Beschreibung
Verfahren zum Betreiben eines Radarsystems, Radarsystem und Fahrzeug mit wenigstens einem Radarsystem
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Radarsystems, welches zur Überwachung wenigstens eines Überwachungsbereichs dient, wobei bei dem Verfahren eine Mehrzahl von Sende-Antennenelementen mit Sendesignalen angesteuert wird und entsprechende Radarsignale in einen Überwachungsbereich gesendet werden, mit einer Mehrzahl von Empfangs-Antennenelementen Echos von im Überwachungsbe reich reflektierten Radarsignalen empfangen und in entsprechende Empfangssignale um gewandelt werden, welche signaltechnisch verarbeitet werden, aus den Empfangssignalen Informationen über Objekte in dem Überwachungsbereich ermittelt werden.
Ferner betrifft die Erfindung ein Radarsystem zur Überwachung wenigstens eines Über wachungsbereichs, welches aufweist eine Mehrzahl von Sende-Antennenelementen, die mit Sendesignalen angesteuert wer den können und mit denen entsprechende Radarsignale in einen Überwachungsbereich gesendet werden können, eine Mehrzahl von Empfangs-Antennenelementen, mit denen Echos von im Überwa chungsbereich reflektierten Radarsignalen empfangen und in entsprechende Empfangs signale umgewandelt werden können, und wenigstens eine Steuer- und Auswerteeinrichtung, mit der die Sende-Antennenele- mente und die Empfangs-Antennenelemente angesteuert werden können und mit denen aus empfangenen Echos ermittelte Empfangssignale ausgewertet werden können.
Außerdem betrifft die Erfindung ein Fahrzeug mit wenigstens einem Radarsystem zur Überwachung wenigstens eines Überwachungsbereichs, wobei das wenigstens eine Ra darsystem aufweist eine Mehrzahl von Sende-Antennenelementen, die mit Sendesignalen angesteuert wer den können und mit denen entsprechende Radarsignale in einen Überwachungsbereich gesendet werden können, eine Mehrzahl von Empfangs-Antennenelementen, mit denen Echos von im Überwa-
chungsbereich reflektierten Radarsignalen empfangen und in entsprechende Empfangs signale umgewandelt werden können, und wenigstens eine Steuer- und Auswerteeinrichtung, mit der die Sende-Antennenele- mente und die Empfangs-Antennenelemente angesteuert werden können und mit denen aus empfangenen Echos ermittelte Empfangssignale ausgewertet werden können.
Stand der Technik
Aus der DE 10 2006 032 539 A1 ist ein FMCW-Radarsensor mit mehreren Antennenele menten und einer Speiseschaltung zum Einspeisen von Sendesignalen mit rampenförmig modulierten Frequenzen in die Antennenelemente bekannt. Der FMCW-Radarsensor ist gekennzeichnet durch eine Umschalteinrichtung zum Umschalten der Speiseschaltung zwischen einem Nahbereichsmodus, in dem die den einzelnen Antennenelementen zu geführten Sendesignale einen bestimmten Frequenzversatz aufweisen, und einem Fern bereichsmodus, in dem die Frequenzen der Sendesignale identisch sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren, ein Radarsystem und ein Fahr zeug der eingangs genannten Art zu gestalten, bei denen Radarmessungen in Bezug auf die Richtungsmessgenauigkeit und die Detektionsreichweite verbessert werden können.
Offenbarung der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem Verfahren dadurch gelöst, dass mit we nigstens zwei Sende-Antennenelementgruppen, welche jeweils wenigstens ein Sende- Antennenelement aufweisen, Radarsignale gesendet werden, die zumindest auf der Seite der Empfangs-Antennenelemente zumindest temporär voneinander unterscheidbar sind, wobei die unterscheidbaren Radarsignale mit den wenigstens zwei Sende-Anten nenelementgruppen zusätzlich mit unterschiedlicher Sendeleistung gesendet werden.
Erfindungsgemäß werden mit den wenigstens zwei Sende-Antennenelementgruppen un terscheidbare Radarsignale gesendet, welche zusätzlich unterschiedliche Sendeleistun gen aufweisen.
Aufgrund der Unterscheidbarkeit der Radarsignale können die entsprechenden reflektier ten Echos auf der Empfängerseite den entsprechenden Sende-Antennenelementgrup-
pen zugeordnet werden. Auf diese Weise kann ein Aufwand an Sende-Antennenelemen- ten für eine Richtungsmessung verringert werden.
Die unterscheidbaren Radarsignale werden zusätzlich mit unterschiedlicher Sendeleis tung gesendet. Dabei sendet eine der wenigstens zwei Sende-Antennenelementgruppe mit einer größeren Sendeleistung als die entsprechend andere Sende-Antennenelement gruppe. Auf diese Weise kann durch die verstärkte Sendeleistung die Detektionsreich weite des Radarsystems insgesamt vergrößert werden.
Aus den Empfangssignalen werden Informationen über Objekte in dem Überwachungs bereich ermittelt. Bei den Informationen kann es sich um Entfernungen, Richtungen und/oder Geschwindigkeiten von Objektzielen relativ zum Radarsystem handeln. Objekt ziele sind Bereiche von Objekten, an denen Radarsignale reflektiert werden können.
Mithilfe der Erfindung können Richtungsmessungen mit hoher Genauigkeit und gleich zeitig großer Detektionsreichweite durchgeführt werden. Hierzu ist keine Umschaltung zwischen einem Nahbereichsmodus und einem Fernbereichsmodus erforderlich, wie dies bei dem Radarsensor erforderlich ist , der aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass die Geometrie der Antennenelemente sowohl für die Erhöhung der Richtungsgenauigkeit als auch die Erhöhung der Detektionsreich weite gleichermaßen besser ausgelegt werden kann. Es ist kein Kompromiss zwischen einem Reichweitenmodus und einem Nahbereichsmodus erforderlich, wie dies bei dem Radarsensor aus dem Stand der Technik der Fall ist.
