Anordnung für eine Erfassung einer Aktivierungshandlung und für eine Kommunikation bei einem Fahrzeug
B e s c h r e i b u n g Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung für eine Erfassung einer Aktivierungshandlung und für eine Kommunikation bei einem Fahrzeug. Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zu diesem Zweck.
Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, dass Sensoren und insbesondere kapazitive Sensoren bei Fahrzeugen zur Erfassung einer Annäherung verwendet werden können. Bspw. ist die Annäherung eine Aktivierungshandlung, mit welcher ein Benutzer eine Funktion am Fahrzeug aktivieren kann. Bei sicherheitsrelevanten Funktionen, wie die Entriegelung des Fahrzeuges, ist es üblicherweise vorgesehen, dass die Aktivierung der Funktion eine erfolgreiche Authentifizierung mittels einer Kommunikation des Fahrzeuges mit einem mobilen Gerät voraussetzt. Die Erfassung der Aktivierungshandlung kann dann zunächst zur Initiierung der Authentifizierung über die Kommunikation führen, um
dann bei erfolgreicher Authentifizierung die Funktion zu aktivieren. Entsprechend können der Sensor und eine Kommunikationsanordnung zur Kommunikation benachbart angeordnet sein. Die Kommunikation und die Erfassung können dann parallel, jedoch möglichst abwechselnd, wiederholt durchgeführt werden.
Nachteilhaft bei den bekannten Lösungen ist, dass die Kommunikation, insbesondere Nahfeldkommunikation, und die Erfassung kollidieren können. Bspw. kann durch die Erzeugung des magnetischen Wechselfeldes bei der Nahfeldkommunikation die Erfassung gestört werden.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Lösung für die Erfassung der Aktivierungshandlung bereitzustellen, auch wenn parallel hierzu die Kommunikation bereitgestellt wird.
Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch eine Anordnung mit den Merkmalen des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Anordnung beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.
Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch eine (insbesondere elektronische) Anordnung für eine (bevorzugt kapazitive) Erfassung einer Aktivierungshandlung und bevorzugt für eine Kommunikation, besonders bevorzugt bei einem Fahrzeug. Hierbei ist insbesondere vorgesehen, dass die erfindungsgemäße Anordnung zur Integration in das Fahrzeug ausgebildet ist, z. B. in einen Türgriff oder eine andere Fahrzeugkomponente des Fahrzeuges. Hierzu kann die Anordnung z. B. Befestigungsmittel aufweisen, um in die Fahrzeugkomponente montiert zu werden. Unter einer Anordnung wird vorzugsweise eine elektronische Schaltungsanordnung verstanden.
Ferner kann die erfindungsgemäße Anordnung die nachfolgenden Komponenten aufweisen, vorzugsweise befestigt auf einer Leiterplatte der Anordnung: eine (insbesondere elektronische) Kommunikationsanordnung für eine wiederholte Ausgabe eines elektrischen Kommunikationssignals über eine (insbesondere elektrische, d. h. elektrisch leitfähige) Sendeverbindung, um die Kommunikation bereitzustellen, wobei vorzugsweise die wiederholte Ausgabe in vordefinierten zeitlichen Abständen (nachfolgend als Ausgabeintervall bezeichnet) durchgeführt wird, und insbesondere das hierbei jeweils ausgegebene Kommunikationssignal eine vordefinierte Signaldauer (bspw. 40 ps) und Frequenz, insbesondere NFC-Frequenz (d. h. üblicherweise 13,56 MHz), aufweist, eine (insbesondere elektronische) Sensoranordnung für die (insbesondere kapazitive und/oder wiederholte) Erfassung der Aktivierungshandlung, wobei vorzugsweise hierzu in vordefinierten zeitlichen Abständen wiederholt eine Sensorelektrode ausgewertet wird, insbesondere durch wiederholte Ladungsübertragungen, eine (insbesondere elektrisch leitfähige) Kopplungsanordnung, welche elektrisch mit der Sendeverbindung (insbesondere direkt) verbunden ist, eine (insbesondere elektronische) Verarbeitungsvorrichtung der Sensoranordnung, welche mit der Kopplungsanordnung elektrisch verschaltet ist (insbesondere direkt elektrisch verbunden ist), um über die Kopplungsanordnung die Ausgabe des Kommunikationssignals zu detektieren.
