Beschreibung
Umrichteranordnung Die Erfindung bezieht sich auf eine Umrichteranordnung mit den Merkmalen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Eine solche Umrichteranordnung ist aus der internationalen Patentanmeldung WO 2013/071 947 AI bekannt. Die vorbekannte Umrichteranordnung umfasst zumindest eine Umrichtereinheit. Die Umrichtereinheit weist mindestens zwei Wechselspannungs¬ anschlüsse, an denen jeweils ein Wechselstrom eingespeist oder entnommen werden kann, und einen ersten und einen zweiten Gleichspannungsanschluss , an denen ein Gleichstrom einge- speist oder entnommen werden kann, auf. Die Umrichtereinheit umfasst pro Wechselspannungsanschluss jeweils eine Reihen¬ schaltung, die dem jeweiligen Wechselspannungsanschluss zuge¬ ordnet ist. Die Reihenschaltungen sind elektrisch parallel geschaltet. Bei jeder Reihenschaltung ist jeweils ein erster Reihenschaltungsanschluss an den ersten Gleichspannungsanschluss der Umrichtereinheit und ein zweiter Reihenschal¬ tungsanschluss an den zweiten Gleichspannungsanschluss der Umrichtereinheit angeschlossen. Jede der Reihenschaltungen weist jeweils in Reihe geschaltete Submodule auf. Bei jeder der Reihenschaltungen unterteilt der Wechselspannungsanschluss jeweils die Submodule in eine elektrisch dem ersten Reihenschaltungsanschluss nahe Submodulgruppe und eine elekt¬ risch dem zweiten Reihenschaltungsanschluss nahe Submodul¬ gruppe .
Umrichteranordnungen dieser Art können in der Hochspannungsgleichstromübertragung (HVDC) eingesetzt werden und, falls sie zwei Umrichtereinheiten aufweisen, eine HVDC-Bipol- Struktur bilden. Werden sie mit unipolaren Submodulen, bei- spielsweise Halbbrückensubmodulen, bestückt, so können unsymmetrische Leiter-Erde-Kurzschlüsse an den Wechselspannungsan¬ schlüssen - nachfolgend unsymmetrischer AC-Fehler genannt - auf Grund der Gleichrichtwirkung der nach Fehlererkennung
blockierten Halbbrückensubmodule zu einem DC-Stromoffset in den zwei nicht vom Erdschluss betroffenen Phasen des Wechselspannungsnetzes (AC-Netzes) führen. Wechselspannungs- Leistungsschalter, die die Umrichteranordnung in solchen Fäl- len vom Wechselspannungsnetz trennen sollen, stellen eine spannungsfeste Trennstrecke nur bei einem vorhergehenden Stromnulldurchgang her. Der DC-Stromoffset im beschriebenen Fehlerfall kann nun dazu führen, dass der Stromnulldurchgang ausbleibt und damit die Leistungsschalter keine Trennstrecke herstellen können. Selbst mit Backupschutz führt dies unter Umständen zur Zerstörung der Leistungsschalter und zu einer Beschädigung der Leistungselektronik der Umrichteranordnung.
Das Problem kann durch eine zusätzliche Kurzschließereinheit, die einen 3-poligen AC-Kurzschluss herstellt, gelöst werden. Hierbei wird im Fehlerfall aus einem 1- oder 2-poligen Fehler mit Erdberührung ein harter dreipoliger Kurzschluss erzeugt, der den Fehlerstrom symmetriert. Dies stellt jedoch eine mas¬ sive Beeinträchtigung des Wechselspannungsnetzes dar.
