Fahrerloses Bodenfahrzeug zum Übertragen von elektrischer Energie an ein
Luftfahrzeug
TECHNISCHES GEBIET
Die Erfindung betrifft ein fahrerloses Bodenfahrzeug, ein Energieübertragungs system, sowie ein Verfahren zum Übertragen von Energie von einem Bodenfahrzeug an ein Luftfahrzeug. HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Es sind Konzepte bekannt, Verkehrsflugzeuge mit hybrid- oder vollelektrischen Antrieben auszuführen. Eine der technologischen Herausforderungen ist dabei die vergleichsweise niedrige Energie- und Leistungsdichte elektrischer Energiequellen, wie etwa Batterien oder Wasserstoff-Brennstoffzellen. Dies kann zu einem hohen Gewicht des Verkehrsflugzeugs führen, wobei insbesondere Flugphasen mit einem hohem Spitzenleistungsbedarf, beispielsweise beim Start, mit dimensionierend sind.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Energie liefernde Vorrichtung vorzuschlagen, die dazu in der Lage ist, das Gewicht eines hybridelektrisch oder vollelektrisch ausgeführten Verkehrsflugzeugs möglichst zu verringern.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein fahrerloses Bodenfahrzeug mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiter bildungen sind den Unteransprüchen der nachfolgenden Beschreibung zu entnehmen.
Es wird ein fahrerloses Bodenfahrzeug zum Koppeln mit einem am Boden befindlichen Luftfahrzeug vorgeschlagen, aufweisend eine Fahrzeugbasis, ein an der Fahrzeugbasis angeordnetes Fahrwerk mit Rädern, eine Steuereinheit, einen Antrieb, einen elektrischen Energiespeicher, und eine Kopplungseinheit, wobei der Antrieb mit dem Fahrwerk zum Bewegen der Räder gekoppelt ist, wobei die Kopplungs einheit an der Fahrzeugbasis angeordnet ist und eine elektrische Leitung trägt, welche mit dem elektrischen Energiespeicher verbindbar ist und einen ersten elektrischen Verbinder an einem distalen Ende aufweist, wobei die Kopplungseinheit dazu ausgebildet ist, den ersten elektrischen Verbinder zum Koppeln mit einem zweiten elektrischen Verbinder relativ zu der Fahrzeugbasis zu bewegen, und wobei die Steuereinheit mit dem Antrieb und der Kopplungseinheit verbunden ist und dazu ausgebildet ist, den Antrieb zum Verfahren des Bodenfahrzeugs zu dem Luftfahrzeug anzusteuern und die Kopplungseinheit zum Bewegen des ersten Verbinders in eine vorgebbare Position an dem Luftfahrzeug anzusteuern, um eine elektrische Verbindung mit dem an der vorgebbaren Position befindlichen zweiten elektrischen Verbinder herzustellen.
Das erfindungsgemäße Bodenfahrzeug ist eine Vorrichtung, die sich auf dem Boden, beispielsweise auf einem Roll- bzw. Flugfeld eines Flughafens, zu dem betreffenden Luftfahrzeug bewegen kann, um diesem elektrische Energie zu liefern. Hierzu ist das Bodenfahrzeug mit Einrichtungen ausgestattet, die das Fahren auf dem Boden ermöglichen sowie Einrichtungen, die das Speichern und Abgeben von elektrischer Energie erlauben.
Die Fahrzeugbasis könnte das mechanische Grundgerüst für das Bodenfahrzeug bilden. An diesem können Mittel zum Aufnehmen des elektrischen Energiespeichers und der Räder angeordnet sein. Beispielsweise könnte die Fahrzeugbasis ein Gehäuse oder einen Rahmen umfassen, an dessen Unterseite Räder angeordnet sind. Die Räder sind je nach Größe, Gewicht und vorgesehener Geschwindigkeit des
Bodenfahrzeugs auszuwählen bzw. zu gestalten. Es kann sich anbieten, zwei oder mehr Achsen vorzusehen, an denen jeweils mindestens zwei Räder angeordnet sind. Die Räder mindestens einer Achse könnten lenkbar sein, sodass das Bodenfahrzeug auch gekrümmte Bahnen zurücklegen kann.
