Stator für eine elektrische Maschine, elektrische Maschine und Fahrzeug
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stator für eine elektrische Maschine, um fassend einen Statorkern mit Statornuten, die entlang einer Axialrichtung bezüg lich einer Mittelachse des Stators ausgebildet und in einer Umfangsrichtung be züglich der Mittelachse verteilt angeordnet sind; und eine Hairpinwicklung mit ei ner Vielzahl von in den Statornuten angeordneten Hairpinelementanordnungen, die jeweils stirnseitig aus dem Statorkern heraustreten.
Daneben betrifft die Erfindung eine elektrische Maschine und ein Fahrzeug.
Statoren mit Hairpinwicklung sind, insbesondere auf dem Gebiet elektrischer An triebe für Fahrzeuge, in den Fokus industrieller Entwicklungsbemühungen gerückt. Gegenüber verteilten Wicklungen lassen Sie insbesondere eine weitgehend auto matisierte Fertigung zu, weil auf ein aufwendiges Einziehen von aus dünnen Dräh ten gebildeten Wicklungen verzichtet werden kann.
Das Dokument DE 102017 201 533 A1 offenbart einen Stator für eine elektrische Maschine, umfassend ein ringförmiges Blechpaket mit einer Längsachse und mit mehreren sich jeweils entlang der Längsachse erstreckenden Nuten, mehrere als Hairpins ausgebildete Verbindungdrähte, die jeweils unter Bildung eines Kranzes in den Nuten angeordnet sind, und eine Isolierschicht der Nuten, die an deren In nenseite angeordnet und als Isolierpapier ausgeführt ist.
Bei derartigen Statoren dient das Isolierpapier nicht nur als elektrische Isolator, sondern auch zur Positionierung der Hairpinelementanordnungen in den Statornu ten. Dazu wird das Isolationspapier in die Statornuten eingebracht und kleidet die Statornuten komplett aus. Die Hairpinelementanordnungen werden im Anschluss in die Statornuten geschoben, sodass das Isolierpapier die Hairpinelementanord nungen vom Statorkern trennt. Typischerweise wird die so gebildete Anordnung durch einen Imprägnierprozess fixiert.
Nachteilig an derartigen Statoren ist, dass das Isolationspapier nur eine geringe Positioniergenauigkeit ermöglicht und zudem auch einen thermischen Isolator zwi schen den Hairpinelementanordnungen und dem Statorkern ausbildet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Möglichkeit zur Anord nung eine Hairpinwicklung in einem Statorkern anzugeben.
Zur Lösung dieser Aufgabe erfindungsgemäß ein Stator der eingangs genannten Art vorgeschlagen, ferner umfassend wenigstens eine Isolationsvorrichtung mit ei nem Körper, in dem eine Vielzahl von in der Umfangsrichtung verteilt angeordne ten Durchgangsöffnungen ausgebildet ist, wobei eine jeweilige Hairpinelementan- ordnung eine der Durchgangsöffnungen durchsetzt und die Isolationsvorrichtung einen Abstand der Hairpinelementanordnung zu einem Rand der die Hairpinele- mentanordnung aufnehmenden Statornut vorgibt.
Der Erfindung liegt die Überlegung zugrunde, eine definierte Position der Hairpine lementanordnungen innerhalb einer jeweiligen Statornut durch die Isolationsvor richtung zu realisieren, deren Durchgangsöffnungen die Lage der Hairpinelemen tanordnungen gegenüber den Statornuten vorgeben. Es kann dabei auf herkömm licherweise verwendetes Isolationspapier, das aufwendig in einzelnen Arbeits schritten in die Statornuten einzuführen ist, verzichtet werden. Die elektrische Iso lation der Hairpinwicklung gegenüber dem Statorkern wird bei dem erfindungsge mäßen Stator durch den von der Isolationsvorrichtung vorgegebenen Abstand si chergestellt.
Eine Hairpinwicklung im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Wicklung, die aus im Wesentlichen starren, ggf. gebogenen, Formleitern gebildet sind. Es ist auch die Bezeichnung „Haarnadelwicklung“ für Hairpinwicklung bekannt, so dass sich der Begriff „Hairpin“ - auch in Wortkombinationen - durch „Haarnadel“ erset zen lässt.
Typischerweise ist der Körper der Isolationsvorrichtung ringförmig ausgebildet.
Eine Mittelachse der Isolationsvorrichtung entspricht dabei vorzugsweise der Mit telachse des Stators.
Mit Vorteil kann bei dem erfindungsgemäßen Stator vorgesehen sein, dass ein Rand einer jeweiligen Durchgangsöffnung in die Durchgangsöffnung weisende Vorsprünge, die den Abstand vorgeben, aufweist. Die Vorsprünge schaffen dabei geeignete Auflagepunkte oder Auflageflächen für die Hairpinelementanordnung, um deren Abstand zur Statornut zuverlässig vorzugeben.