Da es sich bei den beschriebenen unsymmetrischen AC-Fehlern um stromstarke Fehler handelt, kann beim Fehlereintritt nicht unmittelbar unterschieden werden, ob ein umrichterinterner Fehler oder der beschriebene unsymmetrische AC-Fehler vor- liegt. Der Kurzschließer muss folglich bei jedem stromstarken Fehler ausgelöst werden. D. h. jeder stromstarke Fehler an der Umrichteranordnung führt zu massiven Rückwirkungen auf das Wechselspannungsnetz. Das Problem kann bei einer Bipol-Struktur auch durch eine Impedanzerdung am Punkt zwischen den beiden
Umrichtereinheiten (Teilkonvertern) gelöst werden. Durch eine sehr hohe Impedanz im Erdungspfad wird der Fehlerstrom und damit der DC-Stromoffset begrenzt, so dass weiterhin Strom- nulldurchgänge in den AC-Leistungsschaltern erreicht werden können. Die Spannungsvorladung angeschlossener DC-Kabel stellt jedoch eine große thermische Belastung für dieses Er¬ dungskonzept dar. Darüber hinaus kann der Erd-Pfad nicht als
dritter Leiter/Rückleiter für die Bipol-Struktur verwendet werden .
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Umrichter- anordnung anzugeben, die im Falle eines unsymmetrischen Leiter-Erde-Kurzschlusses an einem Wechselspannungsanschluss ein einfaches und schnelles Abtrennen der Umrichteranordnung vom Wechselspannungsnetz ermöglicht. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Umrichteranordnung mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Umrichteranordnung sind in Unteransprüchen angegeben. Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass einer der zwei Gleichspannungsanschlüsse der Umrichtereinheit geerdet ist, bei jeder der Reihenschaltungen der zugehörige Wechselspannungsanschluss die Submodule jeweils in eine elektrisch erd¬ nahe Submodulgruppe und eine elektrisch erdferne Submodul- gruppe unterteilt und die erdnahen Submodulgruppen zumindest ein bipolares Submodul und die erdfernen Submodulgruppen aus¬ schließlich unipolare Submodule aufweisen.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Umrichteran- Ordnung ist darin zu sehen, dass durch das Vorsehen zumindest eines bipolaren Submoduls in jeweils jeder der erdnahen Submodulgruppen eine DC-Strom-Offset-Verschiebung dergestalt, dass keine Stromnulldurchgänge an den Wechselspannungsan¬ schlüssen der Umrichteranordnung im Falle eines unsymmetri- sehen AC-Erdschlusses auftreten, vermieden werden kann. Da auf der Wechselspannungsseite Nulldurchgänge auch bei Erd- schluss auftreten, kann die Wechselspannungsseite mit Leis¬ tungsschaltern vom externen Netz schnell und einfach abgetrennt werden. Durch die bipolaren Submodule wird nämlich im Falle eines unsymmetrischen Leiter-Erde-Kurzschlusses an ei¬ nem Wechselspannungsanschluss bei den anderen unbetroffenen Phasen für beide Polaritäten eine Gegenspannung aufgebaut,
die den unsymmetrischen Fehlerstrom begrenzt und so weiterhin Stromnulldurchgänge in den Leistungsschaltern bewirkt.
Im Unterschied zu den eingangs erwähnten alternativen Maßnah- men zur Handhabung unsymmetrischer Leiter-Erde-Kurzschlüsse treten die massiven Netzrückwirkungen, die durch aktive Kurzschließer entstehen, nicht auf. Darüber hinaus kann das System starr (d. h. mit geringer Erdimpedanz) geerdet werden. Potentialverschiebungen beim Vorladen der Kabelstrecke oder bei Erdfehlern können so nicht auftreten.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen
Umrichteranordnung besteht darin, dass kostenaufwändige bipo¬ lare Submodule nur dort, wo sie hilfreich sind, eingesetzt werden, nämlich in den erdnahen Submodulgruppen; in den erdfernen Submodulgruppen werden nur unipolare Submodule eingesetzt .
In den erdnahen Submodulgruppen liegt das Verhältnis zwischen der Anzahl an bipolaren Submodulen und der Gesamtzahl an Sub- modulen vorzugsweise jeweils zwischen 1/4 und 3/4.