Der Antrieb kann mindestens einen Fahrmotor umfassen, der die Räder selektiv rotiert. Es ist denkbar, einen zentralen Fahrmotor vorzusehen, der über ein Verteilergetriebe mit allen angetriebenen Rädern gekoppelt ist. Alternativ dazu sind jedoch auch Radnabenmotoren denkbar, die in Radnaben der Räder integriert sind. Der Antrieb kann weiterhin mindestens einen Lenkmotor umfassen, der dazu ausgebildet ist, die lenkbaren Räder zum Lenken zu verschwenken.
Es ist bevorzugt, wenn der elektrische Energiespeicher eine Batterie bzw. ein Akkumulator ist und beispielsweise auf Lithiumbasis arbeitet. Es ist weiter bevorzugt, wenn der elektrische Energiespeicher austauschbar an der Fahrzeugbasis angeordnet ist. Bei einer höheren Einsatzfrequenz des Bodenfahrzeugs könnte folglich das Laden von elektrischen Energiespeichern außerhalb des Bodenfahrzeugs erfolgen und das Bodenfahrzeug wird regelmäßig mit einem vollgeladenen Energie speicher ausgestattet. Alternativ dazu kann der elektrische Energiespeicher auch einen Kondensator mit hoher Leistungsdichte bzw. einem hohen Quotienten von Leistungsdichte zu Energiedichte, d.h. einen sogenannten Superkondensator oder Ultrakondensator, aufweisen.
Die Fahrzeugbasis kann derart ausgeführt sein, dass sie besonders robust gegenüber äußeren mechanischen Einwirkungen ist und insbesondere bei einem regelmäßigen
Betrieb auf einem Flughafen vergleichsweise unempfindlich ist. Die Fahrzeugbasis könnte beispielsweise ein Gehäuse aus einem Stahlblech mit einer ausreichenden Wandstärke aufweisen. Die Kopplungseinheit weist gegenüber der Fahrzeugbasis ein freies Ende und ein gebundenes Ende auf. Das gebundene Ende ist an der Fahrzeugbasis angeordnet und könnte relativ dazu bewegbar sein. Beispielsweise könnte das gebundene Ende ein Lager aufweisen, das zumindest eine vertikale Schwenkachse und/oder zumindest eine horizontale Schwenkachse aufweist, um das Kopplungselement um die betreffende Schwenkachse herum schwenken zu können. Wie weiter nachfolgend ausgeführt wird, kann das Kopplungselement mehrere Arme und/oder andere Mittel aufweisen, die bewegbar miteinander gekoppelt sind.
Die Kopplungseinheit ist dazu vorgesehen, den ersten elektrischen Verbinder, der an dem freien bzw. distalen Ende angeordnet ist, relativ zu der Fahrzeugbasis zu bewegen. Die Kopplungseinheit könnte beispielsweise ein beweglicher Tragarm für die elektrische Leitung und den ersten Verbinder sein, wobei der Tragarm die Kräfte und Momente des Kabels aufnimmt. Das Ziel ist, das Bodenfahrzeug zu einem Luftfahrzeug autonom, teilautonom oder ferngesteuert verfahren zu können und dort den ersten elektrischen Verbinder mit einem an dem Luftfahrzeug angeordneten zweiten elektrischen Verbinder zu koppeln, sodass elektrische Energie aus dem Energiespeicher an das Luftfahrzeug geliefert wird.
Das Bodenfahrzeug kann bereits auf dem Vorfeld unter oder an das Luftfahrzeug gefahren werden, welches sich etwa kurz vor einem Triebwerksstart befindet. Das
Bodenfahrzeug kann bevorzugt das Luftfahrzeug über eine gesamte Bodenphase vom Rollen bis zum Abheben begleiten und das Luftfahrzeug dauerhaft mit elektrischer Energie versorgen. Vor, kurz vor oder beim Abheben bzw. einer Startrotation könnte die elektrische Verbindung zum Luftfahrzeug getrennt und das Bodenfahrzeug entfernt werden. Es kann sich dann wieder zu einem vorgegebenen Ausgangspunkt,
beispielsweise einem Terminal oder einer Ladestation, bewegen. Dort könnte es für den nächsten Einsatz wieder aufgeladen werden.
