VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUR KAPAZITIVEN BESTIMMUNG EINES ANTEILS EINES STOFFES IN EINEM MATERIAL
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur kapazitiven Bestim mung eines Anteils eines Stoffes in einem Material. Die Vorrichtung umfasst einen Schwingkreis mit einer Spule und einem Plattenkondensator, wobei der Schwingkreis zu Schwingungen mit unterschiedlichen Frequenzen oder Induktivitäten angeregt werden kann. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, die Frequenzantwort oder Resonanzfrequenzen des Schwingkreises zu erfassen und im Hinblick auf charakteristische Merkmale auszuwerten. Anhand der Frequenzen, die die sen charakteristischen Merkmalen zugeordnet werden können, kann der Anteil eines bestimm ten Stoffes in dem zu vermessenden Material bestimmt werden. Das Verfahren zur kapazitiven Bestimmung eines Anteils eines Stoffes in einem Material beruht insbesondere darauf, dass bei dem Verfahren die dielektrischen Eigenschaften des Stoffes ausgenutzt werden, um den Anteil des Stoffes in dem zu vermessenden Material zu bestimmen.
Hintergrund der Erfindung:
Es ist im Stand der Technik bekannt, dass Stoffkonzentrationen oder Anteile eines Stoffes in einem zu untersuchenden Material mit optischen Verfahren bestimmt werden können. Bei die sen konventionellen Verfahren, die aus dem Stand der Technik bekannt sind, werden insbeson dere die optischen Eigenschaften des Stoffes, dessen Anteil bestimmt werden soll, für die An teilsbestimmung ausgenutzt. Viele optische Verfahren beruhen darauf, dass der Stoff, dessen Anteil bestimmt werden soll, in einer Flüssigkeit gelöst und die erhaltene Lösung beleuchtet wird. Die optische Antwort der Beleuchtung wird erfasst und in Form von Spektren aufgetragen. Aus den Spektren der absorbierten und/oder reflektierten Strahlung kann anschließend auf die Konzentration des Stoffes geschlossen werden.
Ein solches, optisches Messverfahren wird beispielsweise in DE 41 22 925 A1 beschrieben. Die dort beschriebene Erfindung betrifft ein optisches Spektrometer mit einer an wenigstens einen Lichtwellenleiter angekoppelten Beleuchtungseinrichtung zur Anstrahlung eines in einem Meß probenraum enthaltenen spektroskopisch zu untersuchenden Stoffes, wobei das Spektrometer eine Monochromatoreinrichtung und eine Detektoranordnung umfasst. Nachteilig an optischen Verfahren, wie sie in die DE 41 22 925 A1 beschrieben werden, ist, dass für die Konzentrations-
bestimmung optische Komponenten genutzt werden müssen. Die Verwendung von optischen Komponenten führt allerdings häufig zu hohen Kosten und einer erheblichen Empfindlichkeit des erhaltenen Messaufbaus, so dass der Messaufbau außerhalb einer geschützten Laboratmos phäre nicht eingesetzt werden kann. Insofern ist der Einsatz optischer Verfahren und Vorrich tungen, die auf solchen optischen Verfahren beruhen, in der Realität und insbesondere an Orten mit hohem Erschütterungs-, Lärm- und/oder Verschmutzungspotential, wie beispielsweise auf einer Baustelle, stark eingeschränkt, wenn nicht gar unmöglich.
Ferner sind optische Verfahren mit dem Nachteil verbunden, dass stets eine Flüssigkeit erfor derlich, ist, um den zu vermessenden Stoff aufzulösen. Solch eine - vorzugsweise saubere - Lösungsflüssigkeit ist aber unter Umständen nicht immer verfügbar. Die Flüssigkeit ist insbe sondere erforderlich, um die Übergänge bzw. Veränderung der Brechungsindices zwischen dem optischen Messsystem und der Probe zu untersuchen. Aufgrund des Erfordernisses einer Lö sungsflüssigkeit ist es beispielsweise nicht möglich, mit optischen Verfahren eine Bestimmung von Stoffanteilen in nicht-flüssigkeitslöslichen Stoffen oder in Luft vorzunehmen.
Die Aufgabe, die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegt, besteht somit darin, die vorstehend beschriebenen Nachteile und Mängel des Standes der Technik zu überwinden und eine Vorrich tung und ein Verfahren zur kapazitiven Bestimmung eines Anteils eines Stoffes in einem Materi al bereitzustellen. Die Fachwelt würde es begrüßen, wenn mit dem verbesserten Verfahren und der verbesserten Vorrichtung Stoffanteile auch in nicht-wasserlöslichen Materialien bestimmt werden könnten und wenn Messungen auch an der Luft möglich wären. Ferner soll die bereitzu stellende Vorrichtung auch an rauhen Orten, wie Baustellen oder dergleichen, verwendet wer den können, an denen generell mit Erschütterungen und starken Verschmutzungen zu rechnen ist. Insbesondere soll eine robuste, stabile und unempfindliche Vorrichtung bereitgestellt wer den. Ein weiteres Anliegen besteht darin, dass das bereitzustellende Verfahren kostengünstig und nutzerfreundlich auszuführen ist.
Die Aufgabe wird gelöst durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Aus führungsformen zu dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche finden sich in den abhängi gen Ansprüchen.
Beschreibung der Erfindung:
Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung zur kapazitiven Bestimmung eines Anteils eines Stoffes in einem Material vorgesehen, wobei die Vorrichtung einen Schwingkreis mit einer Spule und ei nem Plattenkondensator umfasst. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Plat-
tenkondensator mit dem Material als Dielektrikum befüllbar ist, wobei eine Frequenzantwort des Dielektrikums erfasst und ausgewertet wird, um den Anteil des Stoffes im Material zu bestim men.
In einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur kapazitiven Bestimmung eines Anteils eines Stoffes in einem Material. Das Verfahren ist durch folgende Verfahrensschritte ge kennzeichnet: a) Bereitstellung einer vorgeschlagenen Vorrichtung, b) Befüllung eines Plattenkondensators der Vorrichtung mit dem Material, wobei in dem Material der Anteil eines Stoffes bestimmt werden soll, c) Einstellung unterschiedlicher Frequenzen oder Induktivitäten in einem Schwingkreis der Vorrichtung, d) Erfassung einer Frequenzantwort oder von Resonanzfrequenzen des Materials, e) Auswertung der Frequenzantwort oder der Resonanzfrequenzen durch eine Suche nach charakteristischen Merkmalen, f) Ermittlung des Anteils des Stoffes unter Verwendung von charakteristischen Frequenzen fc, die den charakteristischen Merkmalen zugeordnet werden können.
Ein Anwendungsgebiet der Erfindung besteht in der Bestimmung eines Anteils von Quarz in einer Staubprobe. Der Quarz-Anteil in einem zu vermessenden Staub stellt eine wichtige Infor mation dar, weil Quarz mit Krankheiten, wie Silikose oder Lungenkrebs, in Verbindung gebracht wird. Da in vielen Ländern die Bestrebungen zunehmen, Arbeiter im Bergbau oder auf Baustel len besser als zuvor vor hohen Staubbelastungen und den damit verbundenen negativen Ge sundheitsfolgen zu schützen, besteht ein hohes Interesse an praktikablen, realitätstauglichen und kostengünstigen technischen Lösungen zur Untersuchung von Staub. Dabei würde es die Fachwelt insbesondere begrüßen, wenn eine Möglichkeit geschaffen werden könnte, einen Quarz-Anteil in einem zu vermessenden Staub schnell und zuverlässig bestimmen zu können, um geeignete Schutzmaßnahmen für die betroffenen Arbeiter ergreifen zu können.
Denkbar ist daher die Verwendung der vorgeschlagenen Vorrichtung als „Staub-Dosimeter“, das von den Arbeitern auf einer Baustelle mitgeführt werden kann und welches im Laufe des Tages die Menge an Quarz bestimmt, der der Bauarbeiter ausgesetzt ist. Analog zu einem Stahlen- Dosimeter kann die vorgeschlagene Vorrichtung die erfassten Daten aufzeichnen und speichern oder sie an ein anderes Gerät zur weiteren Verarbeitung übertragen. Es kann im Sinne der Er findung auch bevorzugt sein, dass die vorgeschlagene Vorrichtung optische und/oder akusti sche Warnsignale abgibt, die den Arbeiter beispielsweise darauf hinweisen, dass eine maximale
Tages-Expositionsmenge an Quarz erreicht ist oder demnächst erreicht wird. Es kann im Sinne der Erfindung auch bevorzugt sein, dass die Vorrichtung an einem Staubsauger oder einem Luftreiniger angeordnet vorliegt, so dass der Quarzanteil in dem Staub in einer Umgebung des Staubsaugers oder des Luftreinigers ermittelt werden kann. Ferner kann es im Sinne der Erfin dung bevorzugt sein, dass die Vorrichtung in der Umgebung oder an einem stauberzeugenden Gerät, wie einer Werkzeugmaschine, verwendet wird, um direkt am Entstehungsort des Staubs dessen Zusammensetzung zu untersuchen und insbesondere den Quarzanteil zu bestimmen.
Ein Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens und der vorgeschlagenen Vorrichtung besteht da rin, dass dabei auf teure und empfindliche optische Elemente und Messaufbauten verzichtet werden kann. Dadurch wird mit der Erfindung eine kostengünstige und unempfindliche techni sche Lösung zur Bestimmung eines Stoffanteils in einem zu vermessenden Material, hier vor zugsweise Staub, bereitgestellt. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass bei dem Verfah ren und bei der Verwendung der Vorrichtung zur Bestimmung eines Stoffanteils kapazitiv vorge gangen wird und dass die dielektrischen Eigenschaften des Stoffes, dessen Anteil bestimmt werden soll, ausgenutzt werden, um den Anteil des Stoffes in dem Staub zu bestimmen. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass die Bestimmung des Anteils des Stoffes in dem Staub kapazitiv erfolgt.
Es ist im Sinne der Erfindung besonders bevorzugt, dass im Kontext des vorgeschlagenen Ver fahrens die Dielektrizität bzw. die Dielektrizitätskonstante des zu vermessenden Materials bei unterschiedlichen Frequenzen gemessen wird, um den Quarzgehalt in einer Staubprobe zu be stimmen. Hierzu wird insbesondere ein Frequenzspektrum durchgemessen, um eine dielektri sche Antwort der Staubprobe zu erhalten und auswerten zu können. Es ist im Sinne der Erfin dung bevorzugt, dass zu Beginn des Verfahrens der elektromagnetische Schwingkreis der Vor richtung mit einem kurzen Puls bzw. einer fallenden Flanke beaufschlagt wird.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, den Kondensator mit einem kurzen Impuls bekannter Energie oder Spannung aufzuladen. Nach der Aufladung des Kondensators wird die Energie oder Spannung abrupt entfernt, wobei dies beispielsweise mittels einem Kurzschluss über die Spule des elektromagnetischen Schwingkreises erfolgen kann. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Anregung des Schwingkreises analog durchgeführt werden kann. Vorzugs weise werden bei der Aufladung des Plattenkondensators bzw. bei der Anregung des Schwing kreises die Oberwellenanteile der Anregung so hochfrequent ausgewählt bzw. eingestellt, dass sie dazu eingerichtet sind, um die Quarzresonanz anzuregen.
Der Schwingkreis beginnt als Reaktion darauf, mit seiner Resonanzfrequenz zu schwingen. Vor zugsweise kann die Resonanzfrequenz mit der Steuereinheit der Vorrichtung erfasst werden.