Das Radarsystem kann Mittel zur Steuerung der Sende-Antennenelement, insbesondere zur Erzeugung von Sendesignalen, aufweisen. Ferner kann das Radarsystem Mittel zur signaltechnischen Verarbeitung der Empfangssignale aufweisen. Die Mittel zur Steue rung und/oder zur signaltechnischen Verarbeitung können mit einer gemeinsamen Steuer- und Auswerteeinrichtung auf softwaretechnischem und/oder hardwaretechni schem Wege realisiert sein. Die Steuer- und Auswerteeinrichtung kann hierzu entspre chende Sendekanäle für die Sendesignale und/oder Empfangskanäle für die Empfangs signale aufweisen. Die Sendesignale und/oder die Empfangssignale können elektrische
Signale sein. Auf diese Weise können elektronische Mittel zur Steuerung und/oder Aus wertung verwendet werden.
Die Erfindung kann bei einem Radarsystem eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraft fahrzeugs, verwendet werden. Vorteilhafterweise kann die Erfindung bei einem Landfahr zeug, insbesondere einem Personenkraftwagen, einem Lastkraftwagen, einem Bus, ei nem Motorrad oder dergleichen, einem Luftfahrzeug und/oder einem Wasserfahrzeug verwendet werden. Die Erfindung kann auch bei Fahrzeugen eingesetzt werden, die au tonom oder wenigstens teilautonom betrieben werden können. Die Erfindung ist jedoch nicht beschränkt auf Fahrzeuge. Sie kann auch bei Radarsystemen im stationären Be trieb eingesetzt werden.
Das Radarsystem kann vorteilhafterweise mit wenigstens einer elektronischen Steuer vorrichtung des Fahrzeugs, insbesondere einem Fahrerassistenzsystem und/oder einer Fahrwerksregelung und/oder einer Fahrer-Informationseinrichtung und/oder einem Par kassistenzsystem und/oder einer Gestenerkennung oder dergleichen, verbunden oder Teil einer solchen sein. Auf diese Weise kann das Fahrzeug autonom oder teilautonom betrieben werden.
Mit dem Radarsystem können Ziele von stehenden oder bewegten Objekte, insbeson dere Fahrzeugen, Personen, Tieren, Pflanzen, Hindernisse, Fahrbahnunebenheiten, ins besondere Schlaglöchern oder Steinen, Fahrbahnbegrenzungen, Verkehrszeichen, Frei räumen, insbesondere Parklücken, Niederschlag oder dergleichen, erfasst werden.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können mit wenigstens zwei be nachbarten Sende-Antennenelementen wenigstens einer der Sende-Antennenelement- gruppen gleiche Einzel-Radarsignale ausgesendet werden, welche zu Gruppen-Radar- signalen dieser wenigstens einen Sende-Antennenelementgruppe zusammengesetzt werden können. Auf diese Weise kann die Sendeleistung im Vergleich zu einem einzel nen Sende-Antennenelement vergrößert werden. Für den Fall, dass jedes Sende-Anten- nenelement die gleiche Sendeleistung ausstrahlt, kann so die Sendeleistung für die zu sammengesetzten Gruppen-Radarsignale entsprechend verdoppelt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können mit wenigstens
zwei benachbarten Sende-Antennenelementen wenigstens einer der Sende-Antennene- lementgruppen kohärente Einzel-Radarsignale ausgesendet werden, welche zu Grup- pen-Radarsignalen dieser wenigstens einen Sende-Antennenelementgruppe zusam mengesetzt werden. Auf diese Weise können durch Überlagerung der entsprechenden Einzel-Radarsignale zu Gruppen-Radarsignalen Interferenzen realisiert werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können mit wenigstens zwei benachbarten Sende-Antennenelementen wenigstens einer der Sende-Antennene- lementgruppen gleiche Einzel-Radarsignale mit vorgegebenen Phasen-Offsets ausge sendet werden, welche zu Gruppen-Radarsignalen dieser wenigstens einen Sende-An tennenelementgruppe zusammengesetzt werden können. Auf diese Weise kann durch entsprechende Wahl der Phasen-Offsets die Richtung der zusammengesetzten Grup- pen-Radarsignale beeinflusst werden. Durch die entsprechenden Phasen-Offsets kann der Sichtbereich des Radarsystems insbesondere bezogen auf die entsprechende Sende-Antennenelementgruppe eingestellt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können die Phasen-Off sets zwischen wenigstens zwei Messungen verändert werden. Auf diese Weise kann die Richtung der entsprechenden zusammengesetzten Gruppen-Radarsignale verändert werden. Bei der Sendung der Gruppen-Radarsignale kann die Sendeleistung, welche sich aus den Sendeleistungen der benachbarten Sende-Antennenelement zusammen setzt, auf die Richtung konzentriert werden, welche durch die jeweiligen Phasen-Offsets vorgegeben werden kann. So kann die Detektionsreichweite in der durch die Phasen- Offsets vorgegebene Richtung entsprechend vergrößert werden.
Vorteilhafterweise können wenigstens zwei benachbarte Sende-Antennenelemente we nigstens einer der Sende-Antennenelementgruppen nach einem Beamforming-Verfahren arbeiten. Bei einem Beamforming-Verfahren kann von mehreren Sendekanälen jeweils kohärent über eng benachbarte Sende-Antennenelemente dasselbe Radarsignal mit de finierten Phasen-Offsets gesendet werden.
Die benachbarten Sende-Antennenelemente einer Sende-Antennenelementgruppe kön nen im Abstand von etwa der Hälfte der Wellenlänge der ausgesendeten Radarsignale angeordnet sein. Auf diese Weise ergibt sich ein gerichtetes Gruppen-Radarsignal mit
einer sehr hohen Sendeleistung. Da sich beim Beamforming-Verfahren jeweils die Feld stärken der einzelnen Sende-Antennenelemente addieren, entspricht der maximale Beamforming-Gewinn, also die Leistung, dem Quadrat der Anzahl der Sende-Antennen elemente. Die Richtungsmessung erfolgt beim reinen Beamforming-Verfahren aus schließlich über die Empfangskanäle.