Die Kapazität des elektrischen Energiespeichers sowie eine mögliche Spitzenleistung des Energiespeichers sollte derart ausgelegt sein, dass die Energieübertragung auch während des gesamten Vorgangs realisierbar ist, etwa während des gesamten Taxi- und Startvorgangs des Luftfahrzeugs bis zum Abheben, wobei bevorzugt der gesamte elektrische Energiebedarf des Luftfahrzeugs aus dem elektrischen Energiespeicher gedeckt werden sollte. Das Luftfahrzeug muss dann erst nach dem Trennen des Bodenfahrzeugs mit bordeigener Energie versorgt werden. Das Gewicht und das Volumen für elektrische Energiespeicher an Bord des Luftfahrzeugs wird reduziert, was zu einer Reduktion des Gesamtgewichts des Luftfahrzeugs führt. Besonders gilt dies für das Gewicht von Energiespeichem mit hoher Leistungsdichte, da diese Speicher bei gleicher Kapazität schwerer sind als Speicher mit niedrigerer Leis- tungsdichte. Es werden üblicherweise sehr hohe elektrische Leistungen speziell in der Startphase bis zum Abheben benötigt, die dann durch den externen elektrischen Energiespeicher gedeckt werden können. Es ist vorstellbar, dass der elektrische Ener giespeicher so ausgelegt ist, dass ein breites Spektrum von Luftfahrzeugen versorgt werden kann. Das Spektrum könnte vom Regionalflugzeug bis zum Langstrecken- flugzeug reichen.
Es ist zudem denkbar, dass das Bodenfahrzeug über eine separate Fahrbatterie verfügt, die dazu dimensioniert ist, den Antrieb des Bodenfahrzeugs unabhängig von dem Zustand des elektrischen Energiespeichers stets zu gewährleisten. Dies kann die Sicherheit erhöhen und ein manueller Transport bei einem eventuell vollständig geleerten elektrischen Energiespeicher ist nicht notwendig.
Die Kopplungseinheit könnte einen Arm mit mindestens zwei relativ zueinander und voneinander unabhängig bewegbaren, länglichen Gliedern aufweisen. Die Kopp- lungseinheit könnte folglich wie ein Industrieroboter bzw. industrieller Manipulator
aufgebaut sein. Die einzelnen Glieder können durch ein Gelenk miteinander gekoppelt werden, wobei das an der Fahrzeugbasis angeordnete Glied ebenso über ein Gelenk an der Fahrzeugbasis angebunden sein kann. Die Gelenke können unterschiedlich ausgeführt sein. Es ist denkbar, dass die Gelenke jeweils einen, zwei oder drei Rotationsfreiheitsgrade aufweisen. In einem einfachen Fall könnte ein zwischen aufeinanderfolgenden Gliedern liegendes Gelenk nur einen einzigen Rotationsfreiheitsgrad aufweisen, der beispielsweise in der Horizontalen liegt. Ein an der Fahrzeugbasis angeordnetes Gelenk zum Tragen der Kopplungseinheit könnte beispielsweise zwei Freiheitsgrade aufweisen, wobei eine zugehörige Rotationsachse in der Vertikalen und eine der zugehörigen Rotationsachsen in der Horizontalen liegen könnte. Es sind auch mehr als zwei Glieder denkbar. Die Länge der einzelnen Glieder, ihre Anzahl sowie die konkrete Ausführung der Gelenke hängt von dem tatsächlichen Einsatzzweck des Bodenfahrzeugs ab. Ist dieses für größere Verkehrsflugzeuge gedacht, könnten mehr Glieder und/oder längere Glieder vorgesehen sein. Ist eine automatische Nachführung des Bodenfahrzeugs bei sich bewegendem Luftfahrzeug gedacht, könnten mehr Freiheitsgrade in den Gelenken sinnvoll sein.
Der erste elektrische Verbinder könnte über eine Gelenkeinheit an dem distalen Ende der Kopplungseinheit angeordnet sein. Folglich kann der erste elektrische Verbinder präzise relativ an dem zweiten elektrischen Verbinder ausgerichtet werden. Eine allein durch die Ausrichtung der Fahrzeugbasis durchgeführte Ausrichtung des ersten Verbinders und des zweiten Verbinders zueinander ist dann nicht zwangsläufig notwendig und unterschiedliche Lagen des Bodenfahrzeugs relativ zu dem Luftfahrzeug sind tolerierbar.
