Herstellung von PU-Schaumstoffen unter Einsatz von Recycling-Polyolen
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Polyurethane und betrifft die Herstellung von PU- Schaumstoffen unter Einsatz von Recycling-Polyolen.
Polyurethane finden aufgrund ihrer hervorragenden mechanischen und physikalischen Eigenschaften in den verschiedensten Bereichen Verwendung. Einen besonders wichtigen Markt für verschiedenste Typen von Polyurethanen stellt der Bereich der PU-Schäume dar.
Als Polyurethane (PU) werden im Sinne dieser Erfindung alle Reaktionsprodukte ausgehend von Isocyanaten, insbesondere von Polyisocyanaten, und entsprechend isocyanat-reaktiven Molekülen, insbesondere Polyolen, verstanden. Dies umfasst unter anderem auch Polyisocyanurate, Polyharnstoffe sowie Allophanat-, Biuret-, Uretdion-, Uretimin- oder Carbodiimid-enthaltende Isocyanat- oder Polyisocyanat-Reaktionsprodukte.
Polyurethane sind weltweit inzwischen so weit verbreitet, dass auch bei diesen Stoffen eine Wiederverwertung immer wichtiger wird. Im Stand der Technik existieren daher bereits unterschiedliche Recycling-Verfahren zur Verwertung von Polyurethan-Abfällen. Die bekannten chemischen Recycling-Verfahren wie die Hydrolyse z.B. beschrieben in US 5,208,379, Glykolyse, Acidolyse, Aminolyse, Hydrogenolyse, Solvolyse und ähnliche Verfahren zielen auf eine Depolymerisation auf molekularer Ebene ab und führen jeweils zu Polyolgemischen, die u.U. auch wieder für die PUR- Herstellung eingesetzt werden können. Diese Polyolgemische bezeichnet man ganz allgemein als Recycling-Polyole.
Grundsätzlich wird angestrebt, die Recycling-Polyole auch wieder zur Herstellung von Polyurethanen einzusetzen. Vor diesem Hintergrund war es die konkrete Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Bereitstellung von PU-Schaumstoffen unter Einsatz von Recycling-Polyolen zu ermöglichen, ohne die Qualität der resultierenden Schäume zu verschlechtern, insbesondere auch bei Einsatz größerer Mengen an Recycling-Polyolen, im Vergleich zu PU-Schäumen, die mit konventionellen Polyolen hergestellt werden. Die o.g. Aufgabe wird vom Gegenstand der Erfindung gelöst. Der Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von PU-Schaumstoffen durch Umsetzung
(a) mindestens einer Polyolkomponente, umfassend Recycling-Polyol, mit
(b) mindestens einer Isocyanatkomponente in Gegenwart von (c) einem oder mehreren Katalysatoren, die die Reaktionen Isocyanat-Polyol und/oder Isocyanat-
Wasser und/oder die Isocyanat-Trimerisierung katalysieren,
(d) zumindest einem Schaumstabilisator sowie
(e) optional von ein oder mehreren chemischen oder physikalischen Treibmitteln, wobei das eingesetzte Recycling-Polyol 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘- Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan enthält, und zwar in einer Gesamtmenge von 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol.
Die Bestimmung des Gewichtsanteils an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘- Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4, 4‘-Diaminodiphenylmethan im Recycling-Polyol erfolgt durch Analyse von 25 pL einer Probe, zu deren Herstellung 25 mg
Recycling-Polyol in 25 ml_ einer wässrigen 20 mmol/L Diammoniumhydrogenphosphat-Lösung und Acetonitril (70:30) gelöst wurden, per HPLC jeweils gegen eine interne Kalibriergerade (Detektor: DAD 220nm). Die genauen Methoden werden im Beispielteil unten noch genauer erläutert.
Der erfindungsgemäße Gegenstand ermöglicht die Bereitstellung von Polyurethanschäumen unter Einsatz auch von größeren Mengen Recycling-Polyol, welche der Qualität von konventionellen Polyurethanschäumen entsprechen, die auf gleiche Weise aber mit konventionellen Polyolen hergestellt wurden.
Durch den erzielbaren, hohen Anteil an Recycling-Polyol ermöglicht der Erfindungsgegenstand eine signifikante Steigerung des Gesamtanteils recycelter Rohstoffe der erfindungsgemäß erzeugten Polyurethanschäume gegenüber Schäumen aus konventionellen oder mit vorwiegend konventionell erzeugten Polyolen, welches ein wichtiger Fortschritt im Hinblick auf die Wiederverwertbarkeit von Polyurethanschäumen ist.
Eine Eigenschaft von Recycling-Polyolen im Allgemeinen, die nach Verfahren des Standes der Technik erhalten werden, besteht darin, dass diese stets einen Anteil primärer aromatischer Amine aufweisen, die bei der Depolymerisation von PU entstehen und nur durch aufwendige großtechnische Trennmethoden, wie Destillation und/oder Extraktions- und/oder Waschprozessen aus den Recycling-Polyolen entfernt werden können. Diese Verfahren sind jedoch häufig ressourcenintensiv und führen zu hohen Kosten und Abfällen. Mögliche Restgehalte an 2,4- Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan in Recycling-Polyolen können insofern problematisch sein, da diese aromatischen Amine zum einen toxisch sind und zum anderen einen störenden Einfluss bei der PU-Herstellung haben können. Insbesondere Restgehalte an 2,4-Toluoldiamin, 2,6- Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-
Diaminodiphenylmethan von in der Summe > 0,4 Gew.-% können in typischen PU- Schaumformulierungen zu Instabilität bis hin zum Kollabieren des aufsteigenden Schaums führen, sodass dann keine zufriedenstellenden PU-Schäume erhalten würden. Zudem können in Formschaumanwendungen von Polyolen mit Restgehalten an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan
von in der Summe > 0,4 Gew.-% durch deren schnelle Reaktion mit Isocyanaten und den damit beschleunigten Polymeraufbau maßgebliche Fließstörungen auftreten.
Überraschenderweise konnte im Rahmen dieser Erfindung gefunden werden, dass Recycling- Polyole selbst bei einem variierenden Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘- Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan von in der Summe im Bereich von 0,00001 bis zu 0,4% durchweg sogar zu PU-Schäumen mit sehr guter Qualität führen und dass die resultierenden Schäume auch bei variierenden Gehalten an 2,4- Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan im Recycling-Polyol von in der Summe zwischen 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.- %, bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol, vergleichbare Schaumeigenschaften aufweisen, sogar bei hohen Einsatzmengen entsprechender Recycling-Polyole.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden Recycling-Polyole mit dem oben genannten Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘- Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan, in Schäumen mit einem Index zwischen 75 und 130, bevorzugt, zwischen 85 und 125, weiter bevorzugt zwischen 90 und 120 und insbesondere zwischen 95 und 115 eingesetzt.
Überraschenderweise wurde weiterhin als zusätzlicher Vorteil gefunden, dass im Falle solcher erfindungsgemäß hergestellter Schäume mit einem Index zwischen 95 und 115 im Vergleich zu einem Standard-Polyurethan-Schaum (Ohne Recycling-Polyol hergestellt) vergleichbare geringe Mengen 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘- Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan von in der Summe maximal 35 pg bezogen auf 1 g PU-Schaum, bevorzugt maximal 25 pg bezogen auf 1 g PU-Schaum, besonders bevorzugt maximal 25 pg bezogen auf 1 g PU-Schaum, insbesondere maximal 10 pg bezogen auf 1 g PU-Schaum, im für die Automobilindustrie besonders gängigen Emissionstest VDA 278 nachgewiesen werden können. VDA ist der Verband der Automobilindustrie ( www.vda.de ). Messprinzip und Durchführung der VDA 278 werden in den Beispielen näher erläutert.
Als weiterer Vorteil wurde überraschend gefunden, dass der Einsatz von erfindungsgemäßen Recycling-Polyolen mit den oben genannten Gehalten an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘- Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan eine vorteilhafte zellöffnende Wirkung in Formschaumanwendungen bewirken kann.
Die Erfindung ermöglicht es, auch hohe Mengen an entsprechendem Recycling-Polyol einzusetzen, wobei es zu keiner oder nur zu einer unwesentlichen Verminderung der Schaumqualität oder in wenigen Fällen sogar zu einer Verbesserung der Schaumqualität verglichen mit einem Schaum aus konventionell hergestelltem Polyol kommt. Es entspricht daher einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wenn in dem erfindungsgemäßen Verfahren, bezogen auf die gesamte eingesetzte Polyolkomponente, mehr als 30 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 50 Gew.-%, bevorzugt mehr als 70 Gew.-%, weiter bevorzugt mehr als 80 Gew.-%,
insbesondere mehr als 95 Gew.-% Recycling-Polyol eingesetzt wird, wobei dieses Recycling- Polyol den erfindungsgemäßen Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘- Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4, 4‘-Diaminodiphenylmethan, von in der Summe 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.-% aufweist, bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol.
Das eingesetzte Recycling-Polyol ist ein Polyol, welches insbesondere aus der Wiederverwertung von Polyurethan-Abfall hervorgeht. Polyurethan-Abfall umfasst alle jene Polyurethane, insbesondere PU-Schäume, welche nicht mehr verwendet werden, sondern für die Entsorgung vorgesehen sind. Es entspricht daher einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wenn das eingesetzte Recycling-Polyol ein aus Polyurethan-Abfall hergestelltes Recycling-Polyol und/oder Recycling-
Polymerpolyol ist, vorzugsweise erhalten aus der Depolymerisation von PU-Schaumstoff, insbesondere von PU-Heißweichschaum (PU-Standardschaum), viskoelastischem PU-Schaum und/oder HR-PU-Schaum, wobei das Recycling-Polyol und/oder Recycling-Polymerpolyol durch Solvolyse, vorzugsweise durch Hydrolyse, Aminolyse, Acidolyse oder Glykolyse, insbesondere durch Hydrolyse, wie z.B. beschrieben in den noch unveröffentlichten europäischen
Patentanmeldungen mit den Aktenzeichen 20192354.7 oder 20192364.6, erhalten wurde. Der Begriff des Recycling-Polyols umfasst im Sinne dieser Erfindung auch Recycling-Polymerpolyol. Prinzipiell ist bei allen genannten Recycling-Verfahren von PU-Schäumen, die mit TDI und/oder MDI hergestellt wurden, ein Restgehalt an primären aromatischen Aminen im dabei erhaltenen Polyol zu erwarten, da diese im Depolymerisationsschritt freigesetzt werden. Entscheidend für den tatsächlichen Gehalt im jeweiligen hervorgehenden Recycling-Polyol ist dabei das jeweils angewendete Verfahren zur Gewinnung und Aufreinigung nach der Depolymerisation (z.B. destillative Entfernung von aromatischen Aminen und Nebenkomponenten).
Im Anschluss an den Depolymerisationsprozess kann das Recycling-Polyol durch klassische Trennmethoden von anderen Recycling-Produkten, insbesondere den ebenfalls anfallenden primären aromatischen Aminen und den für den jeweiligen Depolymerisationsprozess zugesetzten Reagenzien, befreit werden. Im Folgenden seien einige beispielhafte Methoden zur Aufreinigung und Gewinnung des Recycling-Polyols aus der Recycling-Rohproduktmischung, die nach dem jeweiligen Depolymerisationschritt vorliegt, genannt. Eine Möglichkeit zur Abtrennung von Wasser aus der Recycling-Rohproduktmischung besteht in dessen Entfernung durch Destillation. 2,4- Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4, 4‘-Diaminodiphenylmethan können durch Destillation, durch Extraktion mit aromatischen Lösungsmitteln oder durch Waschen mit sauren Waschwässern oder durch andere Methoden aus der Recycling-Rohproduktmischung vom jeweiligen Recycling-Polyol entfernt werden, die vollständige Entfernung ist jedoch technisch nur schwierig und unter hohen Kosten realisierbar. Für die Zwecke dieser Erfindung ist es jeweils wesentlich, dass die im Anspruch 1 genannten Gehalte an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘- Diaminodiphenylmethan und/oder 4, 4‘-Diaminodiphenylmethan verwirklicht bzw. eingestellt werden, nötigenfalls durch die vorgenannten Aufreinigungsschritte bzw. wie im experimentellen Teil gezeigt. Eventuell auftretende feste Komponenten wie Recycling-Katalysatoren, Salze oder
verbliebene Polyurethan-Komponenten können durch Filtration mit verschiedenen Filtertypen aus der Rohproduktmischung abgetrennt bzw. von Recycling-Polyolen abgetrennt werden.
