Etikettieraggregat und Verfahren zum Aufbringen von Etiketten auf Behältern
Die Erfindung betrifft ein Etikettieraggregat und ein Verfahren zum Aufbringen von Etiketten auf Behältern gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 11.
Etikettieraggregate werden bekanntermaßen an Etikettiermaschinen dazu eingesetzt, Etiketten an Behälter, wie beispielsweise Flaschen oder Dosen, zu übergeben. Die Etikettiermaschinen umfassen üblicherweise ein Behälterkarussell, an dem die zu etikettierenden Behälter auf Behäl tertellern um sich selbst drehbar eingespannt umlaufen und so durch den Übergabebereich des Etikettieraggregats transportiert werden. Ein zugehöriges Etikettieraggregat umfasst dann eine Abspulvorrichtung mit zwei Vorratsrollen zum Abspulen eines Etikettenbands von je einer der Vorratsrollen, eine Fördervorrichtung zum Vorschub des Etikettenbands und eine Verarbeitungs vorrichtung, mit der das Etikettenband beispielsweise an einem Schneidwerk zu Etiketten verein zelt wird. Diese werden dort gegebenenfalls beleimt und schließlich an die Behälter übergeben.
Ferner umfassen derartige Etikettieraggregate in der Regel eine zwischen Vorratsrolle und der Verarbeitungseinheit angeordnete Zwischenpuffereinheit, mit der Produktionsschwankungen der Etikettiermaschine ausgeglichen werden können und ein ununterbrochener Transport des Etiket tenbands ermöglicht wird, wenn das Ende eines von einer der Vorratsrollen abgespulten Etiket tenbands mit dem Anfang des Etikettenbands der anderen Vorratsrolle verbunden wird.
Insbesondere bei Maschinenblöcken mit derartigen Etikettiermaschinen und mit weiteren ohne Zwischenpufferung vorgeschalteten oder nachgeschalteten Maschinen zur Herstellung und/oder Behandlung der Behälter ergeben sich zusätzliche Anforderungen an die Zwischenspeicherung des Etikettenbands für die Kompensation von Positionslücken im zu etikettierenden Behälter strom oder beim schnellen Anfahren oder Abstellen des Etikettieraggregats im Zusammenspiel mit anderen Maschinen des Maschinenblocks.
Da bei abruptem Anfahren oder Abbremsen der Fördereinheit des Etikettieraggregats relativ große Kräfte auf das Etikettenband einwirken, kann es bei seiner Verarbeitung, beispielsweise beim Vereinzeln oder Beieimen zu Fehlern kommen oder das Etikettenband beschädigt werden. Auch können dadurch weitere Störungen des Etikettieraggregats oder anderer Komponenten der Etikettiermaschine ausgelöst werden.
Als Behelf für diese Problematik wurde in der WO 2018/114077 A1 vorgeschlagen, zusätzlich zu einem unmittelbar stromabwärts der Vorratsrollen angeordneten linearen Zwischenspeicher ei nen demgegenüber dynamischer reagierenden Schlaufenpuffer anzuordnen, bei dem das Etiket tenband um zwei stationär angeordnete Umlenkrollen und um eine an einem Schwenkhebel zur
Größenveränderung beweglich gelagerte Umlenkrolle geführt wird. Vereinfacht gesagt wird der lineare Puffer hinsichtlich seiner Kapazität dann so ausgelegt, dass Etikettenbänder im laufenden Etikettierbetrieb miteinander verbunden werden können, während der Schlaufenpuffer abrupte Beschleunigungen und Verzögerungen beim Transport des Etikettenbands entsprechend dyna misch kompensieren soll.
Eine derartige Konfiguration hat jedoch den Nachteil, dass sich der lineare Zwischenspeicher und der dynamische Schlaufenpuffer im Betrieb gegenseitig beeinflussen. Dies führt dazu, dass im linearen Zwischenspeicher erzeugte Bandspannungen auch auf den dynamischen Schlaufenpuf fer einwirken, so dass dieser beispielsweise mit Vorspannungen von 40 bis 50 N in verblockten Maschinen und von etwa 20 bis 30 N in nicht verblockten Etikettiermaschinen arbeitet. Dadurch ergeben sich im linearen Zwischenspeicher bei einer Ausführung mit beispielsweise 6 Etiketten bandtrumen Bandspannungen von etwa 7 bis 8 N bzw. 4 bis 5 N.
