Windenergieanlage mit getriebelosem Generator und Generatorfilter
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Windenergieanlage mit einem getriebe losen Generator und damit gekoppeltem Generatorfilter. Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung einen solchen Generatorfilter und die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer getriebelosen Windenergieanlage. Windenergieanlagen sind bekannt und viele moderne Windenergieanlagen weisen einen getriebelosen Generator auf. Der Generator weist dabei einen Läufer auf, der unmittelbar von einem aerodynamischen Rotor angetrieben wird. Der Läufer dreht sich dann relativ zu einem Stator des getriebe losen Generators, wodurch in dem Stator Strom erzeugt wird. Dieser im Stator erzeugte Strom wird dann zur weiteren Verwendung, insbesondere nämlich zum Einspeisen in ein elektrisches Versorgungsnetz entsprechend umgewandelt.
Bei einer solchen getriebelosen Konstellation dreht sich der Läufer vergleichsweise langsam, bspw. mit weniger als 20 U/min, während übliche Generatoren oder elektrische Maschinen häufig Nenndrehzahlen von 1500 oder 3000 U/min aufweisen.
Ein solch langsam drehender Generator kann dabei auch zu Schwingungen oder Schwi- nungsanregungen in der Gondel der Windenergieanlage führen. Grundsätzlich gibt es bei jedem Generatortyp spezifische Eigenschaften, die Anregungen im Bereich der Gondel erzeugen können. Diese können, je nach Ausprägung, zu Problemen mit Schallemissionen führen, wobei solchen Probleme mit Schallemissionen auch vom Aufstellungsort und den dort geltenden Vorschriften abhängen. Geräuscheffekte können bspw. in den Frequenzbereichen von 10Hz bis 120Hz auftreten.
Um solchen Geräuschemissionen entgegenzuwirken, kann bspw. eine Schalldämmung vorgesehen sein, oder es kommt eine Schwingungsentkopplung zwischen Gondelgehäuse und Maschinenträger in Betracht. Die Offenlegungsschrift DE 10 2014 206 703 A1 zeigt ein Entkopplungsmittel zum Anbringen zwischen einem Tragmodul bzw. einer
Gondelverkleidung und einem Maschinenträger, um darüber eine elastisch gedämpfte Verbindung mit dem Maschinenträger herzustellen.
Es gibt auch Lösungsansätze, die insgesamt den Generator leiser machen. Eine solche Lösung ist in der Offenlegungsschrift DE 10 2014 200 947 A1 vorgeschlagen. Dort wird für den Generator ein Stator vorgeschlagen, der in Umfangsrichtung in Statorsegmente eingeteilt ist und wobei wenigstens zwei Statorsegmente in Umfangsrichtung gegeneinander versetzt oder verschränkt sind. Eine solche Lösung setzt aber eine entsprechende bautechnische Veränderung des Generators voraus, was insoweit eher für die Konstruktion eines neuen Generators effizient erscheint. Das Deutsche Patent- und Markenamt hat in der Prioritätsanmeldung zu vorliegender Anmeldung folgenden Stand der Technik recherchiert: DE 100 1 1 750 A1 ; DE 101 30 339 A1 ; De 10 2014 200 947 A1 ; DE 10 2014 206 703 A1 ; DE 10 2015 205 348 A1 und EP 2 869 458 A1.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, zumindest eines der vor- stehend genannten Probleme zu adressieren. Insbesondere soll eine Lösung vorgeschlagen werden, die eine Schallreduktion einer Windenergieanlage, hervorgerufen durch den Generator bewirkt, die zumindest einen vergleichsweise leise laufenden Generator ermöglicht oder zu einem leisen Lauf beitragen kann. Zumindest soll zu bisher bekannten Lösungen eine alternative Lösung vorgeschlagen werden. Erfindungsgemäß wird eine Windenergieanlage gemäß Anspruch 1 vorgeschlagen. Diese Windenergieanlage umfasst einen getriebelosen Generator, der als Synchrongenerator ausgebildet ist. Dieser Synchrongenerator weist einen Stator und einen Läufer auf. Der Läufer bezeichnet den drehenden Teil des Generators und es wird besonders hier der Begriff Läufer verwendet, um etwaige Verwechslungen mit dem aerodynamischen Rotor der Windenergieanlage zu vermeiden. Die Verwendung des Begriffs Läufer ist insoweit nicht einschränkend auf einen speziellen Generatortyp zu verstehen. Unter einem getriebelosen Generator ist insoweit zu verstehen, dass kein Getriebe zwischen dem Generator und dem aerodynamischen Rotor vorliegt. Insoweit kann auch von einer getriebelosen Windenergieanlage gesprochen werden. Ein solcher getriebe loser Generator ist langsam laufend, weil er sich mit derselben Drehzahl wie der aerodynamische Rotor der Windenergieanlage dreht. Seine Drehzahl liegt unter 20 U/min, insbesondere unter 15 U/min, besonders bevorzugt unter 10U/min. Diese langsame Drehzahl hat auch Auswirkungen
auf etwaige zu erwartende bzw. zu verringernde Schwingungen. Generatoren mit Getriebe laufen typischerweise mit Drehzahlen von 3000 U/min oder 1500U/min.
Vorzugsweise ist der Synchrongenerator als Ringgenerator ausgebildet, bei dem die magnetisch wirksamen Elemente sowohl vom Stator als auch vom Läufer ringförmig um die Drehachse des Generators so angeordnet sind, dass in einem inneren Bereich des Generators von wenigstens 0 bis 50 Prozent des Luftspaltdurchmessers keine magnetisch wirksamen Elemente des Generators angeordnet sind. Der Läufer und der Stator sind also, bis auf Tragstrukturen, im Wesentlichen ringförmig im Bereich des Luftspalts angeordnet. Mit dem Stator ist ein Generatorfilter gekoppelt, um einen Statorstrom zu filtern. Besonders ist für jeden dreiphasigen Statorstrom ein Teilfilter vorgesehen, wobei alle Teilfilter- zusammen im Wesentlichen den Generatorfilter bilden. Dabei sind alle Teilfilter gesteuerte Teilfilter und können gemeinsam über die Filtersteuerung oder jeweils über eine Teilfil- tersteuerung angesteuert werden. Alle Teilfiltersteuerungen zusammen können im Wesentlichen die Filtersteuerung bilden. Jegliche Eigenschaften, die für den Generatorfilter beschrieben werden, sind auch sinngemäß für jeden Teilfilter anzuwenden. Jeder Teilfilter kann somit auch als eigenständiger steuerbarer Generatorfilter angesehen werden, der einen Statorstrom filtert.
Für diesen Generatorfilter wird vorgeschlagen, dass er veränderbare Filtereigenschaften aufweist.
