Geschaltete Y-Kondensatoren
Die vorliegende Erfindung betrifft eine bordeigene Ladeelektronik gemäß den Merkmalen im Oberbegriff von 1 .
Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, zur Fortbewegung von Kraftfahrzeugen elektrische Energie zu verwenden. Solche Kraftfahrzeuge werden rein elektrisch als Elektrofahrzeug angetrieben. Es gibt jedoch auch Hybridvarianten, bei denen zusätzlich mit einem Verbrennungsmotor bzw. einer Brennstoffzelle Energie erzeugt wird. Beiden Fahrzeugen gemeinsam ist, dass die elektrische Energie gespeichert wird in einer Traktionsbatterie, nachfolgend auch Akku, Akkumulator bzw. Batterie genannt.
Diese Traktionsbatterie wird im Ruhezustand des Elektrofahrzeuges aufgeladen durch Anschluss an eine externe Spannungsquelle.
Je nach örtlicher Gegebenheit sowie auch je nach Land, in welchem das Elektrofahrzeug geladen werden soll, stehen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten sowie Versorgungsspannungen zum Durchführen des Ladevorganges zur Verfügung. Üblicherweise beträgt die Versorgungsspannung von 100V - 500V mit einer Frequenz von 50 - 60 Hz.
Hierzu wird eine Leistungselektronik eingesetzt, welche die unterschiedlichen Versorgungsspannungen auf eine Ladespannung transformieren, so dass die Traktionsbatterie in dem Elektrofahrzeug geladen werden kann.
Damit nunmehr möglichst flexibel das Elektrofahrzeug für verschiedene Versorgungsspannungen einsetzbar ist, ist eine Leistungselektronik mit Ladekommunikation in dem Kraftfahrzeug vorhanden, welche auch On-Board Charger (OBC) genannt wird. Eine solche bordeigene Ladeelektronik kann im Allgemeinen mit Ein-Phasen-Netzen (typisch PL-i— und N-Leiter) oder Drei-Phasen- Netzen (PL-i— PL2- PL3-Leiter, mit/ohne N-Leiter) betrieben werden. Maßgeblich transformiert der OBC die 50 Hz Sinuswechselspannung (Versorgungsspannung) in eine DC-Gleichspannung. Der OBC kann weiterhin zwischen dem Fahrzeug und dem Versorgungsnetz eine Potenzialfreiheit mit Hilfe eines integrierten Transformators herstellen.
Damit die 50 Hz Wechselspannung (Versorgungsspannung) in eine DC- Gleichspannung (Ladespannung) umgewandelt werden kann, verwendet man im Stand der Technik Active Front Ends (AFE) oder Power Factor Correction (PFC). PFCs werden verwendet, wenn der Energiefluss nur von der Versorgungsspannung zum Verbraucher geleitet wird. Auch sind sogenannte bidirektionale PFCs bekannt. Wird im Umkehrschluss die Batterie entladen, um die Batteriespannung in das Versorgungsnetz einzuspeisen, spricht man von einem AFE, welcher auch als bidirektionaler PFC bezeichnet werden kann.
Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, dass eine PFC-Drossel aus einer Induktivität, mithin einer gewickelten Spule, ausgebildet ist. Eine solche Spule weist ebenfalls einen Wickelkern auf.
In einer solchen Ladevorrichtung ist ferner vorgesehen, dass elektronische Schalter mit induktivem Filter verwendet werden. Hierbei entstehen jedoch hoch frequente Störspannungen bzw. Störströme, die von den Schaltern erzeugt werden. Damit diese Störspannungen bzw. Störströme nicht zu dem Versorgungsnetz gelangen, werden sogenannte EM I-Filter verwendet. Diese EMI-Filter reduzieren Störungen zwischen einer jeweiligen Phase und dem Nullleiter (Differenzfilter). Zum anderen die Störungen zwischen einer bzw. allen Phasen und dem Nullleiter gegenüber dem Schutzleiter (Gleichtaktfilter).
Aus dem Stand der Technik ist es ferner bekannt als Endstörkondensatoren, X- Kondensatoren als Differenzfilter sowie Y-Kondensatoren als Gleichtaktfilter einzusetzen.
