SENSORGESTÜTZE BEOBACHTUNG VON GLIEDERFÜSSERN
Die vorliegende Erfindung befasst sich mit der sensorgestützten Beobachtung von Gliederfüßern in einem Gebiet, in dem Pflanzen wachsen. Gegenstände der vorliegenden Erfindung sind eine Vorrichtung, ein System, ein Verfahren und ein Computerprogrammprodukt zur sensorgestützten Beobachtung von Gliederfüßern mittels einer Kamera.
Etwa zwei Drittel der gegenwärtig bekannten Tierarten gehören zu den Gliederfüßern (Stamm Arthropoda), die zu 85% von Insekten repräsentiert werden. Ein erheblicher Anteil der Arthropoden ist phytophag: diese Tiere ernähren sich von Pflanzen und können zur Beeinträchtigung des Wachstums führen, Saug- und Fraßschäden verursachen sowie Viruskrankheiten übertragen. Auf diese Weise werden beispielsweise erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste beim Anbau von Kulturpflanzen verursacht.
Neben diesen Schädlingen gibt es Gliederfüßer, die beim Anbau von Kulturpflanzen nützlich sind. Solche Nützlinge können natürliche Gegenspieler von Schädlingen sein, indem sie die Bestände von Schädlingen dezimieren oder deren weitere Vermehrung verhindern, weil die Schädlinge ihnen oder ihren Nachkommen als Nahrung dienen. Andere Nützlinge sind essentiell für die Fortpflanzung von Pflanzen: vor allem Bienen, Hummeln, Fliegen und Schmetterlinge nehmen auf der Suche nach Nektar Pollen von einer Blüte auf, übertragen diesen auf benachbarte Blüten und sorgen damit für eine Befruchtung.
In der modernen Landwirtschaft spielt die Erfassung und Erkennung von Nützlingen und/oder Schädlingen innerhalb von landwirtschaftlich genutzten Flächen eine wichtige Rolle.
Zur Befallskontrolle in Bezug auf Schädlinge werden häufig beleimte Farbtafeln oder Gelbfangschalen verwendet. Viele Schädlinge wie beispielsweise Rapsschädlinge werden von der gelben Farbe der Schale oder Tafel angelockt. Die Gelbfangschale ist mit Wasser gefüllt, dem ein Tensid beigefügt werden kann, um die Oberflächenspannung zu erniedrigen, so dass angelockte Schädlinge ertrinken. Im Fall einer beleimten Tafel bleiben die Schädlinge am Leim kleben. Die Fallen werden regelmäßig kontrolliert. Durch Zählen der in einer Falle befindlichen Schädlinge lassen sich Schadschwellen ermitteln. Das Auszählen ist jedoch mühsam und fehleranfällig.
In WO2018/054767 wird ein System umfassend eine Falle für Schadorganismen, ein Smartphone und einen Server offenbart. Ein Landwirt kann mit dem Smartphone digitale Bildaufhahmen von dem Falleninhalt erzeugen. Die Bildaufnahmen werden über ein Funknetzwerk auf einen Server übertragen und dort ausgewertet. Der Landwirt erhält eine Mitteilung von dem Server über die Anzahl und die Art der gefangenen Schadorganismen. Nachteilig an dem in WO2018/054767 offenbarten System ist, dass Fallen von einem Menschen aufgesucht werden müssen, um eine Befallskontrolle durchführen zu können.
KR1020100127473 offenbart ein System umfassend eine Falle, die mit Hilfe eines Lockstoffs (Pheromons) Insekten anlockt, eine Kamera, die Bildaufnahmen von den in der Falle befindlichen Insekten erzeugt, eine Sendeeinheit zur Übertragung der Bildaufnahmen per Funk auf eine Analyseeinheit und die Analyseeinheit zur Analyse der Bildaufhahmen. Die Falle kann somit aus der Feme kontrolliert werden. Die Falle ist mit einer Klebeschicht ausgestattet, um Insekten zu immobilisieren. Mit der Zeit sammeln sich mehr und mehr Insekten aber auch Schmutz auf dem Klebestreifen an, so dass die Falle von Zeit zu Zeit aufgesucht werden muss, um die Klebeschicht zu erneuern.
Ähnliches gilt für Fangschalen, die mit Wasser befällt sind; auch hier muss die Fangschale von Zeit zu Zeit aufgesucht werden, um sie zu reinigen und mit frischem Wasser zu befüllen.
Wird auf eine Immobilisierung von Insekten durch Wasser oder eine Klebeschicht verzichtet, können die Insekten die "Falle" wieder verlassen. Um eine Befallskontrolle durchführen zu können, müssen fortlaufend Bildaufnahmen erzeugt werden, um etwaig in die "Falle" gelangende Insekten nicht zu verpassen. Zum einen erhöht dies den Energieverbrauch der Kamera, zum anderen werden sehr viele Bildaufnahmen erzeugt und ggf. an die Analyseeinheit geschickt und/oder analysiert, auf denen gar keine Insekten abgebildet sind.
Den oben genannten Problemen widmet sich die vorliegende Erfindung.
Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung umfassend
- einen Sammelbereich,
- eine Bildaufnahmeeinheit,
- eine Sendeeinheit,
- eine Steuereinheit und
- einen Sensor
wobei der Sensor konfiguriert ist,
■ eine physikalische Eigenschaft in seiner Umgebung zu erfassen, die mit der Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit eines Gliederfüßers im Sammelbereich korreliert, und
■ die erfasste Eigenschaft in ein Signal umzuwandeln,
wobei die Steuereinheit konfiguriert ist,
■ die Bildaufnahmeeinheit zu veranlassen, Bildaufnahmen von dem Sammelbereich zu erzeugen, und
■ die Sendeeinheit zu veranlassen, die Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an ein Computersystem zu versenden,
wobei die Steuereinheit konfiguriert ist,
■ die Zeitpunkte und/oder die zeitliche Häufigkeit, zu denen / in der die Bildaufnahmen erzeugt werden und/oder zu denen / in der die Bildaufhahmen und/oder Informationen zu den Bildaufhahmen über das Netzwerk an das Computersystem versandt werden, auf Basis des Signals des Sensors festzusetzen.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein System, wobei das System mindestens eine erfindungsgemäße Vorrichtung und ein Computersystem umfasst, wobei die mindestens eine erfindungsgemäße Vorrichtung und das Computersystem über ein Netzwerk miteinander verbunden sind.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren umfassend die Schritte Erfassen einer physikalischen Eigenschaft in der Umgebung eines Sammelbereichs, wobei die physikalische Eigenschaft mit der Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit eines Gliederfüßers im Sammelbereich korreliert,
Erzeugen von Bildaufhahmen von dem Sammelbereich und
Versenden der Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an ein Computersystem, wobei die Zeitpunkte und/oder die zeitliche Häufigkeit für das Erzeugen von Bildaufhahmen von dem Sammelbereich und/oder für das Versenden der Bildaufhahmen und/oder der Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an das Computersystem in
Abhängigkeit der Wahrscheinlichkeit festgesetzt werden/wird, dass sich ein oder mehrere Gliederfüßer im Sammelbereich befinden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Computerprogrammprodukt umfassend ein Computerprogramm, das in einen Arbeitsspeicher eines Computers geladen werden kann und dort den Computer dazu veranlasst, folgende Schritte auszuführen:
- Empfangen eines Signals, wobei das Signal eine Information über die Wahrscheinlichkeit umfasst, dass sich ein Gliederfüßer in einem Sammelbereich befindet,
- Steuern der Erzeugung von Bildaufnahmen von dem Sammelbereich und des Versendens der Bildaufhahmen und/oder von Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an ein Computersystem, wobei die Zeitpunkte und/oder die zeitliche Häufigkeit für die Erzeugung der Bildaufhahmen von dem Sammelbereich und/oder für das Versenden der Bildaufhahmen und/oder der Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an das Computersystem in Abhängigkeit der Wahrscheinlichkeit festgesetzt werden/wird, dass sich Gliederfüßer im Sammelbereich befindet.
Die Erfindung wird nachstehend näher erläutert, ohne zwischen den Erfindungsgegenständen (Vorrichtung, System, Verfahren, Computerprogrammprodukt) zu unterscheiden. Die nachfolgenden Erläuterungen sollen vielmehr für alle Erfindungsgegenstände in analoger Weise gelten, unabhängig davon, in welchem Kontext (Vorrichtung, System, Verfahren, Computerprogrammprodukt) sie erfolgen.
Wenn in der vorliegenden Beschreibung oder in den Patentansprüchen Schritte in einer Reihenfolge genannt sind, bedeutet dies nicht zwingend, dass die Erfindung auf die genannte Reihenfolge beschränkt ist. Vielmehr ist denkbar, dass die Schritte auch in einer anderen Reihenfolge oder auch parallel zueinander ausgeführt werden; es sei denn, ein Schritt baut auf einem anderen Schritt auf, was zwingend erforderlich macht, dass der aufbauende Schritt nachfolgend ausgeführt wird (was im Einzelfall aber deutlich wird). Die genannten Reihenfolgen stellen damit bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dar.
Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung kann die Anwesenheit von Schädlingen und/oder Nützlingen in einem Gebiet einfach und effizient bestimmt werden.
Unter einem„Schädling“ wird vorzugsweise ein Gliederfüßer verstanden, der beim Anbau von Kulturpflanzen in Erscheinung treten und die Kulturpflanze schädigen, oder die Ernte der Kulturpflanze negativ beeinflussen kann.