Die Frequenz kann ferner mit Hilfe von Dioden, Kapazitätsdioden und/oder Potentiometern an gepasst werden, bis die für Quarz relevanten Frequenzen erreicht sind. Aus den eingestellten Werten für die Induktivität L kann die Dielektrizität bzw. die Dielektrizitätskonstante des zu ver messenden Materials bestimmt werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass bei spielsweise der Quarzanteil in Staub mit einer Änderung der Dielektrizität bzw. der Dielektrizi tätskonstante des Staubs im Bereich der Resonanzfrequenz korreliert. Mit anderen Worten gilt die Relation, dass „je stärker eine Änderung der Dielektrizität bzw. der Dielektrizitätskonstante bei der Resonanzfrequenz, desto mehr Quarz ist im Staub enthalten“.
Ein weiterer Vorteil, der mit der Erfindung erreicht wird, besteht darin, dass auch solche Materia lien vermessen werden können, die nicht wasser- oder flüssigkeitslöslich sind. Insbesondere ermöglichen das vorgeschlagenen Verfahren und die vorgeschlagene Vorrichtung die Bestim mung eines Stoffanteils in Luft. Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen somit insbe sondere darin, dass kapazitive Messungen mit mechanisch unempfindlichen Komponenten durchgeführt werden können und dass kein flüssiges Lösungsmedium für die Durchführung der Messungen erforderlich ist.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung bereitgestellt, die einen Schwing kreis mit einer Spule und einem Plattenkondensator umfasst. Es ist im Sinne der Erfindung be vorzugt, dass die Vorrichtung dazu eingerichtet ist, das vorgeschlagene Verfahren auszuführen. Bei der Spule kann es sich vorzugsweise um eine Drahtspule handeln, deren Eigenschaften vorzugsweise mit der Induktivität L beschrieben werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevor zugt, dass die zu verwendende Spule und ihre Eigenschaften in Abhängigkeit des zu detektie- renden Stoffes bzw. des zu vermessenden Materials, sowie in Abhängigkeit von den Eigen schaften des Plattenkondensators ausgewählt werden, mit dem zusammen die Spule den Schwingkreis der vorgeschlagenen Vorrichtung bildet. Beispielsweise kann ein Wert von etwa 100 pH als Ausgangspunkt für den Betrieb des Schwingkreises gewählt werden. Der Fachmann weiß, dass dieser Wert insbesondere mit der Größe der Vorrichtung um mehrere Größenord nungen variieren kann.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Plattenkondensator zwei Platten umfasst, zwischen denen eine Spannung angelegt werden kann. Um das vorgeschlagene Verfahren durchzuführen, sind können zwei alternative Vorgehensweisen verwendet werden. Gemäß einer ersten Methode kann der Schwingkreis der Vorrichtung mit einem sinusförmigen Anregungssig-
nal beaufschlagt werden („Sinus-Sweep“), wobei vorzugsweise eine konstante Spannungsam plitude verwendet wird. Als Antwort auf diese Anregung wird der Spannungsabfall über dem Kondensator so erfasst, als wäre der elektromagnetische Schwingkreis ein Spannungsteiler. Gemäß dieser ersten Methode wird die Spannung als Meßgröße über einer vorgegebenen Fre quenz aufgezeichnet, wodurch ein Spannungs-Frequenz-Diagramm entstehen kann. Fig. 2 zeigt beispielhaft ein solches Diagramm.
Dieses erste Verfahren kann mit folgenden Verfahrensschritten beschrieben werden: a) Bereitstellung einer vorgeschlagenen Vorrichtung, b) Befüllung eines Plattenkondensators der Vorrichtung mit dem Material, wobei in dem Material der Anteil eines Stoffes bestimmt werden soll, c) Einstellung unterschiedlicher Frequenzen in einem Schwingkreis der Vorrichtung, d) Erfassung einer Frequenzantwort des Materials, e) Auswertung der Frequenzantwort durch eine Suche nach charakteristischen Merkma len, f) Ermittlung des Anteils des Stoffes unter Verwendung von charakteristischen Frequenzen fc, die den charakteristischen Merkmalen zugeordnet werden können.
Gemäß einer zweiten Methode wird ein elektromagnetischer Schwingkreis bereitgestellt, in den verschieden große Induktivitäten L eingestellt bzw. „eingeschliffen“ werden können. Die unter schiedlichen Induktivitäten L stellen in diesem zweiten Verfahren die vorgegebene Größe dar. Der elektromagnetische Schwingkreis wird dann zu Schwingungen angeregt, wobei die Reso nanzfrequenz als Meßgröße erfasst und/oder über der Induktivität aufgetragen wird. Dadurch können Frequenz-Induktivitäts-Diagramme erhalten werden. Es ist im Kontext dieser zweiten Methode bevorzugt, dass der elektromagnetische Schwingkreis so ausgelegt wird, dass er bei Einstellung einer ersten Induktivität einer ersten Resonanzfrequenz von Quarz schwingt. Diese Auslegung wird insbesondere durch die Einstellung einer bestimmten Mess-Induktivität als vor gegebener Größe erreicht. Die Messung kann dann für verschiedene Induktivitäten, die in dem Schwingkreis eingeschliffen werden können, wiederholt werden, wobei der Schwingkreis bei dieser zweiten oder jeder weiteren Messung vorzugsweise in einer zweiten oder weiteren Reso nanz von Quarz schwingt.
