Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts und Gargerät
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts sowie ein entsprechendes Gargerät mit einem Garraum zur Aufnahme eines Garguts, einer Heizeinrichtung zum Aufheizen des Garraums, einer zumindest ein Gebläse umfassenden Umwälzeinrichtung zur Umwälzung einer Luft im Garraum und mit einer Steuereinrichtung zur Steuerung zumindest der Umwälzeinrichtung.
Beim Garen von Gargütern unter Einsatz erzwungener Konvektion, im Zuge dessen im Garraum erwärmte Luft mittels einer Umwälzeinrichtung umgewälzt wird, kommt es gelegentlich zur ungleichen Erwärmung des Garguts, was das Garergebnis negativ beeinflussen kann. Dies ist in der Regel auf ungünstige Luftströmungsverhältnisse im Garraum zurückzuführen, wie z.B. der Ausbildung von Bereichen mit reduziertem oder ausbleibendem Luftstrom.
Aus dem Stand der Technik ist bekannt, die Drehrichtung eines Gebläses der Umwälzeinrichtung in regelmäßigen Abständen umzudrehen und so zumindest gemittelt über den gesamten Garprozess eine homogenere Temperaturverteilung zu erhalten. So schlägt beispielsweise die EP 2 426 419 A1 ein Verfahren zur Durchführung eines Garprozesses vor, bei dem der Zeitpunkt von entsprechenden Drehrichtungswechseln des Gebläses in Abhängigkeit bestimmter Konstruktionsmerkmale des Gargeräts, zum Beispiel der Anzahl der Gebläse, sowie in Abhängigkeit von Parametern des Garprozesses und/oder Parametern des Garguts eingestellt wird. Die Festlegung von Taktzeiten für die Drehrichtungswechsel der Gebläse, wie sie in der EP 2 426 419 A1 vorgeschlagen wird, reicht jedoch in der Regel nicht aus, um die Garraumatmosphäre hinreichend präzise zu beeinflussen und ein optimales Garergebnis sicherzustellen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts sowie ein entsprechendes Gargerät bereitzustellen, bei dem eine verbesserte Beeinflussung der Garraumatmosphäre möglich ist.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Bevorzugte Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche. Weitere Vorteile und Merkmale sind der allgemeinen Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen zu entnehmen.
Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Betreiben eines Gargeräts mit einem Garraum zur Aufnahme eines Garguts, einer Heizeinrichtung zum Aufheizen des Garraums, einer zumindest ein Gebläse umfassenden Umwälzeinrichtung zur Umwälzung einer Luft im Garraum und mit einer Steuereinrichtung zur Steuerung zumindest der Umwälzeinrichtung. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass mittels einer Bildaufnahmeeinrichtung zumindest ein Bild des Garguts aufgenommen wird, das zur Bestimmung zumindest eines Oberflächenzustandes oder konkreter eines Bräunungsgrades des Garguts ausgewertet wird. Insbesondere wird vorliegend als Bild jegliche Art von Datensatz verstanden, der mittels eines optischen Sensors der Bildaufnahmeeinrichtung aufgenommen wird, der Daten zu spektralen Intensitäten wie z.B. Farbwerten von einzelnen Messpunkten und/oder Messflächen aufnimmt und insbesondere für Vergleichszwecke zur Verfügung stellt. Der Oberflächenzustand wird aus diesen Intensitäten pro Pixel berechnet und kann insbesondere ein Bräunungszustand, Intensitäten der Farbwerte Rot, Gelb und Blau des sichtbaren Spektrums, oder eine Oberflächentemperatur, Intensitäten der Wärmestrahlung des Infrarotspektrums, des Gargutes darstellen. Beide Messverfahren können als Maß für die Gleichmäßigkeit des Garergebnisses dienen. Unterschiede in der Oberflächentemperatur führen infolge des Garprozesses zu Bräunungsunterschieden, sodass es sich im ersten Fall um die direkte und im zweiten Fall um eine indirekte Messung der Bräunung handelt. Als Bildaufnahmeeinheit eignen sich entsprechend insbesondere eine RGB-Kameras oder Infrarotkamera. Hierbei wird durch Vergleichen der Bräunungsgrade des Garguts an zumindest zwei voneinander beabstandeten Positionen des Garguts ein räumlicher Bräunungsverlauf ermittelt. Die Umwälzeinrichtung wird in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsverlaufs gesteuert. Eine Überwachung eines Bräunungsgrades aus RGB- oder LAB-Farbwerten eines mittels einer RGB-Kamera als Bildaufnahmeeinrichtung aufgenommenen Bildes ist zwar der naheliegende Fall für eine Umsetzung. Eine Temperaturüberwachung mit IR-Kamera ist aber eine bevorzugte Lösung, da diese früher das Problem erkennt und entgegensteuern kann. Temperaturunterschiede am Gargut führen nämlich erst nach einer gewissen Zeit zu Bräunungsunterschieden.