Die Umrichteranordnung weist vorzugsweise eine erste und eine zweite Umrichtereinheit auf, die jeweils mindestens zwei Wechselspannungsanschlüsse, an denen jeweils ein Wechselstrom eingespeist oder entnommen werden kann, und einen ersten und einen zweiten Gleichspannungsanschluss , an denen ein Gleichstrom eingespeist oder entnommen werden kann, aufweisen, wobei die Umrichtereinheiten pro Wechselspannungsanschluss je- weils eine Reihenschaltung umfassen, die dem jeweiligen Wechselspannungsanschluss zugeordnet ist, die Reihenschaltungen bei jeder Umrichtereinheit jeweils elektrisch parallel ge¬ schaltet sind, bei jeder Reihenschaltung jeweils ein erster Reihenschaltungsanschluss an den ersten Gleichspannungsan- schluss der jeweiligen Umrichtereinheit und ein zweiter Rei¬ henschaltungsanschluss an den zweiten Gleichspannungsanschluss der jeweiligen Umrichtereinheit angeschlossen ist, jede der Reihenschaltungen jeweils in Reihe geschaltete Sub-
module, nämlich unipolare Submodule und bipolare Submodule, aufweist, und bei jeder der Reihenschaltungen der Wechsels- pannungsanschluss jeweils die Submodule in eine elektrisch dem ersten Reihenschaltungsanschluss nahe Submodulgruppe und eine elektrisch dem zweiten Reihenschaltungsanschluss nahe Submodulgruppe unterteilt.
Bei der letztgenannten Ausgestaltung ist es vorteilhaft, wenn der erste Gleichspannungsanschluss der ersten Umrichterein- heit einen ersten Gleichspannungsanschluss der Umrichteran¬ ordnung bildet, der erste Gleichspannungsanschluss der zwei¬ ten Umrichtereinheit einen zweiten Gleichspannungsanschluss der Umrichteranordnung bildet, die zweiten Gleichspannungsanschlüsse der zwei Umrichtereinheiten geerdet sind und die Wechselspannungsanschlüsse der beiden Umrichtereinheiten paarweise jeweils allein oder mit anderen Komponenten einen Wechselspannungsanschluss der Umrichteranordnung bilden.
Bei jeder der Reihenschaltungen der ersten und zweiten
Umrichtereinheit unterteilt der zugehörige Wechselspannungs¬ anschluss die Submodule vorzugsweise jeweils in eine elekt¬ risch erdnahe Submodulgruppe und eine elektrisch erdferne Submodulgruppe . Die erdnahen Submodulgruppen weisen bevorzugt zumindest ein bipolares Submodul und die erdfernen Submodulgruppen aus¬ schließlich unipolare Submodule auf.
Auch im Falle von zwei Umrichtereinheiten ist es vorteilhaft, wenn in den erdnahen Submodulgruppen das Verhältnis zwischen der Anzahl an bipolaren Submodulen und der Gesamtzahl an Sub- modulen jeweils zwischen 1/4 und 3/4 liegt.
Die bipolaren Submodule sind vorzugsweise mit einer oder meh- reren Spannungsbegrenzungseinrichtungen gegen ÜberSpannung geschützt .
Zu jedem der bipolaren Submodule ist bevorzugt jeweils eine eigene Spannungsbegrenzungseinrichtung elektrisch parallel geschaltet. Bei dieser Ausgestaltung ist es vorteilhaft, wenn die Spannungsbegrenzungseinrichtungen jeweils die
Kondensatorspannung eines Kondensators des zugeordneten bipolaren Submoduls auf eine vorgegebene maximale
Kondensatorspannung begrenzen.
Auch kann in vorteilhafter Weise vorgesehen sein, dass die bipolaren Submodule in zumindest einer der erdnahen Submodul- gruppen, vorzugsweise jeweils in allen erdnahen Submodulgrup- pen, jeweils unter Bildung einer Reihenschaltung aus bipolaren Submodulen innerhalb ihrer jeweiligen erdnahen Submodul- gruppe miteinander verbunden sind. Bei dieser Variante ist es außerdem vorteilhaft, wenn zu jeder der Reihenschaltungen aus bipolaren Submodulen jeweils eine Spannungsbegrenzungsein- richtung elektrisch parallel geschaltet ist.
