Ladestation zum Laden von Elektrofahrzeugen mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW
Immer mehr Elektrofahrzeuge, also Fahrzeuge, welche einen elektrischen An- triebsmotor und einen entsprechenden Speicher für elektrische Energie zum
Versorgen des Antriebsmotors aufweisen, bieten die Möglichkeit, mit mehr als 100 kW, derzeit bis zu 300 kW, geladen zu werden. Ein derartiges Laden wird auch als Schnellladen, Ultraschnellladen oder Hochleistungsladen bezeichnet, da es ermöglicht, Energie für eine Reichweite im Bereich von 100 km während einer wenige Minuten währenden Kaffeepause nachzuladen. Bereits während eines 25-minütigen Einkaufs in einem Supermarkt kann mit einem derartigen Hochleistungsladen Energie für die Fahrleistung einer ganzen Woche oder einer längeren Reise in dem Energiespeicher des Elektrofahrzeugs eingespeichert „getankt" werden.
Den Fahrzeugeigentümern ermöglicht dieses Hochleistungsladen auch ohne eigenen Ladepunkt den komfortablen Einstieg in die Elektromobilität. Gleich-
zeitig entstehen für Einzelhändler, Restaurantbetriebe, oder auch konventionelle Tankstellen attraktive Geschäftsfelder, da beim Hochleistungsladen bei den üblichen Preisen für die in das Fahrzeug eingespeicherte Energie große Margen von 50 bis 500 % erzielt werden.
Ein großes Problem beim Aufbauen einer Hochleistungsladeinfrastruktur ist der am jeweiligen Installationsort einer Ladestation verfügbare Anschluss an das Versorgungsnetz für elektrischen Strom. Teilweise sind hier die technischen Spezifikationen verlegter Kabel nur schwer, also mit erheblichem zeitlichem Aufwand erhältlich, so dass unbekannt ist, ob entsprechende Netzabschnitte Ladestationen einer geplanten Menge oder Kapazität überhaupt zuverlässig versorgen können. Auch können die bei dem Hochleistungsladen resultierenden zu unvorhersehbaren Zeitpunkten zu erwartenden großen Lastsprünge den jeweiligen Netzabschnitt destabilisieren. Dies führt dazu, dass vor Installation einer Ladestation immer eine aufwändige Prüfung der lokalen elektrischen Versorgungsinfrastruktur, im Allgemeinen das öffentliche Versorgungsnetz, erforderlich ist. Gegebenenfalls ist dann für den lokalen Ausbau der Hochleistungsladeinfrastruktur ein Ausbau des Versorgungsnetzes nötig, welcher mit sehr großen Kosten und langem planerischem Vorlauf verbunden ist. Da allein in Deutschland fast 1000 lokale Verteilnetzbetreiber existieren, ist auch ein Aufbau solcher Hochleistungsladeinfrastruktur über einzelne Regionen hinweg nicht mit einem standardisierten Verfahren umsetzbar.
Gefragt sind somit Lösungen, welche ein Hochleistungsladen an möglichst vielen, möglichst beliebig wählbaren Orten mit möglichst geringem Installationsaufwand ermöglichen.
Entsprechend haben unterschiedliche Anbieter Ladestationen entwickelt, die mittels eines eigenen Energiespeichers den Netzanschluss abpuffern und so am Fahrzeug selbst eine höhere Ladeleistung ermöglichen als eine verfügbare Leistung am Netzanschlusspunkt.
So bietet beispielsweise Volkswagen in Zusammenarbeit mit EON 2020 A.D. eine als „Eon Drive Booster" betitelte Ladestation an, welche eine Kapazität von 193,5 kW-Stunden hat und eine Ladeleistung von 150 kW bereitstellt. Da
als Energiespeicher hier ein Lithium-Ionen-Akku eingesetzt wird, begrenzt die Batterielebensdauer die Ladevorgänge auf eine einstellige Zahl pro Tag. Überdies sind in dem Energiespeicher Hunderte oder gar Tausende kleiner Speicherzellen zu einem komplexen Gesamtsystem verschaltet. Durch die große Anzahl an Komponenten wird hier die Fehleranfälligkeit erhöht.
Die EP 2 647 522 Bl offenbart entsprechend eine Stromtankstelle mit einem lastwechselfesten Energiespeicher wie einem Schwungmassenspeicher, welcher zur parallelen Schnellaufladung einer Mehrzahl an mobilen Speichern geeignet ist. Die lastwechselfesten Energiespeicher sind dabei so dimensioniert, dass sie die für die Schnellaufladung benötigte Leistung, die abhängig ist von der Anzahl der (Schnell-)Ladepunkten, über einen längeren Zeitraum, beispielsweise über eine oder mehrere Stunden, abgeben können, bevor die jeweiligen Energiespeicher entladen sind.
Die EP 3 532 337 Bl offenbart wiederum eine Ladestation mit einer Vielzahl von elektrischen Speichereinheiten auf Schwungradbasis, welche jeweils mit einer Kapazität von 3 kW-Stunden und einer Leistung von 15 kW ausgeführt sind. Dabei wird die Effizienz der Ladestation erhöht, indem ein Entladevorgang so gesteuert wird, dass möglichst viele der schwungradbasierten Speichereinheiten prozentual betrachtet möglichst voll-geladen bleiben. Der erzielte Vorteil liegt in der Schwungmassenspeichertechnologie begründet, bei welcher die Effizienz des Systems nicht linear vom prozentualen Ladezustand abhängt. Auch dort sind somit technologiebedingt viele Komponenten erforderlich, was die Komplexität des Systems und damit die Fehleranfälligkeit erhöht.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Ladestation zum Laden von Elektrofahrzeugen mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW bereitzustellen, welche geringe Anforderungen an eine Versorgungsinfrastruktur stellt und möglichst wenig fehleranfällig ist.
Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung, und der Figur.
Ein Aspekt betrifft eine Ladestation zum Laden von Elektrofahrzeugen, mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW. Die Elektrofahrzeuge umfassen dabei landgebundene, insbesondere schienengebundene und/oder straßengebundene, und/oder wassergebundene und/oder luftgebundene Elektrofahrzeuge. In besonders vorteilhafter Weise ist die Ladestation zum Laden von straßengebundenen Elektrofahrzeugen zum Personen- und/oder Güterverkehr ausgelegt, wie beispielsweise zum Laden von Personenkraftwagen und/oder Lastkraftwagen und/oder Bussen und/oder sonstigen Nutzkraftwagen, beispielsweise Baggern und dergleichen, mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW. Alternativ oder ergänzend kann die Ladestation zum Laden von schienengebundenen und/oder wassergebundenen und/oder luftgebundenen Elektrofahrzeugen zum Personen- und/oder Güterverkehr wie beispielweise Loks, insbesondere Rangierloks, Schiffen, insbesondere Fähren, und/oder Flugzeugen, insbesondere Lufttaxis, mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als einem Megawatt ausgebildet sein. Es können dabei auch Obergrenzen für die elektrische Ladeleistung vorgesehen sein, beispielsweise 300 kW für straßengebundene Elektrofahrzeuge und 10 MW für schienengebundene, wassergebundene oder luftgebundene Elektrofahrzeuge. Die Obergrenzen können dabei von der Art des Anschließens an das Elektrofahrzeug abhängig vorgegeben sein.
Die Ladestation weist dabei eine Anschlusseinheit zum Anschließen der Ladestation an eine elektrische Versorgungsinfrastruktur und damit zum Versorgen der Ladestation mit elektrischem Strom auf. Die Anschlusseinheit kann für ein manuelles und/oder automatisiertes Anschließen ausgebildet sein, jeweils insbesondere mittels eines entsprechend vorhandenen Steckers oder Panto- graphen. Die Versorgungsinfrastruktur kann ein öffentliches und/oder regionales und/oder globales Versorgungsnetz und/oder auch ein lokales Versorgungsnetz sein. Ein lokales Versorgungsnetz kann beispielsweise ein durch regenerative Energiequelle(n) versorgtes lokales Versorgungsnetz sein und insbesondere unabhängig von einem öffentlichen und/oder regionalen und/oder globalen Versorgungsnetz. Die Anschlusseinheit kann dabei, wenn die Versorgungsinfrastruktur ein öffentliches und/oder regionales und/oder globales Versorgungsnetz umfasst, einen AC/DC-Umrichter umfassen. Umfasst oder ist die Versorgungsinfrastruktur ein lokales Versorgungsnetz, insbesondere ein durch regenerative Energie(n) versorgtes lokales Gleichspannungs-
Versorgungsnetz, so kann alternativ oder ergänzend auch ein DC/DC- Umrichter Teil der Anschlusseinheit sein. Der jeweilige Umrichter ist dann ausgebildet, eine Versorgungs-Gleichspannung für die Ladestation bereitzustellen. Der Begriff der Versorgungsinfrastruktur bzw. des Versorgungsnetzes umfasst hier explizit auch einzelne Versorgungsquellen, welche außer mit der Anschlusseinheit mit keinem weiteren Verbraucher elektrisch gekoppelt sind.
Ferner weist die Ladestation auch eine Schwungmassenspeichereinheit zum Speichern von mittels der Anschlusseinheit aus der Versorgungsstruktur in Form von elektrischem Strom entnommene Energie auf. Die Schwungmassenspeichereinheit weist dabei zumindest einen Schwungmassenspeicher mit einem jeweiligen rotierenden Schwungmassenelement auf, welches zum Rotor einer elektrischen Maschine des Schwungmassenspeichers gehörig ist, d. h. den Rotor umfasst, Teil des Rotors ist oder der Rotor ist. Dabei befinden sich das Schwungmassenelement und damit der Rotor des Schwungmassenspeichers in einem Vakuumbereich des Schwungmassenspeichers, welcher bei Betrieb des Schwungmassenspeichers evakuiert ist. Der zum Rotor gehörige Stator kann entsprechend ebenfalls im Vakuumbereich angeordnet sein oder an diesen angrenzen, beispielsweise indem er Teil des Gehäuses für den Vakuumbereich ist. Dies ermöglicht besonders große Leistungen der Schwungmassenspeicher, da nur elektrische Leistung aus dem Vakuumbereich abgeführt werden muss, nicht jedoch eine kinetische Leistung. Im Gegensatz zu den Magnetkupplungen, welche typischerweise im Stand der Technik eingesetzt werden, um die Vakuumgrenze zu überbrücken, kann daher ein einfacher vakuumdichter, hinsichtlich der übertragbaren elektrischen Leistung frei skalierbarer elektrischer Kontakt genutzt werden. Bevorzugt weist die Schwungmassenspeichereinheit ein gemeinsames Gehäuse auf, in welchem der zumindest eine Schwungmassenspeicher, insbesondere alle Schwungmassenspeicher der Schwungmassenspeichereinheit angeordnet sind.