Dieses zweite Verfahren kann mit folgenden Verfahrensschritten beschrieben werden: a) Bereitstellung einer vorgeschlagenen Vorrichtung, b) Befüllung eines Plattenkondensators der Vorrichtung mit dem Material, wobei in dem
Material der Anteil eines Stoffes bestimmt werden soll, c) Einstellung unterschiedlicher Induktivitäten in einem Schwingkreis der Vorrichtung, d) Erfassung von Resonanzfrequenzen des Materials, e) Auswertung der Resonanzfrequenzen durch eine Suche nach charakteristischen Merk malen, f) Ermittlung des Anteils des Stoffes unter Verwendung von charakteristischen Frequenzen fc, die den charakteristischen Merkmalen zugeordnet werden können.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass ausreichend große Spannungsamplituden ver wendet werden, um den Schwingkreis anzuregen. Eine Spannungsamplitude wird im Sinne der Erfindung dann als „ausreichend groß“ angesehen, wenn sie dazu eingerichtet ist, eine Reso nanz im Schwingkreis anzuregen.
Die Platten des Plattenkondensators sind vorzugsweise im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Plattenkondensator Anschlüsse für eine Spannungsquelle und/oder für eine Steuereinheit umfasst. Vorzugsweise können die Parameter des Plattenkondensators bzw. seiner Platten in Abhängigkeit von dem zu detektie- renden Stoff bzw. in Abhängigkeit von dem zu vermessenden Material ausgewählt werden. Die se Parameter sind beispielsweise die Größe der Platten des Plattenkondensators oder ihr An stand zueinander. Vorzugsweise wird durch die geometrischen Parameter des Plattenkondensa tors ein Volumen definiert, in das der zu vermessende Staub als Dielektrikum eingefüllt werden kann.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass das Material, in dem die Messung stattfindet und das in das Messvolumen zwischen den Platten des Plattenkondensators eingebracht wird, be vorzugt als „zu vermessendes Material“ bezeichnet wird. In einem besonders bevorzugten Aus führungsbeispiel der Erfindung handelt es sich bei dem zu vermessenden Material um Staub. Dieser Staub kann beispielsweise auf einer Baustelle anfallen, insbesondere dann, wenn ein Untergrund, wie eine Wand, eine Mauer, Beton, Kalkstein oder dergleichen, mit einer Werk zeugmaschine, wie einem Kernbohrgerät, einer Säge, einem Winkel- oder Trennschleifer oder einem Bohrhammer bearbeitet wird, ohne auf diesen Anwendungen beschränkt zu sein. Insbe sondere in Beton oder Mauerwerk kann Quarz enthalten sein, so dass bei der Bearbeitung sol cher Untergründe quarzhaltiger Staub entstehen kann. Der Erfinder hat erkannt, dass die Dichte von Beton und Quarz näherungsweise ähnlich bzw. vergleichbar ist, so dass dieser Umstand ausgenutzt werden kann für die kapazitive Bestimmung des Quarzanteils in einer Staubprobe.
In Kontext der Erfindung wird der Stoff, dessen Anteil in dem zu vermessenden Material be stimmt werden soll, als „Stoff, dessen Anteil bestimmt werden soll“ bezeichnet. In einem beson ders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung handelt es sich bei dem Stoff, dessen An teil bestimmt werden soll, um Quarz. Quarz weist die chemische Zusammensetzung Si02 auf und liegt insbesondere in einer kristallinen Gitterstruktur vor. Aufgrund seiner Struktur kann Quarz polarisiert werden, wobei die Polarisation eines Stoffes eine eindeutige Identifikation ei nes Stoffes ermöglicht, wenn seine Dielektrizitätskonstante bei charakteristischen Frequenzen gemessen und ausgewertet wird. Für die vorliegende Erfindung liegen die relevanten, charakte ristischen Frequenzen für Quarz in einem Bereich von 10M bis 10L6 Hz, d.h. bei rund 10 bis 1000 kHz, wobei diese Frequenzen unproblematisch elektrisch zu messen sind. Der Erfinder hat erkannt, dass die dielektrischen Eigenschaften von Stoffen, insbesondere von Quarz, ausge nutzt werden können, um den Anteil des Stoffes in einem zu vermessenden Material, wie Staub, zu bestimmen.
Der Staub als zu vermessendes Material wird im Kontext der vorliegenden Erfindung als Dielekt rikum zwischen die Platten des Plattenkondensators eingebracht. Die Eigenschaften des Plat tenkondensators können vorzugsweise mit der Kapazität C des elektromagnetischen Schwing kreises, der Bestandteil der vorgeschlagenen Vorrichtung ist, beschrieben werden.
In einem nächsten Schritt erfolgt eine Einstellung unterschiedlicher Frequenzen in dem elektro magnetischen Schwingkreis der Vorrichtung.