Bei der Erfindung kann zusätzlich zu der Sende-Antennenelementgruppe, die nach dem Beamforming-Verfahren arbeitet, eine zweite Sende-Antennenelementgruppe mit der ersten Sende-Antennenelementgruppe nach einem MIMO-Verfahren betrieben werden. Bei dem MIMO-Verfahren werden von den beiden Sende-Antennenelementgruppen je weilige Gruppen-Radarsignale gesendet, welche zumindest auf der Empfängerseite zu mindest temporär unterscheidbar sind. Auf diese Weise kann zusätzlich die Genauigkeit bei der Richtungsmessung verbessert werden. So können Ziele mit einer hohen Rich tungsgenauigkeit und einer gleichermaßen hohen Detektionsreichweite erfasst werden.
Vorteilhafterweise kann das Radarsystem, insbesondere HD- Radarsystem, nach einem kombinierten Beamforming-MIMO-Verfahren betrieben werden. Auf diese Weise können hohe Winkelauflösungen und hohe Detektionsreichweiten erzielt werden. Mit der Erfin dung kann ein virtuelles Array mit einer hohen Anzahl an virtuellen Elementen durch eine geometrische Faltung der Positionen von Sende-Antennenelementen und Empfangs-An tennenelementen, insbesondere von deren Phasenzentren, erzielt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können wenigstens zwei benachbarte Sende-Antennenelemente wenigstens einer Sende-Anten nenelementgruppe in einem räumlichen Abstand zueinander angeordnet werden, wel cher der Hälfte der Wellenlänge der Radarsignale, gegebenenfalls zuzüglich oder abzü glich einer Toleranz, entspricht, und/oder die Phasenzentren der Sende-Antennenelementgruppen, mit welchen die unterscheid baren Radarsignale gesendet werden, können in einem räumlichen Abstand zueinander angeordnet werden, welcher wenigstens so groß ist wie das 1 ,5-fache der Wellenlänge der Radarsignale, gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz zueinander.
Die Sende-Antennenelemente, welche einen Abstand von einer halben Wellenlänge auf weisen, können nach einem Beamforming-Verfahren zusammen betrieben werden. So kann mit diesen Sende-Antennenelementen eine entsprechend große Detektionsreich weite erzielt werden.
Die Sende-Antennenelementgruppen, welche einen Abstand von wenigstens dem 1 ,5- fachen der Wellenlänge zwischen den Phasenzentren aufweisen und unterscheidbare Radarsignale aussenden können für eine MIMO-Antennenanordnung eingesetzt werden. Auf diese Weise können entsprechende Winkelauflösungen bei der Richtungsbestim mung erreicht werden.
Vorteilhafterweise kann das Radarsystem eine Mehrzahl von Sende-Antennenelementen aufweisen, von denen eine Untermenge zur Realisierung eines Beamforming-Verfahrens genutzt wird. Die Sende-Antennenelemente, welche für das Beamforming-Verfahren ge nutzt werden, können einen räumlichen Abstand aufweisen, der der Hälfte der Wellen länge der Radarsignale, gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz, ent spricht. Die verbleibenden Sende-Antennenelemente, welche nicht für das Beamforming- Verfahren verwendet werden, können in einem größeren räumlichen Abstand, insbeson dere größer als das 1 ,5-fache der Wellenlänge, zueinander angeordnet sein. Auf diese Weise kann sowohl ein Beamforming-Verfahren als auch ein MIMO-Verfahren gleichzei tig, also ein kombiniertes Beamforming-MIMO-Verfahren, realisiert werden. Auf diese Weise können die Vorteile des Beamforming-Verfahrens, nämlich die größere Detekti onsreichweite, mit den Vorteilen des MIMO-Verfahrens, nämlich die größere Richtungs auflösung, kombiniert werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann wenigstens eine Sende-Antennenelementgruppe aus einem Sende-Antennenelement gebildet werden und/oder wenigstens eine Sende-Antennenelementgruppe kann aus wenigstens zwei Sende-Antennenelementen gebildet werden.
Jede Sende-Antennenelementgruppe kann wenigstens ein Sende-Antennenelement auf weisen. Falls diese eine Sende-Antennenelementgruppe aus lediglich einem Sende-An tennenelement besteht, kann diese Sende-Antennenelementgruppe mit dem Phasen zentrum dieses einen Sende-Antennenelements charakterisiert werden. Falls eine
Sende-Antennenelementgruppe aus mehreren Sende-Antennenelementen besteht, kann die Sende-Antennenelementgruppe durch das Phasenzentrum der Sende-Anten nenelementgruppe charakterisiert werden, welches zwischen den jeweiligen Phasenzen tren der einzelnen Sende-Antennenelemente liegt.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens können mit wenigstens zwei Sende-Antennenelementgruppen unterschiedlich codierte Radarsignale gesendet werden, die auf der Seite der Empfangs-Antennenelemente wenigstens temporär vonei nander unterschieden werden können. Auf diese Weise können die reflektierten Radar signale, also die Echos, auf der Seite der Empfangs-Antennenelemente den jeweiligen Sende-Antennenelementgruppen und/oder Sende-Antennenelementen zugeordnet wer den.
Vorteilhafterweise können die Sendesignale zur Erzeugung der unterscheidbaren Radar signale insbesondere mittels Phasenmodulationen zueinander codiert werden. Auf diese Weise kann eine zumindest temporäre signaltechnische Orthogonalität zwischen den Sendesignalen und/oder den Empfangssignalen erzielt werden. So können die Radarsig nale, respektive die Sendesignale, und die entsprechenden Echos, respektive die Emp fangssignale, voneinander unterscheidbar gemacht werden.
Vorteilhafterweise können die Empfangssignale auf der Empfängerseite durch entspre chende Auswertung, insbesondere mithilfe von Fourier-Transformationen, ausgewertet werden.