Weiterhin könnte die Steuereinheit dazu ausgebildet sein, die Position des ersten Verbinders dynamisch der vorgebbaren Position nachzuführen. Die vorgebbare Position könnte sich bei sich bewegendem Luftfahrzeug kontinuierlich ändern. Befindet sich das Luftfahrzeug auf der Rollbahn, bewegt sich der zweite Verbinder
kontinuierlich. Dies führt dazu, dass die einmal angesteuerte Position des ersten Verbinders nur für einen kurzen Moment mit der Position des zweiten Verbinders übereinstimmt. Die Steuereinheit ist bevorzugt dazu ausgebildet, den ersten Verbinder der sich ändernden Position des zweiten Verbinders dynamisch nachzu- führen. Das Bewegen des ersten Verbinders hängt dabei von der Bewegung des zweiten Verbinders ab. Das Bewegen des ersten Verbinders könnte zweistufig erfolgen. Bei einer lediglich marginalen Bewegung des Luftfahrzeugs, beispielsweise während des Beladens, Betankens oder dergleichen, durch das das Fahrwerk des Luftfahrzeugs einfedert, könnte das Bewegen der Kopplungseinheit ausreichen, um den ersten Verbinder nachzuführen. Rollt indes das Luftfahrzeug auf dem Boden, muss auch die Fahrzeugbasis nachgeführt werden, indem die Räder bewegt werden. Gleichzeitig wird die Kopplungseinheit so nachgeführt, dass sich der erste Verbinder stets in der vorgegebenen Position des zweiten Verbinders befindet. Zum Nachführen des ersten Verbinders ist sinnvoll, dass die Steuereinheit eine Referenznavigation durchführt und die Bewegung des Bodenfahrzeugs auf der Referenznavigation steuert. Die Referenznavigation könnte einen oder mehrere Sensoren umfassen, um die Position des zweiten Verbinders zu bestimmen. Diese könnten eine Kamera, ein LID AR, ein Radar oder ähnliches umfassen. Es ist denkbar, einen Flächenbereich an dem zweiten Verbinder mit einer Markierung auszustatten, die eindeutig von einer Referenznavigationseinheit erkennbar ist und die Referenznavigation erleichtert.
Das Bodenfahrzeug könnte ferner eine mit der Steuereinheit gekoppelte Sensorein heit aufweisen, die dazu ausgebildet ist, eine Umgebung des Bodenfahrzeugs auf Hindernisse zu überwachen und bei einem erkannten Hindernis den Antrieb zum Umfahren des erkannten Hindernisses anzusteuem. Damit könnte bei Kenntnis einer Aufenthaltsposition des Luftfahrzeugs als Ziel das Bodenfahrzeug ohne Beschädi gung anderer Einrichtungen am Boden zu den Luftfahrzeug bewegt werden, die sich auf einer geplanten Route des Bodenfahrzeugs befinden.
Das Bodenfahrzeug könnte ferner eine mit der Steuereinheit gekoppelte Navigations einheit aufweisen, die dazu ausgebildet ist, der Steuereinheit Positionsdaten zum Navigieren auf dem Boden bereitzustellen. Die Navigationseinheit könnte, insbe sondere zusätzlich zu der obigen Referenznavigation, eine satellitenbasierte Navigation ausführen. Damit kann dem Bodenfahrzeug die Position des Luftfahr zeugs übermittelt werden, sodass das Bodenfahrzeug selbstständig zu dem Luftfahrzeug gelangen kann.
Das Bodenfahrzeug könnte weiterhin selbstfahrend sein, um von einer am Boden befindlichen Ladestation zu dem betreffenden Luftfahrzeug zu fahren. Eine
Fernsteuerung zum Bewegen des Bodenfahrzeugs ist dann nicht erforderlich. Dies schließt jedoch nicht aus, dass zum Überwachen des Betriebs des Bodenfahrzeugs eine Bodenstation vorgesehen ist, an der durchzuführende Aktionen, Kamerabilder, Systemstatus und dergleichen überwacht werden können. Gleichzeitig ist auch denkbar, von einer solchen Bodenstation gegebenenfalls eine Intervention oder einen Nothalt auszuführen.
Der elektrische Energiespeicher könnte dazu ausgebildet sein, einem Luftfahrzeug über den ersten elektrischen Verbinder eine elektrische Energie von mindestens 1.000 kWh zu liefern. Ein elektrisches Mittelstreckenflugzeug könnte einen
Energieverbrauch bis zum Abheben von beispielsweise 1.000 kWh umfassen. Je nach Dauer des Taxi-Vorgangs, abhängig von klimatischen Umgebungsbedingungen und dergleichen könnte dieser jedoch auch deutlich höher sein, beispielsweise in einem Bereich von 1.800-3.600 kWh. Es ist besonders bevorzugt, wenn das Bodenfahrzeug auf gängige Flugzeuggrößen abgestimmt ist und eine erforderliche Größe des elektrischen Energiespeichers bereitstellt.