Vorzugsweise handelt es sich um einen tierischen Schädling aus der Gruppe der Insekten (in den verschiedenen Stadien von Larve (Raupe, Afterraupe) bis zum Adultstadium) oder Spinnentiere. Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Schädling um einen Agrarschädling wie beispielsweise Apfelwickler, Blattlaus, Fransenflügler, Fruchtschalenwickler, Kartoffelkäfer, Kirschfruchtfliege, Maikäfer, Maiszünsler, Pflaumenwickler, Rhododendron-Zikade, Saateule, Schildlaus, Schwammspinner, Spinnmilbe, Traubenwickler, Walnussfruchtfliege, Weiße Fliege, Großer Rapsstengelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler, Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler, Kohlschotenmücke oder Rapserdfloh, oder um einen Forstschädling wie beispielsweise Blattlaus, Blauer Kiefemprachtkäfer, Borkenkäfer, Eichenprachtkäfer, Eichen-Prozessionsspinner, Eichenwickler, Fichtengespinstblattwespe, Gemeiner Holzwurm, Großer Brauner Rindenfresser, Kiefembuschhomblattwespe, Kiefemeule, Kiefernspanner, Kleine Fichtenblattwespe, Nonne, Rosskastanienminiermotte, Schwammspinner oder Splintholzkäfer
Unter dem Begriff„Kulturpflanze“ wird eine Pflanze verstanden, die durch das Eingreifen der Menschen zielgerichtet als Nutz- oder Zierpflanze angebaut wird.
Unter einem "Nützling" wird vorzugsweise ein Gliederfüßer verstanden, dem ein Schädling als Nahrungsquelle oder Wirt dient oder der aus anderen Gründen für eine erfolgreiche Ernte von Bedeutung ist (z.B. als Bestäuber). Vorzugsweise handelt es sich bei dem Nützling um ein Insekt (in den verschiedenen Stadien von Larve (Raupe, Afterraupe) bis zum Adultstadium) oder ein Spinnentier. Ganz besonders bevorzugte handelt es sich um einen Bestäuber (Pollenspender) wie beispielsweise eine Biene, Hummel, Fliege oder ein Schmetterling.
Schädlinge und Nützlinge werden in dieser Beschreibung zusammenfassend auch als Gliederfüßer (lat. Arthropoda) bezeichnet. Der Begriff "Gliederfüßer" kann also die Bedeutung "Schädlinge" haben, er kann die Bedeutung "Nützlinge" haben, er kann die Bedeutung "Schädlinge oder Nützlinge" haben und er kann die Bedeutung "Schädlinge und Nützlinge" haben. Der Begriff (spezifischer) Gliederfüßer kann die Bedeutung Gliederfüßer
oder die Bedeutung spezifischer Gliederfüßer haben; dies gilt analog auch für die Begriffe (spezifischer) Schädling und (spezifischer) Nützling.
Unter einem "Gebiet" wird ein räumlich abgrenzbarer Bereich der Erdoberfläche verstanden, auf dem Pflanzen wachsen. Vorzugsweise wird das Gebiet zumindest anteilig landwirtschaftlich genutzt, indem auf einem oder mehreren Feldern Kulturpflanzen angepflanzt, mit Nährstoffen versorgt und geerntet werden. Das Gebiet kann auch ein forstwirtschaftlich genutzter Bereich der Erdoberfläche (z.B. ein Wald) sein oder einen solchen umfassen. Auch Gärten, Parkanlagen oder dergleichen, bei denen ein Pflanzenbestand lediglich zur Freude der Menschen existiert, fallen unter den Begriff Gebiet.
Zur Ermittlung der Anwesenheit von Schädlingen und/oder Nützlingen in einem Gebiet wird mindestens eine erfindungsgemäße Vorrichtung eingesetzt; vorzugsweise werden mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen in dem Gebiet verteilt. Vorzugsweise sind mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen in einem oder mehreren Feldern einer spezifischen Kulturpflanze (z.B. Raps, Wein, Kartoffeln, Obst oder dergleichen) oder in Beständen spezifischer Pflanzen (z.B. Eichenwald) aufgestellt oder aufgehängt, da solche Gebiete eine charakteristische Fauna aufweisen. Vorzugsweise wird durch Ausübung der Erfindung die in den Gebieten lebende Fauna (Schädlinge/Nützlinge) analysiert.
Mit Hilfe einer erfindungsgemäßen Vorrichtung kann ermittelt werden, welche Schädlinge/Nützlinge und wie viele Schädlinge/Nützlinge sich in dem Gebiet aufhalten, in dem die Vorrichtung aufgestellt ist. Es ist denkbar, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung Bildaufhahmen sowohl von Schädlingen als auch von Nützlingen erzeugt. Es ist aber auch denkbar, dass verschiedene Vorrichtungen verwendet werden, von denen ein Typ zur Erzeugung von Bildaufhahmen von (spezifischen) Schädlingen hergerichtet ist und ein anderer Typ zur Erzeugung von Bildaufhahmen von (spezifischen) Nützlingen hergerichtet ist.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst einen Sammelbereich, eine Bildaufhahmeeinheit, eine Sendeeinheit, eine Steuereinheit und einen Sensor.
Der Sammelbereich ist ein Bereich, der von Gliederfüßern (Nützlingen und/oder Schädlingen) aufgesucht werden kann. Es kann sich dabei um eine ebene Oberfläche einer Tafel oder Karte oder dergleichen handeln. Es kann sich auch um den Boden eines Behälters handeln.
Es ist denkbar, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung über mehrere Sammelbereiche verfügt. Es ist auch denkbar, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung über verschiedene Sammelbereiche verfügt, zum Beispiel über einen Sammelbereich für (spezifische) Schädlinge und einen anderen Sammelbereich für (spezifische) Nützlinge.
Der Sammelbereich ist vorzugsweise eine ebene Fläche mit einem runden, ovalen, elliptischen, eckigen (dreieckig, viereckig, fünfeckig, sechseckig oder allgemein n-eckig, mit n als ganzer Zahl, die größer oder gleich drei ist) Querschnitt. Vorzugsweise ist der Querschnitt rund oder rechteckig (insbesondere quadratisch). Von der Fläche können sich Wandungen nach oben erstrecken, so dass sich ein Behälter ergibt. Der Behälter kann z.B. zylinderförmig, konusförmig oder kastenförmig ausgeführt sein. Vorzugsweise weist er einen runden Querschnitt auf und die Wandungen erstrecken sich vom Boden konusförmig nach oben, wobei Bodenfläche und Wandfläche vorzugsweise in einem Winkel von mehr als 90° und weniger als 120° zueinander verlaufen.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist mindestens ein Ablauf im Bodenbereich vorhanden, so dass beispielsweise Regenwasser, das in den Sammelbereich gelangt, über den mindestens einen Ablauf aus dem Sammelbereich abfließen kann. Bei dem Ablauf kann es sich um eine oder mehrere Öffnungen im Boden oder in einer Wand angrenzend an den Boden handeln. Es ist denkbar, dass an eine solche Öffnung eine Ablaufrinne angebracht ist, um das ab fließende Wasser in eine definierte Richtung zu lenken.
Der Sammelbereich kann Teil einer Fangvorrichtung für Schädlinge sein, wie beispielsweise einer Gelbfangschale oder einer optional beleimten Farbtafel.
Als Lockmittel kann der Sammelbereich in einer Farbe gestaltet sein (z.B. gelb oder rot), die spezifische Schädlinge und/oder Nützlinge anlockt. Neben oder anstelle einer Farbe können weitere/andere Mittel vorhanden sein, die Gliederfüßer anlocken (Lockmittel). Denkbar ist zum Beispiel die Verwendung eines Pheromons oder eines Duftstoffes, der z.B. eine Nahrungsquelle vortäuscht. Auch der Einsatz einer Quelle für elektromagnetische Strahlung
im infraroten, sichtbaren und/oder ultravioletten Bereich zum Anlocken von (spezifischen) Gliederfüßern ist denkbar. Auch der Einsatz von Geräuschen, die beispielsweise paarungswillige Männchen und/oder Weibchen imitieren, ist denkbar. Auch der Einsatz von speziellen Mustern, die zum Beispiel eine Pflanze imitieren, ist denkbar.
Vorzugsweise werden ein oder mehrere Lockmittel verwendet, die zumindest über den Zeitraum zwischen Aufstellen der Bildaufnahmevorrichtung und einer ersten Wartung eine konstante Wirkung erzielen. Da eine Farbe, ein Muster, eine Form oder dergleichen als Lockmittel über einen solchen Zeitraum in der Regel konstant bleiben, haben sie einen Vorteil gegenüber einem Pheromon, das sich schnell verflüchtigen kann.
Im Falle der Verwendung einer Fangschale kann diese mit Wasser und gegebenenfalls mit einem oder mehreren Zusätzen gefüllt sein. Ein solcher Zusatz kann beispielsweise ein Tensid zur Erniedrigung der Oberflächenspannung sein. Ein solcher Zusatz kann auch ein Lockstoff zum Anlocken von (spezifischen) Gliederfüßern sein. Ein solcher Zusatz kann auch ein Mittel zur Verhinderung von Algenbildung (beispielsweise ein Herbizid) sein.
Im Falle einer Karte oder Tafel kann diese mit einem Klebstoff versehen sein, um Schädlinge bewegungsunfähig zu machen. Bei einem Sammelbereich für Nützlinge wird vorzugsweise auf einen Klebstoff oder andere Mittel, die den Nützlingen schaden könnten, verzichtet.
Vorzugsweise wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf jedwede Mittel zur Immobilisierung und/oder zum Fangen von Gliederfüßern verzichtet; das heißt, dass die Vorrichtung vorzugsweise nicht mit einer Klebeschicht versehen ist und dass die Vorrichtung vorzugsweise keine Flüssigkeit zum Fangen von Gliederfüßern aufweist.
Es ist denkbar, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung über Mittel zur Reinigung des Sammelbereichs verfügt. Es ist denkbar, dass sich im Sammelbereich im Lauf der Zeit Schmutz ansammelt, der eine Identifizierung und Auszählung von Schädlingen und/oder Nützlingen erschwert. Es kann sich bei solchen Reinigungsmitteln beispielsweise um eine oder mehrere Düsen handeln, aus der Druckluft auf den Sammelbereich geblasen wird, um Schmutz fortzublasen. Es kann sich um eine oder mehrere Düsen handeln, aus der eine Flüssigkeit (z.B. Wasser ggf. mit einem oder mehreren Zusätzen wie beispielsweise einem Tensid) auf den Sammelbereich gesprüht werden kann, um Schmutz fortzuspülen. Es kann
sich um einen Aktuator handeln, der die Oberfläche des Sammelbereichs zur Seite bewegt oder rotiert, damit Schmutz von der Oberfläche fällt. Es ist denkbar, dass es sich um einen Vibrationsmechanismus handelt, der den Sammelbereich hin und her und/oder auf und ab bewegt, um anhaftenden Schmutz zu lösen. Es ist denkbar, dass mehrere der genannten Mittel und/oder weitere Mittel miteinander kombiniert werden.
Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Vorrichtung Mittel auf, mit der die Vorrichtung auf einem Boden oder in einem Boden stationiert werden kann. Vorzugsweise lässt sich die Vorrichtung in dem Boden befestigen, um ein Umstürzen zum Beispiel bei Sturm zu verhindern. Vorzugsweise sind Mittel vorhanden, mit denen der Abstand zwischen Boden und Sammelbereich variiert werden kann. Ein Beispiel einer solchen Höhenverstellung ist ein Teleskopstab, der mit einem Ende im Boden befestigt werden kann und an dessen anderem Ende der Sammelbereich angebracht werden kann. Ein anderes Beispiel einer Höhenverstellung ist eine Hebebühne. Eine solche variable Höhenverstellung ermöglicht es, den Sammelbereich oberhalb von Pflanzen zu positionieren, so dass Fluginsekten den Sammelbereich bei einem Überflug über die Pflanzen erkennen können. Die variable Höhenverstellung erlaubt ein Anpassen der Höhe des Sammelbereichs (Abstand zum Boden) an die wachsenden Pflanzen, um zu verhindern, dass die umgebenden Pflanzen den Sammelbereich verdecken. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Höhenverstellung automatisch. Sie passt sich vorzugsweise so an, dass der Sammelbereich stets oberhalb oder auf der Höhe der umgebenden Pflanzen liegt. Dies kann durch Abstandssensoren und/oder Helligkeitssensoren bewerkstelligt werden.
Es ist aber auch denkbar, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung über Mittel verfügt, mit denen sie an einer Pflanze befestigt werden kann, wie beispielsweise ein Haken oder eine Schlinge oder ein Gurt zum Befestigen an einem Ast oder Zweig oder Stamm.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine oder mehrere Bildaufnahmeeinheiten. Mit einer solchen Bildaufnahmeeinheit können digitale Bildaufnahmen erzeugt werden. Eine Bildaufnahmeeinheit umfasst einen Bildsensor und optische Elemente. Der Bildsensor ist eine Vorrichtung zur Aufnahme von zweidimensionalen Abbildern aus Licht auf elektrischem Weg. Üblicherweise handelt es sich um halbleiterbasierte Bildsensoren wie beispielsweise CCD- (CCD = charge-coupled device ) oder CMOS-Sensoren (CMOS = complementary metal-oxide-semiconductor). Die optischen Elemente (Linsen, Blenden und dergleichen)
dienen einer möglichst scharfen Abbildung des Objektes, von dem eine digitale Bildaufhahme erzeugt werden soll, auf dem Bildsensor.
Die Bildaufnahmeeinheit ist so positioniert, dass der gesamte Sammelbereich oder zumindest ein Teil des Sammelbereichs auf dem Bildsensor abgebildet wird. Es ist denkbar, mehrere Bildaufnahmeeinheiten zu verwenden, die verschiedene Bereiche des Sammelbereichs auf dem jeweiligen Bildsensor abbilden. Bei einer solchen Verwendung mehrerer Bildaufnahmeeinheiten ist es vorteilhaft, wenn sich die abgebildeten Bereiche zumindest teilweise überlappen, um aus den einzelnen Bildaufhahmen zu einem späteren Zeitpunkt einfacher ein Gesamtbild erzeugen zu können.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist vorzugsweise eine Halterung auf, an der die Bildaufnahmeeinheit fixiert ist oder reversibel fixiert werden kann. Die Halterung befindet sich vorzugsweise in einem definierten und gleichbleibenden Abstand zum Sammelbereich und gewährleistet damit einen definierten und gleichbleibenden Abstand zwischen dem Bildsensor und dem Sammelbereich.
Es ist denkbar, dass oberhalb des Sammelbereichs ein Gitter oder Netz (allgemein als Barriere bezeichnet) angebracht ist, das verhindert, dass Blätter oder dergleichen (Schmutz) in den Sammelbereich gelangen/gelangt. Die Seiten des Sammelbereichs bleiben vorzugsweise frei, damit Schädlinge und/oder Nützlinge von den Seiten in den Sammelbereich gelangen können. Es ist aber auch denkbar, dass die Maschenweite des Netzes oder der Gitterabstand so dimensioniert ist, dass nur (spezifische) Schädlinge und/oder (spezifische) Nützlinge hindurchgelangen; in einem solchen Fall kann sich das Netz oder Gitter auch über den Seitenbereich erstrecken.
Denkbar ist aber auch, dass bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, die ausschließlich zur Erzeugung von Bildaufnahmen von spezifischen Schädlingen dient, ein Sammelbereich für diese Schädlinge geschaffen wird, der für (spezifische) Nützlinge unzugänglich ist. Auch dies kann mit Hilfe einer Barriere erreicht werden. Die Barriere kann so an dem Sammelbereich oder dem Behälter angebracht sein, dass ein Innenraum entsteht, in dem sich der Sammelbereich befindet, der von der Außenwelt durch die Barriere abgetrennt ist: ein spezifischer Schädling kann nur durch die Barriere in den Innenraum gelangen; die Barriere ist so ausgeführt, dass viele Nützlinge sie nicht durchdringen können, da sie zu groß sind.
Denkbar ist/sind zum Beispiel eine oder mehrere Öffnungen, durch die nur Gliederfüßer in den Sammelbereich gelangen können, deren Größe eine Maximalgröße nicht übersteigt.
Die Bildaufhahmeeinheit befindet sich vorzugsweise innerhalb des Innenraumes, der durch den Behälter und die Barriere gebildet wird.
Zur Abbildung des Sammelbereichs auf einem oder mehreren Bildsensoren ist eine Lichtquelle erforderlich, mit dem der Sammelbereich beleuchtet wird, so dass Licht (elektromagnetische Strahlung im infraroten, sichtbaren und/oder ultravioletten Bereich des Spektrums) vom beleuchteten Sammelbereich in Richtung Bildaufnahmeeinheit gestreut/reflektiert wird. Hierzu kann das Tageslicht verwendet werden. Es ist aber auch denkbar, eine Beleuchtungseinheit zu verwenden, die für eine definierte, vom Tageslicht unabhängige Beleuchtung sorgt. Diese ist vorzugsweise seitlich neben der Bildaufnahmeeinheit angebracht, so dass es zu keinem Schattenwurf der Bildaufnahmeeinheit auf den Sammelbereich kommt.
Es ist auch denkbar, eine Beleuchtungsquelle unterhalb des Sammelbereichs und/oder neben dem Sammelbereich zu positionieren, die den Sammelbereich "von unten" und/oder "von der Seite" beleuchtet, während eine Bildaufnahmeeinheit eine oder mehrere digitale Bildaufnahmen "von oben" erzeugt. Eine solche Anordnung ist insbesondere dann geeignet, wenn lediglich die Zahl der im Sammelbereich befindlichen Gliederfüßer (oder eine Flächendichte) anhand einer oder mehrerer Bildaufhahmen bestimmt werden soll; durch die Beleuchtung von unten heben sich die zumeist dunklen Gliederfüßer sehr gut gegenüber der hellen Beleuchtungseinheit ab. Dies setzt allerdings voraus, dass der Boden des Behälters, der den Sammelbereich bildet, für die verwendete elektromagnetische Strahlung zumindest teilweise durchlässig ist. Falls eine Bestimmung der vorhandenen Spezies anhand einer oder mehrerer Bildaufhahmen durchgeführt werden soll, kann es notwendig sein, Licht (von oben und/oder von der Seite) auf die Gliederfüßer treffen zu lassen, das von dort zurückgestreut wird und dann auf den Bildsensor gelangt.
Es denkbar, dass mehrere Beleuchtungsquellen den Sammelbereich aus unterschiedlichen Richtungen beleuchten.
Es ist denkbar, dass das elektromagnetische Spektrum des zur Beleuchtung ausgesandten Lichts auf die Farbe spezifischer Schädlinge und/oder spezifischer Nützlinge und/oder die Farbe des Sammelbereichs angepasst ist, um einen möglichst großen Kontrast zwischen den Gliederfüßern und dem Hintergrund, vor dem sie abgebildet werden, zu erzeugen.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Beleuchtung und/oder die Farbe und/oder die Oberflächenbeschaffenheit des Sammelbereichs so gewählt, dass die zur Beleuchtung verwendete elektromagnetische Strahlung stärker von den Gliederfüßern zurückgeworfen (reflektiert oder gestreut) wird als von dem Sammelbereich. In einer alternativen Ausführungsform ist die Beleuchtung und/oder die Farbe und/oder die Oberflächenbeschaffenheit des Sammelbereichs so gewählt, dass die zur Beleuchtung verwendete elektromagnetische Strahlung stärker vom Sammelbereich zurückgeworfen (reflektiert oder gestreut) wird als von den Gliederfüßern. Beide Fälle sorgen für einen hohen Kontrast.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird Licht eines Spektralbereichs verwendet, für das die (spezifischen) Gliederfüßer ein vergleichsweise geringes Absorptions und Transmissionsvermögen aber ein hohes Reflexions- und Streuvermögen aufweisen. Vorzugsweise wird der größte Anteil an elektromagnetischer Strahlung, das auf einen Gliederfüßer trifft, von diesem zurückgeworfen (reflektiert oder gestreut) und ein kleiner Anteil absorbiert oder transmittiert. Dies erleichtert die Identifizierung der vorliegenden Spezies.
Vorzugsweise weist der Sammelbereich eine raue Oberfläche auf, um direkte Reflexionen des Tageslichts vom Sammelbereich auf den Bildsensor zu vermeiden.