Außerdem ist eine Filtersteuerung zum Steuern des Generatorfilters vorgesehen. Somit kann über die Filtersteuerung der Generatorfilter angesteuert werden und dadurch seine Filtereigenschaften verändern.
Dadurch kann der Statorstrom besonders hinsichtlich Oberwellen beeinflusst werden. Es wurde erkannt, dass solche Oberwellen zu entsprechenden Geräuschen im Generator führen können. Weiterhin wurde erkannt, dass je nach Art, besonders je nach Frequenz und Amplitude eines solchen Geräusches, dieses auch noch durch Elemente der Windenergieanlage verstärkt werden kann. Dies kann dazu führen, dass solche Geräusche verstärkt und besonders durch eine Gondelverkleidung, einschließlich Spinner, und/oder Rotorblätter abgestrahlt werden kann.
Durch die Steuerung des Generatorfilters und damit Steuerung bzw. Veränderung von Stromoberwellen, können diese so verändert werden, dass sich auch die resultierende Geräuschentwicklung verändert. Mitunter kann hier eine Reduzierung einer Oberwelle einer Ordnung ausreichen, oder Oberwellen mehrerer Ordnungen werden reduziert oder verändert.
Besonders bei einer drehzahlvariablen Windenergieanlage, die insbesondere hier vorgeschlagen wird, können sich solche Stromoberwellen je nach Betriebszustand der Windenergieanlage verändern. Durch die steuerbare Veränderung des Generatorfilters kann hierauf dynamisch reagiert werden. Damit ist die Lösung auch besonders flexibel und anpassbar.
Es wurde auch erkannt, dass eine Geräuschentwicklung auch ein Indikator für einen nicht optimalen Statorstrom oder ein in anderer Art und Weise nicht optimal arbeitenden Generator sein kann. Durch Maßnahmen zur Verringerung der Geräusche durch Verändern des Generatorstroms kann somit auch das Betriebsverhalten des Generators verbessert werden.
Gemäß einer Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der Generatorfilter zum Verändern seiner Filtereigenschaft einen Filterabschnitt mit steuerbaren kapazitiven Eigenschaften aufweist, oder anderweitig steuerbare kapazitive Eigenschaften aufweist. Demnach wird vorgeschlagen, dass die Steuerbarkeit des Generatorfilters zumindest teilweise dadurch erreicht wird, dass kapazitive Eigenschaften gesteuert werden. Das kann bedeuten, dass ein Kondensator oder eine Kondensatorbank verändert wird, durch Zu- oder Wegschalten von Kondensatoren oder Teilen davon. Eine solche Veränderung von Kondensatoren ist hier aber besonders zur Veranschaulichung genannt. Vielmehr können Kapazitäten bzw. kapazitive Eigenschaften durch das Ansteuern von Halbleiterbauele- menten beeinflusst werden. Es kommt besonders auch in Betracht, dass sich der Genera torfilter wie solche Kapazitäten verhält. Der Generatorfilter steuert dafür bspw. aktiv den Statorstrom, nämlich so als hätte der Generatorfilter kapazitive Eigenschaften. Durch Änderung der Steuerung kann dadurch auch die kapazitive Eigenschaft gesteuert werden. Gemäß einer Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der Generatorfilter den Statorstrom aktiv beeinflusst, insbesondere so, dass dem Statorstrom durch den aktiven Generatorfilter ein Stromsignai aufgeprägt wird. Durch ein solches aktives bzw. unmittelbares Beeinflussen des Statorstroms kann der Statorstrom gezielt beeinflusst werden und eine
solche Beeinflussung kann zumindest teilweise eine Wirkung entfalten, wie sie sich durch einen passiven Filter mit Kapazitäten oder kapazitiven Eigenschaften ergibt. Eine Veränderung dieses Aufprägens des Stromsignals auf den Statorstrom wirkt sich dann so aus, als verändere sich die Eigenschaft eines äquivalent passiven Filters. Somit kann auch hierdurch eine kapazitive Eigenschaft des Generatorfilters verändert oder eingestellt werden.
Gemäß einer Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der Generatorfilter als Umrichter oder Wechselrichter ausgebildet ist, oder einen Umrichter oder Wechselrichter um- fasst. Arbeitet der Generatorfilter als Umrichter, so kann er den Statorstrom bzw. einen Teil davon in einen anderen Wechselstrom umwandeln oder einen Strom erzeugen, der dem Statorstrom Überlager werden kann. Dabei soll nur ein geringer Teil des Statorstroms bzw. der Statorspannung umgewandelt werden, nämlich die Oberwellenanteile. Der Umrichter arbeitet dann so, dass er abhängig von dem vorhandenen Statorstrom und dem gewünschten Statorstrom ein entsprechendes mit entsprechenden Oberwellen versehenes Stromsignal erzeugt und dem Statorstrom überlagert was hier auch als aufprägen bezeichnet wird. Dadurch kann der Statorstrom in gewünschter Art und Weise beeinflusst werden.
Statt eines Umrichters kann auch ein Wechselrichter verwendet werden, der anders als der Umrichter eingangsseitig von einer Gleichspannung ausgehend. Die Gleichspannung kann durch ein Gleichrichten des Statorstroms erhalten werden. Dafür kommt besonders in Betracht, dass der Statorstrom zur weiteren Verarbeitung ohnehin gleichgerichtet wird, um einen Gleichspannungszwischenkreis zu speisen. Von diesem Gleichspannungszwischenkreis aus kann sich auch ein solcher Wechselrichter zum Beeinflussen des Statorstroms mit Gleichspannung versorgen. Auch ein solcher Wechselrichter oder Umrichter kann so gesteuert werden, dass er sich äquivalent zu einem äquivalenten passiven Filter verhält und er kann so gesteuert werden, dass er die Art der Stromeinprägung so verändert, dass dies einer Veränderung durch einen äquivalenten passiven Filter entspricht.
Vorzugsweise ist die Windenergieanlage dadurch gekennzeichnet, dass der Generatorfilter zwischen dem Stator und einem Gleichrichtmittel zum Gelichrichten des Statorstro- mes angeordnet ist, und optional der Generatorfilter in Reihe geschaltete Kapazitäten aufweist, so dass der Statorstrom vom Stator durch die Kapazitäten zu einem nachgeschalteten Gleichrichtmittel fließt, oder dass der Generatorfilter, dazu vorbereitet ist. solche in Reihe geschaltete Kapazitäten zu emulieren.