In anderen Worten kann eine Rückführung des Kommunikationssignals, z. B. NFC (Near Field Communication) Signals, an die Verarbeitungsvorrichtung zur Detektion der Kommunikation, insbesondere eines NFC Betriebs, dienen. Die Erfindung kann es somit ermöglichen, dass die Ausgabe des Kommunikationssignals detektiert werden kann, um eine zeitlich zumindest teilweise überlappende Erfassung (also eine Kollision) zu erkennen. Hierzu kann das Kommunikationssignal, bspw. ein NFC Ping, über die Kopplungsanordnung an die Verarbeitungsvorrichtung teilweise zurückgeführt werden. Bspw. greift die Kopplungsanordnung hierzu das Kommunikationssignal an der Sendeverbindung ab. Die Sendeverbindung kann wiederum mit einem Sende-Ausgangspin (TX-Pin) der Kommunikationsanordnung elektrisch verbunden sein. Auch kann das Kommunikationssignal optional direkt am Sende-Ausgangspin abgegriffen werden, wobei
dann die Sendeverbindung als der Ausgangspin ausgeführt ist. Die Sendeverbindung ist insbesondere dazu vorgesehen, das Kommunikationssignal an ein Kommunikationselement, insbesondere eine Sendeantenne für die Kommunikation, zu übertragen. Das Kommunikationssignal kann entsprechend als ein Antennensignal ausgeführt sein. Das Kommunikationssignal wird z. B. über die Kopplungsanordnung teilweise zu einem Eingangsport der Verarbeitungsvorrichtung übertragen. Auf diese Weise kann durch das rückgeführte Kommunikationssignal ein Interrupt bei der Verarbeitungsvorrichtung ausgelöst werden, damit zu diesem Zeitpunkt erfasste Erfassungswerte der Erfassung verworfen werden, da diese gleichzeitig mit der Ausgabe des Kommunikationssignal erfasst wurden und somit gestört sind. Somit ist es ein Vorteil der Erfindung, dass die Zuverlässigkeit der Erfassung bei einem Parallelbetrieb mit der Kommunikationsanordnung verbessert werden kann.
Die Kommunikationsanordnung und/oder die Verarbeitungsvorrichtung und/oder die Sensoranordnung können jeweils einen integrierten Schaltkreis wie einen Mikrocontroller aufweisen oder als ein solcher integrierter Schaltkreis ausgebildet sein. Der integrierte Schaltkreis kann mehrere Ein- und/oder Ausgänge (bspw. Pins oder Ports) aufweisen, um elektrische Signale zu empfangen und/oder zu senden. Das Kommunikationssignal kann z. B. über einen Ausgang der Kommunikationsanordnung als elektrisches Signal ausgegeben werden, und über wenigstens eine Leiterbahn der Leiterplatte übertragen werden. Auf diese Weise kann das ausgegebene Kommunikationssignal über die Sendeverbindung an ein Kommunikationselement wie eine Antenne übertragen werden, um ein Magnetfeld zu erzeugen, welches der Kommunikation dient. Auch die Sendeverbindung kann dabei als eine Leiterbahn ausgeführt sein. Ebenfalls über wenigstens eine Leiterbahn der Leiterplatte kann ein Teil des Kommunikationssignals durch die Kopplungsanordnung abgezweigt und an einen Eingang der Verarbeitungsvorrichtung rückgeführt werden.
Vorteilhaft ist es zudem, wenn das Fahrzeug als ein Kraftfahrzeug, insbesondere als ein Hybridfahrzeug oder als ein Elektrofahrzeug ausgebildet ist, vorzugsweise mit einem Hochvolt-Bordnetz und/oder einem Elektromotor. Außerdem kann es möglich sein, dass das Fahrzeug als ein Brennstoffzellenfahrzeug und/oder Personenkraftfahrzeug und/oder semiautonomes oder autonomes Fahrzeug ausgebildet ist.