Der Begriff "Licht" und "Beleuchtung" soll im Übrigen nicht bedeuten, dass der Spektralbereich auf sichtbares Licht (etwa 380 nm bis etwa 780 nm) beschränkt ist. Es ist ebenso denkbar, dass zur Beleuchtung elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge unterhalb von 380 nm (ultraviolettes Licht: 100 nm bis 380 nm) oder oberhalb von 780 nm (infrarotes Licht: 780 nm bis 1000 pm) verwendet wird. Der Bildsensor und die optischen Elemente sind an die verwendete elektromagnetische Strahlung angepasst.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine Steuereinheit. Die Steuereinheit veranlasst die mindestens eine Bildaufnahmeeinheit zur Aufnahme von digitalen Bildaufnahmen. Die Steuereinheit kann konfiguriert sein, die aufgenommenen Bilder an die Sendeeinheit zu leiten, um sie über ein Funknetzwerk an ein separates Computersystem zu versenden. Auf dem Computersystem können die Bildaufnahmen dann gesichtet und/oder (automatisiert) analysiert werden. Es ist aber auch denkbar, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung über eine Auswerteeinheit verfügt, die konfiguriert ist, die erzeugten Bildaufnahmen automatisiert zu analysieren. Die Analyse kann dazu dienen, die Zahl der in dem Sammelbereich vorhandenen Schädlinge und/oder Nützlinge zu ermitteln. Die Analyse kann auch dazu dienen, die in dem Sammelbereich vorhandenen Spezies an Schädlingen und/oder Nützlingen zu identifizieren.
Die Sendeinheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist konfiguriert, Informationen betreffend die eine oder die mehreren Bildaufnahmen über ein Netzwerk an ein Computersystem zu versenden. Diese Informationen können die eine oder die mehreren Bildaufhahmen selbst sein. Es ist aber auch denkbar, dass diese Informationen die Ergebnisse der Analyse durch die Auswerteeinheit sind, d.h. die Zahl der vorhandenen Schädlinge und/oder Nützlinge und/oder die jeweils identifizierten Spezies. Denkbar ist auch, dass ein Alarmsignal versandt wird, falls die automatisierte Analyse mindestens einer Bildaufnahme ergibt, dass ein spezifischer Schädling identifiziert worden ist und/oder die Zahl (spezifischer) Schädlinge und/oder (spezifischer) Nützlinge einen vordefinierten Schwellenwert über- oder unterschreitet.
Die Sendeeinheit kann so ausgestaltet sein, dass sie Informationen über ein Mobilfünknetz (z.B. GSM: Global System for Mobile Communications, GPRS: General Packet Radio Service, UMTS: Universal Mobile Telecommunications System, LTE: Long Term Evolution ), über ein WLAN ( Wireless Local Artea Network), über Bluetooth, über DECT (. Digital Enhanced Cordless Telecommunications) über ein Niedrigenergieweitverkehmetzwerk ( Low Power Wide Area Network (LPWAN oder LPN)) wie beispielsweise ein NarrowBand IoT Netzwerk und/oder über eine Kombination aus verschiedenen Übertragungswegen übermittelt.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Sendeeinheit so ausgestaltet, dass sie die Informationen über eine kurzreichweitige Funkverbindung an eine Basisstation übermittelt, von der die Informationen dann kabelgebunden und/oder über Funk weitergeleitet werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bilden mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen ein vermaschtes Netz (engl. Mesh ), d.h. Informationen werden von einer Vorrichtung zur anderen weitergeleitet. Eine spezifische Vorrichtung befindet sich schließlich in der Nähe einer Basisstation oder verfügt über Mittel zur Übertragung der Informationen über eine größere Distanz als die Distanz zwischen den einzelnen Vorrichtungen, die das vermachte Netz bilden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner mindestens einen Sensor. Ein "Sensor", auch als Detektor, (Messgrößen- oder Mess-)Aufnehmer oder (Mess-)Fühler bezeichnet, ist ein technisches Bauteil, das bestimmte physikalische oder chemische Eigenschaften und/oder die stoffliche Beschaffenheit seiner Umgebung qualitativ oder als Messgröße quantitativ erfassen kann. Diese Größen werden mittels physikalischer oder chemischer Effekte erfasst und in ein weiterverarbeitbares, meist elektrisches oder optisches Signal umgeformt.
Der Sensor der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfasst eine physikalische Eigenschaft in seiner Umgebung, die mit der Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit eines Gliederfüßers im Sammelbereich korreliert.
"Umgebung" bedeutet in einem maximalen Abstand vom Sensor, der vorzugsweise nicht größer als 10 Meter, besonders bevorzugt nicht größer als 1 Meter, besonders bevorzugt nicht größer als 10 cm vom Sammelbereich entfernt ist.
"Korrelation" bedeutet, dass sich die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit eines Gliederfüßers im Sammelbereich ändert, wenn sich die physikalische Eigenschaft ändert. Dabei kann die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit eines Gliederfüßers im Sammelbereich größer werden, wenn der Wert der physikalischen Eigenschaft in einem definierten Wertebereich größer wird, und kleiner werden, wenn der Wert der physikalischen Eigenschaft in dem definierten Wertebereich kleiner wird (positive Korrelation). Die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit eines Gliederfüßers im Sammelbereich kann aber auch kleiner werden, wenn der Wert der
physikalischen Eigenschaft in einem definierten Wertebereich größer wird, und größer werden, wenn der Wert der physikalischen Eigenschaft in dem definierten Wertebereich kleiner wird (negative Korrelation). Die Korrelation kann in einem Wertebereich linear oder nicht-linear sein. Die Korrelation ist vorzugsweise durch einen Korrelationskoeffizienten im Bereich von 0,5 bis 1 gekennzeichnet. Vorzugsweise ist die Korrelation durch einen Kausalzusammenhang gekennzeichnet.
Der Sensor wandelt einen Wert oder mehrere Werte, der/die die physikalische Eigenschaft repräsentiert/repräsentieren, in ein Signal um. Das Signal wird an die Steuereinheit übermittelt. Der Begriff "Übermittlung" schließt den Vorgang ein, dass die Steuereinheit das Signal vom Sensor abruft. Der Begriff "Signal" bedeutet, dass eine Information von dem Sensor an die Steuereinheit übermittelt wird, die von der Steuereinheit interpretiert wird. Das Signal kann ein analoges oder ein digitales Signal sein. Es ist denkbar, dass mehrere Sensoren vorhanden sind, die mehrere Signale an die Steuereinheit übermitteln.
Ein Signal führt üblicherweise zu einer Aktion durch die Steuereinheit.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt die Steuereinheit auf Basis mindestens eines Signals fest, zu welchen Zeitpunkten die Bildaufhahmeeinheit Bildaufnahmen vom Sammelbereich erzeugt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt die Steuereinheit auf Basis mindestens eines Signals fest, mit welcher zeitlichen Häufigkeit die Bildaufnahmeeinheit Bildaufnahmen vom Sammelbereich erzeugt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt die Steuereinheit auf Basis mindestens eines Signals fest, zu welchen Zeitpunkten und mit welcher zeitlichen Häufigkeit die Bildaufhahmeeinheit Bildaufnahmen vom Sammelbereich erzeugt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt die Steuereinheit auf Basis mindestens eines Signals fest, zu welchen Zeitpunkten die Sendeeinheit die Bildaufhahmen und/oder Informationen zu den Bildaufhahmen über ein Netzwerk an das Computersystem übermittelt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt die Steuereinheit auf Basis mindestens eines Signals fest, mit welcher zeitlichen Häufigkeit die Sendeeinheit die Bildaufhahmen und/oder Informationen zu den Bildaufhahmen über ein Netzwerk an das Computersystem übermittelt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt die Steuereinheit auf Basis mindestens eines Signals fest, zu welchen Zeitpunkten und mit welcher zeitlichen Häufigkeit die Sendeeinheit die Bildaufhahmen und/oder Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an das Computersystem übermittelt.
Das Signal umfasst eine Information zu der Wahrscheinlichkeit, dass sich in dem Sammelbereich ein (spezifischer) Schädling und/oder ein (spezifischer) Nützling befindet und/oder das Signal korreliert mit der Wahrscheinlichkeit, dass sich in dem Sammelbereich (spezifischer) ein Schädling und/oder ein (spezifischer) Nützling befindet.
Zeitpunkte, zu denen die Bildaufnahmeeinheit Bildaufnahmen vom Sammelbereich erzeugt und/oder zu denen die Sendeeinheit die Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufhahmen über ein Netzwerk an das Computersystem übermittelt, können fest vordefinierte Zeitpunkte oder ermittelbare Zeitpunkte sein, wie beispielsweise 12 Uhr mittags an einem bestimmten Tag oder an einem bestimmten Wochentag oder an allen Tagen. Die Steuereinheit kann so konfiguriert sein, dass sie die bestimmten Zeitpunkte auf Basis mindestens eines Signals ermittelt (z.B. berechnet). Denkbar ist auch, dass die Steuereinheit so konfiguriert ist, dass sie bestimmte vordefinierte Zeitpunkte auf Basis des mindestens einen Signals aus einer Liste von vordefinierten Zeitpunkten auswählt. Auch eine Kombination von Ermitteln und Auswählen ist denkbar.
Zeitpunkte, zu denen die Bildaufnahmeeinheit Bildaufnahmen vom Sammelbereich erzeugt und/oder zu denen die Sendeeinheit die Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufhahmen über ein Netzwerk an das Computersystem übermittelt, können auch durch Ereignisse ausgelöst werden. Denkbar ist beispielsweise, dass das mindestens eine Signal das Eintreten eines definierten Ereignisses anzeigt und die Steuereinheit auf Basis des eingetretenen Ereignisses einen Zeitpunkt oder mehrere Zeitpunkte ermittelt und/oder auswählt. Denkbar ist, dass das Eintreten eines Ereignisses die Erzeugung einer Bildaufhahme
vom Sammelbereich und/oder die Übermittlung der Bildauf ahme und/oder von Informationen zu der Bildaufnahme über ein Netzwerk an das Computersystem auslöst.