Ein Aufbau, bei dem ein Gleichrichtmittel vorgesehen ist. und wobei der Generatorfilter zwischen dem Stator und dem Gleich richtmittel vorgesehen ist. wird generell vorgeschlagen. Damit kann der Statorstrom gleichgerichtet werden und der entstehende Gleichstrom bzw. die entstehende Gleichspannung kann an einem gemeinsamen Gleichspan- nungszwischenkreis bereitgestellt werden und dann weiter verarbeitet werden. Besonders kann ein nachgeschalteter Wechselrichter, dann einen Wechselstrom zum Einspeisen erzeugen. Durch den Generatorfilter kann auch der Gleichstrom und die Gleichspannung verbessert werden. Es wurde erkannt, dass hierbei durch eine Reihenschaltung von Kondensatoren unerwünschte Ausgleichsströme vermieden werden, wie sie bei Filtern mit parallel geschalteten Kapazitäten, also Kondensatoren, auftreten können. Für eine solche Reihenschaltung sind allerdings sehr große und leistungsstarke Kondensatoren notwendig. Besonders, wenn diese veränderbar sind kann die Umsetzung aufwändig sein. Sie ist dennoch möglich und wird als eine Variante vorgeschlagen. Unter der Reihenschaltung der Kondensatoren ist hier zu verstehen, dass zumindest ein Kondensator in jedem Statorstromstrang vorgesehen ist. Liegt also ein dreiphasiger Statorstrom vor, gibt es drei Stat- rostromstränge, nämlich für jede Phase einen. Jeder Statorstromstrang führt vom Stator zum Gleichrichtmittel. Es sind dann also drei Stromstränge vorhanden und in jedem Stromstrang ist ein Kondensator vorhanden, so dass der Statorstrom entlang des Statorstromstranges durch den Kondensator fließt, was natürlich nur für Wechselstrom möglich ist.
Vorzugsweise wird aber vorgeschlagen, eine solche Reihenschaltung von Kondensato- ren durch den Generatorfilter zu emulieren. Dazu kann der Generatorfilter als Umrichter oder Wechselrichter ausgebildet sein, oder einen Umrichter oder Wechselrichter umfassen und dafür verwenden. Vorzugsweise wird jeder Teilfilter durch einen Umrichter oder Wechselrichter ausgebildet, oder weist zumindest einen auf. Es wird somit vorgeschlagen, dass der Generatorfilter aktiv den Statorstrom ansteuert und ihm ein Verhalten aufzwingt, das einer Verschaltung entspricht, bei der eine beschriebene Reihenschaltung von Kondensatoren vorliegt. Dadurch kann ggf. auf solche Kondensatoren verzichtet werden, wie sie für eine Anordnung in der Reihenschaltung notwendig wären. Gleichzeitig ist eine Steuerbarkeit, nämlich der emulierten Kondensatoren, leichter möglich. Gemäß einer Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der Generatorfilter so gesteuert wird, dass der Statorstrom so verändert wird, dass er im Generator zu einer höheren Abgabeleistung führt, was besonders durch kapazitive Eigenschaften des Generatorfilters
erreicht werden kann. Der Generator wird grundsätzlich über einen Gleichstrom im Läufer erregt. Das ist zumindest eine bevorzugte Ausführungsform des verwendeten getriebelosen Generators. Dadurch und durch die Drehung des Generators wird ein Statorstrom erzeugt. Besonders wenn der Statorstrom einen kapazitiven Blindstromanteil aufweist, kann dies zu einer Reduzierung einer Spannung im Generator, nämlich insbesondere an einer Induktivität im Stator des Generators führen. Dadurch kann bei gleichem Statorwirkstrom eine höhere Ausgangsspannung erreicht werden, nämlich besonders an den Ausgangsklemmen des Stators. Das hat zur Folge, dass eine höhere Leistung abgegeben werden kann, dass sich also die Ausgangsleistung des Generators, nämlich insbe- sondere die Ausgangsleistung am Stator, also an Statorklemmen, erhöht.
Das kann besonders durch kapazitive Filtereigenschaften erreicht werden, die einen kapazitiven Blindstromanteil erzeugen können.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass der Generatorfilter dazu ausgelegt ist bzw. dazu betrieben wird, den Statorstrom so zu filtern, dass mechanische Schwingungsanregungen des Generators reduziert werden. Häufig sind Schwingfrequenzen eines Generators bekannt und es ist dadurch bekannt, mit was für mechanischen Schwingungsanregungen des Generators zu rechnen ist. Es wird vorgeschlagen, den Statorstrom entsprechend zu filtern, dass solche mechanischen Schwingungsanregungen reduziert werden. Insbesondere kann dafür der Generatorfilter für einen Frequenzbereich ausgelegt bzw. betrieben werden, um den Statorstrom so zu filtern, dass die mechanischen Schwingungsanregungen des Generators reduziert werden. Es wird also eine entsprechende Wahl des Frequenzbereichs vorgenommen. Soweit der Generatorfilter passiv arbeitet, ist er für diesen Frequenzbereich auszulegen. Gleiches gilt, wenn er aktiv ist, insbesondere wenn er durch einen Umrichter oder Wechselrichter gebildet oder unterstützt wird. In diesem Fall kann der Wechselrichter oder Umrichter entsprechend betrieben werden, nämlich für diesen Frequenzbereich. Gleichwohl ist auch für den Wechselrichter oder Umrichter eine entsprechende Auslegung vorteilhaft. Besonders können Bauteile wie Ausgangsinduktivitäten entsprechend ausgelegt sein. Vorzugsweise ist der Generator für eine 6. und außerdem oder alternativ für eine 12. Harmonische einer erwartenden oder erfassten mechanischen Schwingung ausgelegt. Es wird also die 6. und/oder 12. Harmonische, also 6. bzw. 12. Oberwelle in Bezug auf eine mechanische Grundschwingung reduziert. Hierzu wurde erkannt, dass besonders solche
Oberschwingungen, also Oberschwingungen aus diesem Frequenzbereich mechanische Schwingungen anregen oder verstärken können.
Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass eine Emissionsrückführung zum Rückführen eines Emissionssignals zur Filtersteuerung vorgesehen ist. Ein solches Emissionssignal ist repräsentativ für eine von dem Generator abgegebene Emission. Hier kommt insbesondere eine Geräuschemission, oder eine elektrische und/oder mechanische Schwingung in Betracht. Eine solche Schwingung wird also aufgenommen und als Emissionssignal zurückgeführt. Hierbei kann genau die Schwingung aufgenommen und als Emissionssignal zurückgeführt werden, die letztlich auch verringert werden soll. Es kommt aber auch in Betracht, andere Emissionen zu messen, die für die zu reduzierenden Schwingungen repräsentativ sind. Es kann also bspw. eine Schwingung an einem Maschinenträger aufgenommen werden, während tatsächlich eine Schwingung der Gondelverkleidung eine starke Geräuschemission bewirkt. In diesem Beispiel kann die Schwingungsamplitude an dem Maschinenträger deutlich geringer sein, aber möglicher- weise ist dies ein besserer Messort um einen Messsensor anzuordnen. Das Anordnen eines Messsensors an einem stark schwingenden Element, wie in diesem Beispiel der Gondelverkleidung, kann auch besonders problematisch für die Befestigung des Sensors sein. Es kommt aber auch in Betracht, bspw. den Statorstrom zu erfassen und auszuwerten und anhand der Auswertung bspw. über bekannte Eigenschaften der Windenergiean- läge, auf die tatsächliche Emission zu schließen, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.