Je nach Typ des Etikettenbands, beispielsweise abhängig von dessen Breite, können die Etiket tenbänder bei derartigen Bandspannungen beschädigt werden. Muss die Bandspannung deshalb materialspezifisch und/oder formatspezifisch reduziert werden, so kann der dynamische Schlau fenpuffer nicht mehr im optimalen Arbeitsbereich betrieben werden. Das heißt, die dort dann noch möglichen Bandspannungen können für einen zuverlässigen Pufferbetrieb bei den auftretenden Beschleunigungen und Verzögerungen unzureichend sein.
Nachteilig ist zudem, dass der lineare Zwischenspeicher und der dynamische Schlaufenpuffer je nach Verwendung in einem Maschinenblock oder bei nicht verblockter Etikettiermaschine unter schiedlich ausgelegt werden müssen, was zusätzlichen Konstruktionsaufwand und Fehlerquellen bei der Konstruktion, Montage, Inbetriebnahme und Steuerung verursacht.
Es besteht daher Bedarf für ein demgegenüber verbessertes Etikettieraggregat und -verfahren.
Die gestellte Aufgabe wird mit einem Etikettieraggregat nach Anspruch 1 und mit einem Verfahren gemäß Anspruch 11 gelöst.
Das Etikettieraggregat dient demnach zum Aufbringen von Etiketten auf Behältern, wie beispiels weise Flaschen aus Glas oder Kunststoff. Das Etikettieraggregat umfasst zu diesem Zweck eine Abspulvorrichtung zum Abspulen eines Etikettenbands von wenigstens einer Vorratsrolle, eine Verarbeitungsvorrichtung zur Vereinzelung des Etikettenbands zu den Etiketten und zu deren Übergabe an die Behälter, und dazwischen angeordnet einen größenveränderlichen Schlaufen puffer zur Zwischenspeicherung des Etikettenbands.
Erfindungsgemäß umfasst der Schlaufenpuffer wenigstens zwei zur Größenveränderung schwenkbar gelagerte Umlenkrollen für das Etikettenband, wobei der Schlaufenpuffer zur alleini gen Zwischenspeicherung zwischen Vorratsrolle und Vereinzelung ausgebildet und angeordnet ist. Das heißt, das Etikettieraggregat ist derart ausgebildet, dass die zwischen Vorratsrolle und Vereinzelung geführte Etikettenbandlänge ausschließlich im Schlaufenpuffer verändert wird, also ohne zusätzlichen linearen Zwischenspeicher für das Etikettenband.
Es hat sich in überraschender Weise herausgestellt, dass die Lagerung von wenigstens zwei Umlenkrollen an wenigstens einem Schwenkhebel sowohl die Anforderungen an die Speicherka pazität beim Etikettenbandwechsel als auch an die in einem Maschinenblock geforderte Spei cherdynamik beim Beschleunigen oder Verzögern des Etikettenbands erfüllt. Somit ist kein zu sätzlicher linearer Zwischenspeicher im unmittelbaren Anschluss an die Abspulvorrichtung mehr erforderlich.
Die schwenkbar gelagerten Umlenkrollen arbeiten dann zur Ausbildung von Trumen / Schlaufen des Etikettenbands mit stationär gelagerten Umlenkrollen zusammen. Der Schlaufenpuffer um fasst vorzugsweise eine stationäre Umlenkrolle mehr als schwenkbar gelagerte Umlenkrollen.
Vorzugsweise sind die Umlenkrollen an einem gemeinsamen Schwenkhebel gelagert. Dies er möglicht eine Lagerung der Umlenkrollen mit vergleichsweise geringer Massenträgheit bei Grö ßenveränderungen des Schlaufenpuffers.
Vorzugsweise weisen die Umlenkrollen einen Durchmesser von höchstens 20 mm auf. Derartige Umlenkrollen weisen eine vergleichsweise geringe Massenträgheit auf, so dass eine schnelle Reaktion des Schlaufenpuffers auf Beschleunigungen oder Verzögerungen des Etikettenbands bei für das Etikettenband unschädlichen Bandspannungen möglich sind.
Vorzugsweise ist der Schwenkhebel mittels wenigstens einer Feder, insbesondere Spiralfeder, einstellbar vorgespannt. Dies ermöglicht eine einfache mechanische Anpassung der Vorspan nung des Schlaufenpuffers, und damit der dort resultierenden Bandspannung, an die Anforde rungen der Etikettierung je nach Verwendung in einem Maschinenblock oder in einer nicht verb lockten Etikettiermaschine sowie hinsichtlich unterschiedlicher Typen von Etikettenbändern.