Bei der letztgenannten Variante ist es im Übrigen von Vor- teil, wenn die Spannungsbegrenzungseinrichtungen jeweils die Summe der Kondensatorspannungen der Kondensatoren der bipolaren Submodule der zugeordneten Reihenschaltung aus bipolaren Submodulen auf eine vorgegebene maximale
Kondensatorsummenspannung begrenzen .
Die unipolaren Submodule sind vorzugsweise solche, die ihre Submodulspannung mit nur einer einzigen Polarität ausgeben können . Die bipolaren Submodule sind vorzugsweise solche, die ihre
Submodulspannung wahlweise mit positiver oder negativer Polarität ausgeben können. Auch ist es vorteilhaft, wenn die bi¬ polaren Submodule solche sind, die ihre Submodulspannung wahlweise mit positiver oder negativer Polarität, aber unter- schiedlicher Spannungshöhe, ausgeben können.
Die unipolaren Submodule sind vorzugsweise jeweils durch eine Reihenschaltung mit zwei Schaltern, die jeweils ein Schalt-
element und eine parallel geschaltete Diode umfassen, und ei¬ nen zu der Reihenschaltung parallel geschalteten Kondensator gebildet . Die bipolaren Submodule sind vorzugsweise jeweils durch zwei parallel geschaltete Reihenschaltungen mit jeweils zwei
Schaltern, die jeweils ein Schaltelement und eine parallel geschaltete Diode umfassen, und einen zu der Parallelschal¬ tung der Reihenschaltungen parallel geschalteten Kondensator gebildet.
Die Spannungsbegrenzungseinrichtungen weisen vorzugsweise nichtlineare Widerstände auf oder sind durch solche gebildet. Die Spannungsbegrenzungseinrichtungen sind bevorzugt Abieiter .
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispie¬ len näher erläutert; dabei zeigen beispielhaft
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße
Umrichteranordnung, die mit einer einzigen Umrichtereinheit ausgestattet ist, Figur 2 die Umrichteranordnung gemäß Figur 1 im Falle eines
Erdschlusses an einem Wechselspannungsanschluss der Umrichteranordnung,
Figur 3 anhand einer erdnahen Submodulgruppe der Umrichter- anordnung gemäß Figur 1 eine andere vorteilhafte
Anordnung von Spannungsbegrenzungseinrichtungen,
Figur 4 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße
Umrichteranordnung, die mit zwei Umrichtereinheiten ausgestattet ist und eine Bipol-Struktur bildet,
Figur 5 die Umrichteranordnung gemäß Figur 4 im Falle eines
Erdschlusses an einem Wechselspannungsanschluss,
Figur 6 ein Ausführungsbeispiel für ein unipolares
Submodul, das bei den Umrichteranordnungen gemäß den Figuren 1 bis 5 eingesetzt werden kann, und
Figur 7 ein Ausführungsbeispiel für ein bipolares Submodul, das bei den Umrichteranordnungen gemäß den Figuren 1 bis 5 eingesetzt werden kann. In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten stets dieselben Bezugszeichen verwendet .
In der Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel für eine dreipha- sige Umrichteranordnung 10 gezeigt, die eine Umrichtereinheit 11 aufweist. Die Umrichtereinheit umfasst Wechselspannungsan¬ schlüsse Wl, W2 und W3 zum Einspeisen und zur Entnahme von Wechselstrom. Darüber hinaus ist sie auf einer Gleichspannungsseite G mit einem ersten, in der Figur 1 oberen Gleich- spannungsanschluss Gl und einem zweiten, in der Figur 1 unte¬ ren Gleichspannungsanschluss G2 ausgestattet. An den Gleich¬ spannungsanschlüssen Gl und G2 kann ein Gleichstrom eingespeist oder entnommen werden. Der in der Figur 1 untere
Gleichspannungsanschluss G2 liegt auf Erdpotential.
