Beschreibung
Fahrzeugluftreifen mit einem Gürtelverband mit zumindest einer Gürtellage
Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen mit einem Gürtelverband mit zumindest einer Gürtellage, welche mit in Gummimaterial eingebetteten, jeweils die gleiche Anzahl von Stahlfilamenten aufweisenden Stahlkorden verstärkt ist.
Gürtellagen in Fahrzeugluftreifen sind wesentliche Bauteile für die Haltbarkeit der Fahrzeugluftreifen, sie sorgen insbesondere für die Stabilität der Reifen bei Geradeausfahrt und bei Kurvenfahrt, auch bei hohen Geschwindigkeiten. Infolge der Stahlkorde tragen Gürtellagen erheblich zum Gesamtgewicht der Reifen bei, wobei ein möglichst geringes Reifengewicht im Hinblick auf den Rollwiderstand der Reifen erwünscht ist. An die Stahlkorde in Gürtellagen von Fahrzeugluftreifen wird zudem eine Reihe von Anforderungen gestellt, beispielsweise und je nach Reifentyp eine hohe Zugfestigkeit und Biegesteifigkeit, eine hohe Ermüdungsbeständigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Es ist nun, beispielsweise aus der KR 101019719 B1, bereits bekannt, Gürtellagen mit flachen Stahlkorden aus drei bis neun Stahlfilamenten und mit einer offenen Struktur zu verstärken, um die Dicke der Gürtellagen zu reduzieren und somit durch die Reduktion des Gummimaterials eine Verringerung des Reifengewichts zu erzielen. Dabei wurde auch erkannt, dass Gürtellagen mit flachen Stahlkorden eine höhere Biegesteifigkeit in lateraler Richtung besitzen, wobei die Biegesteifigkeit in der radialen Richtung des Reifens vergleichsweise geringer ist. Reifen mit derartigen Gürtellagen weisen daher einen verbesserten Fahrkomfort und eine hohe Stabilität auf, letzteres ist etwa bei Kurvenfahrt vorteilhaft. Die offene Struktur der Stahlkorde gewährleistet ein gutes Eindringen der Gummierungsmischung zwischen die einzelnen Filamente, wodurch Ermüdungserscheinungen reduziert und das sogenannte Fretting-Phänomen vermindert werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Fahrzeugluftreifen die Balance zwischen der Stabilität des Gürtelverbandes und einem geringen Gewicht zu optimieren, um den Rollwiderstand zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Haltbarkeit der Reifen zu gewährleisten.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe mit einem Fahrzeugluftreifen mit zumindest einer Gürtellage, welche mit Stahlkorden verstärkt ist, die - innerhalb jeder Gürtellage parallel zueinander und unter zumindest im Wesentlichen gleich großen gegenseitigen Abständen angeordnet sind,
- beidseitig Gummierungsschichten aufweisen, deren Schichtdicken in Summe 0,10 mm bis 2,00 mm betragen, - im Querschnitt betrachtet abgeflachte offene Stahlkorde aus vier bis sechs miteinander periodisch verdrehten Stahlfilamenten sind, von welchen, im Querschnitt betrachtet, zumindest zwei, insbesondere unregelmäßig, flach verformt sind, - einen ersten größeren und senkrecht zu diesem einen zweiten, kleineren Durchmesser aufweisen, deren Verhältnis zueinander 1,10 bis 3,00 beträgt, - in der Gürtellage mit ihrem ersten, größeren Durchmesser weitgehend flach liegend eingebettet sind und - zueinander weitgehend gleich große lichte Abstände aufweisen, welche 0,10 mm bis 1,00 mm betragen.
Fahrzeugluftreifen mit zumindest einer derart ausgelegten Gürtellage besitzen eine besonders ausgewogene Balance zwischen den oben erwähnten Eigenschaften. In gemäß der Erfindung ausgeführten Fahrzeugluftreifen sind in zumindest einer Gürtellage, vorzugsweise in sämtlichen Gürtellagen, flache Stahlkorde eingebettet, deren geringer gegenseitiger lichter Abstand eine hohe Stabilität des Gürtelverbandes sicherstellt. Die besonders geringen Schichtdicken der Gummierungsschichten bewirken eine merkbare Reduktion des Reifengewichtes und daher einen geringeren Rollwiderstand verglichen mit Reifen mit Gürtelkonstruktionen mit ähnlichen Festigkeitseigenschaften, die jedoch mit in beliebiger Orientierung in den Gürtellagen eingebetteten Stahlkorden aus einer Anzahl von im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten verstärkt sind.
