Verfahren zum Betrieb einer Bearbeitungsvorrichtung sowie eine solche Bearbeitungsvorrichtung
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Bearbeitungsvorrichtung sowie eine solche Bearbeitungsvorrichtung. Ein solches Verfahren sowie eine solche Vorrichtung können im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie eingesetzt werden, beispielsweise zur Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks aus Holz, aus einem Holzwerkstoff, einem holzähnlichen Werkstoff, aus einem Verbundmaterial oder einer Kombination hiervon.
Stand der Technik
Im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie ist zunehmend zu beobachten, dass Holzbearbeitungsmaschinen durch weniger qualifiziertes Personal bedient werden. Um jedoch dem Anspruch der Endkunden an Qualität und Lieferzeit weiter gerecht zur werden, steigen die Anforderungen an die Holzbearbeitungsmaschinen selbst, insbesondere bezüglich vereinfachter Bedienung und integrierter Qualitätsüberwachung .
Dieser Anforderung steht die Komplexität der Bearbeitungsvorgänge im Bereich der Holzbearbeitung entgegen. Insbesondere hat sich gezeigt, dass einzelne Bearbeitungsschritte vielfältige Fehlerbilder verursachen: So
können beispielsweise beim Fräsen Ausrisse oder andere Defekte am Beschichtungsmaterial entstehen. Auch kann beim Anbringen von Beschichtungsmaterial das Material brechen, es kann schräg an einer Schmalseite aufgebracht werden, oder das Beschichtungsmaterial haftet abschnittsweise nicht oder nicht in ausreichendem Maße. Einzelne Fehler können einzeln oder in Kombination zu einem negativen Qualitätsurteil führen.
Um eine hohe Werkstückqualität zu gewährleisten, werden Bediener durch geführte Menüs unterstützt und erhalten integrierte ergänzende Informationen. Eine Qualitätsbewertung findet nach Durchführen eines Bearbeitungsvorgangs durch „das geschulte Auge" des Bedieners statt.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb einer Bearbeitungsvorrichtung bereitzustellen, mit dem die Fertigung mit der Bearbeitungsvorrichtung vereinfacht und dabei die Qualität der bearbeiteten Werkstücke beibehalten oder gar gesteigert werden kann.
Ein entsprechendes Verfahren ist in Anspruch 1 definiert. Unteransprüche beziehen sich auf bestimmte Ausführungsformen.
Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Bedienung der Bearbeitungsvorrichtung erheblich vereinfacht wird, wobei eine gesteigerte Qualitätsüberwachung bereitgestellt werden kann. Ferner kann eine Prozessdokumentation hinsichtlich Normen und Prozessindikatoren erfolgen. Darüber hinaus werden Effizienzsteigerungen in der Ausnutzung des Produktionsmittels und ein ressourcenschonender Maschinenbetrieb ermöglicht. Ein frühzeitiges Erkennen von Qualitätsmängeln verringert Folgekosten für den Endkunden.
Die Erfindung stellt ein Verfahren zum Betrieb einer Bearbeitungsvorrichtung bereit. Die Bearbeitungsvorrichtung ist insbesondere zur Bearbeitung eines Werkstücks aus Holz oder Holzwerkstoffen, holzähnlichem Werkstoff, Verbundmaterial oder einer Kombination hiervon eingerichtet. Das Verfahren umfasst: Übergeben zumindest eines Prozessparameters, bevorzugt mehrerer Prozessparameter, und zumindest eines Materialparameters, bevorzugt mehrerer Materialparameter, an eine Steuereinheit der Bearbeitungsvorrichtung, Durchführen einer Bearbeitung eines Werkstücks auf Grundlage des zumindest einen Prozessparameter und des zumindest einen Materialparameters, Erfassen des Werkstücks nach der Bearbeitung mit zumindest einem Sensor, Bewerten des Werkstücks anhand mindestens eines Kriteriums auf Grundlage der vom zumindest einen Sensor ermittelten Werte sowie des zumindest einen Prozessparameters und des zumindest einen Materialparameters, und Ausgeben einer der Bewertung des Werkstücks. Es ist bevorzugt, dass die genannten Schritte in der entsprechenden Reihenfolge durchgeführt werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass der oder die Prozessparameter ausgewählt sind aus: einem Anpressdruck einer Andruckeinrichtung, insbesondere einer Andruckrolle, einer Haftmitteltemperatur , einer Auswahl und/oder Kombination der im Einsatz befindlichen Bearbeitungsaggregate, einem Zustellwert eines Bearbeitungsaggregats und/oder einer Vorschubgeschwindigkeit des Werkstücks. Somit ist das Verfahren insbesondere für einen Beschichtungsvorgang eingerichtet, im Zuge dessen ein Beschichtungsmaterial an einem Werkstück, insbesondere an einer Schmalfläche/Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks, angebracht wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass der oder die Materialparameter ausgewählt ist aus: einem Beschichtungsmaterial, einem Werkstückmaterial und/oder einer
Art eines Haftmittels. Demnach ist das Verfahren insbesondere zum Beschichten eines Werkstücks vorgesehen.
