
Insbesondere ist das erfindungsgemäße Verfahren mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausführbar oder das erfindungsgemäße Verfahren wird mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgeführt.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass der Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente mindestens 5 pm und/oder höchstens 10 pm beträgt.
Insbesondere sind das Strahlteilungselement und/oder die Fokussieroptik eingerichtet, um Fokuselemente mit dem genannten Abstand bzw. Abstandsbereich auszubilden.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das Strahlteilungselement als 3D-
Strahlteilungselement ausgebildet ist oder ein 3D-Strahlteilungselement umfasst.
Dann kann es vorgesehen sein, dass die Aufteilung des Eingangslaserstrahls durch Phasenaufprägung auf einen Strahlquerschnitt des Eingangslaserstrahls und insbesondere ausschließlich durch Phasenaufprägung auf den Strahlquerschnitt des Eingangslaserstrahls erfolgt.
Günstig kann es sein, wenn das Strahlteilungselement als Polarisations- Strahlteilungselement ausgebildet ist oder ein Polarisations- Strahlteilungselement umfasst.
Beispielsweise umfasst das Strahlteilungselement mehrere Komponenten und/oder Funktionalitäten. Es kann vorgesehen sein, dass das Strahlteilungselement sowohl ein 3D-Strahlteilungselement als auch ein Polarisations-Strahlteilungselement umfasst.
Insbesondere umfasst die Vorrichtung eine Laserquelle zur Bereitstellung des Eingangslaserstrahls, wobei der Eingangslaserstrahl insbesondere ein gepulster Laserstrahl und/oder ein Ultrakurzpulslaserstrahl ist.
Insbesondere ist unter den Angaben "zumindest näherungsweise" oder "näherungsweise" im Allgemeinen eine Abweichung von höchstens 10 % zu verstehen. Falls nicht anders angegeben, ist unter den Angaben "zumindest näherungsweise" oder "näherungsweise" insbesondere zu verstehen, dass ein tatsächlicher Wert und/oder Abstand und/oder Winkel um höchstens 10 % von einem idealen Wert und/oder Abstand und/oder Winkel abweicht.
Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen dient im Zusammenhang mit den Zeichnungen der näheren Erläuterung der Erfindung. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung zur Laserbearbeitung eines Werkstücks;
Fig. 2 eine schematische Querschnittsdarstellung eines Abschnitts eines
Materials des Werkstücks, in welchem das Material zur
Laserbearbeitung mit mehreren Fokuselementen beaufschlagt wird;
Fig. 3 eine schematische Querschnittsdarstellung eines Abschnitts des Werkstücks, in welchem durch Beaufschlagung des Werkstücks mit Fokuselementen Materialmodifikationen erzeugt wurden, welche mit einer Rissbildung des Materials einhergehen;
Fig. 4a eine Querschnittsdarstellung einer simulierten Intensitätsverteilung von Fokuselementen zur Laserbearbeitung des Werkstücks, wobei zueinander benachbarte Fokuselemente jeweils mit einem Abstand von ca. 17,5 |jm beabstandet sind;
Fig. 4b eine Querschnittsdarstellung einer simulierten Intensitätsverteilung von Fokuselementen zur Laserbearbeitung des Werkstücks, wobei zueinander benachbarte Fokuselemente jeweils mit einem Abstand von ca. 8,0 |jm beabstandet sind;
Fig. 5a eine schematische perspektivische Darstellung eines Werkstücks mit daran ausgebildeten Materialmodifikationen, welche sich entlang einer Bearbeitungslinie und/oder Bearbeitungsfläche erstecken;
Fig. 5b eine schematische perspektivische Darstellung von zwei Werkstücksegmenten, welche durch Trennung des Werkstücks gemäß Fig. 4a entlang der Bearbeitungslinie und/oder Bearbeitungsfläche gebildet sind;
Fig. 6a eine Mikroskopaufnahme eines Abschnitts einer durch Trennung des Materials des Werkstücks ausgebildeten Trennfläche, wobei der Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente, mittels welchen das Material an der Trennfläche bearbeitet wurde, ca. 7,0 pm beträgt;
Fig. 6b ein entlang der Linie A-A gemäß Fig. 6a gemessenes Höhenprofil;
Fig. 6c eine Mikroskopaufnahme eines Abschnitts einer durch Trennung des Materials des Werkstücks ausgebildeten Trennfläche, wobei der Abstand zueinander benachbarter Fokuselemente, mittels welchen das Material an der Trennfläche bearbeitet wurde, ca. 25,0 pm beträgt; und
Fig. 6d ein entlang der Linie B-B gemäß Fig. 6c gemessenes Höhenprofil.
Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Laserbearbeitung eines Werkstücks ist in Fig. 1 gezeigt und dort mit 100 bezeichnet. Mittels der Vorrichtung 100 lassen sich in einem Material 102 des Werkstücks 104 lokalisierte Materialmodifikationen, wie beispielsweise Fehlstellen im Submikrometerbereich oder atomaren Bereich, erzeugen, welche eine Materialschwächung zur Folge haben. An diesen Materialmodifikationen lässt sich das Werkstück 104 trennen. Beispielsweise lässt sich mittels der erzeugten Materialmodifikationen ein Werkstücksegment von dem Werkstück 104 abtrennen.
