HOCHLEISTUNGSBETON ENTHALTEND AEROGELGRANULAT
Gegenstand der Erfindung ist eine Aerogelbetonmischung, ein daraus erhaltener Hochleistungsaerogelbeton sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung .
Die Anforderungen an den Wärmeschutz von Wohn- und Nichtwohnge- bäuden haben seit Beginn des Jahrtausends zu einer Vielzahl von Weiterentwicklungen im Bereich der Baustoffe für massive Außenwände geführt. Sollen die in den nationalen Regelwerken hinterlegten, aus der EU-directive on the energy Performance of buildings (The European Par- liament and the Council of the European Union. Directive 2010/31/EU on the energy Performance of Buildings. Official Journal of the European Union L 153/13; 18.06.2010) resultierenden Anforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten (wie beispielsweise dem U-Wert in der EnEv 2014 (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Zweite Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung . Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil I Nr. 67. Bonn; 21.11.2013) durch einschalige Konstruktionen erfüllt werden, ist dies in der Regel nur durch die Verwendung von Mauerwerkssteinen mit geringer Rohdichte und damit verbunden mit geringer Druckfestigkeit möglich. Die Wärme- i^ii-fä h in i^ii-^n unn wärmeschutzmauerwerk liegen im Bereich λ = 0,06
W/(m-K) bis λ = 0,16 W/(m-K) (Tabelle 1, Zeile 1 bis 6), so dass in der Regel Wanddicken zwischen 36,5 cm und 49 cm erforderlich sind, um die geforderten U-Werte zu erzielen.
Tabelle 1: Rohdichten, Wärmeleitfähigkeiten und Druckfestigkeiten ausgewählter massiver Wandbaustoffe
P [ 10 3- fk bzw. λ
Material p (kg/m3) M N m 2 K/
(0ck (MPa) (W/(mK))
Wkg]
1 Leichtbetonstein Bisomark
315-335 0,8 0,06 42,3 Hbn *
2 Porenbetonstein Ytong PP
250 0,8 0,07 45,7 1,6-0,25 **
3 Poroton Ziegel S9-MW *** 810-900 4,2 0,09 57,6
4 Porenbetonstein Ytong PP
400 1,8 0,10 45,0 2-0,40 **
5 Leichtbetonstein Bisoplan
600 2,5 0,14 29,8 14 *
6 Poroton Planziegel T16 *** 710-800 4,7 0,16 41,4
7 Kalksandstein Silka KS L-R 0,56-
1210-1400 5,6 8,3 p 12-1,4 **** 0,70
8 0,89-
Leichtbeton LC35/38 **** 1500-1600 35,0 26,2
1,00
9 Kalksandstein Silka KS-R P 0,99-
1810-2000 10,5 5,9 20-2 0 **** 1,10
1 Normalbeton C12/15
2200-2400 12,0 1,65-2,0 3,3 0
1
Stahlbeton C30/37 ***** 2300-2400 30,0 2,3-2,5 5,7 1
* Bisotherm GmbH. Mauerwerk-Komplett-Programm Bauen, Mülheim- Kärlich; 2013.
**Xella Deutschland GmbH. Produktprogramm 2015. Duisburg; 2015.
*** Wienerberger GmbH. Preisliste 2014 Poroton-Ziegelsysteme. Hannover; 2014.
**** DIN 4108-4: 2013-02 Thermal insulation and energy economy in buildings - Part 4: Hygrothermal design values. Berlin: Beuth Verlag; 2013.
***** ISO 10456: 2010-05 Building materials and products - Hygrothermal properties - Tabulated design values and procedures for determining declared and design thermal values. Berlin: Beuth Verlag; 2010.
Die in Tabelle 1 angegebene Leistungsfähigkeit wird definiert als das Verhältnis zwischen Druckfestigkeit in [MN/m2] und dem Produkt aus Rohdichte p in [kg/dm3] und Wärmeleitfähigkeit λ in [W/mK] .
Wie aus Tabelle 1 ersichtlich ist, liegen die Druckfestigkeiten dieser im Hinblick auf eine niedrige Wärmeleitfähigkeit optimierten Baustoffe im Bereich fk < 4,7 MPa. Trotz der großen Wanddicken können diese Baustoffe daher üblicherweise nur für Bauwerke mit geringer Geschossanzahl verwendet werden. Sind größere Druckfestigkeiten erforderlich, ist aufgrund der größeren Rohdichten und der damit einhergehenden höheren Wärmeleitfähigkeiten (Tabelle 1, Zeile 7 bis 11) in der Regel eine
einschalige Außenwandkonstruktion ohne weitere Wärmedämmung nicht mehr realisierbar. Zumeist werden in diesem Fall Tragschalen aus Normalbeton, Leichtbeton oder Kalksandstein mit Wärmedämmverbundsystem oder mit Kerndämmung und Verblendschale (zweischalige Wände) ausgeführt.
Über die Idee, Aerogelgranulat in eine Zementmatrix einzubetten, wurde erstmalig in Ratke L, Herstellung und Eigenschaften eines neuen Leichtbetons: Aerogelbeton. Beton- und Stahlbetonbau 103 (2008) Heft 4, S. 236 bis 243 berichtet. Hierbei wurden überwiegend superhydrophobe Silika-Aerogelgranulate mit einer Partikelgröße von 0,01 bis 4,0 mm, einer Porosität > 90% und einer Partikelrohdichte von 120 bis 150 kg/m3 verwendet, die normalfesten Mischungen aus CEM II 32,5 R, CEM I 42, 5R und CEM I 52, 5R zugegeben wurden. Der Aerogelanteil wurde zwischen 50 Vol.-% und 75 Vol.-% variiert, so dass Aerogelbeto- ne mit Dichten 580 kg/m3 < p < 1.050 kg/m3 hergestellt wurden. Die Ergebnisse der Versuche zeigen die hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften dieses Werkstoffs. Bei einer gleichmäßigen Verteilung von 70 Vol.-% Aerogelgranulat wurde eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,10 W/(m-K) gemessen. Der Aerogelbeton weist somit eine Wärmeleitfähigkeit auf, die mit der von Wärmeschutzmauerwerk (Tabelle 1, Zeile 1 bis 6) vergleichbar ist. Die an Prismen mit 40 mm Kantenlänge ermittelten mittleren Druckfestigkeiten lagen im Bereich 0,6 < /cm,prism4o ^ 1,5 MPa und somit deutlich unter den Druckfestigkeiten der in Tabelle 1 aufgeführten Wandbaustoffe. Die aus den Ergebnissen der Druckfestigkeitsprüfungen abgeleiteten E-Moduli lagen zwischen 52 MPa und 127 MPa. Die Leistungsfähigkeit der erfindungsgemäßen Aerogelbetone betrug vorzugsweise 9,3- 10 3 MNm2K/Wkg. Bei der Berechnung wurde die
Prismenfestigkeit Cm,prism4o mit den Faktor 0,9 auf die Würfeldruckfestig¬ keit (150 mm Kantenlänge) fcm umgerechnet.
