Feldgerät, Erweiterungsmodul und Verfahren zum Betreiben
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Feldgerät gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, ein Erweiterungsmodul gemäß Patentanspruch 10 sowie ein Verfahren zum Betreiben der vorgenannten Geräte gemäß Patentanspruch 11.
Bekannte Feldgeräte der Automatisierungstechnik, insbesondere der Prozessautomatisierung oder auch der Fabrik- und/oder Logistikautomatisierung werden mit unterschiedlichen Funktechnologien ausgestattet und betrieben.
Unter dem Begriff Automatisierungstechnik wird ein Teilgebiet der Technik verstanden, welches alle Maßnahmen zum Betrieb von Maschinen und Anlagen ohne Mitwirkung des Menschen beinhaltet. Ein Ziel der damit zusammenhängenden Prozessautomatisierung ist es, das Zusammenspiel einzelner Komponenten einer Werksanlage in den Bereichen Chemie, Lebensmittel, Pharma, Erdöl, Papier, Zement, Schifffahrt oder Bergbau zu automatisieren. Hierzu können eine Vielzahl an Sensoren eingesetzt werden, welche insbesondere an die spezifischen Anforderungen der Prozessindustrie, wie bspw. mechanische Stabilität, Unempfindlichkeit gegenüber Verschmutzung, extremen Temperaturen und extremen Drücken, angepasst sind. Messwerte dieser Sensoren werden üblicherweise an eine Leitwarte übermittelt, in welcher Prozessparameter wie Füllstand, Grenzstand, Durchfluss, Druck oder Dichte überwacht und Einstellungen für die gesamte Werksanlage manuell oder automatisiert verändert werden können.
Ein Teilgebiet der Automatisierungstechnik betrifft die Logistikautomation. Mit Hilfe von Distanz- und Winkelsensoren werden im Bereich der Logistikautomation Abläufe innerhalb eines Gebäudes oder innerhalb einer einzelnen Logistikanlage automatisiert. Typische Anwendungen finden z.B. Systeme zur Logistikautomation im Bereich der Gepäck- und Frachtabfertigung an Flughäfen, im Bereich der Verkehrsüberwachung (Mautsysteme), im Handel, der Paketdistribution oder aber auch im Bereich der Gebäudesicherung (Zutrittskontrolle). Gemein ist den zuvor aufgezählten Beispielen, dass eine Präsenzerkennung in Kombination mit einer genauen Vermessung der Größe und der Lage eines Objektes von der jeweiligen Anwendungsseite gefordert wird. Hierfür können Sensoren auf Basis optischer
Messverfahren mittels Laser, LED, 2D-Kameras oder 3D-Kameras, die nach dem Laufzeitprinzip (time of flight, ToF) Abstände erfassen, verwendet werden.
Ein weiteres Teilgebiet der Automatisierungstechnik betrifft die Fabrik-/Fertigungs- automation. Anwendungsfälle hierzu finden sich in den unterschiedlichsten Branchen wie Automobilherstellung, Nahrungsmittelherstellung, Pharmaindustrie oder allgemein im Bereich der Verpackung. Ziel der Fabrikautomation ist, die Herstellung von Gütern durch Maschinen, Fertigungslinien und/oder Roboter zu automatisieren, d. h. ohne Mitwirkung des Menschen ablaufen zu lassen. Die hierbei verwendeten Sensoren und spezifischen Anforderungen im Hinblick auf die Messgenauigkeit bei der Erfassung der Lage und Größe eines Objektes sind mit denen der im vorigen Beispiel der Logistikautomation vergleichbar. Üblicherweise werden daher auch im Bereich der Fabrikautomation im großen Stil Sensoren auf Basis optischer Messverfahren eingesetzt.
Sowohl im Bereich der Logistikautomation, als auch im Bereich der Fabrikautomation und der Sicherheitstechnik dominieren bislang optische Sensoren. Diese sind schnell (schnelle Befüllvorgänge mit > = 10 Messungen / Sekunde) und preisgünstig und können die Lage und/oder den Abstand zu einem Objekt aufgrund der relativ einfach fokussierbaren optischen Strahlung, welche der Messung zu Grunde liegt, zuverlässig ermitteln.
In der Prozessautomatisierungstechnik werden vielfach Feldgeräte eingesetzt, die zur Erfassung und/oder Beeinflussung von Prozessvariablen dienen. Beispiele für derartige Feldgeräte sind Füllstandmessgeräte, Grenzstandmessgeräte und Druckmessgeräte mit Sensoren, die die entsprechenden Prozessvariablen Füllstand, Grenzstand oder Druck erfassen. Häufig sind solche Feldgeräte mit übergeordneten Einheiten, z. B. Leitsystemen oder Steuereinheiten, verbunden. Diese übergeordneten Einheiten dienen zur Prozesssteuerung, Prozessvisualisierung und/oder Prozessüberwachung.
Unter dem Begriff Feldgerät werden dabei verschiedene technische Einrichtungen subsummiert, die mit einem Produktionsprozess in direkter Beziehung stehen. „Feld" bezeichnet dabei den Bereich außerhalb von Leitwarten. Feldgeräte können damit insbesondere Aktoren, Sensoren und Messumformer sein.
Weit verbreitet sind insbesondere drahtgebunden betriebene Automatisierungsgeräte, welche anlassbezogen über eine Nahfeldschnittstelle (Bluetooth, Zigbee oder andere) drahtlos mit einem tragbaren Bediengerät, beispielsweise einem Smartphone, verbunden werden können. Hierdurch lassen sich insbesondere Abläufe während der Inbetriebnahme oder Instandhaltung der Geräte vereinfachen. Darüber hinaus existiert im Stand der Technik eine Vielzahl an Automatisierungsgeräten, welche eine Drahtlosschnittstelle zur kontinuierlichen Übertragung von Messwerten oder Steuersignalen an eine zweite Automatisierungskomponente verwenden. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, Funktechnologien zu verwenden, welche mit möglichst wenig Energie bei gleichzeitig hoher Reichweite betrieben werden können. Auf Basis solcher Technologien wird es möglich, Drahtloskommunikationssysteme in Automatisierungsgeräten einzusetzen, welche eine limitierte Menge an Energie aus ihrem jeweiligen Bussystem beziehen können.
Auf Basis energiesparender Funkkommunikationstechnologien werden neuerdings auch autarke Systeme möglich, welche ihren Energiebedarf weitgehend oder vollumfänglich aus einem im Gerät integrierten Energiespeicher, beispielsweise einer Batterie, abdecken. Solche Systeme sind dadurch gekennzeichnet, dass sie oftmals in mobilen Applikationen, beispielsweise in Form von Sensoren in Logistikanwendungen, verwendet werden, und somit in bestimmten zeitlichen Abständen ihren jeweiligen Betriebsort verändern.
Die vorliegende Anmeldung bezieht sich ferner auf autarke Messanordnungen, insbesondere autarke Füllstand- oder Grenzstandsensoren. Die autarken Füllstandoder Grenzstandsensoren sind vorzugsweise als Radarsensoren ausgebildet und weisen - um die Autarkie der Sensoren sicher zu stellen - neben einem Messaufnehmer zur Erfassung von Messdaten eine Übermittlungseinrichtung zur, vorzugsweise drahtlosen, Übermittlung erfasster Messdaten oder Messwerte und eine eigene Energieversorgung auf. Die Übermittlungseinrichtung kann bevorzugt ein Funkmodul für eine Schmalbandfunktechnologie (LoRa, Sigfox, LTE-M, NB-IOT) sein, das die Messdaten oder Messwerte in eine Cloud, d.h. auf einen Server im World Wide Web überträgt. Die Energieversorgung ist vorzugsweise als Batterie oder Akkumulator ausgebildet und kann zusätzlich ein Energy-Harvesting-Modul umfassen.
