Beschreibung
Stator mit radial verschränkten Wicklungsstäben, Elektromaschine und Kraftfahrzeug
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stator für eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug. Ferner betrifft die Erfindung eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug sowie ein Kraftfahrzeug mit einer Elektromaschine.
Es sind Elektromaschinen bekannt, bei welchen stabförmige Statorwicklungen als sogenannte Hairpins in Statornuten eines Statorgrundkörpers angeordnet sind. Die Hairpins weisen jeweils eine u-förmige Schränkung sowie zwei sich von der u-förmigen Schränkung erstreckende Stabschenkel mit jeweils einem freien Schenkelende auf. Die Schenkelenden sind mit benachbarten Schenkelenden zur Statorwicklung verschweißt. Auf diese Weise ist an beiden Grundkörperstirnseiten jeweils ein Wckelkopf ausgebildet.
Insbesondere bei Elektromaschinen mit einer verhältnismäßig geringen Polpaarzahl, wie beispielsweise einem oder zwei Poolpaaren, weisen derartige Statorwicklungen in axialer Richtung der Elektromaschine an beiden Grundkörperstirnseiten einen großen Bauraumbedarf auf.
Aus der DE 102015219077 A1 ist eine Elektromaschine bekannt, bei welcher jeweils zwei Hairpins in einer Statornut geführt sind. An einer Grundkörperstirnseite des Statorgrundkörpers sind in radialer Richtung von der Grundkörperlängsachse entferntere Hairpins radial nach außen und wieder zurück nach innen gebogen sowie in Umfangsrichtung geschränkt. Die näher an der Grundkörperlängsachse angeordneten Hairpins sind entgegen der Umfangsrichtung geschränkt. Nachteilig hierbei ist, dass benachbarte Hairpins am Wckelkopf übereinander geführt sind und somit in axialer Richtung einen vergrößerten Bauraum erfordern. Die WO 2019/231002 A1 betrifft eine Elektromaschine mit sechs Hairpins pro Statornut. Die freien Enden der Hairpins sind an der Grundkörperstirnseite des Stators in Umfangsrichtung geschränkt ausgebildet und auf sechs direkt nebeneinander angeordneten Bahnen angeordnet. Gattungsgemäße Elektromaschinen sind aus der DE 102017201 533 A1 sowie der DE 102008059800 A1 bekannt.
Bekannte Elektromaschinen haben den Nachteil, dass die Wickelköpfe aufgrund der Anordnung der Hairpins am Wickelkopf entlang der Statorlängsachse einen verhältnismäßig großen Bauraumbedarf aufweisen. Eine derartige Anordnung der Hairpins ist besonders bei Elektromaschinen mit einer geringen Polpaarzahl, wie beispielsweise einem oder zwei Polpaaren von Nachteil. Überdies weisen derartige Elektromaschinen zwischen direkt benachbarten Hairpins in den Statornuten des Stators verhältnismäßig hohe Potenzialdifferenzen auf.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile bei einem Stator für eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug, einer Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug sowie einem Kraftfahrzeug mit einem Antriebssystem zu beheben oder zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Stator, eine Elektromaschine und ein Kraftfahrzeug zu schaffen, die auf eine einfache und kostengünstige Art und Weise einen reduzierten Bauraum und/oder einen verbesserten Wirkungsgrad aufweisen.
Voranstehende Aufgabe wird durch die Patentansprüche gelöst. Demnach wird die Aufgabe durch einen Stator für eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1, durch eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 9 sowie durch ein Kraftfahrzeug mit einem Antriebssystem mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 10 gelöst. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Stator beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Elektromaschine sowie dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug und jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch einen Stator für eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug gelöst. Der Stator weist einen Statorgrundkörper mit einer ersten Grundkörperstirnseite, einer zweiten Grundkörperstirnseite, einer Grundkörperlängsachse, Statorzähnen und zwischen den Statorzähnen ausgebildeten Statornuten auf. Zudem weist der Stator eine Mehrzahl von in den Statornuten angeordneten Wicklungsstäben auf. In jeder Statornut ist eine erste Anzahl an Wicklungsstäben in radialer Richtung übereinander angeordnet. Die Wicklungsstäbe sind jeweils einer von mehreren Phasen des Stators zugeordnet sind. Ferner bilden die Wicklungsstäbe an der ersten
Grundkörperstirnseite und der zweiten Grundkörperstirnseite jeweils einen Wickelkopf, wobei die Wicklungsstäbe an der ersten Grundkörperstirnseite in Umfangsrichtung geschränkt und mit jeweils einem Wcklungsstab einer in Umfangsrichtung versetzten Statornut mechanisch sowie elektrisch gekoppelt sind. Erfindungsgemäß weist zumindest ein Teil der Wicklungsstäbe im Bereich der ersten Grundkörperstirnseite eine derartige Schränkung in radialer Richtung auf, dass die Wcklungsstäbe benachbarter Statornuten an der ersten Grundkörperstirnseite in Umfangsrichtung in einer zweiten Anzahl an Bahnen angeordnet sind, wobei die zweite Anzahl größer als die erste Anzahl ist.