Mit anderen Worten kann der Schwingkreis mit unterschiedlichen Frequenzen beaufschlagt werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Vorrichtung eine Spannungsquelle umfasst, die dazu eingerichtet ist, den Schwingkreis zu Schwingungen anzuregen. Mit anderen Worten können die Schwingungen des Schwingkreises durch eine Spannungsquelle realisiert werden, wobei die mit der Spannungsquelle bereitzustellende Spannung vorzugsweise auf die Induktivität L der Spule, die Kapazität C des Kondensators, sowie die Stoffeigenschaften des zu vermessenden Materials, sowie des Stoffes, dessen Anteil bestimmt werden soll, abgestimmt ist. Mit anderen Worten wird die mit der Spannungsquelle bereitzustellende Spannung in Ab hängigkeit der eben genannten Größen ausgewählt. Bei den Stoffeigenschaften des zu vermes senden Materials, sowie des Stoffes, dessen Anteil bestimmt werden soll, kann es sich bei spielsweise um deren Dichte, Dielektrizitätskonstante oder dergleichen handeln. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass die Bestimmung des Anteils des Stoffes in dem Staub kapazitiv erfolgt.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Frequenzen, mit denen das Dielektrikum bzw. der Plattenkondensator beaufschlagt, d.h. vermessen, wird, in einem Bereich von 0 bis 1000 kHZ, bevorzugt in einem Bereich von 10 bis 800 kHz und am meisten bevorzugt in einem Bereich von 100 bis 500 kHZ liegen. Diese Frequenzbereiche sind insbesondere für die Bestimmung eines Anteils von Quarz im Staub vorteilhaft und geeignet, da charakteristische Merkmale in der Frequenzantwort für Quarz bei einem bestimmten Versuchsaufbau beispielsweise bei ca. 150 und 250 kHZ liegen. Der Fachmann weiß, dass die angegebenen Werte von der Größe, der Geometrie und/oder dem Wassergehalt des zu vermessenden Materials abhängen können, weswegen es im Sinne der Erfindung bevorzugt ist, dass Kalibrierungsmessungen mit dem zu verwendenden Messaufbau durchgeführt werden, um beispielsweise die Lage der charakteristischen Frequenzen zu bestimmen. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass es sich bei den Frequenzen um Resonanzfrequenzen des Schwingkreises handelt, die durch eine unterschiedliche Beaufschlagung des Schwingkreises bzw. seiner Komponenten durchfahren werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Resonanzfrequenzen des elektromagnetischen Schwingkreises von einer Steuereinheit, die weiter unten erläutert wird, erfasst bzw. gemessen werden können, wobei die Steuereinheit Bestandteil der vorgeschlagenen Vorrichtung sein kann. Die Steuereinheit kann bevorzugt als Mikrocontroller ausgebildet sein. Es ist im Sinne der Erfindung ferner bevorzugt, dass eine Güte des elektromagnetischen Schwingkreises von der Steuereinheit gemessen wird. Dazu wird eine an der Spule und dem Kondensator abfallende Spannung, sowie ein Phasenwinkel von dem Mikrocontroller gemessen und ausgewertet.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Güte des elektromagnetischen Schwingkreises als Korrekturgröße verwendet werden kann, um solche Messfehler auszuschließen, die auf- treten können, wenn die Resonanzfrequenzen von unterschiedlichen Stoffen, deren Anteile in einem Material bestimmt werden sollen, sehr ähnlich sind oder in einem ähnlichen Bereich liegen. Neben der Messung der Dielektrizität bzw. der Dielektrizitätskonstante des Materials bei einer bestimmten Frequenz kann vorzugsweise die Güte des elektromagnetischen Schwingkreises verwendet werden, um die Resonanzen bzw. Frequenzen des ersten und des zweiten Stoffes voneinander zu unterscheiden.
Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass der elektromagnetische Schwingkreis der vorgeschlagenen Vorrichtung mit unterschiedlichen Frequenzen zu Schwingungen angeregt wird, wobei anschließend eine Frequenzantwort des Dielektrikums, d.h. des zu vermessenden Staubs, erfasst und ausgewertet wird, um den Anteil des Stoffes, dessen Anteil bestimmt werden soll, im Staub zu bestimmen. Diese Schritte werden im Sinne der Erfindung vor-
zugsweise auch als „Einstellung unterschiedlicher Frequenzen in einem Schwingkreis der Vor richtung“ und als „Erfassung einer Frequenzantwort des Staubs“ bezeichnet.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Vorrichtung eine Steuereinheit umfasst, die dazu eingerichtet ist, die Frequenzantwort des Dielektrikums zu erfassen. Vorzugsweise ist die Steuereinheit der Vorrichtung als Mikrocontroller ausgebildet. Bei der Steuereinheit handelt es sich vorzugsweise um einen bevorzugt frei programmierbaren Prozessor, der integrierte Peri pheriefunktionen aufweisen kann. Die Steuereinheit ist im Sinne der Erfindung insbesondere dazu eingerichtet, die Sensoren und/oder Erfassungseinrichtungen der vorgeschlagenen Vor richtung zu steuern. Sie kann ferner dazu eingerichtet sein, die mit den Sensoren und/oder Er fassungseinrichtungen erfassten Messwerte zu speichern und/oder auszuwerten.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung wird die Frequenzantwort des zu vermessenden Staubs mit dem Mikrocontroller erfasst und ausgewertet. Insbesondere wird die Spannung zwischen den Platten des Plattenkondensators gemessen und gegen die unterschiedlichen Frequenzen aufgetragen, wodurch ein Frequenz-Spannungs-Diagramm erhalten wird (siehe Fig. 2).
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Steuereinheit ferner dazu eingerichtet ist, das Dielektrikum mit unterschiedlichen Frequenzen zu beaufschlagen. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Steuereinheit dazu in der Lage ist, eine Spannung ein- oder auszuschalten. Es kann im Sinne der Erfindung auch bevorzugt sein, dass die Anregung des elektromagnetischen Schwingkreises durch eine Spannungsquelle erfolgt. Am meisten bevor zugt ist im Sinne der Erfindung die Verwendung einer von der Steuereinheit gesteuerten Span nungsquelle, um den elektromagnetischen Schwingkreis anzuregen bzw. das Dielektrikum mit unterschiedlichen Frequenzen zu beaufschlagen.
Mit anderen Worten kann der Mikrocontroller auch dazu verwendet werden, den elektromagneti schen Schwingkreis der vorgeschlagenen Vorrichtung mit unterschiedlichen Frequenzen zu be aufschlagen, wobei die Reaktion des Dielektrikums auf das Durchfahren der unterschiedlichen Frequenzen im Kontext der vorliegenden Erfindung erfasst und ausgewertet wird, um den Anteil eines Stoffes in Staub zu bestimmen.