Typische Anwendungsszenarien für solche Feldgeräte umfassen insbesondere Lagerbestandsverwaltung oder Messaufgaben an mobilen Behältnissen.
Bekannte Feldgeräte der vorgenannten Art ermöglichen es bisher, Messwerte zu übermitteln, sodass eine übergeordnete Einheit basierend auf dem ermittelten Messwert eine vorbestimmte Aktion auslöst. Bspw. kann basierend auf dem Messwert eines Füllstandmessgerätes bei Überschreiten eines Grenzwertes ein Zulauf geschlossen, oder ein Ablauf geöffnet werden.
Autarke Feldgeräte zeichnen sich durch eine besonders einfache Montage ohne Anbringen einer Kommunikations- oder Versorgungsleitung aus und eröffnen dadurch besonders flexible Möglichkeiten zur Anordnung, d.h. insbesondere deren Anbringung in der Prozessumgebung. Ein autarkes Feldgerät gemäß der vorliegenden Anmeldung weist bevorzugt wenigstens einen Sensor zur Erfassung einer Prozessgröße sowie eine Sensorelektronik, ein Funkmodul sowie eine Energieversorgung auf.
Die von diesen Feldgeräten ermittelten Messwerte werden typischerweise unter Verwendung einer Schmalbandfunktechnologie (LoRa, Sigfox, NB-IOT) in eine Cloud, d.h. auf einen Server im World Wide Web übertragen. Typische Anwendungsszenarien für solche Feldgeräte umfassen Bereiche wie die Hochwasservorhersage, Lagerbestandsverwaltung oder auch andere dezentral verteilte Messaufgabe.
Darüber hinaus existieren vorrangig für drahtgebunden betriebene Automatisierungsgeräte entworfene Erweiterungsmodule, welche in speziell dafür vorgesehene Erweiterungsschnittstellen der Geräte eingesetzt werden, um diese mit Drahtloskommunikationsmöglichkeiten zu erweitern. Es kann vorgesehen sein, dass diese Erweiterungsmodule mehrere Drahtloskommunikationstechnologien beinhalten. Weiterhin kann vorgesehen sein, solche Erweiterungsmodule nur temporär, beispielsweise im Rahmen einer Revision, in Verbindung mit einem Gerät zu betreiben, und anschließend in ein anderes Automatisierungsgerät einzubauen. Hierdurch ändert sich auch für solche Erweiterungsmodule der Betriebsort, auch wenn diese temporär drahtgebunden mit einem Automatisierungsgerät, beispielsweise einem Sensor, betrieben werden.
Drahtloskommunikationseinrichtungen für Automatisierungsgeräte gewinnen seit einigen Jahren stark an Bedeutung. In den ersten Jahren wurden entsprechend ausgestatte und mit hinreichend Energie versorgte Geräte vorrangig zur Übermittlung von Messwerten über eine GSM-Mobilfunkverbindung genutzt. Neuere Ansätze verfolgen eher das Ziel, Sensoren über eine Nahfeldschnittstelle (z.B. Bluetooth) zur vereinfachten Bedienung mit einem tragbaren Gerät, beispielsweise einem Smartphone, zu verbinden. Ganz neue Verfahren aus der Klasse der Schmalbandfunktechnologien (z.B. LoRa, Sigfox, NB-IoT, CAT-M) ermöglichen seit kurzer Zeit die Übertragung von Messwerten über große Entfernungen hin zu einer Basisstation mit einem Minimum an Energie, wodurch vollständig autark betriebene Sensoren erst möglich werden.
Als besonderes Problem erweist sich beim Entwurf von drahtlos kommunizierenden Geräten für mobile Anwendungen die Selektion eines geeigneten Funkstandards. Wird ein mobiles Gerät beispielsweise mit der Sigfox Technologie ausgeführt, so kann an einem ersten Ort eine entsprechende Konnektivität durch das Vorhandensein einer Sigfox Basisstation im Umkreis des Gerätes vorhanden sein. Wird das Gerät nach einer gewissen Zeit beispielsweise in Verbindung mit einem transportablen Behälter an einen anderen Ort verbracht, in dessen Umgebung keine Sigfox Basisstation vorhanden ist, so scheitert die Übertragung von Messwerten regelmäßig.
Recht ähnlich sind die entsprechenden Zusammenhänge bei den von den Mobilfunkanbietern sukzessive ausgebauten Schmalbandfunktechnologien NB-IoT und CAT-M. In Abhängigkeit vom jeweiligen Mobilfunkprovider existieren Regionen, in welchen eine Konnektivität ausschließlich über NB-IoT vorhanden ist, und andere Regionen, in welchen zugehörige Netze ausschließlich im Bereich der CAT-M Technologie vorhanden sind.
Im Stand der Technik sind Sensoren bekannt, welche mehrere Funktechnologien beinhalten, beispielsweise NB-IoT und CAT-M. Bekannte Lösungen sehen vor, bei der Erstinbetriebnahme zunächst eine Konnektivität unter Verwendung eines ersten Standards zu realisieren. Scheitert dies, so wird in einem zweiten Schritt versucht, eine Konnektivität unter Verwendung des zweiten Standards zu realisieren. Sobald auf einer der vorhandenen Funktechnologien eine Konnektivität realisiert werden kann, wird dieser Funkstandard fortan als aktiver Funkstandard festgelegt,
und auch bei einem Wegfall der entsprechenden Netz Verfügbarkeit nicht wieder verworfen. Stattdessen wird fortlaufend durch Scannen zugehöriger Netzkanäle und Frequenzen versucht, eine Konnektivität nach dem bislang verwendeten Funkstandard zu realisieren. Hierdurch kann massiv Energie verbraucht werden.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Feldgerät und ein Erweiterungsmodul für ein Feldgerät zur Verfügung zu stellen, das die Probleme des Stands der Technik nicht aufweist. Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Feldgeräts sowie eines solchen Erweiterungsmoduls anzugeben.
Ein erfindungsgemäßes Feldgerät mit wenigstens zwei unterschiedlichen Funk- Kommunikationseinrichtungen für unterschiedliche Funk-Netze und/oder Protokolle und/oder wenigstens einer Funk-Kommunikationseinrichtung mit wenigstens zwei unterschiedlichen Betriebsmodi und mit einer Steuereinrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass das Feldgerät eine Positionsermittlungseinrichtung aufweist, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, abhängig von einer ermittelten Position eine der Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder einen Betriebsmodus der Funk-Kommunikationseinrichtung zu aktivieren.
Es ist damit möglich, eine Position, vorzugsweise eine geographische Position, oder ein die Position des Feldgeräts indizierendes Positionssignal zu ermitteln und die Funk-Kommunikationseinrichtung abhängig von der Position bzw. von dem Positionssignal und einer Verfügbarkeit und/oder Qualität eines entsprechenden Funk- Kommunikationsnetzes an der Position des Feldgeräts zu aktivieren. Auf diese Weise ist es möglich, unnötige Verbindungsversuche zu vermeiden und positionsabhängig das jeweils optimale Funk-Kommunikationsnetz auszuwählen.
