Beschreibung
MODULARER MEHRPUNKTUMRICHTER MIT MODULAREN SPEICHEREINHEITEN
Die Erfindung betrifft eine Umrichteranordnung mit einem Um richter mit mehreren Umrichterventilen, die jeweils eine Vielzahl von Halbleiterschaltern aufweisen, sowie mit einem Energiespeicherzweig, der parallel zu wenigstens einem der Umrichterventile angeordnet ist.
Die Energiewende und der damit steigende Einsatz volatiler Energieerzeuger führen dazu, dass in elektrischen Energiever sorgungssystemen ein steigender Bedarf nach immer größeren Energiespeicherkapazitäten existiert.
Ein Konzept zur Verwendung von Wirkleistung speichernder Energiespeichern in Zusammenwirkung mit modularen Mehrstufen umrichtern ist aus der internationalen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen PCT/EP2018/051556 bekannt. Gemäß diesem be kannten Konzept ist gleichspannungsseitig des modularen Mehr stufenumrichters, der in der sogenannten Doppelsterntopologie angeordnet und wechselspannungsseitig mit einem Wechselspan nungsnetz verbunden ist, eine Speicheranordnung bereitge stellt. Die Speicheranordnung umfasst eine Vielzahl parallel geschalteter Reihenschaltungen von Energiespeicherelementen. Ein Vorteil dieses Konzeptes liegt in der Möglichkeit einer Einbindung von Energiespeichern mit Gleichstromanschlüssen auf kleinerem Spannungsniveau an Anlagen mit Gleichstroman schlüssen auf höherem Spannungsniveau.
Ein hierzu alternatives Konzept ist in der WO 2016/150466 Al offenbart. Der dort beschriebene modulare Mehrstufenumrichter umfasst Umrichterventile mit jeweils einer Reihenschaltung von Schaltmodulen. Die Umrichterventile können beispielsweise in einer Delta- oder Sternpunktschaltung miteinander verbun den und an ein Wechselspannungsnetz angeschlossen sein. An
die Schaltmodule sind jeweils schaltmoduleigene Speichermodu- le angebunden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine artgemäße
Umrichteranordnung vorzuschlagen, die möglichst effizient einsetzbar und möglichst zuverlässig ist.
Die Aufgabe wird bei einer artgemäßen Umrichteranordnung er findungsgemäß dadurch gelöst, dass der Energiespeicherzweig Spannungswandlermodule und ihnen zugeordnete Energiespeicher- module umfasst, wobei die Spannungswandlermodule eingangssei tig in der Reihenschaltung miteinander und ausgangsseitig mit dem jeweils zugeordneten Energiespeichermodul verbunden sind. Der Energiespeicherzweig erstreckt sich demnach in Parallel schaltung zu dem wenigstens einem Umrichterventil. Dabei kön nen sich die Umrichterventile beispielsweise in einer Delta schaltung jeweils zwischen zwei Wechselspannungsanschlüssen des Umrichters zum Verbinden mit einem Wechselspannungsnetz erstrecken. Gemäß einem weiteren Beispiel erstreckt sich der Umrichter zwischen einem ersten und einem zweiten Gleichspan nungspol, wobei der Energiespeicherzweig sich parallel zum Umrichter ebenfalls zwischen den beiden Gleichspannungspolen erstreckt. Zum Beispiel weist der Umrichter wenigstens einen Phasenzweig auf, wobei der Phasenzweig sich zwischen dem ers ten und dem zweiten Gleichspannungspol erstreckt und einen Wechselspannungsanschluss zum Verbinden mit einer Phasenlei tung eines Wechselspannungsnetzes sowie ein erstes und ein zweites Umrichterventil umfasst, wobei ein erstes
Umrichterventil zwischen dem ersten Gleichspannungspol und dem Wechselspannungsanschluss und ein zweites Umrichterventil zwischen dem Wechselspannungsanschluss um dem zweiten Gleich spannungspol angeordnet ist. Der Energiespeicherzweig er streckt sich hierbei gleichspannungsseitig des Umrichters zwischen den Gleichspannungspolen. Eine Anwendung solcher Konfigurationen ist beispielsweise die Stabilisierung des Wechselspannungsnetzes. Gemäß einem hiervon abweichenden Bei spiel weist der Umrichter als DC-DC-Wandler eine erste und
eine zweite Gleichspannungsseite auf, wobei der Energiespei cherzweig sich parallel zu einer der Gleichspannungsseiten erstreckt. Dies ist z.B. bei einer Anbindung von PV-Modulen an einen DC-Kreis denkbar. Hierbei ist es beispielsweise mög lich, einen Solarpark direkt mit einem Elektrolysepark zu verbinden, ohne Wechselspannung einzusetzen.