Insbesondere können mittels der Vorrichtung 100 Materialmodifikationen unter einem Anstellwinkel in das Material 102 eingebracht werden, sodass sich durch Abtrennung eines entsprechenden Werkstücksegments von dem Werkstück 104 ein Kantenbereich des Werkstücks 104 anfasen oder abschrägen lässt.
Die Vorrichtung umfasst ein Strahlteilungselement 106, in welches ein Eingangslaserstrahl 108 eingekoppelt wird. Dieser Eingangslaserstrahl 108 wird beispielsweise mittels einer Laserquelle 110 bereitgestellt. Beispielsweise ist der Eingangslaserstrahl 108 ein gepulster Laserstrahl und/oder ein Ultrakurzpulslaserstrahl.
Unter dem Eingangslaserstrahl 108 ist insbesondere ein Strahlenbündel zu verstehen, welches eine Mehrzahl insbesondere parallel verlaufender Strahlen umfasst. Der Eingangslaserstrahl 108 weist insbesondere einen transversalen
Strahlquerschnitt 112 und/oder eine transversale Strahlausdehnung auf, mit welchem bzw. welcher der Eingangslaserstrahl 108 auf das Strahlteilungselement 106 trifft.
Der auf das Strahlteilungselement 106 treffende Eingangslaserstrahl 108 weist insbesondere zumindest näherungsweise ebene Wellenfronten 114 auf.
Mittels des Strahlteilungselements 106 wird der Eingangslaserstrahl 108 in eine Mehrzahl von Teilstrahlen 116 und/oder Teilstrahlenbündeln aufgeteilt. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel sind zwei voneinander verschiedene Teilstrahlen 116a und 116b angedeutet.
Die aus dem Strahlteilungselement 106 ausgekoppelten Teilstrahlen 116 bzw. Teilstrahlenbündel weisen insbesondere ein divergentes Strahlprofil auf. Insbesondere ist das Strahlteilungselement 106 als Fernfeldstrahlformungselement ausgebildet.
Zur Fokussierung der aus dem Strahlteilungselement 106 ausgekoppelten Teilstrahlen 116 umfasst die Vorrichtung 100 eine Fokussieroptik 118, in welche die Teilstrahlen 116 eingekoppelt werden. Die Fokussieroptik 118 weist beispielsweise ein oder mehrere Linsenelemente auf. Beispielsweise ist die Fokussieroptik 118 als Mikroskopobjektiv ausgebildet.
Beispielsweise ist das Strahlteilungselement 106 zumindest näherungsweise in einer rückseitigen Brennebene der Fokussieroptik 118 angeordnet.
Die Fokussieroptik 118 weist beispielsweise eine Brennweite zwischen 5 mm und 50 mm auf.
Insbesondere treffen voneinander verschiedene Teilstrahlen 116 mit einem Ortsversatz und/oder Winkelversatz auf die Fokussieroptik 118 auf.
Die Teilstrahlen 116 werden mittels der Fokussieroptik 118 fokussiert, sodass mehrere Fokuselemente 120 ausgebildet werden, welche jeweils an unterschiedlichen räumlichen Positionen angeordnet sind. Es ist grundsätzlich
möglich, dass sich zueinander benachbarte Fokuselemente abschnittsweise räumlich überlappen.
Beispielsweise sind einem bestimmten Fokuselement 120 jeweils ein oder mehrere Teilstrahlen 116 und/oder Teilstrahlenbündel zugeordnet. Beispielsweise wird ein jeweiliges Fokuselement 120 durch Fokussierung ein oder mehrerer Teilstrahlen 116 und/oder Teilstrahlenbündel ausgebildet.
Unter einem Fokuselement 120 ist insbesondere ein fokussierter Strahlungsbereich zu verstehen, wie z.B. ein Fokusspot und/oder ein Fokuspunkt. Insbesondere weisen die Fokuselemente 120 jeweils eine bestimmte geometrische Form und/oder ein bestimmtes Intensitätsprofil auf, wobei unter der geometrischen Form beispielsweise eine räumliche Form und/oder räumliche Ausdehnung des jeweiligen Fokuselements 120 zu verstehen ist.
Die geometrische Form und/oder das Intensitätsprofil eines bestimmten Fokuselements 120 wird im Folgenden als Fokusverteilung 121 des Fokuselements 120 bezeichnet. Die Fokusverteilung 121 ist eine Eigenschaft der jeweiligen Fokuselemente 120 und beschreibt deren jeweilige Form und/oder Intensitätsprofil. Insbesondere weisen mehrere Fokuselemente 120 oder alle ausgebildeten Fokuselemente 120 dieselbe Fokusverteilung auf.