Welches Funk-Kommunikationsnetz und damit welche Funk-Kommunikationseinrichtung als optimal anzusehen ist, kann je nach Anwendungsfall bspw. abhängig sein von einer Bandbreite, einer Übertragungsgeschwindigkeit, einer Zuverlässigkeit, einem Energieverbrauch oder einer bloßen Verfügbarkeit eines Funk-Kommunikationsnetzes oder einer Kombination aus den vorgenannten und ggf. anderen Kriterien.
Die Positionsermittlung kann dabei unmittelbar oder mittelbar erfolgen. Das heißt, dass eine Positionsermittlung unmittelbar in dem Feldgerät erfolgen oder mittelbar über ein verfügbares Funk-Kommunikationsnetz und bspw. einen über dieses kontaktierten Dienst kann. Für eine mittelbare Positionsermittlung wird das oder werden die eine Position des Feldgeräts indizierenden Positionssignale an den Dienst, der bspw. auf einem Server im Internet läuft, übermittelt. Dieser bestimmt die Position und überträgt diese an das Feldgerät zurück. Zusätzlich oder alternativ kann der Dienst die Verfügbarkeit von Funk-Kommunikationsnetzen ermitteln und an das Feldgerät übertragen, sodass dieses eine möglicherweise besser geeignete Funk-Kommunikationseinrichtung für die weitere Kommunikation auswählen kann.
Bei dem Feldgerät handelt es sich insbesondere um ein mobiles Feldgerät, d.h. insbesondere nicht ortsgebunden installierte oder betriebene Feldgeräte. Mobile Feldgeräte im Sinne der vorliegenden Anmeldung sind Feldgeräte, die entweder mobil an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden, oder Feldgeräte, die an mobilen Trägern, bspw. mobilen Behältern angebracht sind. Mobile Behälter sind bspw. sogenannte IBCs (Intermediate Bulk Container) oder andere transportable Behälter wie bspw. LKW-montierte Silos und dergleichen. Als transportabel im Sinne der vorliegenden Anmeldung gelten mittels üblicher Mittel wie bspw. Flurförderfahrzeugen, LKW und der gleichen transportierbare Behälter.
Es ist ein Hauptaspekt der vorliegenden Erfindung, ein Feldgerät oder ein Erweiterungsmodul derart auszuführen, dass diese / dieses eingerichtet ist, in Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebsort zielgerichtet eine von zumindest zwei integrierten Drahtloskommunikationseinrichtungen zu aktivieren, um über diese Daten mit einem externen Kommunikationsgerät auszutauschen. Es ist darüber hinaus ein Aspekt der vorliegenden Erfindung, ein Feldgerät derart auszuführen, dass dieses eingerichtet ist, die am jeweiligen Ort verwendbare Drahtloskommunikationstechnologie selbständig zu ermitteln, und in einem integrierten Speicher zusammen mit der jeweiligen Ortsinformation zu hinterlegen. Darüber hinaus kann als Aspekt angesehen werden, nach erfolgter Positionsbestimmung die hinterlegten Ortsinformationen nach der aktuellen Position zu durchsuchen, die zur aktuellen Position passende Kommunikationstechnologie zu ermitteln und die zugehörige Funk-Kommunikationseinrichtung zu aktivieren, um hierüber Daten mit einem Kommunikationspartner auszutauschen. Hierdurch kann Energie gespart und das Laufzeitverhalten und/oder die Lebensdauer von Geräten stark erhöht werden.
Die Kombination der Informationen aus der Verfügbarkeit der verschiedenen Funk- Netze und der Position sowie ggf. weiterer Informationen wird nachfolgend auch als Netzverfügbarke its karte oder Netzabdeckungskarte bezeichnet. Diese Begriff- lichkeit bedeutet aber nicht, dass es sich dabei um eine vollständige und bildliche Karte handelt, sondern lediglich, dass die vorgenannten Informationen zur Verfügbarkeit der Funknetze mit Informationen zur Position verknüpft sind. Unter den vorgenannten Begriffen soll jedwede tabellarische oder anderweitig geeignet strukturierte und durchsuchbare Verknüpfung der Informationen verstanden werden.
Die die Positionsermittlungseinrichtung kann bspw. als satellitengestützte Positionsermittlungseinrichtung ausgebildet sein. Durch eine derartige Ausgestaltung der Positionsermittlungseinrichtung kann in der Regel weltweit eine absolute geographische Position ermittelt und für die Auswahl der Funk-Kommunikationseinrichtung verwendet werden. Beispielhaft seien an dieser Stelle GPS, GLONASS und GALILEO als mögliche Positionsermittlungseinrichtungen benannt.
Zusätzlich oder alternativ kann die Positionsermittlungseinrichtung geeignet ausgebildet sein, Positionsdaten, welche von einem Drahtlosnetzwerk zur Verfügung gestellt werden, auszuwerten. Solche Daten können bspw. die Verfügbarkeit und Lokalisierung von WLAN-Signale in einer individuellen standortabhängigen Kombination sein. Diese Signale stammen von kommerziellen Hotspots, Firmennetzwerken oder von privaten Heimnetzwerken. Die Kenntnis über den Standort dieser Netzwerke (Router) erlaubt so die Berechnung des Standortes. Auf diese Weise kann eine Positionsbestimmung auch an Orten stattfinden, an denen Satellitensignale nicht verfügbar sind, z.B. in Gebäuden.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung kann auch die Kenntnis über das Vorhandensein eines bestimmten Netzwerkes (Router), welches eineindeutig über bekannte Kenngrößen, beispielsweise eine vom Netzwerk periodisch ausgesendete Kennung (MAC-Adresse oder ID des Netzwerkes), als Positionsdatum verstanden werden. So kann insbesondere vorgesehen sein, dass die Positionsermittlungseinrichtung alternativ oder ergänzend zu einer absoluten geographischen Position eine relative Position zu einem charakteristischen Ort bestimmt, und diese relative
Position erfindungsgemäß anstelle oder in Ergänzung zu einer absoluten geographischen Position nutzt.
In anderen Worten kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Positionsermittlungseinrichtung nach Erfassung einer Kennung „CUSTOM ER_WLAN" eine absolute geographische Position „Freiburg" bestimmt, um auf Basis dieses absoluten Standortes ggf. unter Verwendung einer öffentlich verfügbaren Netzabdeckungskarte eine der Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder einen Betriebsmodus der Funk-Kommunikationseinrichtung zu aktivieren.
Alternativ oder ergänzend kann aber auch vorgesehen sein, dass die Positionsermittlungseinrichtung nach Erfassung einer Kennung „CUSTOM ER_WLAN" eine relative geographische Position „Kunde Nr.l" bestimmt, um auf Basis dieses relativen Standortes ggf. unter Verwendung einer nichtöffentlichen Netzabdeckungskarte eine der Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder einen Betriebsmodus der Funk-Kommunikationseinrichtung zu aktivieren. Somit kann auf eine Bestimmung einer absoluten geographischen Position verzichtet werden.
Eine Positionsermittlungseinrichtung kann folglich eine Position ermitteln, wobei im Kontext der vorliegenden Erfindung hierunter eine absolute geographische Position und/oder eine relative Position verstanden werden soll.
Geeignete Signale zur Bestimmung einer absoluten oder relativen Position können bspw. Mobilfunk, WLAN, LoRa, Sigfox, NB-IOT, oder NFC Signale sein, die beispielsweise über eine Funk-Kommunikationseinheit des Feldgeräts empfangen werden.