Bei dem erfindungsgemäßen Stator wird es ferner bevorzugt, wenn jede Hairpine lementanordnung mehrere Hairpinelemente aufweist, die in einer Schichtungsrich tung bezüglich der Mittelachse geschichtet in der Statornut angeordnet sind.
In vorteilhafter Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass für ein jeweiliges Hairpi- nelement der Hairpinelementanordnung an einem oder an einem jeweiligen Rand abschnitt der Durchgangsöffnung, der sich entlang der oder parallel zur Schich tungsrichtung erstreckt, einer der Vorsprünge ausgebildet ist. Dadurch kann jedes Hairpinelement separat, insbesondere beidseitig, zur Vorgabe des Abstands abge stützt werden.
Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, ein oder ein jeweiliges bezüglich der Schichtungsrichtung äußere Hairpinelement der Hairpinelementanordnung an einem Randabschnitt der Durchgangsöffnung, der sich quer zur Schichtungsrich tung erstreckt, einer der Vorsprünge ausgebildet ist. So kann die Hairpinelemen tanordnung entlang der Schichtungsrichtung zuverlässig zur Vorgabe des Ab stands abgestützt werden.
Typischerweise verläuft die Schichtungsrichtung entlang einer Radialrichtung be züglich der Mittelachse des Stators.
Bei dem erfindungsgemäßen Stator ist es von besonderem Vorteil, wenn in den Statornuten eine die Hairpinelementanordnungen umgebende Vergussmasse an geordnet ist. Dadurch kann beim Betrieb der elektrischen Maschine entstehende Wärme über die Vergussmasse an den Statorkern abgeführt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Statoren mit einem Isolationspapier, das eine thermische Barri ere zwischen der Hairpinwicklung und dem Statorkern ausbildet, kann eine Ent- wärmung der Hairpinwicklung so erheblich verbessert werden. Die Wärme kann nämlich direkt von der Vergussmasse an den Statorkern abgeführt werden. Die verbesserte Entwärmung steigert dabei eine Effizienz der elektrischen Maschine, insbesondere kann deren Dauerleistung angehoben werden. Die Vergussmasse ist bevorzugt ein ausgehärtetes Harz.
Weiter bevorzugt kann die Vergussmasse einen Raum zwischen der Statornut und der Hairpinelementanordnungen im Wesentlichen komplett ausfüllen und im We sentlichen luftfrei abschließen. So kann die Entwärmung weiter gesteigert werden. „Im Wesentlichen“ bedeutet damit lediglich die Berücksichtigung von ungewollten Fertigungstoleranzen.
Vorzugsweise ist bei dem erfindungsgemäßen Stator eine Isolationsvorrichtung an einer Stirnseite des Statorkerns angeordnet. Eine solche Isolationsvorrichtung kann mithin auch als Statorendscheibe aufgefasst werden.
Außerdem kann eine Isolationsvorrichtung an der der Stirnseite gegenüberliegen den anderen Stirnseite des Statorkerns angeordnet sein. So wird die Hairpinwick lung beidseitig zur Vorgabe des Abstands abgestützt. Auch eine solche Isolations vorrichtung kann als Statorendscheibe aufgefasst werden.
Daneben kann bei dem er erfindungsgemäßen Stator vorgesehen sein, dass der Statorkern entlang der Axialrichtung in wenigstens zwei Teilstatorkerne unterglie dert ist, wobei zwischen einem jeweiligen Paar benachbarter Teilstatorkerne eine Isolationsvorrichtung angeordnet ist. So kann eine zusätzliche tangentiale oder
radiale Abstützung der Hairpinwicklung realisiert werden. Es kann auch eine kom binierte tangentiale und radiale Abstützung ermöglicht werden.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird ferner durch eine elektrische Maschine gelöst, umfassend einen erfindungsgemäßen Stator und einen innerhalb des Stators drehbar angeordneten Rotor.
Außerdem wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe durch ein Fahrzeug gelöst, umfassend eine erfindungsgemäße elektrische Maschine, welche dazu ein gerichtet ist, das Fahrzeug anzutreiben.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeich nungen. Diese sind schematische Darstellungen und zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Stirnseite eines ersten Ausführungsbei spiels des erfindungsgemäßen Stators;
Fig. 2 eine geschnittene Detailansicht des Stators gemäß dem ersten Ausfüh rungsbeispiel;
Fig. 3 eine perspektivische Detailansicht des Stators gemäß dem ersten Ausfüh rungsbeispiel;
Fig. 4 eine Prinzipskizze eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsge mäßen Stators;
Fig. 5 eine Prinzipskizze eines dritten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemä ßen Stators; und
Fig. 6 eine Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Fahrzeugs mit einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen elektri schen Maschine.
Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht einer Stirnseite eines ersten Ausführungs beispiels eines Stators 1 .
Der Stator 1 umfasst einen Statorkern 2 mit - in Fig. 1 verdeckten - Statornuten 3 (siehe Fig. 2 und Fig. 3), die entlang einer Axialrichtung bezüglich einer Mittel achse 4 des Stators ausgebildet sind. Die Statornuten 3 sind bezüglich der Mittel achse 4 verteilt in einer Umfangsrichtung im Statorkern 2 angeordnet.