Die Fokusverteilung der ausgebildeten Fokuselemente 120 wird durch den Eingangslaserstrahl 108 definiert, durch dessen Aufteilung mittels dem Strahlteilungselement 106 die Fokuselemente 120 ausgebildet werden. Würde der Eingangslaserstrahl 108 vor dessen Einkopplung in das Strahlteilungselement 106 fokussiert werden, so würde ein einziges Fokuselement mit der dem Eingangslaserstrahl 108 zugeordneten Fokusverteilung ausgebildet werden.
Beispielsweise weist der Eingangslaserstrahl 108, wenn dieser z.B. mittels der Laserquelle 110 bereitgestellt wird, ein gaußförmiges Strahlprofil auf. Durch Fokussierung des Eingangslaserstrahls 108 würde in diesem Fall ein Fokuselement ausgebildet werden, welches eine Fokusverteilung mit gaußförmiger Form und/oder gaußförmigem Intensitätsprofil aufweist.
Alternativ hierzu kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass dem Eingangslaserstrahl 108 ein Bessel-artiges Strahlprofil zugeordnet ist, sodass durch Fokussierung des Eingangslaserstrahls 108 ein Fokuselement ausgebildet werden würde, welches eine Fokusverteilung mit Bessel-artiger Form und/oder Bessel-artigem Intensitätsprofil aufweist.
Den durch Aufteilung des Eingangslaserstrahls 108 mittels des Strahlteilungselements 106 ausgebildeten Teilstrahlen 116 und/oder Teilstrahlenbündeln ist die Fokusverteilung des Eingangslaserstrahls 108 derart zugeordnet, dass durch Fokussierung der Teilstrahlen 116 die Fokuselemente 120 mit dieser Fokusverteilung und/oder mit einer auf dieser Fokusverteilung basierenden Fokusverteilung ausgebildet werden.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel weist der Eingangslaserstrahl 108 ein gaußförmiges Strahlprofil auf, d. h. dem Eingangslaserstrahl 108 ist eine Fokusverteilung mit gaußförmiger Form und/oder gaußförmigem Intensitätsprofil zugeordnet. Die Fokuselemente 120 weisen dann beispielsweise jeweils die Fokusverteilung 121 mit dieser gaußförmigen Form und/oder diesem gaußförmigem Intensitätsprofil oder mit einer auf dieser gaußförmigen Form und/oder diesem gaußförmigem Intensitätsprofil basierenden Form und/oder basierendem Intensitätsprofil auf (vgl. auch Fig. 5a und 5b).
Falls dem Eingangslaserstrahl 108 beispielsweise ein Bessel-artiges Strahlprofil zugeordnet ist, weisen die zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 ausgebildeten Fokuselemente 120 jeweils eine Fokusverteilung 121 mit diesem Bessel-artigen Strahlprofil oder mit einem auf diesem Bessel-artigen Profil basierenden Strahlprofil auf. Die Fokuselemente 120 lassen sich dadurch beispielsweise jeweils mit einer Fokusverteilung ausbilden, welche eine längliche Form und/oder ein längliches Intensitätsprofil aufweist.
Es kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung 100 eine Strahlformungseinrichtung 122 zur Strahlformung des Eingangslaserstrahls 108 aufweist (angedeutet in Fig. 1). Beispielsweise ist diese Strahlformungseinrichtung 122 bezüglich einer Strahlausbreitungsrichtung 124 des Eingangslaserstrahls 108 vor dem Strahlteilungselement 106 angeordnet
und/oder zwischen der Laserquelle 110 und dem Strahlteilungselement 106 angeordnet.
Unter einer Strahlausbreitungsrichtung ist insbesondere eine Haupt- Strahlausbreitungsrichtung und/oder eine mittlere Ausbreitungsrichtung von Laserstrahlen zu verstehen.
Mittels der Strahlformungseinrichtung 122 lässt sich dem Eingangslaserstrahl 108 insbesondere eine bestimmte Fokusverteilung und/oder ein bestimmtes Strahlprofil zuordnen. Insbesondere lässt sich mittels der Strahlformungseinrichtung 122 die Fokusverteilung 121 der Fokuselemente 120 definieren.
Die Strahlformungseinrichtung 122 kann beispielsweise eingerichtet sein, um aus einem Laserstrahl mit gaußförmigem Strahlprofil einen Laserstrahl mit quasi- nichtbeugendem und/oder Bessel-artigem Strahlprofil auszubilden. Der in das Strahlteilungselement 106 eingekoppelte Eingangslaserstrahl 108 weist dann das quasi-nichtbeugende und/oder Bessel-artige Strahlprofil auf. Entsprechend weisen dann die Fokuselemente 120 ebenfalls dieses quasi-nichtbeugende und/oder Bessel-artige Strahlprofil auf oder ein auf diesem Strahlprofil basierendes Strahlprofil auf.