Es ist im Sinne der Erfindung ganz besonders bevorzugt, dass die Antwort des zu vermessen den Materials in Form einer Spannung erfasst wird. Beispielsweise kann die Frequenzantwort des Dielektrikums, d.h. des zu vermessenden Materials, in einem Frequenz-Spannungs- Diagramm aufgetragen werden. Dabei werden die Frequenzen, mit denen der Schwingkreis beaufschlagt wird bzw. mit denen der Schwingkreis angeregt wird, auf der x-Achse des Dia-
gramms aufgetragen, während die Frequenzantwort des Staubs auf dery-Achse des Dia gramms aufgetragen wird. Die Frequenzantwort des zu vermessenden Materials kann anschlie ßend durch eine Suche nach charakteristischen Merkmalen in der Auftragung ausgewertet wer den. Dabei kann insbesondere das Frequenz-Spannungs-Diagramm auf charakteristische Merkmale der Kurve hin untersucht werden. Gemäß der alternativen zweiten Methode kann vor zugsweise ein Frequenz-Induktivitäts-Diagramm ausgewertet werden. Mit anderen Worten kön nen charakteristische Peaks in dem Frequenz-Spannungs-Diagramm gesucht werden, wobei die Peaks insbesondere durch charakteristische Frequenzen fc für ein bestimmtes Material festge legt werden. Das bedeutet im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass unterschiedliche Stoffe in dem zu vermessenden Material an der Lage charakteristischer Merkmale in dem Frequenz- Spannungs-Diagramm erkannt werden können. Solche Peaks liegen für Quarz beispielsweise bei Frequenzen von ca. 150 und 250 kHZ. Mit anderen Worten kann im Kontext der vorliegen den Erfindung auf das Vorhandensein von Quarz in einer zu vermessenden Staubprobe ge schlossen werden, wenn in dem Frequenz-Spannungs-Diagramm, das die Frequenzantwort des Staubs darstellt, Peaks oder Auffälligkeiten bei Frequenzen von ca. 150 und 250 kHZ auftreten. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass sich die charakteristischen Frequenzen fc bei kris tallinen Materialien häufig durch die Gitterstruktur des Materials ergeben. Dies führt in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung bei der gewünschten Bestimmung eines Anteils von Quarz in einer Staubprobe zu den charakteristischen Frequenzen fc1 « 150 kHZ und fc2 « 250 kHZ.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass größere Änderungen der Frequenzen durch das Einstellen unterschiedlich großer Induktivitäten erreicht werden, wobei die Induktivität Eigen schaften der Spule des Schwingkreises beschreibt. Für die Einstellung unterschiedlich großer Induktivitäten kann beispielsweise ein Relais, ein Analogschalter und/oder eine Gyratorschal tung verwendet werden. Dabei haben Test gezeigt, dass beispielsweise ein Analogschalter oder eine Gyratorschaltung besonders unempfindlich gegenüber Vibrationen sind. Es ist daher im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Vorrichtung ein Relais, einen Analogschalter und/oder eine Gyratorschaltung zur Einstellung von unterschiedlichen Frequenzen im Schwingkreis um fasst. Vorzugsweise kann auf diese Weise die Induktivität der Spule des Schwingkreises verän dert werden, wobei eine Änderung der Induktivität der Spule vorteilhafterweise zu einer Ände rung der Frequenzen des Schwingkreises führt. Das Einstellen der unterschiedlichen Induktivitä ten kann beispielsweise durch das elektrische Einschleifen der Spule des Schwingkreises erfol gen.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass kleinere Änderungen der Frequenzen durch das Einstellen unterschiedlich großer Kapazitäten erreicht werden, wobei die Kapazität beispielsweise Eigenschaften von Kapazitätsdioden beschreibt, die in Reihe oder parallel zu dem Plattenkondensator des Schwingkreises geschaltet sein können. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Vorrichtung Kapazitätsdioden zur Einstellung von unterschiedlichen Frequenzen im Schwingkreis umfasst, wobei die Kapazitätsdioden in Reihe oder parallel zu dem Plattenkondensator des Schwingkreises schaltbar sind. Es ist daher im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Kapazität der Kapazitätsdioden zur Einstellung von unterschiedlichen Frequenzen im Schwingkreis verwendet werden kann. Je nach gesuchtem Vorzeichen der Frequenzänderung innerhalb des Schwingkreises können die Kapazitätsdioden in Reihe oder parallel zu dem Plattenkondensator des Schwingkreises geschaltet werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Kapazitätsdioden elektrisch gesteuerte Kapazitäten darstellen, wobei ihre Steuerung vorzugsweise mittels der Steuereinheit erfolgt.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die veränderlichen Induktivitäten der Spule und Kapazitäten der Dioden durch die Steuereinheit eingestellt werden. Dieser Vorgang wird vorzugsweise auch als Einschleifen bezeichnet. Durch die Einstellung unterschiedlicher Induktivitäten und Kapazitäten ändert sich die (Resonanz-)Frequenz des elektromagnetischen Schwingkreises der vorgeschlagenen Vorrichtung und das zu messende Material wird mit unterschiedlichen Frequenzen beaufschlagt. Mit Hilfe der Eigenschaften des Materials des Dielektrikums und/oder mit Hilfe der Eigenschaften des Stoffes, dessen Anteil bestimmt werden soll, kann so anhand der elektrischen Parameter des elektromagnetischen Schwingkreises der gesuchte Stoffanteil ermittelt werden.