Aus der DE 10 2006 033 061 AI geht, insbesondere aus dem Beispiel 1 in Kombination mit dem Absatz [0036] eine Aerogelbetonmischung hervor, die Aerosil®, Portlandzement, ein Dispergiermittel in Form einer Kieselgel-Suspension, einen Betonverflüssiger und einen Leichtzuschlagstoff in Form von Superlite® enthält.
In Hub A., Zimmermann G., Knippers J., Leichtbeton mit Aerogelen als Konstruktionswerkstoff. Beton- und Stahlbetonbau 108 (2013) Heft 9, S. 654 bis 661 wurde Silika-Aerogelgranulat in eine nicht näher beschriebene Matrix aus Ultrahochleistungsbeton (UHPC) eingebettet, um die Druckfestigkeit von Aerogelbeton zu verbessern. Die gemessenen Wärmeleitfähigkeiten lagen zwischen λ = 0,06 W/(m-K) für Mischungen mit einer Rohdichte von p < 400 kg/m3 und λ = 0,10 W/(m- K) für Mischungen mit einer Rohdichte von p = 570 kg/m3. Die Druckfestigkeit für Mischungen im Bereich 500 kg/m3 < p < 620 kg/m3 wurde zu 1,4 < cm,prism4o ^ 2,5 MPa bestimmt, so dass prinzipiell der beabsichtigte posi¬ tive Effekt der UHPC-Matrix auf die Druckfestigkeit beobachtet werden kann. Die Druckfestigkeit des Aerogelbetons mit p < 400 kg/m3 wurde nicht untersucht. Die weiteren Ergebnisse der Untersuchungen in Hub et al. zeigen, dass Aerogelbeton einen niedrigen E-Modul (ECm = 1100 MPa), einen hohen Frostwiderstand, einen niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten (5,3 x 10"6 1/K), eine hohe Schwindneigung (2,2 mm/m) und eine sehr niedrige Verbundspannung (0,95 N/mm2 bei einem Schlupf von 0,02 mm für Betonstahl 0 8 mm) aufweist. Die Leis-
tungsfähigkeit der untersuchten Aerogelbetone auf UHPC-Basis lag bei 25,2- 10~3 MNm2K/Wkg.
Die Druckfestigkeit, die Biegezugfestigkeit und die Wärmeleitfähigkeit von Aerogelbeton wurden auch in Gao T., Jelle B.P., Gustavsen A., Ja- cobsen S., Aerogel-incorporated concrete: An experimental study.
Construction and Building Materials 52 (2014), S. 130-136 untersucht. Für die untersuchten Mischungen wurden hydrophobiertes Aerogelgra- nulat mit einer Korngröße von 2 bis 4 mm, CEM I 52,5 R, Silikastaub, Plastifizierer, Sand und destilliertes Wasser verwendet. Der Wasser- Bindemittel-Wert wurde auf 0,4 festgelegt, das Volumen der Zuschläge (Aerogel und Sand) auf 60 Vol.-%. Hierbei variierte der Aerogelanteil zwischen 0 und 60 Vol.-%, was zu Rohdichten im Bereich von 1.000 kg/m3 und 2.300 kg/m3 führte. Für die interessanteste Mischung mit einem Aerogelanteil von 60 Vol.-% waren die Ergebnisse
λ = 0,26 W/(m-K), Cm,prism4o = 8,3 MPa und
= 1,2 MPa. Es wurden mathematische Beziehungen für die Zusammenhänge zwischen Wärmeleitfähigkeit und Dichte sowie Druckfestigkeit und Dichte abgeleitet. Die Leistungsfähigkeit der erfindungsgemäßen Aerogelbetone betrug vorzugsweise zwischen 13,9- 10"3 und 28,7- 10"3 MNm2K/Wkg.
In Ng S., Jelle B.P., Sandberg L.I.C., Gao T., Wallevik O.H., Experimental investigations of aerogel-incorporated ultra-high
Performance concrete. Construction and Building Materials 77 (2015), S. 307-316 wird über weitere Optimierungen des Aerogelbetons berichtet. Hier wurden 20 bis 80 Vol.-% Aerogelgranulat in eine UHPC- Mischung eingebettet, wobei ein Aerogelanteil von 50 Vol.-% als optimal betrachtet wird . Für diese Mischung wurde eine Rohdichte von
1.350 kg/m3, eine Druckfestigkeit von Cm,prism4o = 20 MPa und eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,55 W/(m-K) ermittelt. Während also eine erhebliche Steigerung der Druckfestigkeit erzielt wurde, blieb die Wärmeleitfähigkeit deutlich über den bislang ermittelten Werten für Aero- gelbetone. Eine Erhöhung des Aerogelanteils auf 70 Vol.-% brachte eine erhebliche Reduzierung der Druckfestigkeit, um den Faktor 4, mit sich ( cm,prism4o = 5,8 MPa), führte aber nur zu einer Verbesserung der Wär¬ meleitfähigkeit um 20% auf λ = 0,44 W/(m-K). Für Probekörper aus parallel hergestellten Zement-Silica-Mischungen, die ohne die für UHPC typischen Feinbestandteile (Sand und Feinsand) hergestellt wurden, wurden bei gleichen Aerogelanteilen erheblich geringere Druckfestigkeiten und Wärmeleitfähigkeiten beobachtet. Diese Zement-Silica- Mischungen wurden mit einem erhöhten Wasser-Zement-Wert von 0,60 hergestellt, da keine Fließmittel zugegeben wurden. Die Leistungsfähigkeit der erfindungsgemäßen Aerogelbetone lag vorzugsweise zwischen 21,8- 10~3 und 25,4- 10~3 MNm2K/Wkg.
Bislang zeigte Aerogelbeton hervorragende physikalische Eigenschaften, aber der niedrige E-Modul, die hohe Schwindneigung, die geringen Verbundspannungen und insbesondere die Druckfestigkeit, die noch immer unter der von Ziegel- oder Leichtbetonmauerwerk mit vergleichbarer Wärmeleitfähigkeit liegt (Tabelle 1 = charakteristische Werte), stehen einer Anwendung von Aerogelbeton für tragende Wände von mehrgeschossigen Gebäuden entgegen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher in der Bereitstellung druckfester jedoch wenig wärmeleitfähiger Betone, Betonfertigtei-
le, Estriche, Fertigteilestriche, (GFK-)bewehrte Betone, Brandschutzplatten, Bauelemente zur thermischen Trennung und Mauersteine.