Der Energiespeicherzweig erstreckt sich demnach auf der
Gleichspannungsseite des Umrichters parallel zu dessen Pha senzweig. Der Umrichter ist dabei im Allgemeinen ein belieb ter Umrichter, der in dessen mehrphasiger Ausführung, also mit mehreren Phasenzweigen zwischen den Gleichspannungspolen, eine Doppelsternanordnung ausbildet. Insbesondere ist der Energiespeicherzweig lediglich indirekt über den Umrichter mit dem Wechselspannungsnetz verbindbar, umfasst somit keinen eigenen Wechselspannungsanschluss zum Verbinden mit dem Wech selspannungsnetz. Jedes Spannungswandlermodul ist eingangs seitig in die Reihenschaltung eingefügt und ausgangsseitig mit dem ihm zugeordneten Energiespeichermodul verbunden. Je des Spannungswandlermodul entspricht damit einem DC/DC- Wandler. Das Spannungswandlermodul ist dazu einrichtet, eine eingangsseitige Spannung in eine ausgangsseitige Spannung am zugeordneten Energiespeichermodul, oder umgekehrt, umzuwan deln .
Ein Vorteil der Erfindung gegenüber den in Schaltmodule des Umrichters eingebundenen Speichermodulen liegt darin, dass der Energiespeicherzweig an unterschiedliche Umrichtersysteme einfach und flexibel angeschlossen werden kann, ohne dass der Umrichter speziell angepasst sein muss. Damit kann der Ener giespeicherzweig ein vom Umrichter unabhängiges Design und eine unabhängige Regelung aufweisen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass der Energiespeicherzweig von der Wechsels pannungsseite des Umrichters, falls der Umrichter mit einem Wechselspannungsnetz verbunden ist, getrennt bzw. entkoppelt ist. Auf diese Weise ist der Energiespeicherzweig bei wech selspannungsseitigen Fehlern nicht direkt betroffen.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt in der Anbindung der einzelnen Energiespeichermodule über die
Spannungswandlermodule . Auf diese Weise können Energiespei chermodule unterschiedlicher Arten in einem Energiespeicher zweig verwendet werden, wodurch die gesamte
Umrichteranordnung flexibel einsetzbar ist. Demgegenüber wäre diese Flexibilität bei einer Reihenschaltung direkt miteinan der verbundener Energiespeicher beispielsweise durch unter schiedliche Stromtragfähigkeiten unterschiedlicher Energie speicherarten stark eingeschränkt.
Ein zusätzlicher Vorteil der Erfindung ist die einfache War tung einzelner Energiespeichermodule, ohne dass der gesamte Energiespeicherzweig außer Betrieb genommen werden muss. Dazu kann das Spannungswandlermodul eingangsseitig oder ausgangs seitig mittels geeigneter Überbrückungseinrichtung, bei spielsweise eines Überbrückungsschalters, überbrückbar sein.
Die Umrichteranordnung kann zudem mehrere Energiespeicher zweige umfassen, die jeweils parallel zueinander zwischen den Gleichspannungspolen angeordnet sind. Die Energiespeicher zweige können gleichartigen Aufbau aufweisen.
Die Energiespeichermodule können jeweils einen oder mehrere Energiespeicher umfassen. Im Falle mehrerer Energiespeicher können diese in einer elektrischen Parallelschaltung mitei nander verbunden sein.
Bevorzugt umfasst die Umrichteranordnung ferner eine unabhän gige Regelungseinheit zum Regeln der Energieaufnahme und Energieentnahme der Energiespeichermodule des Energiespei cherzweiges. Die Regelungseinheit ist insbesondere unabhängig von der Umrichterregelung, erlaubt demnach eine eigene Steue rung und Regelung der Energieaufnahme und Energieentnahme der Energiespeichermodule. Die Regelungseinheit erlaubt insbeson dere eine Ansteuerung steuerbarer Schalter der Spannungswand-
ler- und Energiespeichermodule, die von der Umrichterregelung unabhängig ist. Damit ist die Flexibilität der gesamten
Umrichteranordnung weiter erhöht. Bei mehreren parallelen Energiespeicherzweigen kann entweder eine Regelungseinheit zur Regelung der Spannungswandler- und Energiespeichermodule aller Energiespeicherzweige vorgesehen sein oder jedem der Energiespeicher kann eine eigene, unabhängige Regelungsein heit zugeordnet sein. Eine übergeordnete Regelungs- bzw.
