EP3691911A1 - Optisch variables durchsichtssicherheitselement und datenträger - Google Patents

Optisch variables durchsichtssicherheitselement und datenträger

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EP3691911A1
EP3691911A1 EP18782305.9A EP18782305A EP3691911A1 EP 3691911 A1 EP3691911 A1 EP 3691911A1 EP 18782305 A EP18782305 A EP 18782305A EP 3691911 A1 EP3691911 A1 EP 3691911A1
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  • the object of the invention is to specify a see-through security element which combines an appealing visual appearance with an improved security against counterfeiting and, ideally, can be produced in the large-scale required in the security area.

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein optisch variables Durchsichtssicherheitselement zur Absicherung von Wertgegenständen, mit einem ebenen, optisch variablen Flächenmuster, das in Durchsicht eine andere Farbe wie in Aufsicht zeigt und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweist, wobei das optisch variable Flächenmuster eine Vielzahl von im Wesentlichen strahlungsoptisch wirkenden Facetten enthält, deren Orientierung jeweils durch einen Neigungswinkel α gegen die Ebene des Flächenmusters, der in einem Bereich von 0° bis 30° liegt, charakterisiert ist, wobei die Facetten mit einer semitransparenten, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinenden und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisenden Funktionsschicht versehen sind, und das optisch variable Flächenmuster zumindest zwei Teilbereiche mit jeweils einer Vielzahl ähnlich orientierter Facetten enthält, wobei die Facetten des einen Teilbereichs einen geringen Neigungswinkel α und die Facetten des weiteren Teilbereichs einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, sodass das optisch variable Flächenmuster in Durchsicht im Teilbereich, in dem die Facetten einen geringen Neigungswinkel α aufweisen, in einer hohen Buntheit bzw. Chroma erscheint und im Teilbereich, in dem die Facetten einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, in einer geringen Buntheit bzw. Chroma erscheint.

Description

Optisch variables Durchsichtssicherheitselement und Datenträger
Die Erfindung betrifft ein optisch variables Durchsichtssicherheitselement zur Absicherung von Wertgegenständen, mit einem ebenen, optisch variab- len Flächenmuster, das in Durchsicht eine andere Farbe wie in Aufsicht zeigt.
Datenträger, wie Wert- oder Ausweisdokumente, aber auch andere Wertgegenstände, wie etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicher- heitselementen versehen, die eine Überprüfung der Echtheit des Datenträgers gestatten und die zugleich als Schutz vor unerlaubter Reproduktion dienen. Dabei gewinnen zunehmend Durchsichtssicherheitsmerkmale, wie etwa Durchsichtsfenster in Banknoten, an Attraktivität. Die WO 2016/ 096094 AI beschreibt ein optisch variables Durchsichtssicherheitselement zur Absicherung von Wertgegenständen, mit einem ebenen, optisch variablen Flächenmuster, das in Durchsicht ein farbiges Erscheinungsbild mit einem betrachtungswinkelabhängigen mehrfarbigen Farbwechsel zeigt.
Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Durchsichtssicherheitselement anzugeben, das ein ansprechendes visuelles Erscheinungsbild mit einer verbesserten Fälschungssicherheit verbindet und idealerweise in dem im Sicherheitsbereich geforderten großtechnischen Maßstab herstellbar ist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Zusammenfassung der Erfindung
1. (Erster Aspekt der Erfindung) Optisch variables Durchsichtssicher- heitselement zur Absicherung von Wertgegenständen, mit einem ebenen, optisch variablen Flächenmuster, das in Durchsicht eine andere Farbe wie in Aufsicht zeigt und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
das optisch variable Flächenmuster eine Vielzahl von im Wesentlichen strahlungsoptisch wirkenden Facetten enthält, deren Orientierung jeweils durch einen Neigungswinkel α gegen die Ebene des Flächenmusters, der in einem Bereich von 0° bis 30° liegt, charakterisiert ist,
die Facetten mit einer semitransparenten, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinenden und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisenden Funktionsschicht versehen sind, und
- das optisch variable Flächenmuster zumindest zwei Teilbereiche mit jeweils einer Vielzahl ähnlich orientierter Facetten enthält, wobei die Facetten des einen Teilbereichs einen geringen Neigungswinkel α und die Facetten des weiteren Teilbereichs einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, sodass das optisch variable Flächenmuster in Durchsicht im Teilbereich, in dem die Facetten einen geringen Neigungswinkel α aufweisen, in einer hohen Buntheit bzw. Chroma erscheint und im Teilbereich, in dem die Facetten einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, in einer geringen Buntheit bzw. Chroma erscheint. Die Buntheit bzw. Chroma beschreibt die relative Farbwirkung im Verhältnis zum Referenzweiß, also im Vergleich zu einem bestimmten hellsten Punkt eines Farbraums. Die Buntheit eignet sich als Messwert etwa für kegelförmige Farbräume, wo von der Spitze aus gemessen werden kann. Diese Systeme sind im Druckwesen praktisch, wo das Papierweiß die Nullfarbe darstellt und für sattes Schwarz genauso viel Farbauftrag notwendig ist wie für sattes Rot. Weiß hat eine Buntheit von 0, die Farbtöne (Bunttöne) und Tiefschwarz bis zu 100 %, Mittelgrau 50 %. Das optisch variable Flächenmuster basiert insbesondere auf einer in eine Prägelackschicht eingeprägten Reliefstruktur, nämlich eine reflektierende Mikrostruktur in Form eines Mosaiks aus einer Vielzahl reflektierender Mosaikelemente bzw. Facetten, die durch die Parameter Größe, Umrissform, Reliefform, Reflexionsvermögen und räumliche Ausrichtung charakterisier- bar sind und die ein vorbestimmtes Motiv bilden, indem verschiedene Gruppen von Mosaikelementen mit unterschiedlichen charakteristischen Parametern einfallendes Licht in unterschiedliche Raumbereiche reflektieren, wobei die Mosaikelemente eine laterale Abmessung 1 unterhalb der Auflö- sungsgrenze des Auges aufweisen. Die laterale Abmessung 1 eines Mosai- kelements ist in der Figur 2 der EP 1 966 769 Bl anschaulich zeichnerisch dargestellt. Als reflektierende Schicht dient dabei die semitransparente, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinende und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisende Funktionsschicht. 2. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach Absatz 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von jedem Teilbereich eingenommene Fläche auf dem optisch variablen Flächenmuster mindestens 50 mal, bevorzugt mindestens 100 mal, besonders bevorzugt mindestens 1000 mal größer als die von einer einzelnen Facette dieses Flächenbereichs im Mittel eingenommen Fläche ist.
3. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach Absatz 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Facetten der zumindest zwei Teilbereiche im Neigungswinkel gegen die Ebene um 5° oder mehr, bevorzugt um 10° oder mehr, unterscheiden.
4. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach ei- nem der Absätze 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die einen geringen
Neigungswinkel α aufweisenden Facetten des einen Teilbereichs einen Neigungswinkel α in einem Bereich von 0° bis 15°, bevorzugt in einem Bereich von 0° bis 10°, liegt und die einen hohen Neigungswinkel α aufweisenden Facetten des weiteren Teilbereichs einen Neigungswinkel α in einem Bereich von 15° bis 30°, bevorzugt in einem Bereich von 20° bis 30°, liegt.
5. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach einem der Absätze 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten jeweils mit einer semitransparenten, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinenden Funktionsschicht versehen sind, deren Schichtdicke mit dem Neigungswinkel α der Facetten variiert, vorzugsweise mit zunehmendem Neigungswinkel α abnimmt.
6. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach ei- nem der Absätze 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei
Teilbereiche in Form eines Motivs angeordnet sind und das Motiv in Durchsicht mit zwei oder mehr verschiedenen, visuell mit bloßem Auge unterscheidbaren Buntheitswerten erscheint. 7. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach einem der Absätze 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Flächenmuster in den Teilbereichen zusätzlich eine zu den geneigten Facetten gepasserte Schwarzmaske aufweist, die der Einstellung der Durchsichtshelligkeit der Facetten in den jeweiligen Teilbereichen dient. 8. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach einem der Absätze 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten in eine Prägelackschicht mit einem ersten Brechungsindex geprägt sind und über der semitransparenten Funktionsschicht eine Lackschicht mit einem zweiten Brechungsindex aufgebracht ist, der sich von dem ersten Brechungsindex um weniger als 0,3 insbesondere um weniger als 0,1 unterscheidet.
9. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach we- nigstens einem der Absätze 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die semitransparente Funktionsschicht einen mehrschichtigen Aufbau mit zwei semitransparenten metallischen Schichten und einer zwischen den zwei semitransparenten metallischen Schichten angeordneten dielektrischen Schicht aufweist.
10. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach Absatz 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden semitransparenten metallischen Schichten unabhängig voneinander aus einem Metall gebildet sind und das Metall jeweils von der Gruppe bestehend aus AI, Ag, Ni, Cr, Cu, Au und einer Legierung eines oder mehrerer der vorstehend genannten Elemente gewählt ist und die dielektrische Schicht eine SiC>2-Schicht, eine ZnO- Schicht, eine AhC -Schicht, eine TiC -Schicht, eine Schicht aus einem Nitrid oder Oxynitrid eines der Elemente Si, Zn, AI oder Ti oder eine MgF2-Schicht oder eine, z.B. drucktechnisch erhältliche, Nitrocellulose-Schicht ist.
11. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach Absatz 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden semitransparenten metallischen Schichten unabhängig voneinander von AI oder Ag gewählt sind und die dielektrische Schicht eine SiC -Schicht ist. 12. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Absätze 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die semitransparente Funktionsschicht auf einer Effektpigment-Zusammensetzung basiert.
13. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach einem der Absätze 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Flächenmuster bei der Betrachtung in Durchsicht eine blaue Farbe zeigt und bei der Betrachtung in Aufsicht eine goldene Farbe zeigt.
14. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Absätze 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten im Wesentlichen als ebene Flächenelemente ausgebildet sind.
15. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Absätze 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten in einem periodischen Raster angeordnet sind und insbesondere ein Sägezahngitter bilden, oder dass die Facetten aperiodisch angeordnet sind.
16. (Bevorzugte Ausgestaltung) Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten eine kleinste Abmessung (bzw. laterale Abmessung 1) von mehr als 2 μιη, vorzugsweise von mehr als 5 μπι, insbesondere von mehr als 10 μιη aufweisen, und/ oder dass die Facetten eine Höhe unterhalb von 100 μιη, bevorzugt unterhalb von 50 μιτι, insbesondere von weniger als 10 μηι aufweisen. 17. (Zweiter Aspekt der Erfindung) Datenträger mit einem Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Absätze 1 bis 16, wobei das Durchsichtssicherheitselement vorzugsweise in oder über einem Fensterbereich oder einer durchgehenden Öffnung des Datenträgers angeordnet ist.
18. (Bevorzugte Ausgestaltung) Datenträger nach Absatz 17, wobei der Datenträger ein Wertdokument, insbesondere eine Banknote, ist.
Ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
Gemäß der Erfindung ist bei einem gattungsgemäßen optisch variablen Durchsichtssicherheitselement vorgesehen, dass
es ein ebenes, optisch variables Flächenmuster enthält, das in Durch- sieht eine andere Farbe wie in Aufsicht zeigt und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweist,
das optisch variable Flächenmuster eine Vielzahl von im Wesentlichen strahlungsoptisch wirkenden Facetten enthält, deren Orientierung jeweils durch einen Neigungswinkel α gegen die Ebene des Flächenmusters, der in einem Bereich von 0° bis 30° liegt, charakterisiert ist,
die Facetten mit einer semitransparenten, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinenden und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisenden Funktionsschicht versehen sind, und
das optisch variable Flächenmuster zumindest zwei Teilbereiche mit jeweils einer Vielzahl ähnlich orientierter Facetten enthält, wobei die Facetten des einen Teilbereichs einen geringen Neigungswinkel α und die Facetten des weiteren Teilbereichs einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, sodass das optisch variable Flächenmuster in Durchsicht im Teilbereich, in dem die Facetten einen geringen Neigungswinkel α aufweisen, in einer ho- hen Buntheit bzw. Chroma erscheint und im Teilbereich, in dem die Facetten einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, in einer geringen Buntheit bzw. Chroma erscheint. Die Buntheit bzw. Chroma beschreibt die relative Farbwirkung im Verhältnis zum Referenzweiß, also im Vergleich zu einem bestimmten hellsten Punkt eines Farbraums. Die Buntheit eignet sich als Messwert etwa für kegelförmige Farbräume, wo von der Spitze aus gemessen werden kann. Diese Systeme sind im Druckwesen praktisch, wo das Papierweiß die Nullfarbe darstellt und für sattes Schwarz genauso viel Farbauftrag notwendig ist wie für sattes Rot. Weiß hat eine Buntheit von 0, die Farbtöne (Bunttöne) und Tief schwarz bis zu 100 %, Mittelgrau 50 %.
Das erfindungsgemäße Durchsichtssicherheitselement ist optisch variabel, d.h. unter verschiedenen Betrachtungswinkeln entstehen unterschiedliche Darstellungen.
Verglichen mit dem aus der WO 2016/ 096094 AI bekannten optisch variables Durchsichtssicherheitselement, das in Durchsicht ein farbiges Erschei- nungsbild mit einem betrachtungswinkelabhängigen mehrfarbigen Farbwechsel zeigt, zeichnet sich das erfindungsgemäße, in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisende optisch variable Durchsichtssicherheitselement mit seinem Aufsicht-/ Durchsicht-Farbwechsel durch seine ansprechenden Farbeffekte in Aufsicht und in Durchsicht aus, wobei in Durchsicht mittels der Einstellung des Facetten-Neigungswinkels und der damit erzielten Buntheit der Durchsichtsfarbe eine Kontrasterhöhung und damit eine Hervorhebung bestimmter Elemente eines Motivs bewirkt werden kann. Durch Einstellung der Transmissionseigenschaften der semitransparenten Funktionsschicht kann in Durchsicht eine breite Farbpalette bereitgestellt werden, insbesondere von Grau bis zu sattem Blau. Die Kontrasterhöhung bewirkt eine zusätzliche Prüfebene bei der Echtheitsverifikation und bietet somit einen verbesserten Fälschungsschutz. Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass die Buntheit bzw. Chroma bei der Betrachtung im Durchlicht stark von der Prägestruktur bzw. dem Relief abhängig ist, das mit der semitransparenten Funktionsschicht bedampft ist. Enthält das optisch variable Flächenmuster einen Teilbereich (sogenannter „glatter" Teilbereich), in dem die Facetten einen geringen Neigungswinkel α aufweisen, oder liegt ein glatter bzw. ungeprägter Teilbereich ohne jegliche Facetten bzw. Mikrospiegel vor, erscheint dem Betrachter die Durchsichts- farbe in einer hohen Buntheit bzw. Chroma. Die hohe Buntheit ist darauf zurückzuführen, dass der Prägelack an seiner Oberfläche verhältnismäßig glatt bzw. eben ist, d.h. das Licht wird im Zuge der Transmission durch den Folienaufbau nicht gebrochen oder gestreut und trifft geradlinig in das Auge des Betrachters. Des Weiteren entspricht die Dicke der semitransparenten Funktionsschicht im Falle eines ebenen bzw. glatten Untergrundes der Solldicke und ist daher optisch besonders wirksam. Enthält das optisch variable Flächenmuster einen Teilbereich (sogenannter„rauer" Teilbereich), in dem die Facetten einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, erscheint dem Betrachter die Durchsichtsfarbe in einer geringen Buntheit bzw. Chroma, d.h. die Durchsichtsfarbe erscheint blass bzw. fahl. Die geringe Buntheit ist darauf zurückzuführen, dass der Prägelack an seiner Oberfläche ein stark ausgeprägtes, Vertiefungen, Erhöhungen und/ oder Kanten enthaltendes Relief aufweist, d.h. das Licht wird im Zuge der Transmission durch den Folienaufbau diffus in alle Raumrichtungen gebrochen oder gestreut. Entsprechend dem Brechungswinkel ist nun ebenso der optische Weg durch die semitransparente Funktionsschicht und damit das Transmissionsspektrum unterschiedlich. Unterschiedliche Farbspektren ergeben in Summe einen Grauton. Des Weiteren entspricht die Dicke der semitransparenten Funktionsschicht im Falle eines rauen Untergrundes nicht der Solldicke und ist daher optisch weniger wirksam, d.h. es ergeben sich Abweichungen vom eigentlichen optischen Durchsichtseffekt.
Geeignete semitransparente, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinende und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisende Funktionsschichten sind z.B. aus der WO2011/082761 AI bekannt. Die WO2011/082761 AI beschreibt ein semi transparentes Dünn- schichtelement, das bei der Betrachtung im Auflicht eine goldene Farbe und bei der Betrachtung im Durchlicht eine blaue, nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisende Farbe zeigt.