Hinsichtlich der Definition und der Realisierung quasi-nichtbeugender und/oder Bessel-artiger Strahlen wird auf das Buch "Structured Light Fields: Applications in Optical Trapping, Manipulation and Organisation", M. Wördemann, Springer Science & Business Media (2012), ISBN 978-3-642-29322-1 sowie auf die wissenschaftlichen Veröffentlichungen "Bessel-like optical beams with arbitrary trajectories" von I. Chremmos et al., Optics Letters, Vol. 37, No. 23 , 1. Dezember 2012 und "Generalized axicon-based generation of nondiffracting beams" von K. Chen et al., arXiv: 1911.03103vl [physics. optics], 8. November 2019, verwiesen.
Durch Strahlteilung mittels des Strahlteilungselements 106 werden die Fokuselemente 120 insbesondere jeweils identisch zueinander ausgebildet und/oder jeweils als Kopien zueinander ausgebildet.
Jedem der ausgebildeten Fokuselemente 120 ist eine bestimmte örtliche Position xo, zo zugeordnet, an welcher ein jeweiliges Fokuselement 120 bezüglich dem Material 102 des Werkstücks 104 angeordnet ist (Fig. 2). Beispielsweise ist unter der örtlichen Position eines Fokuselements 120 die Position seines räumlichen Mittelpunkts und/oder Schwerpunkts zu verstehen.
Weiter ist insbesondere jedem der ausgebildeten Fokuselemente 120 eine bestimmte Intensität I zugeordnet. Mittels des Strahlteilungselements 106 lässt sich die örtliche Position xo, zo und insbesondere auch die Intensität I der jeweiligen Fokuselemente 120 definieren.
Insbesondere weisen mehrere oder alle zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 ausgebildeten Fokuselemente 120 dieselbe Intensität I auf. Es ist allerdings auch möglich, dass mehrere der ausgebildeten Fokuselemente 120 unterschiedliche Intensitäten I aufweisen.
Insbesondere lässt sich mittels des Strahlteilungselements 106 ein jeweiliger Abstand d und/oder ein jeweiliger Ortsversatz zwischen einander benachbarten Fokuselementen 120 einstellen. Eine Abstandsrichtung des mittels des Strahlteilungselements 106 einstellbaren Abstands d liegt vorzugsweise in einer Ebene, welche quer und insbesondere senkrecht zu einer Vorschubrichtung 126 orientiert ist, mit welcher die Fokuselemente 120 zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 relativ zu dem Werkstück 104 bewegt werden. Beispielsweise ist der Abstand d mittels des Strahlteilungselements 106 komponentenweise in zwei Raumrichtungen einstellbar, welche die genannte Ebene aufspannen oder in der genannten Ebene liegen (bei dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel x-Richtung und z- Richtung).
Vorzugsweise ist das Strahlteilungselement 106 als 3D-Strahlteilungselement ausgebildet oder umfasst ein 3D-Strahlteilungselement. Die Fokuselemente 120 lassen sich dadurch beispielsweise derart ausbilden, dass diese jeweils identisch zueinander sind und/oder dass diese jeweils Kopien zueinander darstellen.
Hinsichtlich der technischen Realisierung und Eigenschaften des als 3D- Strahlteilungselement ausgeführten Strahlteilungselements 106 wird auf die wissenschaftliche Veröffentlichung "Structured light for ultrafast laser micro- and nanoprocessing" von D. Flamm et al., arXiv:2012.10119vl [physics. optics], 18. Dezember 2020, verwiesen. Hierauf wird ausdrücklich und vollinhaltlich Bezug genommen.
Zur Durchführung der Strahlteilung wird bei einer Ausführungsform des Strahlteilungselements 106, bei welcher das Strahlteilungselement 106 beispielsweise als 3D-Strahlteilungselement ausgeführt ist, auf den transversalen Strahlquerschnitt 112 des Eingangslaserstrahls 108 eine definierte transversale Phasenverteilung aufgeprägt. Unter einem transversalen Strahlquerschnitt bzw. einer transversalen Phasenverteilung ist insbesondere ein Strahlquerschnitt bzw. eine Phasenverteilung in einer zur Strahlausbreitungsrichtung 124 des Eingangslaserstrahls 108 quer und insbesondere senkrecht orientierten Ebene zu verstehen.
Die Fokuselemente 120 werden durch Interferenz der fokussierten Teilstrahlen 116 ausgebildet, wobei beispielsweise konstruktive Interferenz, destruktive Interferenz oder Zwischenfälle hiervon auftreten können, wie z.B. teilweise konstruktive oder destruktive Interferenz.
Zur Ausbildung der Fokuselemente 120 an der jeweiligen Position xo, zo und/oder mit dem jeweiligen Abstand d weist die mittels des Strahlteilungselements 106 aufgeprägte Phasenverteilung für jedes Fokuselement 120 einen bestimmten optischen Gitteranteil und/oder optischen Linsenanteil auf.