Dazu wird dann vorgeschlagen, den Generatorfilter in Abhängigkeit des zurückgeführten Emissionssignals zu steuern, um die vom Generator abgegebene Emission zu reduzieren. Die Filtersteuerung ist dazu vorbereitet, was bedeutet, dass sie einen entsprechenden Signaleingang zur Zurückführung des Emissionssignals aufweist. Es wird also direkt oder indirekt eine Emission erfasst und dann über die Filtersteuerung der Generatorfilter entsprechend angesteuert bzw. betrieben. Somit kann hier auf unterschiedliche Betriebssituationen auf einfache Art und Weise reagiert werden. Der Generatorfilter braucht nur generell auf den allgemein zu erwartenden Aktionsbereich ausgelegt zu werden und die Ansteuerung kann dann einfach abhängig des Emissionssignals, das erfasst wurde, durchgeführt werden. Eine spezielle Anpassung oder Erfassung des aktuellen Betriebszustands der Windenergieanlage kann dadurch entbehrlich werden. Es kann auch ansonsten die Windenergieanlage im Wesentlichen wie bisher betrieben werden. Einzig die Filtersteuerung arbeitet so, dass sie die Filtereigenschaften des Gene-
ratorfilters verändert und an die jeweilige Emission anpasst. Hierdurch ist es auch besonders gut möglich, diese vorgeschlagene Lösung in einer Windenergieanlage nachzurüs- ten. Es bedarf im Wesentlichen nur des Generatorfilters einschließlich der Filtersteuerung und eines entsprechenden Messaufnehmers zum Erfassen des Emissionssignals. Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der Generator mehrere Te i Ig e n e ratorsy ste m e aufweist. Insbesondere sind zwei 3-phasige Teilstatoren vorgesehen, die je einen 3-phasigen Strom erzeugen und somit der Generator insgesamt einen 6-phasigen Statorstrom erzeugt. Dazu ist ein Stromerfassungsmittel vorgesehen, das dazu vorbereitet ist, den Statorstrom jedes Teilgeneratorsystems zu erfassen und jeweils wenigstens ein Stromsignal an die Filtersteuerung zum Steuern des Generatorfilters zu übertragen. Ein solches Stromsignal ist repräsentativ jeweils für den erfassten Statorstrom. Bspw. kann ein Messsignal jedes Statorstroms übertragen werden. Es kommt aber auch in Betracht, dass der erfasste Statorstrom bereits ausgewertet wird und in eine transformierten Darstellung übertragen wird, wie bspw. durch eine Zerlegung nach der Methode der symmetrischen Komponenten, so dass zumindest ein Vektor oder Zeiger für ein Mitsystem und für ein Gegensystem jedes 3-phasigen Statorstroms übertragen wird. Zum Erfassen des Statorstroms kann bspw. eine Stromzange oder ein Messwiderstand für jede Phase vorgesehen sein.
Es wird nun vorgeschlagen, dass die Filtersteuerung dazu vorbereitet ist, den Generator- filter in Abhängigkeit des Stromsignals zu steuern. Gemäß einer Variante wird vorgeschlagen, dass dies so erfolgt, dass Unterschiede zwischen den Statorströmen minimiert werden. Es werden also die Statorströme jedes Teilgeneratorsystems verglichen und der Generatorfilter wird dann so gesteuert, dass sich diese Statorströme zumindest in einigen Eigenschafen einander angleichen. Die Statorströme jedes Teilgeneratorsystems sind vorzugsweise gegeneinander phasenverschoben und diese Phasenverschiebung soll natürlich nicht angeglichen werden. Es kann aber die Amplitude und besonders auch die Oberwelligkeit jedes Statorstroms durch eine entsprechende Ansteuerung des Generatorfilters angeglichen werden.
Die Filtersteuerung kann dafür entsprechende kompensierende Oberwellenanteile vorge- ben, die dann von dem Generatorfilter verändert oder erzeugt werden können. Besonders im Falle der Verwendung eines Umrichters oder Wechselrichters als Generatorfilter kann hier eine entsprechende Kompensationskomponente für die betreffende Oberwellenkomponente oder die betreffenden Oberwellenkomponenten vorgegeben werden.
Es kommt auch in Betracht, dass zum Angleichen der beiden Teilgeneratorsysteme die abgegebenen Leistungen der Teilgeneratorsysteme betrachtet und durch den Generatorfilter angeglichen werden. Damit kann eine Symmetrierung zwischen den Teilgeneratorsystemen erfolgen. Systembedingt erzeugen solche Teilgeneratorsysteme, weil sie in demselben Synchrongenerator realisiert sind, grundsätzlich ganz ähnliche Ausgangssignale, insbesondere Statorströme. Dazu auftretende kleinere Unterschiede können durch die Filtersteuerung, die den Generatorfilter steuert angeglichen werden.
Es kommt auch in Betracht, dass nicht unmittelbar die Statorströme der mehreren, besonders zwei Generatorsystemen betrachtet werden, sondern nur deren Oberwellen, und davon abhängig durch eine entsprechende Steuerung des Generatorfilters diese Oberwellen angeglichen werden. Auch hier spielt die Überlegung eine Rolle, dass unterschiedliche Oberwelligkeiten des jeweiligen Statorstroms sich auch in einer unterschiedlichen Leistungsabgabe der beiden Teilgeneratorsysteme auswirken kann. Auch hier sollten die Unterschiede gering sein, können gleichwohl vorhanden sein und sich bspw. in Geräu- sehen oder aber auch dem Laufverhalten des Generators bemerkbar machen.
Außerdem oder alternativ wird vorgeschlagen, dass die Filtersteuerung dazu vorbereitet ist. den Generatorfilter in Abhängigkeit des jeweiligen Stromsignals so zu steuern, dass Unterschiede im Strombelag innerhalb des jeweiligen Teilgeneratorsystems reduziert werden. Gemäß dieser Ausführungsform wird somit vorgeschlagen, besonders die drei Phasen eines Statorstroms eines Teilgeneratorsystems zu betrachten und im Falle von Unsymmetrien, die zwischen diesen drei Phasen auftreten, den Generatorfilter entsprechend so zu steuern, dass diese Unsymmetrien zumindest reduziert werden. Diese Symmetrierung innerhalb eines Teilgeneratorsystems kann auch gleichzeitig oder kombiniert durchgeführt werden mit der beschriebenen Symmetrierung zwischen den einzelnen Teilgeneratorsystemen.