In erfindungsgemäß ausgeführten Fahrzeugluftreifen ist daher zumindest eine der Gürtellagen, insbesondere sind sämtliche Gürtellagen (mit Ausnahme einer etwaigen Gürtelbandage), mit abgeflachten Stahlkorden verstärkt. Diese abgeflachten Stahlkorde enthalten zumindest zwei ungleichförmig abgeflachte bzw. unregelmäßig flach bzw. in eine nicht kreisförmige Form komprimierte Stahlfilamente. Die Stahlkorde weisen daher, je nach der Stelle, wo ein Querschnitt durchgeführt wird, zwei oder mehr verformte Stahlfilamente auf, wobei auch sämtliche Stahlfilamente verformt sein können.
Das Verformen bzw. Komprimieren erfolgt bevorzugt derart, dass, in einem beliebigen Querschnitt entlang der Stahlkorde betrachtet, vorzugsweise zumindest ein Stahlfilament im Querschnitt kreisförmig ist, also an der betreffenden Stelle nicht verformt ist. Es müssen daher nicht sämtliche Stahlfilamente verformt bzw. komprimiert sein, um einen „flachen“ Stahlkord zur Verfügung zu stellen.
Bei einer Ausführung der Stahlkorde mit fünf Stahlfilamenten sind vorzugsweise zumindest drei, bei einer Ausführung der Stahlkorde mit sechs Stahlfilamenten vorzugsweise zumindest vier Stahlfilamente, insbesondere unregelmäßig, flach verformt. Die Stahlkorde sind daher insgesamt derart abgeflacht, dass die mit ihnen verstärkte Gürtellage ein besonders vorteilhaftes Verhältnis der höheren Biegesteifigkeit in lateraler Richtung zur geringeren Biegesteifigkeit in der radialen Richtung des Reifens aufweist.
Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei welcher, in einem beliebigen Querschnitt entlang der Stahlkorde betrachtet, bei einer Ausführung der Stahlkorde mit fünf Stahlfilamenten genau eines der Stahlfilamente kreisförmig ist, bei einer Ausführung der Stahlkorde mit vier oder sechs Stahlfilamenten genau zwei Stahlfilamente kreisförmig sind.
Bei einer weiteren Ausgestaltung gilt für die Stahlkorde in der Gürtellage folgende Beziehung:
D1 = 100/epdm - Rg, wobei D1 der größere Durchmesser der Stahlkorde ist und D1 > 0,20 mm, insbesondere ≥ 0,26 mm,
Rg der gegenseitige lichte Abstand zwischen benachbarten Stahlkorden und epdm die Kordanzahl pro 10 cm Gürtellagenbreite sind. Eine derartige gegenseitige Abstimmung dieser Parameter ist besonders vorteilhaft, um eine hohe Stabilität der Gürtellage bzw. des Gürtelverbandes sicherzustellen und damit eine hohe Lebensdauer des Reifens zu gewährleisten.
Von besonderem Vorteil ist es ferner, wenn das Verhältnis des größeren Durchmessers zum kleineren Durchmesser der Stahlkorde 1,20 bis 1,90, insbesondere 1,40 bis 1,80 beträgt. Dieses Verhältnis wird durch das Ausmaß der Verformung des Ursprungskordes aus im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten bestimmt, wobei die angegebenen Durchmesserverhältnisse Stahlkorde mit hoher Bruchkraft ergeben, die auch eine hohe Zugfestigkeit der Gürtellage sicherstellen.