Der Erfinder hat erkannt, dass die Dielektrizitätszahl bzw. die Dielektrizitätskonstante des zu vermessenden Materials in guter Näherung proportional zu einem Quarzgehalt in dem Material- bzw. Staubvolumen des Kondensators ist. Wenn also beispielsweise bei einer Messung mit quarzfreiem Staub eine Dielektrizitätszahl von 1 gemessen wird und bei einer Messung mit einem stark quarzhaltigen Material, dessen Quarzanteil bei annähernd 100 % liegt, eine Dielektrizitätszahl von 5, so kann bei einer Messung von Staub mit einem unbekannten Quarzanteil bei einer gemessenen Dielektrizitätszahl von 3 darauf geschlossen werden, dass der Quarzanteil in dieser Staubprobe in einem Bereich von ca. 50 % liegt. Dieser Zuordnung liegt ferner die Erkenntnis zugrunde, dass Quarz und Beton ähnliche Dichten aufweisen. Dieser ermittelte Quarzanteil kann vorteilhafterweise in Beziehung gesetzt werden mit dem Luftvolumen, aus dem die Staubprobe extrahiert bzw. herausgefiltert wurde, um den Quarzgehalt der Atemluft, beispielsweise eines Arbeiters auf einer Baustelle, zu bestimmen.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass Änderungen der Frequenzen durch das Einstellen unterschiedlicher Induktivitäten bewirkt werden, wobei die Induktivität Eigenschaften einer Spule des Schwingkreises der Vorrichtung beschreibt. Für die Einstellung unterschiedlich großer In duktivitäten kann beispielsweise ein Relais verwendet werden. Es ist im Sinne der Erfindung ferner bevorzugt, dass Änderungen der Frequenzen durch das Einstellen unterschiedlicher Ka pazitäten bewirkt werden, wobei die Kapazität Eigenschaften von Kapazitätsdioden beschreibt, die in Reihe oder parallel zu dem Plattenkondensator des Schwingkreises geschaltet werden können.
In einem Ausführungsbeispiel betrifft die Erfindung eine Sensorvorrichtung zur Bestimmung ei nes Anteils eines Stoffes in Staub, wobei die Sensorvorrichtung einen Plattenkondensator auf weist, der mit Staub als Dielektrikum befüllt werden kann, wobei eine Frequenzantwort des Die lektrikums bzw. eine Verschiebung eines Frequenzspektrums gemessen und ausgewertet wird, um den Anteil des Stoffes im Staub zu bestimmen. Es ist im Sinne der Erfindung ganz beson ders bevorzugt, dass es sich bei dem Stoff, dessen Anteil im Staub bestimmt werden soll, um Quarz handelt. Es besteht ein großes Interesse an Informationen über den Anteil von Quarz in Staubproben, da dem Quarz gesundheitsgefährdende Eigenschaften zugeschrieben werden.
Es kann im Sinne der Erfindung auch bevorzugt sein, dass der Kondensator nicht notwendiger weise mit dem zu vermessenden Material befüllt wird, sondern dass der Kondensator von einer Seite in das zu vermessende Material hineinmisst. Dabei kann das zu vermessende Material in räumlicher Nähe zu dem Plattenkondensator vorliegen, wobei das zu vermessende Material eine Veränderung von Messgrößen, die mit dem Kondensator erfasst werden können, bewirken kann. Diese Veränderungen können bei dieser kapazitiven Messmethode detektiert und ausge wertet werden.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist es bevorzugt, dass zur Messung ein in der Frequenz veränderlicher elektromagnetischer Schwingkreis verwendet wird, wobei die Re sonanzfrequenz, Güte und Spannungsabfall des elektromagnetischen Schwingkreises über die Spule und den Kondensator gemessen werden. Darüber hinaus kann die Resonanzfrequenz des elektromagnetischen Schwingkreises durch unterschiedliche Induktivitäten und Kapazitäten angepasst werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass ein Plattenkondensator zur Durchführung des vorgeschlagenen Verfahrens zur Bestimmung eines Stoffanteils verwendet wird, indem das zu vermessende Material, hier eine Staubprobe, zwischen die Platten des Plat tenkondensators eingebracht wird.
Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass ein zweiter elektromagnetischer Schwingkreis verwendet werden kann, dessen Wellenform zur Verbesserung der Messung zur Überlagerung mit der Wellenform des zuvor genutzten Plattenkondensators gebracht werden kann.
Mit anderen Worten kann es im Kontext der vorgeschlagenen Vorrichtung bevorzugt sein, dass die Vorrichtung einen zweiten Schwingkreis umfasst, dessen Messwerte mit den Messwerten des ersten Schwingkreises überlagert werden können, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit des Bestimmungsverfahrens und der Vorrichtung weiter zu verbessern.
Die Vorsehung eines zweiten elektromagnetischen Schwingkreises trägt der Erkenntnis Rech nung, dass eine „ideale“ Frequenz des Schwingkreises von real auftretenden Frequenzen ab weichen kann. Dies kann beispielsweise auf Luftfeuchtigkeit oder eine thermische Ausdehnung des Plattenkondensators zurückzuführen sein, ohne dass diese Aufzählung abschließend ist. Es kann daher ein zweiter elektromagnetischer Schwingkreis verwendet werden, in den kein Staub eingefüllt wird. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, den ersten und den zweiten Schwing kreis im Wesentlichen identisch und im Wesentlichen zur gleichen Zeit anzuregen. Je nach Pha senverschiebung zwischen den Schwingkreisen addieren sich die Spannungswerte der beiden Schwingkreise maximal auf den doppelten Wert der Spannung eines der beiden Schwingkreise oder die Spannungen löschen sich aus, so dass eine Spannungssumme von 0 V erhalten wird. Wird der erste elektromagnetische Schwingkreis mit dem zu vermessenden Material gefüllt, än dert sich vorzugweise seine Schwingfrequenz. Es kommt zu einer Interferenz zwischen den be vorzugt wellenförmigen Spannungskurven, wobei die Frequenz der Schwebung der beiden Schwingkreise vorteilhafterweise proportional zum Quarzgehalt des Materials ist, das in den Plattenkondensator des ersten Schwingkreises eingefüllt wurde. Es stellt einen wesentlichen Vorteil dieser Ausgestaltung der Erfindung dar, dass etwaige Einflüsse von Luftfeuchtigkeit oder Temperatur bei der Auswertung der Interferenz-Werte bzw. der Schwebung der zwei Schwing kreise außen vorbleiben und den so bestimmten Quarzgehalt nicht verfälschen.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Figurenbeschreibung. Die Figuren, die Be schreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen. In den Figuren sind gleiche und gleichartige Komponenten mit gleichen Bezugszeichen beziffert. Es zeigen:
Fig. 1 schematische Darstellung einer bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung
Fig. 2 Auftragung der erfassten Spannung gegenüber unterschiedlichen Frequenzen, die in dem Schwingkreis zur Ermittlung des gesuchten Stoffanteils eingestellt werden kön nen.