Vorzugsweise ist die Feder an eine Ratsche zum stufenartig einrastenden Erhöhen der Vorspan nung im Schlaufenpuffer gekoppelt. Dies ermöglicht eine für Bediener einfache Einstellung der Vorspannung mit vorgegebener Abstufung.
Vorzugsweise ist der Schlaufenpuffer zum Einstellen einer pro Trum des Etikettenbands darin ausgeübten Bandspannung im Bereich von 1 bis 5 N, insbesondere 2 bis 4 N, ausgebildet. Damit
lassen sich die Anforderungen bei abrupten Beschleunigungen oder Verzögerungen des Etiket tenbands besonders materialschonend erfüllen.
Vorzugsweise umfasst der Schlaufenpuffer einen Positionsgeber zur Bestimmung der Ist-Spei chergröße. Dadurch lässt sich beispielsweise sichererstellen, dass der Schlaufenpuffer vor einer auszuführenden Verbindung von Etikettenbändern ausreichend mit Etikettenband gefüllt ist, so dass der Schlaufenpuffer während des Verbindens / Spleißens der Etikettenbänder unter konti nuierlicher Bereitstellung / Ausspeicherung des Etikettenbands entleert werden kann.
Vorzugsweise weist der Schlaufenpuffer eine Speicherkapazität für eine Etikettenbandlänge von wenigstens einem Meter auf. Ein entsprechend gefüllter Schlaufenpuffer ermöglicht dann die Ver bindung von Etikettenbändern bei fortgesetzter Bandförderung abwärts des Schlaufenpuffers.
Das Etikettieraggregat gemäß wenigstens einer der beschriebenen Ausführungsformen ist bei spielsweise Bestandteil eines Etikettieraggregats mit einem die Behälter, insbesondere Flaschen, bei der Etikettenübergabe transportierenden Behälterkarussell.
Die Etikettiermaschine ist dann beispielsweise Bestandteil eines Maschinenblocks, der wenigs tens eine der Etikettiermaschine ohne Zwischenpufferung vorgeschaltete oder nachgeschaltete Maschine zur Behälterherstellung oder Behälterbehandlung umfasst. Die Anordnung des Schlau fenpuffers in einem derartigen Maschinenblock ist aufgrund der vergleichsweise flinken Speicher dynamik des Schlaufenpuffers bei abrupten Änderungen der Fördergeschwindigkeit des Etiket tenbands im Zusammenspiel mit anderen Maschinen des Maschinenblocks besonders vorteilhaft.
Das beschriebene Verfahren dient zum Aufbringen von Etiketten auf Behältern insbesondere in dem Etikettieraggregat gemäß wenigstens einer der beschriebenen Ausführungsformen. Dem nach wird ein Etikettenband von einer Vorratsrolle abgespult, in einem größenveränderlichen Schlaufenpuffer zwischengespeichert und danach zu Etiketten vereinzelt und in dieser Form an die Behälter übergeben.
Erfindungsgemäß wird das Etikettenband im Schlaufenpuffer um wenigstens zwei zur Größen veränderung schwenkbar gelagerte Umlenkrollen geführt, wobei die zwischen jeweiliger Vorrats rolle und Vereinzelung geführte Etikettenbandlänge ausschließlich im Schlaufenpuffer verändert wird.
Unter einer schwenkbaren Lagerung ist zu verstehen, dass die Umlenkrollen an wenigstens ei nem Schwenkhebel gelagert und bezüglich stationär gelagerter Umlenkrollen des Schlaufenpuf fers bewegt werden können.
Vorzugsweise wird die Bandspannung pro Trum des Etikettenbands im Schlaufenpuffer durch Federvorspannung auf einen Wert zwischen 1 und 5 N, insbesondere zwischen 2 und 4 N, ein gestellt.
Vorzugsweise wird eine während des Spleißens des Etikettenbands, also während der Verbin dung mit einem weiteren Etikettenband, zur Vereinzelung geförderte Etikettenbandlänge aus schließlich im Schlaufenpuffer vorgehalten. Das heißt, der Schlaufenpuffer wird vor dem Splei ßen / Verbinden mit Etikettenband gefüllt, indem die schwenkbar gelagerten Umlenkrollen von zugeordneten stationären Umlenkrollen wegbewegt werden. Beim anschließenden Ausspeichern des Etikettenbands aus dem Schlaufenpuffer durch umgekehrte Schwenkbewegung kann das Etikettenband stromaufwärts des Schlaufenpuffers ausreichend lange angehalten werden, um die Verbindung mit einem anderen Etikettenband herzustellen.