Das eingesetzte Recycling-Polyol kann insbesondere erhalten werden aus der Hydrolyse von Polyurethan, umfassend das Umsetzen des Polyurethans mit Wasser in Gegenwart einer Base- Katalysator-Kombination (I) oder (II), wobei (I) umfasst eine Base mit einem pKb Wert bei 25 °C von 1 bis 10, und einen Katalysator, welcher aus der Gruppe, bestehend aus quartären Ammoniumsalzen enthaltend ein Ammonium- Kation umfassend 6 bis 30 Kohlenstoff-Atome und organischen Sulfonaten enthaltend wenigstens 7 Kohlenstoffatome, gewählt ist °C, oder wobei (II) umfasst eine Base mit einem pKb Wert bei 25 °C von < 1 , und einen Katalysator aus der Gruppe der quartären Ammoniumsalze enthaltend ein Ammonium-Kation mit 6 bis 14 Kohlenstoff-Atomen, sofern das Ammonium-Kation keinen Benzylrest umfasst, oder aber enthaltend ein Ammonium-Kation mit 6 bis 12 Kohlenstoff-Atomen, sofern das Ammonium-Kation einen Benzylrest umfasst. Dies entspricht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung. Die Verwendung von Recycling-Polyolen erhalten aus dem beschriebenen Hydrolyseprozess, welcher eine sehr einfache Bereitstellung von Recycling-Polyol mit dem Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘- Diaminodiphenylmethan von in der Summe 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.-%bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol ermöglicht, entspricht einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung. Für die Zwecke dieser Erfindung ist es auch hier wesentlich, dass die im Anspruch 1 genannten Gehalte an 2,4- Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan verwirklicht bzw. eingestellt werden, nötigenfalls durch die o.g. Aufreinigungsschritte bzw. wie im experimentellen gezeigt. Entsprechende und bevorzugte Hydrolyseprozesse von PU-Materialien werden z.B. beschrieben in den noch unveröffentlichten europäischen Patentanmeldungen mit den Aktenzeichen 20192354.7 oder 20192364.6.
Im Folgenden wird eine besonders bevorzugte Variante, hier bevorzugte Variante 1 genannt, der Depolymerisation durch Hydrolyse beschrieben. Insbesondere ist es bevorzugt, wenn die Depolymerisation des Polyurethans in Schritt a) unter Einsatz einer Base mit einem pKb Wert bei 25 °C von 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 8, weiter bevorzugt 1 bis 7, insbesondere 1 ,5 bis 6, sowie eines Katalysators ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus (i) quartären Ammoniumsalzen enthaltend ein Ammonium-Kation umfassend 6 bis 30 Kohlenstoff-Atome und (ii) organischem Sulfonat enthaltend wenigstens 7 Kohlenstoffatome, erfolgt. Dies entspricht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
Bevorzugte Basen umfassen ein Alkalimetallkation und/oder ein Ammoniumkation. Bevorzugte Basen sind hierbei Alkalimetallphosphate, Alkalimetallhydrogenphosphate, Alkalimetallcarbonate,
Alkalimetallsilicate, Alkalimetallhydrogencarbonate, Alkalimetallacetate, Alkalimetallsulfite, Ammoniumhydroxide oder Mischungen vorgenannter. Bevorzugte Alkalimetalle sind dabei Na, K oder Li oder Mischungen vorgenannter, insbesondere Na oder K oder deren Mischungen; bevorzugtes Ammoniumkation ist NhV.
Besonders bevorzugte Basen sind K2CO3, Na2SiC>3, NH4OH, K3PO4, oder KOAc.
Bevorzugt wird die Base als gesättigte alkalische Lösung in Wasser eingesetzt, wobei das Gewichtsverhältnis von gesättigter alkalischer Lösung zum PU im Bereich von vorzugsweise 0,5 bis 25, bevorzugt 0,5 bis 15, weiter bevorzugt 1 bis 10 insbesondere 2 bis 7 liegt. Bevorzugte quartäre Ammoniumsalze haben die allgemeine Struktur: Ri R2 R3 R4 NX mit R1.R2.R3, und R4 gleich oder unterschiedlich Kohlenwasserstoffgruppen gewählt von Alkyl, Aryl und/oder Arylalkyl, wobei Ri bis R4 vorzugsweise so gewählt sind, dass die Summe der Kohlenstoffatome des quartären Ammoniumkations 6 bis 14, vorzugsweise 7 bis 14, insbesondere 8 bis 13 beträgt. X ist gewählt aus Halogenid, vorzugsweise Chlorid und/oder Bromid, Hydrogensulfat,
Alkylsulfat, vorzugsweise Methylsulfat oder Ethylsulfat, Carbonat, Hydrogencarbonat oder Carboxylat, vorzugsweise Acetat oder Hydroxid.
Ganz besonders bevorzugte quartäre Ammoniumsalze sind Tributylmethylammoniumchlorid, Tetrabutylammouniumhydrogensulfat, Benzyltrimethylammoniumchlorid, Tributylmethylammoniumchlorid und/oder Trioctylmethylammoniummethylsulfat.
Das ebenfalls als Katalysator einsetzbare organische Sulfonat enthaltend wenigstens 7 Kohlenstoffatome umfasst vorzugsweise Alkylarylsulfonate, alpha-olefin Sulfonate, Petroleum- Sulfonate und/oder Naphthalen-Sulfonate.
Bevorzugte Temperaturen für die Depolymerisation betragen 80 °C bis 200 °C, vorzugsweise 90 °C bis 180 °C, weiter bevorzugt 95 °C bis 170 °C und insbesondere 100 °C bis 160 °C.
Bevorzugte Reaktionszeiten für die Depolymerisation betragen 1 Minute bis 14 h, vorzugsweise 10 Minuten bis 12 h, bevorzugt 20 Minuten bis 11 h und insbesondere 30 Minuten bis 10 h.
Bevorzugt werden bei der Depolymerisation mindestens 0,5 Gew.-% Katalysator eingesetzt, bezogen auf das Gewicht des Polyurethans, vorzugsweise 0,5 bis 15 Gew.-%, weiter bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%, noch weiter bevorzugt 1 bis 8 Gew.-%, wieder weiter bevorzugt 1 bis 7 Gew.-% und insbesondere 2 bis 6 Gew.-%.
Ein bevorzugtes Gewichtsverhältnis Base zu Polyurethan liegt im Bereich von 0,01 bis 50, vorzugsweise 0,1 bis 25, insbesondere 0,5 bis 20.
Dies betraf die bevorzugte Variante 1 der Depolymerisation.
Im Folgenden wird noch eine weitere besonders bevorzugte Variante, hier bevorzugte Variante 2 genannt, der Depolymerisation durch Hydrolyse beschrieben.
Wenn die Depolymerisation des Polyurethans in Schritt a) unter Einsatz einer Base mit einem pKb Wert bei 25 °C von < 1 , vorzugsweise 0,5 bis -2, bevorzugt 0,25 bis -1 ,5 insbesondere 0 bis -1 , eines Katalysators aus der Gruppe der quartären Ammoniumsalze enthaltend ein Ammonium- Kation mit 6 bis 14 Kohlenstoff-Atomen, sofern das Ammonium-Kation keinen Benzylrest umfasst, oder aber enthaltend ein Ammonium-Kation mit 6 bis 12 Kohlenstoff-Atomen, sofern das Ammonium-Kation einen Benzylrest umfasst, erfolgt, so liegt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung vor.
Bevorzugte Basen sind hierbei Alkalimetallhydroxide, Alkalimetalloxide, Erdalkalimetallhydroxide, Alkalimetalloxide oder deren Mischungen. Bevorzugte Alkalimetalle sind dabei Na, K oder Li oder Mischungen vorgenannter, insbesondere Na oder K oder deren Mischungen; bevorzugte Erdalkalimetall sind Be, Mg, Ca, Sr oder Ba oder deren Mischungen, bevorzugt Mg oder Ca oder deren Mischungen. Eine ganz besonders bevorzugte Base ist NaOH.
Bevorzugte quartäre Ammoniumsalze haben die allgemeine Struktur: Ri R2 R3 R4 NX mit R1.R2.R3 und R4 gleich oder unterschiedlich Kohlenwasserstoffgruppen gewählt von Alkyl, Aryl und Arylalkyl.
X ist gewählt aus Halogenid, vorzugsweise Chlorid und/oder Bromid, Hydrogensulfat, Alkylsulfat, vorzugsweise Methylsulfat oder Ethylsulfat, Carbonat, Hydrogencarbonat, Carboxylat, vorzugsweise Acetat oder Hydroxid.
Besonders bevorzugte quartäre Ammoniumsalze sind hierbei Benzyltrimethylammoniumchlorid oder Tributylmethylammoniumchlorid.
Bevorzugte Temperaturen für die Depolymerisation betragen 80 °C bis 200 °C, vorzugsweise 90 °C bis 180 °C, weiter bevorzugt 95 °C bis 170 °C und insbesondere 100 °C bis 160 °C.
Bevorzugte Reaktionszeiten für die Depolymerisation betragen 1 Minute bis 14 h, vorzugsweise 10 Minuten bis 12 h, bevorzugt 20 Minuten bis 11 h und insbesondere 30 Minuten bis 10 h.
Bevorzugt werden bei der Depolymerisation zumindest 0,5 Gew.-% Katalysator eingesetzt, bezogen auf das Gewicht des Polyurethans, vorzugsweise 0,5 bis 15 Gew.-%, weiter bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%, noch weiter bevorzugt 1 bis 8 Gew.-%, wieder weiter bevorzugt 1 bis 7 Gew.-% und insbesondere 2 bis 6 Gew.-%.
Ein bevorzugtes Gewichtsverhältnis Base zu Polyurethan liegt im Bereich von 0,01 bis 25, vorzugsweise 0,1 bis 15, bevorzugt 0,2 bis 10, insbesondere 0,5 bis 5.
Bevorzugt wird eine alkalische Lösung eingesetzt, umfassend Base und Wasser, wobei die Konzentration der Base vorzugsweise größer 5 Gew.-% ist, vorzugsweise 5 bis 70 Gew.-%, bevorzugt 5 bis 60 Gew.-%, weiter bevorzugt 10 bis 50 Gew.-%, noch weiter bevorzugt 15 bis 40
Gew.-%, insbesondere 20 bis 40 beträgt, bezogen auf das Gewicht der alkalischen Lösung. Dies betraf die bevorzugte Variante 2 der Depolymerisation.
Das in dem PU-Depolymerisationsprozess zu verwertende PU kann jedes PU-Produkt sein, insbesondere umfasst es einen Polyurethanschaum, vorzugsweise PU-Hartschaum, PU- Weichschaum, PU-Heißweichschaum (Standardschaum), viskoelastischer PU-Schaum, HR-PU- Schaum, PU-Hypersoft-Schaum, halbharter PU-Schaum, thermoverformbarer PU-Schaum und/oder PU-lntegralschaum.
Im Sinne der Erfindung bevorzugte Recycling-Polyole weisen vorzugsweise eine Funktionalität (gegenüber Isocyanat reaktive Gruppen pro Molekül) von 2 bis 8 auf. Bevorzugt enthalten die Recycling-Polyole 2 - 8 OH-Gruppen. Das durchschnittliche zahlenmittlere Molekulargewicht des Recycling-Polyols liegt vorzugsweise im Bereich von 500 bis 15000 g/mol. Die OH-Zahl der Recycling-Polyole liegt vorzugsweise bei 10 bis 1200 mg KOH/g. Die OH Zahl kann insbesondere in Anlehnung an die DIN 53240:1971-12 bestimmt werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung liegt vor, wenn das eingesetzte Recycling-Polyol strukturell ein Polyether-Polyol ist, wobei solches Recycling-Polyol vorzugsweise aus der Wiederverwertung von PU-Abfällen, besonders PU-Schäumen, erhalten werden kann, welche ursprünglich aus konventionellen Polyether-Polyolen oder bereits einfach oder mehrfach recycelten Polyether-Polyolen erhalten wurden. In ihrer jeglichem Recycling vorausgehenden Ursprungsform können Polyether-Polyole nach bekannten Verfahren hergestellt werden, z.B. durch anionische Polymerisation von Alkylenoxiden in Gegenwart von Alkalihydroxiden, Alkalialkoholaten oder Aminen als Katalysatoren und unter Zusatz mindestens eines Startermoleküls, dass bevorzugt 2 bis 8 reaktive Wasserstoffatome gebunden enthält oder durch kationische Polymerisation von Alkylenoxiden in Gegenwart von Lewis-Säuren wie z.B. Antimonpentachlorid oder Bortrifluorid-Etherat oder durch Polymerisation von Alkylenoxiden über Doppelmetallcyanidkatalyse. Geeignete Alkylenoxide enthalten 2 bis 4 Kohlenstoffatome im Alkylenrest. Beispiele sind Tetrahydrofuran, Ethylenoxid, 1 ,3-Propylenoxid, 1 ,2-Propylenoxid, 1 ,2- bzw. 2,3-Butylenoxid; vorzugsweise werden Ethylenoxid und 1 ,2-Propylenoxid eingesetzt. Die Alkylenoxide können einzeln, kumulativ, blockweise, alternierend nacheinander oder als Mischungen verwendet werden. Als Startmoleküle kommen bevorzugt 2-, 3- oder 4-wertige Alkohole wie Ethylenglykol, Propandiol-1 ,2 und -1 ,3, Diethylenglykol, Dipropylenglykol, Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit, Rizinusöl, höhere polyfunktionelle Polyole, insbesondere Zuckerverbindungen wie z.B. Glucose, Sorbit, Mannit und Saccharose, mehrwertige Phenole, Resole zum Einsatz.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, insbesondere in der Produktion von Heißweichschäumen, können di- odertrifunktionelle Polyether-Polyole eingesetzt werden, die einen
Anteil von aus Propoxylierung entstehenden Endgruppen (PO-Endgruppen) von bevorzugt über 50% weiter bevorzugt über 80% aufweisen, insbesondere solche mit einem Propylenoxidblock oder statistischen Propylen- und Ethylenoxidblock am Kettenende oder solche, die nur auf Propylenoxidblöcken basieren. Solche Polyether-Polyole besitzen vorzugsweise eine Funktionalität von 2 bis 8, besonders bevorzugt 2 bis 4, zahlengemittelte Molekulargewichte im Bereich von 500 bis 8000, vorzugsweise 800 bis 5000, besonders bevorzugt 2500 bis 4500 g/mol und üblicherweise OH-Zahlen im Bereich von 10 bis 100, vorzugsweise 20 bis 60 mg KOH/g.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, insbesondere zur Herstellung von Form- und hochelastischen PU-Weichschaumstoffen, können di- und/oder trifunktionelle Polyether-Polyole mit bevorzugt mindestens 50%, weiter bevorzugt mindestens 80% primären Hydroxyl-Gruppen eingesetzt werden. Besonders Polyether-Polyole mit einem Ethylenoxid-Endblock -CH2-CH2-0-H können verwendet werden. Polyole für Polyurethan-Kaltschäume (sogenannte HR-Polyole) können ein Teil dieser Kategorie sein, wenn die durchschnittliche zahlenmittlere Molmasse simultanerweise vorzugsweise über 4000 g/mol liegt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können für die Produktion von PU- Hypersoft-Schäumen optional auch weitere Polyether-Polyole, die zum Großteil aus Ethylenoxid bestehen, bevorzugt jene mit Ethylenoxid Blöcken von mehr als 70%, weiter bevorzugt von mehr als 90% (Hypersoft-Polyole) verwendet werden. Alle Polyether-Polyole beschrieben im Kontext dieser bevorzugten Ausführungsform haben vorzugsweise eine Funktionalität von 2 bis 8 Hydroxygruppen, bevorzugt 2 bis 5 Hydroxygruppen pro Molekül, vorzugsweise ein durchschnittliches zahlenmittleres Molekulargewicht von 500 bis 8000 g/mol, bevorzugt 800 bis 7000 g/mol, und vorzugsweise OH- Zahlen im Bereich 5 bis 100 mg KOH/g, bevorzugt 20 bis 60 mg KOH/g. Polyole mit primären Hydroxyl-Funktionen werden im Fall von Heißweichschäumen vorzugsweise nicht allein, sondern bevorzugt zusammen mit Polyolen mit sekundären Hydroxyl-Gruppen genutzt.