Durch die Überwachung des räumlichen Verlaufs der Bräunung kann auf die im Garraum vorliegende Wärmeverteilung geschlossen werden. Der räumliche Verlauf bezeichnet insbesondere die Änderung des Bräunungswertes in Abhängigkeit der örtlichen Position. Die Umwälzeinrichtung wird in Abhängigkeit der ortsaufgelösten Bräunungsverteilung des Garguts angesteuert, um durch eine gezielte Beeinflussung der Luftströmungsverhältnisse den Wärmeeintrag in das Gargut einzustellen. Auf diese Weise wird eine auf den aktuellen Garvorgang angepasste Regelung der Garraumatmosphäre ermöglicht. Dabei kann neben einer besonders gleichmäßigen Wärmeverteilung auch gezielt eine inhomogene Wärmeverteilung angestrebt
werden, so dass etwa auch Gargüter mit unterschiedlichen Garzeiten gleichzeitig gegart werden können.
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet eine äußerst zuverlässige berührungslose Ermittlung der Wärmeverteilung im Garraum anhand optischer Merkmale des Garguts. Zur Erfassung einer Bräunung bzw. eines Bräunungsverlaufs können spektrale Intensitäten wie z.B. die Farbwerte der Pixel des aufgenommenen Bildes ausgewertet werden. Als Farbwert wird insbesondere eine Koordinate einer Farbe in einem mehrdimensionalen Farbraum (z.B. RGB, CIELAB, CIEYUV, etc.) verstanden. Als Bräunung des Garguts wird insbesondere die Verfärbung des Garguts durch die während des Erwärmens stattfindende Maillard-Reaktion verstanden.
Gleichwertige Informationen können durch die Auswertung der Wärmestrahlung im Infrarotspektrum und der Ableitung des Bräunungsverlaufes aus den Oberflächentemperaturen des Garguts erhalten werden. Insbesondere Intensitäten im Wellenlängenbereich 2,5 bis 25 pm sind für die Bestimmung der Oberflächentemperatur geeignet. In speziellen Fällen kann auch die Messung von kleinen Wellenlängenbereichen z.B. um 950 nm ausreichen, um auf einen Bräunungszustand des Gargutes zu schließen, da um 950 MHz eine Wasserabsorptionsbande liegt. Über eine Messung dieser Intensität kann auf den Wassergehalt an der Oberfläche des Gargutes geschlossen werden. Erst wenn das Wasser ausreichend verdampft ist, können Oberflächentemperaturen höher als 100 °C erreicht werden und Bräunungseffekte auftreten.
Da das von der Bildaufnahmeeinrichtung aufgenommene Bild ausreichend Messdaten liefert, um einen räumlichen Bräunungsverlauf zu ermitteln, kann auf die Verwendung von Messsystemen mit einer Vielzahl von Messsonden, beispielsweise Temperatursensoren, zur Messung der Wärmeverteilung verzichtet werden, Insbesondere bei Gargeräten, die bereits über eine Bildaufnahmeeinrichtung, z. B. in Form einer in den Garraum gerichteten Kamera, ausgestattet sind, kann das erfindungsgemäße Verfahren kostengünstig implementiert bzw. nachgerüstet werden, etwa durch ein einfaches Softwareupdate. Bevorzugt weist das Gargerät und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung eine Auswerteeinrichtung auf, mit der das von dem Gargut aufgenommene Bild zur Ermittlung eines räumlichen Bräunungsverlaufs ausgewertet wird. Das Aufnehmen des Bildes und die Ermittlung des räumlichen Bräunungsverlaufs kann periodisch oder in unregelmäßig definierten Zeitabständen wiederholt werden. Bevorzugt wird die Bräunung des Garguts über den gesamten Garprozess überwacht. Für Vergleichszwecke können (Bild-)Datensätze oder daraus errechnete Zwischenwerte zwischengespeichert werden.