Besonders bevorzugt ist ferner eine Ausführung der Gürtellage, bei welcher die Schichtdicken der Gummierungsschichten in Summe 0,20 mm bis zu 1,00 mm, insbesondere bis zu 0,70 mm und bevorzugt bis zu 0,60 mm betragen. Je geringer die Schichtdicken der Gummierungsschichten sind, umso höher ist ihr vorteilhafter Effekt auf das Gesamtgewicht des Reifens und damit auf den Rollwiderstand. Größere Gummierungsschichtdicken, die sich in Summe im Bereich von 0,50 mm bis 1,00 mm, in besonderen Fällen auch bis zu 2,00 mm, bewegen, werden in Reifen für LKW oder Busse, in Reifen für landwirtschaftliche Fahrzeuge/Maschinen, Erdbwegungsmaschinen und Fahrzeugen zum Material Handling vorgesehen.
Dabei können die Schichtdicken der Gummierungsschichten gleich groß oder unterschiedlich groß sein, wobei ihre Mindestdicke jeweils zumindest 0,05 mm beträgt. Bevorzugt ist dabei die radial äußere Schichtdicke die größere, um eine besseren Schutz vor einem Durchdringen von Gegenständen zu bieten.
Des Weiteren ist eine Ausführung des Fahrzeugluftreifens besonders bevorzugt, bei welcher zumindest eine Gürtellage abgeflachte Stahlkorde aus fünf Stahlfilamenten enthält, sodass der Stahlanteil in der Gürtellage relativ gering ist, was für das Reifengewicht von Vorteil ist. Darüber hinaus lässt sich durch mit derartigen Stahlkorden verstärkte
Gürtellagen die Balance zwischen der Stabilität des Gürtelverbandes und einem geringen Reifengewicht besonders gut optimieren.
Bei Fahrzeugluftreifen für Personenkraftwagen ist es in diesem Zusammenhang von Vorteil, wenn die Gürtellage abgeflachte Stahlkorde aus fünf Stahlfilamenten und mit einem größeren Durchmesser von 0,50 bis 0,70 mm enthält, wobei der gegenseitige lichte Abstand zwischen den Stahlkorden 0,35 mm bis 0,70 mm beträgt. Das Verhältnis des größeren Durchmessers der Stahlkorde zum kleineren Durchmesser der Stahlkorde, welches, wie bereits erwähnt, durch das Ausmaß der Verformung bestimmt wird, beträgt bei solchen Stahlkorden bevorzugt 1,40 bis 1,60, insbesondere 1,50.
Bei Fahrzeugluftreifen, die größeren Belastungen beim Betrieb unterliegen, etwa Fahrzeugluftreifen für Schwerlastfahrzeuge, Light-Trucks, Busse und dergleichen, ist es bevorzugt, wenn die Gürtellage abgeflachte Stahlkorde aus fünf Stahlfilamenten und mit einem größeren Durchmesser > 0,50 mm bis 1,35 mm enthält, wobei der gegenseitige lichte Abstand zwischen den Stahlkorden 0,50 mm bis 0,90 mm beträgt. Bei dieser Variante ist es von Vorteil, wenn das Verhältnis des größeren Durchmessers zum kleineren Durchmesser der Stahlkorde 1,70 bis 1,80 beträgt.
Die abgeflachten Stahlkorde sind bevorzugt durch Verformen von Stahlkorden aus im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten mit übereinstimmenden Durchmessern von 0,18 mm bis 0,45 mm hergestellt, bei besonders bevorzugten Ausführungsformen durch Verformen von Stahlkorden aus im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten mit Durchmessern von 0,185 mm, 0,20 mm, 0,22 mm, 0,28 mm oder 0,40 mm.