Ferner kann es vorgesehen sein, dass das Bewerten des Werkstücks anhand einer Vielzahl von Kriterien durchgeführt wird, wobei bevorzugt ist, dass die Kriterien einzeln gewichtet zu einem Gesamtkriterium zusammengefasst werden. Somit kann eine Quantifizierung der Bewertung vorgenommen werden.
Es ist bevorzugt, dass die Soll-Werte des zumindest einen Prozessparameters und des zumindest einen Materialparameters nach der Übergabe an die Steuereinheit zum Errechnen einer Fehlerwahrscheinlichkeit verwendet werden. Dies ermöglicht ein vorausschauende Verfahrensplanung. Dabei kann bewertet werden, ob die Abweichung qualitativ nicht akzeptabel ist und daher für folgende gleichartige Bearbeitungen eine Korrektur erforderlich wird. Auf dieser Grundlage kann anhand von Eingangsdaten die wahrscheinlichste Ursache für einen bestimmten Fehler ermittelt und ein Ergebnis zurück an die Steuereinheit gemeldet werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass, wenn die Bewertung des Werkstücks ein negatives Ergebnis liefert, ein oder mehrere Korrekturwerte für einen oder mehrere Prozessparameter errechnet werden.
Dabei kann es vorgesehen sein, dass der oder die Korrekturwerte einem Bediener vorgeschlagen werden, oder der oder die Prozessparameter geändert werden.
Wenn dem Bediener der oder die Korrekturwerte vorgeschlagen werden, hat der Bediener die Möglichkeit, den oder die Korrekturwerte beim Betrieb der Maschine zu berücksichtigen, beispielsweise den oder die Korrekturwerte einzugeben, um somit den Betrieb der Maschine zu ändern oder anzupassen.
Auch ist es möglich, einen oder mehrere Prozessparameter zu ändern. Somit kann eine Änderung direkt vorgenommen werden, um den Betrieb der Maschine zu ändern. Dementsprechend kann die Automatisierung des Betriebs der Maschine bei flexibler Reaktionsmöglichkeit weiter vorangetrieben werden.
Es ist bevorzugt, dass das Bewerten unter Einsatz künstlicher Intelligenz durchgeführt wird. Dies ermöglicht eine weiterführende Verfeinerung eines Qualitätsmodells.
Gemäß einer bevorzugten Aus führungsform umfasst die Bearbeitung des Werkstücks ein Anbringen und Nachbearbeiten eines Beschichtungsmaterials an einer Schmalfläche des Werkstücks, eine nicht-spanende, beispielsweise additive, Bearbeitung und/oder eine spanabnehmende Bearbeitung.
Es ist bevorzugt, dass der Sensor ein optischer Sensor, insbesondere eine Kamera, oder ein Beschleunigungssensor oder ein Schwingungssensor ist. Insbesondere bei einer Kombination von mehreren unterschiedlichen Sensoren kann eine umfassende Bewertung vorgenommen werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Bewerten des Werkstücks mittels einer Recheneinheit der Steuereinheit der Bearbeitungsvorrichtung durchgeführt wird. Somit kann eine Bewertung des Werkstücks lokal/dezentral im Bereich der Bearbeitungsvorrichtung durchgeführt werden.