In einen weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, besonders bei der Produktion von viskoelastischen Polyurethanschäumen, besteht die Präferenz, Mischungen von verschiedenen, bevorzugt von zwei bis drei polyfunktionellen Polyether-Polyolen zu benutzen. Die dabei verwendeten Polyol-Kombinationen bestehen vorzugsweise aus einem Crosslinker-Polyol mit einer hohen Funktionalität (>3) und mit geringem Molekulargewicht, bevorzugt mit einer OH-Zahl von 100 bis 400 mg KOH/g und/oder einem konventionellen Weichblockschaum-Polyol und/oder einem HR- Polyol und/oder einem „Hypersoft“ Polyether-Polyol bevorzugt mit einer OH-Zahl zwischen 20 bis 40 mg KOH/g mit einem hohen Anteil Ethylenoxid und zellöffnenden Eigenschaften. Wenn HR-Polyole innerhalb einer viskoelastischen Schaumformulierung verwendet werden, ist deren Anteil in der Polyolmischung vorzugsweise stets kleiner als 50%. Unabhängig von dem erfindungsgemäßen Recycling-Polyol, können im Rahmen der vorliegenden Erfindung zusätzlich auch andere Polyole,
insbesondere optionale konventionelle Polyole eingesetzt werden. Konventionelle Polyole sind Polyole, welche nicht aus Recyclingverfahren stammen.
Es entspricht daher einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wenn die insgesamt eingesetzte Polyolkomponente sowohl erfindungsgemäßes Recycling-Polyol als auch zusätzlich ein oder mehrere weitere Polyole umfasst.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Bereitstellung von allen bekannten PU-Schaum- stoff Typen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der resultierende PU- Schaumstoff ein PU-Hartschaum, PU-Weichschaum, ein PU-Heißweichschaum (Standard- Schaum), ein viskoelastischer PU-Schaum, ein HR-PU-Schaum, ein PU-Hypersoft-Schaum, ein halbharter PU-Schaum, ein thermoverformbarer PU-Schaum oder ein PU-lntegralschaum, bevorzugt ein PU-Heißweichschaum, HR-PU-Schaum, PU-Hypersoft-Schaum oder viskoelastischer PU-Schaum. PU-Heißweichschäume sind am meisten bevorzugt.
Die Herstellung der PU-Schäume kann grundsätzlich auf die übliche Weise und wie im Stand der Technik beschrieben erfolgen. Sie ist dem Fachmann wohlbekannt. Eine grundsätzliche Übersicht findet sich z. B. in G. Oertel, Polyurethane Handbook, 2nd Edition, Hanser/Gardner Publications Inc. , Cincinnati, Ohio, 1994, S. 177-247. Weitere Angaben zu den einsetzbaren Ausgangsstoffen, Katalysatoren sowie Hilfs- und Zusatzstoffen finden sich beispielsweise im Kunststoffhandbuch, Band 7, Polyurethane, Carl-Hanser- Verlag München, 1. Auflage 1966, 2. Auflage, 1983 und 3. Auflage, 1993.
Erfolgt in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von PU-Schaumstoffen die Umsetzung unter Einsatz von f) Wasser, g) einem oder mehreren organischen Lösungsmitteln, h) einem oder mehreren weiteren Stabilisatoren gegen oxidativen Abbau, i) einem oder mehreren Flammschutzmitteln, und/oder j) einem oder mehreren weiteren Zusatzstoffen, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der Tenside, Biozide, Farbstoffe, Pigmente, Füllstoffe, Antistatik-Additive, Vernetzer,
Kettenverlängerer, Zellöffner, Duftstoffe, Zellvergröberer, Weichmacher, Härtevermittler, Aldehydfänger, Additive für Beständigkeit von PU-Schäumen gegenüber Hydrolyse, Kompatibilisatoren (Emulgatoren), Adhäsionsvermittler, Hydrophobierungs-Additive, Flammlaminierungs-Additive, Additive für die Verhinderung von Cold Flow, Druckverformungsrest vermindernde Additive, Additive zur Einstellung der Glasübergangstemperatur, temperaturkontrollierende Additive und/oder Geruchsverminderer erfolgt, so liegt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung vor.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Zusammensetzung, geeignet zur Herstellung von Polyurethan-Schaum, umfassend mindestens eine Polyolkomponente, mindes-
tens eine Isocyanatkomponente, Katalysator, Schaumstabilisator, Treibmittel, optional Hilfsmittel, wobei die Polyolkomponente Recycling-Polyol mit einem Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6- Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4, 4‘- Diaminodiphenylmethan, von in der Summe 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.-% umfasst, bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich die erfindungsgemäße Zusammensetzung dadurch aus, dass bezogen auf die gesamte Polyolkomponente mehr als 30 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 50 Gew.-%, bevorzugt mehr als 70 Gew.-%, weiter bevorzugt mehr als 80 Gew.-%, insbesondere mehr als 95 Gew.-% Recycling-Polyol enthalten ist, welches einen Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘- Diaminodiphenylmethan und/oder 4, 4‘-Diaminodiphenylmethan, von in der Summe von 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.- % aufweist, bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Verbindungen, deren Herstellung, die Verwendung der Verbindungen zur Herstellung der PU-Schäume sowie die PU-Schäume selbst werden nachfolgend noch weiter beispielhaft beschrieben, ohne dass die Erfindung auf diese beispielhaften Ausführungsformen beschränkt sein soll. Sind nachfolgend Bereiche, allgemeine Formeln oder Verbindungsklassen angegeben, so sollen diese nicht nur die entsprechenden Bereiche oder Gruppen von Verbindungen umfassen, die explizit erwähnt sind, sondern auch alle Teilbereiche und Teilgruppen von Verbindungen, die durch Herausnahme von einzelnen Werten (Bereichen) oder Verbindungen erhalten werden können. Werden im Rahmen der vorliegenden Beschreibung Dokumente zitiert, so soll deren Inhalt, insbesondere bezüglich der in Bezug genommenen Sachverhalte vollständig zum Offenbarungsgehalt der vorliegenden Erfindung gehören. Werden nachfolgend Angaben in Prozent gemacht, so handelt es sich, wenn nicht anders angegeben um Angaben in Gewichts-%. Werden nachfolgend Mittelwerte angegeben, so handelt es sich, wenn nicht anders angegeben um das Zahlenmittel. Werden nachfolgend Stoffeigenschaften, wie z. B. Viskositäten oder ähnliches angegeben, so handelt es sich, wenn nicht anders angegeben, um die Stoffeigenschaften bei 25 °C. Werden in der vorliegenden Erfindung chemische (Summen-) Formeln verwendet, so können die angegebenen Indizes sowohl absolute Zahlen als auch Mittelwerte darstellen. Bei polymeren Verbindungen stellen die Indizes vorzugsweise Mittelwerte dar.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht den Zugang zu allen PU-Schaumstoffen. Bevorzugte PU-Schaumstoffe im Sinne dieser Erfindung sind PU-Weichschaumstoffe und PU-Hartschaumstoffe. PU-Weichschaumstoffe und PU-Hartschaumstoffe sind feststehende technische Begriffe. Der bekannte und prinzipielle Unterschied zwischen Weichschaumstoffen und Hartschaumstoffen ist, dass ein Weichschaumstoff ein elastisches Verhalten zeigt und damit die Verformung reversibel ist. Der Hartschaumstoff wird demgegenüber dauerhaft verformt. Im Folgenden werden verschiedene, im Rahmen der Erfindung bevorzugte Untergruppen von Schaumstoffen genauer beschrieben,
wobei im Rahmen dieser Erfindung einfachheitshalber der Begriff des „Schaums“ synonym für den des „Schaumstoffs“ verwendet wird.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter Polyurethan-Hartschaum insbesondere ein Schaumstoff gemäß DIN 7726:1982-05 verstanden, der eine Druckfestigkeit nach DIN 53421 :1984- 06von vorteilhafterweise > 20 kPa, vorzugsweise > 80 kPa, bevorzugt > 100 kPa, weiter bevorzugt >150 kPa, besonders bevorzugt >180 kPa aufweist. Weiterhin verfügt der Polyurethan-Hartschaum nach DIN EN ISO 4590:2016-12 vorteilhafterweise über eine Geschlossenzelligkeit von größer 50%, vorzugsweise größer 80% und besonders bevorzugt größer 90%. PU-Hartschäume werden meist für Isolationszwecke eingesetzt. PU-Weichschäume sind elastisch, reversibel verformbar und gewöhnlich meistens offenzeilig. Dadurch kann die Luft bei Kompression leicht entweichen. Der Oberbegriff des PU-Weichschaums schließt dabei insbesondere folgende der Fachperson bekannte Schaumtypen, namentlich PU- Heißweichschaum (Standardschaum), PU-Kaltschaum (auch hochelastische oder High Resilience- Schaum), Hypersoft PU-Schaum, viskoelastischen PU-Weichschaum und PU-Esterschäume (aus Polyester-Polyolen) ein. Im Folgenden seien die verschiedenen PU-Weichschaumtypen noch einmal näher erläutert bzw. voneinander abgegrenzt.
Der entscheidende Unterschied zwischen einem PU-Heißweichschaum und einem PU- Kaltweichschaum besteht in den unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften. Die Differenzierung zwischen PU-Heißweichschäumen und PU-Kaltweichschäumen kann insbesondere durch die Rückprallelastizität, auch „Ball Rebound“ (BR) oder „Resilience“ genannt, erfolgen. Ein Verfahren zur Bestimmung der Rückprallelastizität ist beispielsweise in der DIN EN ISO 8307:2008- 03 beschrieben. Hierbei wird eine Stahlkugel mit festgelegter Masse aus einer bestimmten Höhe auf den Probenkörper fallen gelassen und dann die Höhe des Rückpralls in % der Abwurfhöhe gemessen. PU-Heißweichschäume weisen Rückprall- Werte von vorzugsweise 1 % bis maximal 50 % auf. Die Höhe des Rückpralls liegt im Falle von PU-Kaltweichschäumen vorzugsweise im Bereich
> 50%. Die hohe Rückprallelastizität von PU-Kaltweichschäumen resultiert aus einer verhältnismäßig unregelmäßigen Zellgrößenverteilung. Ein weiteres mechanisches Kriterium stellt der SAG- oder Komfortfaktor dar. Hierbei wird eine Schaumstoffprobe gemäß DIN EN ISO 2439:2009-05 komprimiert und das Verhältnis der Druckspannung bei 65% und 25% Kompression gemessen. PU-Heißweichschäume haben einen Komfortfaktor von vorzugsweise < 2,5. Bei PU- Kaltweichschäumen liegt der Komfortfaktor vorzugsweise bei > 2,5. Bei der Herstellung von PU- Kaltweichschäumen werden insbesondere gegenüber Isocyanaten besonders reaktive Polyether- Polyole mit einem hohen Anteil primärer Hydroxylgruppen und zahlenmittleren Molmassen > 4000 g/mol eingesetzt. Dagegen werden bei PU-Heißweichschäumen gewöhnlich überwiegend reaktionsträgere Polyole mit sekundären OH-Gruppen und einer mittleren Molmasse < 4000 g/mol verwendet. Neben Kaltblockschäumen stellen Kaltformschäume, die z.B. in Automobil-Sitzpolstern genutzt werden, eine Kernanwendung von PU-Kaltschäumen dar.