Ferner wird die Aufgabe erfindungsgemäß bei dem Radarsystem dadurch gelöst, dass das Radarsystem Mittel aufweist zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Steuer- und Auswerteeinrichtung Mittel aufweisen, mit denen wenigstens zwei Sende-Antennenelementgruppen, welche jeweils wenigstens ein Sende-Antennenelement aufweisen, mit Sendesignalen angesteuert wer den können zum Senden von Radarsignalen, die zumindest auf der Seite der Empfangs- Antennenelemente zumindest temporär voneinander unterscheidbar sind. Auf diese Weise können die empfangenen Echos den entsprechenden Sende-Antennenelement gruppen zugeordnet werden.
Vorteilhafterweise können die Sendesignale zueinander codiert sein. Auf diese Weise können die entsprechenden Empfangssignale voneinander unterschieden werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann wenigstens eine Sende-Anten- nenelementgruppe wenigstens zwei eng benachbarte Sende-Antennenelemente aufwei sen. Auf diese Weise können die Radarsignale der jeweiligen Sende-Antennenelemente zu einem gemeinsamen Gruppen-Radarsignal mit einer größeren Sendeleistung zusam mengeführt werden.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform können wenigstens zwei benachbarte Sende-Antennenelemente wenigstens einer Sende-Anten- nenelementgruppe in einem räumlichen Abstand zueinander angeordnet sein, welcher der Hälfte der Wellenlänge der Radarsignale, gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz, entspricht, und/oder die Phasenzentren der Sende-Antennenelementgruppen, mit welchen die unterscheid baren Radarsignale gesendet werden, können in einem räumlichen Abstand zueinander angeordnet sein, welcher wenigstens so groß ist wie das 1 ,5-fache der Wellenlänge der Radarsignale, gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz zueinander. Auf diese Weise kann das Radarsystem mit einem kombinierten Beamforming-MIMO- Verfahren betrieben werden.
Außerdem wird die Aufgabe erfindungsgemäß bei dem Fahrzeug dadurch gelöst, dass das Radarsystem Mittel aufweist zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Im Übrigen gelten die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, dem erfindungsgemäßen Radarsystem und dem erfindungsgemäßen Fahrzeug und deren je weiligen vorteilhaften Ausgestaltungen aufgezeigten Merkmale und Vorteile untereinan der entsprechend und umgekehrt. Die einzelnen Merkmale und Vorteile können selbst verständlich untereinander kombiniert werden, wobei sich weitere vorteilhafte Wirkungen einstellen können, die über die Summe der Einzelwirkungen hinausgehen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nach folgenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeich nung näher erläutert werden. Der Fachmann wird die in der Zeichnung, der Beschreibung und den Ansprüchen in Kombination offenbarten Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen. Es zei gen schematisch
Figur 1 ein Kraftfahrzeug in der Vorderansicht mit einem Fahrerassistenzsystem und einem Radarsystem zu Überwachung eines Überwachungsbereichs in Fahrtrichtung vor dem Kraftfahrzeug;
Figur 2 eine Draufsicht auf das Kraftfahrzeug aus der Figur 1 ;
Figur 3 eine Seitenansicht des Kraftfahrzeugs aus den Figuren 1 und 2;
Figur 4 eine Vorderansicht auf Sende-Antennenelemente und Empfangs-Anten nenelemente eines Antennenarrays des Radarsystems aus den Figuren 1 bis 3;
Figur 5 eine Darstellung eines dem Antennenarray aus der Figur 4 entsprechenden virtuellen Arrays;
Figur 6 Antennendiagramme des Radarsystems aus den Figuren 1 bis 3 in unter schiedlichen Betriebsmodi.
In den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Ausführungsform(en) der Erfindung
In der Figur 1 ist ein Kraftfahrzeug 10 in Form eines Personenkraftwagens in der Vorder ansicht gezeigt. Figur 2 zeigt das Kraftfahrzeug 10 in einer Draufsicht. In Figur 3 ist das Kraftfahrzeug 10 in einer Seitenansicht dargestellt.
Das Kraftfahrzeug 10 verfügt über ein Radarsystem 12. Das Radarsystem 12 ist beispiel haft in der vorderen Stoßstange des Kraftfahrzeugs 10 angeordnet. Mit dem Radarsys tem 12 kann ein Überwachungsbereich 14 in Fahrtrichtung 16 vor dem Kraftfahrzeug 10 auf Objekte 18 hin überwacht werden. Das Radarsystem 12 kann auch an anderer Stelle am Kraftfahrzeug 10 angeordnet und anders ausgerichtet sein. Mit dem Radarsystem 12 können Entfernungen r und Richtungen, beispielsweise in Form des Azimut cp und der Elevation Q, von Zielen von Objekten 18 relativ zum Kraftfahrzeug 10, respektive zum
Radarsystem 12, ermittelt werden. Das Ziel eines Objekts 18 ist ein Teil des Objekts 18, an dem Radarstrahlen reflektiert werden können.
Bei den Objekten 18 kann es sich um stehende oder bewegte Objekte, beispielsweise um andere Fahrzeuge, Personen, Tiere, Pflanzen, Hindernisse, Fahrbahnunebenheiten, beispielsweise Schlaglöcher oder Steine, Fahrbahnbegrenzungen, Verkehrszeichen, Freiräume, Beispielweise Parklücken, Niederschlag oder dergleichen handeln.
Der besseren Orientierung wegen sind in den Figuren 1 bis 5 die entsprechenden Koor dinatenachsen eines kartesischen x-y-z-Koordinatensystems eingezeichnet. Bei dem ge zeigten Ausführungsbeispiel erstreckt sich die x-Achse in Richtung einer Fahrzeuglängs achse des Kraftfahrzeugs 10, die y-Achse erstreckt sich entlang einer Fahrzeugquer achse und die z-Achse erstreckt sich senkrecht zur x-y-Ebene nach räumlich oben. Wenn das Kraftfahrzeug 10 sich betriebsgemäß auf einer horizontalen Fahrbahn befindet, er strecken sich die x-Achse und die y-Achse räumlich horizontal und die z-Achse räumlich vertikal.
Das Radarsystem 12 ist als frequenzmoduliertes Dauerstrichradar auf Basis eines Beam- forming-MIMO-Radarsystems ausgestaltet. Frequenzmodulierte Dauerstrichradare wer den in Fachkreisen auch als FMCW (Frequency modulated continuous wave) Radare bezeichnet. Mit dem Radarsystem 12 können Objekte 18 in großen Entfernungen r mit großen Winkelauflösungen in Bezug auf Azimut Q und Elevation cp erfasst werden.