Eine geeignete semitransparente Funktionsschicht beruht z.B. auf einem mehrschichtigen Aufbau mit zwei semitransparenten metallischen Schichten und einer zwischen den zwei semitransparenten metallischen Schichten angeordneten dielektrischen Schicht. Eine solche Funktionsschicht ist z.B. mittels eines Vakuumbedampfungsverfahrens erhältlich. Geeignete mehrschichtige Aufbauten mit zwei semitransparenten metallischen Schichten und einer zwischen den zwei semitransparenten metallischen Schichten angeordneten dielektrischen Schicht haben vorzugsweise die folgende gegenständliche Beschaffenheit:
- die beiden semitransparenten metallischen Schichten werden bevorzugt von AI oder Ag gewählt; die dielektrische Schicht ist insbesondere eine S1O2- Schicht oder eine MgF2-Schicht, bevorzugt eine SiC>2-Schicht ;
- im Falle, dass jede der beiden semitransparenten metallischen Schichten auf AI beruht, liegt die jeweilige bevorzugte Schichtdicke in einem Bereich von 5 nm bis 20 ran, insbesondere bevorzugt in einem Bereich von 10 nm bis 14 nm; die dielektrische SiC -Schicht hat vorzugsweise eine Schichtdicke in ei- nem Bereich von 50 nm bis 450 nm, weiter bevorzugt in einem Bereich von 80 nm bis 260 nm und insbesondere bevorzugt in einem Bereich von 210 nm bis 260 nm, wobei die Bereiche von 80 nm bis 100 nm und von 210 nm bis 240 nm speziell für die Bereitstellung eines Gold/ Blau-Farbwechsels beson- ders bevorzugt werden;
- im Falle, dass jede der beiden semitransparenten metallischen Schichten auf Ag beruht, liegt die jeweilige bevorzugte Schichtdicke in einem Bereich von 15 nm bis 30 nm, insbesondere bevorzugt von 15 nm bis 25 nm; die dielektrische Si02-Schicht hat vorzugsweise eine Schichtdicke in einem Bereich von 50 nm bis 450 nm, weiter bevorzugt in einem Bereich von 80 nm bis 260 nm und insbesondere bevorzugt in einem Bereich von 210 nm bis 260 nm, wobei die Bereiche von 80 nm bis 100 nm und von 210 nm bis 240 nm speziell für die Bereitstellung eines Gold/ Blau-Farbwechsels besonders bevorzugt werden.
Die oben genannten mehrschichtigen Aufbauten mit zwei semitransparenten metallischen Schichten und einer zwischen den zwei semitransparenten metallischen Schichten angeordneten dielektrischen Schicht können einen symmetrischen Dreischichtaufbau aufweisen, bei dem sowohl das Material, als auch die Schichtdicke der beiden semitransparenten metallischen Schichten identisch sind. Alternativ kann aber auch ein asymmetrischer Drei- schichtaufbau vorliegen, bei dem das Material und/ oder die Schichtdicke der beiden semitransparenten metallischen Schichten unterschiedlich sind, z.B.
- ein Silber/ Dielektrikum/ Aluminium-Schichtsystem, wobei die
Schichtdicken der Silber-Schicht und der Aluminium-Schicht identisch oder verschieden sind;
- ein Silber/ Dielektrikum/ Silber-Schichtsystem, wobei die Schichtdicken der beiden Silber-Schichten verschieden sind; - ein Aluminium/ Dielektrikum/ Aluminium-Schichtsystem, wobei die Schichtdicken der beiden Aluminium-Schichten verschieden sind.
Die oben genannten mehrschichtigen Schichtaufbauten ermöglichen nicht nur die Erzeugung einer semitransparenten Funktionsschicht, die bei Betrachtung im Auflicht goldfarben erscheint und bei der Betrachtung im Durchlicht einen blauen Farbton zeigt, sondern es können je nach Wahl der Schichtdicke insbesondere der dielektrischen Schicht weitere Farbwechsel erzeugt werden, z.B.
- im Auflicht Magenta, im Durchlicht Blau-Grün;
- im Auflicht Türkis, im Durchlicht Orange-Gelb;
- im Auflicht Gold, im Durchlicht Blau- Violett;
- im Auflicht Silber, im Durchlicht Violett. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die semitransparenten Funktionsschicht drucktechnisch mittels einer Effektpigment- Zusammensetzung erhalten werden. Druckschichten auf Basis einer Effektpigment-Zusammensetzung, die bei der Betrachtung im Auflicht eine andere Farbe wie bei der Betrachtung im Durchlicht zeigen, insbesondere einen Gold/ Blau-Farbwechsel, einen Gold / Violett-Farbwechsel, einen Gr ün- Gold/Magenta-Farbwechsel, einen Violett/ Grün-Farbwechsel oder einen Silber/ Opak-Farbwechsel, werden z.B. in der WO 2011/064162 A2 beschrieben. Die Pigmente weisen bevorzugt von Ende-zu-Ende eine längste Abmessung („longest dimension of edge length") in einem Bereich von 15 nm bis 1000 nm auf und beruhen auf einem Übergangsmetall, das von der Gruppe, bestehend aus Cu, Ag, Au, Zn, Cd, Ti, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Ru, Rh, Pd, Os, Ir und Pt gewählt ist. Das Übergangsmetall ist bevorzugt Ag. Das Aspektverhältnis (d.h. das Verhältnis der längsten Abmessung von Ende-zu-Ende bezogen auf die Dicke) ist vorzugsweise mindestens 1,5, insbesondere in einem Bereich von 1,5 bis 300. Das Verhältnis des Bindemittels zu Metallpigment ist vorzugsweise unterhalb von 10:1, insbesondere unterhalb 5:1. In Abhängigkeit von der Wahl des Aspektverhältnisses des Pigments, seiner längsten Abmessung von Ende-zu-Ende und der Einstellung des Pig- ment/ Bindemittel- Verhältnisses lässt sich die Farbe bei Betrachtung der Druckschicht in Transmission und die Farbe bei Betrachtung in Reflexion einstellen (z.B. Blau in Transmission und Silber, Gold, Bronze, Kupfer oder Violett in Reflexion; darüber hinaus auch Violett, Magenta, Pink, Grün oder Braun in Transmission und verschiedenen Farben in Reflexion, die von der Wahl des Pigment/ Bindemittel- Verhältnisses abhängen). Farben mit
Gold/ Blau-Farbwechsel zwischen Reflexion und Transmission (anders gesagt, zwischen Auflicht- und Durchlicht-Betrachtung) sind z.B. in den Beispielen 1, 2 und 3 in der Tabelle 1 der WO 2011/064162 A2 genannt. Des Weiteren zeigt Beispiel 4 eine Farbe mit Gold/Violett-Farbwechsel, Beispiel 5 eine Farbe mit Grün-Gold/ Magenta-Farbwechsel, Beispiel 7 eine Farbe mit Violett/ Gr ün-Farb Wechsel und Beispiel 8 eine Farbe mit Silber/ Opak- Farbwechsel.