Die vorgenannte Aufgabe wird in einer ersten Ausführungsform gelöst durch eine Aerogelbetonmischung enthaltend :
10 bis 85, insbesondere 75 Vol.-%/m3 Aerogelgranulat mit einer Korngröße im Bereich von 0,01 bis 4 mm,
100, insbesondere 200 bis 900 kg/m3 anorganisches hydraulisches Bindemittel,
10, insbesondere 20 bis 40 Gew.-% bezogen auf den Gehalt an Bindemittel wenigstens einer Kieselgel-Suspension,
1, insbesondere 2 bis 5 Gew.-% bezogen auf den Gehalt an Bindemittel wenigstens eines Fließmittels,
0,2 bis 1 Gew.-% bezogen auf den Gehalt an Bindemittelgehalt wenigstens eines Stabilisierers sowie
0, insbesondere 10 bis 60 Vol.-%/m3 wenigstens eines Leichtzuschlages, beispielsweise Leichtsande, Blähton und/oder Blähglas.
Erfindungsgemäß werden Hochleistungsbetone erhältlich, bei denen durch Einbettung von Aerogelgranulat in eine hochfeste Zementmatrix „Aerogelbeton" entwickelt wird, der die Vorzüge von herkömmlichen Betonen (hohe Druckfestigkeit, beliebige Formbarkeit) mit den Eigenschaften eines Wärmedämmstoffs vereint. Kern der Erfindung ist somit die Entwicklung eines Baustoffs, der bei vergleichbaren Wärmeleitfähigkeiten die Druckfestigkeiten von konventionellem Wärmedämmmauerwerk deutlich übertrifft und sich somit zur Herstellung von einschaligen Außenwänden mehrgeschossiger Gebäude ohne weitere Wärmedämmung eignet.
Auf Grundlage der Mischungszusammensetzungen für Hochleistungsbeton (HPC), Ultrahochleistungsbeton (UHPC) und Leichtbeton (LC) werden Mischungen für Aerogelbeton bereitgestellt. Der erfindungsgemäße Aerogelbeton weist außerordentliche Wärmedämmeigenschaften und eine mit Normalbeton vergleichbare Druckfestigkeit auf. Die hervorragenden Wärmedämmeigenschaften werden durch die Verwendung von Aerogelgranulat in einer Menge von 10 Vol. % bis 85, vorzugsweise 70 Vol.-%/m3, insbesondere 60 bis 65, bevorzugt 50 bis 70 Vol.-%/m3 erreicht. Die Korngröße des Aerogels beträgt 0,01 bis 4 mm, insbesondere 1 bis 4 mm. Diese Korngröße kann durch einfaches Sieben erhalten werden. Hierbei werden Feinbestandteile, insbesondere Staub entfernt. Die Anwesenheit dieser Feinbestandteile führt zu einer Verschlechterung der Druckfestigkeitswerte.
In DE 10 2006 033 061 AI wird der Mischung Sand zugegeben, wie es üblicherweise bei der Mischung von Betonen und Mörtel der Fall ist. Erfindungsgemäß wird jedoch auf Sand und Grobzuschläge vorzugsweise vollkommen verzichtet (ausgenommen Mischungen mit zusätzlichen Leichtzuschlägen).
Die Zusammenstellung der einzelnen Komponenten des erfindungsgemäßen Aerogelbetons erfolgt unter Berücksichtigung der bekannten M ischungszusammensetzungen für HPC, UHPC und LC. Die untersuchten Komponenten sind nachstehend aufgeführt:
• Portlandzement,
• Mikrosilika (Staub und Suspension),
• Verschiedene übliche Zuschläge,
• Quarzsand,
• Betonverflüssiger,
• Stabilisierer,
• Aerogelgranulat,
• Wasser,
• Leichtzuschläge (beispielsweise Leichtsande, Blähton, Blähglas).
Die aus diesen Komponenten hergestellten und untersuchten Mischungen werden nachfolgend beschrieben:
Erfindungsgemäß wurde der Einfluss der oben aufgeführten Komponenten untersucht. Dazu wurden 25 Mischungen (prismatische Probekörper) mit dem Ziel einer Druckfestigkeitserhöhung hergestellt. Die Konzentrationen der Additive, des Betonverflüssigers, des Mikrosilika und des Portlandzements wurden hierzu variiert. Danach wurden die besten Mischungen weiter optimiert. Hierfür wurden Würfelprobekörper mit 15 cm Kantenlänge entsprechend der deutschen Normung (EN 12390- 3 : 2009-7 Testing hardened concrete - Part 3 : Compressive strength of test specimens. Berlin : Beuth Verlag; 2009) untersucht. Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf diese optimierten Mischungen Ml bis M7. l l .
Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Entwicklung der Druckfestigkeit von Aerogelbeton ist die Art der Lagerung. Im Rahmen der Untersuchungen wurden drei verschiedene Lagerungsarten berücksichtigt: Trockenlagerung bei einer Umgebungstemperatur von 20°C ± 2°C, gemischte Lagerung nach EN 12390-2 (EN 12390-2 Ber 1 : 2012-02
Testing hardened concrete - Part 2: Making and curing specimens for strength tests. Annex NA. Berlin : Beuth Verlag; 2012) für sechs Tage unter Wasser bei einer Wassertemperatur von 20°C ± 2°C und die darauffolgenden 12 Tage an der Luft bei einer Umgebungstemperatur von 20°C ± 2°C. In Schachinger, I. Untersuchungen an Hochleistungs-
Feinkorn-Beton. 38. DAfStb-Forschungskolloquium. TU München; 2000 p. 55-66 wird über positive Einflüsse einer Wärmebehandlung auf die Druckfestigkeit von HPC berichtet. Daher wurden auch Probewürfel mit einem Betonalter von 24h für 24h im Trockenschrank wärmebehandelt. Alle Würfel wurden im Betonalter von 24h ausgeschalt, bevor sie unter den drei genannten verschiedenen Lagerungsbedingungen gelagert wurden.
Für jede Mischung und jede Lagerungsart waren jeweils drei Probekörper erforderlich. Zudem wurde die Druckfestigkeit wie oben aufgeführt jeweils im Betonalter von sieben und 28 Tagen bestimmt. Daher wurden für jede Mischung insgesamt 18 Probekörper hergestellt.