Das Radarsystem 12 ist mit einem Fahrerassistenzsystem 20 verbunden. Mit dem Fah rerassistenzsystem 20 kann das Kraftfahrzeug 10 autonom oder teilautonom betrieben werden.
Das Radarsystem 12 umfasst ein Antennenarray 22 und eine Steuer- und Auswerteein richtung 24.
Das Antennenarray 22 verfügt beispielhaft über drei Sende-Antennenelemente 26 und vier Empfangs-Antennenelemente 28. Beispielhaft sind die Empfangs-Antennenele mente 28 räumlich unterhalb der Sende-Antennenelemente 26 angeordnet. Die Emp-
fangs-Antennenelemente 28 können jedoch auch oberhalb, neben oder wenigstens teil weise zwischen den Sende-Antennenelemente 26 angeordnet sein.
Jedes Sende-Antennenelement 26 ist mit einem entsprechenden Sendekanal verbun den. Über die Sendekanäle können die jeweiligen Sende-Antennenelemente 26 mit ent sprechenden elektrischen Sendesignalen angesteuert werden. Entsprechend ist jedes Empfangs-Antennenelement 28 mit einem entsprechenden Empfangskanal verbunden. Über die Empfangskanäle können elektrische Empfangssignale von den Empfangs-An tennenelementen 28 übermittelt werden. Die Sendekanäle und die Empfangskanäle kön nen beispielsweise in der Steuer- und Auswerteeinrichtung 24 integriert sein.
Mit den Sende-Antennenelementen 26 können durch Ansteuerung mit den elektrischen Sendesignalen entsprechende Radarsignale 42 gesendet werden. Die Radarsignale 42 sind in der Figur 4 der besseren Unterscheidbarkeit wegen entsprechend ihrer Zugehö rigkeit zu den jeweiligen Sende-Antennenelementen 26 beziehungsweise zu weiter unten erläuterten Sende-Antennenelementgruppen 32a und 32b mit den Indices a, b und e ge kennzeichnet. In der Figur 4 beziehen sich die Symbole für die Radarsignale 42 im Un terschied zu den Figuren 2 und 3 nicht auf deren Ausbreitungsrichtung.
Die Position jedes Sende-Antennenelements 26 wird durch sein jeweiliges Einzel-Pha senzentrum 38e definiert. Die Sende-Antennenelemente 26, respektive die Einzel-Pha senzentren 38e, sind beispielhaft nebeneinander entlang einer gedachten Sendeanten nenachse 30 angeordnet. Die Sendeantennenachse 30 verläuft beispielhaft parallel zur y-Achse.
Die Sende-Antennenelemente 26 sind in zwei Sende-Antennenelementgruppen 32 grup piert, welche der Unterscheidung wegen mit den Indices a und b gekennzeichnet sind.
Die in der Figur 4 linke Sende-Antennenelementgruppe 32a umfasst zwei der Sende- Antennenelemente 26. Die Einzel-Phasenzentren 38e dieser Sende-Antennenelemente 26 sind in einem Abstand 34 zueinander angeordnet, welcher beispielhaft der halben Wellenlänge l der Radarsignale 42 entspricht, die mit den Sende-Antennenelementen 26 ausgesendet werden. Der Abstand 34 kann gegebenenfalls der halben Wellenlänge l
zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz entsprechen. Die Position der linken Sende-An- tennenelementgruppe 32a ist durch ein entsprechendes Gruppen-Phasenzentrum 38g charakterisiert, welches sich beispielhaft zwischen den beiden Einzel-Phasenzentren 38e der Sende-Antennenelemente 26 befindet.
Die in der Figur 4 rechte Sende-Antennenelementgruppe 32b umfasst lediglich eines der Sende-Antennenelemente 26. Die rechte Sende-Antennenelementgruppe 32b besteht also aus dem entsprechenden Sende-Antennenelement 26. Die Position der rechten Sende-Antennenelementgruppe 32b ist durch das entsprechende Gruppen-Phasenzent rum 38g definiert, welches in diesem Fall identisch ist mit dem Einzel-Phasenzentren 38e des Sende-Antennenelements 26.
Die Gruppen-Phasenzentren 38g der beiden Sende-Antennenelementgruppen 32a und 32b sind in einem Abstand 40 zueinander angeordnet, welcher beispielhaft der 1 ,5-fa- chen Wellenlänge l der Radarsignale 42 entspricht. Der Abstand 40 kann gegebenenfalls der 1 ,5-fachen Wellenlänge l zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz entsprechen. Der Abstand 40 entspricht beispielhaft dem dreifachen Abstand 34.
Die Sende-Antennenelemente 26 der der linken Sende-Antennenelementgruppe 32a werden über die entsprechenden Sendekanäle, respektive über die Steuer- und Auswer teeinrichtung 24, kohärent mit dem selben Sendesignal sowie einem definierten Phasen- Offset angesteuert. Mit den Sende-Antennenelementen 26 werden entsprechende Ein zel-Radarsignale 42e gesendet. Die Einzel-Radarsignale 42e setzen sich zu einem Grup- pen-Radarsignal 42a zusammen. Insgesamt wird mit der linken Sende-Antennenele mentgruppe 32a das Gruppen-Radarsignal 42a gesendet. Durch entsprechende Vorgabe des Phasen-Offsets kann die Richtung des Gruppen-Radarsignals 42a eingestellt wer den. Die Sende-Antennenelementgruppe 32a wird nach einem Beamforming-Verfahren betrieben. Das Gruppen-Radarsignal 42a wird bezogen auf das Gruppen-Phasenzent rum 38g der linken Sende-Antennenelementgruppe 32a in den Überwachungsbereich 14 gesendet.