Die Vorbereitung der Filtersteuerung sieht auch hier insbesondere so aus, dass entsprechende Kompensationsanteile auf den Statorstrom aufgeprägt bzw. dazu addiert werden, um die gewünschte Symmetrierung zu erhalten. Das kann besonders dadurch erfolgen, dass ein Umrichter oder Wechselrichter als Generatorfilter verwendet wird und dieser Umrichter oder Wechselrichter die entsprechenden Stromkomponenten erzeugt und aufschaltet.
Somit kann sowohl eine Symmetrierung jeweils in einem der Teilgeneratorsysteme vorgenommen werden. Es können auch Abweichungen zwischen den Teilgeneratorsystemen verringert werden.
Vorzugsweise ist die Windenergieanlage dadurch gekennzeichnet, dass
- ein gemeinsamer Gleichspannungszwischenkreis zum Bereitstellen einer Zwi- schenkreisspannung vorgesehen ist und
- für den bzw. jeden Statorstrom ein Gleichrichtmittel vorgesehen ist, um den Statorstrom gleichzurichten und dem gemeinsamen Gleichspannungszwischenkreis zuzuführen, und
- zwischen dem Stator und jedem Gleichrichtmittel der gesteuerte Generatorfilter bzw. ein gesteuerter Teilfilter des gesteuerten Generatorfilters angeordnet ist, um den jeweiligen Statorstrom zu filtern, und
- wenigstens ein Wechselrichter vorgesehen ist, der eingangsseitig mit dem gemeinsamen Gleichspannungszwischenkreis verbunden ist, um die Zwischenkreisspan- nung in ein dreiphasiges Strom- und Spannungssignal wechselzurichten, und wobei
- der Wechselrichter mit einem elektrischen Versorgungsnetz gekoppelt ist, oder dazu vorbereitet ist, um das dreiphasige Strom- und Spannungssignal in das elektrische Versorgungsnetz einzuspeisen. Es wird somit ein gemeinsamer Gleichspannungszwischenkreist vorgeschlagen, auf den der gesamte Statorstrom gleichgerichtet wird, auch dann, wenn mehrere Teilsysteme bzw. mehrere Teilstatoren vorgesehen sind. Auf diesen gemeinsamen Gleichspannungszwischenkreis greift dann der nachgeschaltete Wechselrichter zu. Für jeden Statorstrom ist ein gesteuerter Teilfilter vorgesehen. Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass zum Steuern des Generators mehrere Steuerkennlinien vorhanden sind. Dazu wird vorgeschlagen, dass die Filtersteuerung dazu vorbereitet ist, zwischen mehreren Steuerkennlinien auszuwählen. Jede Steuerkennlinie ist dabei als eine Stromkennlinie ausgebildet und jede Stromkennlinie gibt eine Filtereinstellung, insbesondere einen Blindleistungswert, in Abhäng ig- keit des Statorstroms an. Je nach Bedarf kann also die entsprechende Steuerkennlinie ausgewählt bewerten und das führt dann dazu, dass abhängig eines Statorstroms eine entsprechende Filtereinstellung vorgenommen wird, insbesondere das abhängig eines Statorstroms ein Blindleistungswert einspeist.
Hierdurch kann auf einfache Art und Weise bspw. zwischen unterschiedlich dynamischen Reglern bzw. Reglereigenschaften gewählt werden. Bspw. können die Steuerkennlinien abhängig einer Unsymmetrie zwischen einzelnen Phasen oder auch abhängig einer Unsymmetrie zwischen mehreren Teilgeneratorsystemen ausgewählt werden. Außerdem können sie dann in Abhängigkeit besonders einer Amplitude des Statorstroms, bspw. seines Effektivwertes, die statorstromabhängige Blindleistung steuern. Es kommt aber auch in Betracht, dass die Steuerkennlinie in Abhängigkeit eines aufgenommenen Emissionssignals ausgewählt wird. Bspw. kann bei einer höheren Emission entsprechend eine steilere statorstromabhängige Blindleistungskennline ausgewählt werden. Die Filtersteuerung ist dazu besonders insoweit vorbereitet, als dass sie ein Speichermittel aufweist, in dem diese Stromkennlinien hinterlegt sind. Außerdem kann für eine Auswahl der so hinterlegten Stromkennlinie ein Prozessor vorgesehen sein, auf dem ein entsprechendes Auswählkriterium abgearbeitet wird.
Besonders können durch die Steuerkennlinien unterschiedliche Arbeitspunkte eingestellt werden.
Vorzugsweise wird auch vorgeschlagen, dass unterschiedliche Steuerkennlinien für unterschiedliche Anwendungsfälle vorgesehen werden. Insbesondere wird vorgeschlagen, als Steuerkennlinien eine Normalsteuerkennlinie, eine Geräuschsteuerkennlinie, eine Vergleichmäßigungskennlinie und eine Inertiakennlinie zu hinterlegen oder zumin- dest einige dieser Kennlinien.
Eine Normalsteuerkennlinie ist dabei eine Kennlinie, die zum Steuern des Generatorfilters so vorgesehen ist, dass der Statorstrom möglichst wenig Stromoberwellen aufweist. Eine solche Steuerung kann als Normalsteuerung und zugehörige Kennlinie somit als Normalsteuerkennlinie bezeichnet werden. Eine Geräuschsteuerkennlinie ist eine solche, die zum Steuern des Generatorfilters so vorgesehen ist, dass eine mechanische Schwingung bzw. eine Geräuschemission des Generators reduziert wird. Die Steuerkennlinie betrifft also speziell solche Schwingungsprobleme. Dazu kann die Geräuschsteuerkennlinie so vorgesehen sein, dass sie besonders eine Steuerungsregel beinhaltet, die dazu führt, dass der Generatorfilter so gesteu- ert wird, dass sich besonders die Geräusche reduzieren. Dazu kann diese Steuerkennlinie so ausgestaltet sein, dass besonders geräuschrelevante Komponenten des Statorstroms im Vordergrund stehen. Diese Geräuschsteuerkennlinie kann somit bspw. speziell
so ausgelegt werden, dass Oberwellen im Bereich der 6. oder 12. Harmonischen in Bezug auf eine mechanische Grundschwingung kompensiert werden bzw. speziell solche Oberwellenkomponenten zur Reduzierung von dem Generatorfilter erzeugt werden.