Die Mosaikelemente bilden ein vorbestimmtes Motiv, indem verschiedene Gruppen von Mosaikelementen mit unterschiedlichen charakteristischen
Parametern einfallendes Licht in unterschiedliche Raumbereiche reflektieren. Darüber hinaus weisen die Mosaikelemente eine laterale Abmessung unterhalb der Auflösungsgrenze des Auges auf. Bevorzugt weisen die Mosaikelemente eine laterale Abmessung von weniger als 100 μπι, insbesondere bevorzugt weniger als 30 μπ\ auf. Derart kleine Mosaikelemente lassen sich aufgrund der mit der geringen Größe verbundenen geringen Profiltiefe einerseits in etablierter Folientechnologie herstellen, andererseits erschafft die geringe Elementgröße eine Vielzahl an möglichen Anordnungen für die Mosaikelemente, wie nachfolgend zusammen mit den jeweils verbundenen Vorteilen genauer geschildert.
Die Mosaikelemente weisen vorteilhaft eine laterale Abmessung von mehr als 3 μιη, vorzugsweise von mehr als 5 μιη auf. Durch diese Abmessungen ist sichergestellt, dass wellenlängenabhängige Lichtbeugungseffekte zu vernachlässigen sind und dass das einfallende Licht von den Mosaikelementen ohne störende Farbeffekte achromatisch reflektiert wird. Zweckmäßig weisen die Mosaikelemente eine quadratische, rechteckige, runde, ovale, wabenförmige oder polygonal begrenzte Umrissform auf. Die lateralen Abmessungen der Mosaikelemente betragen mit Vorteil in keiner Richtung mehr als das Fünffache der Abmessung in einer der anderen Richtungen.
In einer vorteilhaften Erfindungsvariante weisen die Mosaikelemente eine einfache Reliefform mit genau einer gegen die Oberfläche des Sicherheitselements geneigten Reflexionsfläche auf. Der Neigungswinkel der Reflexi- onsfläche der Mosaikelemente beträgt dabei zweckmäßig weniger als 90°, bevorzugt weniger als etwa 45°. Die Reflexionsfläche der Mosaikelemente kann flach oder auch konkav oder konvex gewölbt sein.
In anderen ebenfalls vorteilhaften Erfindungsvarianten weisen die Mosaikelemente Reliefformen mit zwei oder mehr in verschiedene Richtungen ge- gen die Oberfläche des Sicherheitselements geneigten Reflexionsflächen auf. Insbesondere können die Mosaikelemente eine Dachstruktur oder eine mehrseitige pyramidale Struktur aufweisen. Auch bei dieser Variante beträgt der Neigungswinkel der Reflexionsflächen der Mosaikelemente zweckmäßig weniger als 90°, vorzugsweise weniger als etwa 45°, und die Reflexionsflä- chen der Mosaikelemente können sowohl flach als auch konkav oder konvex gewölbt sein.
In einer weiteren vorteilhaften Erfindungsvariante weisen die Mosaikele- mente bereichsweise eine einfache Reliefform mit einer mittleren, gegen die Oberfläche des Sicherheitselements geneigten Reflexionsfläche auf (die sogenannte mittlere Orientierung). Die Neigungswinkel der Reflexionsfläche der Mosaikelemente weisen eine im Wesentlichen zufällige Variation um bereichsweise vorgegebene unterschiedliche mittlere Orientierungen auf. Auf diese Weise ergibt sich ein Glitzereffekt, der dem Erscheinungsbild magnetisch ausgerichteter Pigmente optisch variabler Sicherheitsfarben praktisch gleicht. Hierzu wird die mittlere Orientierung der Reflexionsflächen (bzw. Facetten) unterschiedlicher Mosaikelemente (bzw. Pixel) analog zur mittleren Orientierung der Pigmente gewählt. Der Glitzereffekt solcher Farben beruht darauf, dass die einzelnen Pigmente nicht exakt in eine vorgegebene Richtung reflektieren, sondern dass eine gewisse zufällige Variation der Reflexionsrichtungen vorliegt. Optisch variable Sicherheitselemente mit einer solchen Mikrostruktur sind aus der WO 2011 / 066991 A2 bekannt. Vorzugsweise beträgt die durch die Variation der Orientierungen der Facetten unterschiedlicher Pixel vorgegebene Variation der Reflexionsrichtungen mindestens etwa 1°, bevorzugt mindestens etwa 3°, besonders bevorzugt mindestens etwa 10°.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Erfindungsvariante bilden Mosaikele- mente Retroreflektoren, also mehrfach reflektierende Strukturen, die aus einem gewissen Winkelbereich einfallendes Licht in die Einfallsrichtung zurückreflektieren. Insbesondere weisen die Mosaikelemente dabei eine Würfeleckstruktur mit einer Reliefform aus drei im Wesentlichen aufeinander senkrecht stehenden und einander zugewandten Reflexionsflächen auf. Die drei Reflexionsflächen definieren eine optische Achse, die für eine Würfeleckstruktur durch die Raumdiagonale des zugehörigen Würfels gegeben ist. Die so definierte optische Achse zeigt vorzugsweise für jedes Mosaikelement in eine vorgewählte Richtung, so dass ein oder mehrere Bildmotive dargestellt werden können, wie weiter unten genauer beschrieben.
Das Mosaik selbst stellt bevorzugt ein Rasterbild aus einer Mehrzahl von Bildpunkten dar, wobei jeder Bildpunkt durch ein oder mehrere achromatisch reflektierende Mosaikelemente gebildet ist. Die Helligkeit der Bild- punkte des Rasterbilds kann dabei durch einen oder mehrere der Parameter Größe, Umrissform, Reliefform, Reflexionsvermögen und räumliche Ausrichtung der Mosaikelemente des jeweiligen Bildpunkts bestimmt sein, oder auch durch die Anzahl der Mosaikelemente mit bestimmten charakteristischen Parametern in dem jeweiligen Bildpunkt.
Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Sicherheitselements ist in der Anordnung der Mosaikelemente innerhalb eines Bildpunktes eine weitere Information codiert. Erfindungsgemäß kann das Mosaik des Sicherheitselements auch zwei oder mehr unterschiedliche Bildmotive in unterschiedliche Raumbereiche reflektieren, so dass für den Betrachter bei entsprechender Bewegung des Sicherheitselements ein Kipp- oder Bewegungsbild entsteht. In einer anderen Gestaltung kann das Mosaik auch eine sich vergrößernde oder verkleinernde Umrisslinie eines Bildmotivs in unterschiedliche Raumbereiche reflektieren, so dass für den Betrachter bei entsprechender Bewegung des Sicherheitselements ein Pumpbild entsteht. Reflektiert das Mosaik zumindest zwei Ansichten eines Bildmotivs in unterschiedliche Raumbereiche, so entsteht für den Betrachter in einem vorgewählten Betrachtungsabstand ein Stereobild des Bildmotivs.
In allen beschriebenen Gestaltungen können die Parameter Größe, Umriss- form, Reliefform, Reflexionsvermögen und räumliche Ausrichtung der Mosaikelemente so gewählt sein, dass eines oder alle der Motivbilder für den Betrachter bei ebener Ausrichtung des Sicherheitselements sichtbar sind. Diese Parameter können alternativ oder zusätzlich auch so gewählt sein, dass eines oder alle der Motivbilder für den Betrachter erst bei einer vorge- wählten Verformung des Sicherheitselements erscheinen.
Neben den Ausführungsformen, bei denen der Betrachter das Sicherheitselement selbst betrachtet, kommen auch Gestaltungen infrage, bei denen die Parameter Größe, Umrissform, Reliefform, Reflexionsvermögen und räumli- che Ausrichtung der Mosaikelemente so gewählt sind, dass das Sicherheitselement eines oder alle der Motivbilder bei vorgewählter Beleuchtung auf eine Auffangfläche vorgewählter Geometrie projiziert.
Die erfindungsgemäßen Sicherheitselemente können mit weiteren Sicher- heitsmerkmalen kombiniert sein. Beispielsweise kann ein Sicherheitselement zusätzlich Informationen in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen aufweisen, die durch nichtreflektierende Bereiche innerhalb des Mosaiks gebildet sind. Auch können die reflektierenden Mikrostrukturen mit holographischen oder hologrammähnlichen Beugungsstrukturen kombiniert, oder mit eingearbeiteten magnetischen Stoffen, mit eingearbeiteten phosphoreszierenden, fluoreszierenden oder sonstigen lumineszierenden Stoffen, mit gezielt eingestellter Leitfähigkeit, insbesondere durch eine gezielt eingestellte Dicke einer metallischen Reflexionsschicht, mit Farbkippeffekten oder gefärbtem Prägelack und dergleichen versehen sein. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselements der beschriebenen Art, bei dem das Oberflächenprofil des optisch variablen Flächenmusters, insbesondere eine Mikrostruktur, in eine Lack- schicht geprägt wird und die geprägte Lackschicht mit einer semitransparenten Funktionsschicht z.B. mittels PVD beschichtet wird. Das Oberflächenpro- fil wird dabei bevorzugt in eine UV-härtbare Lackschicht geprägt und die Lackschicht nach der Prägung ausgehärtet. Das Oberflächenprofil des optisch variablen Flächenmusters, insbesondere eine Mikrostruktur, kann grundsätzlich in alle bekannten Materialien eingebracht werden, die dem Prägeverfahren zugänglich sind. Neben den bereits erwähnten und bevorzugten UV-härtbaren Lacken können deshalb z. B. auch thermoplastische Prägelacke Verwendung finden. Als thermoplastische Prägelacke kommen z. B. thermoplastische Kunststoff materialien in Betracht, in die mittels eines geeigneten Prägewerkzeugs unter Einwirken von Wärme das erfindungsgemäße Oberflächenprofil eingeprägt wird. Sehr verbreitet sind z. B. thermoplastische Kunststoffe, die mittels einer Nickelmatrize als Prägewerkzeug bei einer Temperatur von ca. 130 °C mit der erfindungsge- mäßen Mikrostruktur versehen werden.
Das erfindungsgemäße optisch variable Durchsichtssicherheitselement kann insbesondere als Patch bzw. Etikett, als Sicherheitsfaden oder als Sicherheitsstreifen vorliegen.
Die Erfindung umfasst weiter einen Datenträger, insbesondere ein Wertdokument, wie eine Banknote, eine Ausweiskarte oder dergleichen, der mit einem Sicherheitselement der beschriebenen Art ausgestattet ist. Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maß- stabs- und proportionsgetreue Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
Es zeigen: eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen optisch variablen Durchsichtsicherheitselement, ein Sicherheitselement gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel bei der Betrachtung in Aufsicht, das Sicherheitselement gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel bei der Betrachtung in Durchsicht, schematisch den Aufbau des Sicherheitselements gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel im Querschnitt, die Reliefstruktur eines Sicherheitselement gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel im Querschnitt, die Reliefstruktur eines Sicherheitselement gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel im Querschnitt,
Fig. 7 den Ausschnitt eines einzelnen Mikrospiegelbereichs innerhalb eines glatten Teilbereichs eines optisch variablen Flächenmusters, und den Ausschnitt eines einzelnen Mikrospiegelbereichs innerhalb eines rauen Teilbereichs eines optisch variablen Flächenmusters.
Die Erfindung wird nun am Beispiel von Sicherheitselementen für Banknoten erläutert. Figur 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 1 mit einem erfindungsgemäßen optisch variablen Durchsichtssicherheit- selement 2, das in Form eines Patch über einer durchgehenden Öffnung der Banknote 1 angeordnet ist. Das Sicherheitselement 2 zeigt in Aufsicht ein andersfarbiges Erscheinungsbild wie in Durchsicht.
Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel zeigt das Sicherheitselement 2 bei der Betrachtung im Auflicht eine goldene Farbe, wobei sich das Motiv 3 eines gewölbten Kreuzes dreidimensional im Vordergrundbereich vor einem verschachtelten, verrauschten Hintergrundbereich 4 hervorhebt (siehe Figur 2)· Bei der Betrachtung im Durchlicht zeigt das Sicherheitselement 2 eine blaue Farbe, wobei sich das Motiv 3 in sattem Tiefblau kontrastreich vom hellblauen bis grauen Hintergrundbereich 4 abhebt (siehe Figur 3).
Figur 4 schematisch den Aufbau des Sicherheitselements 2 gemäß dem ers- ten Ausführungsbeispiel im Querschnitt (entlang der gestrichelten Linie in den Figuren 2 und 3).
Das Sicherheitselement basiert auf einer Trägerfolie 5, z.B. eine Polyethylen- terephthalat(PET)-Folie, die mit einem transparenten Prägelack 6 versehen ist. In den Prägelack 6 ist eine Reliefstruktur eingeprägt, die so beschaffen ist, dass ein ebenes, optisch variables Flächenmuster mit einer Vielzahl von im Wesentlichen strahlungsoptisch wirkenden Facetten 7 gebildet wird. Die Facetten 7 sind durch ebene Flächenstücke gebildet und sind jeweils durch ihre Form, Größe und Orientierung charakterisiert. Die Orientierung einer Facette 7 wird durch die Neigung α zur Ebene 8 des Flächenbereichs angegeben. Die Facetten 7 weisen im Ausführungsbeispiel einen quadratischen Umriss mit einer Abmessung von 20 μιη x 20 μη\ auf.
Wie in der Figur 4 gezeigt, weisen die Facetten 7 in den Teilbereichen 9 und 11 dieselben Neigungswinkel a, beispielsweise a = 30°, auf. Im Teilbereich 10 liegen die Facetten 7 in einem Winkel von α = 0° vor. Die Teilbereiche 9 und 11 bilden jeweils einen sogenannten rauen Bereich, der Teilbereich 10 bildet einen sogenannten glatten Bereich.
Die semitransparente Funktionsschicht 12 kann z.B. aus einem durch Bedampfung bzw. PVD erzeugten Dreischicht-Dünnfilmaufbau AI/S1O2/ AI oder Ag/Si02/ Ag gebildet sein, der bei der Betrachtung im Auflicht goldfarben ist und bei der Betrachtung im Durchlicht eine blaue Farbe zeigt und im Durchlicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweist.
Über der semitransparenten Funktionsschicht 12 ist eine weitere Lackschicht 13 aufgebracht, die im Wesentlichen denselben Brechungsindex wie die Lackschicht 6 aufweist, was sicherstellt, dass einfallendes Licht die Schich- tenfolge des Sicherheitselements unabhängig vom lokalen Neigungswinkel α der Facetten 7 im Wesentlichen ohne Richtungsablenkung durchquert und so eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung in der Ebene des Flächenmusters erzeugt. Der Teilbereich 10 erscheint dem Betrachter bei der Betrachtung im Durchlicht in einem satten Tiefblau, während die Teilbereiche 9 und 11 jeweils eine hellblaue bis graue Farbe zeigen, sodass sich der bunte Teilbereich 10 in Form eines Vordergrundbereichs kontrastreich von den diffusen, unbunten Hintergrundbereichen 9 und 11 abhebt.
In dem in der Figur 4 gezeigten, ersten Ausführungsbeispiel sind die Facetten 7 in der Oberfläche des Prägelacks 7 so gebildet, dass der glatte Teilbereich 10 in Form von Facetten mit einem Neigungswinkel α = 0° vorliegt. Es ist jedoch auch möglich, den glatten Teilbereich durch Facetten mit geringem Neigungswinkel auszubilden. Figur 5 zeigt ein Sicherheitselement gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, wobei in der Figur der Einfachheit halber lediglich die Relief struktur des Prägelacks gezeigt wird. Die Facetten in den Teilbereichen 15 und 17 weisen dieselben Neigungswinkel a, beispiels- weise a = 30°, auf. In den Teilbereichen 14 und 16 liegen die Facetten jeweils in einem Winkel von α = 5° vor. Die Teilbereiche 15 und 17 bilden jeweils einen rauen Bereich, die Teilbereiche 14 und 16 bilden jeweils einen glatten Bereich. In dem in der Figur 6 gezeigten, ersten Ausführungsbeispiel sind die Facetten 18 in der Oberfläche des Prägelacks so orientiert, dass für einen Betrachter der Flächenbereich als gegenüber seiner tatsächlichen Raumform vor- und/ oder zurückspringende Fläche wahrnehmbar ist. Solche Relief strukturen sind aus der WO 2011/066990 A2 bekannt.
Anhand der Figuren 7 und 8 wird die Transmission eines Lichtstrahls durch den erfindungsgemäßen Schichtaufbau verdeutlicht. Die Figur 7 zeigt den Ausschnitt eines glatten Teilbereichs des optisch variablen Flächenmusters. Der Schichtaufbau enthält die Trägerfolie 19, den Prägelack 20 und die semitransparente Funktionsschicht, bestehend aus AI- Schichten 21, 23 und einer dazwischen angeordneten SiCVSchicht 22. Der Lichtstrahl 24 wird bei seiner Transmission durch den Schichtaufbau nicht gebrochen bzw. gestreut und trifft geradlinig in das Auge des Betrachters.
Fig. 8 zeigt den Ausschnitt eines einzelnen Mikrospiegelbereichs innerhalb eines rauen Teilbereichs des optisch variablen Flächenmusters. An der Grenzfläche zwischen der semitransparenten Funktionsschicht und dem
Prägelack wird der Lichtstrahl gestreut bzw. gebrochen, was zu einem Grauton führt.