Um eine anwendende Person gegen einen elektrischen Schlag zu schützen, ist am Netzanschluss zwingend ein FI-Schutzschalter eingesetzt. Dieser befindet sich in der Regel in einem Sicherungskasten in einem Hausanschluss.
Es gibt auch FI-Schutzschalter, die in ein Ladekabel integriert sind.
Der FI-Schutzschalter überwacht mit einem Stromsensor den Summenstrom der Netzleiter. Wenn der Summenstrom einen Referenzwert (bspw. 30 mA in einem deutschen Netz mit Versorgungsspannung) überschreitet, schaltet der FI- Schutzschalter automatisch aus Sicherheitsgründen ab, da dann ein zu hoher Ableitstrom eines Verbrauchers vorliegt.
Ein solcher Ableitstrom wird unter anderem jedoch auch von den Y-Kondensatoren erzeugt, da diese für die Filterfunktion an den Phasenleitern und dem Nullleiter angeschlossen sind. Daher darf die Kapazität des Y-Kondensators nicht beliebig hoch gewählt werden. Dies steht jedoch im Widerspruch zu der Filterung der Gleichtaktsignale und ist zugleich problematisch für die technische Realisierung. Eine kleinere Kapazität des Y-Kondensatoren bedingt eine höhere Gleichtaktinduktivität zu Erreichung der gleichen Filtercharakteristik. Eine höhere Gleichtaktinduktivität bedeutet aber ein deutlich größeres Bauraumvolumen und Gewicht des Gesamtfilters was unerwünschter Weise das Gewicht der bordeigenen Ladevorrichtung anheben würde.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Ladeanordnung bereitzustellen, welche einen verbesserten Schutz des Anwenders bzw. des Versorgungsnetzes bietet, gleichzeitig jedoch eine verbesserte Ladeleistung und einen geringen Bauraumbedarf hat.
Die zuvor genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Ladeanordnung mit bordeigener Ladevorrichtung für ein Elektrokraftfahrzeug mit den Merkmalen in Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungsvarianten der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die Ladeanordnung mit bordeigener Ladevorrichtung ist für ein Elektrokraftfahrzeug sowie auch für ein Hybridfahrzeug geeignet. Maßgeblich wird eine bordeigene Traktionsbatterie des Elektrokraftfahrzeugs mit einer externen Versorgungsspannung geladen.
Hierzu weist das Elektrokraftfahrzeug eine Bordeigene Ladevorrichtung auch On- Board Charger (OBC) genannt, auf. Die bordeigene Ladevorrichtung weist zumindest einen elektrischen Eingangsanschluss auf. Der elektrische Eingangsanschluss ist für ein Nullleiter, einen Schutzleiter und mindestens 1 Phase, insbesondere 3 Phasen vorgesehen. Ferner weist die bordeigene Ladevorrichtung mindestens einen elektrischen Ausgangsanschluss auf, welcher zu einer Traktionsbatterie führt. In einem Gehäuse der bordeigenen Ladevorrichtung ist eine Leistungselektronik angeordnet. Die Leistungselektronik weist mindestens einen Spannungswandler auf.
Erfindungsgemäß ist nunmehr vorgesehen, dass in der Ladevorrichtung mindestens ein Gleichtaktfilter angeordnet ist. Der Gleichtaktfilter ist durch mindestens einen zwischen Nullleiter und Phase schaltbaren Y-Kondensator ausgebildet. Der Y- Kondensator ist ferner an den Schutzleiter angeschlossen.
Der Y-Kondensator ist an den Nullleiter und den Schutzleiter angeschlossen. Dem Y- Kondensator ist jedoch mindestens ein Umschalter vorgelagert, so dass zwischen Nullleiter und zumindest einer Phase, insbesondere der ersten Phase umgeschaltet
werden kann. Dies ermöglicht es erfindungsgemäß, dass in einem Ruhezustand der Ladevorrichtung der Y-Kondensator vorzugsweise zunächst deaktiviert ist.