Bei besonders bevorzugten Ausführungen sind ferner die abgeflachten Stahlkorde durch Verformen von Stahlkorden aus im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten mit Durchmessern von 0,18 mm bis 0,45 mm hergestellt, wobei für die verformten, abgeflachten Stahlkorde die Beziehung:
1,60 d ≤ D2 ≤ 2,40 d gilt, wobei d der Durchmesser der kreisförmigen Stahlfilamente der nicht verformten Stahlkorde und D2 der kleinere Durchmesser der verformten, abgeflachten Stahlkorde ist.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung, die Ausführungsbeispiele darstellt, näher beschrieben. Dabei zeigen
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt einer Ausführungsvariante eines abgeflachten Stahlkordes aus fünf Stahlfilamenten,
Fig. 2 einen schematischen Querschnitt eines nicht abgeflachten Stahlkordes aus fünf im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten
Fig. 3 einen schematischen Querschnitt einer weiteren Ausführungsvariante eines abgeflachten Stahlkordes aus sechs Stahlfilamenten,
Fig. 4 einen schematischen Querschnitt eines nicht abgeflachten Stahlkordes aus sechs im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten,
Fig. 5 einen realitätsnahen Querschnitt eines abgeflachten Stahlkordes aus fünf Stahlfilamenten und
Fig. 6 einen schematischen Querschnitt eines Abschnittes einer Gürtellage eines Fahrzeugluftreifens mit eingebetteten, abgeflachten und schematisch dargestellten Stahlkorden aus fünf Stahlfilamenten.
Die gegenständliche Erfindung befasst sich mit der Anordnung von abgeflachten, im Querschnitt nicht kreisförmigen Stahlkorden aus vier bis sechs Stahlfilamenten in zumindest einer der Gürtellagen von Fahrzeugluftreifen radialer Bauart und beliebigen Typs, vorzugsweise Reifen für Personenkraftwagen, Light-Trucks oder Schwerlastfahrzeuge.
Sämtliche in der Beschreibung angegebenen Dimensionen sind unter Berücksichtigung der üblichen fertigungstechnisch bedingten Abweichungen zu verstehen.
Die vier bis sechs Stahlfilamente der abgeflachten Stahlkorde sind miteinander periodisch verdreht bzw. verdrillt, sodass ein offener Stahlkord vorliegt, derart, dass in die Zwischenräume zwischen den Stahlfilamenten beim Einbetten der Stahlkorde in eine Gürtelgummierungsmischung das Mischungsmaterial in die Zwischenräume unter Auffüllen derselben eindringen kann. Dabei können einzelne Stahlfilamente einander auch kontaktieren, ohne dass die Eindringfähigkeit beeinträchtigt wird. Die Stahlfilamente der abgeflachten Stahlkorde weisen eine übliche Zugfestigkeit von 2.500 N/mm2 bis 4.500 N/mm2 auf, die Zugfestigkeiten befinden sich daher im Wesentlichen im Bereich von NT (Normal Tensile) bis zu UT (Ultra Tensile).
Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt eines abgeflachten Stahlkordes 1 mit fünf Stahlfilamenten 2, Fig. 3 zeigt einen schematischen Querschnitt eines abgeflachten Stahlkordes 1 mit sechs Stahlfilamenten 2. Die Herstellung der abgeflachten Stahlkorde 1 erfolgt derart, dass fünf bzw. bis sechs gleichgestaltete und im Querschnitt kreisförmige Stahlfilamente 2‘ mit einem Durchmesser d von 0,10 mm bis 0,60 mm, insbesondere von 0,18 mm bis 0,45 mm, miteinander verdreht werden, sodass die in Fig. 2 und Fig. 4 im Querschnitt runden Stahlkorde 1‘ als „Ursprungskorde“ entstehen. Beispielsweise durch einen Walzvorgang werden diese „Ursprungskorde“ verformt, sodass jeweils zumindest zwei Stahlfilamente 2‘, insbesondere im Bereich ihrer gegenseitigen Kontaktstellen, lokal abgeflacht bzw. verformt sind und eine dabei zumindest zum Teil eine unregelmäßig abgeflachte Querschnittsform erhalten, wobei auch der Stahlkord 1 insgesamt eine abgeflachte Querschnittsgestalt erhält. Durch die Verdrehung der Stahlfilamente 2 sind, in unterschiedlichen Querschnitten über die Länge des Stahlkordes 1 betrachtet, Stahlfilamente 2 unterschiedlich verformt, manche ggf. auch nicht verformt und besitzen dann lokal ihren ursprünglich kreisförmigen Querschnitt. Fig. 5 zeigt dies anhand einer Darstellung eines realitätsnahen Querschnittes eines abgeflachten Stahlkordes 1 mit fünf Großteils unregelmäßig verformten Stahlfilamenten 2. Für abgeflachte Stahlkorde aus vier Stahlfilamenten gilt Analoges.