Die Erfindung betrifft ferner ein Energieübertragungssystem, aufweisend mindestens ein Bodenfahrzeug nach der vorhergehenden Beschreibung und mindestens eine Ladestation, die zum Aufladen des elektrischen Energiespeichers des mindestens
einen Bodenfahrzeugs ausgebildet ist. Die Ladestation könnte an einem Terminal platziert werden, sodass das Bodenfahrzeug nach Rückkehr von dem betreffenden Luftfahrzeug am Terminal für den nächsten Einsatz wieder aufgeladen werden kann. Das Energieübertragungssystem könnte mindestens einen zweiten elektrischen Verbinder aufweisen, der in ein Luftfahrzeug integrierbar ist, wobei der erste elektrische Verbinder und der zweite elektrische Verbinder komplementär zueinander ausgebildet sind. Insbesondere könnten die Verbinder ineinander steckbar sein. Es könnte sich anbieten, an dem ersten Verbinder ein Verriegelungselement vorzusehen, mit denen der erste Verbinder und der zweite Verbinder miteinander verriegelbar sind. Die Verriegelung könnte dabei so ausgeführt sein, dass durch eine Zugbewegung oder ähnliches die Verriegelung gelöst wird. Es ist jedoch auch denkbar, einen weiteren Steuerkanal zu realisieren, der einen Aktor zum aktiven Lösen der Verriegelung betätigt. Der zweite Verbinder ist bevorzugt elektrisch mit einem elektrischen Hochleistungssystem des Luftfahrzeugs verbunden. Das Luftfahrzeug könnte elektrisch oder hybridelektrisch betrieben sein.
Die mindestens eine Ladestation könnte einen zweiten elektrischen Verbinder aufweisen und das Bodenfahrzeug könnte dazu ausgebildet sein, zum Beladen des elektrischen Energiespeichers den ersten elektrischen Verbinder mit dem zweiten elektrischen Verbinder an der Ladestation zu koppeln. Folglich kann das Boden fahrzeug mit der Ladestation auf dieselbe Weise verbunden werden, wie mit einem Luftfahrzeug. Die Erfindung betrifft analog zu den vorangegangenen Ausführungen außerdem ein Verfahren zum Übertragen von Energie von einem Bodenfahrzeug an ein Luftfahr zeug, aufweisend Fahren des Bodenfahrzeugs zu dem Luftfahrzeug mittels eines Antriebs, Betätigen einer Kopplungseinheit an dem Bodenfahrzeug zum Bewegen eines an einem distalen Ende der Kopplungseinheit angeordneten ersten elektrischen Verbinders zu einem an dem Luftfahrzeug angeordneten zweiten elektrischen
Verbinder an einer vorgebbaren Position, Koppeln des ersten elektrischen Verbinders und des zweiten elektrischen Verbinders, und Abgeben von elektrischer Energie von einem in dem Bodenfahrzeug angeordneten elektrischen Energiespeicher an das Luftfahrzeug.
Das Verfahren könnte ferner ein dynamisches Nachführen der Position des ersten Verbinders der vorgebbaren Position aufweisen. Dies erfolgt bevorzugt durch eine Steuerung der Kopplungseinheit und gegebenenfalls der Räder mittels einer Refe renznavigation.
Das Verfahren könnte ferner das Taxiing des Luftfahrzeugs aufweisen, wobei das Bodenfahrzeug dem Taxiing des Luftfahrzeugs folgt.
Das Verfahren könnte ferner das Abkoppeln des ersten elektrischen Verbinders von dem zweiten elektrischen Verbinder nach dem Abgeben von elektrischer Energie und Zurückfahren zu der Ladestation aufweisen.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungs beispiele und den Figuren. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich und in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung auch unabhängig von ihrer Zusammensetzung in den einzelnen Ansprüchen oder deren Rückbezügen. In den Figuren stehen weiterhin gleiche Bezugszeichen für gleiche oder ähnliche Objekte.
Fig. 1 zeigt ein Bodenfahrzeug in einer schematischen Seitenansicht.