Die Schwungmassenspeichereinheit kann insbesondere ausgebildet sein eine über die über die jeweils über die Anschlusseinheit aus der Versorgungsinfrastruktur abrufbare Anschlussleistung hinausgehende Spitzenleistung zu erbringen. Die von der Schwungmassenspeichereinheit erbringbare Spitzenleistung kann dabei insbesondere zumindest das 1,5-fache, bevorzugt zumindest das 2-fache und besonders bevorzugt zumindest das 4-fache der über die An-
Schlusseinheit aus der Versorgungsinfrastruktur abrufbare Anschlussleistung betragen. Die Schwungmassenspeichereinheit kann dazu ausgebildet sein die über die Anschlusseinheit aus der Versorgungsinfrastruktur abrufbare Anschlussleistung hinausgehende Spitzenleistung höchstens für die dem Verhältnis von Energie-Betrag zu Leistungs-Betrag entsprechenden Zeitdauer zu erbringen, oder für höchstens 15 Minuten, bevorzugt höchstens 10 Minuten, besonders bevorzugt höchstens 5 Minuten zu erbringen. Dies ist insbesondere beim parallelen Laden mehrerer Elektrofahrzeuge vorteilhaft, bei welchem sich die resultierende Leistung aus der Überlagerung der Ladekurven der einzelnen Fahrzeuge ergibt.
Die Ladestation weist auch eine Koppeleinheit zum vorübergehenden elektrischen Koppeln des Elektrofahrzeugs mit der Schwungmassenspeichereinheit auf, welche ausgebildet ist, eine elektrische Leistung von mehr als 100 kW mittels einer Lade-Gleichspannung von der Schwungmassenspeichereinheit in das Elektrofahrzeug zu übertragen. Die Koppeleinheit kann einen Stecker (o- der eine Steckeraufnahme) und/oder einen Pantographen oder eine Panto- graphenaufnahme) aufweisen.
Die Schwungmassenspeichereinheit ist dabei ausgebildet, Energie in Höhe eines vorgegebenen Energiebetrages zu speichern, welcher größer ist als 5 kWh. Insbesondere kann der vorgegebene Energiebetrag auch größer sein als 10 kWh oder größer sein als 15 kWh. Hierfür weist die Schwungmassenspeichereinheit zumindest einen der unten ausführlicher beschriebenen Schwungmassenspeicher auf. Die Schwungmassenspeichereinheit ist auch ausgebildet, die gespeicherte Energie für das Laden mit einer elektrischen Leistung eines vorgegebenen Leistungsbetrages an die Koppeleinheit und somit das Elektrofahrzeug bereitzustellen, welcher größer ist als 100 kW.
Ist die Ladestation zum Laden von schienengebundenen, wassergebundenen, oder luftgebundenen Elektrofahrzeugen ausgelegt, so kann der vorgegebene Leistungsbetrag größer als 500kW, insbesondere größer als ein Megawatt sein. Dies kann auch für straßengebundene Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5t gelten, wie beispielsweise Omnibusse, Lastkraftwagen, Baustellenfahrzeuge, Minenfahrzeuge und dergleichen. Energiebetrag und Leistungsbetrag bestimmen die Auslegung der Schwungmassen-
Speichereinheit dabei derart, dass die entsprechenden Beträge in einem zulässigen, insbesondere sicheren, Dauer-Betriebszustand der Schwungmassenspeichereinheit erreicht werden. Das Verhältnis von Energiebetrag zu Leistungsbetrag beträgt dabei nicht mehr als 0,25 Stunden, also nicht mehr als 15 Minuten, so dass die Schwungmassenspeichereinheit technisch geeignet ist durch Abgeben der elektrischen Leistung des vorgegebenen Leistungsbetrags in das Elektrofahrzeug in höchstens 0,25 Stunden (gleich 15 Minuten) vollständig entladen zu werden, bei einem bestimmungsgemäßen Ladevorgang also grundsätzlich in höchstens 15 Minuten vollständig entleerbar ist.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein Großteil der Probleme bestehender Ansätze in der Prämisse begründet ist, dass das jeweilige zu ladende Fahrzeug stets vollständig durch die Ladestation geladen werden können muss. Dies macht jedoch aufgrund der Ladedauer der jeweilige Pufferspeicher, welcher der Schwungmassenspeichereinheit der Erfindung entspricht, aus dem jetzt nachgeladen ist, nur Sinn, wenn ein großer Netzanschluss zur Verfügung steht oder nur wenige Ladevorgänge pro Tag ausgeführt werden. Entsprechend ist das Verhältnis von Energiebetrag zu Leistungsbetrag für die vorgeschlagene Ladestation klein gewählt, so dass die in der Schwungmassenspeichereinheit vorgehaltene oder gepufferte Energie typischerweise weit unter der Kapazität des jeweils zu ladenden oder geladenen Energiespeichers des Elektrofahrzeugs liegt. Tatsächlich werden nämlich auch bei hochleistungsladefähigen Elektrofahrzeugen, welche mit einer elektrischen Lade-Ieistung von mehr als 100 kW geladen werden können, die entsprechenden Höchstwerte nur in einem kleinen Teil, also während eines Bruchteils eines Gesamtladevorgangs, bei welchem der elektrische Energiespeicher von 0 auf 100 % geladen wird, erreicht.