Eine Vergleichmäßigungskennlinie ist eine solche Steuerkennlinie, die den Generatorfilter so steuert, dass Teilgeneratorsysteme einen möglichst geringen Leistungsunterschied aufweisen. Eine solche Vergleichmäßigungskennlinie kann besonders zur Anwendung für jede Phase oder für jedes Teilgeneratorsystem vorgesehen sein und eine Dynamik oder Steilheit aufweisen, die dazu führt, dass die Teilgeneratorsysteme bzw. die einzelnen Phasen zusammen einen stabilen Arbeitspunkt finden. Besonders kann die Steuerkennli- nie so eingestellt werden, dass sich die Systeme nicht in dem Versuch der Symmetrie- rung gegenseitig aufschwingen. Die Generatorsysteme weisen zumindest eine Dynamik auf und eine Steuerkennlinie, wenn sie im einfachsten Fall eine Gerade mit Steigung ist, kann dann einen Verstärkungsfaktor ausbilden bzw. wie ein Verstärkungsfaktor wirken. Je nach Wahl des Ve rstä rk u ng sfa ktors ergibt sich dann ein mehr oder weniger stark schwingendes System. Neben bekannten regelungstechnischen Auslegungen kommt hier auch in Betracht, unterschiedliche Steuerkennlinien in einer Simulation zu testen.
Statt der oder zusätzlich zur Untersuchung eines Leistungsunterschiedes kann die Vergleichmäßigungskennlinie auch für etwaige Stromunterschiede im Statorstrom vorgesehen sein, ist also so ausgelegt, dass der Stromunterschied, sei es nun zwischen den Teilgeneratorsystemen oder zwischen den Phasen jeweils eines Teilgeneratorsystems, möglichst gering ausfällt bzw. reduziert werden kann.
Eine Inertiakennlinie, die auch synonym als Kennlinie zum Bereitstellen einer Momentanreserve bezeichnet werden kann, ist eine solche, die zu einer Steuerung des Generatorfilters so führt bzw. verwendet wird, dass der Generator einen möglichst schnellen Leis- tungsanstieg realisieren kann. Ein solcher Momentanreservefall kann dann vorliegen, wenn ein plötzlicher Frequenzeinbruch eine kurzfristige höhere Einspeiseleistung erfordert. Das führt dann dazu, dass diese höhere Einspeiseleistung auch von dem Generator abzugeben ist. Der Generator muss dann mehr Leistung abgeben, wodurch er abgebremst wird. Diese Leistung, die der Generator plötzlich mehr abgeben muss, wird somit ebenfalls über den Statorstrom abgegeben und entsprechend ist dieser Statorstrom so zu steuern, dass er sich sehr schnell, bspw. innerhalb von 10 bis 50 ms, erhöht, bspw. um 10 Prozent.
Eine solche schnelle Leistungserhöhung kann auch Auswirkungen auf die Stromqualität, insbesondere die Oberwellen haben. Außerdem ist zu beachten, dass die höhere Leistungsabgabe mit einem Abbremsen des Generators einhergeht, was wiederum zu einer Verringerung der Frequenz des Statorstroms führt. Für einen solchen Fall ist die Inertia- kennlinie vorgesehen. Vorzugsweise ist eine solche Inertiakennlinie besonders flach, so dass sie eher weniger als die anderen Kennlinien in die Steuerung eingreift. Dem liegt besonders die Erkenntnis zugrunde, dass zum Einen in einem solchen Fall, in dem eine Momentanreserve bereitgestellt werden muss, dieses Bereitstellen der Momentanreserve im Vordergrund steht. Außerdem ist ein solcher Fall der Momentanreserveeinspeisung vergleichsweise kurz, bspw. im Bereich von 10 Sekunden, so dass in dieser Zeit, in der sich auch die Frequenz des Statorstroms ändert, nicht mit einem Resonanzfall zu rechnen ist, weil kein dafür nötiger stationärer Fall vorliegt. Es ist also nicht mit Geräuschproblemen zu rechnen, und sollten doch Geräuschprobleme auftreten, so wären diese für den kurzen Zeitraum des Inertiafalls hinnehmbar. Die Inertiakennlinie kann aber auch so ausgebildet sein, dass ein besonders hoher Blindstrom eingespeist wird, um dadurch eine Erregung in dem Generator zu erhöhen und damit die Erhöhung der Abgabeleistung zusätzlich noch zu unterstützen. Eine solche Erhöhung der Abgabeleistung durch einen entsprechen geänderten Statorstrom kann die Leistungserhöhung in diesem Momentanreservefall beschleunigen. Auch für diese erläuterten Kennlinien wurde erkannt, dass diese unterschiedliche Arbeitspunkte einstellen können.
Insbesondere wird vorgeschlagen, dass die Filtersteuerung dazu vorbereitet ist, einen Arbeitspunkt des Generators zu verändern. Besonders ist die Filtersteuerung dazu vorbereitet, den Generatorfilter zum Verändern einer Erregung des Generators zu steuern. Insoweit werden hier vorstehend bereits beschriebene Maßnahmen vorgeschlagen. Es ist zu beachten, dass solche Maßnahmen, also besonders ein gezieltes Auswählen eines Arbeitspunktes auch anders als über eine der vorgeschlagenen Steuerkennlinien realisiert werden kann. Ganz generell wird vorgeschlagen, dass das Einstellen eines Arbeitspunktes durch den einstellbaren Generatorfilter durch das Einstellen von Blindleistung vorgenommen werden kann, also durch das Aufaddieren von Blindstrom auf den Statorstrom. Das kann besonders durch Verwendung eines aktiven Generatorfilters erfolgen, besonders über Verwendung eines Umrichters oder Wechselrichters als Generatorfilter.
Erfindungsgemäß wird auch ein Verfahren zum Steuern eines Statorstroms eines Generators einer Windenergieanlage vorgeschlagen. Auch hier ist der Generator als getriebeloser Synchrongenerator mit einem Stator und einem Läufer ausgebildet. Das Verfahren umfasst zumindest die Schritte, Filtern wenigstens eines Statorstroms des Generators mittels eines am Stator des Generators angeschlossenen Generatorfilters, wobei der Generatorfilter veränderbare Filtereigenschaften aufweist, und Steuern des Generatorfilters mittels einer Filtersteuerung, um die Filtereigenschaften einzustellen.
Das Einstellen der Filtereigenschaften kann hierbei und auch bei den übrigen Ausführungsformen auch bedeuten, dass Filtereigenschaften emuliert werden. Die bereits beschriebenen Ausführungsform, demnach durch den Generatorfilter ein Strom erzeugt und auf den Statorstrom aufgeschaltet wird, der sich so verhält, als sei ein passiver Filter angeschlossen, ist ein Beispiel einer Emulation von Filtereigenschaften.