Claims

P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Optisch variables Durchsichtssicher heitselement zur Absicherung von Wertgegenständen, mit einem ebenen, optisch variablen Flächenmuster, das in Durchsicht eine andere Farbe wie in Aufsicht zeigt und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das optisch variable Flächenmuster eine Vielzahl von im Wesentlichen strahlungsoptisch wirkenden Facetten enthält, deren Orientierung jeweils durch einen Neigungswinkel α gegen die Ebene des Flächenmusters, der in einem Bereich von 0° bis 30° liegt, charakterisiert ist,
die Facetten mit einer semitransparenten, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinenden und in Durchsicht nahezu keinen Farbkippeffekt aufweisenden Funktionsschicht versehen sind, und
- das optisch variable Flächenmuster zumindest zwei Teilbereiche mit jeweils einer Vielzahl ähnlich orientierter Facetten enthält, wobei die Facetten des einen Teilbereichs einen geringen Neigungswinkel α und die Facetten des weiteren Teilbereichs einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, sodass das optisch variable Flächenmuster in Durchsicht im Teilbereich, in dem die Facetten einen geringen Neigungswinkel α aufweisen, in einer hohen Buntheit bzw. Chroma erscheint und im Teilbereich, in dem die Facetten einen hohen Neigungswinkel α aufweisen, in einer geringen Buntheit bzw. Chroma erscheint.
2. Durchsichtssicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von jedem Teilbereich eingenommene Fläche auf dem optisch variablen Flächenmuster mindestens 50 mal, bevorzugt mindestens 100 mal, besonders bevorzugt mindestens 1000 mal größer als die von einer einzelnen Facette dieses Flächenbereichs im Mittel eingenommen Fläche ist.
3. Durchsichtssicher heitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Facetten der zumindest zwei Teilbereiche im Neigungswinkel gegen die Ebene um 5° oder mehr, bevorzugt um 10° oder mehr, unterscheiden.
4. Durchsichtssicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die einen geringen Neigungswinkel α aufweisenden Facetten des einen Teilbereichs einen Neigungswinkel α in einem Bereich von 0° bis 15°, bevorzugt in einem Bereich von 0° bis 10°, liegt und die einen hohen Neigungswinkel α aufweisenden Facetten des weiteren Teilbereichs einen Neigungswinkel α in einem Bereich von 15° bis 30°, bevorzugt in einem Bereich von 20° bis 30°, liegt.
5. Durchsichtssicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten jeweils mit einer semitransparenten, in Durchsicht in einer anderen Farbe wie in Aufsicht erscheinenden Funktionsschicht versehen sind, deren Schichtdicke mit dem Neigungswinkel α der Facetten variiert, vorzugsweise mit zunehmendem Neigungswin- kel α abnimmt.
6. Durchsichtssicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Teilbereiche in Form eines Motivs angeordnet sind und das Motiv in Durchsicht mit zwei oder mehr verschiedenen, visuell mit bloßem Auge unterscheidbaren Buntheitswerten erscheint.
7. Durchsichtssicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Flächenmuster in den Teilbereichen zusätzlich eine zu den geneigten Facetten gepasserte
Schwarzmaske aufweist, die der Einstellung der Durchsichtshelligkeit der Facetten in den jeweiligen Teilbereichen dient.
8. Durchsichtssicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten in eine Prägelackschicht mit einem ersten Brechungsindex geprägt sind und über der semitransparenten Funktionsschicht eine Lackschicht mit einem zweiten Brechungsindex aufgebracht ist, der sich von dem ersten Brechungsindex um weniger als 0,3 insbesondere um weniger als 0,1 unterscheidet.
9. Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die semitransparente Funktionsschicht einen mehrschichtigen Aufbau mit zwei semitransparenten metalli- sehen Schichten und einer zwischen den zwei semitransparenten metallischen Schichten angeordneten dielektrischen Schicht aufweist.
10. Durchsichtssicherheitselement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden semitransparenten metallischen Schichten unab- hängig voneinander aus einem Metall gebildet sind und das Metall jeweils von der Gruppe bestehend aus AI, Ag, Ni, Cr, Cu, Au und einer Legierung eines oder mehrerer der vorstehend genannten Elemente gewählt ist und die dielektrische Schicht eine SiCVSchicht, eine ZnO-Schicht, eine AhCb-Schicht, eine TiCh-Schicht, eine Schicht aus einem Nitrid oder Oxynitrid eines der Elemente Si, Zn, AI oder Ti oder eine MgF2-Schicht oder eine, z.B. drucktechnisch erhältliche, Nitrocellulose-Schicht ist.
11. Durchsichtssicherheitselement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden semitransparenten metallischen Schichten unab- hängig voneinander von AI oder Ag gewählt sind und die dielektrische Schicht eine SiC -Schicht ist.
12. Durchsichtssicher heitselement nach wenigstens einem der Absätze 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die semitransparente Funktionsschicht auf einer Effektpigment-Zusammensetzung basiert.
13. Durchsichtssicher heitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Flächenmuster bei der Betrachtung in Durchsicht eine blaue Farbe zeigt und bei der Betrachtung in Aufsicht eine goldene Farbe zeigt.
14. Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten im Wesentlichen als ebene Flächenelemente ausgebildet sind.
15. Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten in einem periodischen Raster angeordnet sind und insbesondere ein Sägezahngitter bilden, oder dass die Facetten aperiodisch angeordnet sind.
16. Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten eine kleinste Abmessung (bzw. laterale Abmessung 1) von mehr als 2 μιη, vorzugsweise von mehr als 5 μπι, insbesondere von mehr als 10 μιη aufweisen, und/ oder dass die Facetten eine Höhe unterhalb von 100 μιτι, bevorzugt unterhalb von 50 μπι, insbesondere von weniger als 10 μιη aufweisen.
17. Datenträger mit einem Durchsichtssicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 16, wobei das Durchsichtssicherheitselement vorzugsweise in oder über einem Fensterbereich oder einer durchgehenden Öffnung des Datenträgers angeordnet ist.
18. Datenträger nach Anspruch 17, wobei der Datenträger ein Wertdokument, insbesondere eine Banknote, ist.
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