Um den Einfluss der Wärmebehandlung und die Hydratationswärme des Aerogelbetons zu bestimmen, wurde die Temperatur während des Hydratationsprozesses durch einen im Kern der Probewürfel einbetonierten Temperatursensor gemessen. Für jede Mischung wurden entsprechend der drei Lagerungsarten drei Temperaturmessungen durchgeführt (Fig. l). Fig. 1 zeigt die Temperaturkurven für die Mischung MIO. Während der ersten Stunden konnte ein signifikanter Anstieg der Kerntemperaturen beobachtet werden. Nach fünf bis acht Stunden wurde die maximale Temperatur erreicht. Die hohe Kerntemperatur ergab sich aus dem hohen Zementgehalt und der Zugabe von Silikastaub (siehe auch Held M. Hochfester Konstruktions-Leichtbeton. Beton 1996;7:411 bis 415). Die drei Temperaturkurven fallen nicht so stark ab wie sie ansteigen. Unabhängig von der Höchsttemperatur war die Kerntemperatur für die Mischungen Ml bis M13 nach 26h zwischen 20°C und 25°C. Während dieser Zeitspanne wurde die Luft- bzw. Wassertemperatur zwi-
sehen 20°C und 25°C gehalten. Daher ist davon auszugehen, dass der Hydratationsprozess nach 26h abgeschlossen war.
Die Wärmebehandlung der Probewürfel ist ebenfalls in Fig. 1 dargestellt.
Der Trockenschrank wies eine Umgebungstemperatur zwischen 84°C und 93°C auf. Die Kerntemperatur der Betonwürfel erreichte einen
Höchstwert von 80°C und hängt im Wesentlichen vom hohen Zementanteil und dem Silikaanteil ab. Der Einfluss der gewählten Wärmebehandlung auf die Druckfestigkeit ist gering.
Die Ergebnisse der Druckfestigkeitsuntersuchungen und die zugehörigen Rohdichten sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2: Mischungszusammensetzungen, Druckfestigkeiten nach 28
Tagen (7 Tagen) , Wärmeleitfähigkeiten und Leistungsfähigkeit der optimierten Mischungen
Mischung M7.10 M7.8 Ml MIO M9 M7.7 M2 M7.5 M7.3 M7.1
Aerogelgehalt
77 70 60 60 60 65 60 60 55 45 [Vol.-%]
CEM I 52,5 R
202,0 348,9 500,8 534,6 502,8 473,0 541,7 559,5 647,5 846,2 [kg/m3]
Microsilica-Pulver /
60,6 104,7 65,1 139,0 66,2 141,9 140,8 167,8 194,3 253,9 Suspension [kg/m3]
Fließmittel [kg/m3] 9,1 15,7 19,0 19,0 19,3 21,3 19,0 25,2 29,1 38,1
Stabilisierer [kg/m3] 1,0 1,7 2,7 2,5 2,4 2,8 3,2 4,2
Wasser [kg/m3] 80,8 94,2 204,1 97,9 190,5 71,0 97,0 69,9 68,0 50,8
Trockenrohdichte
487 690 850 860 880 888 1015 1133 1326 1450 p [kg/m3]
Trockenlagerung : fcm
- - 7,4 8,9 9,9 - 11,5 - - - [MPa]
Wärmebehandlung :
- - 7,8 10,0 9,5 - 12,7 - - - [MPa]
Gemischte Lagerung :
1,4 4,8 8,4 9,3 9,2 5,94 13,9 16,8 26,0 24,7 [MPa]
Gemischte Lagerung :
1,3 4,3 8,1 8,9 6,6 7,07 10,3 16,4 27,4 27,2 [MPa]
Warme eitfahigkeit λ
0,168 "") Ο,ΐδδ**1 0,199'"> - 0,19 > 0,255*' [W/mK]
Leistungsfähigkeit P . _
64,4 55,6 33,6 - 77,6 76,9
[10 3- MNm2K/Wkg] ' '
*' HFM-Verfahren
**' THB-Verfahren
Die angegebenen Druckfestigkeiten fcm werden definiert als die mittlere Druckfestigkeit von Würfelprobekörpern mit 150 mm Kantenlänge nach 28 Tagen, Cm,7 als die mittlere Druckfestigkeit von Würfelprobekörpern mit 150 mm Kantenlänge nach 7 Tagen.
Die meisten Mischungen erzielten die höchste Druckfestigkeit bei gemischter Lagerung. Die frühe Wärmebehandlung führte nicht zu signifikant höheren Druckfestigkeiten. Im Hinblick auf die Druckfestigkeiten nach sieben und 28 Tagen konnte kein eindeutiger Trend beobachtet werden.
Ein Vergleich zwischen den in Tabelle 2 angegebenen Werten mit den Werten aus dem Stand der Technik (Tabelle 1 und S. 4 bis S. 7) zeigt deutlich, dass die Leistungsfähigkeit der erfindungsgemäßen Hochleis- tungsaerogelbetone z.T. erheblich größer ist als bei den bekannten Leichtbaustoffen und Aerogelbetonen. Als Hochleistungsaerogelbeton im Sinne der Erfindung ist ein Aerogelbeton zu verstehen, der eine Leistungsfähigkeit von mindestens 30,0 - 10 3 MNm2K/Wkg aufweist.
Der Zusammenhang zwischen Rohdichte und Druckfestigkeit ist in Fig. 2 für 13 Mischungen mit gemischter Lagerung aufgetragen. Hierzu wurde eine lineare Regressionsanalyse durchgeführt. Der Determinationskoeffizient wurde zu 0,93 errechnet, was eine hohe Korrelation zwischen
Rohdichte und Druckfestigkeit zeigt. Nach Gibson L.J., Ashby M.F. Cellu- lar solids. Cambridge University Press. 2nd Edition. Cambridge; 1997; p. 213 kann die Druckfestigkeit poröser Körper als Funktion der Rohdichte berechnet werden. Hier wurden für o und acr° die Werte des verwendeten Portlandzements eingesetzt. σσ = ο,2. σΙ . {ρΐΡΰψΙ2) Gleichung (1)
Unter Berücksichtigung der Untersuchungen an Aerogelbeton aus Ratke (loc. cit.) sollte der Exponent 3/2 in dieser Gleichung durch % ersetzt werden. Beide Funktionen sind in Fig. 2 dargestellt. In den experimentellen Untersuchungen des Instituts für Massivbau (IfM) erreichten die meisten optimierten Mischungen höhere Druckfestigkeiten als aufgrund von Gl. (1) nach Ratke (loc. cit.) und Gao et al. (loc. cit) zu erwarten war. Fig. 3 zeigt die Druckfestigkeit von 13 Mischungen in einem Betonalter von 28 Tagen im Verhältnis zur Rohdichte.