Der zumindest eine Prozessparameter und der zumindest eine Materialparameter kann/können, beispielsweise mittels eines Bedienpanels oder einer Tastatur, eingegeben oder aus einer bereitgestellten Datei eingelesen werden. Bei Einlesen der Datei kann ein direktes Einwirken auf den Betrieb der Maschine erfolgen, insbesondere während des laufenden Betriebs der Maschine.
Es ist bevorzugt, dass die Ausgabe der Bewertung des Werkstücks durch eine visuelle Anzeige an einem Bedienfeld an der Bearbeitungsvorrichtung oder durch eine visuelle Anzeige an einer mobilen Einheit, insbesondere einem Mobiltelefon, erfolgt. Somit kann ein Bediener zeitnah über das Bewertungsergebnis informiert werden.
Zusätzlich oder alternativ kann die Ausgabe der Bewertung durch eine akustische Anzeige oder eine taktile-wahrnehmbare Anzeige erfolgt, insbesondere durch ein Vibrieren eines Mobiltelefons erfolgen. Somit kann sichergestellt werden, dass ein Bediener zeitnah und sicher informiert wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht zur Veranschaulichung einer Aus führungsform der Erfindung.
Beschreibung von Ausführungsform
Im Rahmen der nachfolgend erläuterten Ausführungsform wird als Bearbeitungsvorgang auf einen Beschichtungsvorgang abgestellt, im Zuge dessen ein Beschichtungsmaterial an einer Schmalfläche/Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks angebracht wird. Ein solches Beschichtungsmaterial wird an einem Werkstück angebracht, um, falls es sich bei dem Werkstück um eine Spanplatte oder eine Leichtbauplatte handelt, die offenporige Schmalfläche oder freiliegende Kernlage mit dem Beschichtungsmaterial zu verschließen.
Zur Bearbeitung von plattenförmigen Werkstücken werden eine erste Bearbeitungsvorrichtung 10, die für eine Bearbeitung von Werkstücken im Durchlauf ausgebildet ist, sowie eine zweite Bearbeitungsvorrichtung 15, die als sogenannte Stationär-Maschine ausgebildet ist. Die erste
Bearbeitungsvorrichtung 10 und die zweite Bearbeitungsvorrichtung 15 sind in einem Fabrikgebäude angeordnet und können, je nach Anforderung, in jeweils anderer Weise ein Beschichtungsmaterial an einer Schmalfläche eines Werkstücks anbringen.
Im Bereich der ersten Bearbeitungsvorrichtung 10 sind erste Sensoren 11 vorgesehen, mit denen ein jeweiliges, bereits mit einem Beschichtungsmaterial versehenes Werkstück erfasst werden kann. An der zweiten Bearbeitungsvorrichtung 15 sind zweite Sensoren 16 vorgesehen, sodass ein jeweiliges Werkstück im Bereich der zweiten Bearbeitungsvorrichtung 15 erfasst werden kann. Auch die zweiten Sensoren 16 sind derart angeordnet, dass ein bereits mit einem Beschichtungsmaterial versehenes Werkstück erfasst werden kann.
Die ersten Sensoren 11 stehen mit einer Datenaufbereitungseinrichtung 20 in Verbindung, die eingerichtet ist, die von den Sensoren 11 empfangenen Daten aufzubereiten und an eine Steuereinheit 30 weiterzuleiten. Die Steuereinheit 30 ist separat zur ersten Bearbeitungsvorrichtung 10 vorgesehen. Allerdings kann es auch sein, dass die Steuereinheit 30 an der ersten Bearbeitungsvorrichtung 10 angeordnet ist.
Die Steuereinheit kann mit einer cloudbasierten Plattform 100 in Verbindung sein, die die Steuereinheit 30 bei der Durchführung der nachfolgend beschriebenen Operationen unterstützen kann. Insbesondere können durch die Plattform 100 zentral gespeicherte Informationen für die Steuereinheit 30 bereitgestellt werden. Auch können in der Plattform 100 Informationen aus einem Bearbeitungsvorgang der Bearbeitungsvorrichtung 10 gespeichert werden.
Entsprechend sind die zweiten Sensoren 16 mit einer Datenaufbereitungseinrichtung 25 in Verbindung, wobei die Datenaufbereitungseinrichtung 25 eingerichtet ist, die von
den zweiten Sensoren 16 empfangenen Daten aufzubereiten und an eine Steuereinheit 30 weiterzuleiten.