Besonders bevorzugt sind jedoch zwei Schalter angeordnet. Ein Schalter ist dann mit der Phase gekoppelt. Ein zweiter Schalter ist mit dem Nullleiter gekoppelt.
Die Schalter sind jeweils mit dem Y-Kondensator gekoppelt. In einer Ruhestellung befinden sich beide Schalter in der Position offen, d. h. es ist keine elektrische Durchleitung geschaltet. Nach Detektion der Polarität von Phase bzw. Nullleiter wird dann einer der Schalter geschlossen, dergestalt, dass der effektiv bzw. echte bzw. reale Nullleiter elektrisch mit dem Y-Kondensator verbunden ist.
Nach Detektion der Polarität von Nullleiter und der mindestens einen Phase, kann dann der Y-Kondensator auf den Nullleiter geschaltet werden und im Anschluss daran der eigentliche Ladevorgang beginnen. Der Y-Kondensator ist dann an den Nullleiter und den Schutzleiter angeschlossen.
Hierdurch wird erfindungsgemäß sichergestellt, dass nicht der Y-Kondensator mit der mindestens eine Phase des Versorgungsnetzes verbunden ist, so dass versehentlich ein FI-Schutzschalter auslösen würde.
Die vorliegende Erfindung eignet sich insbesondere für eine nachfolgend beschriebene Ladeanordnung.
Bei einem Drei-Phasen-Netz, bspw. bei einem Ladevorgang mit einer Wall-Box, ist die Pinbelegung eines Steckers unproblematisch, da alle Leiter der drei Phasen, des Nullleiters und des Schutzleiters, eindeutig lageorientiert im Stecker belegt sind. Ein versehentliches Vertauschen von Phase und Nullleiter ist bereits dadurch ausgeschlossen.
Elektrokraftfahrzeuge werden jedoch oftmals auch mit einem ICCB-Ladekabel ausgeliefert bzw. geladen. Hierzu wird ein hausseitiger Stecker des Typs F (Schukostecker) verwendet. Dieser Stecker wird mit seinen Anschlüssen an die Phase und den Nullleiter sowie entsprechend auch den Schutzleiter gekoppelt.
Je nach Lageorientierung des Schukosteckers sind jedoch Phase und Nullleiter mit einer 50 % Wahrscheinlichkeit vertauscht in einer Steckdose eingesteckt.
Genau hier setzt die vorliegende Erfindung an. Mit bevorzugt einer vorgeschalteten Spannungsmessung kann zunächst der elektrische Anschluss von Phase und Nullleiter festgestellt werden. Die Detektion des elektrischen Anschlusses bedeutet im Rahmen dieser Erfindung das Feststellen, auf welcher physisch vorhandenen Leitung der hauseigene Nullleiter sowie die hauseigene Phase liegen. Im Sinne dieser Erfindung kann es nachfolgend auch bezeichnet werden als Feststellen der Polarität von Phase und Nullleiter. Im Anschluss daran wird der Y-Kondensator auf den Nullleiter geschaltet. Wiederum im Anschluss daran beginnt der eigentliche Ladevorgang.
Erfindungsgemäß kann somit eine deutlich bessere Absicherung sowohl der bordeigenen Ladevorrichtung als auch für einen anwendenden Benutzer stattfinden. Die bordeigenen Ladevorrichtung kann jedoch auch kleiner dimensioniert aufgebaut werden, da insbesondere die Funktionalität des Gleichtaktfilters eine verbesserte Funktion zur Relation des Gleichtaktfilters bei kleinerem Bauraum erreicht werden kann.
Hierzu wird insbesondere als Schalter des Y-Kondensators ein Umschalter verwendet. Dieser Umschalter könnte zwischen Nullleiter und Phase jeweils umschalten. Besonders bevorzugt werden zwei Schalter verwendet, die im Ruhemodus beide zunächst offen sind. Nach Feststellen, des elektrischen Anschlusses von Nullleiter und Phase wird der Schalter geschlossen, der den Y- Kondensator mit der elektrischen Leitung verbindet, die von der hauseigenen Versorgungsspannung kommend den Nullleiter ausbildet.