Der Zusammenhang zwischen dem erfassten Bräunungsverlauf des Garguts und einer auf das gewünschte Garergebnis hin optimierten Einstellung der Umwälzeinrichtung kann beispielsweise in Abhängigkeit der Art und/oder der Zusammensetzung des zu garenden Garguts empirisch ermittelt und in dem Gargerät insbesondere werkseitig hinterlegt werden. Vorzugsweise werden eine Art und/oder eine Zusammensetzung des zu garenden Garguts bestimmt und bei dem Verfahren berücksichtigt. Beispielsweise können diese Informationen von Benutzern des Gargeräts eingegeben werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Gargut insbesondere mittels eines aufgenommenen Bildes automatisch erkannt und charakterisiert werden.
Im Sinne dieser Erfindung kommen als Gargeräte insbesondere Herde, Backöfen, Backofen- Kombigeräte mit Dampfgar- und/oder Mikrowellenfunktion sowie Backöfen mit Hochfrequenztechnik in Betracht.
Vorzugsweise umfasst die Heizeinrichtung zumindest eine Unterhitze, eine Oberhitze, eine Grillbeheizung und/oder einen um das zumindest eine Gebläse herum angeordneten Ringheizkörper als thermische Heizquelle. Bevorzugt umfasst das Gargerät ferner einen Dampferzeuger.
Das Steuern der Umwälzeinrichtung kann unter anderem folgendes umfassen: An- bzw. Ausschalten der Umwälzeinrichtung, Einstellen einer Fördergeschwindigkeit zumindest eines Gebläses der Umwälzeinrichtung (beispielsweise durch Einstellen der Drehzahl und/oder Einstellen eines Anstellwinkels der Rotorblätter des Gebläses), Einstellen einer Förderrichtung zumindest eines Gebläses der Umwälzeinrichtung (beispielsweise durch Einstellung der Drehrichtung des Gebläses und/oder Verstellung von im Luftstrom des Gebläses angeordneten Leitklappen).
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird im Falle, dass das Gargut mehrere separate Gargutbestandteile aufweist, der Bräunungsverlauf für jeden einzelnen Gargutbestandteil ermittelt und bei der Steuerung der Umwälzeinrichtung berücksichtigt. Auf diese Weise kann die auf die jeweiligen Gargutbestandteile einwirkende Wärmeverteilung im Garraum noch präziser erfasst und zur optimalen Regelung der Umwälzeinrichtung verwendet werden. Beispielsweise können mithilfe eines Algorithmus zur Bilderkennung separate Gargutbestandteile erkannt und als eigenständiges Bildsegment klassifiziert werden, in dem ein der räumliche Bräunungsverlauf durch Vergleichen der Bräunungsgrade des Gargutbestandteils an zumindest zwei voneinander beabstandeten Positionen des Gargutbestandteils ermittelt wird.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Heizeinrichtung in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsverlaufs gesteuert. Auf diese Weise kann die Wärmeverteilung nicht nur durch Beeinflussung des Luftstroms, sondern auch durch die Beeinflussung der in den Garraum abgegebenen Wärmeleistung beeinflusst werden. Bevorzugt weist die Heizeinrichtung zumindest eine Heizquelle mit einzeln ansteuerbaren Segmenten auf, die unterschiedliche Bereiche des Garraumes aufheizen können. Vorzugsweise umfasst die Heizeinrichtung eine um das Gebläse herum angeordnete Heizelementanordnung mit zumindest zwei Heizelementen, die in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsverlaufs separat gesteuert werden. Dadurch ist ein richtungsabhängiges Aufheizen insbesondere des Luftstromes möglich, wodurch die Wärmeverteilung im Garraum noch besser und präziser gesteuert werden kann. Wird beispielsweise in einem Bereich des Garraums eine unvorteilhafte Wärmeverteilung durch einen bestimmten Bräunungsverlauf indiziert, kann ein der in diesen Bereich vordringende Luftstrom durch Regeln eines entsprechenden Heizelements gezielt beeinflusst werden. Die um das Gebläse herum angeordnete Heizelementanordnung kann etwa als Ringheizkörper mit einzeln ansteuerbaren Segmenten ausgebildet sein.