Unter dem Begriff "zeitliche Häufigkeit" wird eine Rate verstanden, mit der die Erzeugung von Bildaufnahmen und/oder die Übermittlung von Bildaufnahmen und/oder von Informationen zu den Bildaufnahmen an ein Computersystem erfolgt. Dabei kann es sich um eine regelmäßige Rate (einmal pro Tag, einmal pro Stunde, einmal pro Woche, alle 10 Minuten etc.) oder um eine unregelmäßige Rate handeln, bei der sich jedoch ein Mittelwert angeben lässt (z.B. arithmetischer Mittelwert). Die zeitliche Häufigkeit kann auch den Wert "Null" annehmen; in einem solchen Fall erfolgt, zumindest über eine definierte Zeitspanne (die durch definierte Zeitpunkte festgelegt sein kann), keine Erzeugung von Bildaufhahmen und/oder keine Übermittlung von Bildaufhahmen und/oder von Informationen zu den Bildaufnahmen an ein Computersystem. Der Sensor kann eine Kombination von Zeitpunkten und zeitlichen Häufigkeiten festsetzen, wie zum Beispiel zwischen 5:00 Uhr und 21 :00 Uhr alle 10 Minuten, oder immer dann, wenn ein bestimmtes erstes Ereignis eintritt, jede Stunde einmal und immer dann, wenn ein bestimmtes zweites Ereignis eintritt, einmal am Tag. Der Sensor kann beispielsweise ein Zeitmesser sein. Es gibt Gliederfüßer, die nur zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten unterwegs sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein solcher Gliederfüßer zu der bestimmten Tages- oder Nachtzeit im Sammelbereich befindet, ist also größer als zu anderen Tages- oder Nachzeiten. Anhand des Zeitmessers kann die Steuereinheit festsetzen, dass zum Beispiel nur während einer definierten Tages- oder Nachtzeit Bildaufnahmen erzeugt und/oder Informationen übermittelt werden.
Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Vorrichtung mindestens einen Sensor auf, der kein Zeitmesser ist. Der Sensor kann beispielsweise ein Helligkeitssensor sein, der die Helligkeit um den Sammelbereich oder am Sammelbereich oder um die erfindungsgemäße Vorrichtung als physikalische Eigenschaft erfasst. Es gibt Gliederfüßer, die nur oder vorzugsweise bei bestimmten Helligkeitsverhältnissen unterwegs sind (z.B. Nachtfalter vorzugsweise bei Dunkelheit). Als Helligkeitssensor kann eine Fotozelle oder eine Fotodiode verwendet
werden. Mit ihnen kann die Intensität von Licht in einem spezifischen Wellenlängenbereich gemessen werden.
Der Sensor kann beispielsweise ein Temperatursensor sein. Es gibt Gliederfüßer, die nur oder vorzugsweise in einem bestimmten Temperaturbereich unterwegs sind. Viele Bienenarten stellen ihren Flug unterhalb von l2°C ein und verbleiben vorzugsweise im Bienenstock. Die Temperatur in der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder in der Umgebung der Vorrichtung korreliert damit mit der Wahrscheinlichkeit, (spezifische) Gliederfüßer im Sammelbereich anzutreffen. Temperatursensoren sind in vielfältiger Form verfügbar, z.B. in Form eines Thermoelements, Halbleiter-Temperatursensors, Temperaturfühlers mit Schwingquarz, Pyrometers, einer Wärmebildkamera uvm.
Der Sensor kann beispielsweise ein Feuchtigkeitssensor sein. Es gibt Gliederfüßer, die Regen meiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gliederfüßer bei Regen in die erfindungsgemäße Vorrichtung gelangt, ist damit geringer, als bei trockenem Wetter. Der Feuchtigkeitssensor kann ein Messinstrument zur Bestimmung der Fuftfeuchtigkeit sein (Hygrometer). Beispiele für gängige Hygrometer sind Absorptionshygrometer (z.B. Haarhygrometer, Spiralhygrometer, kapazitive Sensoren, Impedanzsensoren), Psychrometer und optische Hygrometer. Vorzugsweise wird ein kapazitiver Sensor oder ein Impedanzsensor (resistiver Hygrometer) verwendet. Denkbar ist auch ein Sensor zur Messung der Bodenfeuchte zusätzlich zur oder anstelle der Messung der Fuftfeuchtigkeit. Denkbar ist auch ein Sensor zur Messung des Niederschlags (Niederschlagsmesser).
Der Sensor kann beispielsweise ein Fuftdrucksensor sein. Es gibt Gliederfüßer, die auf Fuftdruckänderungen reagieren (siehe z.B. F. Foumier et al.: Effect of Barometric Pressure on Flight Initiation by Trichogramma pretiosum and Trichogramma evanescens, Environmental Entomology, Vol. 34(6), 2005, Seiten 1534-1540; W.G. Wellington: The effects of variations in atmospheric pressure upon insects, Canadian Journal of Research, 1946, Vol. 24d, No. 2, Seiten 51-70). Spezifische Fuftdruckänderungen können daher die Wahrscheinlichkeit erhöhen oder erniedrigen, einen (spezifischen) Gliederfüßer im Sammelbereich anzutreffen.
Der Sensor kann beispielsweise ein Windmesser sein. Wind kann einen Einfluss auf die Physiologie und das Verhalten von Gliederfüßern ausüben (siehe z.B. M. Chaudhry et al.:
Studying the Effects of Wind on Insects, Poster, DOI: 10.13140/RG.2.1.3283.3521). Zudem kann die Verbreitung von Gliederfüßern durch Wind beeinflusst werden (siehe z.B. S. Wiktelius: Wind dispersal of insects, Grana 20: 205-207, 1981, ISSN 0017-3134). Die Wahrscheinlichkeit einen (spezifischen) Gliederfüßer im Sammelbereich vorzufinden, kann damit mit der Stärke und/oder Richtung und/oder Dauer von Winden korrelieren.
Der Sensor kann beispielsweise ein Sensor für chemische Stoffe in der Luft sein, wie beispielsweise ein Gaschromatograph (GC) oder ein Massenspektromer (MS) oder eine GC/MS-Kombination. Damit können z.B. Substanzen detektiert werden, die von Pflanzen als Reaktion auf einen Befall mit einem Schädling abgegeben werden (G. Witzany: Plant Communication frorn Biosemiotic Perspective, Plant Signal Behav. 2006 Jul-Aug; 1(4): 169— 178; Signaling and Communication in Plant, Series Ed.: C. Garcia-Mata, Springer ISSN: 1867-9048). Der Sensor kann beispielsweise ein Mikrofon sein. Mit dem Mikrofon werden Geräusche und/oder Laute, die von einem (spezifischen) Schädling und/oder von einem (spezifischen) Nützling) erzeugt werden, erfasst. Anhand der Geräusche und/oder Laute lässt sich die Anwesenheit einer Spezies feststellen (siehe z.B.: Detecting Insect Flight Sounds in the Field: Implications for Acoustical Counting of Mosquitoes, Transactions ofthe ASABE, 2007, Vol. 50(4): 1481-1485).
Der Sensor kann beispielsweise Teil (vorzugsweise eine Lotodiode oder ein Bildsensor) einer Lichtschranke sein. Eine Lichtschranke ist ein System, das die Unterbrechung eines Lichtstrahls erkennt und als elektrisches Signal anzeigt. Auf diese Weise können bewegliche Objekte berührungslos detektiert werden. Die Lichtschranke kann so angebracht sein, dass sie einen Gliederfüßer, der in den Sammelbereich gelangt, detektiert. Die Lichtschranke kann so angebracht sein, dass sie einen Gliederfüßer, der sich über einen Eingang Zugang zum Sammelbereich oder zur erfindungsgemäßen Vorrichtung verschafft, detektiert. Der Begriff "Lichtschranke" schließt auch Lichtgitter oder Lichtvorhänge ein, die mit mehreren (parallelen) Lichtstrahlen arbeiten.
Der Sensor kann eine Kamera sein. Die Kamera kann einen Bildsensor und optische Elemente umfassen. Der Bildsensor ist eine Vorrichtung zur Aufnahme von zweidimensionalen Abbildern aus Licht auf elektrischem Weg. Üblicherweise handelt es sich um
halbleiterbasierte Bildsensoren wie beispielsweise CCD- (CCD = charge-coupled device ) oder CMOS-Sensoren (CMOS = complementary metal-oxide-semiconductor). Die optischen Elemente (Linsen, Blenden und dergleichen) dienen einer möglichst scharfen Abbildung eines Objekts auf dem Bildsensor. Die Kamera kann so konfiguriert sein, dass der Sammelbereich oder zumindest ein Teil davon auf dem Bildsensor abgebildet wird. Der Bildsensor kann von einer Steuereinheit der Kamera ausgelesen und analysiert werden. Bildanalyseverfahren und/oder maschinenlemende Algorithmen können eingesetzt werden, um die Anwesenheit eines (spezifischen) Gliederfüßers im Sammelbereich zu detektieren. Bei der Kamera kann es sich um die Bildaufnahmeeinheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder um eine separate Komponente handeln.
Der Sensor kann beispielsweise ein Bewegungsmelder sein. Ein Bewegungsmelder ist ein elektronischer Sensor, der Bewegungen in seiner näheren Umgebung erkennt und dadurch als elektrischer Schalter arbeiten kann. Ein Bewegungsmelder kann aktiv mit elektromagnetischen Wellen (HF, Mikrowellen oder Dopplerradar), mit Ultraschall (Ultraschall-Bewegungsmelder) oder wie ein pyroelektrischer Sensor passiv anhand von elektromagnetischer Strahlung arbeiten, die von einem Objekt oder seiner Umgebung ausgestrahlt wird. Der Bewegungsmelder kann so konfiguriert sein, dass er eine Bewegung eines (spezifischen) Gliederfüßers im Sammelbereich oder in der Umgebung des Sammelbereichs detektiert.
Erfindungsgemäß wird/werden die Erzeugung von Bildaufnahmen und/oder die Übermittlung von Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufhahmen an ein Computersystem an die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein (spezifischer) Gliederfüßer im Sammelbereich aufhält, angepasst.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bildaufhahme erzeugt wird und/oder dass eine erzeugte Bildaufnahme und/oder Informationen zu einer erzeugten Bildaufnahme von der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf ein separates, externes Computersystem übermittelt werden, steigt vorzugsweise mit der Wahrscheinlichkeit, dass sich ein (spezifischer) Gliederfüßer im Sammelbereich aufhält.