Der Statorgrundkörper besteht beispielsweise aus Eisen oder weist zumindest Eisen und/oder ein ferromagnetisches Material auf. Vorzugsweise ist der Statorgrundkörper aus einer Vielzahl von Statorscheiben, vorzugsweise aus Elektroblech oder dergleichen, zusammengesetzt. Die Statorscheiben sind vorzugsweise zueinander elektrisch mittels eines Isoliermittels isoliert. Das Isoliermittel weist vorzugsweise Harz, Lack, Papier oder dergleichen auf. Der Statorgrundkörper ist koaxial zur Grundkörperlängsachse ausgebildet. Der Statorgrundkörper weist eine Mehrzahl von Statornuten auf, die vorzugsweise zur Grundkörperlängsachse hin offen sind und sich weiter bevorzugt parallel zur Grundkörperlängsachse durch den Statorgrundkörper erstrecken. Alternativ können die Statornuten auch eine Erstreckungskomponente in Umfangsrichtung aufweisen. Die Statornuten weisen in radialer Richtung eine Nuttiefe auf. Ferner sind die Statornuten in Umfangsrichtung des Statorgrundkörpers durch die Statorzähne begrenzt. Es ist erfindungsgemäß bevorzugt, dass die Statornuten gleichmäßig oder zumindest regelmäßig über Statorgrundkörper verteilt sind. Es ist bevorzugt, dass in den Statornuten elektrisches Nutisoliermaterial, welches insbesondere als Vergussmasse in die Statornuten einbringbar ist, angeordnet ist. Das Nutisoliermaterial ist vorzugsweise an einer Nutwandung der Statornut angeordnet. Der Statorgrundkörper ist in axialer Richtung durch die erste Grundkörperstirnseite und die zweite Grundkörperstirnseite begrenzt.
Die Wcklungsstäbe sind in den Statornuten derart angeordnet, dass die erste Anzahl an Wcklungsstäben in radialer Richtung nebeneinander in einer Statornut angeordnet ist. Vorzugsweise sind die Wcklungsstäbe als Hairpins ausgebildet. Die Wcklungsstäbe sind weiter bevorzugt aus einem Material mit einer hohen elektrischen Leitfähigkeit, wie beispielsweise Kupfer oder dergleichen, gebildet. Weiter bevorzugt sind die Wicklungsstäbe umfänglich elektrisch isoliert, um einen Kurzschluss zwischen benachbarten Wicklungsstäben zu vermeiden. Die Wcklungsstäbe weisen vorzugsweise einen rechteckigen Stabquerschnitt auf. Vorzugsweise weisen die Wcklungsstäbe eine Stabbreite auf, welche einer Nutbreite der Statornuten entspricht oder geringfügig kleiner ist, sodass eine Bewegung der Wicklungsstäbe
in Umfangsrichtung durch die Statorzähne formschlüssig begrenzt ist. Vorzugsweise weisen die Wicklungsstäbe eine Stabbreite auf, welcher einer Nutbreite der Statornuten minus einer zweifachen Dicke eines etwaigen in der Statornut angeordneten elektrischen Nutisolierungsmaterials entspricht. Die Wcklungstäbe weisen vorzugsweise eine Stabhöhe auf, welche kleiner als die Stabbreite ist. Ein Verhältnis von Stabhöhe zu Stabbreite beträgt vorzugsweise zwischen 1:2 und 4:5, vorzugsweise etwa 2:3.