Aufgrund des optischen Gitteranteils ergibt sich nach Fokussierung der Teilstrahlen 116 ein entsprechender Ortsversatz der ausgebildeten Fokuselemente 120 in einer ersten Raumrichtung, z.B. in der x-Richtung. Aufgrund des optischen Linsenanteils treffen Teilstrahlen 116 bzw. Teilstrahlenbündel mit unterschiedlichen Winkeln bzw. unterschiedlicher Konvergenz oder Divergenz auf die Fokussieroptik 118, was nach erfolgter Fokussierung in einem Ortsversatz in einer zweiten Raumrichtung, z.B. in der z- Richtung, resultiert.
Die Intensität I der jeweiligen Fokuselemente 120 ist bestimmt durch Phasenlagen der fokussierten Teilstrahlen 116 zueinander. Diese Phasenlagen sind durch die genannten optischen Gitteranteile und optischen Linsenanteile definierbar. Die Phasenlagen der fokussierten Teilstrahlen 116 können bei der Auslegung des Strahlteilungselements 106 so zueinander gewählt werden, dass die Fokuselemente 120 jeweils eine gewünschte Intensität aufweisen.
Alternativ oder zusätzlich kann es vorgesehen sein, dass das Strahlteilungselement 106 als Polarisations-Strahlteilungselement ausgebildet ist oder ein Polarisations-Strahlteilungselement umfasst. In diesem Fall wird mittels des Strahlteilungselements 106 eine Polarisationsstrahlteilung des Eingangslaserstrahls 108 in Strahlen durchgeführt, welche jeweils einen von mindestens zwei unterschiedlichen Polarisationszuständen aufweisen.
Insbesondere sind unter den genannten Polarisationszuständen lineare Polarisationszustände zu verstehen, wobei beispielsweise zwei unterschiedliche Polarisationszustände vorgesehen sind und/oder zueinander senkrecht orientierte Polarisationszustände vorgesehen sind.
Insbesondere sind die Polarisationszustände derart, dass ein elektrisches Feld in einer Ebene senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung der polarisierten Strahlen orientiert ist (transversal elektrisch).
Zur Polarisationsstrahlteilung umfasst das Strahlteilungselement 106 beispielsweise ein doppelbrechendes Linsenelement und/oder ein doppelbrechendes Keilelement. Das doppelbrechende Linsenelement und/oder das doppelbrechende Keilelement sind beispielsweise aus einem Quarzkristall hergestellt oder umfassen einen Quarzkristall.
Hinsichtlich der Funktionsweise und Ausführung des Strahlteilungselements 106 als Polarisations-Strahlteilungselement wird auf die deutsche Patentanmeldung mit Aktenzeichen 10 2020 207 715.0 (Anmeldetag: 22. Juni 2020) der gleichen Anmelderin und auf die DE 10 2019 217 577 Al verwiesen.
Durch die Polarisationsstrahlteilung lassen sich insbesondere die Teilstrahlen 116 mit unterschiedlichen Polarisationszuständen ausbilden. Durch Fokussierung dieser Teilstrahlen 116 mittels der Fokussieroptik 118 können die Fokuselemente 120 jeweils aus Strahlen mit einem bestimmten Polarisationszustand ausgebildet werden. Den Fokuselementen 120 lässt sich dadurch jeweils ein bestimmter Polarisationszustand zuordnen.
Mittels Polarisationsstrahlteilung lassen sich Fokuselemente 120 ausbilden, welche jeweils an bestimmten Positionen xo, zo angeordnet sind, wobei einander benachbarte Fokuselemente jeweils mit dem Abstand d beabstandet sind.
Insbesondere lassen sich durch Polarisationsstrahlteilung mittels dem Strahlteilungselement 106 die Fokuselemente 120 so anordnen und ausbilden, dass zueinander benachbarte Fokuselemente 120 jeweils unterschiedliche Polarisationszustände aufweisen.
Zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 werden die Fokuselemente 120 in das Material 102 des Werkstücks 104 eingebracht und relativ zu dem Material 102 in die Vorschubrichtung 126 bewegt, wobei die Fokuselemente 120 insbesondere mit einer bestimmten Vorschubgeschwindigkeit in die Vorschubrichtung 126 bewegt werden. Bei dem gezeigten Beispiel entspricht die Vorschubrichtung 126 der y-Richtung.
Jedem der ausgebildeten Fokuselemente 120 ist eine bestimmte örtliche Position xo, zo zugeordnet, an welcher ein jeweiliges Fokuselement 120 bezüglich dem Material 102 des Werkstücks 104 angeordnet ist.
Insbesondere liegen die örtlichen Positionen xo, zo der jeweiligen Fokuselemente 120 in einer zur Vorschubrichtung 126 senkrecht orientierten Ebene, wobei insbesondere alle zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 ausgebildeten Fokuselemente 120 in dieser Ebene liegen. Beispielsweise sind jeweils Mittelpunkte und/oder Schwerpunkte der Fokuselemente 120 und insbesondere aller Fokuselemente 120 in der genannten Ebene angeordnet.
Die Einkopplung der Fokuselemente 120, welche zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 in das Material 102 eingebracht werden, erfolgt beispielsweise durch eine erste Außenseite 130 des Werkstücks 104 hindurch.