Ausführungsbeispiel und Figurenbeschreibung:
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung 1. Die Vorrichtung 1 umfasst einen elektromagnetischen Schwingkreis 2, der seinerseits eine Spule L und einen Kondensator C umfasst. Der Kondensator C ist als Plattenkondensator ausgebildet. Er weist vorzugsweise zwei Platten auf, zwischen denen ein elektrisches Feld besteht. In das Volumen, das zwischen den Platten des Plattenkondensators gebildet wird, kann ein Material, wie beispielsweise Staub, eingefüllt werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass dieses Material auf seine Stoffbestandteile hin untersucht werden soll, sowie deren Mengenanteile in dem Material.
Der Schwingkreis 2 kann mit unterschiedlichen Frequenzen beaufschlagt werden. Die entsprechenden Schwingungen werden durch eine Spannungsquelle 3 angeregt. Die Spannungsquelle 3 kann vorzugsweise als Frequenzgenerator oder Sinus-Generator ausgebildet sein. Es kann im Sinne der Erfindung auch bevorzugt sein, dass die Steuereinheit 4 und die Spannungsquelle 3 eine Einheit bilden.
Ferner kann die Vorrichtung 1 eine Steuereinheit 4 umfassen, die vorzugsweise als Mikrocontroller ausgebildet ist. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Steuereinheit 4 dazu eingerichtet ist, die Frequenzen im Schwingkreis 2 und seine Güte zu erfassen. Ferner kann die Steuereinheit 4 dazu eingerichtet sein, die Kapazitäten und Induktivitäten des Schwingkreises 2 elektrisch einzustellen bzw. «einzuschleifen». Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Steuereinheit 4 eine Vorrichtung zur Spannungsmessung umfasst, die beispielsweise als Oszilloskop mit integrierter Möglichkeit zur Durchführung einer Fast-Fourier-Transformation ausgebildet sein kann. Es ist im Sinne der Erfindung besonders bevorzugt, dass die Steuereinheit 4 insbesondere dazu vorgesehen ist, Frequenzmessungen durchzuführen.
Vorzugsweise ist das Oszilloskop dazu eingerichtet, eine Amplitude der über dem Kondensator C abfallenden Frequenz zu erfassen. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Amplitude der über dem Kondensator C abfallenden Frequenz die Messgröße bei dem vorgeschlagenen Verfahren darstellt. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass die Amplitude über der Sinusfrequenz erfasst werden. Gemeint ist hiermit vorzugsweise die Anregung des elektromagnetischen Schwingkreises 2 mit einem bevorzugt sinusförmigen Anregungssignal, welches von einem Frequenzgenerator erzeugt werden kann. Anschließend werden die Spitzenwerte der Spannung des leeren Kondensators C mit den Spitzenwerten des mit quarzhaltigen Staub gefüllten Kondensators C verglichen. Die Resonanzfrequenzen können
durch die Lage der Peaks in den Frequenz-Induktivitäts-Diagrammen bzw. den Spannungs- Frequenz-Diagrammen bestimmt werden.
Fig. 2 zeigt eine Auftragung der erfassten Spannung gegenüber unterschiedlicher Frequenzen, die in dem Schwingkreis 2 zur Ermittlung des gesuchten Stoffanteils eingestellt werden können. Der obere Teil a) der Fig. 2 zeigt ein Spannungs-Frequenz-Diagramm für einen quarzfreien Staub, währen der untere Teil b) der Fig. 2 ein Spannungs-Frequenz-Diagramm für einen quarzhaltigen Staub zeigt. Mit anderen Worten handelt es sich bei dem zu vermessenden Mate rial im oberen Teil a) der Fig. 2 um quarzfreien Staub und bei dem zu vermessenden Material in dem unteren Teil b) der Fig. 2 um quarzhaltigen Staub. Auf der x-Achse des Spannungs- Frequenz-Diagramms ist jeweils die Frequenz bzw. die Resonanzfrequenz f des Schwingkreises in der Einheit Kilohertz (kHz) aufgetragen, während auf dery-Achse des Spannungs-Frequenz- Diagramms jeweils die von der Steuereinheit 4 erfasste Spannung U in der Einheit Volt (V) auf getragen ist. Das in Fig. 2 dargestellte Diagramm erlaubt eine Auswertung der Frequenzantwort durch eine Suche nach charakteristischen Merkmalen, wie sie gemäß der ersten Auswertungs- Methode unter Verwendung von Spannungs-Frequenz-Diagrammen vorgeschlagen wird. Dabei wird der Anteil des Stoffes insbesondere unter Verwendung von charakteristischen Frequenzen fc, die den charakteristischen Merkmalen zugeordnet werden können, bestimmt.
Deutlich zu sehen sind in dem unteren Teil b) der Fig. 2 die charakteristischen Frequenzen fc1 und fc2, die bei Frequenzen von ungefähr 150 kHz und 250 kHz liegen. Die Lage dieser charak- teristischen Frequenzen fc1 und fc2 läßt darauf schließen, dass in dem untersuchten Staub, der in dem Plattenkondensator C der Vorrichtung 1 eingefüllt vorliegt, Quarz vorhanden ist. In dem in Fig. 2 dargestellten Beispiel der Erfindung ist Quarz der Stoff, dessen Anteil in dem zu ver messenden Material, hier Staub, bestimmt werden soll.
Bezuqszeichenliste
1 Vorrichtung
2 Schwingkreis 3 Spannungsquelle
4 Steuereinheit L Spule C Kondensator