Dies hat den Vorteil, dass weniger unnütze Bildaufhahmen erzeugt und/oder übermittelt werden, auf denen kein (spezifischer) Gliederfüßer abgebildet ist. Dies hat den Vorteil, dass
die erfindungsgemäße Vorrichtung weniger Energie verbraucht. Dies hat den Vorteil, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht so häufig aufgesucht werden muss, um die Energiequelle zu erneuern oder aufzuladen. Ferner werden weniger Bildaufnahmen, auf denen kein (spezifischer) Gliederfüßer abgebildet ist, unnützerweise gesichtet und/oder analysiert.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden dann eine oder mehrere Bildaufnahmen des Sammelbereichs erzeugt, wenn mindestens ein Sensor die Anwesenheit eines (spezifischen) Gliederfüßers (Nützling und/oder Schädling) im Sammelbereich oder im Eingangsbereich der Vorrichtung detektiert. Vorzugsweise werden mehrere Bildaufnahmen (z.B. 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 oder mehr) in einer zeitlichen Abfolge (z.B. in einem Abstand von 1 Sekunde, oder 2
Sekunden oder 3 Sekunden oder 4 Sekunden oder 5 Sekunden oder in einem anderen zeitlichen Abstand) erzeugt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird dann mindestens eine Bildaufhahme des Sammelbereichs erzeugt und es wird die mindestens eine Bildaufnahme und/oder es werden Informationen zu der mindestens einen Bildaufnahme an ein Computersystem übermittelt, wenn mindestens ein Sensor die Anwesenheit eines (spezifischen) Gliederfüßers (Nützling und/oder Schädling) im Sammelbereich oder im Eingangsbereich der Vorrichtung detektiert. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden nur dann eine oder mehrere Bildaufhahmen des Sammelbereichs erzeugt und/oder Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufnahmen an ein Computersystem übermittelt, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein (spezifischer) Gliederfüßer im Sammelbereich befindet, einen vordefinierten Schwellenwert überschreitet. Der vordefinierte Schwellenwert kann beispielsweise 30% oder 40 % oder 50 % oder 75 % oder eine andere Prozentzahl sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden mehrere Sensoren verwendet und die Erzeugung von Bildaufnahmen und/oder die Übermittlung von Bildaufnahmen und/oder Informationen zu den Bildaufnahmen von den Signalen der mehreren Sensoren abhängig gemacht. Zum Beispiel ist es denkbar, einen ersten Sensor zu verwenden (zum Beispiel einen Zeitmesser oder einen Helligkeitssensor), mit dem ermittelt wird, ob es Tag oder Nacht ist. Bildaufhahmen werden beispielsweise nur zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten bzw. bei bestimmten Helligkeiten erzeugt. Ein zweiter Sensor kann beispielsweise die Temperatur
ennitteln. Bildaufhahmen werden beispielsweise nur in einem bestimmten Temperaturbereich erzeugt. Weitere Kombinationen sind denkbar.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Energieversorgungseinheit auf, um die elektronischen Komponenten mit elektrischer Energie zu versorgen. Vorzugsweise handelt es sich bei der Energieversorgungseinheit um eine mobile Einheit wie beispielsweise eine elektrochemische Zelle (Batterie), einen Akkumulator und/oder eine Solarzelle. Besonders bevorzugt handelt es sich um eine Kombination aus aufladbarem Akkumulator und Solarzelle, um zum einen den Wartungsaufwand gering zu halten (keine Batteriewechsel nötig) und um zum anderen auch bei wenig Sonnenstunden eine Energieversorgung gewährleisten zu können (bei einer reinen Solarzelle ist man auf ein Minimum an Sonnenenergie angewiesen).
Vorzugsweise ist jeder Vorrichtung ein Standort zugeordnet. Üblicherweise handelt es sich um den Standort, an dem die jeweilige Vorrichtung Bildaufnahmen erzeugt. Es kann sich aber auch um einen Standort in der Umgebung einer Vorrichtung handeln (z.B. der Standort einer Basisstation, mit der die Vorrichtung über eine Funkverbindung verbunden ist), oder der Standort kann eine Unschärfe aufweisen, indem beispielsweise ein Bereich auf der Erdoberfläche angegeben ist, in dem sich die Vorrichtung befindet (z.B. in Form eines Kreises mit einem definierten Radius).
In einer bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemäße System Mittel zur Bestimmung des Standorts der Vorrichtungen auf.
Denkbar ist, dass die Vorrichtung über einen GPS-Sensor (GPS: Global Positioning System) oder einen anderen Sensor eines globalen Satellitennavigationssystems (GNSS) verfügt, mit dem der Standort der Vorrichtung ermittelt werden kann.
Ein Vorteil der Standortbestimmung mittels eines globalen Satellitennavigationssystems ist die hohe Genauigkeit. Nachteile sind die zusätzlichen Bauteilkosten und der vergleichsweise hohe Energiebedarf.
Denkbar ist auch, dass eine Standortbestimmung über die Funkzelle, mit der die Sendeeinheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung verbunden ist, erfolgt. Eine solche Lösung weist
üblicherweise eine geringere Genauigkeit bei der Standortbestimmung auf, bedeutet aber geringere Bauteilkosten und einen geringeren Energiebedarf.
Im Mobilfunk beruht die einfachste Art der Standortbestimmung darauf, dass die Zelle, in der sich eine Sendeeinheit befindet, bekannt ist. Da beispielsweise ein eingeschaltetes Mobilfunktelefon mit einer Basisstation in Verbindung steht, lässt sich die Position des Mobilfunktelefons zumindest einer Mobilfunkzelle (Cell-ID) zuweisen. Analog kann auch mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung verfahren werden. Mit Hilfe von GSM ( Global System for Mobile Communications) kann der Standort einer Sendeeinheit auf mehrere hundert Meter genau bestimmt werden. In Städten kann der Standort auf 100 bis 500 m genau bestimmt werden; in ländlichen Gegenden (in denen die Dichte an Basisstationen geringer ist) erhöht sich der Radius auf 10 km oder mehr. Wird die Information über die Cell-ID mit dem TA-Parameter (TA: Timing Advance) kombiniert, dann kann die Genauigkeit erhöht werden. Je höher dieser Wert ist, desto weiter weg ist die Sendeeinheit von der Basisstation. Mit dem EOTD- Verfahren (EOTD: Enhanced Observed Time Dijference) lässt sich eine Sendeeinheit noch genauer orten. Dabei werden die Laufzeitunterschiede der Signale zwischen der Sendeinheit und mehreren Empfangseinheiten bestimmt.
In einer Ausführungsform erfolgen die Übermittlung von Informationen und die Standortbestimmung über das Sigfox-Netz. Sigfox ist ein Low Power Wide Area Network (LPWAN) und speziell auf kleine Datenpakete und einen sehr stromsparenden Betrieb ausgelegt. Sigfox-Basisstationen können über weite Entfernungen kommunizieren, ohne von Störungen beeinträchtigt zu werden. Die Reichweite einer einzelnen Basisstation, die bis zu einer Million Sendeeinheiten verwalten kann, beträgt 3 bis 5 km in Ballungszentren und 30 bis 70 km in ländlichen Gebieten. Bei Sigfox werden die Datenpakete von allen Basisstationen im Sendebereich empfangen. Darüber lässt sich die Position einer Sendeeinheit bestimmen.
Denkbar ist auch, dass der Standort einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bei ihrer Registrierung erfasst wird. In einem solchen Fall besteht ein Schritt der Registrierung in der Verknüpfung von Vorrichtung und Standort. Es ist denkbar, dass ein Nutzer mittels eines mobilen Computersystems (z.B. ein Smartphone oder ein Tablet-Computer oder dergleichen)
eine eindeutige Kennung der Vorrichtung erfasst und mit Standortinformationen verknüpft. Die eindeutige Kennung dient zur Identifizierung der Vorrichtung bei ihrer Registrierung. Die eindeutige Kennung kann eine Nummer oder ein alphanumerischer Code oder ein Binärcode oder dergleichen sein, die/der an der Vorrichtung angebracht ist oder in einem Datenspeicher der Vorrichtung abgelegt (gespeichert) ist. Die Erfassung der eindeutigen Kennung kann beispielsweise durch Eingabe über ein Eingabemittel (z.B. eine Tastatur, ein Touchscreen, ein Mikrofon (per Spracheingabe) oder dergleichen) in das mobile Computersystem erfolgen. Vorzugsweise ist die eindeutige Kennung in Form eines optisch lesbaren Codes (z.B. ein Strichcode oder ein Matrixcode oder dergleichen) oder in Form eines mittels Funk auslesbaren elektronischen Speichers (z.B. als RFID-Tag) oder dergleichen vorhanden. Dies hat den Vorteil, dass die eindeutige Kennung automatisch mit dem mobilen Computersystem ausgelesen werden kann und Eingabefehler (wie beim Eintippen über eine Tastatur durch einen Nutzer) vermieden werden. Ein optischer Code kann beispielsweise mit einer Kamera, die Bestandteil des mobilen Computersystems sein kann, erfasst werden. In einem weiteren Schritt wird der Standort bestimmt. Es ist denkbar, dass die Mittel zur Standortbestimmung durch das mobile Computersystem des Nutzers bereitgestellt werden. Das mobile Computersystem kann beispielsweise ein Smartphone sein, mit dem der Standort über die Funkzelle, mit der das Smartphone verbunden ist, oder mit einem zum Smartphone gehörigen GPS-Sensor bestimmt wird.
Sind die eindeutige Kennung erfasst und der Standort bestimmt, werden diese Informationen miteinander verknüpft. Durch die Verknüpfung ist der Vorrichtung ein Standort zugeordnet. Es ist denkbar, dass die verknüpften Informationen über ein Netzwerk an ein externes Computersystem übermittelt und dort gespeichert werden. Denkbar ist auch, dass die verknüpften Informationen auf dem mobilen Computersystem des Nutzers gespeichert werden.