Ebenfalls erfindungsgemäß bevorzugt sind Hypersoft-PU-Schäume, die eine Subkategorie der PU- Weichschäume darstellen. Hypersoft-PU-Schäume haben Druckspannungen bestimmt nach DIN EN
ISO 3386-1 :1997 + A1 :2010 von vorzugsweise < 2,0 kPa und weisen Eindruckhärten bestimmt nach DIN EN ISO 2439:2009-05 von vorzugsweise < 80 N auf. Hypersoft PU-Schäume können durch unterschiedliche bekannte Verfahren hergestellt werden: durch Verwendung eines sogenannten Hypersoft-Polyols in Kombination mit sogenannten Standard-Polyolen und/oder durch ein spezielles Herstellverfahren bei dem Kohlendioxid während des Schäumprozesses zu dosiert wird. Bedingt durch eine ausgeprägte Offenzelligkeit haben Hypersoft-PU-Schäume eine hohe Luftdurchlässigkeit, begünstigen den Feuchtigkeitstransport in Anwendungsprodukten und tragen zur Vermeidung von Wärmestau bei. Die zur Herstellung von Hypersoft PU-Schäumen eingesetzten Hypersoft-Polyole zeichnen sich insbesondere durch einen sehr hohen Anteil primärer OH-Gruppen von mehr als 60% aus.
Eine spezielle Klasse der PU-Weichschäume ist die der viskoelastischen PU-Schäume (PU-Visko- schäume), welche ebenfalls erfindungsgemäß bevorzugt sind. Diese sind auch unter dem Namen Memory Foam (zu Deutsch etwa "Schaum mit Erinnerungsvermögen") bekannt und zeichnen sich sowohl durch eine geringe Rückprallelastizität nach DIN EN ISO 8307:2008-03 von vorzugsweise < 15% als auch durch eine langsame, graduelle Rückverformung nach einer erfolgten Kompression aus (Rückverformungszeit vorzugsweise 2 - 13 s). Im Gegensatz zu PU-Heißweichschäumen und PU-Kaltweichschäumen, die eine Glasübergangstemperatur von kleiner -32 °C aufweisen, ist für viskoelastische PU-Schäume die Glasübergangstemperatur vorzugsweise in einen Bereich von -20 bis +15 °C verschoben. Von solcher „Struktur- Viskoelastizität" bei offenzeiligen viskoelastischen PU- Schäumen, die im Wesentlichen auf der Glastemperatur des Polymers beruht (auch chemische Viskoschäume genannt), ist ein pneumatischer Effekt zu unterscheiden. In letzterem Falle handelt es sich um eine relativ geschlossene Zellstruktur (geringe Porosität). Durch die geringe Luftdurchlässigkeit strömt die Luft nach einer Kompression nur langsam wieder ein, was eine verlangsamte Rückverformung zur Folge hat (auch pneumatische Viskoschäume genannt). In vielen Fällen sind beide Effekte in einem Viskoschaum kombiniert. PU-Viskoschäume werden wegen ihrer energie- und schallabsorbierenden Eigenschaften sehr geschätzt.
Eine besonders für Anwendungen im Automobilbereich wichtige Klasse an PU-Schäumen, die sich in Bezug auf die Eigenschaften zwischen denen von Hart- und Weichschaumstoffen einordnen lässt, besteht aus den halbharten (semiflexiblen) PU-Schäumen. Auch diese sind erfindungsgemäß bevorzugt. Wie die meisten PU-Schaumsysteme nutzen semiflexible Schaumsysteme auch die Diisocyanat/Wasser-Reaktion und das dabei entstehende CO2 als Treibmittel der Schaumbildung. Die Rückprallelastizität ist in der Regel geringer als von klassischen Weichschäumen, insbesondere von Kaltschäumen. Semiflexible Schäume weisen eine höhere Härte als konventionelle Weichschäume auf. Ein charakteristisches Merkmal von semiflexiblen Schäumen ist deren hohe Offenzelligkeit (vorzugsweise > 90% der Zellen). Die Dichten von semiflexiblen Schäumen können deutlich über denen von Weich- und Hartschäumen liegen.
Als Polyolkomponenten werden vorzugsweise ein oder mehrere Polyole eingesetzt, welche zwei oder mehr OH-Gruppen aufweisen. Die erfindungsgemäße Polyolkomponente enthält zwingend Recycling-Polyol mit einem Gehalt an 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-
Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan, von in der Summe 0,00001% bis 0,4 Gew.-%, bevorzugt 0,00002% bis 0,2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,00005% bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Recycling-Polyol. Dies wurde bereits weiter oben beschrieben. Zusätzlich können optional noch weitere Polyole eingesetzt werden. Bevorzugte weitere optional zusätzlich einsetzbare Polyole sind alle zur Herstellung von Polyurethansystemen, insbesondere Polyurethanschaumstoffen, üblicherweise verwendeten Polyether-Polyole und Polyester-Polyole.
Polyether-Polyole können z. B. durch Umsetzung von mehrwertigen Alkoholen oder Aminen mit Alkylenoxiden gewonnen werden. Polyester-Polyole basieren vorzugsweise auf Estern mehrwertiger Carbonsäuren mit mehrwertigen Alkoholen (meist Glycolen). Die mehrwertigen Carbonsäuren können entweder aliphatisch (beispielsweise Adipinsäure), oder aromatisch (beispielsweise Phthalsäure oderTerephthalsäure) sein.
Eine wichtige Klasse optional einsetzbarer Polyole, die aus natürlichen Ölen wie z.B. Palm- oder Sojaöl zugänglich ist, sogenannte „Natural oil based polyols“ (NOPs) kann auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. NOPs sind für eine nachhaltigere Herstellung von PU-Schäumen mit Blick auf die langfristig begrenzte Verfügbarkeit fossiler Ressourcen, namentlich Öl, Kohle und Gas, und vor dem Hintergrund steigender Rohölpreise von zunehmendem Interesse und bereits vielfach bei der Herstellung von Polyurethanschäumen beschrieben (WO 2005/033167; US 2006/0293400, WO 2006/094227, WO 2004/096882, US 2002/0103091 , WO 2006/116456 und EP 1678232). Mittlerweile sind auf dem Markt eine Reihe dieser Polyole von verschiedenen Herstellern verfügbar (WO 2004/020497, US 2006/0229375, WO 2009/058367). In Abhängigkeit vom Basis-Rohstoff (z.B. Sojabohnenöl, Palmöl oder Rizinusöl) und die daran angeschlossene Aufarbeitung ergeben sich Polyole mit unterschiedlichem Eigenschaftsbild. Hierbei können im Wesentlichen zwei Gruppen unterschieden werden: a) Polyole auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die soweit modifiziert werden, dass sie zu 100 % zur Herstellung von Polyurethanen eingesetzt werden können (W02004/020497, US2006/0229375); b) Polyole auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die bedingt durch ihre Aufarbeitung und Eigenschaften nur zu einem gewissen Anteil das petrochemisch basierte Polyol ersetzen können (W02009/058367). Die Herstellung von Polyurethanschäumen aus recycelten Polyolen zusammen mit NOPs stellt eine bevorzugte Anwendungsform der Erfindung dar.
Eine weitere Klasse von optional einsetzbaren Polyolen sind solche, die als Prepolymere durch Umsetzung von Polyol mit Isocyanat in einem Molverhältnis von 100 zu 1 bis 5 zu 1 , bevorzugt 50 zu 1 bis 10 zu 1 erhalten werden.
Noch eine weitere Klasse von optional einsetzbaren Polyolen stellen die sogenannten Füllstoffpolyole (Polymerpolyole) dar. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie feste organische Füllstoffe bis zu einem Feststoffgehalt von 40 Gew.-% oder mehr in disperser Verteilung enthalten. Man kann z.B. unter anderem verwenden:
SAN-Polyole: Dies sind hochreaktive Polyole, welche ein Copolymer auf der Basis Styrol/Acrylnitril (SAN) dispergiert enthalten.
PHD-Polyole: Dies sind hochreaktive Polyole, welche Polyharnstoffpartikel in dispergierter Form enthalten. PIPA-Polyole: Dies sind hochreaktive Polyole, welche Polyurethanpartikel in dispergierter Form enthalten, hergestellt beispielsweise durch in situ-Reaktion eines Isocyanats mit einem Alkanolamin in einem konventionellen Polyol.
Der Festkörperanteil bei den optionalen Füllstoffpolyolen, der je nach Anwendung bevorzugt zwischen 5 und >40 Gew.-%, bezogen auf das Polyol liegen kann, ist für eine verbesserte Zellöffnung verantwortlich, sodass das Polyol insbesondere mit TDI kontrolliert verschäumbar wird und kein Schrumpfen der Schäume auftritt. Der Festkörper wirkt damit als wesentliche Prozesshilfe. Eine weitere Funktion besteht darin, über den Feststoffanteil die Härte zu kontrollieren, denn höhere Festkörperanteile bewirken eine höhere Härte des Schaums.
Die Formulierungen mit feststoffhaltigen Polyolen sind deutlich weniger eigenstabil und bedürfen daher neben der chemischen Stabilisierung durch die Vernetzungsreaktion eher auch zusätzlich einer physikalischen Stabilisierung.
Weitere optional einsetzbare Polyole sind die sogenannten Zellöffnerpolyole. Diese sind Polyether- Polyole mit einem hohen Ethylenoxidanteil, und zwar vorzugsweise von mindestens 40 Gew.-%, insbesondere von 50 bis 100 Gew.-%, bezogen auf den Gehalt an Alkylenoxid. Ein im Rahmen dieser Erfindung bevorzugtes Verhältnis von Isocyanatkomponente zu Polyolkomponete, ausgedrückt als Index, liegt im Bereich von 10 bis 1000, bevorzugt 40 bis 350. Dieser Index beschreibt das Verhältnis von tatsächlich eingesetzter Menge Isocyanat zur theoretisch erforderlichen Menge Isocyanat entsprechend einem stöchiometrischen Verhältnis von Isocyanat- Gruppen zu gegenüber Isocyanat reaktiven Gruppen (z.B. OH-Gruppen, NH-Gruppen), multipliziert mit 100. Ein Index von 100 steht für ein molares Verhältnis der reaktiven Gruppen von 1 zu 1.
Als Isocyanatkomponenten werden vorzugsweise ein oder mehrere Isocyanate eingesetzt, die zwei oder mehr Isocyanat-Funktionen aufweisen. Als Isocyanatkomponente können in dem erfindungsgemäßen Verfahren alle Isocyanate, insbesondere die an sich bekannten aliphatischen, cycloaliphatischen, araliphatischen und vorzugsweise aromatischen mehrwertigen Isocyanate eingesetzt werden. Geeignete Isocyanate im Sinne dieser Erfindung weisen zwei oder mehr Isocyanat-Funktionen auf.
Geeignete Isocyanate im Sinne dieser Erfindung sind vorzugsweise alle mehrfunktionalen organischen Isocyanate, wie z.B. Diphenylmethandiisocyanat (MDI), Toluoldiisocyanat (TDI), Hexamethylendiisocyanat (HMDI) und Isophorondiisocyanat (IPDI). Ebenfalls vorzugsweise einsetzbar ist das als „polymeres MDI“ („crude MDI“ oder Polyphenylpolymethylenpolyisocyanat) bekannte Gemisch aus MDI und höher kondensierten Analogen mit einer mittleren Funktionalität von 2 bis 4.
Besonders bevorzugt einsetzbar sind 2,4‘-Diphenylmethandiisocyanat, 2,2‘- Diphenylmethandiisocyanat und/oder Polyphenylpolymethylenpolyisocyanat (crude MDI), 2,4- Toluoldiisocyanat und/oder 2,6-Toluoldiisocyanat oder Mischungen dieser.
Besonders geeignet sind vorzugsweise auch MDI-Prepolymere. Beispiele für besonders geeignete Isocyanate sind z.B. in EP 1712578, EP 1161474, WO 00/58383, US 2007/0072951 , EP 1678232 und der WO 2005/085310 aufgeführt, auf die hier in vollem Umfang Bezug genommen wird.
Es entspricht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wenn die eingesetzten Isocyanate, vorzugsweise Diphenylmethandiisocyanat (MDI) und Toluoldiisocyanat (TDI), bevorzugt zu mindestens 20%, weiter bevorzugt zu mindestens 40% besonders bevorzugt zu mindestens 60% aus Recycling-Isocyanaten bestehen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können die Recycling-Isocyanate aus der Umsetzung von aromatischen Aminmischungen umfassend 2,4-Toluoldiamin, 2,6-Toluoldiamin, 2,2‘-Diaminodiphenylmethan, 2,4‘-Diaminodiphenylmethan und/oder 4,4‘-Diaminodiphenylmethan hergestellt werden, wobei die Aminmischungen bevorzugt zu mindestens 20%, weiter bevorzugt zu mindestens 35%, besonders bevorzugt zu mindestens 50% aus dem Recycling von Polyurethanen, bevorzugt Polyurethan-Schäumen gewonnen wurden.