Vorzugsweise werden die Etiketten innerhalb eines Maschinenblocks an den Behältern ange bracht, wobei die Etiketten mit dem Verfahren nach wenigstens einer der beschriebenen Ausfüh rungsformen angebracht werden und die zu etikettierenden Behälter von einer vorgeschalteten Behälterherstellungs- oder Behälterbehandlungsmaschine und/oder die etikettierten Behälter zu einer nachgeschalteten Behälterbehandlungsmaschine ohne Zwischenspeicherung transportiert werden. Die hierfür nötige Speicherdynamik lässt sich mit dem beschriebenen Schlaufenpuffer mit geringem Platzbedarf und mit ausreichender Speicherkapazität zum Spleißen bewältigen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist zeichnerisch dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht auf das Etikettieraggregat;
Figur 2 eine Draufsicht auf den dynamischen Schlaufenpuffer;
Figur 3 eine Schrägansicht des Schlaufenpuffers;
Figur 4 einen horizontalen Schnitt durch den Schlaufenpuffer; und
Figur 5 einen vertikalen Schnitt durch den Schlaufenpuffer.
Wie die Figur 1 erkennen lässt, umfasst das Etikettieraggregat 1 zum Aufbringen von Etiketten 2 auf (schematisch angedeuteten) Behältern 3 eine Abspulvorrichtung 4 zum Abspulen eines Eti kettenbands 5 von einer ersten oder zweiten Vorratsrolle 6, eine Verarbeitungsvorrichtung 7 zur Vereinzelung des Etikettenbands 5 zu den Etiketten 2 und zu deren Übergabe an die Behälter 3 sowie dazwischen angeordnet einen größenveränderlichen Schlaufenpuffer 8 zur Zwischenspei cherung des Etikettenbands 5.
Der Schlaufenpuffer 8 umfasst zwei zur Größenveränderung des Schlaufenpuffers 8 an wenigs tens einem Schwenkhebel 9 gemeinsam gelagerte Umlenkrollen 10 für das Etikettenband 5. Den schwenkbar gelagerten Umlenkrollen 10 zugeordnet sind drei stationär gelagerte Umlenkrollen 11 für das Etikettenband 5.
Wie die Figur 2 im Detail erkennen lässt, bildet das Etikettenband 5 zwischen den schwenkbar gelagerten Umlenkrollen 10 und den stationär gelagerten Umlenkrollen 11 des Schlaufenpuffers 8 vier Trume 5a bis 5d aus, deren Länge, und damit auch die eingestellte Größe des Schlaufen puffers 8, durch Schwenken des Schwenkhebels 9 verändert werden kann. Anders gesagt wer den die schwenkbaren Umlenkrollen 10 dadurch entweder von den stationären Umlenkrollen 11 weg oder auf diese zu bewegt.
Der Schlaufenpuffer 8 umfasst eine in der Figur 2 verdeckte Spiralfeder 13 und eine Ratsche 14, mit denen eine Vorspannung 15 des Schwenkhebels 9 entsprechend der Zahnung der Ratsche
14 stufenartig eingestellt werden kann. Dadurch wird im Arbeitsbetrieb des Etikettieraggregats 1 eine Bandspannung 16 im Etikettenband 5 erzeugt. Die Bandspannung 16 ist vorzugsweise für den Bereich des Schlaufenpuffers 8 definiert / quantifiziert.
Je nach Veränderung der Fördergeschwindigkeiten des Etikettenbands 5 stromaufwärts und stromabwärts des Schlaufenpuffers 8 kann dieser auf prinzipiell bekannte Weise mit Hilfe der Vorspannung 15 mit Etikettenband 5 gefüllt werden oder Etikettenband 5 gegen die Vorspannung
15 aus dem Schlaufenpuffer 8 ausgespeichert werden.
Die Figur 3 lässt erkennen, dass die Umlenkrollen 10 vorzugsweise zwischen zwei identisch schwenkenden Schwenkhebeln 9, 17 angeordnet und an diesen frei drehbar gelagert sind. Prin zipiell wäre aber auch eine Lagerung der Umlenkrollen 10 an nur einem gemeinsamen Schwenk hebel 9, 17 denkbar.