Die Wärmeleitfähigkeit einiger Mischungen (siehe Tabelle 2) wurde mit dem„Transient Hot Bridge"-Messverfahren (THB) oder dem„Heat Flow Meter" (HFM) bestimmt. Die Ergebnisse des IfM und von Gao et al. (loc. cit) sind in Fig. 3 dargestellt. Eine Korrelation zwischen Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit ist deutlich erkennbar. In beiden Untersuchungen steigt die Wärmeleitfähigkeit mit größer werdender Druckfestigkeit (und Rohdichte) an. Die Versuchsergebnisse aus Gao et al. (loc. cit.) liegen zwischen 8 MPa und 62 MPa mit zugehörigen Wärmeleitfähigkeiten zwischen 0,26 W/(m- K) und 1,9 W/(m-K), während die erfindungsgemäß ermittelten Druckfestigkeiten und Wärmeleitfähigkeiten zwischen 1,4 MPa und 26 MPa bzw. 0,082 W/(m-K) und 0,255 W/(m- K) liegen.
Das heißt im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurden bei vergleichbaren Druckfestigkeiten kleinere Werte für die Wärmeleitfähigkeit und somit bessere Wärmedämmeigenschaften festgestellt. Fig. 3 zeigt den Zusammenhang zwischen Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit.
Auf Grundlage der bekannten Rezepturen für HPC, UHPC und LC wurde erfindungsgemäß Aerogelbeton mit einer Druckfestigkeitssteigerung unter Beibehaltung guter Wärmedämmeigenschaften erhalten.
Die Druckfestigkeit korrelierte mit der Rohdichte und erreichte Werte bis zu 26,0 MPa. Im Hinblick auf die Druckfestigkeiten nach sieben und 28 Tagen konnte kein eindeutiger Trend beobachtet werden. Die Wärmeleitfähigkeiten wurden zu 0,082 < λ < 0,255 W/(m-K) bestimmt, was mit guten Wärmedämmeigenschaften gleichzusetzen ist.
Im Vergleich zu Wärmedämmmauerwerk weist der erfindungsgemäße Hochleistungsaerogelbeton größere Druckfestigkeiten bei vergleichbaren Wärmeleitfähigkeiten auf.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung besteht in einem Verfahren zu Herstellung von Aerogelbetonen unter Verwendung der oben beschriebenen Mischung mit Wasser. Hierbei ist die Mischreihenfolge von besonderer Bedeutung.
Mischungen für hochfeste (HPC) und ultrahochfeste Betone (UHPC) werden üblicherweise so hergestellt, wie es in Bundesverband der deutschen Zementindustrie, Zement-Merkblatt Betontechnik B 16 10.2002, Hochfester Beton / Hochleistungsbeton. Leipzig 2002, beschrieben ist:
„Um eine optimale Homogenisierung speziell der Feinststoffe zu erzielen, hat sich die Dosierreihenfolge Gesteinskörnungen, Zement, Wasser und anschließend Flugasche und Silikastaubsuspension als günstig erwiesen. Zur optimalen Wirkung der Zusatzmittel sollten diese nach der Wasser- und Silikastaubzugabe dosiert werden." Mischungen, die auf diese Weise hergestellt wurden, weisen, wie der Stand der Forschung und eigene Untersuchungen belegen, nur geringe Druckfestigkeiten und Leistungsfähigkeiten auf.
Gegenüber dieser dem Fachmann geläufigen Mischreihenfolge wurde das Mischregime bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise folgendermaßen verändert: Im Vorfeld werden Vormischungen der flüssigen Bestandteile hergestellt. Hierzu werden 1/3 des Zugabewassers mit dem Fließmittel und 1/4 des Zugabewassers mit der
Silicasuspension vermischt. Danach werden das Aerogelgranulat und - sofern vorhanden - die Leichtzuschläge miteinander vermischt. Nach einer Mischzeit von ca. 30 bis 60 Sekunden wird das Wasser-Silika- Gemisch hinzugegeben. Nach weiteren 30-60 Sekunden Mischzeit werden das Wasser-Fließmittel-Gemisch und der Stabilisierer in die Mischung gegeben. Danach ist der Mischvorgang anzuhalten, um das anorganische Bindemittel in den Mischer zu füllen. Nach erneutem 1-2- minütigen Mischen werden die Dosierbehälter für die Silicasuspension und das Fließmittel mit jeweils 50 Vol-% des verbleibenden
Zugabewassers befüllt, damit ausgespült und in den Mischer entleert. Die gesamte Mischung wird weitere 2-10 Minuten gemischt, bevor sie verarbeitet werden kann. Die auf diese Weise hergestellten Mischungen zeigten überraschender Weise eine erheblich größere Druckfestigkeit
und Leistungsfähigkeit als bei der Verwendung konventioneller Mischregime (siehe Tabelle 2).
Das Zugabewasser wird so dosiert, dass Wasser-Bindemittelwerte (w/b- Werte) von 0,15 - 1,00, insbesondere 0,20 - 0,60, bevorzugt 0,28 - 0,35, resultieren. Für die Berechnung des w/b-Wertes ist hier nur der Anteil des hydraulischen Bindemittels ohne weitere feste Bestandteile, wie z.B. das Silica, anzusetzen.
Besonders niedrige w/b-Werte und damit verbunden hohe Druckfestigkeiten werden erhalten, wenn man das Zugabewasser vor der Vermischung mit den festen Bestandteilen kühlt, insbesondere auf eine Temperatur von weniger als 10°C, besonders bevorzugt auf weniger als 5°C.
Kieselgel-Suspensionen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind im Handel erhältlich und umfassen insbesondere ein sehr reaktives, amorphes Mikrosilica-Wasser-Gemisch mit hoher spezifischer Oberfläche, beispielsweise MC Centrilit Fume SX: Blaine-Wert 20000, das heißt 4 bis 5 Mal größer als Zement / Bindemittel.
Das Kieselgel kann in Pulverform oder als Suspension zugegeben werden, wobei der Feststoffgehalt der Suspension üblicherweise 50 Vol. -% beträgt. D.h. die Silicasuspension verfügt über einen Wirkstoffgehalt von 50 Vol.-%, 50 Vol.-% bestehen üblicherweise aus Wasser.
Fließmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind im Handel erhältlich und umfassen insbesondere im Handel erhältliche Polycarboxylate,
beispielsweise Powerflow 3100: Polycarboxylatether mit 30 Gew. % Feststoffgehalt, hoher Ladungsdichte und kurzen Seitenketten.
Stabilisierer im Sinne der vorliegenden Erfindung sind im Handel erhältlich und umfassen insbesondere im Handel erhältliche organische Polymere, beispielsweise MC Stabi 520, Wasser aufsaugende und Wasser einlagernde Cellulose.
Neben den oben genannten Bestandteilen der Aerogelbetonmischung können die erfindungsgemäßen Mischungen auch weitere übliche Betonzusatzmittel und Betonzusatzstoffe enthalten.
Betonzusatzmittel sind in den Europäischen Normen EN 934„Zusatzmittel für Beton, Mörtel und Einpressmörtel" die in allen CEN- Mitgliedsländern verbindlich gelten, definiert. Der Teil 2 der EN 934 enthält die Definitionen und Anforderungen an Betonzusatzmittel :
„Ein Stoff, der während des Mischvorgangs des Betons in einer Menge hinzugefügt wird, die einen
Masseanteil von 5 % des Zementanteils im Beton
nicht übersteigt, um die Eigenschaften der Betonmischung im frischen/ und/oder erhärteten Zustand zu verändern."
Die EN 934-2 enthält Definitionen und Anforderungen für folgende einzelne Wirkungsgruppen:
• Betonverflüssiger,
• Fließmittel,
• Stabilisierer,
• Luftporenbildner,
• Beschleuniger: Erstarrungsbeschleuniger und Erhärtungsbeschleuniger,
• Verzögerer und
• Dichtungsmittel.
Sand (Kornrohdichte p > 2000 kg/m3) ist im Allgemeinen nicht erforderlich, da dieser durch Aerogelgranulat oder/und Leichtzuschläge ersetzt wird . Unter Leichtzuschlägen sind leichte Gesteinskörnungen oder Leichtsande mit einer Kornrohdichte p < 2000 kg/m3 zu verstehen.
Bauelemente aus Aerogelbeton, die mit den angegebenen Mischungszusammensetzungen und nach dem beschriebenen Mischregime hergestellt werden, zeichnen sich im Vergleich zu den bislang bekannten Ae- rogelbetonen überraschender Weise durch eine sehr kurze Erhärtungsdauer und eine sehr schnelle Festigkeitsentwicklung aus. Bereits nach 15-30 Minuten ist ein Erstarren des Frischbetons zu beobachten, und nach ca. 26 Stunden ist der Hydratationsprozess nahezu vollständig abgeschlossen (siehe auch Fig . 1), so dass zu diesem Zeitpunkt die Druckfestigkeit schon ca. 80% der Druckfestigkeit nach 28 Tagen beträgt.
Die erfindungsgemäßen Wand-/Deckenelemente beziehungsweise Mauersteine aus gradiertem Aerogelbeton weisen eine hohe Tragfähigkeit und eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf. Sie ermöglichen damit die Herstellung einschaliger Außenwandkonstruktionen von mehrgeschossigen Wohn- und Nichtwohngebäuden ohne zusätzliche Wärmedämmung, wie sie beispielsweise bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder zweischaligem Mauerwerk mit Kerndämmung erforderlich ist (siehe oben). Zusätzliche Schalen sind jedoch gleichbedeutend mit einem
größeren Herstellungsaufwand und damit höheren Kosten. Hinzu kommen konstruktive Problemstellungen (Brandschutz bei EPS- und XPS- Dämmstoffen, Befestigungstechnik, Fassadenveralgung,
Recyclierbarkeit von WDVS).
Unter„gradiertem Aerogelbeton" ist im Sinne der Erfindung zu verstehen, dass Bauelemente aus mindestens zwei Schichten (Layern) verschiedener Aerogelbetonmischungen hergestellt werden. Solche Bauelemente können„frisch in frisch" oder„frisch auf fest" gefertigt werden. Im ersten Fall wird zunächst die erste Schicht Aerogelbeton betoniert, die zweite Schicht wird unmittelbar im Anschluss, noch vor Erhärten des ersten Layers, gefertigt. Beim„frisch auf fest" -Verfahren wird der zweite Layer erst nach Erhärtung der ersten Schicht hergestellt. Unabhängig vom gewählten Verfahren entsteht ein Endprodukt, das einen mehrschichtigen Aufbau aufweist, wobei die Schichten druck-, zug- und schubfest miteinander verbunden sind .
Die Tragfähigkeit und die Wärmeleitfähigkeit von Wandkonstruktionen aus Aerogelbeton konnten weiter optimiert werden, indem der Baustoff Aerogelbeton auf diese Weise gradiert oder abgestuft eingesetzt wurde (Fig. 4). Hierbei wurden zwei Ansätze verfolgt: Zum einen wurden die Wandelemente so konzipiert, dass verschiedene Schichten eines Materials angeordnet wurden, dessen Zusammensetzung für jede Schicht individuell festgelegt wurde (gradiertes Monostoffbauteil). Hierdurch entstand ein Bauelement für einschalige Wände, das aus verschiedenen Schichten bestand, die jeweils primär die mechanischen oder bauphysikalischen Anforderungen erfüllten. Zum anderen wurde als Material für diese verschiedenen Schichten Aerogelbeton eingesetzt, der einen signi-
fikant günstigeren Zusammenhang zwischen Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit aufwies als konventionelle Wandbaustoffe für massive Außenwände. Für die Tragschicht wurde der oben angegebene Hochleis- tungsaerogelbeton mit hoher Druckfestigkeit ( em = 25 MPa), aber verhältnismäßig niedriger Wärmeleitfähigkeit (Λ = 0,25 W/(m- K)) verwendet, für die Dämmschicht ein Aerogelbeton mit ausreichender Druckfestigkeit und sehr niedriger Wärmeleitfähigkeit. Bei der Herstellung von erfindungsgemäßen Prototypen wurden für die Dämmschicht Aerogelbe- tone mit fcm = 2 MPa und λ = 0,09 W/(m-K) hergestellt und eingesetzt.
Ein bevorzugtes Merkmal der vorliegenden Erfindung insoweit ist die Kombination des an sich bekannten Aerogelbetons mit der Konstruktionsweise eines gradierten Baustoffes. Hiervon abzugrenzen sind funktional gradierte Betone, bei denen Aerogelbeton ausschließlich als poröser Füllstoff für nichttragende Bereiche von Bauteilen eingesetzt wird.