Beispielsweise ist das Werkstück 104 plattenförmig und/oder tafelförmig ausgebildet. Eine zweite Außenseite 132 des Werkstücks 104 ist beispielsweise in Dickenrichtung 134 und/oder Tiefenrichtung des Werkstücks 104 zu der ersten Außenseite 130 beabstandet angeordnet.
Das Material 102 des Werkstücks 104 weist beispielsweise eine in der Dickenrichtung 134 zumindest näherungsweise konstante Dicke D auf.
Die Vorschubrichtung 126 ist quer und insbesondere senkrecht zu der Dickenrichtung 134 des Werkstücks 104 orientiert.
Insbesondere werden die ausgebildeten Fokuselemente 120 entlang einer definierten Bearbeitungslinie 136 angeordnet. Diese Bearbeitungslinie 136 korrespondiert mit einer gewünschten Bearbeitungsgeometrie, mit welcher die Laserbearbeitung des Werkstücks 104 durchgeführt werden soll. Die jeweiligen Abstände d und Intensitäten I der entlang der Bearbeitungslinie 136 angeordneten Fokuselemente 130 sind so gewählt, dass durch Beaufschlagung des Materials 102 mit diesen Fokuselementen 120 Materialmodifikationen 138 ausgebildet werden (Fig. 3), welche eine Trennung des Materials entlang dieser Bearbeitungslinie 136 und/oder einer mit dieser Bearbeitungslinie 136 korrespondierenden Bearbeitungsfläche ermöglichen.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass sich die Bearbeitungslinie 136 zwischen der ersten Außenseite 130 und der zweiten Außenseite 132 und insbesondere durchgängig und/oder unterbrechungsfrei zwischen der ersten Außenseite 130 und der zweiten Außenseite 132 des Werkstücks 104 erstreckt.
Es kann vorgesehen sein, dass die Bearbeitungslinie 136 mehrere unterschiedliche Abschnitte 140 aufweist. Beispielsweise weist die Bearbeitungslinie 136 bei dem in Fig. 2 gezeigten Beispiel einen ersten Abschnitt 140a, einen zweiten Abschnitt 140b und einen dritten Abschnitt 140c auf, wobei
sich bezüglich der Dickenrichtung 134 der zweite Abschnitt 140b an den ersten Abschnitt 140a anschließt und der dritte Abschnitt 140c an den zweiten Abschnitt 140b anschließt.
Die Bearbeitungslinie 136 ist nicht notwendigerweise stetig und/oder differenzierbar ausgebildet. Beispielsweise kann die Bearbeitungslinie 136 Unstetigkeiten aufweisen. Es kann vorgesehen sein, dass die Bearbeitungslinie 136 Unterbrechungen und/oder Lücken aufweist, an welchen insbesondere keine Fokuselemente 120 angeordnet sind.
Die Bearbeitungslinie 136 und/oder unterschiedliche Abschnitte 140 der Bearbeitungslinie 136 können beispielsweise als Gerade oder Kurve ausgebildet sein.
Es ist vorgesehen, dass der jeweilige Abstand d benachbarter Fokuselemente 120, welche entlang der Bearbeitungslinie 136 angeordnet sind, zwischen 3 pm und 70 pm, bevorzugt zwischen 5 pm und 10 pm, beträgt.
Der jeweilige Abstand d der zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 vorgesehenen Fokuselemente 120 kann für unterschiedliche Fokuselemente 120 und/oder unterschiedliche Paare von Fokuselementen 120 unterschiedlich gewählt sein. Allerdings ist es grundsätzlich auch möglich, dass der jeweilige Abstand d bei allen zur Laserbearbeitung des Werkstücks 104 vorgesehenen Fokuselemente 120 identisch ist.
Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass unterschiedlichen Abschnitten 140 der Bearbeitungslinie jeweils Fokuselemente 120 mit unterschiedlichen Abständen d zugeordnet sind. Insbesondere sind dann die jeweiligen Abstände d der einem bestimmten Abschnitt 140 zugeordneten Fokuselemente 120 zumindest näherungsweise konstant.
Insbesondere ist eine parallel zur Dickenrichtung 134 des Materials 102 orientierte Abstandskomponente dz des Abstands d für alle Fokuselemente 120 und/oder bei allen Paaren zueinander benachbarter Fokuselemente 120 von Null verschieden. Insbesondere sind alle benachbarten Fokuselemente 120 mit einer
von Null verschiedenen Abstandskomponente dz in Dickenrichtung 134 beabstandet.
Weiter ist der Bearbeitungslinie 136 und/oder den jeweiligen Abschnitten 140 der Bearbeitungslinie 136 ein bestimmter Anstellwinkel o und/oder Anstellwinkelbereich zugeordnet, welchen die Bearbeitungslinie 136 bzw. der jeweilige Abschnitt 140 mit der ersten Außenseite 130 des Werkstücks 104 einschließt.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel beträgt der Anstellwinkel o des ersten Abschnitts 140a und des dritten Abschnitts 140c betragsmäßig 45° und derjenige des zweiten Abschnitts 140b 90°.