Insbesondere verwendet das Verfahren eine Windenergieanlage gemäß wenigstens einer vorstehend beschriebenen Ausführungsform. Die vorstehend beschriebenen Aus- führungsformen einer Windenergieanlage beinhalten auch Beschreibungen zu Verfahrensschritten oder Verfahrenseigenschaften, zu denen besonders erläutert wurde, dass der Generatorfilter bzw. die Filtersteuerung dazu jeweils vorgesehen oder vorbereitet sind. Es wird vorgeschlagen, dass das erfindungsgemäße Verfahren gemäß Ausführungsformen solche Verfahrensschritte oder Verfahrenseigenschaften umfassen kann. Erfindungsgemäß wird auch ein Generatorfilter einer Windenergieanlage zum Filtern eines Generatorstroms eines getriebelosen Synchrongenerators der Windenergieanlage vorgeschlagen. Ein solcher Generatorfilter umfasst einen Filteranschluss zum Anschließen des Generatorfilters an einen Statorstromausgang des getriebelosen Generators, und der Generatorfilter umfasst eine Filtersteuerung zum Steuern des Generatorfilters, wobei der Generatorfilter veränderbare Filtereigenschaften aufweist. Es wird somit insbesondere ein Generatorfilter vorgeschlagen, der dazu vorbereitet ist, so gesteuert zu werden, wie das gemäß wenigstens einer vorstehend beschriebenen Ausführungsform einer Windenergieanlage beschrieben ist.
Insgesamt wird, als Windenergieanlage, Generatorfilter oder Verfahren zum Steuern eines Statorstroms, eine Lösung vorgeschlagen, die grundsätzlich das Betriebsverhalten eines getriebe losen Synchrongenerators einer Windenergieanlage verbessern hilft. Dadurch eine Geräuschreduzierung zu erreichen oder zu unterstützen, ist einer der Aspekte.
Grundsätzlich wird aber auch eine Verbesserung der Steuerbarkeit des Generators ermöglicht, weil die vorgeschlagenen Lösungen einen zusätzlichen Eingriff in die Steuerung des Generators schaffen, nämlich zusätzlich zur unmittelbaren Steuerung eines Erregerstroms im Läufer des Generators. Damit kann somit bspw. auch über diesen zusätzlichen Steuereingriff die Leistungserzeugung verbessert werden. Auch eine differenzierte Betrachtung unterschiedlicher Generatorteilsysteme ist möglich und es kann ein Ausgleich bei Unsymmetrien geschaffen werden. Überhaupt kann auch insgesamt durch den zusätzlichen Eingriff der Arbeitspunkt des Generators besser eingestellt werden.
Besonders auch der sog. Inertiafall bzw. Momentanreservefall, bei dem aus Rotationse- nergie eine Momentanreserve bereitgestellt wird, kann gezielt durch die vorgeschlagenen Lösungen adressiert werden. Besonders kann eine schnelle Bereitstellung der hierfür notwendigen Generatorleistung erreicht werden. Durch ein Erhöhen der Erregerleistung durch unmittelbare Steuerung der Erregerleistung im Läufer kann eine solche Leistungserhöhung gesteuert werden. Dabei sind aber besonders die Zeitkonstanten des Läufers für die Erregersteuerung zu beachten und solche Zeitkonstanten können bspw. im Bereich von 1 bis 2 Sekunden, insbesondere 1 bis 1 ,5 Sekunden liegen. Durch eine vorgeschlagene Steuerung eines aktiven Generatorfilters kann eine solche Zeit verkürzt werden. Die Leistungserhöhung durch Steuerung des Erregerstroms soll dabei insbesondere ergänzt werden. Besonders kann eine noch schnellere Erhöhung dieser Leistung erreicht werden, wobei dann aber durch eine Erhöhung des Erregerstroms diese erhöhte Abgabeleistung gut gehalten werden kann.
Im Ergebnis lässt sich durch die vorbeschriebene Lösung besonders eine Schallreduzierung erreichen, besonders auch für einen Synchrongenerator mit zwei 3-phasigen Systemen. Hier spielt besonders auch die Symmetrierung beider Teilsysteme eine Rolle. Außerdem kann eine Wirkungsgraderhöhung erreicht werden. Schließlich kann auch eine schnellere Steuerung besonders einer Abgabeleistung erreicht werden.
Nachfolgend wird die Erfindung exemplarisch anhand von Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren näher beschrieben.
Figur 1 zeigt eine Windenergieanlage in einer perspektivischen Darstellung. Figuren 2-4 zeigen jeweils einen Aufbau einer Filterschaltung mit Generator und Generatorfilter in einer schematischen Darstellung.
Figur 1 zeigt eine Windenergieanlage 100 mit einem Turm 102 und einer Gondel 104. An der Gondel 104 ist ein Rotor 106 mit drei Rotorblättern 108 und einem Spinner 1 10 angeordnet. Der Rotor 106 wird im Betrieb durch den Wind in eine Drehbewegung versetzt und treibt dadurch einen Generator in der Gondel 104 an. Figur 2 zeigt eine Anordnung 200, die besonders einen Generatorfilter 202 zeigt und wie dieser mit einem Generator 204 und einem Gleichrichter 206 verbunden ist.
Die Anordnung 200 geht somit von einem Generator 204 aus, der als getriebe loser Synchrongenerator ausgebildet ist und zwei Statorteilsysteme 208 aufweist. Die beiden Statorteilsysteme 208, die insoweit zwei Generatorteilsysteme bilden, sind im Wesentli- chen gleich, allerdings gegeneinander elektrisch um 30 Grad verschoben. Jedes der Statorteilsysteme 208 weist einen Statorstromausgang 210 auf, an dem jeweils ein 3- phasiger Statorstrom ls ausgegeben wird. Jeder Statorstrom ist vereinfachend mit einem Pfeil dargestellt, wobei jeder Statorstrom ls aber 3-phasig ist und somit jeweils eine Phase in jeder Leistung fließt. Jeder Statorstrom wird dann in jeweils einem Gleichrichtmittel 212 des Gleichrichters 206 gleichgerichtet. Es ergibt sich dabei ein gemeinsamer Gleichstrom bzw. eine gemeinsame Gleichspannung, die an den Gleichspannungszwischenkreis 214 bereitgestellt wird. Der Gleichspannungszwischenkreis umfasst zum Glätten und Halten seiner Gleichspannung einen Zwischenkreiskondensator 216. Ausgehend von der Gleichspannung des Gleichspannungszwischenkreises 214 kann dann ein Netzwechselrichter 1 18 einen gewünschten Wechselstrom erzeugen und in das symbolisch dargestellte elektrische Versorgungsnetz 220 einspeisen. Besonders auf die Weiterverwendung des Netzwerks 218 zur Einspeisung in das elektrische Versorgungsnetz 220 kommt es ist nicht im Detail an, so dass auch hier die Darstellung sehr vereinfachend ist. Der Generatorfilter 202 weist nun zwei Filterwechselrichter 222 auf, die jeweils einen Teilfilter bilden. Jeder Filterwechselrichter 222 ist an jeweils einem Statorstromausgang 210 angeschlossen und kann somit den betreffenden Statorstrom filtern.