Vorzugsweise erfolgt bei der Registrierung zusätzlich eine Verknüpfung der eindeutigen Kennung der Vorrichtung mit einer eindeutigen Kennung des Nutzers, so dass dem Nutzer eine individuelle Vorrichtung (oder mehrere Vorrichtungen) mit einem (jeweiligen) definierten Standort zugeordnet ist (sind). Vorzugsweise kann der Nutzer infolge dieser Verknüpfung nur Bildaufnahmen von der ihm zugeordneten Vorrichtung empfangen.
Die Informationen, die von den vorhandenen Vorrichtungen (Bildaufnahmevorrichtungen und ggf Pflanzenanalysevorrichtungen) mittels der entsprechenden Sendeeinheiten an ein Computersystem übermittelt werden, können dort bearbeitet, analysiert, archiviert und/oder gegenüber einem Nutzer ausgegeben werden.
Ein "Computersystem" ist ein System zur elektronischen Datenverarbeitung, das mittels programmierbarer Rechenvorschriften Daten verarbeitet. Ein solches System umfasst üblicherweise einen "Computer", diejenige Einheit, die einen Prozessor zur Durchführung logischer Operationen umfasst, sowie eine Peripherie.
Als "Peripherie" bezeichnet man in der Computertechnik alle Geräte, die an den Computer angeschlossen sind, und zur Steuerung des Computers und/oder als Ein- und Ausgabegeräte dienen. Beispiele hierfür sind Monitor (Bildschirm), Drucker, Scanner, Maus, Tastatur, Laufwerke, Kamera, Mikrofon, Lautsprecher etc. Auch interne Anschlüsse und Erweiterungskarten gelten in der Computertechnik als Peripherie.
Computersysteme von heute werden häufig in Desktop-PCs, Portable PCs, Laptops, Notebooks, Netbooks und Tablet-PCs und so genannte Handhelds (z.B. Smartphone) unterteilt; alle diese Systeme können zur Ausführung der Erfindung genutzt werden.
Die Eingaben in das Computersystem erfolgen über Eingabemittel wie beispielsweise eine Tastatur, eine Maus, ein Mikrofon und/oder dergleichen. Als Eingabe soll auch die Auswahl eines Eintrags aus einem virtuellen Menü oder einer virtuellen Liste oder das Anklicken eines Auswahlkästchens und dergleichen verstanden werden.
Üblicherweise weist ein erfindungsgemäßes System eine Vielzahl (mindestens 10, vorzugsweise mehr als 20) an erfindungsgemäßen Vorrichtungen auf, die einem Computersystem zugeordnet sind.
Die Vorrichtungen und das Computersystem sind über ein Netzwerk miteinander verbunden, so dass die Vorrichtungen Informationen ((Sensor-)Daten, Bildaufnahmen, Statusinformationen oder dergleichen) an das Computersystem übermitteln können. Es ist auch denkbar, dass das erfindungsgemäße System so konfiguriert ist, dass das Computersystem Informationen oder Steuerbefehle an die Vorrichtungen übermitteln kann.
Das Netzwerk, über das das Computersystem und die Vorrichtungen miteinander verbunden sind, ist zumindest teilweise ein Funknetzwerk. Üblicherweise werden Informationen von einer Vorrichtung über eine Sendeeinheit per Funk an eine Basisstation gesendet, von der sie (ggf. über weitere Stationen) per Funk und/oder über Kabel an das Computersystem weitergeleitet werden.
Das erfindungsgemäße System ist so konfiguriert, dass die dazugehörigen Vorrichtungen - an einem Ort aufgestellt oder aktiviert - automatisiert Bildaufnahmen erzeugen. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung übermitteln die Vorrichtungen die erzeugten Bildaufhahmen an das Computersystem. Die übermittelten Bildaufnahmen werden auf dem Computersystem analysiert; dabei werden die Zahl der in dem Sammelbereich vorhandenen Schädlinge und/oder Nützlinge ermittelt und die vorhandenen Spezies identifiziert.
In einer alternativen Ausführungsform werden die erzeugten Bildaufnahmen durch eine Auswerteeinheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung analysiert. Zum Beispiel kann die Zahl der in dem Sammelbereich vorhandenen Schädlinge/Nützlinge ermittelt werden. Diese Zahl kann dann an das Computersystem übermittelt werden. Es können die vorhandenen Spezies identifiziert werden. Die Namen der Spezies können dann an das Computersystem übermittelt werden. Es ist denkbar, dass die erzeugten Bildaufnahmen ebenfalls an das Computersystem übermittelt werden. Es ist denkbar, dass eine erzeugte Bildaufnahme zusammen mit dem Ergebnis der Analyse an das Computersystem übermittelt wird. Es ist denkbar, dass die erzeugten Bildaufnahmen erst nach einer Anforderung durch einen Nutzer an das Computersystem übermittelt werden.
Es ist denkbar, dass auch die von einem oder mehreren Sensoren der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzeugten Signale oder Informationen zu den Signalen von der erfindungsgemäße Vorrichtung über das Netzwerk an das Computersystem übermittelt werden.
Die Analyse der Bildaufhahmen kann dazu dienen, zu ermitteln, ob es sich bei einem Organismus, der in einer Bildaufnahme abgebildet ist, um einen Schädling, einen Nützling oder einen Organismus handelt, der für den Anbau von Kulturpflanzen ohne Belang ist.
Dementsprechend kann eine Identifizierung die Zuordnung zu den drei Kategorien: „schädlich“,„nützlich“, und„neutral“ bedeuten. Vorzugsweise dient die Identifizierung eines Schädlings der Identifizierung von Maßnahmen, die gegen den Schädling ergriffen werden können. Eine zu ergreifende Maßnahme kann beispielsweise die Applikation eines bestimmten Schädlingsbekämpfungsmittels sein.
Unter Identifizierung kann aber auch die Zuordnung einzelner Schädlinge/Nützling zu einem Taxon verstanden werden, d.h. die Zuordnung zu einer Klasse, Ordnung, Überfamilie, Familie, Unterfamilie, Tribus, Gattung, Art, Unterart oder zu einer Zwischenstufe im Sinne der biologischen Taxonomie.
Bei der Identifizierung von Nützlingen kann es darum gehen, diejenigen Nützlinge zu identifizieren, denen in einem Gebiet vorhandene Schädling als Nahrungsquelle oder Wirt dienen.
Die Identifizierung und Auszählung der Schädlinge/Nützlinge erfolgt vorzugsweise automatisiert. Das bedeutet, dass ein Nutzer die Gliederfüßer in einer Bildaufnahme nicht selbst zählen und identifizieren muss, sondern dass das jeweilige Bild durch ein Computerprogramm in einem Arbeitsspeicher eines Computersystems Bildbearbeitungs- und Bilderkennungsalgorithmen zugeführt wird. Mit Hilfe dieser Algorithmen wird das Bild analysiert, ggf. präpariert (Filterungen und ähnliche Operationen) und es werden Merkmale extrahiert, die einen Schluss darüber erlauben, wie viele Gliederfüßer vorhanden sind und welcher Art diese sind. Derartige Algorithmen sind im Stand der Technik beschrieben.
Es ist denkbar zur Identifizierung von Schädlingen/Nützlingen ein künstliches neuronales Netz zu verwenden, das vorab an einer Vielzahl an Bildaufnahmen bekannter Schädlinge/Nützlinge trainiert worden ist.
Vorzugsweise werden weitere Informationen zur Identifizierung der Schädlinge/Nützlinge herangezogen. Beispielsweise kann die Geo-Position genutzt werden. Befindet sich die jeweilige Bildaufnahmevorrichtung beispielsweise in Deutschland, so kommen andere Schädlinge/Nützlinge in Betracht als wenn sich die Bildaufnahmevorrichtung beispielsweise in Brasilien befindet. Auch die aktuelle Jahreszeit ist eine wichtige Information, die genutzt werden kann. Je nach Jahreszeit können unterschiedliche Schädlinge/Nützlinge in
Erscheinung treten. Aber auch die angebauten Pflanzen (Kulturpflanzen, Schutzpflanzen, Opferpflanzen) können Auskunft über den Schädling/Nützling Schadorganismus geben. Ferner können die von einem oder mehreren Sensoren der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzeugten Signale zur Identifizierung herangezogen werden.