Beispielsweise erreicht das Tesla-Modell 3 Long Range aus dem Jahr 2020 unter beispielhaften Bedingungen überhaupt nur in einem Ladezustand zwischen 0 und 50 % eine Ladeleistung zwischen 150 und 200 kW. Bereits ab einem Ladezugang von 40 % fällt dann die mögliche Ladeleistung und damit entsprechend die Ladegeschwindigkeit linear mit dem Ladezustand ab, so dass bei einem Ladezustand von 90 % der Batterie nur noch eine Ladeleistung von weniger als 30 kW erreicht wird. Der Porsche Taycan erreicht entsprechend im Modelljahr 2020 unter gewissen Bedingungen nur bei einem Batte-
rieladezustand zwischen 0 und 25 % die beworbene Ladeleistung von 250 kW. Im Bereich von 35% bis kurz unter 70 % Ladezustand ist durchgängig eine Ladeleistung von rund 150 kW möglich, bei höheren Ladezuständen werden auch hier deutlich geringere Ladeleistungen erreicht, bei 90 % beispielsweise 50 kW. Derartige beispielhaft Messungen sind im Internet öffentlich verfügbar.
Die beschriebene Ladestation ist somit darauf optimiert, das (Hochleistungs-) Laden nur für eine Energiemenge bzw. Zeitdauer durchzuführen, in welcher ein derartiges Hochleistungsladen überhaupt sinnvoll und möglich ist. Der Erfindung liegt somit die Erkenntnis zugrunde, dass effektiv in Fahrzeugen nur eine im Verhältnis zur Gesamtkapazität des jeweiligen Fahrzeugenergiespeichers geringe Energiemenge mit großer Leistung geladen werden kann, danach jedoch die Ladeleistung abnimmt und sich der Ladevorgang in die Länge zieht. Am zeiteffektivsten (und wirtschaftlichsten) ist es somit, entsprechend für Ladestation und Nutzer eine bereits deutlich entladene Batterie, beispielsweise mit einem Ladezustand von 20 %, auf einen mittleren Ladezustand, beispielsweise 50 oder 60 %, aufzuladen.
Die Reduktion auf dieses eingegrenzte Nutzungsszenario ermöglicht entsprechend einen wesentlich einfacheren Aufbau der Ladestation, bei welchem dann entsprechend auch die Schwungmassenspeichereinheit mit einer im Verhältnis zu den üblichen Ansätzen hohen Frequenz aufgeladen und entladen wird. Dies ist jedoch, da die Schwungmassenspeichereinheit ein lastwechselfester Energiespeicher mit einer Lebensdauer von 20 Jahren oder mehr ist, unproblematisch. Der geschilderte Aufbau ist auch insofern vorteilhaft, da die Schwungmassenspeichereinheit technologiebedingt bereits einen AC/DC- Wandler umfasst, mit welchem auch die gewünschten Ladespannungen erzeugt werden können, so dass ein zusätzlicher, separater DC/DC-Wandler zwischen dem Energiespeicher und dem Elektrofahrzeug technisch nicht erforderlich ist, was die Komplexität des Gesamtsystems weiter verringert.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass der vorgegebene Energiebetrag derart vorgegeben ist, dass er mehr als 2 % und/oder weniger als 75 %, insbesondere weniger als 50 %, insbesondere zwischen 5 % und 35 % oder zwischen 5 % und 30 %, der Werte eines vorgegebenen Erwartungswer-
tebereichs eine Energiespeicherkapazität eines Elektro-Energiespeichers des mittels der Ladestation zu ladenden Elektrofahrzeugs oder einer Energiespeicherkapazität verfügba re r/insta liierter technologisch verschiedener Ladestationen für Elektrofahrzeuge beträgt. Der Erwartungs-Wertebereich kann auch nur einen einzelnen Wert umfassen. Insbesondere ist oder umfasst der Erwartungswertebereich den Bereich von 50 kWh bis 150 kWh, insbesondere 50kWh bis 90 kWh.
Das gibt den Vorteil, dass eine Energiemenge in der Ladestation gepuffert ist, welche unter der Kapazität der zu ladenden Fahrzeugbatterie liegt, was aber für ein zeiteffektives Laden des Elektrofahrzeugs ausreichend ist, da wie oben beschrieben das Hochleistungsladen mit mehr als 100 kW aufgrund der Technologie der Energiespeicher im Elektrofahrzeug auf eine kleine Untermenge der Ladezustände der jeweiligen Elektrospeicher und damit auf kurze Ladezeiten begrenzt ist. Es wird somit ein unnötiges Vorhalten schnell ladefähiger Energie in der Ladestation vermieden, was die Komplexität des Systems reduziert und damit die Fehlerresistenz erhöht, wie auch die Effizienz des Ansatzes.