In einem Ausführungsbeispiel kann auch ein Eingangs- und/oder Ausgangsscan des Feldgeräts oder eines Behälters in einem Warenwirtschaftssystem oder dergleichen, aufgrund dessen ein Eingangs- oder Ausgangssignal an die Funk-Kommunikationseinheit übermittelt wird zur absoluten oder relativen Positionsbestimmung dienen.
Die Funk-Kommunikationseinrichtungen können ausgewählt sein aus der Gruppe von Funk-Kommunikationsmodulen, die gemäß einem der Standards WLAN, Bluetooth, Zigbee, NB-IoT, LoRa, Sigfox, CAT-M, Z-Wave und/oder anderen kommunizieren. Autarke Feldgeräte, insbesondere autarke Sensoren gewinnen durch die
Verwendung von einem oder mehreren der vorgenannten Funkstandards an zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten. Autarke Sensoren, also Feldgeräte dieser Produktfamilie zeichnen sich durch eine besonders einfache Montage ohne Anbringen einer Kommunikations- oder Versorgungsleitung aus. Die von diesen Feldgeräten ermittelten Messwerte werden typischerweise unter Verwendung einer Schmalbandfunktechnologie (LoRa, Sigfox, NB-IOT) in eine Cloud, d.h. auf einen Server im World Wide Web übertragen. Typische Anwendungsszenarien für solche Feldgeräte umfassen Bereiche wie die Hochwasservorhersage, die Überwachung von Regenüberlaufbecken, die Lagerbestandsverwaltung, Messaufgaben an oder in Verbindung mit mobilen Behältern oder auch andere dezentral verteilte Messaufgaben.
In einer bevorzugten Ausgestaltungsform ist das Feldgerät dazu eingerichtet, aus den Positionsdaten eine Verfügbarkeit eines mittels einer Funk-Kommunikationseinrichtung konnektierbaren Funk-Kommunikationsnetzes zu ermitteln und entsprechend der Verfügbarkeit eine der Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder einen Betriebsmodus derselben auszuwählen.
In anderen Worten sind die für die Auswahl der Funk-Kommunikationseinrichtung und/oder den Betriebsmodus derselben notwendigen Informationen vollständig auf dem Feldgerät verfügbar. Insbesondere kann auf dem Feldgerät die Information, an welcher Position welche der möglichen Funk-Netzverbindungen verfügbar und bevorzugt ist, abgespeichert sein. Dies kann bspw. durch eine Datenbank, eine Tabelle oder eine Karte von an der Position verfügbaren (öffentlich) zugänglichen Netzen in einem Speicher des Feldgeräts erfolgen. In dem Speicher können alle öffentlich zugänglichen Funk-Netzverbindungen werksseitig hinterlegt sein und ggf. durch private Funk-Netzverbindungen im Betrieb des Feldgeräts und/oder neu hinzugekommene öffentliche Funk-Netzverbindungen ergänzt werden.
Der Betriebsmodus der Funk-Kommunikationseinrichtung umfasst gemäß der vorliegenden Anmeldung vorzugsweise wenigstens eine Kanalwahl und/oder eine Einstellung einer Sendeleistung und/oder eine Einstellung eines Funkprotokolls. Durch eine entsprechende Einstellung des Betriebsmodus können lokale Gegebenheiten und/oder Vorschriften berücksichtigt werden. Bspw. kann auf diese Weise bei der Verwendung von WLAN die Kanalwahl sowie die maximal erlaubte Sendeleistung an die jeweiligen nationalen Vorschriften angepasst werden. So ist die max.
Sendeleistung im 2.4 GHz-Band gemäß Standard IEEE 802.11 g und n auf 100 mW beschränkt, während in den USA eine max. Sendeleistung von 1 W zulässig ist. Ebenso unterscheiden sich regional die zulässigen oder empfohlenen Kanäle.
Um Energie für die Positionsbestimmung zu sparen, kann das Feldgerät dazu eingerichtet sein, eine Bewegung des Feldgeräts zu detektieren. Auf diese Weise wird es möglich, eine Positionsbestimmung nur bei einem Neustart des Feldgeräts und nach einer delektierten Bewegung, also wenn sich die Position des Feldgeräts verändert hat, durchzuführen, ansonsten wird die zuletzt ausgewählte Funk-Kommunikationseinrichtung bzw. der zuletzt ausgewählte Betriebsmodus weiterhin verwendet. So können unnötige Positionsbestimmungen und der damit verbundene Energieverbrauch vermieden werden.
Es kann damit ermittelt werden, ob das Feldgerät an einem Ort stationär verharrt, oder ob es sich in Bewegung befindet. Das Feldgerät kann dazu über einen oder mehrere Sensoren verfügen, welche unmittelbar eine Bewegung des Feldgeräts anzeigen, wie beispielsweise einen akustischen, optischen und/oder auf Radar basierenden Dopplersensor, einen Beschleunigungssensor, einen Vibrationssensor und/oder einen Erdmagnetfeldsensor.
Das Feldgerät ist bevorzugt als autarkes Feldgerät ausgebildet und damit besonders gut mobil einsetzbar.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft einen transportablen Behälter mit einem Feldgerät, das gemäß der obigen Beschreibung ausgebildet ist. Mobile Behälter können besonders gut mit mobilen und vorzugsweise autarken Feldgeräten versehen werden. In diesem Zusammenhang ist es ein Vorteil, dass die autarken Feldgeräte keine Anschlussleitungen benötigen und häufig mit öffentlich verfügbarer Infrastruktur betrieben werden können. So sind insbesondere die o.g. Schmalband-Funktechnologien häufig großflächig öffentlich verfügbar, sodass keine zusätzlichen Kosten für den Betrieb und eine Wartung einer privaten Infrastruktur anfallen. Entsprechend können mobile Behälter, bspw. sog. IBCs (Intermediate Bulk Container) bereits ab Werk mit einem mobilen Feldgerät, insbesondere einem autarken Füllstandmessgerät ausgestattet sein, das dann lediglich noch in das Warenwirtschaftssystem des jeweiligen Benutzers eigebunden werden muss um bspw. die Position und den Füllstand des Behälters zu überwachen.
Erfindungsgemäß ist ferner ein Erweiterungsmodul für ein Feldgerät mit wenigstens zwei unterschiedliche Funk-Kommunikationseinrichtungen für unterschiedliche Funk-Netze und/oder Protokolle und/oder wenigstens einer Funk-Kommunikationseinrichtung mit unterschiedlichen Betriebsmodi und mit einer Steuereinrichtung, wobei das Feldgerät eine Positionsermittlungseinrichtung aufweist, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, abhängig von einer ermittelten Position eine der Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder einen Betriebsmodus der Funk- Kommunikationseinrichtung auszuwählen.
Ein erfindungsgemäßes Erweiterungsmodul kann vorteilhafterweise insbesondere bei modular aufgebauten Feldgeräten zum Einsatz kommen.