Alternativbevorzugt kann jedoch ein sogenannter Drei-Wege-Schalter verwendet werden. Dieser Drei-Wege-Schalter würde zunächst den Y-Kondensator sowohl von dem Nullleiter als auch der mindestens einen Phase elektrisch trennen (1. Schaltzustand). Nach Feststellung der Polarität von Nullleiter und Phase wird dann entweder auf einen ersten elektrischen Durchfluss geschaltet (2. Schaltungszustand) oder einen zweiten elektrischen Durchfluss geschaltet (3. Schaltungszustand). Der 2.
Schaltungszustand und der 3. Schaltungszustand sind jeweils dazu da, um innerhalb der bordeigenen Ladevorrichtung die dortigen Leitungen für die erste Phase und den Nullleiter zu vertauschen.
Als Schalter können Relais oder auch Halbleiter verwendet werden.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass ein Differenzfilter vorhanden ist. Der Differenzfilter ist insbesondere als X-Kondensator ausgebildet. Der X-Kondensator ist besonders bevorzugt zwischen Nullleiter und Phase angeschlossen.
Eine weitere bevorzugte Fortbildung der Erfindung sieht vor, dass mindestens eine Gleichtaktdrossel in der Phase und mindestens eine Gleichtaktdrossel in dem Nullleiter angeordnet ist. Die Anordnung bezieht sich innerhalb der Leistungselektronik insbesondere auf die Durchschaltung des jeweiligen Leiters bzw. einen dort vorhandenen Zwischenkreis. Es können mehrere Gleichtaktdrosseln eingesetzt werden, so dass einen höhere Filterwirkung/Dämpfung der hochfrequenten Signale erzeugt wird. Besonders bevorzugt wird ein zweistufiger Gleichtaktfilter durch zwei Gleichtaktdrosseln ausgebildet. Es können jedoch auch drei oder vierstufige Gleichtaktfilter, mit also drei oder vier Gleichtaktdrosseln, verwendet werden.
Weiterhin besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass einer Gleichtaktdrossel zwei Y- Kondensatoren zugeordnet sind. Insbesondere ist die eine Gleichtaktdrossel in Reihe mit den zwei Y-Kondensatoren geschaltet.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass der Y-Kondensator auf den Nullleiter auf eine beliebige Phase, bei mehreren Phasen oder den Schutzleiter, schaltbar ist.
Somit ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass der Y-Kondensator auf alle Leiter in der bordeigenen Ladevorrichtung schaltbar sein kann. Dies bedeutet im Rahmen der Erfindung, dass der Y-Kondensator auf eine beliebige Phase oder den Nullleiter geschaltet wird. Der andere Anschluss des Y-Kondensators ist dabei mit dem Schutzleiter fest verbunden.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Laden eines Elektrokraftfahrzeuges. Hierzu wird ein Elektrokraftfahrzeuges mit einem Ladekabel mittels Schukostecker an einen Hausanschluss angeschlossen. Es wird die Polarität von Nullleiter und erster Phase festgestellt. Im Anschluss wird der Y-Kondensator auf den Nullleiter des Hausanschlusses geschaltet. Wiederum im Anschluss dazu beginnt der eigene Ladevorgang.
In Sinne dieser Erfindung ist es vorstellbar, dass in der gesamten Schaltungsanordnung der Leistungselektronik nur ein Y-Kondensator erfindungsgemäß schaltbar ist.
Es können somit weiter Y-Kondensatoren vorhanden sein, die nicht schaltbar sind und bspw. fest mit dem Nullleiter oder einer beliebigen Phase verbunden sind.
Weitere Vorteile, Merkmale und Eigenschaften sind in den nachfolgenden Figuren dargestellt. Diese dienen dem einfacheren Verständnis der Erfindung. Es zeigen:
Figur 1 ein Blockschaltbild eines On-Board Chargers in einem
Elektrokraftfahrzeug,
Figur 2 eine Schaltungsanordnung einer Ladevorrichtung gemäß Stand der Technik mit X-Kondensatoren und Y-Kondensatoren;
Figur 3 eine Schaltungsanordnung einer erfindungsgemäßen
Ladevorrichtung mit Y-Kondensator angeschlossen an den Nullleiter;
Figur 4a und 4b eine Ladeanordnung mit einem Schukostecker;
Figur 5 eine erfindungsgemäße Ladevorrichtung mit schaltbaren Y-
Kondensatoren zwischen Nullleiter und Phasen.