Die Umrichtereinheit 11 weist drei parallel geschaltete Rei¬ henschaltungen Rl, R2 und R3 auf, deren äußere Anschlüsse RH, R21 und R31 mit dem ersten Gleichspannungsanschluss Gl in Verbindung stehen. Die anderen äußeren Anschlüsse R12, R22 und R32 der drei parallel geschalteten Reihenschaltungen Rl, R2 und R3 sind mit dem zweiten Gleichspannungsanschluss G2 verbunden und liegen demgemäß auf Erdpotential.
Jede der Reihenschaltungen Rl, R2 und R3 weist jeweils in Reihe geschaltete Submodule auf, nämlich unipolare Submodule UM und bipolare Submodule BM.
Die Wechselspannungsanschlüsse Wl, W2 und W3 sind jeweils ei¬ ner der Reihenschaltungen Rl, R2 bzw. R3 zugeordnet und unterteilen bei dieser die Submodule jeweils in eine elektrisch erdnahe Submodulgruppe NG und eine elektrisch erdferne Submo- dulgruppe FG. Die elektrisch erdnahen Submodulgruppen NG der drei Reihenschaltungen Rl, R2 und R3 stehen jeweils mit dem zweiten Gleichspannungsanschluss G2 der Umrichtereinheit 11, also mit dem Erdpotential in Verbindung; die erdfernen Submo¬ dulgruppen FG der drei Reihenschaltungen Rl, R2 und R3 sind jeweils mit dem ersten Gleichspannungsanschluss Gl verbunden.
Die erdnahen Submodulgruppen NG weisen jeweils sowohl bipolare Submodule BM als auch unipolare Submodule UM auf, wohinge¬ gen die erdfernen Submodulgruppen FG jeweils ausschließlich unipolare Submodule UM umfassen.
Die Anzahl der Submodule ist in den erdnahen Submodulgruppen NG und den erdfernen Submodulgruppen FG vorzugsweise gleich groß .
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 weisen die erdfer¬ nen Submodulgruppen FG und die erdnahen Submodulgruppen NG jeweils vier Submodule auf. Dies ist nur beispielhaft zu ver¬ stehen. Die Submodulgruppen können auch mehr oder weniger Submodule aufweisen.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 weisen die erdnahen Submodulgruppen NG zwei bipolare Submodule BM auf; stattdes¬ sen können auch mehr oder weniger bipolare Submodule BM vor- handen sein. Als vorteilhaft wird es angesehen, wenn in den erdnahen Submodulgruppen NG das Verhältnis zwischen der Anzahl an bipolaren Submodulen BM und der Gesamtzahl an Submo- dulen jeweils zwischen 1/4 und 3/4 liegt. Die Wechselspannungsanschlüsse Wl, W2 und W3 stehen über ei¬ nen Transformator 20 und Leistungsschalter 30 mit Netzanschlüssen Nl, N2 und N3 in Verbindung.
Die Figur 2 zeigt die Umrichteranordnung 10 gemäß Figur 1 im Falle eines Erdschlusses zwischen dem Wechselspannungsan- schluss W3 und dem Transformator 20. Es lässt sich erkennen, dass die Reihenschaltung R3 kurzgeschlossen wird und ein Feh- lerstrom If über die Reihenschaltungen Rl und R2 und den
Transformator 20 zur Erde abfließt, und zwar auch nachdem - nach einer Fehlerdetektion - alle Submodule UM und BM bzw. deren Schaltelemente (vgl. Figuren 6 und 7) abgeschaltet wor¬ den sind. Die Ströme fließen über Dioden, die zu den ausge- schalteten Schaltelementen parallel liegen. Der Fehlerstrom If wird über die Netzanschlüsse Nl, N2 und N3 und den Trans¬ formator 20 von einem nicht weiter dargestellten, an die Netzanschlüsse Nl, N2 und N3 angeschlossenen externen Energieversorgungsnetz gespeist.