Das Sende-Antennenelement 26 der rechten Sende-Antennenelementgruppe 32b wird über den entsprechenden Sendekanal, respektive über die Steuer- und Auswerteeinrich tung 24, mit einem Sendesignal angesteuert, welches gegenüber dem Sendesignal der
linken Sende-Antennenelementgruppe 32a codiert ist. Die Codierung kann beispiels weise mittels binärer Phasenmodulation erfolgen. Mit dem Sende-Antennenelement 26 der rechten Sende-Antennenelementgruppe 32b wird ein Gruppen-Radarsignal 42b ge sendet. Das Gruppen-Radarsignal 42b der rechten Sende-Antennenelementgruppe 32b wird ebenfalls in den Überwachungsbereich 14 gesendet.
Sofern die Gruppen-Radarsignale 42a und 42b auf ein Objekt 18 treffen, werden sie je weils als entsprechendes Echo 44 reflektiert. Die Anteile der Echos 44, welche in Rich tung des Radarsystems 12 reflektiert werden, werden von den entsprechenden Emp fangs-Antennenelementen 28 empfangen und in entsprechende Empfangssignale um gewandelt. Da das Sendesignal für das Gruppen-Radarsignal 42b gegenüber dem Sen designal für das Gruppen-Radarsignal 42a codiert ist, sind die entsprechenden reflektier ten Gruppen-Radarsignale 42a und 42b, also die Echos 44, auf der Seite der Empfangs- Antennenelemente 28 unterscheidbar. Aus den Radarsignalen 42a und 42b, respektive den entsprechenden Sendesignalen, und den Echos 44, respektive den entsprechenden Empfangssignalen, werden mithilfe der Steuer- und Auswerteeinrichtung 24 die Entfer nung r, der Azimut cp und die Elevation Q des entsprechenden Ziels des Objekts 18 relativ zum Radarsystem 12 ermittelt.
Drei der vier Empfangs-Antennenelemente 28 sind nebeneinander entlang einer gedach ten Achse 46 angeordnet. Die Achse 46 verläuft beispielhaft parallel zur y-Achse, also auch parallel zur Sendeantennenachse 30. Das vierte Empfangs-Antennenelement 28 befindet sich beispielhaft oberhalb der drei anderen Empfangs-Antennenelemente 28 also oberhalb der Achse 46.
Die beiden in der Figur 4 linken Empfangs-Antennenelemente 28 unten sind in einem Abstand 48 zueinander angeordnet, welcher beispielhaft der Wellenlänge l der Radar signale 42 gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz entspricht. Der Ab stand 48 entspricht beispielhaft dem doppelten Abstand 34 zwischen den Sende-Anten- nenelementen 26 der in der Figur 4 linken Sende-Antennenelementgruppe 42a.
Das in der Figur 4 rechte Empfangs-Antennenelement 28 unten ist in einem Abstand 50 zu dem mittleren Empfangs-Antennenelement 28 unten angeordnet, welcher dem dreifa chen der Wellenlänge l der Radarsignale 42 gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich
einer T oieranz entspricht. Der Abstand 50 entspricht beispielhaft dem dreifachen Abstand 48 der beiden linken Empfangs-Antennenelemente 28.
Das vierte Empfangs-Antennenelement 28, der Figur 4 oben, ist in einem beispielhaft vertikalen Abstand 52 zu der gedachten Achse 46 angeordnet, welcher dem 1 ,5 fachen der Wellenlänge l der Radarsignale 42 gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz entspricht. Der Abstand 52 entspricht beispielhaft dem 1 ,5 fachen Abstand 48 zwischen den Sende-Antennenelementen 26 der beiden linken Empfangs-Antennenele mente 28. Außerdem entspricht der Abstand 52 beispielhaft dem halben Abstand 50 zwi schen den mittleren und dem rechten Empfangs-Antennenelement 28 unten. Dadurch, dass das vierte Empfangs-Antennenelement 28 gegenüber den drei anderen Empfangs- Antennenelementen 28 vertikal versetzt ist, kann mit dem Radarsystem 12 zusätzlich zum Azimut cp auch die Elevation Q ermittelt werden.
Außerdem ist das vierte Empfangs-Antennenelement 28 in der Projektion betrachtet zwi schen dem mittleren Empfangs-Antennenelement 28 und dem rechten Empfangs-Anten nenelement der unteren Reihe angeordnet. Dabei ist das vierte Empfangs-Antennenele ment 28 in einem beispielhaft horizontalen Abstand 54 in Richtung der y-Achse zu dem mittleren Empfangs-Antennenelement 28 der unteren Reihe angeordnet, welcher der Wellenlänge l der Radarsignale 42 entspricht. Ferner ist das vierte Empfangs-Antennen element 28 oben in einem horizontalen Abstand 56 in Richtung der y-Achse zu dem rech ten Empfangs-Antennenelement 28 der unteren Reihe angeordnet, welcher der zweifa chen Wellenlänge l der Radarsignale 42 entspricht. In horizontaler Richtung, also in Rich tung der y-Achse betrachtet, teilt das obere einzelne Empfangs-Antennenelement 28 den Abstand zwischen dem mittleren und dem rechten Empfangs-Antennenelement 28 der unteren Reihe im Verhältnis 1 zu 2.
Aus einer geometrischen Faltung der Positionen der Gruppen-Phasenzentren 38g der Sende-Antennenelementgruppen 32a und 32b und der Positionen der Empfangs-Anten nenelemente 28 wird ein virtuelles Array 58 erzeugt, welches dem Antennenarray 22 ent spricht. Das virtuelle Array 58 ist in der Figur 5 dargestellt.
Das virtuelle Array 58 verfügt insgesamt über acht virtuelle Elemente 60. Die Anzahl V
der virtuellen Elemente 60 bestimmt sich aus der Gesamtzahl N der Sende-Antennene- lemente 26, der Anzahl M der für ein Beamforming- Verfahren zusammengefassten Sende-Antennenelemente 26, nämlich der zwei linken Sende-Antennenelemente 26, und der Anzahl K der Empfangs-Antennenelemente 28 als
V = (N-M+1 )*K.
Anders ausgedrückt bestimmt sich die Anzahl V der virtuellen Elemente 60 aus dem Pro dukt der Anzahl der beteiligten Sende-Antennenelementgruppen 32, beispielhaft 2, und der Anzahl K der Empfangs-Antennenelemente 28, beispielhaft 4.