Modular aufgebaute Feldgeräte sind aus einem modularen Feldgerätekonzept zusammengestellt. Bei einem modularen Feldgerätekonzept können aus einer Mehrzahl von kombinierbaren Sensoren, Gehäusen, Elektronikeinheiten und Bedien- und/ oder Anzeigeeinheiten ausgewählt und ein entsprechendes Feldgerät aufgebaut werden. Ein solches modulares Feldgerätekonzept wird bspw. von der Firma Vega Grieshaber KG angeboten. Kombinierbar sind in der Regel ein Sensor, ein entsprechendes Elektronikmodul, das eine Messwertverarbeitung und eine Schnittstelle zu einer Steuerung und ggf. einem verwendeten Feldbus bereitstellt, sowie verschiedene Anzeige- und/oder Bedieneinheiten. Die Sensoren, Elektronikmodule und Anzeige und/oder Bedieneinheiten sind sowohl aneinander als auch an verschiedene verfügbare Gehäuse angepasst.
In ein solches modulares Feldgerätekonzept ist das vorgenannte Erweiterungsmodul eingebunden und eröffnet damit die Möglichkeit, die so gebildeten Feldgeräte, insbesondere auch Bestandsfeldgeräte, mit der oben beschriebenen Funktionalität auszustatten.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines Feldgeräts gemäß der obigen Beschreibung oder eines Feldgeräts mit einem Erweiterungsmodul weist folgende Schritte auf:
- Einschalten oder Aktivieren des Feldgeräts,
- Ermitteln einer Position und/oder eines eine Position des Feldgeräts indizierenden Positionssignals,
- Ermitteln von an der Position verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzen auf Basis der ermittelten Position und/oder des die Position des Feldgeräts indizierenden Positionssignals,
- Aktivieren eine Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder eines Betriebsmodus der Funk-Kommunikationseinrichtung abhängig von der ermittelten Position,
- Senden und/oder Empfangen von Daten über die Funk-Kommunikationseinrichtung und
- Ausschalten oder Deaktivieren der Funk-Kommunikationseinrichtung und/oder des Feldgeräts.
Aktivieren und Deaktivieren bedeutet dabei nicht, das Feldgerät vollständig spannungsfrei zu schalten, sondern kann auch bedeuten, dass das Feldgerät, Komponenten des Feldgeräts und/oder die Funk- Kommunikationseinrichtung in einen Energiesparmodus versetzt bzw. aus diesem aufgeweckt werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden zur Positionsermittlung Positionssignale eines Satellitennetzwerks ermittelt. Auf diese Weise kann mit den oben beispielhaft genannten Satelliten-Netzwerken global eine geographische Position des Feldgeräts mit einfachen und auf dem Markt verfügbaren Mitteln ermittelt werden.
Zusätzlich oder alternativ können zur Positionsermittlung Informationen verfügbarer Funk-Kommunikationsnetzwerke ermittelt werden. Durch die in verschiedenen Datenbanken verfügbaren Informationen zu Funk-Kommunikationsnetzwerken kann eine Position zwar oft weniger präzise, aber dafür auch innerhalb von Gebäuden ermittelt werden. Für die Ermittlung der Informationen zu den verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzwerken muss freilich die jeweilige Funk-Kommunikationseinheit aktiviert werden. Hierfür ist aber ein rein passiver Betrieb möglich.
Für den Fall, dass weder zu der ermittelten Position noch zu dem Positionssignal Informationen zu verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzen verfügbar sind, kann eine Verfügbarkeit von Funk-Kommunikationsnetzen durch Aktivieren wenigstens einer Funk-Kommunikationseinrichtung und Ermitteln einer Netzverfügbarkeit ermittelt werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Feldgeräte gemäß der vorliegenden Anmeldung auch an Orten, für die bislang keine Informationen verfügbar sind, betrieben werden können.
In einer Variante des Verfahrens werden die ermittelten Informationen zur Verfügbarkeit abgespeichert und/oder an eine übergeordnete Einheit übermittelt. Es ist damit möglich, eine in dem Feldgerät abgespeicherte Information zu ergänzen und/oder die für sämtliche Feldgeräte verfügbaren Informationen sukzessive zu vervollständigen.
Dies kann in vorgebbaren Zeitabschnitten oder auch anlassbezogen nach einem Abspeichern von neuen Informationen erfolgen. Bspw. kann das Feldgerät unter Verwendung einer Funk-Kommunikationseinrichtungen ein Upload der Informationen zu den verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzwerken in Richtung einer Cloud, beispielsweise auf einen Betreiberserver, vornehmen. In der Cloud erfolgt eine Analyse der übermittelten Informationen zu den verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzwerken. Insbesondere werden neu enthaltenen Datenpunkte, welche in der cloudseitig verwalteten Netzabdeckungskarte oder Cloud-Netzabdeckungskarte noch nicht vorhanden sind, verwendet, um die der in der Cloud zusammengeführten Informationen zu den verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzwerken zu erweitern.
Zusätzlich zu der ermittelten Verfügbarkeit eines Funk-Kommunikationsnetzes kann ferner ein Zeitpunkt der Ermittlung abgespeichert werden. Auf diese Weise kann beispielsweise sichergestellt werden, dass der Sensor beim Auslesen eines zur aktuellen Position hinterlegten Eintrages bestimmen kann, ob dieser Eintrag möglicherweise veraltet ist. Ist dies der Fall, kann ein erneutes Suchen nach verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzen gestartet werden. Es kann bspw. vorgesehen sein, Eintragungen der Informationen zu den verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzwerken welche einen im Vergleich zur korrespondierenden Eintragung neueren Zeitstempel beinhalten, dazu zu verwenden, die Informationen zu den verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzwerken in der übergeordneten Einheit, bspw. der Cloud zu aktualisieren. Ein Aktualisieren kann auch beinhalten, vormals vorhandene Eintragungen über das Vorhandensein eines bestimmten Funk-Kommunikationsnetzes zu löschen, falls an der entsprechenden Position des Feldgerätes keine Netzabdeckung vorhanden war.
Ferner kann zusätzlich zu der ermittelten Verfügbarkeit eine Empfangsstärke eines Signals des Funk-Kommunikationsnetzes abgespeichert werden.
Speziell bei batteriebetriebenen Sensoren kann diese Information im Betrieb dazu genutzt werden, nach Anforderung einer Funk-Kommunikationseinrichtung durch den Prozessor genau diejenige auszuwählen, welche die zum jeweiligen Ort beste Empfangsstärke aufweist. Hierdurch kann die Nachrichtenübertragung besonders schnell erfolgen, was Energie einsparen und somit die Lebensdauer batteriebetriebener Systeme erhöhen kann.
In einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, die Auswahleinrichtung derart auszuführen, dass die Kosten einer Nachrichtenübermittlung bei der Auswahl einer Funk-Kommunikationseinrichtung berücksichtigt werden. So kann beispielsweise bei Vorhandensein einer Bluetooth Konnektivität und einer NB-IoT Konnektivität die Bluetooth-Datenübermittlung bevorzugt werden, da diese keine Übermittlungskosten verursacht.
In einer weiteren Ausgestaltung kann bei Vorhandensein mehrerer Kommunikationsmöglichkeiten vorgesehen sein, den Energiebedarf für eine Nachrichtenübermittlung und/oder die im Gerät verfügbare Energie (Ladezustand einer Batterie) bei der Selektion zu berücksichtigen. So kann beispielsweise vorgesehen sein, bei Verfügbarkeit mehrerer Netze eine Nachricht vorzugsweise über LoRa anstatt über NB-IoT zu übermitteln, um Energie einzusparen.