Figur 1 zeigt die Anordnung einer erfindungsgemäßen bordeigenen Ladevorrichtung 1 in einem Elektrokraftfahrzeug 2. Hierzu wird das Elektrokraftfahrzeug 2 mit einer Bordsteckdose 3 an eine externe Ladesteckdose 4 mit einem Ladekabel 5 angeschlossen. Die externe Ladesteckdose 4 stellt eine Versorgungsspannung 6
bereit. Die Bordsteckdose 3 ist elektrisch mit der bordeigenen Ladevorrichtung 1 verbunden. Hierzu weist die bordeigene Ladevorrichtung 1 ein Gehäuse G mit mindestens einen elektrischen Eingangsanschluss 7 auf. Ferner weist die bordeigene Ladevorrichtung 1 einen elektrischen Ausgangsanschluss 8 auf, welcher mit einer Traktionsbatterie 9 des Elektrokraftfahrzeuges 2 gekoppelt ist. Es können weitere elektrische Eingangsanschlüsse 10 vorhanden sein, beispielsweise ein Eingangsanschluss der Fahrzeugbatterie, insbesondere hinsichtlich einer damit verbundenen Kommunikation. Darüber hinaus kann auch ein Kommunikationsnetz des Elektrokraftfahrzeugs 2, beispielsweise ein CAN-Bus, angeschlossen sein.
In der bordeigenen Ladevorrichtung 1 ist dann insbesondere ein Netzfilter 11 angeordnet, beispielsweise ausgebildet als EMI-Filter. Diesem folgt dann eine PFC- Drossel 12, wiederum gefolgt von einem Transformator 13, zur Wandlung der Versorgungsspannung 6 in eine Ladespannung sowie einem optionalen Gleichrichter 14, welcher dann elektrisch gekoppelt ist mit der eigentlichen Traktionsbatterie 9.
Für die nachfolgende Betrachtung kann ein FI-Schutzschalter, hier jedoch nicht näher dargestellt, entweder hauseigen zwischen der Versorgungsspannung 6 und der Ladesteckdose 4 angeordnet sein. Alternativ oder ergänzend kann auch in einem Ladekabel 5 ein FI-Schutzschalter angeordnet sein. Dieser ist dann zwischen der Ladesteckdose 4 und der Bordsteckdose 3, also im Ladekabel 5, angeordnet.
Figur 2 zeigt eine schematisierte Anordnung an einem Elektrokraftfahrzeug 2 mit On- Bord Charger, angeschlossen an ein Drei-Phasen-Netz mit einer Versorgungsspannung. In dem Elektrokraftfahrzeug 2 ist die bordeigene Ladevorrichtung 1 angeordnet. In der bordeigenen Ladevorrichtung 1 ist zur Vereinfachung nur ein Teil eines Netzfilters in Form eines EMI-Filters dargestellt.
Zunächst ist in die Bordsteckdose 3 ein Ladestecker eingesteckt. Dieser vorgeschaltet ein FI-Schutzschalter 15, welcher hausseitig angeschlossen ist. Über den Schutzschalter PE wird ein Ableitstrom zurückgeführt.
Innerhalb der Leistungselektronik der Ladevorrichtung 1 sind nunmehr dargestellt jeweils die Phasen PL1 bis PL3 gekoppelt über einen X-Kondensator Cxi. Die Phasen PL1 bis PL3 sind ferner über jeweils einen Y-Kondensator CYI mit dem
Schutzleiter PE gekoppelt, genauso wie der Nullleiter N. Die Koppelung erfolgt insbesondere über das Gehäuse G welches aus metallischem Werkstoff, welcher elektrisch leitend, ausgebildet ist.