Sechs der acht virtuellen Elemente 60 sind nebeneinander entlang einer gedachten un teren Achse 62 angeordnet. Die Achse 62 verläuft beispielhaft parallel zur y-Achse. Zwei der acht virtuellen Elemente 60 sind nebeneinander entlang einer oberen gedachten Achse 64 angeordnet. Die Achse 64 verläuft oberhalb der Achse 62 ebenfalls parallel zur y-Achse, also parallel zur Achse 62.
Ein horizontaler Abstand 66 zwischen den beiden äußeren virtuellen Elemente 60 der unteren Gruppe beträgt beispielhaft das 5,5-fache der Wellenlänge l gegebenenfalls zu züglich oder abzüglich einer Toleranz. Der Abstand 66 gibt die maximale horizontale Breite des virtuellen Arrays 58 an. Der Abstand 66 definiert die Apertur des Radarsystems 12. Diese verhältnismäßig große Apertur ermöglicht eine entsprechend große Genauig keit und Auflösung bei der Messung des Azimut cp.
Ein horizontaler Abstand 68 sowohl zwischen dem in der Figur 5 ersten virtuellen Element 60 der unteren Gruppe von links und dem zweiten virtuellen Element 60 von links als auch zwischen dem dritten virtuellen Element 60 der unteren Gruppe von links und dem vierten virtuellen Element 60 von links entspricht der Wellenlänge l zuzüglich oder abzü glich einer Toleranz.
Ein horizontaler Abstand 70 zwischen dem zweiten virtuellen Element 60 der unteren Gruppe von links und dem dritten virtuellen Element 60 entspricht der halben Wellenlänge l zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz. Der horizontaler Abstand 70 ergibt sich aus der Kombination des senderseitigen Abstands 40 zwischen den Gruppen-Phasenzentren
38g der Sende-Antennenelementgruppen 32a und 32b, welche voneinander unterscheid bare Gruppen-Radarsignale 42a und 42b senden. Der horizontaler Abstand 70 in der Größenordnung der halben Wellenlänge l ermöglicht eine eindeutige Winkelmessung über einen Azimut-Winkelbereich beispielsweise von 180°.
Ein jeweiliger horizontaler Abstand 72 sowohl zwischen dem in der Figur 5 vierten virtu ellen Element 60 der unteren Gruppe von links und dem fünften virtuellen Element 60 von links als auch zwischen dem fünften virtuellen Element 60 der unteren Gruppe von links und dem sechsten virtuellen Element 60 von links entspricht dem 1 ,5-fachen der Wellen länge l gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz.
Ein vertikaler Abstand 74 zwischen der oberen Achse 64 und der unteren Achse 62, also ein vertikaler Abstand 74 zwischen den virtuellen Elementen 60 der oberen Gruppe und den virtuellen Elementen 60 der unteren Gruppe, entspricht der halben Wellenlänge l gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz.
Ein horizontaler Abstand 76 zwischen den virtuellen Elementen 60 der oberen Gruppe entspricht dem 1 ,5 fachen der Wellenlänge l zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz.
Das in der Figur 5 linke virtuelle Element 60 der oberen Gruppe befindet sich in der Pro jektion mittig zwischen dem dritten und dem vierten virtuellen Element 60 von links der unteren Gruppe, also in einem vertikalen Abstand 78 von dem dritten virtuellen Element 60 der unteren Gruppe, welcher der halben Wellenlänge l gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz entspricht.
Das in der Figur 5 rechte virtuelle Element 60 der oberen Gruppe befindet sich in der Projektion zwischen dem vierten und dem fünften virtuellen Element 60 von links der un teren Gruppe in einem vertikalen Abstand 80 zu dem fünften virtuellen Element 60, wel cher der halben Wellenlänge l gegebenenfalls zuzüglich oder abzüglich einer Toleranz entspricht.
Bei einer Messung zur Überwachung des Überwachungsbereichs 14 mit dem Radarsys tem 12 werden beispielhaft zwei Messsequenzen durchgeführt. Dabei wird insgesamt der Gesamtüberwachungsbereich 14 überwacht. Bei jeder Messsequenz werden simultan
alle Sende-Antennenelemente 26 mit der Steuer- und Auswerteeinrichtung 24 über die jeweiligen Sendekanäle mit den jeweiligen Sendesignalen angesteuert.
Bei einer beispielhaft ersten Messsequenz der Messung werden die beiden Sende-An tennenelemente 26 der in der Figur 4 linken Sende-Antennenelementgruppe 32a gemäß einem Beamforming-Verfahren kohärent mit demselben Sendesignal sowie einem defi nierten Phasen-Offset so angesteuert, dass das resultierende Gruppen-Radarsignal 42a bezogen auf die Fahrtrichtung 16 nach links gerichtet ist. Der Verlauf des Antennenge winns Ga;i der linken Sende-Antennenelementgruppe 32a bei der Ausrichtung nach links ist beispielhaft in der Figur 6 gestrichelt gezeigt. In der Figur 6 entspricht Azimut cp = 0° der Fahrtrichtung 16.
Simultan wird das Sende-Antennenelement 26 der rechten Sende-Antennenelement gruppe 32b mit dem gegenüber dem Sendesignal der Sende-Antennenelementgruppe 32a codierten Sendesignal angesteuert und das entsprechende Gruppen-Radarsignal 32b in den Überwachungsbereich 14 gesendet. Der Verlauf des Antennengewinns Gb der rechten Sender Antennengruppe 32b ist in der Figur 6 gepunktet gezeigt.
An Zielen eines Objekts 18 reflektierte Echos 44 werden mit den Empfangs-Antennene lementen 28 empfangen und in elektrische Empfangssignale umgewandelt. Mit der Steuer- und Auswerteeinrichtung 24 werden die Empfangssignale einer Signalverarbei tung unterzogen. Bei der Signalverarbeitung werden beispielsweise Fourier-Transforma tionen, beispielsweise zweidimensionale schnelle Fourier-Transformation, durchgeführt. Aufgrund der räumlichen Anordnung der Sende-Antennenelemente 26 und der Emp fangs-Antennenelemente 28, welche zu dem virtuellen Array 58 führen, kann aus den Empfangssignalen, also den Echos 44, jeweils die Entfernung r, der Azimut cp und die Elevation Q für die Ziele des Objekts 18 bestimmt werden.