Fig. 2 zeigt ein Rollfeld mit einem Terminal, mehreren Bodenfahrzeugen und einem V erkehr sflugzeug .
Fig. 3 zeigt eine schematische, blockbasierte Darstellung eines Verfahrens zum Übertragen von Energie von einem Bodenfahrzeug an ein Luftfahrzeug.
DETAILLIERTE DARSTELLUNG EXEMPLARISCHER AUSFÜHRUNGSFORMEN Fig. 1 zeigt ein fahrerloses Bodenfahrzeug 2 zum Koppeln mit einem am Boden befindlichen Luftfahrzeug. Das Bodenfahrzeug 2 weist eine Fahrzeugbasis 4 auf, die beispielhaft einen Fahrzeugrahmen mit einem darauf befindlichen Gehäuse umfasst. An der Fahrzeugbasis 4 ist ein Fahrwerk 6 mit Rädern 8 angeordnet. Diese sind mit einem Antrieb 9 gekoppelt, der unter anderem einen Fahrmotor 10 aufweist, um die Räder 8 anzutreiben. Mindestens ein Radpaar ist lenkbar, wofür der Antrieb 9 bei spielsweise ein Lenkgetriebe und einen Lenkantrieb umfasst (nicht gezeigt). Dadurch kann das Bodenfahrzeug 2 auch gekrümmte Bahnen zurücklegen.
An der Oberseite des Bodenfahrzeugs 2 ist eine Kopplungseinheit 12 angeordnet, die als mit beispielhaft zwei relativ zueinander und voneinander unabhängig bewegbaren länglichen Gliedern 14 ausgestattet ist. Ein Glied 14 ist dabei direkt an der Fahrzeug basis 4 über ein erstes Gelenk 16 angebunden. Zwischen den beiden Gliedern 14 ist ein zweites Gelenk 18 angeordnet, durch das die beiden Glieder 14 relativ zueinander bewegbar sind. Beide Glieder 14 können aufeinandergeklappt auf eine Oberseite des Bodenfahrzeugs 2 gelegt werden, wenn keine Übertragung elektrischer Energie gewünscht ist, beispielsweise in einem Ruhe- oder Ladezustand.
An einem distalen Ende 20 der Kopplungseinheit 12 ist ein erster elektrischer Ver binder 22 angeordnet. Der erste elektrische Verbinder 22 könnte über eine Gelenkeinheit, beispielsweise ein drittes Gelenk 21, an dem äußeren Glied 14
angeordnet sein. Er ist mit einer elektrischen Leitung 24 verbunden, die indes mit einem elektrischen Energiespeicher 26 gekoppelt ist. Eine Steuereinheit 28 ist vorgesehen, welche mit dem Fahrmotor 10 und der Kopplungseinheit 12 gekoppelt ist, um das Fahrzeug 2 zu einem Luftfahrzeug zu bewegen und durch Bewegen der Glieder 14 bzw. aller Gelenke den ersten Verbinder 22 mit einem an dem
Luftfahrzeug angeordneten zweiten Verbinder 30 zu verbinden, wie hier schematisch angedeutet.
Die Steuereinheit 28 könnte dazu ausgebildet sein, dass das Bodenfahrzeug 2 selbstfahrend ist. Hierzu könnte die Steuereinheit 28 eine Referenznavigation ausführen. Hierzu sind ein oder mehrere Sensoren 32 vorgesehen, durch die das Bodenfahrzeug 2 zur Navigation erforderliche Signale erfassen kann. Das Bodenfahrzeug 2 könnte insbesondere eine Navigationseinheit 34 umfassen, die Teil der Steuereinheit 28 ist oder ein separates, damit verbundenes Modul darstellt. Die Navigationseinheit 34 könnte sowohl die Referenznavigation durchführen, als auch eine Navigation auf einem Boden von einer Ladestation zu einem Luftfahrzeug durchführen.