Der wenigstens eine Schwenkhebel 9, 17 besteht beispielsweise aus Aluminium oder Kunststoff, was eine relative geringe Massenträgheit bei der Größenveränderung des Schlaufenpuffers 8 ermöglicht. Vorzugsweise umfasst der wenigstens eine Schwenkhebel 9, 17 Durchbrüche und/o der Ausnehmungen zur Reduzierung der Massenträgheit. Der Schwenkhebel 9, 17 könnte auch als Stabwerk und/oder Rohr konstruiert sein oder dergleichen.
Zur Reduzierung der Massenträgheit weisen die schwenkbaren Umlenkrollen 10 vorzugsweise einen Durchmesser 18 von höchstens 20 mm auf.
Die relativ geringe Massenträgheit des wenigstens einen Schwenkhebels 9, 17 und/oder der Um lenkrollen 10 ermöglicht ein flinkes Reagieren des Schlaufenpuffers 8 auf nötige Größenände rungen bei abrupter Beschleunigung oder Verzögerung des Etikettenbands 5.
In der Figur 4 ist die Spiralfeder 13 zu erkennen, ebenso ein an der Ratsche 14 vorhandener Rasthebel 14a, mit dem die bei Drehung im Uhrzeigersinn (Draufsicht) zunehmende Spannung der Spiralfeder 13 stufenweise gehalten und dadurch die so erzeugte Vorspannung 15 mecha nisch eingestellt werden kann. Durch Abklappen des Rasthebels 14a kann die Vorspannung 15 in umgekehrter Drehrichtung wieder entsprechend reduziert werden.
Anstelle der Spiralfeder 13 wäre prinzipiell auch wenigstens eine Zugfeder denkbar, die dann am Schwenkhebel 9, 17 zu befestigen wäre und mittels eines verschiebbaren oder schwenkbaren stationären Mechanismus ebenso stufenweise einrastend auf geeignete Weise gespannt werden könnte (nicht dargestellt).
Auch die Figur 5 lässt die Spiralfeder 13 erkennen, und zeigt zudem einen Positionsgeber 19, mit dem die Drehlage einer die Schwenkhebel 9, 17 starr verbindenden Welle 20 ermittelt werden kann, um die Winkellage der Schwenkhebel 9, 17 und damit die jeweils eingestellte Größe des Schlaufenpuffers 8 zu bestimmen. Dies dient einer Kontrolle insbesondere vor dem Verbinden von Etikettenbändern 5. Damit wird sichergestellt, dass eine dafür ausreichende Etikettenband länge eingespeichert ist, die im Wesentlichen der Summe der vom Etikettenband 5 im Schlaufen puffer 8 gebildeten Trume 5a bis 5d entspricht.
Die Anzahl der schwenkbar gelagerten Umlenkrollen 10 und der zugehörigen stationär gelagerten Umlenkrollen 11 könnte auch vergrößert werden. Beispielsweise ist eine Ausführungsform denk bar mit drei an wenigstens einem gemeinsamen Schwenkhebel 9, 17 gelagerten Umlenkrollen 10 und entsprechend vier zugeordneten stationär gelagerten Umlenkrollen 11.
In der Figur 1 sind weitere prinzipiell bekannte Bestandteile des Etikettieraggregats 1 , wie bei spielsweise eine Verbindungseinheit 21 zum Verbinden / Spleißen von auf den Vorratsrollen 6 bereitgestellten Etikettenbändern 5, eine optionale Spurregeleinheit 22 und eine Förderwalze 23 für das Etikettenband 5 sowie ein Vakuumzylinder 24 zur Übergabe der Etiketten 2 an die Behäl ter 3 abgebildet. Zu erkennen ist ferner ein Heißleimwerk 25 als Bestandteil der Verarbeitungs einheit 7. Der Schlaufenpuffer 8 befindet sich bei der dargestellten Ausführungsform beispielhaft stromabwärts der Spurregeleinheit 22 und stromaufwärts der Förderwalze 23. Die Förderwalze 23 könnte auch in die Verarbeitungseinheit 7 integriert sein.
Der Füllungsgrad des Schlaufenpuffers 8 wird hierausgangsseitig durch die Förderwalze 23 und eingangsseitig durch die Drehantriebe der Abspuleinheit 4 für die Vorratsrollen 6 bestimmt. Diese können jeweils in bekannter Weise als Servoantriebe ausgebildet sein. Ist die Fördergeschwin digkeit der Förderwalze 23 höher als die der Abspuleinheit 4, wird bekanntermaßen Etikettenband 5 ausgespeichert, und umgekehrt.