Geeignete Katalysatoren, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von PU-Schaum verwendet werden können, sind vorzugsweise Substanzen, die die Gelreaktion (Isocyanat-Polyol), die Treibreaktion (Isocyanat-Wasser) oder die Di- bzw. Trimerisierung des Isocyanats katalysieren. Es entspricht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wenn der eingesetzte Katalysator ausgewählt ist aus
Triethylendiamin, 1 ,4-diazabicyclo[2.2.2]octan-2-methanol, Diethanolamin, N-[2-[2- (Dimethylamino)ethoxy]ethyl]-N-methyl-1 ,3-propandiamin, 2-[[2-(2-(Dimethylamino)ethoxy)- ethyl]methylamino]ethanol, 1 ,T-[(3-{bis[3-(dimethylamino)propyl]-amino}propyl)imino]dipropan-2-ol, [3-(Dimethylamino)propyl]harnstoff, 1 ,3-Bis[3-(dimethylamino)propyl]harnstoff und/oder Aminkatalysatoren der allgemeinen Struktur (1 a) und/oder der Struktur (1 b):
X umfasst Sauerstoff, Stickstoff, Hydroxyl, Amine der Struktur (NRm oder NRmRlv) oder Harnstoffgruppen (N(RV)C(0)N(RVI) oder N(RV")C(0)NRVIRV")
Y umfasst Amine NRVIIIRIX oder Ether ORlx
RUI umfassen gleiche oder verschiedene lineare oder cyclische, aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe mit 1-8 Kohlenstoffatomen die ggf. mit einer OH Gruppe funktionalisiert sind; und/oder umfassen Wasserstoff
RIII IX umfassen gleiche oder verschiedene lineare oder cyclische, aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe mit 1-8 Kohlenstoffatomen die ggf. mit einer OH Gruppe, einer NH oder einer NH2 Gruppe funktionalisiert sind; und/oder umfassen Wasserstoff m = 0 bis 4, bevorzugt 2 oder 3 n = 2 bis 6, bevorzugt 2 oder 3 i = 0 bis 3, bevorzugt 0-2
Rx umfasst gleiche oder verschiedene Reste bestehend aus Wasserstoff und/oder lineare, verzweigte oder cyclische aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe mit 1 - 18 Kohlenstoffatomen, die mit 0 - 1 Hydroxylgruppen und/oder 0 - 1 NH2-Gruppen substituiert sein können. Z umfasst Sauerstoff, N-Rx oder Ch .
Eine weitere Klasse an geeigneten Katalysatoren, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von PU-Schaum vorzugsweise eingesetzt werden können, sind Metallverbindungen der Metalle Sn, Bi, Zn, AI oder K besonders Sn, Zn oder Bi. Die Metallverbindungen lassen sich dabei in die Untergruppen der metallorganischen Verbindungen, metallorganischen Salze, organischen Metallsalze sowie anorganische Metallsalze einteilen, die im Folgenden erläutert seien.
Der Ausdruck „metallorganische oder organometallische Verbindungen“ umfasst im Sinne dieser Erfindung insbesondere den Einsatz metallhaltiger Verbindungen, die über eine direkte Kohlenstoff- Metall-Bindung verfügen, hier auch als Metallorganyle (z.B. Zinnorganyle) oder organometallische bzw. Organometall-Verbindungen (z.B. Organozinn-Verbindungen) bezeichnet. Der Ausdruck „organometallische oder metallorganische Salze“ umfasst im Sinne dieser Erfindung insbesondere den Einsatz von metallorganischen oder organometallischen Verbindungen mit Salzcharakter, das heißt lonenverbindungen, bei denen entweder das Anion oder Kation von metallorganischer Natur ist (z.B. Organozinn-Oxide, Organozinn-Chloride oder Organozinn-Carboxylate). Der Ausdruck „organische Metallsalze“ umfasst im Sinne dieser Erfindung insbesondere den Einsatz von metallhaltigen Verbindungen, die über keine direkte Kohlenstoff-Metall-Bindung verfügen und gleichzeitig Metallsalze sind, bei denen entweder das Anion oder das Kation eine organische
Verbindung ist (z.B. Zinn(ll)-Carboxylate). Der Ausdruck „anorganische Metallsalze“ umfasst im Sinne dieser Erfindung insbesondere den Einsatz von metallhaltigen Verbindungen oder von Metallsalzen, bei denen weder Anion noch Kation eine organische Verbindung ist, z.B. Metall- Chloride (z.B. Zinn(ll)-Chlorid). Geeignete einsetzbare organische und metallorganische Metallsalze enthalten vorzugsweise Alkoholat-, Mercaptat- oder Carboxylat-Anionen wie z.B. Acetat, 2-Ethyl-hexanoat, Octanoat, Isononanoat, Decanoat, Neodecanoat, Ricinoleat, Laurat und oder Oleat besonders bevorzugt 2- Ethyl-hexanoat, Ricinoleat, Neodecanoat oder Isononanoat.
Geeignete einsetzbare metallhaltige Katalysatoren werden in der Regel vorzugsweise so ausgewählt, dass sie keinen störenden Eigengeruch aufweisen, toxikologisch im Wesentlichen unbedenklich sind und dass die resultierenden Polyurethansysteme, insbesondere Polyurethanschäume möglichst geringe Katalysator-bedingte Emissionen aufweisen.
Es kann bevorzugt sein, eine oder mehrere Metallverbindungen mit einem oder mehreren Aminkatalysatoren der Formel (1a) und/oder (1b) zu kombinieren. Bei der erfindungsgemäßen Herstellung von Polyurethanschaumstoffen kann es bevorzugt sein, die Verwendung von metallorganischen Salzen wie zum Beispiel von Dibutylzinndilaurat auszuschließen.
Geeignete Einsatzmengen an Katalysatoren zur Herstellung von PU-Schaum im erfindungsgemäßen Verfahren richten sich nach dem Typ des Katalysators und liegen vorzugsweise im Bereich von 0,01 bis 5 pphp (= Gewichtsteilen bezogen auf 100 Gewichtsteile Polyol) bzw. 0,1 bis 10 pphp für Kaliumsalze.
Geeignete Wasser-Gehalte im erfindungsgemäßen Verfahren hängen davon ab, ob zusätzlich zum Wasser noch physikalische Treibmittel eingesetzt werden oder nicht. Bei rein Wasser-getriebenen Schäumen liegen die Werte bei vorzugsweise 1 bis 20 pphp, werden zusätzlich andere Treibmittel eingesetzt, verringert sich die Einsatzmenge auf üblicherweise z.B. 0 oder z.B. 0,1 bis 5 pphp. Zur Erlangung hoher Schaumraumgewichte werden vorzugsweise weder Wasser noch andere Treibmittel eingesetzt.
Geeignete optional einsetzbare physikalische Treibmittel im Sinne dieser Erfindung sind Gase, beispielsweise verflüssigtes CO2, und leichtflüchtige Flüssigkeiten, beispielsweise Kohlenwasserstoffe mit 4 oder 5 Kohlenstoff-Atomen, bevorzugt cyclo-, iso- und n-Pentan, Fluorkohlenwasserstoffe, bevorzugt HFC 245fa, HFC 134a und HFC 365mfc, aber auch olefinische Fluorkohlenwasserstoffe wie HHO 1233zd oder HH01336mzzZ, Fluorchlorkohlenwasserstoffe, bevorzugt HCFC 141b, Sauerstoff-haltige Verbindungen wie Methylformiat und Dimethoxymethan, oder Chlorkohlenwasserstoffe, bevorzugt Dichlormethan und 1 ,2-Dichlorethan. Des Weiteren eignen sich Ketone (z.B. Aceton) oder Aldehyde (z.B. Methylal) als Treibmittel.
Neben oder an Stelle von Wasser und ggf. physikalischen Treibmitteln, können auch andere chemische Treibmittel, die mit Isocyanaten unter Gasentwicklung reagieren, wie beispielsweise
Ameisensäure, Carbamate oder Carbonate in der erfindungsgemäßen Additivzusammensetzung vorhanden sein.
Als Schaumstabilisatoren (im Sinne der Erfindung auch kurz Stabilisatoren genannt) können die im Stand der Technik genannten Substanzen verwendet werden. Vorteilhafterweise können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen ein oder mehrere Stabilisatoren enthalten. Dabei handelt es sich insbesondere um Kohlenstoffatome aufweisende Siliziumverbindungen, vorzugsweise ausgewählt aus den Polysiloxanen, Polydimethylsiloxanen, organomodifizierten Polysiloxanen, polyethermodifizierten Polysiloxanen und Polyether-Polysiloxan-Copolymeren. Bevorzugte Siliziumverbindungen werden durch Formel (1c) beschrieben: Formel (1 c): [R1 2R2SiOi/2]a [R13SiOi/2] [R1 2Si02/2]c [R1R2Si02/2]d [R3Si03/2]e [Si04/2]f G g mit a = 0 bis 12, bevorzugt 0 bis 10, besonders bevorzugt 0 bis 8 b = 0 bis 8, bevorzugt 0 bis 6, besonders bevorzugt 0 bis 2 c = 0 bis 250, bevorzugt 1 bis 200, besonders bevorzugt 1 ,5 bis 150 d= 0 bis 40, bevorzugt 0 bis 30, besonders bevorzugt 0 bis 20 e = 0 bis 10, bevorzugt 0 bis 8, besonders bevorzugt 0 bis 6 f = 0 bis 5, bevorzugt 0 bis 3, besonders bevorzugt 0 g = 0 bis 3, bevorzugt 0 bis 2.5, besonders bevorzugt 0 bis 2 wobei: a+b+c+d+e+f+g > 3 a + b > 2
G = unabhängig voneinander die gleichen oder verschiedene Radikale aus (Ol/2)nSiR1m - CH2CHR5 - R4 - CHR5CH2 - SiR1m(Ol/2)n (Oi/2)nSiR1m - CH2CHR5 - R4 - CR5=CH2 (Oi/2)nSiR1m - CH2CHR5 - R4 - CR5=CR5-CH3
R4 = unabhängig voneinander die gleichen oder verschiedene divalente organische Radikale, bevorzugt unabhängig voneinander die gleichen oder verschiedene divalente organische Radikale aus 1 bis 50 Kohlenstoffatomen, optionaler Weise unterbrochen durch Ether-, Ester-, Amid oder (-SiR1 20-)xSiR1 2- Gruppen und optional mit OH-Gruppen funktionalisiert. Besonders bevorzugt die gleichen oder verschiedene zweifache organische Radikale aus 2 bis 30 Kohlenstoffatomen, optionaler Weise unterbrochen durch
Ether-, Ester-, Amid oder (-SiR1 20-)xSiR1 2- Gruppen und optional mit OH-Gruppen funktionalisiert x = 1 bis 50, bevorzugt 1 bis 25, besonders bevorzugt 1 bis 10
R5 = unabhängig voneinander die gleichen oder verschiedene Alkylradikale bestehend aus 1 bis 16 Kohlenstoffatomen, Arylradikale mit 6 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Wasserstoff, bevorzugt aus der Gruppe der Alkylradikale mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder Arylradikalen mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt Methyl oder Wasserstoff. wobei: n = 1 oder 2 m = 1 oder 2 n + m = 3
R1 = gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der gesättigten oder ungesättigten Alkylradikale mit 1 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Wasserstoff oder -OR6, bevorzugt Methyl-, Ethyl, Octyl, Phenyl oder Wasserstoff, besonders bevorzugt Methyl- oder Phenyl-
R2 = unabhängig voneinander gleiche oder verschiedene Polyether erhältlich durch die Polymerisation von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder anderen Alkylenoxiden wie zum Beispiel Butylenoxid und Styroloxid mit der generellen Formel (2) oder ein organisches Radikal entsprechend der Formel (3)
(2) - (R7)h - O - [C2H40]i - [CsHeOJj - [CR8 2CR8 20]k - R9
(3) - Oh - R10 wobei h = 0 oder 1 R7 = divalentes organisches Radikal, bevorzugt divalentes organisches Alkyl- oder
Arylradikal optionaler Weise substituiert mit -OR6, besonders bevorzugt ein divalentes organisches Radikal des Typs CpF p. i = 0 bis 150, bevorzugt 1 bis 100, besonders bevorzugt 1 bis 80 j = 0 bis 150, bevorzugt 0 bis 100, besonders bevorzugt 0 bis 80 k = 0 bis 80, bevorzugt 0 bis 40, besonders bevorzugt 0 p = 1 bis 18, bevorzugt, 1 bis 10, besonders bevorzugt 3 oder 4 wobei
i + j + k > 3
R3 = gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der gesättigten oder ungesättigten Alkylradikale potentiell substituiert mit Heteroatomen, bevorzugt gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der gesättigten oder ungesättigten Alkylradikale mit 1 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 bis 16
Kohlenstoffatomen potentiell substituiert mit Halogenatomen, besonders bevorzugt Methyl-, Vinyl-, Chlorpropyl oder- Phenyl-
R6 = gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der gesättigten oder ungesättigten Alkylradikale mit 1 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 bis 16 Kohlenstoffatome oder Wasserstoff, bevorzugt gesättigte oder ungesättigte Alkylradikale mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder Wasserstoff, besonders bevorzugt sind Methyl-, Ethyl-, Isopropyl- oder Wasserstoff.
R8 = gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der Alkylradikale mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, potentiell substituiert mit Etherfunktionen und potentiell substituiert mit Heteroatomen wie Halogenatomen, Arylradikale mit 6 bis 18
Kohlenstoffatomen, potentiell substituiert mit Etherfunktionen, oder Wasserstoff, bevorzugt Alkylradikale mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen potentiell substituiert mit Etherfunktionen und potentiell substituiert mit Heteroatomen wie Halogenatomen, Arylradikale mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen, potentiell substituiert mit Etherfunktionen, oder Wasserstoff, besonders bevorzugt Methyl-, Ethyl, Benzyl oder Wasserstoff.