Um einen Energieverbrauch des Feldgeräts zu optimieren, kann das Feldgerät eine Bewegung des Feldgeräts erkennen und eine Positionsermittlung und eine Aktivierung abhängig von der Position nur nach dem Einschalten oder dem Aktivieren nach einer erkannten Bewegung durchführen. Ansonsten, d.h. wenn das Feldgerät nicht eingeschaltet wird oder eine vorherige Bewegung erkannt wurde, wird davon ausgegangen, dass das Feldgerät am Ort der Aktivierung verharrt und es werden die zuvor verwendete Funk-Kommunikationseinrichtungen und/oder der zuvor verwendete Betriebsmodus der Funk-Kommunikationseinrichtung weiterverwendet.
Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem einen Computerprogrammcode zum Betreiben eines Feldgeräts oder eines Feldgeräts mit einem Erweiterungsmodul gemäß der obigen Beschreibung, der wenn er in einem Prozessor ausgeführt wird, diesen dazu veranlasst, das zuvor beschriebene Verfahren auszuführen.
Durch einen entsprechenden Computerprogrammcode wird es möglich, Feldgeräte, die die hardwaretechnischen Voraussetzungen erfüllen, durch eine Softwareupdate für die vorliegende Erfindung zu ertüchtigen.
Bevorzugte Ausführungsformen, Merkmale und Eigenschaften des vorschlagsgemäßen Feldgeräts entsprechen denjenigen des vorschlagsgemäßen Verfahrens und umgekehrt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Varianten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Die in den Unteransprüchen einzeln aufgeführten Merkmale können in beliebiger, technisch sinnvoller Weise miteinander als auch mit den in der nachfolgenden Beschreibung näher erläuterten Merkmale kombiniert werden und andere vorteilhafte Ausführungsvarianten der Erfindung darstellen.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren eingehend erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Feldgeräts gemäß der vorliegenden Anmeldung,
Figur 2 eine Weiterbildung des Ausführungsbeispiels aus Figur 1,
Figur 3 ein Verfahren zum Betreiben eines Feldgeräts gemäß den Figuren 1 und 2.
In den Figuren bezeichnen - soweit nicht anders angegeben - gleiche Bezugszeichen gleiche oder einander entsprechende Komponenten mit gleicher Funktion.
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines Feldgeräts 101 gemäß der vorliegenden Anmeldung.
Das Feldgerät 101 ist vorliegend als autark arbeitender Füllstandsensor ausgebildet. Der Füllstandsensor 101 weist eine Messwerterfassungseinrichtung 102, eine als Prozessor ausgebildete Steuereinrichtung 103, eine Positionsermittlungseinrichtung 104, eine Auswahleinheit 105 sowie eine erste Funk-
Kommunikationseinrichtung 106 und eine zweite Funk-Kommunikationseinrichtung 107 auf. Die Komponenten des Feldgeräts 101 können ihre für den Betrieb erforderliche Energie vorzugsweise aus einer in dem Feldgerät 101 integrierten, hier nicht dargestellten Energiequelle, beispielsweise einer Batterie, beziehen.
Die erste Funk-Kommunikationseinrichtung 106 ist vorliegend als NB-IoT (Narrow- Band-IoT) Modem ausgebildet und ist eingerichtet zum Nachrichtenaustausch mit einem ersten externen Kommunikationsgerät 108, beispielsweise einer NB-IoT Basisstation oder einem NB-IoT Sendemast, welcher sich in der Umgebung des Feldgeräts 101 befinden kann.
Die zweite Funk-Kommunikationseinrichtung 107, beispielsweise ein CAT-M Modem, ist eingerichtet zum Nachrichtenaustausch mit einem zweiten externen Kommunikationsgerät 109, beispielsweise einer CAT-M Basisstation oder einem CAT-M Sendemast, welcher sich in der Umgebung des Sensors 101 befinden kann. Es kann auch vorgesehen sein, dass wenigstens eine der Funk-Kommunikationseinrichtungen 106, 107 eine lokale Kommunikation über eine kurze Strecke unter Verwendung privater Netzwerktechnologien realisiert, beispielsweise über Bluetooth, Zigbee oder WLAN. Das zugehörige externe Kommunikationsgerät wird dann durch eine beim Betreiber vorhandene Basisstation (WLAN- Router) oder ein mobiles Bediengerät (Smartphone, Tablet) realisiert.
Der Prozessor 103 kann unter Einbeziehung einer Messwerterfassungseinrichtung 102 ausgeführt sein, zumindest einen Wert einer physikalischen Größe in der Umgebung des Feldgeräts 102 zu ermitteln, und unter Nutzung der ersten Funk-Kommunikationseinrichtung 106 oder der zweiten Funk-Kommunikationseinrichtung 107 nach außen hin bereitzustellen, beispielsweise durch Übermittlung an einen externen Kommunikationspartner 110, beispielsweise einen Server 110 oder eine Cloud 110. Die Auswahleinheit 105 ist zur Bestimmung einer am jeweiligen Ort oder der jeweiligen Position verwendbaren Drahtloskommunikationstechnologie ausgeführt und kann in die Steuereinrichtung 103 respektive den Prozessor 103 integriert ausgebildet sein. Hierzu erhält die Auswahleinheit 105 die aktuelle Position von der Positionsbestimmungseinheit 104.
In einem ersten Ausführungsbeispiel aktiviert die Auswahleinheit 105 daraufhin nach einem vorgebbaren oder ab Werk vorgegebenen Regelwerk die erste oder
die zweite Funk-Kommunikationseinheit 106, 107. So kann in einem Beispiel vorgesehen sein, eine LoRa Kommunikationseinheit bei einer bestimmten Position auf einem Werksgelände zu aktivieren, und eine NB-IoT Kommunikationseinheit bei einer bestimmten Position außerhalb eines Werksgeländes.
In einem zweiten Ausführungsbeispiel ist die Auswahleinheit 105 alternativ oder ergänzend derart ausgeführt, eine in einem internen Speicher ab Werk hinterlegte Abdeckungskarte (nachfolgend auch Netzverfügbarkeitskarte), welche Informationen zur Verfügbarkeit unterschiedlicher Funktechnologien (WLAN, Bluetooth, Zig- bee, NB-IoT, LoRa, Sigfox, CAT-M und/oder andere) an mehreren Orten beinhaltet, zu verwenden. Im Zusammenspiel mit der Positionsbestimmungseinheit 104 und dem Prozessor 105 kann der aktuelle Betriebsort des Feldgeräts 101 ermittelt werden, und unter Verwendung der intern abgelegten Abdeckungskarte überprüft werden, ob die erste Funk-Kommunikationseinrichtung 106 oder die zweite Funk- Kommunikationseinrichtung 107 mit dem Prozessor 103 zur Übertragung von Nachrichten verbunden werden soll.
In einer Weiterbildung kann die Auswahleinrichtung 105 ausgeführt sein, die Abdeckungskarte selbständig zu erlernen und fortlaufend zu erweitern. Stellt die Auswahleinrichtung 105 nach einer Anforderung zum Aktivieren einer Funk-Kommunikationseinrichtung 106, 107 durch den Prozessor 103 fest, dass für den aktuell von der Positionsbestimmungseinrichtung 104 ermittelten Ort keine Informationen in der Abdeckungskarte enthalten sind, so kann diese ausgeführt sein, zunächst über die erste Funk-Kommunikationseinrichtung 106 eine Übermittlung der Nachrichten zu versuchen. Gelingt dies, so kann die Abdeckungskarte am ermittelten Ort um die Information der Verfügbarkeit der ersten Funk-Kommunikationstechnologie erweitert werden. Gelingt dies nicht, so kann die Auswerteeinrichtung 105 die zweite Funk-Kommunikationseinrichtung 107 aktivieren, um einen neuerlichen Übermittlungsversuch für die Nachricht des Prozessors 103 zu versuchen. Kann die Nachricht erfolgreich übertragen werden, so kann wiederum die Abdeckungskarte im Sensor 101 entsprechend aktualisiert werden.