In der Figur 1 ist schematisch ferner eine das Etikettieraggregat 1 umfassende Etikettiermaschine 30 angedeutet mit einem Behälterkarussell 31 zum umlaufenden Transport der Behälter 3. Die Funktionsweise des Behälterkarussells 31 und daran vorhandener Behälterteller, Zentriertulpen oder dergleichen Behälteraufnahmen im Sinne von Etikettierungspositionen des Behälterkarus sells 31 ist prinzipiell bekannt und daher in diesem Zusammenhang nicht im Detail erläutert.
Mit dem Etikettieraggregat 1 kann beispielsweise wie folgt gearbeitet werden:
Im laufenden Etikettierbetrieb wird das Etikettenband 5 laufend von einer der Vorratsrollen 6 ab gespult und durch den Schlaufenpuffer 8 zur Verarbeitungsvorrichtung 7 gezogen. Dort wird das Etikettenband 5 zu Etiketten 2 auf prinzipiell bekannte Weise vereinzelt, an den Vakuumzylinder 24 übergeben und von diesem an den Behältern 3 angebracht.
Die Vorspannung 15 des Schlaufenpuffers 8 wird vorzugsweise so eingestellt, dass die resultie rende Bandspannung 16 zwischen 1 N und 5 N pro Trum 5a-5d beträgt, insbesondere zwischen 2 N und 4 N pro Trum.
Zu diesem Zweck wird die Spiralfeder 13 durch Drehung der Ratsche 14 gespannt. Hierbei rastet die Ratsche 14 stufenweise ein, so dass die Ratsche 14 nach Loslassen in einer Rastposition stehenbleibt und dadurch eine definierte Vorspannung 15 im Schlaufenpuffer 8 bereitstellt. Durch Betätigung des Sperrhebels 14a kann die Ratsche 14 gelöst und die Vorspannung 15 wieder reduziert werden.
Die Spannung der Spiralfeder 13 wird dabei jeweils auf den Schwenkhebel 9, 17 übertragen und die Vorspannung 15 dadurch eingestellt und im Etikettierbetrieb beibehalten.
Im laufenden Etikettierbetrieb kann die Größe des Schlaufenpuffers 8 so eingestellt werden, dass bei Beschleunigungen oder Verzögerungen des Etikettenbands 5 geeignete Vergrößerungen und Verkleinerungen des Schlaufenpuffers 8 möglich sind. Derartige Änderungen sind aufgrund der geringe Massenträgheit der Schwenkhebel 9, 17 und der daran befestigten Umlenkrollen 10 ver gleichsweise flink möglich. Ebenso lässt sich ausreichend Etikettenbandlänge in den vier Trumen 5a bis 5d Vorhalten, um eine vorübergehende Unterbrechung des Etikettenbandnachschubs durch die Vorratsrollen 6 beim Verbinden von Etikettenbändern 5 zu kompensieren.
Dies ist insbesondere bei einer Einbindung des Etikettieraggregat 1 in einen Maschinenblock (nicht dargestellt) vorteilhaft, da die dann erforderlichen vergleichsweise abrupten Geschwindig keitsänderungen im Bandtransport des Etikettenbands 5 vom beschriebenen Schlaufenpuffer 8 ohne Beschädigung des Etikettenbands 5 und bei gleichbleibend zuverlässiger Bandförderung im Etikettieraggregat 1 möglich sind.
In einem Maschinenblock sind die Etikettiermaschine 30 und die vorgeschaltete Maschine, wie beispielsweise eine Blasmaschine, sowie die nachgeschaltete Maschine, wie beispielsweise ein Füller, bekanntermaßen insbesondere ohne Behälterpuffer durch Transfersterne oder derglei chen T ransportmittel jeweils unter Beibehalten oder Einstellen einer T ransportteilung miteinander verbunden. Transportlücken im Behälterstrom, an denen keine Etikettenübergabe erfolgt, sind dann im Etikettieraggregat 1 gegebenenfalls durch abrupte Änderungen der Fördergeschwindig keit des Etikettenbands 5 zu berücksichtigen. Ähnliche Anforderungen bestehen beim Hochfah ren und Herunterfahren der Produktionsanlage. Diese Änderungen der Fördergeschwindigkeit sowie die Zwischenspeicherung beim Verbinden von Etikettenbändern 5 können vom beschrie- benen Schlaufenpuffer 8 gleichermaßen platzsparend und materialschonend bewältigt werden.