R9= gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe Wasserstoff, Alkyl, - C(0)-R11, -C(0)0-R11 oder-C(0)NHR11, gesättigt oder ungesättigt, optionaler Weise substituiert mit Heteroatomen, bevorzugt Wasserstoff oder Alkylradikale mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder Acetyl-, besonders bevorzugt Wasserstoff, Acetyl-, Methyl- oder Butyl.
R10 = gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der gesättigten oder ungesättigten Alkylradikale oder Arylradikale potentiell substituiert mit OH, Ether, Epoxid, Ester, Amin und/oder Halogen-Substitutenten, bevorzugt gesättigte oder ungesättigte Alkylradikale mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 - 18 Kohlenstoffatomen optionaler Weise substituiert mit OH, Ether, Epoxid, Ester, Amin und/oder Halogen-Substitutenten, besonders bevorzugt gesättigte oder ungesättigte Alkylradikale mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 bis 18 Kohlenstoffatomen substituiert mit mindestens einem OH, Ether, Epoxid, Ester, Amin und/oder Halogen-Substitutenten. R11 = gleiche oder verschiedene Radikale ausgewählt aus der Gruppe der gesättigten oder ungesättigten Alkylradikale mit 1 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 bis 16 Kohlenstoffatomen, bevorzugt gesättigte oder ungesättigte Alkylradikale mit 1 bis 8
Kohlenstoffatomen oder Arylradikale mit 6 bis 16 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt Methyl-, Ethyl-, Butyl- oder Phenyl-
Die Schaumstabilisatoren aus Formel (1c) können vorzugsweise in organischen Lösungsmitteln wie zum Beispiel Dipropylenglycol, Polyether-Alkoholen oder Polyether-Diolen abgemischt in PU Systemen eingesetzt werden. Im Fall von Mischungen von Stabilisatoren der Formel (1c) kann zusätzlich vorzugsweise ein Kompatibilisator eingesetzt werden. Dieser kann ausgewählt sein aus der Gruppe aliphatischer oder aromatischer Kohlenwasserstoffe, besonders bevorzugt aliphatische Polyether oder Polyester. Als ein- oder mehrere Kohlenstoffatome aufweisende Siliziumverbindungen können vorzugsweise die im Stand der Technik genannten Substanzen verwendet werden. Vorzugsweise werden solche Si-Verbindungen eingesetzt, die für den jeweiligen Schaumtypen besonders geeignet sind. Geeignete Siloxane sind beispielsweise in den folgenden Schriften beschrieben: EP 0839852, EP 1544235, DE 102004001408, WO 2005/118668, US 2007/0072951 , DE 2533074, EP 1537159 EP 533202, US 3933695, EP 0780414, DE 4239054, DE 4229402, EP 867465. Die Herstellung der Si-
Verbindungen kann wie im Stand der Technik beschrieben erfolgen. Geeignete Beispiele sind z. B. in US 4147847, EP 0493836 und US 4855379 beschrieben.
Vorzugsweise können von 0,00001 bis 20 Massenteile Schaumstabilisatoren, insbesondere Siliziumverbindungen, pro 100 Massenteile Polyolkomponenten eingesetzt werden. Als weitere optionale Zusatzstoffe können alle nach dem Stand der Technik bekannten Substanzen verwendet werden, die bei der Herstellung von Polyurethanen, insbesondere von Polyurethanschaumstoffen, Verwendung finden, wie zum Beispiel Treibmittel, vorzugsweise Wasser zur Bildung von C02 und, falls nötig, weitere physikalische Treibmittel, Flammschutzmittel, Puffersubstanzen, Tenside, Biozide, Farbstoffe, Pigmente, Füllstoffe, Antistatik-Additive, Vernetzer, Kettenverlängerer, Zellöffner wie z.B. beschrieben in EP 2998333A1 , Nukleierungsmittel, Verdicker, Duftstoffe, Zellvergröberer wie z.B. beschrieben in EP 2986661 B1 , Weichmacher, Härtevermittler/ Additive für die Verhinderung von Cold Flow wie z.B. beschrieben in DE 2507161C3, WO 2017029054A1 , Aldehydfänger wie z.B. beschrieben in WO 2021/013607A1 , Additive für Beständigkeit von PU-Schäumen gegenüber Hydrolyse wie z.B. beschrieben in US 2015/0148438A1 , Kompatibilisatoren (Emulgatoren), Adhäsionsvermittler, Hydrophobierungs-Additive, Flammlaminierungs-Additive wie z.B. beschrieben in EP 2292677B1 , Druckverformungsrest vermindernde Additive, Geruchsverminderer, Additive zur Einstellung der Glasübergangstemperatur, temperaturkontrollierende Additive und/oder zusätzliche katalytisch aktive Substanzen, insbesondere wie oben definiert. Als optional einsetzbare Vernetzer und optionale einsetzbare Kettenverlängerer werden niedermolekulare, gegenüber Isocyanaten reaktive, mehrfunktionelle Verbindungen bezeichnet. Geeignet sind zum Beispiel Hydroxyl- oder Amin-terminierte Substanzen wie Glycerin, Neopentylglycol, 2-Methyl-1 ,3-propandiol, Dipropylenglycol, Triethanolamin (TEOA), Diethanolamin
(DEOA) und Trimethylolpropan und Zuckerverbindungen. Ebenfalls einsetzbare Vernetzer sind polyethoxylierte und/oder polypropoxylierte Glycerin- oder Zuckerverbindungen, soweit deren zahlenmittleres Molekulargewicht unterhalb von 1500 g/mol liegt. Die optionale Einsatzkonzentration liegt vorzugsweise zwischen 0,1 und 5 Teilen, bezogen auf 100 Teile Polyol, kann aber je nach Formulierung auch davon abweichen. Bei der Verwendung von crude MDI bei der Formverschäumung übernimmt dies ebenfalls eine vernetzende Funktion. Der Gehalt an niedermolekularen Vernetzern kann daher bei steigender Menge an crude MDI entsprechend reduziert werden.
Geeignete optionale zusätzliche Stabilisatoren gegen oxidativen Abbau sind vorzugs-weise alle gängigen Radikalfänger, Peroxidfänger, UV-Absorber, Lichtstabilisatoren, Komplexbildner für Metallionenverunreinigungen (Metalldeaktivatoren). Bevorzugt einsetzbar sind Verbindungen folgender Substanzklassen, bzw. Substanzklassen enthaltend folgende funktionelle Gruppen2- Hydroxybenzophenone, Benzoesäuren und Benzoate, Phenole, insbesondere enthaltend tert-Butyl- und oder Methylsubstituenten am Aromaten, Benzofuranone, Diarylamine, Triazine, 2, 2,6,6- Tetramethylpiperidine, Hydroxylamine, Alkyl- und Arylphosphite, Sulfide, Zinkcarboxylate, Diketone.
Geeignete optionale Flammschutzmittel im Sinne dieser Erfindung sind alle Substanzen, die nach dem Stand der Technik als dafür geeignet betrachten werden. Bevorzugte Flammschutzmittel sind beispielsweise flüssige organische Phosphor-Verbindungen, wie halogenfreie organische Phosphate, z.B. Triethylphosphat (TEP), halogenierte Phosphate, z.B. Tris(1-chlor-2- propyl)phosphat (TCPP), Tris(1 ,3-dichlorisopropyl)phosphat (TDCPP) und Tris(2- chlorethyl)phosphat (TCEP) und organische Phosphonate, z.B. Dimethylmethanphosphonat (DMMP), Dimethylpropanphosphonat (DMPP), oder Oligomere Ethyl-ethylene-phosphate oder Feststoffe wie Ammoniumpolyphosphat (APP) und roter Phosphor. Des Weiteren sind als Flammschutzmittel halogenierte Verbindungen, beispielsweise halogenierte Polyole, sowie Feststoffe wie Blähgraphit und Melamin geeignet.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren können Polyurethanschäume mit besonders hohen Anteilen an Recycling-Polyolen hergestellt werden. Die Bezeichnung Polyurethan ist im Sinne der Erfindung insbesondere als Oberbegriff für ein aus Di- bzw. Polyisocyanaten und Polyolen oder anderen gegenüber Isocyanat reaktive Spezies, wie z.B. Aminen, hergestelltes Polymer zu verstehen, wobei die Urethan-Bindung nicht ausschließlicher oder überwiegender Bindungstyp sein muss. Auch Polyisocyanurate und Polyharnstoffe sind ausdrücklich mit eingeschlossen.
Die erfindungsgemäße Herstellung von Polyurethanschaumstoffen kann nach allen dem Fachmann geläufigen Verfahren erfolgen, beispielsweise im Handmischverfahren oder bevorzugt mit Hilfe von Hochdruck- oder Niederdruck-Verschäumungsmaschinen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt werden. Eine diskontinuierliche Durchführung des Verfahrens ist bevorzugt bei der Herstellung von Formschäumen, Kühlschränken, Schuhsohlen oder Paneelen. Eine kontinuierliche Verfahrensführung ist bei der Herstellung von Dämmplatten, Metallverbundelementen, Blöcken oder bei Sprühverfahren bevorzugt.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Polyurethanschaum, vorzugsweise PU- Hartschaum, PU-Weichschaum, PU-Heißweichschaum (Standard-Schaum), viskoelastischer PU- Schaum, HR-PU-Schaum, PU-Hypersoft-Schaum, halbharter PU-Schaum, thermoverformbarer PU- Schaum oder PU-lntegralschaum, bevorzugt PU-Heißweichschaum, HR-PU-Schaum, PU- Hypersoft-Schaum oder viskoelastischer PU-Schaum, hergestellt gemäß einem erfindungsgemäßen
Verfahren wie zuvor beschrieben. PU-Weichschäume sind am meisten bevorzugt.
Ein ganz besonders bevorzugter Polyurethanweichschaumstoff im Sinne dieser Erfindung weist insbesondere die folgende Zusammensetzung auf:
Komponente Gewichtsanteile (pphp) Polyol, umfassend erfindungsgemäßes Recycling-Polyol 100
(Amin-)Katalysator 0,01 bis 5
Zinn-Katalysator 0 bis 5, vorzugsweise 0,001 bis 2
Siloxan 0,1 bis 15, vorzugsweise 0,2 bis 7
Wasser 0 bis < 15, vorzugsweise 0,1 bis 10 Weitere T reibmittel 0 bis 130
Flammschutzmittel 0 bis 70 Füllstoffe 0 bis 150 weitere Additive 0 bis 20
Isocyanat-Index: größer 50 Die erfindungsgemäßen Polyurethanschäume können z. B. als Kühlschrankisolierung, Dämmplatte, Sandwichelement, Rohrisolation, Sprühschaum, 1- & 1 ,5-Komponenten-Dosenschaum (ein 1 ,5- Komponenten-Dosenschaum ist ein Schaum der durch zerstören eines Behälters in der Dose erzeugt wird), Holzimitat, Modellschaum, Verpackungsschaum, Matratze, Möbelpolster, Automobil- Sitzpolster, Kopfstütze, Instrumententafel, Automobil-Innenverkleidung, Automobil-Dachhimmel, Schallabsorptionsmaterial, Lenkrad, Schuhsole, Teppichrückseitenschaum, Filterschaum, Dichtschaum, Dichtmittel, Kleber, Bindemittel, Lackierung oder als Beschichtung oder zur Herstellung entsprechender Produkte verwendet werden. Dies entspricht einem weiteren Gegenstand der Erfindung.
In den nachfolgend aufgeführten Beispielen wird die vorliegende Erfindung beispielhaft beschrieben, ohne dass die Erfindung, deren Anwendungsbreite sich aus der gesamten Beschreibung und den Ansprüchen ergibt, auf die in den Beispielen genannten Ausführungsformen beschränkt sein soll.
Beispiele
Herstellung und Charakterisierung der Recycling-Polyole
Bestimmung von Toluoldiamin (TDA) in Recycling-Polyolen Alle angegebenen Prozentzahlen (%) sind, wenn nicht anders angegeben, Massenprozent.
Der Massenanteil von Toluoldiamin aus der Summe des 2,4- und des 2,6-lsomers wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung mittels HPLC bestimmt.
Hierzu werden 25 mg des erfindungsgemäßen Polyols in 25 ml einer Lösung bestehend aus einer wässrigen 20 mM Diammoniumhydrogenphosphat-Lösung und Acetonitril (70:30) gelöst. Ein Aliquot der Lösung wird mittels HPLC analysiert. Die Analyse wird mit einem HPLC-System, welches wie folgt ausgestattet ist, durchgeführt:
Instrument: LC Agilent 1260 Säule: Phenomenex Luna C18(2), 250 mm x 4,6 mm, 5,0pm
Ofentemperatur: 40 °C
Eluent: A: 20 mM (NH4)2HR04 B: Acetonitril
Injektionsvolumen: 25 pL Detektor: DAD 220nm
Fluss: 1 mL/min
Gradient:
Analysenzeit: 25 min
2,4- und 2,6-Toluoldiamin werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Polarität aufgetrennt.