Vorteilhafterweise weist das Fahrzeug ein Sicherheitssystem auf, welches z. B. durch die Kommunikation mit einem mobilen Gerät wie einem Identifikationsgeber (ID-Geber) oder Smartphone eine Authentifizierung ermöglicht. In Abhängigkeit von der Kommunikation und/oder der Authentifizierung kann wenigstens eine Funktion des Fahrzeuges aktiviert werden. Falls hierzu die Authentifizierung des mobilen Geräts notwendig ist, kann es sich bei der Funktion um eine sicherheitsrelevante Funktion handeln, wie ein Entriegeln des Fahrzeuges oder eine Freigabe eines Motorstarts. Somit kann das Sicherheitssystem auch als ein passives Zugangssystem ausgebildet sein, welches ohne aktive manuelle Betätigung des mobilen Geräts die Authentifizierung und/oder die Aktivierung der Funktion bei Detektion der Annäherung des mobilen Geräts an das Fahrzeug initiiert. Hierzu wird bspw. wiederholt das Kommunikationssignal ausgesendet, welches durch das mobile Gerät bei der Annäherung empfangen werden kann, und dann die Authentifizierung auslöst. Auch ist es möglich, dass die Kommunikation dann initiiert wird, wenn die Aktivierungshandlung wie die Annäherung durch die Erfassung der Sensoranordnung detektiert wird. Auch kann die Funktion eine Aktivierung einer Fahrzeugbeleuchtung und/oder ein Betätigen (Öffnen und/oder Schließen) einer Klappe (z. B. Front- oder Heck- oder Seitenklappe bzw. -tür) betreffen. Bspw. wird automatisch bei der Detektion der Annäherung die Fahrzeugbeleuchtung aktiviert und/oder bei der Detektion der Aktivierungshandlung eines Benutzers die Klappe betätigt.
Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Kommunikationsanordnung dazu ausgeführt ist, die Kommunikation in der Form einer Nahfeldkommunikation (insbesondere NFC) über ein Kommunikationselement durchzuführen, wobei hierzu die Sendeverbindung zur elektrischen Verbindung mit dem Kommunikationselement ausgeführt sein kann, um das Kommunikationssignal an das Kommunikationselement (elektrisch) zu übertragen und um vorzugsweise einen Kommunikationsbereich für die Nahfeldkommunikation zu erzeugen, insbesondere zur Kommunikation mit einem mobilen Gerät wie einem Smartphone oder einem N FC-Transponder. Dabei kann die Nahfeldkommunikation auf diesen Kommunikationsbereich räumlich begrenzt sein, sodass eine Annäherung des mobilen Geräts erforderlich ist, welche ggf. durch die Erfassung der Aktivierungshandlung erkannt werden kann. Auch kann es möglich sein, dass das Kommunikationssignal als ein Ping- Signal ausgeführt ist, um die Annäherung des mobilen Geräts und/oder den Eintritt des mobilen Geräts in den Kommunikationsbereich zu detektieren.
Des Weiteren kann es vorgesehen sein, dass die Sensoranordnung als ein kapazitiver Sensor ausgeführt ist, welcher wenigstens eine elektrisch leitfähige Sensorelektrode aufweist, um die Erfassung über die Sensorelektrode als eine kapazitive Erfassung durchzuführen, wobei vorzugsweise die Sensorelektrode benachbart zu einem Kommunikationselement für die Kommunikation der Kommunikationsanordnung angeordnet ist. Die Erfassung kann z. B. durch wiederholte Ladungsübertragungen zur Sensorelektrode durchgeführt werden, wobei die Menge der übertragenen Ladung durch die Verarbeitungsvorrichtung ausgewertet werden kann, um eine durch die Sensorelektrode bereitgestellte veränderliche Kapazität zu messen. Die Veränderung der Kapazität kann dabei abhängig sein von der Aktivierungshandlung, wie einer Annäherung an die Sensorelektrode. Die Menge der übertragenen Ladung kann bspw. durch die Erfassungswerte der Erfassung repräsentiert werden. Bspw. wird hierzu die Ladung an einen Kondensator oder Integrator übertragen und eine Analog-Digital-Wandlung der Spannung über dem Kondensator bzw. bei dem Integrator durchgeführt, um die Erfassungswerte digital zu erhalten. Die Erfassungswerte können dann zur Auswertung der veränderlichen Kapazität und/oder zur Erfassung bzw. Detektion der Aktivierungshandlung zwischengespeichert werden.