Die abgeflachten Stahlkorde 1 weisen einen größeren Durchmesser D1 und einen im rechten Winkel zu diesem vorliegenden, gegenüber D1 kleineren Durchmesser D2 auf. Die Durchmesser D1 und D2 sind die jeweils größten Durchmesser und sind daher an den
Stellen mit den größten „Breiten“ der Stahlkorde 1 ermittelt. Dabei ist D1 > 0,2 mm, insbesondere D1 ≥ 0,26 mm, und es beträgt das Verhältnis von D1 zu D2 1,10 bis 3,00, vorzugsweise 1,20 bis 1,90, besonders bevorzugt 1,40 bis 1,80. Für die verformten, abgeflachten Stahlkorde 1 gilt bezüglich des kleineren Durchmessers D2 die Beziehung 1,60 d ≤ D2 ≤ 2,40 d gilt, wobei d der Durchmesser der im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamente der nicht verformten Stahlkorde ist. Die Verformung bzw. Komprimierung der „Ursprungskorde“ erfolgt insbesondere derart, dass die verformten Stahlfilamente 2 im Wesentlichen parallel zum Durchmesser D1 ihren größten Durchmesser d1 und im rechten Winkel zu diesem an ihrer breitesten Stelle einen weiteren kleineren Durchmesser d2 aufweisen, wobei das Verhältnis von d2 zu d1 im Bereich von etwa 0,70 bis etwa 0,98 liegt.
Die flach verformten Stahlfilamente 2 weisen jeweils eine Querschnittsfläche auf, die jener der ursprünglich kreisförmigen Stahlfilamente 2 entspricht oder weitgehend entspricht, letzteres weil beim Verformungsvorgang lokal geringfügige Materialverschiebungen in Längsrichtung der Stahlfilamente stattfinden können.
Fig. 6 zeigt beispielhaft einen Querschnitt durch einen Abschnitt einer Gürtellage 3 eines Fahrzeugluftreifens, wobei die Gürtellage 3 mit schematisch dargestellten Stahlkorden 1 mit fünf Stahlfilamenten 2 verstärkt ist. Anstelle der dargestellten Stahlkorde aus fünf Filamenten können in der Gürtellage 3 auch Stahlkorde mit vier oder mit sechs Filamenten, wie beschrieben, enthalten sein. Der gegenseitige lichte Abstand Rg der Stahlkorde 1 richtet sich nach dem Durchmesser D1 und der Korddichte (epdm, Anzahl der Korde pro Dezimeter Gürtellage) und bewegt sich in einem Bereich von 0,10 mm, insbesondere 0,30 mm, bis 1,00 mm, wobei gilt:
D1 = 100/epdm - Rg, wobei D1 > 0,2 mm, wie oben erwähnt.
Weisen gemäß einer bevorzugten Ausführung die abgeflachten Stahlkorde fünf Stahlfilamente und einen Durchmesser D1 von 0,50 mm bis 0,70 mm auf, beträgt der gegenseitige lichte Abstand Rg zwischen den Stahlkorden 0,35 mm bis 0,70 mm. Beträgt der Durchmesser D1 der abgeflachten Stahlkorde > 0,50 mm bis 1,35 mm sind die
Stahlkorde 1 derart in die Gürtellage 3 eingebettet, dass ihr gegenseitiger lichter Abstand Rg 0,50 mm bis 0,90 mm beträgt.