Dabei kann vorgesehen sein, dass für den Erwartungs-Wertebereich gemäß einer vorgegebenen Verteilung von Energiespeicher-Kapazitäten von mittels der Ladestation zu ladenden oder ladbaren Elektrofahrzeugen mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit von beispielsweise 95 % gilt, dass die Energiespeicherkapazität des zu ladenden Elektrofahrzeugs in dem Erwartungs- Wertebereich liegt. Die vorgegebene Verteilung kann beispielsweise durch eine amtliche Zulassungszahlstatistik vorgegeben sein. Die beispielhaft angegebenen 95 % bezeichnen somit eine Konfidenz für eine Vorhersage im mathematischen Sinne und können beispielsweise auch auf 90 %, 98 % oder 99 % oder andere bekannte Werte gesetzt werden.
Welche Elektrofahrzeuge, also welche Elektrofahrzeug-Typen, mittels der Ladestationen zu laden oder ladbar sind, kann beispielsweise durch die Gestaltung der Koppeleinheit bestimmt werden, oder aber auch durch den Ort einer Installation. Beispielsweise kann ein entsprechend geformter Stecker oder auch ein entsprechendes Steuersignal in der Koppeleinheit sicherstellen, dass nur Elektrofahrzeuge mit entsprechenden Eigenschaften mit der Ladestation
gekoppelt oder geladen werden können. Auch ist beispielsweise auszuschließen, dass ein schienengebundenes Elektrofahrzeug an einer Autobahnraststätte „betankt" wird oder ein straßengebundenes Elektrofahrzeug wie ein PKW am Gleisbett. Die vorgegebene Verteilung kann auch durch Auswahl einer vorgegebenen Untermenge von Elektrofahrzeugen, beispielsweise anhand der amtlichen Zulassungszahlstatistik, beispielsweise durch Auswahl von Elektrofahrzeugen, welche typbedingt mit einer vorgegebenen Mindestleistung von zumindest 100 kW ladbar sind, und/oder von Elektrofahrzeugen, welche in einem vorgegebenen Zeitraum gebaut sind.
Das hat den Vorteil, dass die Ladestation basierend auf der Erkenntnis, dass nur ein geringer Anteil der in dem jeweiligen Elektrofahrzeug-Energiespeicher zu speichernden Energie mit einer Ladeleistung von mehr als 100 kW übertragen werden kann, in der Auslegung der Ladestation berücksichtigt ist, was diese besonders effizient und langlebig macht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schwungmassenspeichereinheit eine Wechselrichtereinheit, einen AC/DC- Umrichter, aufweist, mittels welcher eine von der Anschlusseinheit als Gleichspannung bereitgestellte elektrische Spannung des Stroms aus der Versorgungsinfrastruktur in eine Speicherbetriebs-Wechselspannung umwandelbar ist, und die Speicherbetriebs-Wechselspannung in die Lade-Gleichspannung, mittels welcher die elektrische Leistung in das Elektrofahrzeug übertragen wird. Dabei ist insbesondere in einer Gleichstromleitung zwischen der Schwungmassenspeichereinheit und der Koppeleinheit und damit dem Elektrofahrzeug kein separater Gleichspannungswandler (DC/DC-Wandler) verschaltet. Bevorzugt ist dabei insgesamt in der Ladestation kein separater Gleichspannungswandler verschaltet. Unter einem separaten Gleichspannungswandler kann dabei ein Gleichspannungswandler mit von der restlichen Vorrichtung zumindest größtenteils, also größtenteils oder vollständig, unabhängig ausgeführten Komponenten verstanden werden, dessen Komponenten somit zumindest überwiegend, also überwiegend oder vollständig, ausschließlich vom Gleichspannungswandler genutzt werden. Dabei kann hier bei einer Versorgungsinfrastruktur, welche eine Gleichspannung bereitstellt, beispielsweise eine Versorgungsinfrastruktur mit einer Photovoltaik-Anlage, die Anschlusseinheit ausgenommen sein. In besonders vorteilhafter Weise weist die
Schwungmassenspeichereinheit dabei nur eine einzige solche Wechselrichtereinheit auf, insbesondere auch, wenn die Schwungmassenspeichereinheit mehrere Schwungmassenspeicher aufweist.
Das hat den Vorteil, dass die Komplexität der Ladestation weiter reduziert ist, was Effizienz und Lebensdauer erhöht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Schwungmassenspeichereinheit weniger als 6, bevorzugt weniger als 3, und besonders bevorzugt genau einen Schwungmassenspeicher mit einem rotierenden Schwungmassenelement zum Speichern von Energie aufweist. Dies gilt insbesondere, wenn die Ladestation für das Laden von straßengebundenen Elektrofahrzeugen ausgelegt ist. Ist die Ladestation zum Laden von wassergebundenen, luftgebundenen, oder schienengebundenen Elektrofahrzeugen ausgebildet, so können entsprechend höchstens 50 und/oder mindestens 10 Schwungmassenspeicher vorhanden sein, wobei hier zum Erreichen einer vorgegebenen Ladeleistung weniger Schwungmassenspeichereinheiten mit größerer Leistung und/oder Energie gegenüber mehr Schwungmassenspeichern mit weniger Leistung und/oder Energie zu bevorzugen sind. Vorteilhafterweise haben die einzelnen Schwungmassenspeicher dabei den gleichen oder im Wesentlichen gleichen Energie- bzw. Leistungsbetrag. Unter „im Wesentlichen gleich" kann hier bis auf eine vorgegebene Abweichung von beispielsweise 25, 15, 10, 5 oder 2 % gleich verstanden werden.