Steuereinheit kann zusätzlich dazu vorgesehen sein, die Rege lungseinheit und eine zur Regelung des Umrichters vorgesehene Umrichterregelung zu koordinieren.
Die Spannungswandlermodule sind eingangsseitig in der Reihen schaltung miteinander und ausgangsseitig mit dem jeweils zu geordneten Energiespeichermodul verbunden. Bei dieser Anord nung können die Energiespeichermodule auf einfache Weise zur Wartung oder in einem Fehlerfall von den
Spannungswandlermodulen getrennten werden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfassen die
Spannungswandlermodule jeweils mindestens vier abschaltbare Halbleiterschalter und einen Zwischenkreiskondensator. Mit dem Zwischenkreiskondensator ist ein Gleichspannungszwischen- kreis im Spannungswandlermodul bereitgestellt. Die Halblei terschalter sind geeigneterweise dazu eingerichtet, den Zwi schenkreiskondensator eingangsseitig des
Spannungswandlermoduls zuzuschalten oder zu überbrücken.
Zweckmäßigerweise ist das Energiespeichermodul derart mit dem Spannungswandler verschaltet, dass das Energiespeichermodul mittels eines der Halbleiterschalter des
Spannungswandlermoduls überbrückbar ist.
Vorzugsweise sind mindestens ein erster und ein zweiter Halb leiterschalter des Energiespeichermoduls mit dem Zwischen kreiskondensator in einer Halbbrückenschaltung verbunden. In der Halbbrückenschaltung ist der Zwischenkreiskondensator mit den Halbleiterschaltern derart verbunden, dass an dessen An-
Schlüssen, bspw. den eingangsseitigen Anschlüssen des
Spannungswandlermoduls, eine Spannung erzeugbar ist, die der Zwischenkreiskondensatorspannung oder einer Nullspannung ent spricht. Die Halbbrückenschaltung weist den Vorteil relativ niedriger elektrischer Verluste in deren Betrieb auf.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind parallel zum Zwischenkreiskondensator ein dritter Halbleiterschalter sowie in Reihe dazu eine Parallelschaltung aus einem vierten Halb leiterschalter und dem Energiespeichermodul angeordnet. Mit tels des vierten Halbleiterschalters kann somit das Energie speichermodul überbrückt werden.
Geeigneterweise kann ein Eingangsanschluss des
Spannungswandlermoduls mit einem Ausgangsanschluss des
Spannungswandlermoduls direkt verbunden sein. Dies verein facht den Aufbau der Module. Zudem kann die Verbindung bei spielsweise zum gemeinsamen Erden der Komponenten verwendet werden .
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind das
Spannungswandlermodul und das Energiespeichermodul galvanisch getrennt. In diesem Zusammenhang kann auch von einer isolie renden Ausführung gesprochen werden. Mit dieser Ausführung kann das Energiespeichermodul auf Erdpotenzial gelegt werden, so dass keine besonderen Schutzmaßnahmen bezüglich höherer Spannungsniveaus getroffen werden müssen. Die galvanische Trennung kann beispielsweise induktiv, insbesondere mittels eines Transformators bereitgestellt sein.
Zweckmäßigerweise können eine elektrische Verbindung zwischen dem Spannungswandlermodul und dem Energiespeichermodul mit tels wenigstens eines Verriegelungsschalters auftrennbar sein. Auf diese Weise kann auch in einer nicht-isolierenden Ausführung eine Isolationskoordination erreicht werden. Zu Wartungszwecken kann der wenigstens eine Verriegelungsschal-
ter geöffnet werden, so dass eine elektrische Unterbrechung erfolgt .
Vorzugsweise ist eine Erdungsvorrichtung zum Erden des Ener giespeichermoduls vorgesehen. Beispielsweise in einem War tungsfall bzw. Servicefall kann damit das Energiespeichermo dul auf Erdpotenzial als Bezugspotenzial gesetzt werden.