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird eine Fördergeschwindigkeit des Gebläses angepasst, wenn der ermittelte Bräunungsverlauf entlang einer ersten Richtung senkrecht zu einer Wandung des Garraums, insbesondere zu einer Rückwandung des Garraums, an und/oder hinter der das Gebläse angeordnet ist, von einem gewünschten Bräunungsverlauf bzw. Soll-Bräunungsverlauf in dieser Richtung abweicht. Auf diese Weise kann eine Wärmeverteilung entlang dieser ersten Richtung, die bei herkömmlichen Haushaltsgeräten, bei denen die Umwälzeinrichtung an der Rückwandung des Garraums angeordnet ist, der Einschubrichtung für die Gargutträger entspricht, besonders präzise eingestellt werden. Wenn beispielsweise der ermittelte Bräunungsverlauf darauf hindeutet, dass in einem von dem Gebläse weiter entfernten Bereich gegenüber einem näher liegenden Bereich zu wenig Wärme vorhanden ist, kann durch Erhöhung der Fördergeschwindigkeit der Luftstrom derart angepasst werden, dass die Strömung im fernliegenden Bereich zunimmt und dort folglich mehr Wärme abgegeben kann. Bevorzugt wird die Fördergeschwindigkeit durch Einstellen der Drehzahl und/oder durch Einstellen eines Anstellwinkels der Rotorblätter des Gebläses reguliert.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird eine Förderrichtung des Gebläses angepasst, wenn der ermittelte Bräunungsverlauf entlang einer zweiten Richtung parallel zu der Wandung des Garraums, insbesondere zu der Rückwandung des Garraums, an und/oder hinter der das Gebläse angeordnet ist, von einem gewünschten Bräunungsverlauf
bzw. Soll-Bräunungsverlauf in dieser zweiten Richtung abweicht. Auf diese Weise kann eine Wärmeverteilung entlang dieser insbesondere vertikal oder horizontal verlaufenden zweiten Richtung besonders präzise eingestellt werden. Beispielsweise kann die Förderrichtung derart eingestellt werden, dass die Luftströmung in einem Bereich des Garraums, in dem zuvor zu wenig Wärme vorhanden war, zunimmt und infolgedessen dort mehr Wärme abgegeben wird. Bevorzugt wird die Förderrichtung des Gebläses durch Einstellung der Drehrichtung des Gebläses und/oder durch Verstellung von im Luftstrom des Gebläses angeordneten Leitklappen reguliert.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der Garraum in zumindest zwei nicht überlappende, insbesondere im Wesentlichen gleich große, Überwachungszonen aufgeteilt, wobei der Bräunungsverlauf anhand eines Vergleichs der Bräunungsgrade der Überwachungszonen ermittelt wird. Insbesondere umfassen die Überwachungszonen jeweils eine Vielzahl an Bildpixeln. Auf diese Weise kann die Bildauswertung und die darauf basierende Regelung der Umwälzeinrichtung erheblich vereinfacht werden. Vorzugsweise werden die Überwachungszonen derart aufgeteilt, dass zumindest zwei der Überwachungszonen in der ersten Richtung senkrecht zu der Wandung des Garraums, an und/oder hinter der das Gebläse angeordnet ist, und/oder in der zweiten Richtung parallel zu der Wandung des Garraums, an und/oder hinter der das Gebläse angeordnet ist, nebeneinander angeordnet sind. Beispielsweise kann der Garraum aus einer Perspektive von oben gesehen und/oder aus der Perspektive der Bildaufnahmeeinrichtung gesehen in vier als Überwachungszonen dienende Quadranten aufgeteilt werden. Bevorzugt wird ein Bräunungsgrad jeder Überwachungszone durch Errechnung eines Tendenzwerts, insbesondere eines Mittelwerts, aus den Farbwerten des Bildes ermittelt, so dass zur Berechnung des Bräunungsverlaufs lediglich ein skalarer Wert pro Überwachungszone ausgewertet werden muss.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird die Größe zumindest einer Öffnung eines vor dem Gebläse angeordneten Luftleitblechs des Gargeräts in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsverlaufs mittels eines von der Steuereinrichtung ansteuerbaren Verstellelements verändert. Auf diese Weise ist eine besonders präzise Veränderung der Luftströmungsverhältnisse möglich, durch die die Wärmeverteilung im Garraum effektiv geregelt werden kann. Bei der Öffnung des Luftleitblechs kann es sich um Öffnungen innerhalb des Luftleitbleches oder um eine oder mehrere von dem Luftleitblech und einer Wandung des Garraums begrenzten Öffnungen handeln.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Umwälzeinrichtung mehrere Gebläse auf, die in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsgrades gemeinsam, einzeln oder in Gruppen angesteuert werden.