Das hat den Vorteil, dass die Komplexität der Ladestation weiter verringert ist, insbesondere die Leistung der einzelnen Schwungmassenspeicher ähnlich der Leistung der gesamten Ladestation ist, insbesondere zwischen 20 und 100 % der Ladeleistung beträgt.
Dabei kann vorgesehen sein, dass der oder die Schwungmassenspeicher jeweils ausgebildet sind, Energie mit einem Betrag von mindestens 5 kWh, insbesondere mindestens 10 kWh, bevorzugt mindestens 15 kWh und besonders bevorzugt mindestens 20 kWh zu speichern. Die Summe der gespeicherten Energien entspricht dann dem Energiebetrag der Schwungmassenspeichereinheit. Insbesondere können die Schwungmassenspeichereinheit oder der bzw. die Schwungmassenspeicher jeweils ausgebildet sein, Energie in Höhe
von höchstens 150 kWh, bevorzugt höchstens 100 kWh, besonders bevorzugt höchstens 50 kWh zu speichern. Der oder die Schwungmassenspeicher können auch jeweils ausgebildet sein, die jeweils gespeicherte Energie mit einer jeweiligen elektrischen Leistung von mehr als 100 kW bereitzustellen, insbesondere mit einer elektrischen Leistung entsprechend dem Leistungsbetrag der Schwungmassenspeichereinheit. Dies fördert die im letzten Absatz beschriebenen Vorteile.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Ladestation, insbesondere die Schwungmassenspeichereinheit oder entsprechend ein (jeweiliger) Schwungmassenspeicher, zum gleichzeitigen Laden ausschließlich eines Elektrofahrzeugs ausgebildet ist. Insbesondere durch das entsprechende Gestalten der Kopplungseinheit können die Vorteile der beschriebenen Ladestation besonders effektiv realisiert werden, da die Ladestation dann weiter auf ein schnelles konsekutives Laden von Elektrofahrzeugen mit geringen bis mittleren Energiemengen gemessen an der jeweiligen Kapazität des Energiespeichers des Elektrofahrzeugs optimiert ist. Alternativ oder ergänzend kann die Ladestation bzw. die Schwungmassenspeichereinheit zum parallelen Laden mehrerer Elektrofahrzeuge ausgebildet sein.
In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verhältnis von Energie-Betrag zu Leistungs-Betrag nicht mehr als 0,2h beträgt, insbesondere nicht mehr als 0,15h, bevorzugt nicht mehr als 0,1h, besonders bevorzugt nicht mehr als 0,05h. Dies ist besonders vorteilhaft für ein schnelles konsekutives Laden von Elektrofahrzeugen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass der vorgegebene Energiebetrag höchstens 150 kWh, insbesondere höchstens 100 kWh, bevorzugt höchstens 50 kWh, besonders bevorzugt höchstens 35 kWh beträgt. Dies sind für straßengebundene Elektrofahrzeuge vorteilhafte Energiebeträge, da, so im Sinne des im letzten Absatz Gesagten, Energiemengen vorgehalten werden, welche unter der Kapazität der Fahrzeugbatterie liegen. Entsprechend kann, falls die Ladestation für ein Laden von schienengebundenen oder luftgebundenen oder wassergebundenen Elektrofahrzeugen ausgelegt ist, der vorgegebene Energiebetrag alternativ höchstens 20 MWh, insbesondere höchstens 5 MWh, besonders bevorzugt höchstens 500 kWh betra-
gen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schwungmassenspeichereinheit ausgebildet ist, die elektrische Leistung des vorgegebenen Leistungsbetrags nur an die Koppeleinheit und damit das Elektrofahrzeug bereitzustellen, wenn ein Ladestatus eines zu ladenden Energiespeichers des Elektrofahrzeugs unter 80 % liegt, insbesondere unter 70 %, bevorzugt unter 55 % und besonders bevorzugt unter 40 %. Beispielsweise kann die Schwungmassenspeichereinheit eine entsprechend konfigurierte Steuereinheit aufweisen oder mit einer solchen Steuereinheit gekoppelt sein. Das hat den Vorteil, dass eine besonders große Ladeleistung erreicht wird und der Vorteil der Ladestation der hohen elektrischen Ladeleistung besonders effizient genutzt wird.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Ladestation eine Steuereinheit, beispielsweise die Steuereinheit aus dem letzten Absatz, aufweist, welche ausgebildet ist, die Leistungsentnahme aus der Schwungmassenspeichereinheit, insbesondere aus dem oder den Schwungmassenspeichern, so zu steuern, dass die Schwungmassenspeichereinheit stets in einem möglichst kurzen Zeitraum geleert wird, also die maximal mögliche Leistung zur Verfügung gestellt wird. Der möglichst kurze Zeitraum bzw. die maximal mögliche Leistung kann dabei durch eine Spannungsbegrenzung des Elektrofahrzeugs oder eine Strombegrenzung des Elektrofahrzeugs, beispielsweise, wenn die Batterie zu warm wird, beeinflusst werden. Insbesondere ist die Steuereinheit ausgebildet, die Leistungsentnahme so zu steuern, dass die Schwungmassenspeichereinheit in dem Zeitraum, welcher dem Verhältnis von Energiebetrag zu Leistungsbetrag entspricht, in das Elektrofahrzeug übertragen wird, beispielsweise so, dass die elektrische Leistung längstens für eine Zeitdauer, welche dem Verhältnis von Energiebetrag zu Leistungsbetrag entspricht, in das Elektrofahrzeug übertragen wird. Das hat den Vorteil, dass die Vorteile der beschriebenen Ladestation besonders gut genutzt werden.