Figur 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Aufbau. Hier ist jedoch erfindungsgemäß der Y-Kondensator CYI jeweils nur an den Nullleiter N angeschlossen. Ferner befindet sich jeweils eine Gleichtaktdrossel 17, insbesondere eine PFC-Drossel, in dem Stromkreis.
Es sind jeweils zwei Y-Kondensatoren CYI und CY2 bzw. CY2 und CYN je einer Gleichtaktdrossel 17 zugeordnet. Die zwei Y-Kondensatoren CYI und CY2 bzw. CY2 und CYN sind der Gleichtaktdrossel 17 jeweils vor- und nachgeschaltet.
Figur 4 zeigt nunmehr den Anwendungsfall, in welchem das Ladekabel 5 ein ICCB Kabel mit Schukostecker 18 ist. Die Phase P i und der Nullleiter N können je nach Einsteckrichtung des Schukosteckers 18 vertauscht sein, wie in Figur 4b dargestellt.
In dem ICCB-Kabel selbst kann bspw. auch ein Schutzschalter 15 vorgesehen sein.
Figur 4a zeigt den Anschluss mit einem Schukostecker 18 und Figur 4b zeigt dem gegenüber ein 180° Verdrehen des Schukosteckers 18. Die Phase P i wird angeschlossen an den Nullleiter N in der Ladevorrichtung 1. Die Phase P i wäre somit elektrisch geschaltet mit dem Y-Kondensators CYI des Nullleiters der Ladevorrichtung 1 , was zu einem Auslösen des Schutzschalters führen würde.
Figur 5 zeigt nunmehr die vorliegende Erfindung. Ein jeweiliger Y-Kondensator CYI ist an den Nullleiter N angeschlossen über den Schalter SIN. Dieser ist jedoch zu Beginn des Ladevorganges in der Stellung offen, so dass kein elektrischer Durchgang vorhanden ist. Ferner angeschlossen ist der Y-Kondensator CYI über einen Schalter Su an die Phase PLI , welcher ebenfalls zu Beginn des Ladevorganges in Offenstellung ist.
Würde nunmehr der Ladevorgang durchgeführt mit einem Schukostecker 18, so wären nur die Phasen PL1 und Nullleiter gekoppelt, dargestellt in Figur 4a bzw. 4b. Werden jedoch durch Verdrehen des Schukosteckers 18, Phase PL1 und Nullleiter N
vertauscht (Figur 4b), so würde es zu einem unerwünschten Ableitstrom kommen und der hausseitige FI-Schutzschalter 15 auslösen.
Hierzu ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass eine vorgeschaltete Spannungsmessung 19 die Polarität von Phase P i und Nullleiter erkennt und in Abhängigkeit dessen den Schalter Su oder den Schalter SIN über eine Steuerung betätigt, so dass der Nullleiter N mit dem Y-Kondensator CYI elektrisch gekoppelt ist.
Für weitere nachgeschaltete Y-Kondensatoren CY2 und CYN gilt eine Schaltungsanordnung unter Eingliederung von Gleichtaktdrosseln 17 sowie auch entsprechender X-Kondensatoren Cx2 analog.
Bezuqszeichen:
1 - bordeigene Ladevorrichtung
2 - Elektrokraftfahrzeug
3 - Bordsteckdose
4 - externe Ladesteckdose
5 - Ladekabel
6 - Versorgungsspannung
7 - elektrischer Eingangsanschluss
8 - elektrischer Ausgangsanschluss
9 - Traktionsbatterie
10 - weitere elektrische Eingangsanschlüsse bzw. Ausgangsanschlüsse
11 - Netzfilter
12 - PFC-Drossel
13 - Transformator
14 - Gleichrichter
15 - FI-Schutzschalter
16 - Ableitstrom
17 - Gleichtaktdrossel
18 - Schukostecker
19 - Spannungsmessung
Cxi - X-Kondensator
Cx2 - X-Kondensator
Cxn - X-Kondensator
Cxi - Y-Kondensator
0x2- Y-Kondensator
Cyn - Y-Kondensator
S - Schalter
G - Gehäuse