Dabei ermöglicht die Kombination der Sende-Antennenelemente 26 der linken Sende- Antennenelementgruppe 32a gemäß dem Beamforming-Verfahren eine Vergrößerung des Antennengewinns Ga;i und entsprechend der Detektionsreichweite im Azimut-Win kelbereich zwischen cp = 0° und cp = -80°. Simultan ermöglicht der Betrieb der linken Sende-Antennenelementgruppe 32a und der rechten Sende-Antennenelementgruppe
32b nach einem MIMO-Verfahren eine größere Winkelauflösung über den gesamten Azi mut-Winkelbereich des Überwachungsbereichs 14 zwischen cp = -80° und cp = +80°.
Bei einer zweiten Messsequenz der Messung werden die beiden Sende-Antennenele- mente 26 der in der Figur 4 linken Sende-Antennenelementgruppe 32a gemäß dem Beamforming-Verfahren mit demselben Sendesignal sowie einem definierten Phasen- Offset kohärent so angesteuert, dass das resultierende Gruppen-Radarsignal 42a bezo gen auf die Fahrtrichtung 16 nach rechts gerichtet sind. Der Verlauf des Antennenge winns Ga;r der linken Sende-Antennenelementgruppe 32a bei der Ausrichtung nach rechts ist zum Vergleich in der Figur 6 durchgezogen gezeigt.
Auch bei der zweiten Messsequenz wird simultan das Sende-Antennenelement 26 der rechten Sende-Antennenelementgruppe 32b mit dem gegenüber dem Sendesignal der Sende-Antennenelementgruppe 32a codierten Sendesignal angesteuert und das ent sprechende Gruppen-Radarsignal 32b ausgesendet.
Die reflektierten Echos 44 werden auch bei der zweiten Messsequenz mit den entspre chenden Empfangs-Antennenelementen 28 empfangen und in elektrische Empfangssig nale umgewandelt. Aus den elektrischen Empfangssignalen, also den Echos 44, werden jeweils die Entfernung r, der Azimut cp und die Elevation Q für die Ziele des Objekts 18 bestimmt.
Bei der zweiten Messsequenz können aufgrund des vergrößerten Antennengewinns Ga;r der nach rechts in den Überwachungsbereich 14 gerichteten linken Sende-Antennenele mentgruppe 32a auch Ziele im Azimut-Winkelbereich zwischen cp = 0° und cp = +80° in größerer Reichweite erfasst werden, welche bei der ersten Messsequenz, bei der die linke Sende-Antennenelementgruppe 32a nach links in den Überwachungsbereich 14 ge richtet war, nicht erfasst werden konnten. Umgekehrt können Ziele im Azimut-Winkelbe- reich zwischen cp = 0° und cp = -80° in größerer Entfernung, welche bei der ersten Mess sequenz noch erfasst werden konnten, bei der zweiten Messsequenz nicht erfasst wer den, da die Ziele sich bei der zweiten Messsequenz außerhalb der Reichweite der nach rechts gerichteten linken Sende-Antennenelementgruppe 32a befinden. Mit den zwei Messsequenzen kann der Überwachungsbereich 14 über den gesamten Azimut-Winkel bereich zwischen cp = -80° und cp = +80° mit entsprechend vergrößerter Reichweite und
entsprechend großer Winkelauflösung überwacht werden.
Durch den erfindungsgemäßen Betrieb des Radarsystems 12, bei dem bei einer Mes sung simultan das Beamforming-Verfahren und das MIMO-Verfahren durchgeführt wird, wird eine entsprechend große Apertur bei gleichzeitig hoher Genauigkeit und Auflösung bei der Messung des Azimut cp und der Elevation Q ermöglicht. Die Apertur des Radar systems 12 wird im virtuellen Array 58 durch den maximalen Abstand 66 charakterisiert. Die Apertur des Radarsystems 12 bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist deutlich größer als beim Einsatz eines reinen Beamforming-Verfahrens ohne MIMO-Verfahren. Ferner wird durch die erfindungsgemäße Kombination des Beamforming-Verfahrens und des MIMO-Verfahrens im Vergleich zum Einsatz eines reinen MIMO-Verfahrens ohne Beamforming ein höherer gesamter Antennengewinn erzielt. Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel bei drei linear angeordneten Sende-Antennenelementen beträgt beispielhaft der gesamte Antennengewinn G =22+1 =5. Bei einem reinen MIMO-Verfahren entspricht der Antennengewinn bei linear angeordneten Sende-Antennenelementen der Anzahl der Sende-Antennenelemente. Bei drei Sende-Antennenelemente wäre bei ei nem reinen MIMO-Verfahren der Antennengewinn G = 3. Durch den vergrößerten Anten nengewinnen G bei der erfindungsgemäßen Kombination von Beamforming-Verfahren und MIMO-Verfahren wird eine gleichzeitige Erhöhung von Winkelauflösung und Detek tionsreichweite ermöglicht.
Um den Überwachungsbereich 14 fortlaufend zu überwachen, können fortlaufend Mes sungen beispielhaft jeweils mit zwei Messsequenzen durchgeführt werden. Die Messun gen können auch lediglich bei Bedarf durchgeführt werden. Statt zwei Messsequenzen kann eine Messung auch mehr als zwei Messsequenzen aufweisen. Dabei können bei jeder Messsequenz die beiden nach dem Beamforming-Verfahren angesteuerten Sende- Antennenelemente 26 der linken Sende-Antennenelementgruppe 32a mit Sendesignalen mit entsprechend variierenden Phasen-Offsets so angesteuert werden, dass für das je weilige Gruppen-Radarsignal 42a entsprechend unterschiedliche Ausbreitungsrichtun gen realisiert werden.