Ein Aspekt betrifft ein Ladesystem mit Elektrofahrzeug und Ladestation nach einer der beschriebenen Ausführungsformen, wobei das Elektrofahrzeug ei-
nen Elektro-Energiespeicher mit einer vorgegebenen Energiespeicherkapazität aufweist und der für die Schwungmassenspeichereinheit vorgegebene Energiebetrag mehr als 2 % und/oder weniger als 75 %, insbesondere weniger als 50 %, insbesondere zwischen 2 % und 35 oder 30 % der Energiespeicherkapazität des Energiespeichers des Elektrofahrzeugs beträgt. Das hat, wie oben bereits erläutert, den Vorteil, dass die Schnellladefähigkeit der Ladestation und damit die Ladestation besonders effizient und volkswirtschaftlich effektiv genutzt wird.
Ein anderer Aspekt betrifft ein Verfahren zum Laden von Elektrofahrzeugen, insbesondere zum Laden von straßengebundenen Elektrofahrzeugen, mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW. Das Verfahren umfasst dabei den Verfahrensschritt eines Bereitstellens eines elektrischen Versorgungsstroms, den Verfahrensschritt eines Speicherns von in Form des elektrischen Versorgungsstroms bereitgestellter Energie in einer Schwungmassenspeichereinheit, sowie den Verfahrensschritt des elektrischen Koppelns eines zu ladenden Elektrofahrzeugs mit der Schwungmassenspeichereinheit sowie schließlich dem Verfahrensschritt des Übertragens von elektrischer Leistung mit mehr als 100 kW aus der Schwungmassenspeichereinheit an oder in das gekoppelte Elektrofahrzeug mittels einer Lade-Gleichspannung. Die Schwungmassenspeichereinheit ist dabei ausgebildet, Energie in Höhe eines vorgegebenen Energiebetrages zu speichern, welcher größer ist als 5 kWh, und die gespeicherte Energie mit einer elektrischen Leistung eines vorgegebenen Leistungsbetrags bereitzustellen, welcher größer ist als 100 kW, wobei das Verhältnis von Energiebetrag zu Leistungsbetrag nicht mehr als 0,25 Stunden beträgt.
Das Übertragens von elektrischer Leistung mit mehr als 100 kW aus der Schwungmassenspeichereinheit an oder in das gekoppelte Elektrofahrzeug mittels einer Lade-Gleichspannung erfolgt dabei insbesondere ausschließlich, wenn ein Ladestatus eines mit der Lade-Gleichspannung zu ladenden Energiespeichers des Elektrofahrzeugs unter 80 % liegt und/oder wenn ein sonstiger Zustandsindikator wie eine Maximaltemperatur Indikator des Energiespeichers und/oder ein Maximalladestrom-Indikator des Energiespeichers und/oder ein Maximalladespannungsindikator und/oder ein Maximallade- spannungsindikator des Energiespeichers es zulässt.
Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens entsprechen hier Vorteilen und vorteilhaften Ausführungsformen der beschriebenen Ladestation bzw. des beschriebenen Ladesystems und umgekehrt.
Ein weiterer Aspekt betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Ladestation für das Laden von Elektrofahrzeugen, insbesondere für das Laden von straßengebundenen Elektrofahrzeugen, mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW. Das Verfahren umfasst dabei die Verfahrensschritte des Verbauens, in der Ladestation, einer Anschlusseinheit zum Anschließen der Ladestation an eine elektrische Versorgungsinfrastruktur und zum Versorgen der Ladestation mit elektrischem Strom, eines Ermittelns eines Erwartungs- Wertebereichs für jeweilige Energiespeicherkapazitäten jeweiliger Elektro- Energiespeicher der mittels der Ladestation bei bestimmungsgemäßem Gebrauch derselben zu ladenden Elektrofahrzeuge, eines Verbauens, in der Ladestation, einer Schwungmassenspeichereinheit zum Speichern von mittels der Anschlusseinheit aus der Versorgungsinfrastruktur in Form von elektrischem Strom entnommener Energie, und schließlich eines Verbauens, in der Ladestation, einer Koppeleinheit zum vorübergehenden Koppeln des zu ladenden Elektrofahrzeugs mit der Schwungmassenspeichereinheit, welche ausgebildet ist, eine elektrische Leistung von mehr als 100 kW mittels einer Lade-Gleichspannung von der Schwungmassenspeichereinheit in das Elektrofahrzeug zu übertragen. Die Schwungmassenspeichereinheit ist dabei ausgebildet, Energie in Höhe eines vorgegebenen Energiebetrages zu speichern, welcher größer ist als 5 kWh und dabei mehr als 5 % und/oder weniger als 75 %, insbesondere weniger als 50 % des Wertes oder der Werte des Erwartungswertebereichs für die jeweiligen Energiespeicher-Kapazitäten beträgt. Der Erwartungs-Wertebereich kann dabei ein mathematischer Erwartungswert einer vorgegebenen Verteilung sein oder einen solchen umfassen, beispielsweise einen entsprechenden Mittelwert oder Median. Der Erwartungs- Wertebereich kann also ein einzelner Wert bzw. Betrag sein. Der Erwartungs- Wertebereich kann auch direkt die vorgegebene Verteilung umfassen. Der Erwartungs-Wertebereich bzw. die vorgegebene Verteilung ist dabei im Zeitraum der Herstellung, also bei dem Ermitteln des Erwartungs-Wertebereichs gültig und kann sich zu einem späteren Zeitpunkt ändern. Ein entsprechender Nachweis kann dabei geführt werden, indem eine ausreichend große Stich-
probe von Ladestationen mit ihrem jeweiligen Herstellungszeitraum vor dem Hintergrund einer entsprechenden Verteilung betrachtet wird.
Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens zum Herstellen der Ladestation entsprechen dabei Vorteilen und vorteilhaften Ausführungsformen der Ladestation bzw. des Verfahrens zum Laden von Elektrofahrzeugen und umgekehrt.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Herstellungsverfahrens ist vorgesehen, dass der Erwartungs-Wertebereich in Abhängigkeit einer geographischen Position eines Installationsortes für die Ladestation und/oder für eine vorgegebene Untermenge von Elektrofahrzeugen, insbesondere für Personenkraftwagen und/oder Lastkraftwagen oder Busse und/oder Schiffe und/oder Flugzeuge ermittelt wird. Das hat den Vorteil, dass die Ladestation mit ihren Eigenschaften besonders gut an die zu ladenden Elektrofahrzeuge angepasst werden kann, so dass die beschriebenen Vorteile besonders effizient erreicht werden.
Die vorstehend in der Beschreibung, auch im einleitenden Teil, genannten Merkmale und Merkmalskombinationen, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen von der Erfindung als umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt und erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind auch Ausführungen und Merkmalskombinationen als offenbart anzusehen, die somit nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen Anspruchs aufweisen. Es sind darüber hinaus Ausführungen und Merkmalskombinationen, insbesondere durch die oben dargelegten Ausführungen, als offenbart anzusehen, die über die in den Rückbezügen der Ansprüche dargelegten Merkmalskombinationen hinausgehen oder von diesen abweichen.
Dabei zeigt Fig. 1 eine beispielhafte Ausführungsform einer Ladestation zum
Laden von Elektrofahrzeugen.
Die Ladestation 1 ist dabei zum Laden von Elektrofahrzeugen 2 mit einer elektrischen Ladeleistung von mehr als 100 kW ausgebildet. Ein beispielhaftes Elektrofahrzeug 2, hier ein Personenkraftwagen, PKW, ist dabei mit der Ladestation elektrisch gekoppelt. Die Ladestation 1 weist eine Anschlusseinheit 3, eine Schwungmassenspeichereinheit 4 und eine Koppeleinheit 5 auf. Die Anschlusseinheit 3 dient dem Anschließen der Ladestation 1 an eine elektrische Versorgungsinfrastruktur 6 und zum Versorgen der Ladestation 1 mit elektrischem Strom. Zu diesem Zweck weist die Anschlusseinheit 3 vorliegend einen AC/DC-Umrichter 7 auf, welcher eine Wechselspannung der Versorgungsinfrastruktur 6 in eine Gleichspannung umwandelt.
Die Schwungmassenspeichereinheit 4 dient dem Speichern von mittels der Anschlusseinheit 3 aus der Versorgungsinfrastruktur 6 in Form des elektrischen Stroms entnommene Energie. Die Schwungmassenspeichereinheit 4 weist vorliegend eine Wechselrichtereinheit 8 mit einem AC/DC-Umwandler auf, mittels welcher eine von der Anschlusseinheit als Gleichspannung bereitgestellte elektrische Spannung des Stroms aus der Versorgungsinfrastruktur 6 in eine Speicherbetriebs-Wechselspannung umwandelbar ist, und die Speicherbetriebs-Wechselspannung umgekehrt in eine Lade-Gleichspannung, welche von der Koppeleinheit 5 zum Übertragen einer elektrischen Leistung von mehr als 100 kW in das Elektrofahrzeug 2 bereitgestellt wird. Die Schwungmassenspeichereinheit weist dabei zumindest einen, jedoch möglichst wenige Schwungmassenspeicher auf, bei welchem Schwungmasse und Rotor der zugehörigen elektrischen Maschine in einem gemeinsamen vakuumierten Bereich angeordnet sind und dort auch betrieben werden. Die Schwungmassenspeichereinheit 4 ist dabei ausgebildet, Energie in Höhe eines vorgegebenen Energiebetrages zu speichern, welcher größer ist als 5 kWh, beispielsweise 10 kWh. Die Schwungmassenspeichereinheit ist dabei weiter ausgebildet, die gespeicherte Energie mit einer elektrischen Leistung eines vorgegebenen Leistungsbetrages an die Koppeleinheit 5 und somit das Elektrofahrzeug 2 bereitzustellen, welcher zumindest 100 kW beträgt, wobei das Verhältnis von Energiebetrag zu Leistungsbetrag nicht mehr als 0,25 Stunden beträgt. Bei einem beispielhaften Leistungsbetrag von 150 kW ergeben sich entsprechend 0,15 Stunden, d. h. die Schwungmassenspeichereinheit kann die in ihr gespeicherte
Energie in 9 Minuten vollständig abgeben und in das Elektrofahrzeug 2 übertragen, sofern dass das Elektrofahrzeug 2, beispielsweise ein Ladezustand des zugeordneten Elektro-Energiespeichers 9 dies zulässt.