Es ist ferner denkbar, dass die Verarbeitungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, über die Kopplungsanordnung einen Teil des Kommunikationssignals (d. h. das rückgeführte Kommunikationssignal) zu empfangen, insbesondere, um eine Kollision der Kommunikation mit der Erfassung zu detektieren, vorzugsweise, um bei der Detektion der Kollision die Erfassung auszusetzen. Die Erfassung kann z. B. dadurch ausgesetzt werden, dass die gleichzeitig mit der Ausgabe des Kommunikationssignals erfassten Erfassungswerte verworfen werden. Das Kommunikationssignal kann ein NFC Ping sein, welcher bspw. zur Detektion eines N FC-Transponders, insbesondere zur Kartendetektion einer NFC-Karte, durch die Kommunikationsanordnung dient. Allerdings kann es ein Problem sein, dass das NFC Frontend der Kommunikationsanordnung keine Rückmeldung während dieser Detektion bzw. Ausgabe des NFC Pings bietet. Daher kann die Kopplungsanordnung zur direkten Rückführung des Kommunikationssignals (insbesondere Ping Signals) zu einem Port der Verarbeitungsvorrichtung, z. B. eines Mikrocontrollers, dienen. Wenn gleichzeitig die
Erfassung mit der Ausgabe des Kommunikationssignals erfolgt, kann dies als Kollision erkannt werden.
Um die Erfassung auszusetzen, kann bei der Detektion der Kollision z. B. ein Interrupt der Verarbeitungsvorrichtung ausgelöst werden, welcher dazu führt, dass Erfassungswerte der Erfassung während der Ausgabe nicht zur Detektion der Aktivierungshandlung führen können. Auf diese Weise ist eine Kollisionsentdeckung möglich.
Es kann von Vorteil sein, wenn im Rahmen der Erfindung die Verarbeitungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, über die Kopplungsanordnung einen Teil des Kommunikationssignals zu empfangen und mittels einer Unterabtastung auszuwerten, insbesondere zu messen, um (anhand dieser Auswertung bzw. Messung) die Ausgabe des Kommunikationssignals zu detektieren. Die Unterabtastung kann notwendig oder sinnvoll sein, da die Frequenz des Kommunikationssignals für die Auswertung, insbesondere Messung, durch die Verarbeitungsvorrichtung ggf. zu hoch ist. Die Verarbeitungsvorrichtung kann primär zur Durchführung der Erfassung ausgeführt sein, und nicht zur Messung der Frequenz des Kommunikationssignals. Auch kann es möglich sein, dass die Verarbeitungsvorrichtung zeitweise in einem Energiesparmodus betrieben wird, in welchem die Taktfrequenz der Verarbeitungsvorrichtung verringert ist und somit nicht zur verlustfreien Messung der Frequenz des Kommunikationssignals ausreicht. Insbesondere wird unter der Unterabtastung verstanden, dass die Abtastung des rückgeführten Kommunikationssignals durch die Verarbeitungsvorrichtung mit weniger als der doppelten Bandbreite durchgeführt wird und/oder die Bedingungen des Nyquist-Shannon-Abtasttheorems nicht erfüllt.
Bspw. kann das Kommunikationssignal als ein Signal (insbesondere Ping) mit einer Frequenz (insbesondere N FC-Trägerfrequenz) von 13,56 MHz und/oder mit einer Signaldauer von 40 ps ausgeführt sein. Das Kommunikationssignal wird dann während der Signaldauer mit der Frequenz ausgegeben und pausiert anschließend bis zur nächsten Ausgabe. Die Frequenz kann zu hoch sein für die direkte Auswertung, insbesondere Messung, durch die Verarbeitungsvorrichtung. Bspw. kann eine Zählerkomponente wie ein Event-Counter der Verarbeitungsvorrichtung genutzt werden, um verlustbehaftet die Frequenz des Kommunikationssignals zu zählen und abhängig von dem Ergebnis ein Interrupt der Verarbeitungsvorrichtung auszulösen, welcher die Erfassung aussetzt, d. h.
insbesondere die aktuellen Erfassungswerte verwirft. Das verlustbehaftete Zählen der NFC- Trägerfrequenz kann dabei allerdings kontrolliert erfolgen und somit dennoch gültig sein. Es hat sich hierbei überraschenderweise herausgestellt, dass trotz der Unterabtastung das Ergebnis bzw. die Auswertung für das Vorliegen der Ausgabe des Kommunikationssignals spezifisch ist, und zur Unterscheidung dienen kann, wann die Ausgabe erfolgt und wann nicht.