Um die Anforderung an den Trittschallschutz im Hochbau zu erfüllen, werden sogenannte "schwimmende Estriche" verwendet. Diese bestehen aus einer mindestens 35 bis 75 mm dicken Schicht aus Zement-, Calciumsulfat-, Gussasphalt-, Magnesia- oder Kunstharzestrich, die auf einer zusammendrückbaren, ca. 20 bis 50 mm dicken Schicht aus Dämmstoffen (EPS-Schaum, Mineralwolle) angeordnet ist. Die Dicke der Estrichschicht ist bei Anordnung von Fußbodenheizungen um das Maß des Heizrohrdurchmessers zu erhöhen, so dass in der Praxis Estrichdicken von mehr als 10 cm zu beobachten sind. Die Dichte der oben aufgeführten Estricharten variiert zwischen 2,0 und 3,0 kg/dm3, demzufolge liegt die Eigenlast der Estrichschichten zwischen 0,7 kPa und etwa 3,0 kPa. Die Wärmeleitfähigkeit dieser Estriche beträgt zwischen λ =
0,5 W/(m-K), (Magnesia Estrich) und λ = 1,4 W/(m-K), (Zementestrich). Zementestriche sind je nach Festigkeitsklasse sehr belastbar, sind auch für Feuchträume geeignet, neigen aber zu Rissbildung und zum Aufschüsseln und benötigen lange Trocknungszeiten von mehreren Wochen oder Monaten (je nach Dicke). Anhydrit-Estriche haben deutlich kürzere Trocknungszeiten von etwa einer Woche, sind aber weniger belastbar und nicht für Feuchträume geeignet. Gussasphalt-Estriche erreichen ihre mechanischen Eigenschaften unmittelbar nach dem Abkühlen und sind sehr robust, weisen eine gute Trittschalldämmung auf, sind im Brandfall aber als kritisch zu bewerten (Brandausbreitung, toxische Brandgase). Magnesia-Estriche sind leicht sowie mechanisch belastbar, sind aber ebenfalls sehr feuchteempfindlich. Kunstharzestriche sind beständig gegen Wasser und viele Chemikalien, trocknen sehr schnell und sind mechanisch sehr belastbar, werden aber wegen möglicher Emission von Schadstoffen kritisiert. Der Einsatz von Aerogelbeton als Estrich war bislang aufgrund der geringen Druck- und Biegezugfestigkeiten nicht möglich.
Der erfindungsgemäße Aerogelestrich vereint die Vorteile der genannten Estriche, weist dabei aber keine der genannten Nachteile auf. Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Anmeldung besteht darin, Hochleistungs- aerogelbeton als Material für die Herstellung von schwimmendem Estrich zu verwenden - Aerogelestrich. Diese Anwendung von Aerogelbeton als Estrich wurde erst durch die Entwicklung des erfindungsgemäßen Hochleistungsaerogelbetons und der damit einhergehenden Verbesserung der mechanischen Eigenschaften ermöglicht. Die erfindungsgemäßen Untersuchungen zeigen, dass Estrich aus Hochleistungsaero- gelbeton bei kleinen Rohdichten (etwa 0,5 - 1,0 kg/dm3) hohe Druck-
festigkeiten (bis ca. 10 MPa), ausreichende Biegezugfestigkeiten (etwa 2 - 3 MPa) und geringe Wärmeleitfähigkeiten (A = 0,06 - 0,16
W/(m-K)) aufweist. Die Biegezugfestigkeit und das Schwind- beziehungsweise Rissverhalten können beispielsweise durch Zugabe von Glasfasern verbessert werden.
Aerogelbetone trocknen innerhalb weniger Tage und zeigen nach Aushärtung nur ein geringes Wasseraufnahmevermögen. Aerogele sind nicht toxisch, nicht kanzerogen und wurden vom Umweltbundesamt der Bundesrepublik Deutschland als "weitgehend ungefährliches Material" eingeordnet. Aerogelbeton ist ein hervorragender Brandschutzwerkstoff und weist eine hohe Schallabsorption auf.
Durch die geringe Rohdichte ergeben sich bei üblichen Estrichdicken Eigenlasten zwischen ca. 0,25 kPa und ca. 1,0 kPa. Die reduzierte Eigenlast führt dazu, dass die tragenden Bauteile eines Gebäudes weniger belastet und daher schlanker dimensioniert werden können. Weiterhin ergeben sich hierdurch Anwendungspotentiale beim Bauen im Bestand, wo der Estrich auch in Form vorgefertigter Estrichplatten eingesetzt werden kann. Gegebenenfalls ist, bedingt durch das geringe Gewicht, den niedrigen E-Modul und die hohe Schallabsorption von Aerogelestrich im Sinne der vorliegenden Erfindung die zusammendrückbare Schicht unter dem Estrich entbehrlich, so dass der Estrich direkt auf die Geschossdecken aufgebracht werden kann.
Vorgefertigte Bauplatten aus Hochleistungsaerogelbeton eignen sich aber nicht nur als Fertigteilestrichelemente, sondern auch als Brandschutzplatten. Entflammbare Bauelemente oder Bauelemente, deren
mechanische Eigenschaften sich unter Einwirkung hoher Temperaturen in tragsicherheitsrelevanter Weise verändern, müssen vor Brandeinwirkung wirksam geschützt werden. Die erfindungsgemäßen Brandschutzplatten aus Aerogelbeton werden als Verkleidung auf die zu schützenden Bauteile aufgebracht. Aufgrund der hervorragenden brandschutztechnischen Eigenschaften des Materials werden die verkleideten Bauteile nicht nur wirksam vor unmittelbarer Beflammung geschützt, sondern wegen der extrem niedrigen Wärmeleitfähigkeit bleibt die Temperatur auf der Plattenrückseite im Brandfall so niedrig, dass eine Beeinflussung der mechanischen Eigenschaften der zu schützenden Bauteile ausgeschlossen ist.
Aktuell verwendete Brandschutzplatten sind im Regelfall zementgebundene, glasfaserbewehrte Bauplatten, denen mineralische Leichtzuschläge wie beispielsweise Blähton zugegeben werden, oder
Calciumsilikatplatten. Diese Platten schützen zwar wirksam vor unmittelbarer Beflammung, weisen aufgrund ihrer Wärmeleitfähigkeit (ca. λ = 0,18 - 0,25 W/(m-K)) im Brandfall auf der Plattenrückseite Temperaturen auf, die für besonders empfindliche Bauelemente wie mit Epoxidharz aufgeklebte CFK-Lamellen oder CFK-Gelege schädlich sein können. Einige der bekannten Brandschutzplatten sind auch für die Anwendung bei direkter Bewitterung, das heißt im Außenbereich, zugelassen, weisen aber aufgrund der stark saugenden Leichtzuschläge eine hohe Wasserabsorption auf (ca. 0,5 g/cm3). Brandschutzplatten auf Gipsbasis sind nicht für den Einsatz im Außenbereich geeignet.