Die über die Wechselspannungsanschlüsse Wl und W2 fließenden Teilströme II und 12 laden die in den unipolaren Submodulen UM und in den bipolaren Submodulen BM vorhandenen Kondensatoren auf (vgl. Figuren 6 und 7) . Da bei den unipolaren Submo- dulen UM im ausgeschalteten Zustand der Strom lediglich in einer Stromrichtung durch den Kondensator fließt und in der anderen Stromrichtung an diesem vorbeigeleitet wird, geben die unipolaren Submodule UM ihre Submodulspannungen - bezogen auf die Ausgangsanschlüsse der Submodule - stets mit nur ei- ner Polarität aus; die bipolaren Submodule sind im Unter¬ schied dazu in der Lage, im ausgeschalteten Zustand Strom in beiden Richtungen zu führen und Submodulspannungen - bezogen auf die Ausgangsanschlüsse der Submodule - mit positiver oder negativer Polarität auszugeben.
Die bipolaren Submodule BM der erdnahen Submodulgruppe NG können somit im Fehlerfall für beide Polaritäten jeweils eine Gegenspannung aufbauen, die den unsymmetrischen Fehlerstrom If begrenzt und somit Stromnulldurchgänge in den durch die Leistungsschalter 30 fließenden Strömen erzwingt. Die Stromnulldurchgänge ermöglichen es wiederum, die Leistungsschalter 30 zum Zeitpunkt des jeweiligen Nulldurchgangs abzuschalten.
Da in den Figuren 1 und 2 aus Gründen der Übersicht nicht ge¬ zeigte Kondensatoren der bipolaren Submodule BM sowohl im Falle eines positiven Stromflusses als auch im Falle eines negativen Stromflusses aufgeladen werden, steigt während des in der Figur 2 gezeigten Fehlerfalles die Kondensatorspannung kontinuierlich an, und zwar wegen des bidirektionalen Betriebs doppelt so schnell wie in den unipolaren Submodulen.
Um eine Zerstörung der Kondensatoren der bipolaren Submodule BM zu vermeiden, sind diese vorzugsweise mit einer oder meh¬ reren Spannungsbegrenzungseinrichtungen gegen Überspannung geschützt. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1 und 2 sind die bipolaren Submodule BM bei jeder Reihenschal¬ tung Rl, R2 und R3 jeweils unmittelbar verbunden und bilden eine Reihenschaltung Rb aus bipolaren Submodulen. Zu jeder
Reihenschaltung Rb aus bipolaren Submodulen ist jeweils eine Spannungsbegrenzungseinrichtung 40 parallel geschaltet.
Bei den Spannungsbegrenzungseinrichtungen 40 kann es sich beispielsweise um nichtlineare Widerstände bzw. Ableiter han¬ deln, die bei Erreichen einer Schwellenspannung niederohmig werden und den Strom an den Submodulen vorbeileiten. Derartige spannungsbegrenzende nichtlineare Widerstände und Ableiter sind in der Energietechnik allgemein bekannt.
Die Spannungsbegrenzungseinrichtungen 40 sind jeweils derart dimensioniert, dass sie die Summe der Submodulspannungen der zugeordneten bipolaren Submodule der Reihenschaltung Rb auf eine vorgegebene maximale Spannung begrenzen.
Die Figur 3 zeigt eine alternative, aber dennoch vorteilhafte Ausgestaltung eines Überspannungsschutzes für die erdnahen Submodulgruppen NG gemäß den Figuren 1 und 2 näher im Detail. Es lässt sich erkennen, dass jedes bipolare Submodul BM der erdnahen Submodulgruppe NG jeweils mit einer individuell zu¬ geordneten Spannungsbegrenzungseinrichtung 40 ausgestattet ist. Die Schaltspannung bzw. Schutzspannung der Spannungsbe- grenzungseinrichtungen 40 ist jeweils auf die maximal zuläs-
sige Submodulspannung des jeweiligen bipolaren Submoduls BM abgestimmt .
Sind die bipolaren Submodule BM mit eigenen Spannungsbegren- Zungseinrichtungen 40 ausgestattet, so können sie unmittelbar verbunden sein und eine Reihenschaltung Rb bilden, wie in Figur 3 gezeigt, oder alternativ mit den unipolaren Submodulen UM gemischt verschaltet werden. Im Übrigen gelten die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 entsprechend.