Des Weiteren ist es im Rahmen der Erfindung optional möglich, dass die Kommunikationsanordnung dazu ausgeführt ist, das Kommunikationssignal mit einer Frequenz von im Wesentlichen 13,56 MHz und/oder mit einer Signaldauer im Bereich von 10 ps bis 80 ps, vorzugsweise 20 ps bis 60 ps, bevorzugt im Wesentlichen 40 ps, und/oder mit einem Intervall (als Ausgabeintervall bezeichnet) im Bereich von 50 ms bis 200 ms, vorzugsweise im Wesentlichen 100 ms, zeitlich wiederholt auszugeben. Es ist möglich, dass auf die Verwendung eines Quarzes für den Takt der Komponenten verzichtet wird, sodass Abweichungen von den angegebenen Werten impliziert sind.
Ferner kann auch die Erfassung durch die Sensoranordnung wiederholt durchgeführt werden, insbesondere synchronisiert mit der Ausgabe des Kommunikationssignals, wobei bevorzugt die Detektion der Ausgabe des Kommunikationssignals zur Synchronisierung verwendet wird, um eine gleichzeitige Ausgabe und Erfassung, also eine Kollision, zu vermeiden.
Die Kommunikationsanordnung kann separat von der Sensoranordnung ausgebildet sein, insbesondere gekapselt von der Sensoranordnung ausgebildet sein, sodass die Sensoranordnung nicht unmittelbar mit der Kommunikationsanordnung kommunizieren kann bzw. nicht unmittelbar von der Kommunikationsanordnung ein Signal erhalten kann, welches die Ausgabe des Kommunikationssignals mitteilt. Daher kann es vorgesehen sein, dass das Kommunikationssignals über die Kopplungsanordnung „angezapft“, also schaltungstechnisch abgezweigt, wird. Dies macht es jedoch erforderlich, dass die Verarbeitungsvorrichtung prüft, ob wirklich das Kommunikationssignals an der Kopplungsanordnung vorliegt, oder ein sonstiges Signal (es kann nicht einfach eine Flanke oder ein High-Low-Pegel ausgewertet werden). Hierzu kann die Detektion der Ausgabe eine
Messung, insbesondere Frequenzmessung, bei dem rückgeführten Kommunikationssignal durch die Verarbeitungsvorrichtung umfassen.
Ferner kann im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass die Verarbeitungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, parallel zur wiederholten Ausgabe des Kommunikationssignals die Erfassung wiederholt zu initiieren, und eine mit der Ausgabe überlappende Erfassung anhand eines über die Kopplungsanordnung rückgeführten Teils des Kommunikationssignals als Kollision zu erkennen. Bspw. verbindet die Kopplungsanordnung einen Sendepin (Tx- Pin) der Kommunikationsanordnung mit einem Port der Verarbeitungsvorrichtung. Falls über diesen Port das Kommunikationssignal detektiert wird, z. B. durch eine Frequenzauswertung, können die aus der überlappenden Erfassung resultierenden Erfassungswerte verworfen werden.
Es kann vorgesehen sein, dass für die Erfassung eine Sensorelektrode durch ein Sensorsignal zumindest teilweise durch die Verarbeitungsvorrichtung betrieben wird, wobei das Sensorsignal elektrische Ladungsübertragungen zur Sensorelektrode bewirken kann. Das Sensorsignal für die Erfassung wird bspw. mit 333 kHz übertragen. Entsprechend eignet sich die Verarbeitungsvorrichtung, welche ggf. auch das Sensorsignal erzeugt oder auswertet, ggf. nicht zur verlustlosen Abtastung des Kommunikationssignals. Gleichwohl kommt eine Unterabtastung in Frage, welche sich als ausreichend herausgestellt hat, um lediglich die Detektion der Ausgabe durchzuführen.
In einer weiteren Möglichkeit kann vorgesehen sein, dass die Verarbeitungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, über die Kopplungsanordnung eine Frequenzauswertung des Kommunikationssignals, vorzugsweise Frequenzmessung, insbesondere mittels einer Unterabtastung, des Kommunikationssignals durchzuführen. Hierzu kommt z. B. ein Zähler der Verarbeitungsvorrichtung mit 2 bis 16 MHz zum Einsatz, wobei die Taktfrequenz je nach Modus variieren kann, z. B. je nachdem, ob ein Energiesparmodus der Verarbeitungsvorrichtung vorliegt.