Die zuvor genannten Mechanismen können auch für eine dritte und weitere im Sensor integrierte Funk- Kommunikationseinrichtungen verwendet werden, und sind keinesfalls auf Mobilfunkanwendungen beschränkt. Es kann insbesondere vorgesehen sein, eine LoRa Kommunikationseinheit und eine NB-IoT und eine CAT-M
Kommunikationseinheit in ein Feldgerät 101 zu integrieren, und die Netzverfügbarkeitskarte für alle oder einen Teil der integrierten Technologien ab Werk vollständig oder partiell vorzugeben und/oder vom Sensor selbständig erstellen und/oder erweitern zu lassen.
Es kann ergänzend oder alternativ vorgesehen sein, dass ein Benutzer die Netzverfügbarkeitskarte durch entsprechende manuelle Eingaben an einer Benutzerschnittstelle verändern oder ergänzen kann. Hierdurch können energieaufwändige Scans unter Verwendung der Funk-Kommunikationseinrichtungen 106, 107 vermieden oder reduziert werden.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, zu einem Teil oder allen Datenpunkten der Netzverfügbarke its karte den Zeitpunkt der letztmaligen Aktualisierung zu hinterlegen. Auf diese Weise kann beispielsweise sichergestellt werden, dass der Sensor beim Auslesen eines zur aktuellen Position hinterlegten Eintrages aus der Netzverfügbarkeitskarte bestimmen kann, ob dieser Eintrag möglicherweise veraltet ist. Ist dies der Fall, kann ein erneutes Suchen nach verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzen unter Verwendung der Einrichtungen 106, 107 gestartet werden.
Es kann vorgesehen sein, die Netzverfügbarkeitskarte in einem nichtflüchtigen Speicher abzulegen, um diese im Falle einer kompletten Deaktivierung oder eines vollständigen Ausschaltens der Elektronik und anschließendem Neustart wieder verfügbar zu machen.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, die Empfangsstärke eines Signals zu einer verfügbaren Funk-Kommunikationstechnologie zu ermitteln, und in der Netzverfügbarkeitskarte zu hinterlegen. Speziell bei batteriebetriebenen Sensoren kann diese Information im Betrieb dazu genutzt werden, nach Anforderung einer Funk- Kommunikationseinrichtung 106, 107 durch den Prozessor 103 genau diejenige auszuwählen, welche die zum jeweiligen Ort beste Empfangsstärke aufweist. Hierdurch kann die Nachrichtenübertragung besonders schnell erfolgen, was Energie einsparen und somit die Lebensdauer batteriebetriebener Systeme erhöhen kann.
Mit dem fortlaufenden Ausbau von Drahtloskommunikationsnetzen eröffnet sich unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Automatisierungsgerätes an einigen Orten die Möglichkeit, eine Nachrichtenübermittlung sowohl unter Verwendung der
ersten Funk-Kommunikationseinrichtung 106 als auch der zweiten Funk-Kommunikationseinrichtung 107 zu realisieren. Entsprechende Informationen können in einer Netzverfügbarkeitskarte enthalten sein.
In einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, die Auswahleinrichtung 105 derart auszuführen, dass diese die Kosten einer Nachrichtenübermittlung bei der Auswahl einer ersten oder zweiten Funk-Kommunikationseinrichtung 106, 107 berücksichtigt. So kann beispielsweise bei Vorhandensein einer Bluetooth Konnektivität und einer NB-IoT Konnektivität die Bluetooth-Datenübermittlung bevorzugt werden, da diese keine Übermittlungskosten verursacht. In einer weiteren Weiterbildung kann bei Vorhandensein mehrerer Kommunikationsmöglichkeiten vorgesehen sein, den Energiebedarf für eine Nachrichtenübermittlung und/oder die im Gerät verfügbare Energie (Ladezustand einer Batterie) bei der Selektion zu berücksichtigen. So kann beispielsweise vorgesehen sein, bei Verfügbarkeit mehrerer Netze eine Nachricht vorzugsweise über LoRa anstatt über NB-IoT zu übermitteln, um Energie einzusparen. Weiterhin kann vorgesehen sein, die Auswahl zwischen zwei alternativ vorhandenen Funk-Kommunikationstechnologien in Abhängigkeit von der jeweiligen Empfangsstärke an der Position des Sensors vorzunehmen. Hierdurch kann die Zuverlässigkeit einer Nachrichtenübertragung erhöht werden.
In einer Weiterbildung eines Sensors kann vorgesehen sein, zumindest eine der verfügbaren Drahtloskommunikationstechnologien 106, 107, beispielsweise eine Bluetooth-Technologie, nur an einer bestimmten Position in der eigenen Firma zu aktivieren. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass eine Veränderung von Sensoreinstellungen oder ein Update der Software nur innerhalb der eigenen Firma und nicht nach einer Auslieferung an Drittfirmen erfolgen kann. Hierdurch lässt sich die IT-Sicherheit des Sensors verbessern.
Figur 2 zeigt eine Weiterbildung des Ausführungsbeispiels aus Figur 1. Das zuvor aufgezeigte Ausführungsbeispiel mit einer sensorintern vorgebbaren und/oder vom Sensor selbst erlernten Netzverfügbarke its karte für die Verfügbarkeit standortabhängig vorhandener, unterschiedlicher Funk-Kommunikationstechnologien lässt sich unter Einbeziehung einer Cloud 110 weiter verbessern.
Ein erster Sensor 201 baut nach einem der oben vorgeschlagenen Verfahren eine Netzverfügbarkeitskarte 203 auf. In vorgebbaren Zeitabschnitten oder auch
anlassbezogen nach einem Einträgen eines neuen Datenpunktes in die Netzverfügbarkeitskarte 203 kann der Sensor 201, initiiert durch ein Programmelement des Prozessors 103, unter Verwendung einer der Funk-Kommunikationseinrichtungen 106, 107 ein Upload der Netzverfügbarke its karte 203 in Richtung einer Cloud 110, beispielsweise einen Betreiberserver 110, vornehmen. In der Cloud 110 erfolgt eine Analyse der übermittelten Netzverfügbarkeitskarte 203. Insbesondere werden die in der Netzverfügbarkeitskarte 203 neu enthaltenen Datenpunkte, welche in der Cloud-Netzverfügbarkeitskarte 205 noch nicht vorhanden sind, verwendet, um die Netzverfügbarkeitskarte 205 in der Cloud 110 zu erweitern.
Weiterhin kann vorgesehen sein, Eintragungen der Netzverfügbarke its karte 203, welche einen im Vergleich zur korrespondierenden Eintragung der Cloud-Netzverfügbarkeitskarte 205 neueren Zeitstempel beinhalten, dazu zu verwenden, die Cloud-Netzverfügbarkeitskarte 205 zu aktualisieren. Ein Aktualisieren kann auch beinhalten, vormals vorhandene Eintragungen über das Vorhandensein eines bestimmten Kommunikationsnetzes zu löschen, falls an der entsprechenden Position des Sensors keine Netzabdeckung vorhanden war.