An der ersten Grundkörperseite und der zweiten Grundkörperseite sind die Wcklungsstäbe aus den Statornuten herausgeführt und bilden einen Wckelkopf. Zudem sind die Wicklungsstäbe an der ersten Grundkörperseite in Umfangsrichtung geschränkt und jeweils mit einem weiteren Wcklungsstab mechanisch sowie elektrisch gekoppelt, vorzugsweise über eine stoffschlüssige Verbindung, wie beispielsweise eine Schweißverbindung. Miteinander auf diese Weise direkt gekoppelte Wicklungsstäbe weisen vorzugsweise in Umfangsrichtung entgegengesetzte Schränkungsrichtungen auf. An den Wckelköpfen sind die Wcklungsstäbe zu einer Statorwicklung verschaltet. Die Statorwicklung weist vorzugsweise mehrere Phasen, insbesondere drei Phasen, auf. Es kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Statorwicklung ein Polpaar oder mehrere Polpaare aufweist. Es kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Wcklungsstäbe an der zweiten Grundkörperseite gemäß den Wcklungsstäben an der ersten Grundkörperseite in Umfangsrichtung und/oder in radialer Richtung geschränkt sind.
Im Bereich der ersten Grundkörperstirnseite weist zumindest ein Teil der Wcklungsstäbe eine Schränkung in radialer Richtung auf. Eine Schränkung ist beispielsweise eine Abwinklung, Umbiegung oder dergleichen. Demnach kann die Schränkung einen Knick und/oder einen Radius aufweisen. Die Wcklungsstäbe weisen somit beidseits der Schränkung eine unterschiedliche Orientierung auf. Die Schränkung ist erfindungsgemäß derart ausgebildet, dass Wcklungsstäbe benachbarter Statornuten an der ersten Grundkörperstirnseite in Umfangsrichtung in einer zweiten Anzahl an Bahnen angeordnet sind, wobei die zweite Anzahl größer als die erste Anzahl ist. Die Bahnen weisen eine Bahnbreite auf, welche größer gleich einer Stabbreite des Wcklungsstabs ist. Die Bahnen sind in radialer Richtung nebeneinander angeordnet und weisen somit eine Gesamtbahnbreite auf, welche größer als eine Summe der Stabbreiten der Wcklungsstäbe ist. Die zweite Anzahl ist vorzugsweise mindestens um 50% größer als die erste Anzahl. Die Schränkungen in radialer Richtung sind vorzugsweise von der Grundkörperlängsachse weggerichtet, sodass eine Kollision des Wickelkopfs mit einem im Stator rotierbar gelagerten Rotor vermieden ist. Zusätzlich oder alternativ ist es bevorzugt, dass
die Schränkungen in radialer Richtung nicht über eine Umfangsfläche des Statorgrundkörpers hinausragen, um einen Bauraumbedarf des Stators nicht zu vergrößern.
Ein erfindungsgemäßer Stator hat gegenüber herkömmlichen Statoren den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine axiale Erstreckung mindestens eines der Wickelköpfe reduziert ist. Besonders bei niedrigpoligen Statoren mit einem oder zwei Polpaaren ist auf diese Weise eine Reduzierung der axialen Erstreckung der Wickelköpfe von zwischen 20% und 40% erzielbar. Überdies hat der erfindungsgemäße Stator den Vorteil, dass Potenzialdifferenzen zwischen zwei direkt benachbarten Wicklungsstäben in der Statornut reduziert sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund der radialen Schränkung der Wicklungsstäbe die Wickelköpfe Kühlkanäle aufweisen, welche zum verbesserten Durchleiten eines Kühlfluids ausgebildet sind. Somit ist eine Kühlung der Wickelköpfe und demnach eine Belastbarkeit des Stators verbessert.
Gemäß einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung kann bei einem Stator vorgesehen sein, dass die zweite Anzahl doppelt so groß wie die erste Anzahl ist. Das bedeutet, dass für jeden Wicklungsstab einer Statornut zwei Bahnen bereitgestellt sind, wobei die Wicklungsstäbe von zwei benachbarten Statornuten auf die Bahnen verteilt sind. Bei vier Wicklungsstäben pro Statornut weisen die Wicklungsstäbe aus zwei benachbarten Statornuten somit eine radiale Schränkung auf insgesamt acht nebeneinander angeordneten Bahnen auf. Dabei ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass die Bahnen der Wicklungsstäbe von mindestens zwei benachbarten Statornuten keine Überlappungen aufweisen. Somit ist die Gesamtbahnbreite der Bahnen doppelt so groß wie die Gesamtbreite der Wicklungsstäbe einer Statornut. Dies hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine besonders vorteilhafte Anordnung der Wicklungsstäbe in den Wickelköpfen und somit eine vorteilhafte Reduzierung der axialen Erstreckung der Wickelköpfe erzielbar ist
Es ist erfindungsgemäß bevorzugt, dass der Stator drei oder weniger Polpaare aufweist. Ein Stator mit maximal drei Polpaaren ist insbesondere zur Verwendung in einer Asynchronmaschine ausgebildet. Bei einer derart geringen Anzahl an Polpaaren kommt der Effekt des radialen Schränkens der Wicklungsstäbe an den Wickelköpfen besonders stark zum Tragen. Dies hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine prozentuale Reduzierung der axialen Erstreckung der Wickelköpfe gegenüber herkömmlichen Statoren für Asynchronmaschinen mit zwei Polpaaren verbessert ist.