Es ist denkbar, dass ein erfindungsgemäßes System zwei Computersysteme (ein erstes und ein zweites Computersystem) umfasst. Bei dem ersten Computersystem handelt es sich um einen Server, der über ein Netzwerk mit einer Mehrzahl an erfindungsgemäßen Vorrichtungen in Verbindung steht. Auf diesem Server landen alle von den Vorrichtungen übermittelten Informationen (z.B. Bildaufnahmen, Analyseergebnisse, Statusmeldungen und dergleichen). Auf dem Server können die Informationen analysiert und archiviert werden. Zum Beispiel kann auf dem Server eine Analyse der Bildaufhahmen stattfinden. Das zweite Computersystem (Client) ist mit dem ersten Computersystem (Server) verbunden und kann Informationen (Bildaufnahmen, Analyseergebnisse und dergleichen) abfragen. Das zweite Computersystem wird üblicherweise von einem Endnutzer bedient (zum Beispiel einem Landwirt), der eine oder mehrere Vorrichtungen zum Beispiel auf einem seiner landwirtschaftlich genutzten Felder aufgestellt hat und eine Befallskontrolle durchführen möchte. Das erste Computersystem (Server) wird dann üblicherweise von dem Betreiber der Bildanalysewerkzeuge betrieben und verwaltet. Dieser Betreiber kann die Vielzahl an Bildaufhahmen von unterschiedlichen Endnutzem verwenden, um die Algorithmen zur Zählung der Schädlinge/Nützlinge und/oder zur Identifizierung von Spezies fortlaufend zu verbessern. Das System ist vorzugsweise so konfiguriert, dass der Nutzer des zweiten Computersystems nur Bildaufnahmen von dem ersten Computersystem empfangen kann, die von Vorrichtungen stammen, die auf diesen Nutzer registriert sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden in einem Feld mit Hilfe einer oder mehrerer Vorrichtungen die im Sammelbereich / in den Sammelbereichen befindlichen Gliederfüßer identifiziert. In einem nächsten Schritt wird analysiert, ob unter den identifizierten Gliederfüßern Schädlinge und ihnen gegenüberstehende Nützlinge sind, denen die identifizierten Schädlinge als Nahrung oder Wirt dienen. Falls solche Nützlinge und/oder Schädlinge vorhanden sind, wird ihre Zahl bestimmt. Diese Zahlen werden verglichen, um zu erkennen, ob die Nützlinge allein in der Lage sind, eine unkontrollierte Vermehrung und/oder Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern. Vorzugsweise werden die Zahlen zueinander ins Verhältnis gesetzt. Das Verhältnis der Zahl der Schädlinge zu der Zahl der ihnen
gegenüberstehenden Nützlinge wird mit einem empirisch ermittelten Schwellenwert verglichen. Ist das Verhältnis kleiner als der Schwellenwert, ist nicht mit einer unkontrollierten Vermehrung und/oder Ausbreitung der Schädlinge zu rechnen. Ist das Verhältnis größer als der Schwellenwert, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um einen größeren Emteverlust zu vermeiden. Das Ergebnis des Vergleichs kann einem Nutzer, vorzugsweise dem Landwirt, der das betrachtete Feld bewirtschaftet, angezeigt werden. Vorzugsweise wird dem Nutzer zusätzlich eine Maßnahme zur Bekämpfung der Schädlinge empfohlen. Zu der Empfehlung kann die Nennung eines Pflanzenschutzmittels (zum Beispiel eines Insektizids), die auszubringende Menge an Pflanzenschutzmittel, ein günstiger Zeitraum zum Ausbringen des Pflanzenschutzmittels und dergleichen angezeigt werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden in einem Feld mit Hilfe einer oder mehrerer Vorrichtungen die im Sammelbereich / in den Sammelbereichen befindlichen Gliederfüßer identifiziert. In einem nächsten Schritt wird analysiert, ob unter den identifizierten Gliederfüßern Schädlinge und Nützlinge sind. Falls solche Nützlinge und Schädlinge vorhanden sind, wird ihre jeweilige Zahl bestimmt. Es wird anhand eines Modells berechnet, welche Auswirkungen eine Bekämpfung der Schädlinge z.B. mit einem Insektizid auf die Nützlinge haben könnte. Es wird berechnet, ob die negativen Auswirkungen auf die Nützlinge die positiven Auswirkungen durch eine Bekämpfung der Schädlinge überwiegen. Überwiegen die negativen Auswirkungen auf die Nützlinge, wird von einer Bekämpfung der Schädlinge abgeraten und/oder Abstand genommen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Befallsdichte mit einem spezifischen Schädling für ein Gebiet ermittelt. Es wird ermittelt, ob eine Schadschwelle überschritten ist. Bei der Klärung, ob die Schadschwelle überschritten ist, werden vorzugsweise Informationen zum Pflanzenstatus (Gesundheit der Pflanzen, Entwicklungsstadium, zu erwartender Emteertrag) berücksichtigt. Bei der Klärung, ob die Schadschwelle überschritten ist, werden vorzugsweise Informationen zu vorhandenen Nützlingen (Zahl und Art der vorhandenen Nützlinge) berücksichtigt. Das Ergebnis wird einem Landwirt, der das Gebiet bewirtschaftet, gegenüber angezeigt. Ist die Schadschwelle überschritten, werden Maßnahmen empfohlen, die der Landwirt ergreifen kann, um den zu erwartenden Schaden zu reduzieren.
In vielen Gebieten werden Grünstreifen angrenzend an ein Feld für Kulturpflanzen angebaut, um die Biodiversizität zu erhöhen. Es ist denkbar, dass ein Landwirt die Effektivität der Grünstreifen überprüfen will und/oder gegenüber einer Behörde nachweisen muss. In einer bevorzugten Ausführungsform wird daher mittels der in einem Gebiet vorhandenen Bildaufnahmevorrichtungen, die Zahl und Art der in dem Gebiet vorkommenden Nützlinge oder die Zahl einer oder mehrerer definierter Nützlingsspezies ermittelt. Aus den ermittelten Daten werden für eine oder mehrere Nützlingsspezies Flächendichten ermittelt (z.B. Anzahl der Nützlingsspezies pro Hektar). Die Flächendichten werden dem Landwirt, der das Gebiet bewirtschaftet, und/oder einer Behörde übermittelt und angezeigt.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Computerprogrammprodukt. Das Computerprogrammprodukt umfasst ein Computerprogramm, das vorzugsweise in einen Arbeitsspeicher der Steuereinheit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung geladen wird dort die Steuereinheit dazu veranlasst, folgende Schritte auszuführen:
- Empfangen eines Signals, wobei das Signal eine Information über die Wahrscheinlichkeit umfasst, dass sich ein Gliederfüßer in einem Sammelbereich befindet,
- Steuern der Erzeugung von Bildaufnahmen von dem Sammelbereich und des Versendens der Bildaufhahmen und/oder von Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an ein Computersystem, wobei die Zeitpunkte und/oder die zeitliche Häufigkeit für die Erzeugung der Bildaufhahmen von dem Sammelbereich und/oder für das Versenden der Bildaufhahmen und/oder der Informationen zu den Bildaufnahmen über ein Netzwerk an ein Computersystem in Abhängigkeit der Wahrscheinlichkeit festgesetzt werden/wird, dass sich Gliederfüßer im Sammelbereich befindet. Die Erfindung wird nachstehend anhand von Figuren und Beispielen näher erläutert, ohne die Erfindung auf die in den Figuren und Beispielen genannten Merkmale und Merkmalskombinationen beschränken zu wollen.
Es zeigen:
Figur 1 zeigt schematisch einen Behälter (10), der einen Sammelbereich (1) für Schädlinge und/oder Nützlinge bereitstellt.
Figur 1(a) zeigt den Behälter (10) in einer Aufsicht. Figur 1(b) zeigt den Behälter (10) in einer Seitenansicht aus Richtung des Punkts A (siehe Fig. 1(a)). Figur 1(c) zeigt den Behälter (10) von der Seite im Querschnitt entlang der gestrichelten Linie A-B (siehe Fig. 1(a)).
Der Behälter (10) weist eine Zylinderform mit einem runden Querschnitt auf. Nach unten ist der Zylinder durch einen Boden (1 1) geschlossen, nach oben ist er offen. Der Boden (1 1) und zwei in sich geschlossene, runde Seitenwände (l2a, l2b), die sich senkrecht zum Boden (11) erstrecken, bilden einen Raum. Von oben betrachtet man den Sammelbereich (1). In der Mitte des Behälters (10) ist eine kreisförmige Aussparung (30) eingebracht, die durch die Seitenwand (l2b) eingegrenzt wird. Die Aussparung verjüngt sich nach oben hin; wobei ein Ring (35) entsteht, der als Auflagefläche für eine Halterung dienen kann.
In die Seitenwand (l2a) des Behälters (10) ist an einer Stelle eine halbkreisförmige Aussparung eingebracht, an der eine Rinne (20) nach außen weist. Über diese Rinne kann Regenwasser, das in den Behälter (10) gelangt, abfließen. Figur 2 zeigt den in Fig. 1(b) dargestellten Behälter (10), über den ein Käfig (50) angebracht ist. Dabei ist der Gitterabstand des Käfigs (50) so dimensioniert, dass keine Blätter in den Behälter gelangen. Am Kopf des Gitters (50) ist eine Bildaufnahmeeinheit (2) angebracht. Die Bildaufnahmeeinheit (2) befindet sich innerhalb des Käfigs. Zwei Beleuchtungseinheiten (70a, 70b) sorgen für eine definierte Ausleuchtung des Sammelbereichs. Ein Sensor (40) misst eine physikalische Eigenschaft, die mit der Wahrscheinlichkeit korreliert, dass sich ein (spezifischer) Gliederfüßer im Sammelbereich befindet.
Figur 3 zeigt schematisch eine Tafel, die einen Sammelbereich (1) bereitstellt. Figur 3(a) zeigt die Tafel in einer Seitenansicht. Figur 3(b) zeigt die Tafel in der Aufsicht. Figur 3(c) zeigt die Karte in einer weiteren Seitenansicht. An der Karte sind Haltestäbe (7) angebracht, an deren Ende eine Bildaufnahmeeinheit (2) befestigt ist. Im Sammelbereich (1) befindet sich ein Sensor (40), der eine physikalische Eigenschaft misst, die mit der Wahrscheinlichkeit korreliert, dass sich ein (spezifischer) Gliederfüßer im Sammelbereich befindet. Figur 4 zeigt schematisch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung (A). Die Vorrichtung (A) umfasst einen Sammelbereich (1), eine Bildaufhahmeeinheit (2), einen Sensor (40), eine Sendeeinheit (3) und eine Steuereinheit (4).
Figur 5 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung (A). Die Vorrichtung (A) umfasst einen Sammelbereich (1), eine Bildaufnahmeeinheit (2), einen Sensor (40), eine Sendeeinheit (3), eine Steuereinheit (4) und eine Auswerteinheit (5). Figur 6 zeigt schematisch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems. Das System umfasst eine Mehrzahl an erfindungsgemäßen Vorrichtungen (Al, A2,), die Bildaufhahmen erzeugen. Informationen betreffend die Bildaufnahmen werden über ein Funknetz an eine Basisstation (B) übermittelt. Von dort werden sie über ein Netzwerk an ein Computersystem (C) übermittelt.
Figur 7 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems. Das System umfasst eine Mehrzahl an erfindungsgemäßen Vorrichtungen (Al, A2), die Bildaufhahmen erzeugen. Informationen betreffend die Bildaufnahmen werden über ein Funknetz an eine Basisstation (B) übermittelt. Von dort werden sie über ein Netzwerk (dargestellt durch die Cloud) an ein Computersystem (Cl) übermittelt. Informationen betreffend die Bildaufnahmen können mittels des Computersystems (C2) von dem Computersystem (Cl) abgerufen werden.