In einem weiteren Verfahrensschritt kann vorgesehen sein, einem zweiten Sensor 202 bei einer bestehenden Konnektivität die Netzverfügbarkeitskarte 205 zu übermitteln. Der zweite Sensor 202 kann die Informationen der übermittelten Cloud- Netzverfügbarkeitskarte 205 nach den bereits offenbarten Prinzipien dazu nutzen, die eigene Netzverfügbarkeitskarte 204 partiell oder vollständig zu aktualisieren. Auf diese Weise kann sichergestellt und erreicht werden, dass von einem beliebigen Sensor 201 selbständig erfasste Netzabdeckungsinformationen oder an einem beliebigen Sensor 201, 202 oder einem mit der Cloud 110 in Verbindung stehenden Bediengerät 206 eingegebene Netzabdeckungsinformationen zu allen an das System 200 angeschlossenen Einheiten übertragen werden, wodurch alle beteiligten Komponenten gleichermaßen in ihrem jeweiligen Betriebsablauf verbessert werden können.
Figur 3 zeigt ein beispielhaftes Verfahren zum Betreiben eines Feldgeräts 101, 201, 202 sowohl alleinstehend als auch in Verbindung mit der in Zusammenhang mit Figur 2 beschriebenen Cloud 110.
Das Verfahren beginnt im Startzustand 301, beispielsweise bei Anforderung einer Datenübermittlung durch den Prozessor 103 oder nach einer Veränderung der Position des Feldgeräts 101, 201 oder nach Vorgabe durch einen Benutzer.
In Schritt 302 wird die aktuelle Position des Feldgeräts 101 bestimmt. Hierzu können beispielsweise GPS-Sensoren 104 verwendet werden. Zudem wird die Netzverfügbarkeitskarte 203 geladen.
In Schritt 303 wird von der Auswahleinrichtung 105 anhand der Netzverfügbar- keitskarte 203 überprüft, ob über die erste Funk-Kommunikationseinrichtung 106 oder die zweite Funk-Kommunikationseinrichtung 107 eine Nachrichtenübermittlung an der aktuellen Position möglich ist. Ist dies der Fall, so wird in Schritt 311 die jeweilige Kommunikationseinrichtung 106, 107 gemäß der Eintragung der Netzverfügbarkeitskarte 203 aktiviert, und in Schritt 312 eine Nachricht in Richtung eines externen Kommunikationsgerätes 108, 109, 206 übermittelt.
Andernfalls wird in Schritt 304 nach verfügbaren Funk-Kommunikationsnetzen gesucht, indem die erste Funk-Kommunikationseinrichtung 106 aktiviert wird. In Schritt 305 wird über die erste Funk-Kommunikationseinrichtung 106 eine Nachricht übermittelt, woraufhin in Schritt 306 überprüft wird, ob dies mit Erfolg durchgeführt werden konnte. Ist dies der Fall, so wird in Schritt 313 die Netzverfügbar- keitskarte 204 mit der Information der Funktechnologie der ersten Kommunikationseinrichtung 106 und der aktuellen Position aktualisiert.
Andernfalls wird in Schritt 307 die zweite Funk-Kommunikationseinrichtung aktiviert, woraufhin in Schritt 308 über die zweite Funk-Kommunikationseinrichtung 107 eine Nachricht übermittelt wird. In Schritt 309 wird überprüft, ob die Übermittlung erfolgreich durchgeführt werden konnte. Ist dies der Fall, so wird in Schritt 314 die Netzverfügbarkeitskarte 204 mit der Information des Fehlens einer zur ersten Funk-Kommunikationseinrichtung 106 gehörenden Netzabdeckung am aktuellen Ort sowie des Vorhandenseins einer zur zweiten Funk-Kommunikationseinrichtung 107 gehörenden Netzabdeckung an der aktuellen Position aktualisiert.
Andernfalls wird im Schritt 310 die Netzverfügbarke its karte 204 mit der Information aktualisiert, dass weder eine zur ersten noch eine zur zweiten Funk-Kommunikationseinrichtung 106, 107 gehörende Netzabdeckung am aktuellen Ort
vorhanden ist. In diesem Fall endet das Verfahren im Endzustand 320, ohne dass eine Nachricht übermittelt werden konnte.
Konnte hingegen eine Nachricht übermittelt werden, so können die optionalen Schritte 315 bis 318 ereignisgesteuert, zeitgesteuert oder nach Benutzereingabe vorgebbar abgearbeitet werden.
In Schritt 315 wird die Netzverfügbarke its karte 204 des Feldgeräts 101, 201 in eine Cloud 205 übertragen.
In Schritt 316 aktualisiert die Cloud 210 oder ein Programmelement, welches auf einem mit der Cloud 210 in Verbindung stehenden Server abläuft, die Cloud-Netz- verfügbarke its karte 205 unter Verwendung der Informationen der von dem Feldgerät 201 übermittelten Netzverfügbarkeitskarte 203. In Schritt 317 wird die aktualisierte Cloud-Netzverfügbarkeitskarte 205 an ein weiteres Feldgerät 202 oder eine Mehrzahl von Feldgeräten zurückübermittelt, wobei in einer Ausführungsform auch nur lokal gültige Teile der kompletten Cloud-Netzverfügbarkeitskarte 205, welche Informationen aus der Umgebung des jeweiligen Feldgeräts 201, 202 beinhaltet, übermittelt werden können. Hierdurch kann Datenvolumen und Energie eingespart werden.
In Schritt 318 wird die Netzverfügbarkeitskarte 204 des Sensors 202 unter Verwendung der übermittelten Informationen 205 aktualisiert. Im Schritt 319 werden alle Funk-Kommunikationseinrichtungen 106, 107 deaktiviert, bevor das Verfahren im Schritt 320 endet.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ein Übermitteln der Netzverfügbarkeitskarte zur Verbesserung der Energieeffizienz auch komprimiert stattfinden kann. Auch können in zeitlich voneinander getrennten, aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten Teile der Netzverfügbarke its karte übertragen werden, was dem Umstand Rechnung trägt, dass oftmals nur eine begrenzte Anzahl an Bytes übertragen werden kann und sich die Verhältnisse in Bezug auf eine Netz Verfügbarkeit nur sehr langsam verändern. Es kann auch vorgesehen sein, nur Änderungen der Netzverfügbarkeitskarte gegenüber einem letzten bekannten Übermittlungsstand zu übertragen.
Weiterhin kann die Cloud 205 oder ein Programmelement, welches auf einem mit der Cloud 205 in Verbindung stehenden Server die Cloud-Netzverfügbarkeitskarte 205 unter Verwendung von öffentlich verfügbaren, über das Internet von den Telekommunikationsprovidern bereitgestellten Netzabdeckungskarten erweitern und/oder aktualisieren.
Bezugszeichen
101 Sensor, Feldgerät, Füllstandsensor
102 Messwerterfassungseinrichtung
103 Steuereinrichtung
104 Positionsermittlungseinrichtung
105 Auswahleinheit
106 Erste Funk- Komm unikationseinrichtung
107 Zweite Funk- Komm unikationseinrichtung
108 Erstes externes Kommunikationsgerät
109 Zweites externes Kommunikationsgerät
110, 210 Cloud
201, 202 Sensor, Feldgerät
203, 204 Netzverfügbarke its karte
205 Cloud- Netzverfügbarkeitskarte
206 Bediengerät
301 Startzu stand
302-320 Verfahrensschritte