Weiter bevorzugt beträgt die erste Anzahl vier, sechs oder acht. Demnach sind vorzugsweise in jeder Statornut vier, sechs oder acht Wicklungsstäbe in radialer Richtung nebeneinander angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise die radiale sowie axiale Schränkung der Wicklungsstäbe herstellbar ist.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung kann bei einem Stator vorgesehen sein, dass die Wicklungsstäbe an der ersten Grundkörperstirnseite jeweils paarweise in radialer Richtung um dieselbe Strecke pro Wicklungsstabpaar geschränkt sind. Das bedeutet, dass die Bahnen der Wicklungsstäbe im Wickelkopf paarweise verlaufen. Hierbei ist es bevorzugt, dass die Wicklungsstabpaare jeweils aus direkt benachbarten Wicklungsstäben einer Statornut gebildet sind. Dies hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise die radiale Schränkung der Wicklungsstäbe erzielbar ist. Die Herstellbarkeit des Stators ist somit verbessert.
Vorzugsweise weisen in radialer Richtung von der Grundkörperlängsachse weiter entfernt angeordnete Wicklungsstäbe eine stärkere radiale Schränkung als näher an der Grundkörperlängsachse angeordnete Wicklungsstäbe auf. Demnach weisen näher an der Grundkörperlängsachse angeordnete Wicklungsstäbe beispielsweise keine radiale Schränkung oder eine radiale Schränkung um eine oder zwei Bahnbreiten auf. Eine weiter von der Grundkörperlängsachse angeordneter Wicklungsstab weist beispielsweise eine radiale Schränkung um zwei oder mehr Bahnbreiten auf. Dies hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise ein kompakter Wickelkopf gewährleistet ist, wobei ein Ausmaß an radialen Schränkungen reduziert ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen die Wicklungsstäbe zwei Stabschenkel und an der zweiten Grundkörperstirnseite eine die Stabschenkel miteinander verbindende u-förmige Schränkung auf, wobei jeweils die Stabschenkel eines Wicklungsstabs in zwei voneinander beabstandeten Statornuten angeordnet sind. Derartige Wicklungsstäbe sind beim Montageprozess beispielsweise zuerst zu einem Korb zusammenführbar und anschließend mit den freien Enden der Stabschenkel über die zweite Grundkörperstirnseite in die Statornuten einführbar und parallel zur Grundkörperlängsachse derart in den Grundkörper einschiebbar, dass die freien Enden der Stabschenkel an der ersten Grundkörperstirnseite aus den Statornuten herausragen. Anschließend sind die freien Enden in Umfangsrichtung sowie zumindest teilweise in radialer Richtung erfindungsgemäß schränkbar und zur Bildung der Spulenwicklung miteinander elektrisch verschaltbar. Dies hat den Vorteil, dass eine Herstellung des Stators mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise verbessert ist.
Besonders bevorzugt weist zumindest ein Teil der Wicklungsstäbe im Bereich der zweiten Grundkörperstirnseite eine derartige Schränkung in radialer Richtung auf, dass die Wicklungsstäbe benachbarter Statornuten an der zweiten Grundkörperstirnseite in Umfangsrichtung in der zweiten Anzahl an Bahnen angeordnet sind. An der zweiten Grundkörperstirnseite weisen die Wicklungsstäbe somit analog zur ersten Grundkörperstirnseite ausgebildete radiale Schränkungen auf. Dies hat den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine axiale Erstreckung des Wickelkopfs an der zweiten Grundkörperstirnseite reduziert ist.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch eine Elektromaschine für ein Kraftfahrzeug gelöst. Die Elektromaschine weist einen Stator und einen drehbar am Stator gelagerten Rotor auf. Erfindungsgemäß ist der Stator als erfindungsgemäßer Stator ausgebildet.