Bevorzugt weist die Umwälzeinrichtung mehrere Gebläse auf, die einzeln, gemeinsam oder in Gruppen in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsgrades angesteuert werden.
Das erfindungsgemäße Gargerät weist einen Garraum zur Aufnahme eines Garguts, eine Heizeinrichtung zum Aufheizen des Garraums, eine zumindest ein Gebläse umfassende Umwälzeinrichtung zur Umwälzung einer Luft im Garraum und eine Steuereinrichtung zur Steuerung zumindest der Umwälzeinrichtung auf. Das erfindungsgemäße Gargerät zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Bildaufnahmeeinrichtung aufweist und dazu geeignet und ausgebildet ist, insbesondere über die Steuereinrichtung dazu konfiguriert ist, das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 durchzuführen.
Aus dem erfindungsgemäßen Gargerät ergeben sich die gleichen Vorteile wie die des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorstehend erläuterten Ausgestaltungen der Erfindung jeweils für sich oder in einer beliebigen technisch sinnvollen Kombination auch untereinander jeweils mit dem Gegenstand eines der unabhängigen Ansprüche kombinierbar sind.
Abwandlungen und Ausgestaltungen der Erfindung sowie weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung lassen sich der nachfolgenden gegenständlichen Beschreibung und den Zeichnungen entnehmen. In den schematischen Figuren zeigen:
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Gargerät;
Fig. 2 stark vereinfacht einen Garraum mit Gebläse in einer Ansicht von oben;
Fig. 3 den Gegenstand gemäß Fig. 2 im Betrieb zur Beeinflussung der Wärmeverteilung in einer Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 4 den Garraum gemäß Fig. 2 im Betrieb zur Beeinflussung der Wärmeverteilung in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
Gleich oder ähnlich wirkende Teile sind - sofern dienlich - mit identischen Bezugsziffern versehen.
Einzelne technische Merkmale der nachbeschriebenen Ausführungsbeispiele können auch in Kombination mit vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen sowie den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche und etwaiger weiterer Ansprüche zu erfindungsgemäßen Gegenständen kombiniert werden.
Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Gargerät 2 mit einem Garraum 4 zur Aufnahme eines Garguts 6, einer Heizeinrichtung zum Aufheizen des Garraums 4, einer zumindest ein Gebläse 8 umfassenden Umwälzeinrichtung zur Umwälzung einer Luft im Garraum 4. In der vorliegenden Ausführungsform umfasst die Heizeinrichtung einen Oberhitze-Heizkörper 12, einen Unterhitze-Heizkörper 10 unterhalb des Garraumbodens und eine um das Gebläse 8 herum angeordnete - hier nicht dargestellte - Ringheizung. Eine Steuereinrichtung 14 dient unter anderem zur Steuerung der Heizeinrichtung und der Umwälzeinrichtung. Das Gargerät 2 ist ferner mit einer Bildaufnahmeeinrichtung 16 in Form einer Kamera ausgestattet, die außerhalb einer Isolierung des Garraums 4 angeordnet ist und durch ein transparentes Fenster Bilder des Garguts 6 aufnehmen kann. In dieser Ausführungsform dient die Steuereinrichtung 14 zudem als Auswerteeinrichtung, die konfiguriert ist, das vom Gargut 6 aufgenommene Bild zur Bestimmung zumindest eines Bräunungsgrades des Garguts 6 auszuwerten, dabei durch Vergleichen der Bräunungsgrade des Garguts 6 an zumindest zwei voneinander beabstande- ten Positionen des Garguts 6 einen räumlichen Bräunungsverlauf zu ermitteln und zumindest die Umwälzeinrichtung in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsverlaufs zu steuern.
Das Gebläse 8 ist hinter einem im Wesentlichen parallel zu einer Rückwandung des Garraums 4 angeordnetem Luftleitblech 18 angeordnet. Dieses weist zumindest eine Öffnung 20 auf, deren Größe in Abhängigkeit des ermittelten Bräunungsverlaufs mittels eines von der Steuereinrichtung 14 ansteuerbaren Verstellelements verändert werden kann, um die Luftströmungsverhältnisse im Garraum 4 zu beeinflussen. Beispielsweise kann die Öffnung 20 auf diese Weise verschlossen werden.