Die Steuereinheit 30 umfasst eine Recheneinheit, mit der ein Werkstück, das von den Sensoren 11 oder 16 erfasst wurde, bewertet werden kann. Hierzu umfasst die Steuereinheit 30 einen Bewertungsalgorithmus. Wenn die Bewertung des Werkstücks ein negatives Ergebnis liefert, leitet die Steuereinheit 30 einen oder mehrere Korrekturwerte für einen oder mehrere Prozessparameter an die jeweilige Bearbeitungsvorrichtung 10, 15. Dabei kann es vorgesehen sein, dass der oder die Korrekturwerte einem Bediener vorgeschlagen werden, der dann einen oder mehrere Prozessparameter ändern kann, oder der oder die Prozessparameter können durch die Rückmeldung der Steuereinheit 30 direkt geändert werden, beispielsweise im laufenden Betrieb der Maschine.
Die Anzahl der im Rahmen des Ausführungsbeispiels beschriebenen Bearbeitungsvorrichtungen 10, 15 ist nicht auf die beschriebene Anzahl beschränkt. Vielmehr kann ein Bearbeitungsvorrichtung oder auch mehr als zwei Bearbeitungsvorrichtungen vorgesehen sein.
Die Steuereinheit 30 ist im Ausführungsbespiel separat zur ersten Bearbeitungsvorrichtung 10 und zur zweiten Bearbeitungsvorrichtung 20 vorgesehen. Allerdings kann es auch sein, dass die Steuereinheit 30 an einer der Bearbeitungsvorrichtungen angeordnet ist, insbesondere wenn eine Bearbeitungsvorrichtung vorgesehen ist.
Nachfolgend wird ein Verfahrensablauf anhand eines Bearbeitungsvorgangs beschrieben, im Zuge dessen ein Werkstück mit einem Beschichtungsmaterial versehen wird.
Ein hochwertiges Bearbeitungsergebnis wird erreicht, wenn das Beschichtungsmaterial die Schmalfläche vollflächig abdeckt
und eine spaltfreie Anhaftung des Beschichtungsmaterials bereitgestellt wird. Die Einordnung des Bearbeitungsergebnisses ergibt sich anhand von Qualitätskriterien, die sich beispielsweise aus Werksrichtlinien und Standards/Normen der holzverarbeitenden Industrie zusammensetzen. Ein Bewerten eines Werkstücks anhand mindestens eines Qualitätskriteriums wird auf Grundlage der vom zumindest einen Sensor 11, 16 ermittelten Werte sowie der Prozessparameter und dem zumindest einem Materialparameter durchgeführt. Qualitätskriterien können hierbei qualitative Abzugskräfte zum Trennen des Beschichtungsmaterials vom Werkstück, eine Fräskantenschartigkeit und Kantenverlaufs-/ Geometriefehler sein. Um ein Gesamtkriterium bereitzustellen, werden die Qualitätskriterien jeweils gewichtet und miteinander verknüpft.
Zur Bearbeitung eines Werkstücks wird zunächst zumindest ein, bevorzugt mehrere, Prozessparameter der Bearbeitungsvorrichtung 10 oder 15 eingestellt. Dies betrifft bei einem Beschichtungsvorgang den Anpressdruck oder die Zustelltiefe einer Andruckrolle, die Haftmitteltemperatur des am Werkstück und/oder Beschichtungsmaterial aufzutragenden Haftmittels, die Auswahl und/oder die Kombination der im Einsatz befindlichen Bearbeitungsaggregate, den Zustellwert eines jeweiligen Bearbeitungsaggregats und/oder die Vorschubgeschwindigkeit des Werkstücks.
Ferner werden seitens des Bedieners der Bearbeitungsvorrichtung 10 oder 15 mehrere Materialparameter ausgewählt, um den Bearbeitungsvorgang weiter zu konkretisieren. Insbesondere wählt der Bediener ein Beschichtungsmaterial, ein Werkstückmaterial und eine Art eines Haftmittels aus.
Der Steuereinheit 30 werden der zumindest eine Prozessparameter und der zumindest eine Materialparameter
zugeführt. Bei den Parametern handelt es sich hierbei um Soll-Werte .