Der Rotor ist vorzugsweise koaxial zur Grundkörperlängsachse angeordnet. Weiter bevorzugt ist zumindest ein Aktivteil des Rotors vom Stator, insbesondere vollumfänglich, umgeben. Vorzugsweise ragt ein Rotoranschlussteil des Rotors in axialer Richtung aus dem Stator heraus. Der Rotor weist vorzugsweise zur Erzeugung eines wechselnden Magnetfelds Rotorspulen auf. Alternativ kann der Rotor auch Permanentmagnete aufweisen.
Bei der erfindungsgemäßen Elektromaschine ergeben sich sämtliche Vorteile, die bereits zu einem Stator gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung beschrieben worden sind. Demnach hat die erfindungsgemäße Elektromaschine gegenüber herkömmlichen Elektromaschinen den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine axiale Erstreckung mindestens eines der Wickelköpfe des Stators reduziert ist und somit äußere Abmessungen der Elektromaschine bei gleicher Leistung reduziert sind. Besonders bei niedrigpoligen Statoren mit einem oder zwei Polpaaren ist auf diese Weise eine Reduzierung der axialen Erstreckung der Wickelköpfe von zwischen 20% und 40% erzielbar. Überdies hat die erfindungsgemäße Elektromaschine den Vorteil, dass Potenzialdifferenzen zwischen zwei direkt benachbarten Wicklungsstäben in der Statornut des Stators reduziert sind, sodass ein Wirkungsgrad der Elektromaschine verbessert ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund der radialen Schränkung der Wicklungsstäbe die Wickelköpfe Kühlkanäle aufweisen, welche zum verbesserten Durchleiten eines Kühlfluids ausgebildet sind. Somit ist eine Kühlung der Wickelköpfe und demnach eine Belastbarkeit der Elektromaschine verbessert.
Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Kraftfahrzeug gelöst. Das Kraftfahrzeug weist ein Antriebssystem auf. Erfindungsgemäß weist das Antriebssystem zum Antreiben des Kraftfahrzeugs eine erfindungsgemäße Elektromaschine auf.
Das Antriebssystem kann im Rahmen der Erfindung auch mehrere, insbesondere erfindungsgemäße, Elektromaschinen aufweisen. Es kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass das Antriebssystem als hybrides Antriebssystem ausgebildet ist und zum Antreiben des Kraftfahrzeugs und/oder zum Erzeugen elektrischer Energie zum Betreiben der Elektromaschine eine Verbrennungskraftmaschine aufweist. Vorzugsweise weist das Antriebssystem eine Batterie, insbesondere eine Hochvoltbatterie, auf.
Bei dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug ergeben sich sämtliche Vorteile, die bereits zu einem Stator gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung sowie zu einer Elektromaschine gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung beschrieben worden sind. Demnach hat das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug gegenüber herkömmlichen Kraftfahrzeugen den Vorteil, dass mit einfachen Mitteln sowie auf eine kostengünstige Art und Weise eine axiale Erstreckung mindestens eines der Wickelköpfe des Stators reduziert ist und somit die äußeren Abmessungen der Elektromaschine bei gleicher Leistung reduziert sind. Somit sind Bauraum und Gewicht des Kraftfahrzeugs reduzierbar. Besonders bei niedrigpoligen Statoren mit einem oder zwei Polpaaren ist auf diese Weise eine Reduzierung der axialen Erstreckung der Wickelköpfe von zwischen 20% und 40% erzielbar. Überdies hat das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug den Vorteil, dass Potenzialdifferenzen zwischen zwei direkt benachbarten Wicklungsstäben in der Statornut des Stators reduziert sind, sodass ein Wirkungsgrad der Elektromaschine verbessert ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund der radialen Schränkung der Wicklungsstäbe die Wickelköpfe Kühlkanäle aufweisen, welche zum verbesserten Durchleiten eines Kühlfluids ausgebildet sind. Somit ist eine Kühlung der Wickelköpfe und demnach eine Belastbarkeit des Elektromotors verbessert.