Der elektrische Energiespeicher 26 kann beispielhaft mindestens 1.000 kWh an elektrischer Energie speichern, bevorzugt auch mehr. Er könnte derart dimensioniert sein, dass sämtliche denkbaren Einsatzzwecke abgedeckt werden können, d.h. sämt liche in Frage kommenden Größen von Luftfahrzeugen abdecken, welche vom Regionalflugzeug bis zum Langstreckenflugzeug reichen können. Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus einem Rollfeld 36, auf dem sich ein Verkehrs flugzeug 38 befindet. Das Verkehrsflugzeug 38 ist von einem Terminal 40 beab- standet und ist im Begriff, einen Taxivorgang durchzuführen. An dem Terminal 40 sind Ladestationen 42 vorgesehen, an denen jeweils ein Bodenfahrzeug 2 aufgeladen wird. Eines der Bodenfahrzeuge 2 ist hier von seiner Ladestation 42 gelöst und befindet sich auf einer Route 44 auf dem Rollfeld 36 zu dem Verkehrsflugzeug 38.
Es bewegt sich bevorzugt autonom oder teilautonom entlang der Router 44.
Das Verkehrsflugzeug 38 weist beispielhaft an seiner Unterseite einen zweiten elektrischen Verbinder 30 auf, mit dem das Bodenfahrzeug 2 verbindbar ist. Das Bodenfahrzeug 2 bewegt sich etwa unter den Rumpf des Verkehrsflugzeug 38, fährt dort die Kupplungseinheit 12 durch Bewegen der Glieder 14 aus, um den ersten elektrischen Verbinder 22 an dem zweiten elektrischen Verbinder 30 auszurichten und beide zu koppeln. Die Steuereinheit 28 sowie die Navigationseinheit 34 sind dazu ausgebildet, einer Bewegung des Verkehrsflugzeug 38 zu folgen, um kurz vor oder während des Abhebens des Verkehrsflugzeugs 38 die Verbindung zwischen den beiden Verbin dern 22 und 30 zu trennen. Danach kann das Bodenfahrzeug 2 wieder zu der betreffenden Ladestation 42 fahren. Für den gesamten Taxivorgang bis zum Abheben benötigt das Verkehrszeug 38 folglich weniger an Bord gespeicherte elektrische Energie und kann hierdurch einen Teil des Gewichts einsparen.
Fig. 3 zeigt eine schematische, blockbasierte Darstellung eines Verfahrens zum Übertragen von Energie von dem Bodenfahrzeug 2 an das Luftfahrzeug 38. Das Verfahren weist die Schritte des Fahrens 46 des Bodenfahrzeugs 2 zu dem Luft fahrzeug 38 mittels des Antriebs 9, des Betätigens 48 einer Kopplungseinheit 12 an dem Bodenfahrzeug 2 zum Bewegen eines an dem distalen Ende der Kopplungs einheit 12 angeordneten ersten elektrischen Verbinders 22 zu dem an dem Luft fahrzeug 38 angeordneten zweiten elektrischen Verbinder 30 an einer vorgebbaren Position, des Koppelns 50 des ersten elektrischen Verbinders 22 und des zweiten elektrischen Verbinders 30, und des Abgebens 52 von elektrischer Energie von einem in dem Bodenfahrzeug 2 angeordneten elektrischen Energiespeicher 26 an das Luftfahrzeug 38 auf. Ferner kann das Verfahren auch das dynamische Nachführen 54 der Position des ersten Verbinders 22 der vorgebbaren Position umfassen. Das Luftfahrzeug 38 kann etwa ein Taxiing 56 durchführen, wobei das Bodenfahrzeug 2
dem Taxiing des Luftfahrzeugs 38 folgt. Das Verfahren kann schließlich das Abkoppeln 58 des ersten elektrischen Verbinders 22 von dem zweiten elektrischen Verbinder 30 nach dem Abgeben von elektrischer Energie und sowie das Zurück fahren 60 zu der Ladestation 42 aufweisen.
BEZUGSZEICHEN
2 Bodenfahrzeug
4 Fahrzeugbasis 6 Fahrwerk
8 Rad
9 Antrieb
10 Fahrmotor
12 Kopplungseinheit 14 Glied
16 erstes Gelenk
18 zweites Gelenk
20 distales Ende
21 drittes Gelenk / Gelenkeinheit 22 erster elektrischer Verbinder
24 elektrische Leitung
26 elektrischen Energiespeicher
28 Steuereinheit
30 zweiter elektrischer Verbinder 32 Sensor
34 Navigationseinheit
36 Rollfeld
38 V erkehr sflugzeug
40 Terminal 42 Ladestation
44 Route
46 Fahren
48 Betätigen der Kopplungseinheit
50 Koppeln der Verbinder 52 Abgeben elektrischer Energie
dy nami sehe s N achführen Taxiing Ab koppeln Zurückfahren