Bevorzugt ist der Energiespeicher des Energiespeichermoduls ein Superkondensator, eine Batterie, ein Schwungradspeicher oder dergleichen. Die Wahl eines Energiespeichers für das Energiespeichermodul kann aufgrund der Topologie der
Umrichteranordnung flexibel und angepasst an die jeweilige Anwendung getroffen werden. Zudem ist eine Konstellation mög lich, bei der ein erstes Energiespeichermodul einen Energie speicher nur zum Einspeichern und nicht zum Ausspeichern elektrischer Energie genutzt werden kann. Ein Beispiel ist hierbei der Einsatz eines Elektrolyseurs.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die
Umrichteranordnung unterschiedliche Energiespeichermodule mit Energiespeichern unterschiedlicher Speichercharakteristiken. Durch den Einsatz unterschiedlicher Speichertechnologien kön nen verschiedene Speichercharakteristika (z.B. Kurz- und Langzeitspeicher oder Energiespeicher mit hohen und geringen Leistungen) innerhalb der Umrichteranordnung kombiniert wer den. Daraus kann eine Gesamtcharakteristik entstehen, durch die die Umrichteranordnung unterschiedliche Funktionalitäten bedienen kann, wie z.B. Frequenzstützung durch kurze, hohe Wirkleistungsbereitstellung, Tages/Nachtausgleich mit deut lich längeren aber dafür geringeren Speicherleistungen.
Geeigneterweise ist der Umrichter ein modularer Mehrstufenum richter. Ein modularer Mehrstufenumrichter (MMC) umfasst in seinem Grundaufbau je zwei Konverterarme pro Phasenzweig, die sich jeweils zwischen einem der Gleichspannungspole und dem Wechselspannungsanschluss erstrecken. Jeder Konverterarm um-
fasst dabei eine Serienschaltung zweipoliger Schaltmodule . Häufig verwendete Schaltmodultypen sind Schaltmodule in Halb brückenschaltung bzw. in Vollbrückenschaltung. Jedes der Schaltmodule des modularen Mehrstufenumrichters ist mittels einer Ansteuereinrichtung einzeln ansteuerbar. Eine an einem der Konverterarme abfallende Spannung ist gleich der Summe von Spannungen, die an den zugehörigen Schaltmodulen abfal- len. Mittels des MMC ist eine besonders vorteilhafte stufen förmige Konverterspannung an dessen Wechselspannungsanschluss erzeugbar. Der Einsatz von Superkondensatoren in modularen Mehrstufen-DC/DC-Wandlern ist aus dem Beitrag „Design and Control of a Modular Multilevel DC/DC Converter for Regenera tive Applications" von Montesinos-Miracle et al . bekannt.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weisen das
Spannungswandlermodul und der zugeordnete Energiespeicher je weils ein separates Gehäuse auf. Diese Anordnung erleichtert vorteilhaft die Wartung der Umrichteranordnung. Auch wird auf diese Weise deren Modularität erhöht.
Die Erfindung betrifft ferner eine Anordnung zum Bereitstel len einer elektrischen Wirkleistung, wobei die Anordnung ei nen Energiespeicherzweig umfasst, der mit einem
Umrichterventil eines Umrichters verbindbar ist.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine solche Anordnung be- reitzustelle, die möglichst flexibel einsetzbar und zuverläs sig im Betrieb ist.
Die Aufgabe wird durch eine artgemäße Anordnung gelöst, bei der der Energiespeicherzweig Spannungswandlermodule und ihnen zugeordnete Energiespeichermodule umfasst, wobei die
Spannungswandlermodule eingangsseitig in der Reihenschaltung miteinander und ausgangsseitig mit dem jeweils zugeordneten Energiespeichermodul verbunden sind.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung entsprechen den jenigen, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen
Umrichteranordnung zuvor erläutert wurden. Die vorteilhaften Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Anordnung sind zuvor bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen
Umrichteranordnung beschrieben und können selbstredend im Zu sammenhang mit der erfindungsgemäßen Anordnung allein oder in Kombination verwendet werden.
Im Allgemeinen ermöglicht der Energiespeicherzweig vorteil haft einen flexiblen Anschluss von DC-Quellen und DC-Senken (gegeben durch die Energiespeicher der Energiespeichermodule) auf Niederspannungsniveau an einen DC-Kreis auf Hochspan nungsniveau. Der DC-Kreis kann dabei durch eine Gleichspan nungsseite eines Umrichters gebildet sein. Die Anordnung kann zweckmäßigerweise zum Austausch von Wirkleistung mit einem Wechselspannungsnetz mittels eines Umrichters eingesetzt sein, wobei die Anordnung beispielsweise mit der Gleichspan nungsseite des Umrichters verbindbar ist.
Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Stabi lisieren eines Wechselspannungsnetzes.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein solches Verfah ren anzugeben, dass möglichst flexibel einsetzbar ist.
Die Aufgabe wird bei dem artgemäßen Verfahren dadurch gelöst, dass mittels einer erfindungsgemäßen Umrichteranordnung eine Blindleistung und/oder eine Wirkleistung in das Wechselspan nungsnetz eingespeist oder dem Wechselspannungsnetz entnommen wird .
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich insbesondere aus den bereits zuvor beschriebenen Vorteilen der erfindungsgemäßen Umrichteranordnung.
Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens wird bedarfsgemäß elektrische Leistung zwischen den Energiespeichern der Ener- giespeichermodule ausgetauscht. Damit kann eine Umladung zwi schen den einzelnen Energiespeichern durchgeführt werden. Das Energiemanagement wird damit sehr flexibel. Es kann sowohl eine Umladung innerhalb eines einzelnen Energiespeicherzwei- ges als auch eine Umladung zwischen parallel geschalteten Energiespeicherzweigen durchgeführt werden. Damit können Energiespeicher einer ersten Energiespeicherart, beispiels weise Superkondensatoren, aus Energiespeichern einer zweiten Energiespeicherart, beispielsweise Batteriespeichern, bei Be darf nachgeladen werden.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Figuren 1 bis 4 weiter erläutert.
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfin dungsgemäßen Umrichteranordnung in einer schematischen Dar stellung;
Figur 2 zeigt ein Beispiel eines Energiespeicherzweiges der Umrichteranordnung der Figur 1 in einer schematischen Dar stellung;
Figur 3 zeigt ein Beispiel eines Spannungswandlermoduls und eines Energiespeichermoduls in einer schematischen Darstel lung;
Figur 4 zeigt ein weiteres Beispiel eines Energiespeicher zweiges in einer schematischen Darstellung.
Figur 1 zeigt eine Umrichteranordnung 1. Die
Umrichteranordnung 1 weist eine Wechselspannungsseite mit ei nem dreiphasigen Wechselspannungsanschluss 2 zum Verbinden mit einem Wechselspannungsnetz sowie eine Gleichspannungssei te mit einem ersten Gleichspannungspol 3 und einem zweiten Gleichspannungspol 4 auf. Die Umrichteranordnung 1 umfasst
einen Umrichter 6, der dreiphasig ausgebildet ist. Der Um richter 6 weist demnach einen ersten Phasenzweig 7a, einen zweiten Phasenzweig 7b und einen dritten Phasenzweig 7c auf. Alle drei Phasenzweige 7a-c erstrecken sich zwischen den Gleichspanungspolen 3 und 4. Jeder Phasenzweig 7a-c umfasst ein erstes oder oberes Umrichterventil 8a-c, das zwischen dem ersten Gleichspannungspol 3 und dem Wechselspannungsanschluss 2 angeordnet ist, sowie ein zweites oder unteres
Umrichterventil 9a-c, das zwischen dem Wechselspannungsan schluss und dem zweiten Gleichspannungspol 4 angeordnet ist.
Der Umrichter 6 ist ein modularer Mehrstufenumrichter. Jeder der Umrichterventile 8a-c, 9a-c ist als ein Konverterarm mit einer Reihenschaltung zweipoliger Schaltmodule 10 ausgebil det. Die Anzahl der Schaltmodule 10 in einem der
Konverterarme ist grundsätzlich beliebig und der jeweiligen Anwendung angepasst. Die Schaltmodule 10 sind beispielsweise als abschaltbare Halbleiterschalter aufweisende Vollbrücken schaltungen oder Halbbrückenschaltungen ausgebildet, es kom men jedoch auch andere Schaltungsvarianten in Betracht. In jedem der Konverterarme ist zudem eine Arminduktivität 11 an geordnet. In dem in Figur 1 dargestellten Beispiel sind alle Schaltmodule 10 gleichartig aufgebaut, was jedoch im Allge meinen nicht der Fall sein muss.