Die Filterung erfolgt dann so, dass Spannungen am Statorstromausgang 210 gemessen werden, was auch jeweils durch den betreffenden Filterwechselrichter 222 erfolgen kann. Davon abhängig kann der Filterwechselrichter 222 dann einen entsprechenden Filterstrom bzw. eine Filterspannung erzeugen und dem Statorstrom ls aufaddieren. Dafür wird jeweils ein Filterstrom IF erzeugt, der hier auch 3-phasig ausgebildet ist. Jeder Filterstrom
IF wirkt an dem jeweiligen Filteranschlusspunkt 224 auf den jeweiligen Statorstrom ls. Der Filteranschlusspunkt 224 ist im Grunde galvanisch identisch mit dem jeweiligen Statorstromausgang 210. Damit wirkt der Filterstrom IF auch auf den Generator 204, nämlich auf das jeweilige Statorteilsystem 208. Vorzugsweise wird zumindest ergänzend durch den Filterstrom IF ein Blindleistungsanteil an dem Filteranschlusspunkt 224 angeleitet und dieser Blindleistungsanteil wirkt dann über den Statorstromausgang 210 auf das betreffende Statorteilsystem 208 und beein- flusst damit dort den Generator 204 bzw. sein Verhalten.
Jeder Filterwechselrichter 222 kann über einen Gleichstromanschluss 226 mit dem Gleichspannungszwischenkreis 214 verbunden sein und darüber einen Gleichstrom beziehen. Jeder Filterwechselrichter 222 kann dabei auch als rückspeisefähiger Gleichrichter vorgesehen sein bzw. arbeiten und einen Gleichstrom in den Gleichspannungszwischenkreis einspeisen.
In einer alternativen zweiten Ausgestaltung wird statt des Gleichstromanschlusses 226 zum Gleichspannungszwischenkreis 214 nur jeweils eine Kapazität 225 an die DC-Seite des Filterwechselrichters 222 angeschlossen, ohne diese mit dem Gleichspannungszwischenkreis zu verbinden. Der Filterwechselrichter 222 arbeitet dann so, dass er DC-seitig keine Energie zu- oder abführt. Der Filterwechselrichter 222 arbeitet hierbei so, dass der Filterstrom IF für einen längeren Zeitraum Energie weder zu- noch abführt. Für einen kurzen Zeitraum kann Energie in der DC-seitig angeschlossenen Kapazität zwischengespeichert und daraus wieder abgegeben werden. Das zeigt Fig. 3, die ansonsten der Figur 2 entspricht.
In einer alternativen dritten Ausgestaltung wird statt des Gleichstromanschlusses 226 zum Gleichspannungszwischenkreis 214 auch jeweils eine Kapazität 225 an die DC-Seite des Filterwechselrichters 222 angeschlossen, wie bei der zweiten Ausgestaltung, ohne diese mit dem Gleichspannungszwischenkreis 214 zu verbinden. Es wird aber eine DC- Verbindung 227 zwischen diesen Kapazitäten 225 der beiden Filterwechselrichters 222 vorgeschlagen, die aber keinen Kontakt zum Gleichspannungszwischenkreis 214 hat. Darüber können evtl. kleine Unsymmetrien der beiden Statorströme ls bzw. der beiden Statorteilsysteme 208 ausgeglichen werden. Das zeigt Fig. 4, die ansonsten der Figur 2 entspricht.
Zum Steuern des Generatorfilters 202 und insbesondere der Filterwechselrichter 222 ist eine Filtersteuerung 228 vorgesehen, was wenigstens alle drei Ausgestaltungen betrifft. Diese Filtersteuerung 228 kommuniziert mit beiden Filterwechselrichtern 222. Damit kann die Filtersteuerung 228 auch die beiden Filterwechselrichter 222 untereinander steuern. Eine Symmetrierung oder zumindest teilweise Angleichung der beiden Statorteilsysteme 208 kann dann so vorgenommen werden, dass zunächst jeder Filterwechselrichter 222 den jeweiligen Statorstrom ls erfasst, also misst. Gleichzeitig kann dabei auch eine entsprechende Ausgangsspannung an jedem Statorstromausgang 210 erfasst werden.
Basierend auf diesen Messungen kann zum Einen eine entsprechende Steuerung jedes einzelnen Filterwechselrichters 222 vorgenommen werden, zum Anderen können diese Daten aber auch zur Filtersteuerung 228 zur gemeinsamen und insbesondere auch vergleichenden Auswertung gegeben werden. Die Filtersteuerung 228 kann dann entsprechende Steuerungsanweisungen an die Filterwechselrichter 222 geben. Diese Steuerungsanweisungen können dabei zwischen den beiden Filterwechselrichtern 222 unter- schiedlich sein. Es kommt auch in Betracht, dass jeder Filterwechselrichter 222 teilweise eine eigenständige Steuerung bzw. Regelung durchführt. Dazu kann die Filtersteuerung 228 entsprechende Steuerkennlinien an dem jeweiligen Filterwechselrichter 222 übertragen.
Es kommt auch in Betracht, was die Figur 2 nicht darstellt, dass weitere Steuerungsver- knüpfungen vorgesehen sind, nämlich zum Einen zu einer Erregersteuerung, die den Erregerstrom des Generators 204 steuert, andererseits aber auch zu einer Ausgangssteuerung, die den Netzwechselrichter 218 steuert. Weitere Auswertungen und Steuerverbindungen bspw. zu einer Erfassung der Gleichspannung im Gleichspannungszwischenkreis 214 werden gemäß weiterer Ausführungsformen auch vorgeschlagen, sind in Figur 2 aber nicht dargestellt.
Es ist erkennbar, dass der Generatorfilter 202 dadurch, dass er im Wesentlichen aus zwei Filterwechselrichtern 222 und einer Filtersteuerung 228 aufgebaut ist, äußerst flexibel agieren kann. Im Grunde ist dadurch eine vielfältige Filterung und Steuerung möglich, die durch einen Prozessrechner vorbereitet und gesteuert werden kann. Die Umsetzung dieser Steuerung kann dann durch einen Filterwechselrichter 222 erfolgen. Ein solcher Filterwechselrichter 222 kann im Grunde ein herkömmlicher Wechselrichter sein, der auf die entsprechenden Spannungs- und Stromwerte ausgelegt ist. Vorzugweise wird ein Toleranzbandverfahren verwendet, um damit den Filterstrom IF präzise einstellen zu können.
Somit können auch auftretende Effekte untersucht werden und dazu Steuerungslösungen geplant werden, die dann auf einfache Art und Weise durch entsprechende Ansteuerung der Filterwechselrichter 222 umgesetzt werden können.