Zur Auswertung wird eine externe Kalibration mit Standardlösungen aus 2,4- und 2,6-Toluoldiamin durchgeführt und eine Kalibriergerade erstellt. Durch Auswerten der Peakflächen wird anschließend die Konzentration der Analyten in der Probe bestimmt. Die Angabe des Massenanteils der Summe an 2,4- und 2,6- Diaminotoluol wird bezogen auf die Gesamtmasse des jeweiligen Recycling-Polyols in Gew.-% angegeben.
Bestimmung von Diaminodiphenylmethan (MDA) in Recycling-Polyolen
Alle angegebenen Prozent (%) sind, wenn nicht anders angegeben, Massenprozent.
Der Massenanteil von Diaminodiphenylamin (Summe der Isomere 2,4‘-MDA, 2,2‘-MDA, 4,4‘-MDA) wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung mittels HPLC bestimmt.
Hierzu werden 25 mg des erfindungsgemäßen Polyols in 25 ml einer Lösung bestehend aus einer wässrigen 20 mM Diammoniumhydrogenphosphat-Lösung und Acetonitril (70:30) gelöst. Ein Aliquot der Lösung wird mittels HPLC analysiert. Die Analyse wird mit einem HPLC-System, welches wie folgt ausgestattet ist, durchgeführt:
Instrument: LC Agilent 1260
Säule: Phenomenex Luna C18(2), 250 mm x 4,6 mm, 5,0pm
Ofentemperatur: 40 °C Eluent: A: 20 mM (NH4)2HR04 B: Acetonitril
Injektionsvolumen: 25 pL
Detektor: DAD 220nm
Fluss: 1 mL/min Gradient:
Analysenzeit: 25 min
Diaminodiphenylamin (Methylendiphenyldiamin) wird aufgrund der unterschiedlichen Polarität von der Matrix abgetrennt.
Zur Auswertung wird eine externe Kalibration mit Standardlösungen von Methylendiphenyldiamin durchgeführt und eine Kalibriergerade erstellt. Durch Auswerten der Peakflächen wird anschließend die Konzentration des Analyten in der Probe bestimmt. Die Angabe des Massenanteils an MDA (Summe der Isomere) wird bezogen auf die Gesamtmasse des jeweiligen Recycling-Polyols in Gew.-% angegeben.
Recvclinq-Polvol 1 (erfindunqsqemäß)
Das erfindungs-gemäße Recycling-Pqlyql 1 wurde erhalten durch die Hydrolyse vcn Pclyurethan in Anwesenheit einer gesättigten K2CÖ3-Lösung und Tetrabutylammcniumhydrcgensulfat als Katalysatcr: Ein Reaktcr der Firma Parr (Parr Instrumental Ccmpany) ausgestattet mit einem PTFE- Innenbehälter und einem mechanischen Rührer wurde mit 25 g kcmprimierten Schaumstücken (ca. 1 cm x 1 cm) befüllt. Der verwendete Pclyurethanschaum wurde gemäß Fcrmulierung 1 hergestellt, wcrin das kcnventicnelle Pclycl Arccl® 1104 verwendet wurde. Anschließend wurden 75 g gesättigte K2CC>3-Lösung (pKb-Wert 3,67 bei 25 °C) hinzugegeben. Daraufhin wurde der Katalysatcr Tetrabutylammcniumhydrcgensulfat zu 5 Gew.-% bezcgen auf die Masse des Reakticnsgemisches hinzugegeben. Der Reaktcr wurde verschlcssen und das Reakticnsgemisch wurde für 14 Stunden auf eine Innen-Temperatur vcn 150 °C erhitzt. Nach Abschluss der 14 Stunden wurde das Heizen beendet und das Reakticnsgemisch wurde auf Raumtemperatur abgekühlt. Nach Öffnen des Reaktors wurde das Reaktionsgemisch in einen Rundkolben überführt. Das Wasser wurde über Rotationsverdampfung entfernt und die zurückbleibende Reaktionsmischung wurde mit Cyclohexan extrahiert. Die Cyclohexan Lösung wurde mit 1N wässriger HCI-Lösung gewaschen und anschließend über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Entfernen von Cyclohexan über Rotationsverdampfung wurde Recycling-Polyol 1 mit einem Anteil von 0,0389 Gew.-% Toluoldiamin (TDA, Summe des 2,4- und des 2,6-lsomers) erhalten. Der Hydrolyse-Prozess wurde wiederholt angewandt, um eine ausreichend große Menge Recycling-Polyol für die
Verschäumungsexperimente bereit zu stellen.
Recvclinq-Polvol 2 (erfindunqsqemäß)
Das erfindungs-gemäße Recycling-Polyol 2 wurde erhalten durch die Hydrolyse von Polyurethan in Anwesenheit einer 30%igen Natriumsilikatlösung und Tributylmethylammoniumchlorid als Katalysator:
Ein Reaktor der Firma Parr (Parr Instrumental Company) ausgestattet mit einem PTFE- Innenbehälter und einem mechanischen Rührer wurde mit 25 g komprimierten Schaumstücken (ca. 1 cm x 1 cm) befüllt. Der verwendete Polyurethanschaum wurde gemäß Formulierung 1 hergestellt, worin das konventionelle Polyol Arcol® 1104 verwendet wurde. Anschließend wurden 75 g Natriumsilikatlösung -Lösung (30 Gew.-% in Wasser) hinzugegeben.
Daraufhin wurde der Katalysator Tributylmethylammoniumchlorid zu 2,5 Gew.-% bezogen auf die Masse des Reaktionsgemisches hinzugegeben. Der Reaktor wurde verschlossen und das Reaktionsgemisch wurde für 10 Stunden auf eine Innen-Temperatur von 150 °C erhitzt. Nach Abschluss der 10 Stunden wurde das Heizen beendet und das Reaktionsgemisch wurde auf Raumtemperatur abgekühlt. Nach Öffnen des Reaktors wurde das Reaktionsgemisch in einen Rundkolben überführt. Das Wasser wurde über Rotationsverdampfung entfernt und das zurückbleibende Reaktionsgemisch wurde mit Cyclohexan extrahiert. Die Cyclohexan Phase wurde mit 1 N wässriger HCI-Lösung gewaschen und anschließend über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach
Entfernen von Cyclohexan über Rotationsverdampfung wurde Recycling-Polyol 2 mit einem Anteil von 0,1220 Gew.-% Toluoldiamin (TDA, Summe des 2,4- und des 2,6-lsomers) erhalten. Der Hydrolyse-Prozess wurde wiederholt angewandt, um eine ausreichend große Menge Recycling- Polyol für die Verschäumungsexperimente bereit zu stellen.
Recvclinq-Polvol 3 (nicht erfindunqsqemäß)
Das nicht-erfindungs-gemäße Recycling-Polyol 3 (Stand der Technik) wurde erhalten durch die Hydrolyse von Polyurethan in Anwesenheit einer 20 Gew.-% NaOH-Lösung und Tetrabutylammoniumhydrogensulfat als Katalysator:
Ein Reaktor der Firma Parr (Parr Instrumental Company) ausgestattet mit einem PTFE- Innenbehälter und einem mechanischen Rührer wurde mit 25 g komprimierten Schaumstücken (ca. 1 cm x 1 cm) befüllt. Der verwendete Polyurethanschaum wurde gemäß Formulierung 1 hergestellt, worin das konventionelle Polyol Arcol® 1104 verwendet wurde. Anschließend wurden 75 g Natriumhydroxid-Lösung (20 Gew.-% in Wasser) hinzugegeben. Daraufhin wurde der Katalysator Tetrabutylammoniumhydrogensulfat zu 5 Gew.-% bezogen auf die Masse des Reaktionsgemisches hinzugegeben. Der Reaktor wurde verschlossen und das Reaktionsgemisch wurde für 14 Stunden auf eine Innen-Temperatur von 130 °C erhitzt. Nach Abschluss der 14 Stunden wurde das Heizen beendet und das Reaktionsgemisch wurde auf Raumtemperatur abgekühlt. Nach Öffnen des Reaktors wurde das Reaktionsgemisch in einen Rundkolben überführt. Das Wasser wurde über Rotationsverdampfung entfernt und die zurückbleibende Reaktionsmischung wurde mit Cyclohexan extrahiert. Die Cyclohexan Lösung wurde mit wenig 1N wässriger HCI-Lösung gewaschen und anschließend über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Entfernen von Cyclohexan über Rotationsverdampfung wurde Recycling-Polyol 3 mit einem Anteil von 0,7260 Gew.-% Toluoldiamin (TDA, Summe des 2,4- und des 2,6-lsomers) erhalten. Der Hydrolyse-Prozess wurde wiederholt angewandt, um eine ausreichend große Menge Recycling-Polyol für die Verschäumungsexperimente bereit zu stellen.
Recvclinq-Polvol 4 (erfindunqsqemäß)
Das erfindungs-gemäße Recycling-Pqlyql 4 wurde erhalten durch die Hydrolyse vcn Pclyurethan in Anwesenheit einer 20%igen Natriumhydrcxidlösung und Tributylmethylammcniumchlcrid als Katalysatcr:
Ein Reaktcr der Firma Parr (Parr Instrumental Ccmpany) ausgestattet mit einem PTFE- Innenbehälter und einem mechanischen Rührer wurde mit 25 g kcmprimierten Schaumstücken (ca. 1 cm x 1 cm) befüllt. Der verwendete Pclyurethanschaum wurde gemäß Fcrmulierung 1 hergestellt, wcrin das kcnventicnelle Pclycl Arccl® 1104 verwendet wurde. Anschließend wurden 75 g Natriumhydroxid-Lösung (20 Gew.-% in Wasser) hinzugegeben.
Daraufhin wurde der Katalysatcr Tributylmethylammcniumchlcrid zu 2.5 Gew.-% bezcgen auf die Masse des Reakticnsgemisches hinzugegeben. Der Reaktcr wurde verschlossen und das
Reaktionsgemisch wurde für 14 Stunden auf eine Innen-Temperatur von 130 °C erhitzt. Nach Abschluss der 14 Stunden wurde das Heizen beendet und das Reaktionsgemisch wurde auf Raumtemperatur abgekühlt. Nach Öffnen des Reaktors wurde das Reaktionsgemisch in einen Rundkolben überführt. Das Wasser wurde über Rotationsverdampfung entfernt und das zurückbleibende Reaktionsgemisch wurde mit Cyclohexan extrahiert. Die Cyclohexan Phase wurde mit 1 N wässriger HCI-Lösung gewaschen und anschließend über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Entfernen des Cyclohexans über Rotationsverdampfung wurde das Recycling-Polyol 4 mit einem Gehalt von 0,0002 Gew.-% Toluoldiamin (TDA, Summe des 2,4- und des 2,6-lsomers), erhalten und für Verschäumungs-Versuche benutzt. Der Hydrolyse-Prozess wurde wiederholt angewandt, um eine ausreichend große Menge Recycling-Polyol für die Verschäumungsexperimente bereit zu stellen.
Herstellung der PU Weichschäume
Für die Austestung der Recycling-Polyole hinsichtlich ihrer Verschäumungseigenschaften sowie ihren Einfluss auf die physikalischen Schaumeigenschaften wurde die folgende Formulierung zur Herstellung von Heißweichschaum verwendet. Hierbei bedeutet beispielsweise 1 ,0 Teil (1 ,0 pphp) einer Komponente 1 g dieser Substanz bezogen auf je 100 g Polyol.
Tabelle 1 : Formulierung zur Herstellung von PU-Heißweichschäumen.
Formulierung 1 Massenteile (pphp) Polyol1) 100 pphp
Wasser 4,00 pphp
KOSMOS® T92) 0,20 pphp DABCO® DMEA3) 0,15 pphp TEGOSTAB® BF23704) 1 ,0 pphp Desmodur® T 805) Variabel, konstanter Index von 105
1) Polyol: Standard Polyether Polyol Arcol® 1104 erhältlich bei der Firma Covestro, hierbei handelt es sich um ein Glycerin-basiertes Polyetherpolyol mit einer OH-Zahl von 56 mg KOH/g und einer mittleren Molmasse von 3000 g/mol oder erfindungsgemäße Recycling-Polyole oder nicht- erfindungsgemäßes Recycling-Polyol. Die Recycling-Polyole werden über ein chemisches
Recycling-Verfahren aus PU-Heißweichschäumen hergestellt. Die jeweiligen Recyclingverfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen sowie nicht erfindungsgemäßen Recycling-Polyole sind oben beschrieben.
2) KOSMOS® T9, erhältlich bei der Firma Evonik Industries: Zinn(ll)-Salz der 2-Ethylhexansäure.
3) DABCO® DMEA: Dimethylethanolamin, erhältlich bei der Firma Evonik Industries. Amin- Katalysator zur Herstellung von Polyurethanschäumen
4) Polyethermodifiziertes Polysiloxan, erhältlich bei der Firma Evonik Industries.
5) Toluoldiisocyanat T 80 (80 % 2,4-lsomer, 20 % 2,6-lsomer) der Firma Covestro, 3 mPa-s, 48 % NCO, Funktionalität 2.
Allgemeine Durchführung zur Herstellung der PU-Heißweichschäume
Die Polyurethanschäume wurden als sogenannte Handschäume im Labor hergestellt. Die Herstellung der Schäume erfolgte gemäß folgenden Angaben bei 22 °C und 762 mm Hg Luftdruck. Zur Herstellung der Polyurethanschäume nach Formulierung 1 wurden jeweils 150 g bzw. 300 g Polyol eingesetzt. Die anderen Formulierungsbestandteile wurden entsprechend umgerechnet. Dabei bedeutete beispielsweise 1 ,0 Teil (1 ,0 pphp) einer Komponente 1 g dieser Substanz je 100 g Polyol.