Die Umrichteranordnung 1 umfasst ferner einen ersten Energie speicherzweig 12. Der erste Energiespeicherzweig 12 erstreckt sich zwischen den beiden Gleichspannungspolen 3,4 auf der Gleichspannungsseite des Umrichters 6. In dem ersten Energie speicherzweig 12 sind Spannungswandlermodule 13 angeordnet, die eingangsseitig in einer Reihenschaltung miteinander ver bundenen sind. An einen Ausgang 14 eines jeden
Spannungswandlermoduls 13 ist ein Energiespeichermodul 15a-f angeschlossen. Auf den Aufbau der Spannungswandlermodule 13 und der Energiespeichermodule 15a-f wird in der nachfolgenden Figur 2 näher eingegangen. Jedes der Energiespeichermodule 15a-f umfasst einen Energiespeicher. In der
Umrichteranordnung 1 werden unterschiedliche Energiespeicher arten verwendet. So können beispielsweise die Energiespei- chermodule 15a-c Batteriespeicher umfassen, die Energiespei- chermodule 15d,e jeweils Superkondensatoren oder Ultracaps, und das Energiespeichermodul 15f einen durch einen Elektroly seur betriebenen Speicher.
Die Umrichteranordnung 1 umfasst ferner einen zweiten Ener giespeicherzweig 16. Der zweite Energiespeicherzweig 16 er streckt sich zwischen den beiden Gleichspannungspolen 3,4 auf der Gleichspannungsseite des Umrichters 6 und parallel zum ersten Energiespeicherzweig 12. In dem zweiten Energiespei cherzweig 16 sind Spannungswandlermodule 13 angeordnet, die eingangsseitig in einer Reihenschaltung miteinander verbunde nen sind. An einen Ausgang 14 eines jeden
Spannungswandlermoduls 13 ist ein Energiespeichermodul 15g-l angeschlossen. Auf den Aufbau der Spannungswandlermodule 13 und der Energiespeichermodule 15g-l wird in der nachfolgenden Figur 2 näher eingegangen. Jedes der Energiespeichermodule 15g-l umfasst einen Energiespeicher. In dem zweiten Energie speicherzweig 16 werden unterschiedliche Energiespeicherarten verwendet. So können beispielsweise die Energiespeichermodule 15g-j Batteriespeicher umfassen, das Energiespeichermodule 15k einen Schwungradspeicher und das Energiespeichermodul 151 wiederum eine Batterie.
Die Umrichteranordnung 1 umfasst des Weiteren eine Regelungs einheit 17 zum Regeln der Energieaufnahme und Energieentnahme der Energiespeichermodule 15a-l. Mittels der Regelungseinheit 17 können insbesondere Halbleiterschalter der
Spannungswandlermodule 13 angesteuert werden. Eine übergeord nete Regelungseinheit bzw. Steuereinheit kann beispielsweise dazu vorgesehen werden, die Regelungseinheit 17 und eine Re gelungseinheit des Umrichters 6 (figürlich nicht dargestellt) zu koordinieren.
Figur 2 zeigt ein Beispiel eines Energiespeicherzweiges 20, der als einer der Energiespeicherzweige 12, 16 der
Umrichteranordnung 1 der Figur 1 einsetzbar ist. Der Energie speicherzweig 20 umfasst einen ersten Anschluss 21 zum Ver binden mit einem ersten Gleichspannungspol und einen zweiten Anschluss 22 zum Verbinden mit einem zweiten Gleichspannungs pol. Der Energiespeicherzweig 20 umfasst ferner eine Zweig drossel 23. Zudem umfasst der Energiespeicherzweig 20
Spannungswandlermodule 24 mit einer Eingangsseite 25 und ei ner Ausgangsseite 26. Eingangsseitig sind die
Spannungswandlermodule 24 miteinander in einer Reihenschal tung verbunden. Ausgangsseitig ist jedes
Spannungswandlermodul 24 mittels Verriegelungsschalter 28a, b mit einem ihm zugeordneten Energiespeichermodul 27 verbunden.
Das Spannungswandlermodul 24 umfasst einen ersten abschaltba ren Halbleiterschalter 31, einen zweiten abschaltbaren Halb leiterschalter 32 sowie einen Zwischenkreiskondensator 35, die miteinander in einer Halbbrückenschaltung verbunden sind. Ferner umfasst das Spannungswandlermodul 24 einen dritten ab schaltbaren Halbleiterschalter 33 sowie einen vierten ab schaltbaren Halbleiterschalter 34, wobei mittels des vierten Halbleiterschalters 34 das Energiespeichermodul 27 überbrück- bar ist. Das Spannungswandlermodul 24 umfasst zudem eine In duktivität 36, die elektrisch in Reihe zu einem Energiespei cher 37 des Energiespeichermoduls 27 angeordnet ist.