Die Gesamtdicke Ld der Gürtellage 3 ist die Summe aus dem oben erwähnten kleineren Durchmesser D2 der in der Gürtellage 3 enthaltenen Stahlkorde 1 und den oberhalb und unterhalb der Stahlkorde 1 vorliegenden Schichtdicken Rc und Rb der Gummierungsschichten. Die Schichtdicken Rc und Rb sind jeweils als die kleinsten lichten Abstände zwischen den Stahlkorden 1 und den äußeren bzw. inneren Außenflächen der Gürtellage 3 ermittelt. Die Summe der beiden Schichtdicken Rc und Rb beträgt für abgeflachte Stahlkorde aus vier bis sechs Stahlfilamenten zumindest 0,10 mm und höchstens 2,00 mm, insbesondere bis zu 1,00 mm, bevorzugt bis zu 0,70 mm, besonders bevorzugt bis zu 0,60 mm. Dabei können Rc und Rb gleich groß (im Mittel) oder unterschiedlich groß sein, sodass eine asymmetrische Gummierung vorliegt. Ein bevorzugter Bereich für die Summe aus Rc und Rb liegt im Bereich von 0,20 mm bis 0,60 mm.
Tabelle 1, Tabelle 2 und Tabelle 3 enthalten Daten zu bevorzugten Ausführungsvarianten VAR1.1, VAR1.2, VAR2.1, VAR 2.2, VAR3 und VAR 4 von Gürtellagen mit abgeflachten Stahlkorden 1 aus fünf Stahlfilamenten 2 und Vergleichsbeispiele REF1.1, REF1.2, REF2 und REF3 von Gürtellagen mit Stahlkorden, die bekannte, gemäß dem Stand der Technik ausgeführte Stahlkorde sind. REF1.1 ist das Vergleichsbeispiel zu den Varianten VAR1.1 und VAR2.1, REF1.2 ist Vergleichsbeispiel zu den Varianten VAR1.2 und VAR2.2. REF2 ist das Vergleichsbeispiel zur Variante VAR3 und REF3 ist das Vergleichsbeispiel zur Variante VAR4.
Die Vergleichsbeispiele REF1.1, REF1.2, REF2 und REF3 enthalten Stahlkorde der Konstruktionen 2 x 0,30 mm HT, 2 + 2 x 0,32 mm HT und 3 x 0,2 mm + 6 x 0,35 mm HT mit im Querschnitt kreisförmigen Stahlfilamenten.
Die Stahlkorde in den erfmdungsgemäß ausgeführten Gürtellagen (VAR1.1 bis VAR4) sind abgeflachte Stahlkorde, wobei mangels besserer Terminologie jeweils bei der Stahlkord- Konstruktion der ursprünglich kreisförmige Durchmesser der Stahlfilamente angegeben ist,
daher 0,185 mm (Konstruktion als 5 x 1,85 mm ST bezeichnet) beträgt, ferner 0,20 mm (Konstruktion als 5 x 0,20 mm ST bezeichnet), 0,28 mm (Konstruktion als 5 x 0,28 mm ST bezeichnet) und 0,40 mm (Konstruktion als 5 x 0,40 mm ST bezeichnet). Weitere Parameter in den Tabellen sind der Korddurchmesser (REF1.1 bis REF3) der Durchmesser D1, der Durchmesser D2, das Verhältnis D1 zu D2, die Bruchkraft des jeweiligen Stahlkordes, ermittelt gemäß ASTM D2969 und ASTM D4975, die Zugfestigkeit der Gürtellage in kN/dm (wurde rechnerisch aus der epdm und der Bruchkraft des jeweiligen Kordes ermittelt), die Gürtel dicke in mm, der lichte Kordabstand Rg in mm und die Anzahl der Korde pro 10 cm Gürtellage (epdm).
Bei den Vergleichsbeispielen REF1.1 bis REF3 ist das Gürtellagengewicht 100 % gesetzt, bei den erfindungsgemäßen Beispielen VAR1.1 bis VAR4 jeweils in % und im Verhältnis zum jeweiligen Vergleichsbeispiel REF1.1 bis REF3 angegeben.
Tabelle 1
Tabelle 2
Tabelle 3
Bezugsziffernliste
1, 1‘ Stahlkord
2, 2‘ Stahlfilament 3 Gürtellage
Rg Abstand
Rc, Rb Gummierungschichtdicken
D1, D2 Durchmesser Stahlkord d1, d2 Durchmesser Stahlfilament d Durchmesser Stahlfilament
Ld Gesamtdicke der Gürtellage