Die Steuereinheit 30 kann vor Beginn des eigentlichen Bearbeitungsvorgangs eine Fehlerwahrscheinlichkeit errechnen, also eine Wahrscheinlichkeit, mit der ein zu fertigendes Werkstück die Qualitätskriterien erfüllt. Im Zuge der Berechnung können auch Fehlerursachen errechnet und dem Bediener der Bearbeitungsvorrichtung 10 oder 15 Abhilfevorschläge angezeigt werden. Eine derartige Anzeige kann an einem Bildschirm im Bereich der jeweiligen Bearbeitungsvorrichtung 10, 15 oder an einem mobilen Gerät, wie einem Mobiltelefon, erfolgen.
Führt der Bediener der Bearbeitungsvorrichtung 10 oder 15 den zumindest einen Prozessparameter zu und startet deren Betrieb, so wird das Werkstück mit dem oder den übergebenen Prozessparametern und dem oder den Materialparametern gefertigt .
Nach Abschluss der Fertigung des Werkstücks wird anhand der jeweiligen Sensoren 11 oder 16 eine Bewertung des Werkstücks vorgenommen. Insbesondere wird hierbei ein optischer Sensor eingesetzt, der einen Verlauf des Beschichtungsmaterials und/oder einen Geometriefehler des am Werkstück aufgebrachten Beschichtungsmaterials erfasst. Wird beispielsweise ein sogenannter Kantenverlaufsfehler ermittelt, erkennt der optische Sensor, dass das Beschichtungsmaterial spaltfrei am Werkstück haftet, jedoch nicht die komplette Schmalfläche des Werkstücks bedeckt. Anhand der durch den Sensor erfassten Werte kann somit ein schräg verlaufendes Beschichtungsmaterial quantitativ erfasst werden. Die Angabe erfolgt durch Angabe eines bestimmten Winkels, der den Verlauf des Beschichtungsmaterial relativ zu einem idealen geradlinigen Verlauf bestimmt.
Die von den ersten Sensoren 11 aufgenommenen Daten werden an eine erste Datenaufbereitungseinheit 20 und die von den zweiten Sensoren 16 aufgenommenen Daten werden an eine zweiten Datenaufbereitungseinheit 25 übermittelt, die die Informationen aufbereiten und an die Steuereinheit 30 weiterleiten .
Die Steuereinheit 30 bewertet das Ausmaß des ermittelten Mangels und bewertet bei Überschreiten eines maximal tolerierbaren Bereichs, dass die Abweichung qualitativ nicht akzeptabel ist und daher für folgende gleichartige Bearbeitungen eine Korrektur erforderlich sein wird. Im Zuge dessen kann auch die wahrscheinlichste Ursache für den Fehler ermittelt und das Ergebnis an die Maschinensteuerung übergeben werden.
Dem Bediener der Bearbeitungsvorrichtung 10 oder 15 wird eine Fehlermeldung angezeigt, wonach das soeben produzierte Werkstück die Anforderungen an die Herstellungsqualität nicht erfüllt. Dabei wird dem Maschinenbediener ein korrigierter Prozessparameter, oder ggf. mehrere zu korrigierenden Prozessparameter, vorgeschlagen, beispielsweise eine Verringerung des Anpressdrucks der Andruckrolle. Der Bediener kann die vorgeschlagene Änderung für weitere Bearbeitungsvorgänge übernehmen, sodass der oder die geänderten Prozessparameter an die Steuerung übergeben werden. Im Zuge dessen wird der Bediener der Bearbeitungsvorrichtung aufgefordert , die vorgeschlagenen, korrigierten Prozessparameter zu bestätigen. Im Falle einer automatisierten Fertigung können die korrigierten Prozessparameter direkt an die Steuerung übergeben werden.
Es ist für den Fachmann ersichtlich, dass einzelne, jeweils in verschiedenen Ausführungsformen beschriebene Merkmale auch in einer einzigen Ausführungsform umgesetzt werden können, sofern sie nicht strukturell inkompatibel sind. Gleichermaßen können verschiedene Merkmale, die im Rahmen einer einzelnen
Ausführungsform beschrieben sind, auch in mehreren
Ausführungsformen einzeln oder in jeder geeigneten
Unterkombination vorgesehen sein.