Ein weiterer Vorteil kann im Rahmen der Erfindung erzielt werden, wenn die Verarbeitungsvorrichtung eine Zählerkomponente aufweist, um über die Kopplungsanordnung eine Frequenzauswertung des Kommunikationssignals durchzuführen.
Je nach Zählerstand kann dann auf das Vorliegen des Kommunikationssignals, also die Ausgabe, geschlossen werden. Als Zählerkomponente kommt z. B. ein Zähler (engl. Counter) der Verarbeitungsvorrichtung zum Einsatz.
Optional kann es vorgesehen sein, dass die Verarbeitungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, in unterschiedlichen Betriebsarten betrieben zu werden, welche sich hinsichtlich einer Taktfrequenz der Verarbeitungsvorrichtung unterscheiden. Dabei kann das Abtastvermögen für das Kommunikationssignal abhängig von der Taktfrequenz sein. Je nach Taktfrequenz kann es somit erforderlich sein, dass die Abtastung des rückgeführt Kommunikationssignals durch die Verarbeitungsvorrichtung in der Form einer Unterabtastung erfolgt. Die Betriebsarten können z. B. einen Normalbetrieb und einen Energiesparmodus umfassen, wobei im Energiesparmodus die Verarbeitungsvorrichtung z. B. mit einer Taktfrequenz in Höhe von 2 MHz betrieben wird. Im Normalbetrieb kann die Verarbeitungsvorrichtung z. B. mit einer Taktfrequenz in Höhe von 16 MHz betrieben werden.
Vorteilhaft ist es zudem, wenn die Kopplungsanordnung einen Kopplungswiderstand aufweist, um das Kommunikationssignal gefiltert, insbesondere tiefpassgefiltert, an die Verarbeitungsvorrichtung rückzuführen. Die Kopplungsanordnung kann hierzu ggf. auch eine Spule oder einen Kondensator aufweisen, vorteilhafterweise aber die Eingangskapazität eines Eingangs der Verarbeitungsvorrichtung nutzen, mit welchem die Kopplungsanordnung zur Weiterleitung des Kommunikationssignals elektrisch verbunden sein kann. Dies ermöglicht ferner auch eine Entstörung der Detektion der Ausgabe des Kommunikationssignals. Der Kopplungswiderstand ist insbesondere ein ohmscher Widerstand.
Nach einer weiteren Möglichkeit kann es vorgesehen sein, dass die Kopplungsanordnung einen Kopplungswiderstand aufweist, welcher mit einem Eingang der Verarbeitungsvorrichtung elektrisch verbunden ist, um mit einer Eingangskapazität des Eingangs ein Filter, insbesondere Tiefpassfilter, auszubilden. Der Eingang ist z. B. ein Port, die Eingangskapazität ist z. B. die Portkapazität, welche zusammen mit dem Kopplungswiderstand eine Tiefpasswirkung haben kann. Bei dem Filter liegt die Grenzfrequenz z. B. im Bereich von 15 bis 20 MHz. Dies ermöglicht einen Durchlassbereich für eine Frequenz des Kommunikationssignals, insbesondere NFC-Frequenz, z. B. 13,56
MHz. Der Ausgang, insbesondere TX Ausgangspin, der Kommunikationsanordnung, über welchen das Kommunikationssignal ausgegeben wird, kann dabei sehr niederohmig sein, z. B. nur im Bereich von 2 Ohm liegen. Der Kopplungswiderstand kann hingegen z. B. einen Widerstandswert im Bereich 680 Ohm aufweisen, und die Eingangskapazität z. B. 15 pF (Picofarad) betragen. Somit ist es möglich, mit geringem technischen Aufwand einen Filter für die Detektion der Ausgabe des Kommunikationssignals bereitzustellen.
Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass die Kopplungsanordnung einen Kopplungswiderstand aufweist, welcher an eine Eingangskapazität eines Eingangs der Verarbeitungsvorrichtung angepasst ist. Bspw. erfolgt die Anpassung (bspw. durch eine Simulation) in der Weise, dass die Frequenz des Kommunikationssignals zum Eingang durchgelassen wird und andere Frequenzen gedämpft werden, insbesondere eine Tiefpasswirkung erzielt wird.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren für eine (insbesondere kapazitive) Erfassung einer Aktivierungshandlung und für eine Kommunikation bei einem Fahrzeug. Hierbei ist vorgesehen, dass die nachfolgenden Schritte durchgeführt werden, vorzugsweise nacheinander oder in beliebiger Reihenfolge, wobei die Schritte auch wiederholt durchgeführt werden können:
Durchführen einer wiederholten Ausgabe eines elektrischen Kommunikationssignals durch eine Kommunikationsanordnung über eine Sendeverbindung, um die Kommunikation bereitzustellen,
Durchführen der Erfassung der Aktivierungshandlung durch eine Sensoranordnung, Durchführen einer Detektion der Ausgabe des Kommunikationssignals durch eine elektronische Verarbeitungsvorrichtung der Sensoranordnung über eine Kopplungsanordnung, wobei die Kopplungsanordnung elektrisch mit der Sendeverbindung verbunden ist.
Damit bringt das erfindungsgemäße Verfahren die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Anordnung beschrieben worden sind. Zudem kann im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass die Schritte des Verfahrens durch eine erfindungsgemäße Anordnung ausgeführt werden.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung von Teilen einer erfindungsgemäßen Anordnung,
Fig. 2 eine weitere schematische Darstellung von Teilen einer erfindungsgemäßen Anordnung montiert an einem Fahrzeug und
Fig. 3 eine schematische Darstellung zur Visualisierung eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
In den nachfolgenden Figuren werden für die gleichen technischen Merkmale auch von unterschiedlichen Ausführungsbeispielen die identischen Bezugszeichen verwendet.
In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Anordnung 10 für eine - insbesondere kapazitive - Erfassung 260 einer Aktivierungshandlung und für eine Kommunikation bei einem Fahrzeug 1 gezeigt. Die erfindungsgemäße Anordnung 10 kann dabei als eine Schaltungsanordnung z. B. mindestens oder genau eine Leiterplatte aufweisen, auf welcher die Komponenten der Anordnung 10 befestigt sind.
In Figur 2 ist die erfindungsgemäße Anordnung 10 im in das Fahrzeug 1 integrierten Zustand dargestellt. Dabei kann die Anordnung 10 z. B. in einen Türgriff 2 montiert werden, um einen Kommunikationsbereich 150 für die Kommunikation angrenzend zum Türgriff 2 bereitzustellen. Die Kommunikation kann hierbei auf den Kommunikationsbereich 150 beschränkt, und somit z. B. nur im Nahbereich zum Fahrzeug 1 möglich sein.
Ferner sind in Figur 1 die Komponenten einer erfindungsgemäßen Anordnung 10 mit weiteren Einzelheiten dargestellt. Es kann eine Kommunikationsanordnung 100 für eine wiederholte Ausgabe 160 eines elektrischen Kommunikationssignals 20 über eine elektrische Sendeverbindung 110 vorgesehen sein, um hierdurch die Kommunikation
bereitzustellen. Auf diese Weise kann, insbesondere durch die Ausgabe 160 des Kommunikationssignals 20 an ein Kommunikationselement 120, der Kommunikationsbereich 150 erzeugt werden. Das Kommunikationselement 120 ist bspw. als eine Kommunikationsantenne 120, insbesondere NFC-Antennenspule, ausgebildet. Somit kann die Ausgabe 160 des Kommunikationssignals 20 dazu führen, dass im Bereich um das Kommunikationselement 120 ein magnetisches Wechselfeld entsteht, welches zur Nahfeldkommunikation dienen kann.
Weiter kann eine Sensoranordnung 200 für die Erfassung 260 der Aktivierungshandlung vorgesehen sein, um bspw. die Aktivierungshandlung als eine Annäherung an den Türgriff 2 zu detektieren. Die Annäherung kann bspw. auch im Kommunikationsbereich 150 detektiert werden.