Durch Beaufschlagung und/oder Einbringung der Fokuselemente 120 in das Material 102 werden jeweils lokalisierte Materialmodifikationen 138 ausgebildet, welche an den jeweiligen örtlichen Positionen xo, zo der entsprechenden Fokuselemente 120 in dem Material 102 angeordnet sind (Fig. 3). Durch geeignete Wahl von Bearbeitungsparametern, wie beispielsweise den jeweiligen Abständen d zwischen den Fokuselementen 120, ihren jeweiligen Intensitäten I, der in Vorschubrichtung 126 orientierten Vorschubgeschwindigkeit und den Laserparametern des Eingangslaserstrahls 108, können die Materialmodifikationen 146 beispielsweise als Typ-III-Modifikationen ausgebildet werden, welche mit einer spontanen Bildung von Rissen 139 im Material 102 des Werkstücks 104 assoziiert sind. Insbesondere werden Risse 139 zwischen einander benachbarten Materialmodifikationen 146 ausgebildet.
Alternativ hierzu ist es auch möglich, durch geeignete Wahl der Bearbeitungsparameter die Materialmodifikationen 146 als Typ-I- und/oder Typ- II-Modifikationen auszubilden, welche mit einer Wärmeakkumulation im Material 102 und/oder mit einer Änderung eines Brechungsindex des Materials 102 einhergehen. Die Ausbildung der Materialmodifikationen 146 als Typ-I- und/oder Typ-II-Modifikationen ist mit einer Wärmeakkumulation im Material 102 des Werkstücks 104 assoziiert. Insbesondere wird zur Ausbildung dieser Materialmodifikationen 146 der jeweilige Abstand d zwischen den
Fokuselementen 120 so gering gewählt, dass es bei Beaufschlagung des
Materials 102 mit den Fokuselementen zu dieser Wärmeakkumulation kommt.
Fig. 4a zeigt eine simulierte Intensitätsverteilung einer Mehrzahl von Fokuselementen 120, wobei der Abstand d bei diesen Fokuselementen 120 ca.
17,5 |jm beträgt. In der gezeigten Graustufendarstellung stehen hellere Bereiche für höhere Intensitäten.
Fig. 4b zeigt eine simulierte Intensitätsverteilung einer Mehrzahl von Fokuselementen 120, wobei der Abstand d ca. 8,0 |jm beträgt.
Die Laserbearbeitung des Werkstücks 104 mittels der Vorrichtung 100 funktioniert wie folgt:
Zur Durchführung der Laserbearbeitung wird das Material 102 des Werkstücks 104 mit den Fokuselementen 120 beaufschlagt und die Fokuselemente 120 werden in Vorschubrichtung 126 relativ zu dem Werkstück 104 durch dessen Material 102 bewegt.
Das Material 102 ist hierbei ein für eine Wellenlänge von Laserstrahlen, aus welchen die Fokuselemente 120 jeweils gebildet sind, transparentes Material, wie z.B. ein Glasmaterial. Bei dem gezeigten Beispiel sind die Fokuselemente durch Strahlformung des Eingangslaserstrahls 108 gebildet.
Durch Beaufschlagung des Materials 102 mit den Fokuselementen 120 werden in dem Material 102 Materialmodifikationen 138 ausgebildet, welche entlang der Bearbeitungslinie 136 angeordnet sind (Fig. 5a). Bei dem in Fig. 5a gezeigten Beispiel werden Materialmodifikationen 138 durchgängig über die gesamte Dicke D des Materials 102 ausgebildet.
Durch Relativbewegung der Fokuselemente 120 zu dem Material 102 entlang einer vorgegebenen Trajektorie 142 wird eine mit der Bearbeitungslinie 136 korrespondierende Bearbeitungsfläche 144 ausgebildet, an welcher die Materialmodifikationen 138 angeordnet sind. Es ergibt sich dadurch eine flächige
Ausbildung und/oder Anordnung der Materialmodifikationen 146 entlang der Bearbeitungsfläche 152.
Die Trajektorie 142 kann grundsätzlich geradlinige und gekrümmte Abschnitte aufweisen. Im Fall von gekrümmten Abschnitten wird die Bearbeitungslinie 136 während der Laserbearbeitung insbesondere so gedreht, dass diese stets in einer zur Vorschubrichtung 126 senkrecht orientierten Ebene liegt. Dies kann beispielsweise durch entsprechende Drehung des Strahlteilungselements 106 oder durch relative Drehung der gesamten Vorrichtung 100 zum Werkstück 104 realisiert werden.
Ein Abstand von in Vorschubrichtung 126 benachbarten Materialmodifikationen 138 lässt sich beispielsweise durch Einstellung einer Pulsdauer des Eingangslaserstrahls 108 und/oder durch Einstellung der Vorschubgeschwindigkeit definieren.