An jedem der Energiespeicher 37 fällt eine Energiespeicher spannung ab, die im voll aufgeladenen Zustand des Energie speichers 37 zwischen 100 V und 10 kV liegt. Eine gesamte Energiespeicherzweigspannung UDC kann dementsprechend im dar gestellten Beispiel im Bereich bis zu 500 kV liegen.
Als abschaltbare Halbleiterschalter können hierbei beispiels weise IGBT-Schalter oder andere geeignete, dem Fachmann be kannte abschaltbare Halbleiterschalter verwendet werden.
Figur 3 zeigt ein Beispiel eines Spannungswandlermoduls 40 und eines Energiespeichermoduls 41 in einer nicht
isolierenden Ausführung. Das bedeutet, dass das
Spannungswandlermodul 40 und das Energiespeichermodul 41 in deren Betrieb nicht voneinander galvanisch getrennt sind.
Das Spannungswandlermodul 40 umfasst vier Halbleiterschalter 31-34 in Form von IGBTs, wobei jedem der Halbleiterschalter 31-34 eine Freilaufdiode D antiparallel geschaltet ist. Im Übrigen entspricht der Aufbau des Spannungswandlermoduls 40 demjenigen des Spannungswandlermoduls 24 der Figur 2, auf die hiermit entsprechend verwiesen wird. Gleiches gilt auf für den Aufbau des Energiespeichermoduls 41, dessen Aufbau demje nigen des Energiespeichermoduls 27 in Figur 2 entspricht.
Das Spannungswandlermodul 40 und das Energiespeichermodul 41 weisen jeweils ein eigenes Gehäuse 45 bzw. 46 auf, die über einen ersten mechanischen Verriegelungsschalter 42 und einen zweiten mechanischen Verriegelungsschalter 43 lösbar mitei nander verbindbar sind. Ein Erdungsschalter 44 ist zur Erdung des Energiespeichermoduls 41 vorgesehen. Im Betrieb sind die Verriegelungsschalter 42 und 43 geschlossen, so dass eine elektrische Verbindung zwischen dem Spannungswandlermodul 40 und dem Energiespeichermodul 41 hergestellt ist. Der Erdungs schalter 44 ist geöffnet. Zur Wartung oder in einem Service fall sind die Verriegelungsschalter 42 und 43 geöffnet, so dass die elektrische Verbindung zwischen dem
Spannungswandlermodul 40 und dem Energiespeichermodul 41 ge trennt ist. Der Erdungsschalter 44 ist hingegen geschlossen.
Figur 4 zeigt ein weiteres Beispiel eines Energiespeicher zweiges 50, der beispielsweise für die Umrichteranordnung 1 der Figur 1 geeignet ist. Der Aufbau des Energiespeicherzwei- ges 50 entspricht weitgehend demjenigen des Energiespeicher zweiges 20 in Figur 2. In den Figuren 2 und 4 sind daher gleiche und gleichartige Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen, so dass nachfolgend lediglich auf die Unterschiede
zwischen den Energiespeicherzweigen 20 und 50 näher eingegan gen wird.
Die Spannungswandlermodule 24 des Energiespeicherzweiges 50 sind in einem Container 51 angeordnet. Die Anordnung der spannungswandlermodule 24 entspricht einer U-förmigen Anord nung. Die U-förmige Anordnung der Spannungswandlermodule 24 erlaubt es, den Container 51 räumlich in der Mitte zwischen den Energiespeichermodulen 55 zu platzieren. Jedes der Ener- giespeichermodule 55 weist dabei ein eigenes Containergehäuse 52 auf, so dass die Energiespeichermodule 55 in neben- und/oder übereinander angeordneten Anordnungen 53, 54 außen angeordnet sein können. Dies erleichtert den Zugang zu den Energiespeichermodulen 55 in einem Wartungs- oder Service fall.
Im Unterschied zu den Energiespeichermodulen 24 der Figur 2 umfasst jedes der Energiespeichermodule 55 des Energiespei cherzweiges 50 eine Vielzahl an Energiespeichern 56, die mit einander in einer elektrischen Parallelschaltung verbunden sind .