Ein erfindungsgemäßer Stator, eine erfindungsgemäße Elektromaschine sowie ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen jeweils schematisch:
Figur 1 in einer perspektivischen Schnittdarstellung einen Bereich einer zweiten
Grundkörperstirnseite eines Stators nach dem Stand der Technik,
Figur 2 in einer perspektivischen Schnittdarstellung einen Bereich einer zweiten
Grundkörperstirnseite eines Stators gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,
Figur 3 in einer perspektivischen Ansicht einen Ausschnitt des Stators aus Figur 2 im Bereich der zweiten Grundkörperstirnseite,
Figur 4 in einer Schnittdarstellung eine Anordnung der Wicklungsstäbe in Statornuten eines erfindungsgemäßen Stators,
Figur 5 in einer Schnittdarstellung radial geschränkte Wicklungsstäbe in einem Wickelkopf des Stators aus Figur 4,
Figur 6 in einer perspektivischen Ansicht einen Bereich einer ersten
Grundkörperstirnseite eines Stators gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,
Figur 7 in einer Seitenansicht einen Stator gemäß dem Stand der Technik,
Figur 8 in einer Seitenansicht einen erfindungsgemäßen Stator, und
Figur 9 in einer Seitenansicht eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs.
Elemente mit gleicher Funktion und Wirkungsweise sind in den Figuren 1 bis 9 jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
In Fig. 1 ist ein Bereich einer zweiten Grundkörperstirnseite 6 eines Stators 1 nach dem Stand der Technik schematisch in einer perspektivischen Schnittdarstellung abgebildet. Der Stator 1 weist einen Statorgrundkörper 4 mit mehreren durch Statorzähne 8 voneinander getrennten Statornuten 9 auf. In den Statornuten 9 sind jeweils vier Stabschenkel 14 verschiedener Wicklungsstäbe 10 in radialer Richtung nebeneinander angeordnet. Die einzelnen Wicklungsstäbe 10 des Stators 1 weisen jeweils zwei Stabschenkel 14 auf, welche über eine u- förmige Schränkung 15 miteinander verbunden sind. Die aus den Statornuten 9 heraustretenden Bereiche der Wicklungsstäbe 10 sind in Umfangsrichtung geschränkt sowie in
radialer Richtung in vier nebeneinander verlaufenden Bahnen 12 angeordnet und bilden gemeinsam einen Wickelkopf 11 des Stators.
Fig. 2 zeigt einen Bereich einer zweiten Grundkörperstirnseite 6 eines Stators 1 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung schematisch in einer perspektivischen Schnittdarstellung. Der Wckelkopf 11 unterscheidet sich von dem Wickelkopf 11 aus Fig. 1 durch eine zusätzliche Schränkung einiger Wcklungsstabpaare 13 der Wcklungsstäbe 10 in radiale Richtung, sodass die Wcklungsstäbe 10 im Wckelkopf 11 in radialer Richtung in acht nebeneinander verlaufenden Bahnen 12 angeordnet. Die Wcklungsstäbe 10 eines Wcklungsstabpaars 13 weisen in diesem Ausführungsbeispiel jeweils die gleiche radiale Schränkung auf, wobei die einzelnen Wcklungsstabpaare 13 unterschiedliche radiale Schränkungen aufweisen bzw. aufweisen können.
In Fig. 3 ist ein Ausschnitt des Stators 1 aus Fig. 2 im Bereich der zweiten Grundkörperstirnseite 6 schematisch in einer perspektivischen Ansicht dargestellt. In dieser Ansicht ist erkennbar, dass der Stator 1 drei Phasen sowie zwei Polpaare aufweist.
Fig. 4 zeigt eine Anordnung der Wcklungsstäbe 10 in Statornuten 9 eines erfindungsgemäßen Stators 1 schematisch in einer Schnittdarstellung. In dieser Ansicht sind die durch Statorzähne 8 voneinander getrennten Statornuten 9 gut erkennbar. In jeder Statornut 9 sind in radialer Richtung vier Wcklungsstäbe 10 nebeneinander angeordnet. Jeweils zwei Wicklungsstäbe 10 sind zu einem Wcklungsstabpaar 13 zusammengefasst.