Figuren 2 bis 4 zeigen schematisch und stark vereinfacht einen Garraum 4 in einer Ansicht von oben, der in vier Überwachungszonen 4a, 4b, 4c, 4d bzw. Quadranten aufgeteilt ist, wobei im Garraum 4 befindliche Luft mittels eines Gebläses 8 einer Umwälzeinrichtung umgewälzt wird. Das in der Regel an und/oder hinter einer Rückwandung 22 des Garraums 4 angeordnete Gebläse 8 ist ausschließlich zur besseren Übersichtlichkeit außerhalb des Garraums 4 dargestellt. Die Rotationsachse des Gebläses 8 ist in den Ausführungsbeispielen der
Figuren 2 bis 4 parallel zu einer ersten Richtung R1 ausgerichtet und lediglich zur besseren Veranschaulichung senkrecht zur Figurenebene dargestellt. Die Überwachungszonen 4a, 4b, 4c, 4d sind derart aufgeteilt, dass je zwei Überwachungszonen 4a, 4b; 4c, 4d in der der senkrecht zur Rückwandung 22 verlaufenden ersten Richtung R1 und je zwei Überwachungszonen 4a, 4c; 4b, 4d in einer parallel zur Rückwandung 22 verlaufenden zweiten Richtung R2 nebeneinander angeordnet sind.
In Fig. 3 wird die Beeinflussung der Wärmeverteilung (dargestellt als grauer Farbverlauf) durch den Betrieb des Gebläses 8 in der ersten Richtung R1 veranschaulicht. Die erste Richtung R1 entspricht hierbei insbesondere einer Einschubrichtung für Gargutträger. Fig. 3 a) zeigt den Betrieb des Gebläses 8 mit einer ersten Fördergeschwindigkeit v1 , wobei in diesem Fall in den näher am Gebläse 8 angeordneten Überwachungsbereichen 4a, 4b mehr Wärme vorhanden ist als in den entfernt angeordneten Überwachungsbereichen 4c, 4d. Durch Einstellen einer höheren zweiten Fördergeschwindigkeit v2 des Gebläses, beispielsweise durch Erhöhen der Drehzahl des Gebläses 8, werden die Luftströmungsverhältnisse derart verändert, dass in den entfernt angeordneten Überwachungsbereichen 4c, 4d mehr Wärme vorhanden ist als in den näher am Gebläse 8 angeordneten Überwachungsbereichen 4a, 4b (vgl. Fig. 3 b)). Wird das Gebläse 8 während eines Garprozesses mal mit der ersten Fördergeschwindigkeit v1 , mal mit der zweiten Fördergeschwindigkeit v2 betrieben, kann im Ergebnis eine homogene Wärmeverteilung erreicht werden (vgl. Fig. 3 c)).
In Fig. 4 wird die Beeinflussung der Wärmeverteilung (dargestellt als grauer Farbverlauf) durch den Betrieb des Gebläses 8 in der zweiten Richtung R2 veranschaulicht. Die zweite Richtung R2 entspricht hierbei insbesondere einer Horizontalrichtung. Fig. 4 a) zeigt den Betrieb des Gebläses 8 mit einer ersten Förderrichtung r1 , wobei in diesem Fall in den links vom Gebläse 8 angeordneten Überwachungsbereichen 4a, 4c mehr Wärme vorhanden ist als in den rechts vom Gebläse 8 angeordneten Überwachungsbereichen 4b, 4d. Fig. 4 b) zeigt, dass durch Einstellen einer umgekehrten zweiten Förderrichtung r2 des Gebläses, beispielsweise durch Umdrehen der Drehrichtung des Gebläses 8, die Luftströmungsverhältnisse derart verändert werden, dass in den rechts vom Gebläse 8 angeordneten Überwachungsbereichen 4b, 4d mehr Wärme vorhanden ist als in den links vom Gebläse 8 angeordneten Überwachungsbereichen 4a, 4c. Wie in Fig. 4 c) gezeigt, kann im Ergebnis eine homogene Wärmeverteilung erreicht werden, wenn das Gebläse 8 während eines Garprozesses mal mit der ersten Förderrichtung r1 , mal mit der zweiten Förderrichtung r2 betrieben wird.