Daneben umfasst der Stator 1 eine Flairpinwicklung 5 mit einer Vielzahl von in der Umfangsrichtung verteilt in den Statornuten 3 angeordneten Flairpinelementanord nungen 6, die jeweils stirnseitig aus dem Statorkern 2 heraustreten. Die Flairpin wicklung 5 bildet so an beiden Stirnseiten des Statorkerns 2 Wickelköpfe 7 aus.
Bei dem Stator 1 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ist eine Isolationsvor richtung 8 vorgesehen. Diese weist einen ringförmigen Körper 9 auf, in dem eine Vielzahl von in der Umfangsrichtung verteilt angeordneten Durchgangsöffnungen 10 ausgebildet ist. Eine jeweilige Flairpinelementanordnung 6 durchsetzt dabei eine der Durchgangsöffnungen 10.
Fig. 2 ist eine geschnittene Detailansicht des Stators 1 gemäß dem ersten Ausfüh rungsbeispiel.
Die Isolationsvorrichtung 8 (siehe Fig. 1) gibt dabei einen Abstand der Flairpinele mentanordnung 6 zu einem Rand 11 der sie aufnehmenden Statornut 3 vor.
Fig. 3 ist eine perspektivische Detailansicht des Stators 1 gemäß dem ersten Aus führungsbeispiel. Dabei ist nur eine, in Fig. 3 mittig gezeigte, Flairpinelementan ordnung 6 vollständig dargestellt, wohingegen andere Statornuten 3 unbelegt oder
nur teilweise belegt dargestellt sind, um die Isolationsvorrichtung 8 genauer be schreiben zu können.
Jede Hairpinelementanordnung 6 umfasst mehrere, vorliegend exemplarisch vier, Hairpinelemente 12a, 12b, die in einer durch einen Pfeil 13 symbolisierten Schich tungsrichtung bezüglich der Mittelachse 4 (siehe Fig. 1 ) geschichtet in der Statornut 3 angeordnet sind. Jede Durchgangsöffnung 10 der Isolationsvorrich tung 8 umfasst dabei zwei Randabschnitte 14a, 14b, die sich entlang der Schich tungsrichtung erstrecken, und zwei Randabschnitte 15a, 15b, die sich quer zur Schichtungsrichtung erstrecken. Für ein jeweiliges Flairpinelement 12a, 12b der Flairpinelementanordnung 6 ist dabei an den sich gegenüberliegenden Randab schnitten 14a, 14b jeweils ein Vorsprung 16 ausgebildet. Daneben ist für jedes be züglich der Schichtungsrichtung äußere Flairpinelement 12a an den sich quer zur Schichtungsrichtung erstreckenden Randabschnitten 15a, 15b jeweils ein Vor sprung 17 vorgesehen.
Obwohl in Fig. 2 und Fig. 3 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt, sind die Statornuten 3 mit einer die Flairpinelementanordnungen 6 umgebenden Vergussmasse befüllt. Bei dieser handelt es sich um ein ausgehärtetes Flarz.
Im Folgenden werden weitere Ausführungsbeispiele eine Stators 1 beschrieben, für die bis auf die im Nachfolgenden beschriebenen Abweichungen alle Ausfüh rungen zum ersten Ausführungsbeispiel entsprechend gelten. Dabei sind gleiche oder gleichwirkende Komponenten mit identischen Bezugszeichen versehen.
Fig. 4 ist eine Prinzipskizze eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Stators 1. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind zwei gleichartige Isolationsvorrichtungen 8 an beiden sich gegenüberliegenden Stirnseiten des Statorkerns 2 angeordnet.
Fig. 5 ist eine Prinzipskizze eines dritten Ausführungsbeispiels eines Stators 1 . Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Statorkern 2 in zwei Teilstatorkerne 18 unter gliedert. Neben zwei stirnseitig angeordneten Isolationsvorrichtungen 8
entsprechend dem zweiten Ausführungsbeispiel ist zwischen den benachbarten Teilstatorkernen 18 eine weitere Isolationsvorrichtung 8 angeordnet, die im We sentlichen entsprechend den beiden anderen Isolationsvorrichtungen 8 ausgebil det ist. Selbstverständlich kann der Statorkern 2 auch in mehr als zwei Teilstator- kerne 18 untergliedert sein, wobei zwischen einem jeweiligen benachbarten Paar von Teilstatorkernen 18 eine Isolationsvorrichtung 8 vorgesehen ist.
Fig. 6 ist eine Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels eines Fahrzeugs 19 mit ei nem Ausführungsbeispiel einer elektrischen Maschine 20. Die elektrische Ma- schine 20 ist zum Antreiben des Fahrzeugs 19 eingerichtet und umfasst einen Sta tor 1 gemäß einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele, in welchem drehbar ein Rotor 21 angeordnet ist. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Elektrofahrzeug (BEV) oder um ein Flybridfahrzeug. Ersichtlich entspricht die Mit telachse 4 der Drehachse des Rotors 21.