Für die Schaumstoffe nach Formulierung I wurden in einem Pappbecher der Zinnkatalysator Zinn(ll)- 2-ethylhexanoat, Polyol, das Wasser, die Aminkatalysatoren und der jeweilige Schaumstabilisator vorgelegt und für 60 s mit einem Scheibenrührer bei 1000 U/min vermischt. Nach dem ersten Rühren wurde das Isocyanat zugegeben und mit dem gleichen Rührer für 7 s bei 2500 U/min eingearbeitet und sofort in eine mit Papier ausgekleidete Kiste (für Schäume aus 300 g Polyol: 30 cm c 30 cm Grundfläche und 30 cm Höhe, für Schäume aus 150 g Polyol: 18 cm c 18 cm Grundfläche und 18 cm Höhe) überführt. Der Schaum stieg nach dem Eingießen in der Verschäumungsbox auf. Im Idealfall blies der Schaum bei Erreichen der maximalen Steighöhe ab und sackte dann leicht zurück. Dabei öffneten sich die Zellmembranen der Schaumbläschen und eine offenporige Zellstruktur des Schaumstoffs wurde erhalten.
Zur Beurteilung der Eigenschaften wurden die im folgenden Abschnitt beschriebenen charakteristischen Parameter bestimmt.
Charakterisierung der hergestellten PU Schäume
Die hergestellten Schäume wurden anhand folgender physikalischer Eigenschaften bewertet a) Rücksacken des Schaumstoffes nach dem Ende der Steigphase (=Rückfall).
Der Rückfall, bzw. das Nachsteigen ergibt sich aus der Differenz der Schaumhöhe nach direktem Abblasen und nach 3 min. nach Abblasen des Schaums. Die Schaumhöhe wird dabei durch eine an einem Zentimetermaß befestigte Nadel auf dem Maximum in der Mitte der Schaumkuppe gemessen. Ein positiver Wert beschreibt hierbei das Rücksacken des Schaumes nach dem Abblasen, ein negativer Wert beschreibt entsprechend das Nachsteigen des Schaumes.
b) Schaumhöhe ist die Höhe des gebildeten, frei gestiegenen Schaums nach 3 Minuten. Die Schaumhöhe wird in Zentimeter (cm) angegeben. c) Steigzeit
Die Zeitspanne zwischen dem Ende des Mischens der Reaktionskomponenten und dem Abblasen des Polyurethanschaums. Die Steigzeit wird in Sekunden (s) angegeben. d) Porosität
Die Luftdurchlässigkeit des Schaums wurde in Anlehnung an DIN EN ISO 4638:1993-07 durch eine Staudruckmessung am Schaumstoff ermittelt. Der gemessene Staudruck wurde in mm Wassersäule angegeben, wobei dann die niedrigeren Staudruckwerte den offeneren Schaum charakterisieren. Die Werte wurden im Bereich von 0 bis 300 mm Wassersäule gemessen. Die Messung des Staudrucks erfolgte mittels einer Apparatur umfassend eine Stickstoffquelle, Reduzierventil mit Manometer, Durchflussregelschraube, Waschflasche, Durchflussmessgerät, T-Stück, Auflagedüse und einem skalierten Glasrohr, in welches Wasser gefüllt ist. Die Auflagedüse weist eine Kantenlänge von 100 x 100 mm, ein Gewicht von 800 g, eine lichte Weite der Austrittsöffnung von 5 mm, eine lichte Weite des unteren Auflageringes von 20 mm und einen Außendurchmesser des unteren Auflageringes von 30 mm auf.
Die Messung erfolgt durch Einstellung des Stickstoffvordrucks per Reduzierventil auf 1 bar und Einregeln der Durchflussmenge auf 480 l/h. Die Wassermenge wird im skalierten Glasrohr so eingestellt, dass keine Druckdifferenz aufgebaut und ablesbar ist. Für die Vermessung des Prüfkörpers mit einer Dimension von 250 x 250 x 50 mm für Schäume aus 300 g Polyol bzw. 150 x 150 x 50 mmm für Schäume aus 150 g Polyol wird die Auflagedüse an den Ecken des Prüfkörpers kantenkongruent aufgelegt sowie einmal an der (geschätzten) Mitte des Prüfkörpers (jeweils auf der Seite mit der größten Oberfläche) aufgelegt. Abgelesen wird, wenn sich ein konstanter Staudruck eingestellt hat. Die Auswertung erfolgt durch Mittelwertbildung über die fünf erhaltenen Messwerte. d) Zahl der Zellen pro cm (Zellzahl): Diese wird auf einer Schnittfläche optisch bestimmt (gemessen gemäß DIN EN 15702:2009-04). f) Stauchhärte CLD 40 % nach DIN EN ISO 3386-1 :1997 + A1 :2010. Die Angabe der Messwerte erfolgt in Kilopascal (kPa). g) Druckverformungsrest
Aus den fertigen Schäumen wurden jeweils fünf Probenkörper der Größe 5 cm x 5 cm x 2,5 cm ausgeschnitten. Die Ausgangsdicke wurde gemessen. Die Messung des Druckverformungsrestes erfolgte frühestens 72 h nach Herstellung entsprechend DIN EN ISO 1856:2018-11. Die Probenkörper wurden zwischen die Platten der Verformungseinrichtung gelegt und wurden um 90% ihrer Dicke (d.h. auf 2,5 mm) komprimiert. Innerhalb von 15 Minuten wurden die Probenkörper in einen Ofen bei 70 °C gelegt und dort für 22 h belassen. Nach dieser
Zeit wurde die Vorrichtung aus dem Ofen genommen, die Probenkörper innerhalb von 1 min aus der Vorrichtung entfernt und auf einer Holzoberfläche abgelegt. Nach 30 min Entspannung wurde die Dicke erneut gemessen und der Druckverformungsrest berechnet. Die Ergebnisse werden in Prozent entsprechend der folgenden Formel angegeben: DVR=(d0-dr)/d0 x 100% h) Zugfestigkeit und Bruchdehnung nach DIN EN ISO 1798:2008-04. Die Angabe der Messwerte der Zugfestigkeit erfolgt in Kilopascal (kPa), die der Bruchdehnung in Prozent (%). i) Rückprallelastizität nach DIN EN ISO 8307:2008-03. Die Angabe der Messwerte der erfolgt in Prozent (%). j) Emissionen der PU Schäume bestimmt nach VDA 278 Messprinzip
Die Werkstoffe werden hinsichtlich Art und Menge der aus ihnen ausgasbaren organischen Substanzen charakterisiert. Dazu werden zwei halbquantitative Summenwerte bestimmt, die eine Abschätzung der Emission von leichtflüchtigen organischen Verbindungen (VOC Wert), sowie den Anteil kondensierbarer Substanzen (Fog-Wert) ermöglichen. Ferner werden Einzelsubstanzen der Emission bestimmt. Bei der Analyse werden die Proben thermisch extrahiert, die Emissionen gaschromatografisch aufgetrennt und massenspektrometrisch detektiert. Die so erhaltenen Gesamtkonzentrationen für den VOC-Anteil werden in Toluol- Äquivalenten berechnet und ergeben als Ergebnis den VOC-Wert, der FOG-Anteil wird in Hexadecan-Äquivalenten dargestellt und ergibt den FOG-Wert.
Das Analysenverfahren dient zur Ermittlung von Emissionen aus nichtmetallischen Materialien, die für Formteile in Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen, dazu gehören auch Schaumstoffe.
Bei der Thermodesorptionsanalyse (TDS) werden geringe Materialmengen in einem Desorptionsrohr definiert aufgeheizt, die dabei emittierenden flüchtigen Substanzen mit Hilfe eines Inertgas-Stromes in einer Kühlfalle eines Temperatur-programmierbaren Verdampfers kryofokusiert. Nach Beendigung der Ausheizphase wird die Kühlfalle rasch auf 280 °C erhitzt. Dabei verdampfen die fokussierten Substanzen. Sie werden anschließend in der gaschromatografischen Trennsäule aufgetrennt und massenspektrometrisch detektiert. Durch Kalibration mit Bezugssubstanzen ist eine halbquantitative Abschätzung der Emission, ausgedrückt in „pg/g“, möglich. Als quantitative Bezugssubstanzen werden Toluol für die VOC- Analyse (VOC-Wert) und n-Hexadecan für den Fog-Wert verwendet. Anhand ihrer Massenspektren und Retentionsindizes können Signalpeaks Substanzen zugeordnet werden. Quelle: VDA 278/10.2011 , www.vda.de
Analytik
Prüfkörper: Probenvorbereitung, Probenahme und Probekörperabmessungen
Nach der Herstellung der PU Schäume werden diese 24 Stunden bei 21 °C und ca. 50% relativer Luftfeuchte gelagert. Es werden dann Probekörper gleichmäßig verteilt über die Breite
des PU Probekörpers an geeigneten und repräsentativen Stellen entnommen. Danach werden die Schäume in eine Aluminium-Folie eingeschlagen und in einem Polyethylenbeutel versiegelt.
Die Menge der Schaumproben, die in das Desorptionsröhrchen eingeführt wird, beträgt jeweils 10-15 mg. Durchführung der Prüfung: VOC/FOG Thermodesorption
Direkt nach Erhalt der versiegelten Probekörper werden diese der Direktbestimmung zugeführt. Die Proben werden vor Beginn der Analyse auf der Analysenwaage auf 0,1mg genau ausgewogen und die entsprechende Schaummenge in dem Desorptionsröhrchen mittig plaziert. Ein Heliumstrom wird über die Probe geleitet und diese auf 90 °C für 30 Minuten aufgeheizt. Alle flüchtigen Substanzen werden in einer Kühlfalle, die mit flüssigem Stickstoff gekühlt wurde, aufgefangen. Nach 30 Minuten wird die Kühlfalle auf 280 °C aufgeheizt. Die verdampfenden Substanzen werden mittels der beschriebenen gaschromatographischen Säule voneinander getrennt und anschließend massenspektroskopisch analysiert.
Geräteparameter GC-MS Es wird das folgende Gerät für die Analyse verwendet:
Fa. Gerstel
D-45473 Mühlheim an der Ruhr,
Eberhard-Gerstel-Platz 1 TDS-3 / KAS-4 Tenax®-Desorptionsröhrchen Agilent Technologies 7890A (GC) / 5975C (MS)
Säule: HP Ultra2 (50m, 0,32mm, 0,52pm)
Trägergas: Helium
Tabelle 2: Verschäumungsergebnisse für die PU-Heißweichschäume, hergestellt nach Formulierung 1 , Tabelle 1 mit 150 g Polyol unter Verwendung der Recycling-Polyole 1 , 2 und 3 sowie des konventionellen Polyols Arcol® 1104.
‘Summe VOC-Werte und Fog-Werte der Isomere 2,4-Toluoldiamin und 2,6-Toluoldiamin.
Die Ergebnisse in Tabelle 2 vergleichen die Verschäumungen der erfindungsgemäßen Recycling- Polyole 1 , 2 und des nicht erfindungsgemäßen Recycling-Polyols 3 mit Arcol® 1104. Dabei wurden die drei Recycling-Polyole 1 ,2 und 3 alle aus Polyurethan-Schäumen, die ursprünglich aus Arcol® 1104 hergestellt wurden, gewonnen, sodass Arcol® 1104 das Ursprungspolyol darstellt und als
Referenz dient. Der Vergleich der Eigenschaften der Schäume #1 , #2 und #3 zeigt, dass mit den erfindungsgemäßen Recycling-Polyolen 1 und 2 vergleichbare Schäume zum Referenzschaum #1 aus Arcol® 1104 erhalten werden. Lediglich die Steighöhe liegt für #2 und #3 minimal unter der von Referenzschaum #1. Der Einsatz des nicht-erfindungsgemäßen Recycling-Polyols 3 führt zum Kollabieren des Schaums. Überraschenderweise werden für alle Schäume unabhängig von der Anfangskonzentration des Amins im Recycling-Polyol die gleichen TDA Emissionen (Summe der VOC-Werte und Fog-Werte 2,4- und 2,6-Toluoldiamin) von < 5 pg bezogen auf 1 g PU-Schaum nach VDA 278 gemessen.
Tabelle 3: Verschäumungsergebnisse für die PU-Heißweichschäume, hergestellt nach Formulierung 1 , Tabellel mit jeweils 300 g Polyolkomponente unter Verwendung der Recycling-Polyole 2 und 4 sowie des konventionellen Polyols Arcol® 1104
Die Ergebnisse in Tabelle 3 vergleichen die Verschäumungen der erfindungsgemäßen Recycling- Polyole 2 und 4. Der Vergleich der Eigenschaften der Schäume #5 und #6 zeigt, dass mit den erfindungsgemäßen Recycling-Polyolen 4 ein vergleichbarer Schaum zum Referenzschaum #5 aus Arcol® 1104 erhalten wird. Der Einsatz von 70 pphp Recycling-Polyol 2 zusammen mit 30 pphp des Referenzpolyols Arcol® 1104 ermöglicht die Herstellung von Schaum #7, dessen Eigenschaften im Wesentlichem denen von Schaum #5 und #6 entsprechen.