Die Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Umrichter¬ anordnung 10, die mit einer ersten Umrichtereinheit IIa und einer zweiten Umrichtereinheit IIb ausgestattet ist. Die bei¬ den Umrichtereinheiten IIa und IIb sind vorzugsweise bau¬ gleich .
Ein erster Gleichspannungsanschluss 101 der ersten Umrichter- einheit IIa bildet einen ersten Gleichspannungsanschluss Gl der Umrichteranordnung 10. Ein zweiter Gleichspannungsanschluss 102 der ersten Umrichtereinheit IIa ist geerdet bzw. liegt auf Erdpotential. Ein erster Gleichspannungsanschluss 201 der zweiten Umrich¬ tereinheit IIb bildet einen zweiten Gleichspannungsanschluss G2 der Umrichteranordnung 10. Ein zweiter Gleichspannungsanschluss 202 der zweiten Umrichtereinheit IIb liegt gemeinsam mit dem zweiten Gleichspannungsanschluss 102 der ersten
Umrichtereinheit IIa auf Erdpotential bzw. ist geerdet.
Die Wechselspannungsanschlüsse Wl, W2 und W3 der beiden
Umrichtereinheiten IIa und IIb bilden über einen jeweils zugeordneten Transformator 20a bzw. 20b drei Wechselspannungs- anschlüsse Wal, Wa2 und Wa3 der Umrichteranordnung 10.
Die Wechselspannungsanschlüsse Wal, Wa2 und Wa3 der Umrich¬ teranordnung 10 stehen über Leistungsschalter 30 mit Netzanschlüssen Nl, N2 und N3 in Verbindung. Die beiden Umrichtereinheiten IIa und IIb können mit der
Umrichtereinheit 11 gemäß den Figuren 1 und 2 baugleich sein, so dass bezüglich des Aufbaus der Umrichtereinheiten IIa und IIb auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 verwiesen sei. Ergänzend sei lediglich nochmals betont, dass bei jeder der beiden Umrichtereinheiten IIa und IIb die Wechselspannungsanschlüsse Wl, W2 und W3 die Submodu- le jeweils in eine erdnahe Submodulgruppe NG und eine erdfer¬ ne Submodulgruppe FG unterteilen. Die erdfernen Submodulgrup- pen FG weisen ausschließlich unipolare Submodule UM auf, wo- hingegen die erdnahen Submodulgruppen NG jeweils zumindest ein bipolares Submodul BM und ansonsten unipolare Submodule UM umfassen.
Die Umrichteranordnung 10 bildet aufgrund der elektrischen Verschaltung der Umrichtereinheiten IIa und IIb eine sogenannte Bipol-Struktur, die für den Einsatz bei der Hochspannungsgleichstrom (HVDC) -Energieübertragung geeignet ist. Die Umrichteranordnung 10 gemäß Figur 4 kann somit auch als HVDC- Bipol-Struktur bezeichnet werden.
Die Figur 5 zeigt die Umrichteranordnung 10 gemäß Figur 4 im Falle eines Erdschlusses im Bereich des Wechselspannungsanschlusses W3 der in den Figuren 4 und 5 oberen
Umrichtereinheit IIa. Es lässt sich erkennen, dass ein Feh- lerstrom If über die beiden übrigen Wechselspannungsanschlüs¬ se Wl und W2 fließt.
Aufgrund der Tatsache, dass die erdnahen Submodulgruppen NG jeweils zumindest ein bipolares Submodul BM aufweisen, wird sichergestellt, dass in den durch die Leistungsschalter 30 fließenden Fehlerströmen Nulldurchgänge auftreten werden und ein stromloses Ausschalten der Leistungsschalter 30 möglich bleibt .
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 sind die bipolaren Submodule BM jeweils zu einer Reihenschaltung aus bipolaren Submodulen BM verbunden, die jeweils mit einer Spannungsbe- grenzungseinrichtung 40 geschützt ist, wie dies auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1 und 2 der Fall ist. Alternativ kann - analog zu dem Ausführungsbeispiel gemäß Fi¬ gur 3 - vorgesehen sein, dass die bipolaren Submodule BM jeweils mit einer individuell zugeordneten Spannungsbegren- zungseinrichtung 40 versehen sind. Diesbezüglich sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit der Figur 3 verwiesen .