Die entlang der Bearbeitungslinie 136 ausgebildeten Materialmodifikationen 146 haben insbesondere eine Verringerung einer Festigkeit des Materials 102 zur Folge. Es lässt sich dadurch das Material 102 nach Ausbildung der Materialmodifikationen 146 an der Bearbeitungsfläche 144, beispielsweise durch Ausübung einer mechanischen Kraft, in zwei voneinander verschiedene Werkstücksegmente 146a, 146b trennen (Fig. 5b).
Das Werkstücksegment 146a ist bei dem gezeigten Beispiel ein Gutstücksegment mit einer Trennfläche 148, welche eine mit der Form der Bearbeitungslinie 136 korrespondierende Form aufweist. Das Werkstücksegment 154a ist in diesem Fall ein Restwerkstücksegment und/oder ein Verschnittsegment.
Das Material 102 des Werkstücks 104 ist beispielsweise Quarzglas. Beispielsweise weist dann zur Ausbildung der Materialmodifikationen 138 als Typ-I- und/oder Typ-II-Modifikationen ein Laserstrahl, aus welchem die Fokuselemente 120 gebildet sind, eine Wellenlänge von 1030 nm und eine Pulsdauer von 1 ps auf. Weiter beträgt dann eine der Fokussieroptik 118 zugeordnete numerische Apertur 0,4 und eine einem einzigen Fokuselement 120 zugeordnete Pulsenergie 50 bis 200 nJ.
Zur Ausbildung der Materialmodifikationen 138 als Typ-III-Modifikationen beträgt, bei ansonsten gleichen Parametern, die einem einzigen Fokuselement 120 zugeordnete Pulsenergie 500 bis 2000 nJ.
In den Fig. 6a und 6c sind Mikroskopaufnahmen von zwei unterschiedlichen Trennflächen 148 gezeigt. Bei den gezeigten Beispielen wurde das Material 102 mit Fokuselementen 120 bearbeitet, welche entlang einer sich in z-Richtung erstreckenden Bearbeitungslinie 136 angeordnet waren. Die Fokuselemente 120 wurden in Vorschubrichtung 126 (bei dem gezeigten Beispiel in y-Richtung) bewegt, sodass Materialmodifikationen 138 an der gezeigten Bearbeitungsfläche 144 (z-y-Ebene) ausgebildet wurden. Anschließend wurde das Material 102 an dieser Bearbeitungsfläche 144 durch Ätzen mittels einer nasschemischen Lösung getrennt, sodass die gezeigte Trennfläche 148 ausgebildet wurde.
In den Fig. 6b und 6d sind jeweils Höhenprofile der in den Fig. 6a bzw. 6c gezeigten Trennflächen 148 gezeigt, wobei eine diesen Höhenprofilen zugeordnete Höhenrichtung h senkrecht zur jeweiligen Trennfläche 148 orientiert ist.
Bei dem in Fig. 6a gezeigten Beispiel betrug der Abstand d zwischen den Fokuselementen 120 ca. 7,0 pm und bei dem in Fig. 6b gezeigten Beispiel ca. 25,0 pm.
Wie deutlich erkennbar ist, weist das in Fig. 6b gezeigte Höhenprofil deutlich geringere Schwankungen auf als Höhenprofil gemäß Fig. 6d. Das in Fig. 6d gezeigte Profil weist deutliche Ausbrüche auf.
Für die in den Fig. 6a und 6c gezeigten Trennflächen 148 wurde jeweils die Rauheit Ra nach der Norm ISO 25178 experimentell ermittelt, wobei die Rauheit Ra über die gesamte Trennfläche ermittelt wurde (und nicht nur auf Grundlage der in den Fig. 6b und 6d gezeigten Höhenprofile).
Bei dem Beispiel gemäß der Fig. 6a und 6b beträgt die Rauheit Ra weniger als 2 pm, während bei dem Beispiel gemäß der Fig. 6c und 6d die Rauheit mehr als 4 pm beträgt.
Durch geeignete Wahl des Abstands d zwischen einander benachbarten Fokuselementen lässt sich die Rauheit der Trennfläche 148 reduzieren. Es lässt sich dadurch eine glattere und/oder ebenere Trennfläche 148 realisieren.
Bezugszeichenhste a Anstellwinkel d Abstand dz Abstandskomponente
D Dicke
I Intensität xo Position in x-Richtung
Zo Position in y-Richtung
100 Vorrichtung
102 Material
104 Werkstück
106 Strahlteilungselement
108 Eingangslaserstrahl
110 Laserquelle
112 Strahlquerschnitt
114 Wellenfront
116 Teilstrahlen
116a Teilstrahl
116b Teilstrahl
118 Fokussieroptik
120 Fokuselement
121 Fokusverteilung
122 Strahlformungseinrichtung
124 Strahlausbreitungsrichtung
126 Vorschubrichtung
130 erste Außenseite
132 zweite Außenseite
134 Dickenrichtung
136 Bearbeitungslinie
138 Materialmodifikation
139 Riss
140 Abschnitt
140a erster Abschnitt
b zweiter Abschnittc dritter Abschnitt Trajektorie Bearbeitungsflächea Werkstücksegmentb Werkstücksegment Trennfläche