In Fig. 5 sind radial geschränkte Wcklungsstäbe 10 im Wckelkopf 11 des Stators 1 aus Fig. 4 schematisch in einer Schnittdarstellung abgebildet. Die Wcklungsstabpaare 13 weisen unterschiedliche radiale Schränkungen auf und sind in radialer Richtung in acht Bahnen 12 nebeneinander angeordnet. Dabei weisen ein erstes inneres Wicklungsstabpaar 13a einer ersten Statornut 9a keine radiale Schränkung, ein zweites inneres Wicklungsstabpaar 13b einer der ersten Statornut 9a benachbarten zweiten Statornut 9b eine radiale Schränkung um zwei Bahnen 12, ein erstes äußeres Wcklungsstabpaar 13c der ersten Statornut 9a eine radiale Schränkung um zwei Bahnen 12 und ein zweites äußeres Wcklungsstabpaar 13d der zweiten Statornut 9b eine radiale Schränkung um vier Bahnen 12 auf.
Fig. 6 zeigt einen Bereich einer ersten Grundkörperstirnseite 5 eines Stators 1 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung schematisch in einer perspektivischen Ansicht. In dieser Darstellung ist erkennbar, dass die aus den Statornuten 9 heraustretenden
Wicklungsstäbe 10 in Umfangsrichtung sowie zum Teil in radialer Richtung geschränkt sind. Schenkelenden 18 benachbarter Wcklungsstäbe 10 sind miteinander verschweißt. Somit bilden die Wicklungsstäbe 10 an der ersten Grundkörperseite 5 einen weiteren Wckelkopf 10.
In Fig. 7 ist ein Stator 1 gemäß dem Stand der Technik schematisch in einer Seitenansicht abgebildet. Zum Vergleich zeigt Fig. 8 einen erfindungsgemäßen Stator 1 schematisch in einer Seitenansicht. We aus den Zeichnungen hervorgeht, weisen beide Statoren 1 Statorgrundkörper4 mit denselben Abmessungen auf. Die Statorgrundkörper 4 erstrecken sich entlang einer Grundkörperlängsachse 7. Beide Statoren 1 weisen an ihrer ersten Grundkörperstirnseite 5 sowie ihrer zweiten Grundkörperstirnseite 6 jeweils einen aus den Wcklungsstäben gebildeten Wckelkopf 11 auf. Die Wcklungsstäbe 10 beider Statoren 1 weisen an den Wckelköpfen 11 eine Schränkung in Umfangsrichtung auf. Zusätzlich weisen einige Wcklungsstäbe 10 des erfindungsgemäßen Stators 1 aus Fig. 8 eine Schränkung in radialer Richtung auf, während der Stator gemäß dem Stand der Technik aus Fig. 7 eine derartige Schränkung nicht aufweist. Es ist deutlich erkennbar, dass die Wckelköpfe 11 des erfindungsgemäßen Stators 1 in axialer Richtung eine geringere Erstreckung aufweisen als die Wckelköpfe 11 des Stators gemäß dem Stand der Technik. Somit weist der erfindungsgemäße Stator 1 bei gleicher Leistung einen reduzierten Bauraumbedarf auf.
Fig. 9 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 3 schematisch in einer Seitenansicht. Das Kraftfahrzeug 3 weist ein Antriebssystem 17 mit einer Elektromaschine 2 und einer Batterie 19 auf. Die Elektromaschine 2 weist einen erfindungsgemäßen Stator 1 mit einem sich entlang einer Statorlängsachse 7 erstreckenden Statorgrundkörper 4 und einem um die Statorlängsachse 7 drehbar gelagerten Rotor 16 auf.
Der Statorgrundkörper 4 weist eine erste Grundkörperstirnseite 5 und eine zweite Grundkörperstirnseite 6 und umschließt einen Abschnitt des Rotors 16 vollumfänglich. Ein weiterer Abschnitt des Rotors 16 ragt an der ersten Grundkörperstirnseite 5 aus dem Statorgrundkörper 4 heraus. Alternativ kann der Rotor 16 anstatt aus der ersten Grundkörperstirnseite 5 aus der zweiten Grundkörperstirnseite 6 herausragen.
Bezugszeichenliste Stator Elektromaschine Kraftfahrzeug Statorgrundkörper erste Grundkörperstirnseite zweite Grundkörperstirnseite Grundkörperlängsachse Statorzahn Statornut a erste Statornut b zweite Statornut 0 Wicklungsstab 1 Wckelkopf 2 Bahn 3 Wicklungsstabpaar 3a erstes inneres Wcklungsstabpaar 3b zweites inneres Wcklungsstabpaar 3c erstes äußeres Wicklungsstabpaar 3d zweites äußeres Wicklungsstabpaar 13d 4 Stabschenkel 5 U-förmige Schränkung 6 Rotor 7 Antriebssystem 8 Schenkelende 9 Batterie