Die Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein unipolares Submodul UM, das bei den Umrichteranordnungen 10 gemäß den Figuren 1 bis 5 eingesetzt werden kann. Das unipolare
Submodul UM weist eine Reihenschaltung mit zwei Schaltern Sl und S2 auf, die jeweils ein Schaltelement SE und eine paral¬ lel geschaltete Diode D umfassen. Zu der Reihenschaltung ist ein Kondensator C parallel geschaltet, an dem die Submodul- spannung Vc abfällt. Ein Stromanschluss AI des unipolaren Submoduls UM wird durch die Verbindungsstelle zwischen den beiden Schaltern Sl und S2 gebildet, ein anderer Stromanschluss A2 wird durch einen Anschluss des Kondensators C ge- bildet. Der Strom durch das Submodul ist mit dem Bezugszei¬ chen Im gekennzeichnet. Ist bei blockiertem Submodul - also abgeschalteten Schaltelementen SE - der Strom Im positiv, so fließt er durch den Kondensator C, und die Submodulspannung Vc wird an den Stromanschlüssen AI und A2 ausgegeben. Ist der Strom Im negativ, so fließt er an dem Kondensator C vorbei, weil er von der Diode des Schalters S2 vorbeigeleitet wird; die Kondensatorspannung Vc wird an den Stromanschlüssen AI und A2 nicht sichtbar. Die Figur 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein bipolares
Submodul BM, das bei den Umrichteranordnungen gemäß den Figuren 1 bis 5 eingesetzt werden kann. Das bipolare Submodul BM weist zwei parallel geschaltete Reihenschaltungen mit jeweils
zwei Schaltern Sl und S2 bzw. S3 und S4 auf, die jeweils ein Schaltelement SE und eine parallel geschaltete Diode D umfas¬ sen. Ein Kondensator C ist parallel zu der Parallelschaltung der Reihenschaltungen der Schalter geschaltet.
Das bipolare Submodul BM ist im blockierten Zustand in der Lage, im Falle eines positiven Submodulstroms Im eine positi¬ ve Submodulspannung Vc an den Stromanschlüssen AI und A2 auszugeben, und im Falle eines negativen Submodulstroms Im die Submodulspannung Vc umgepolt, also mit entgegengesetzter Polarität bzw. Vorzeichen, auszugeben.
Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungs¬ beispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugs zeichenliste
10 Umrichteranordnung
11 Umrichtereinheit
IIa erste Umrichtereinheit
IIb zweite Umrichtereinheit
20 Transformator
20a Transformator
20b Transformator
30 Leistungsschalter
40 Spannungsbegrenzungseinrichtung
101 Gleichspannungsanschluss
102 Gleichspannungsanschluss
201 Gleichspannungsanschluss
202 Gleichspannungsanschluss
AI Stromanschluss
A2 Stromanschluss
BM bipolare Submodule
C Kondensator
D Diode
FG erdferne Submodulgruppe
G Gleichspannungsseite
Gl Gleichspannungsanschluss
G2 Gleichspannungsanschluss
11 Teilstrom
12 Teilstrom
If Fehlerstrom
Im Strom
Nl Netzanschluss
N2 Netzanschluss
N3 Netzanschluss
NG erdnahe Submodulgruppe
Rl Reihenschaltung
R2 Reihenschaltung
R3 Reihenschaltung
RH Anschluss
R12 Anschluss
R21 Anschluss
R22 Anschluss
R31 Anschluss
R32 Anschluss
Rb Reihenschaltung
Sl Schalter
S2 Schalter
S3 Schalter
S4 Schalter
SE Schaltelernent
UM unipolare Submodule
Vc SubmodulSpannung
Wl Wechselspannungsanschluss
W2 Wechselspannungsanschluss
W3 Wechselspannungsanschluss
Wal Wechselspannungsanschluss
Wa2 Wechselspannungsanschluss
Wa3 Wechselspannungsanschluss