Ferner ist eine Kopplungsanordnung 300 vorgesehen, welche elektrisch mit der Sendeverbindung 110 verbunden ist. Es kann sich bei der Kopplungsanordnung 300 um eine Abzweigung der Sendeverbindung 110 handeln, um das Kommunikationssignal 20 elektrisch an eine elektronische Verarbeitungsvorrichtung 210 der Sensoranordnung 200 teilweise rückzuführen. Die Verarbeitungsvorrichtung 210, welche mit der Kopplungsanordnung 300 elektrisch verschaltet ist, insbesondere über einen Eingang 240 elektrisch direkt verbunden ist, kann auf diese Weise über die Kopplungsanordnung 300 die Ausgabe 160 des Kommunikationssignals 20 detektieren.
In einer optionalen Ausgestaltung kann die Sensoranordnung 200 als ein kapazitiver Sensor ausgeführt sein, welcher wenigstens eine elektrisch leitfähige Sensorelektrode 220 aufweist, um die Erfassung 260 über die Sensorelektrode 220 als eine kapazitive Erfassung 260 durchzuführen. Dabei kann die Sensorelektrode 220 benachbart zu dem Kommunikationselement 120 für die Kommunikation der Kommunikationsanordnung 100 angeordnet sein. Entsprechend kann aber auch die Ausgabe 160 des Kommunikationssignals 20 an das Kommunikationselement 120 zur Störung der Erfassung 260 führen. Daher kann die Verarbeitungsvorrichtung 210 dazu ausgeführt sein, über die Kopplungsanordnung 300 einen Teil des Kommunikationssignals 20 zu empfangen, um eine Kollision 265 der Kommunikation mit der Erfassung 260 zu detektieren, um bei der Detektion der Kollision 265 die Erfassung 260 auszusetzen.
Die Verarbeitungsvorrichtung 210 ist dazu ausgeführt, über die Kopplungsanordnung 300 eine Frequenzauswertung des Kommunikationssignals 20 mittels einer Unterabtastung des Kommunikationssignals 20 durchzuführen. Es ist möglich, dass die Kommunikationsanordnung 100 dazu ausgeführt sein kann, das Kommunikationssignal 20 mit einer Frequenz von im Wesentlichen 13,56 MHz und/oder mit einer Signaldauer im Bereich von 40 ps, und/oder mit einem Intervall im Bereich von 100 ms, zeitlich wiederholt auszugeben. Daher kann die Unterabtastung notwendig sein, insbesondere dann, wenn die Verarbeitungsvorrichtung 210 dazu ausgeführt ist, in unterschiedlichen Betriebsarten betrieben zu werden, welche sich hinsichtlich einer Taktfrequenz der Verarbeitungsvorrichtung 210 unterscheiden. Die Verarbeitungsvorrichtung 210 kann eine Zählerkomponente 230 aufweisen, um über die Kopplungsanordnung 300 die Frequenzauswertung des Kommunikationssignals 20 durchzuführen.
Ferner kann die Kopplungsanordnung 300 einen Kopplungswiderstand 310 aufweisen, um das Kommunikationssignal 20 gefiltert an die Verarbeitungsvorrichtung 210 rückzuführen. Der Kopplungswiderstand 310 kann hierbei mit dem Eingang 240 der Verarbeitungsvorrichtung 210 elektrisch verbunden sein, um mit einer Eingangskapazität des Eingangs 240 ein Filter auszubilden.
Aus Figur 3 ist in einem beispielhaften Verlauf der Kommunikation und Erfassung 260 über die Zeit t ersichtlich, dass die Verarbeitungsvorrichtung 210 dazu ausgeführt sein kann, parallel zur wiederholten Ausgabe 160 des Kommunikationssignals 20 die Erfassung 260 wiederholt zu initiieren, und eine mit der Ausgabe 160 überlappende Erfassung 260 (s. Bezugszeichen 265) anhand eines über die Kopplungsanordnung 300 rückgeführten Teils des Kommunikationssignals 20 als Kollision 265 zu erkennen.
Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bezu gszei chen l iste
1 Fahrzeug
2 Türgriff
10 Anordnung
20 Kommunikationssignal
100 Kommunikationsanordnung
110 Sendeverbindung
120 Kommunikationselement, Kommunikationsantenne, NFC-Spule
150 Kommunikationsbereich
160 Ausgabe, NFC Messung
200 Sensoranordnung
210 Verarbeitungsvorrichtung
220 Sensorelektrode
230 Zählerkomponente
240 Eingang
260 Erfassung
265 Kollision
300 Kopplungsanordnung
310 Widerstandselement, Kopplungswiderstand t Zeit