Die erfindungsgemäßen Brandschutzplatten aus Aerogelbeton weisen gegenüber Platten aus Leichtbeton eine erheblich reduzierte Wärmeleit-
fähigkeit auf (ca. λ = 0,06 - 0,17 W/(m-K)). In Brandversuchen haben Bauteile aus Aerogelbeton ihre hervorragenden Brandschutzeigenschaften unter Beweis gestellt. Die Temperaturen auf der Bauteilrückseite sind um den Faktor 2 bis 3 geringer als bei Leichtbetonbauteilen. Überdies sind Aerogele bei normalen Umgebungstemperaturen hydrophob, so dass für Aerogelbeton eine erheblich niedrigere Wasserabsorption als für Leichtbeton erwartet wird (ca. 0,1 g/ cm3). Bei hohen Temperaturen (beispielsweise im Brandfall) verlieren die Aerogele ihre hydrophobe Eigenschaft und verhalten sich hydrophil. Eingesetztes Löschwasser wird dann von den Platten absorbiert und führt zu einer zusätzlichen Kühlung der Platten. Aerogelbeton verfügt im Vergleich zu Leichtbeton bei gleicher Wärmeleitfähigkeit über höhere Druckfestigkeiten. Die Biegezugfestigkeit kann durch die Zugabe von Glasfasern verbessert und auf den individuellen Bedarf abgestimmt werden.
Ein wesentliches weiteres Element der Erfindung besteht darin, die bekannten brandschutztechnischen Vorzüge von Aerogelbeton mit dem Einsatzgebiet konventioneller Brandschutzplatten zu verknüpfen. Diese Einsatzmöglichkeit ergibt sich aus der Verbesserung der mechanischen Eigenschaften des oben angegebenen Hochleistungsaerogelbetons - bislang hergestellte Aerogelbetone weisen eine zu geringe Druck- und Biegezugfestigkeit auf.
Brandschutzplatten aus Aerogelbeton können aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften bei gleicher Leistungsfähigkeit dünner hergestellt werden als vergleichbare Leichtbetonplatten (Gewichtseinsparung, Handhabbarkeit). Die Herstellung von Brandschutzplatten größerer Dicke, die die Eigenschaften konventioneller Platten übertreffen, ist eben-
falls möglich. Die erheblich herabgesetzten Temperaturen auf der Plattenrückseite führen dazu, dass Aerogelbeton-Brandschutzplatten auch in kritischen Bereichen wie beim Brandschutz von CFK-Lamellen eingesetzt werden können, wo aufgrund der niedrigen Glasübergangstemperaturen des eingesetzten Epoxidharzes auch im Brandfall niedrige Temperaturen gewährleistet werden müssen. Aufgrund des beschriebenen hydrophoben Verhaltens eignen sich die Platten hervorragend für den Einsatz im Außenbereich, etwa beim Brandschutz von Brücken- und Ingenieurbauwerken, die beispielsweise mit aufgeklebten CFK-Lamellen oder Stahllaschen verstärkt werden.
Bauteile aus Aerogelbeton weisen, ähnlich wie Konstruktionselemente aus Leicht- oder Normalbeton, eine im Verhältnis zur Rohdichte hohe Druckfestigkeit auf, aber nur eine (Biege-)Zugfestigkeit, die um den Faktor 5 bis 10 darunter liegt. Für den Einsatz als biegebeanspruchte Bauteile ist daher, wie bei Stahlbeton, eine Bewehrung in den Aerogel- betonbauteilen anzuordnen, die die planmäßig auftretenden Zugkräfte aus Biegung oder zentrischem Zug aufnimmt.
Bislang hergestellte Aerogelbetone waren aufgrund ihrer niedrigen Druckfestigkeit und insbesondere der niedrigen Verbundspannungen nicht dazu geeignet, als bewehrter Aerogelbeton in biegebeanspruchten Bauteilen eingesetzt zu werden. Zudem wurde bisher nur der Einsatz konventioneller Betonstahlbewehrung untersucht. Der erfindungsgemäße Hochleistungsaerogelbeton weist deutlich verbesserte Verbundeigenschaften auf und kann daher als bewehrter Aerogelbeton eingesetzt werden. Erfindungsgemäß werden hierzu Bewehrungselemente aus glasfaserverstärktem Kunststoff verwendet.
Aerogelbeton wurde bislang vor allem im Hinblick auf seine Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit optimiert. Die Biegezugfestigkeiten dieser Aerogelbetone sind zu gering für den Einsatz in biegebeanspruchten Bauteilen. Daher wurden sowohl Untersuchungen zum Einsatz von Glasfasern, die dem Aerogelbeton während des Mischungsvorgangs hinzugegeben wurden, als auch zum Verbundverhalten konventioneller Bewehrung aus Betonstahl im Aerogelbeton durchgeführt. Der Einsatz von Glasfasern ging mit einer Verbesserung des Rissverhaltens und einer Erhöhung der Biegezugfestigkeit einher. Allerdings ist eine Erhöhung der Biegezugfestigkeit in einem Maße, das den Einsatz in biegebeanspruchten Bauteilen ermöglichen würde, bislang nicht dokumentiert. Die bekannten Auszugversuche mit Betonstahlbewehrung zeigen, dass das Verbundverhalten von Betonstahl in Aerogelbeton nur mäßig ist. Es wurde festgestellt, dass die Verbundspannungen verhältnismäßig klein sind und der Verbund im Wesentlichen über Haftung erfolgt. Dies steht im Widerspruch zum Tragverhalten von Stahlbetonbauteilen, wo die Haftungskomponente für den Verbund nahezu unbedeutend ist und der Verbund überwiegend über Reibung (glatter Bewehrungsstahl) bzw. mechanische Verzahnung (gerippter Bewehrungsstahl) erfolgt. Der Einsatz von Betonstahl als Bewehrung für Aerogelbetonbauteile ist vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sehr in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, weil eine weitere elementare Bedingung für das Funktionieren des Verbundwerkstoffs "bewehrter Aerogelbeton" beim Einsatz von Betonstahl nicht erfüllt ist: das Erfordernis, dass die eingesetzten Komponenten die gleiche Wärmeausdehnung besitzen. Konventioneller Beton hat einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von ca. 10 x 10"6 1/K, Betonstahl ebenfalls von 10 x 10"6 1/K und Aerogelbeton ca. 5 x 10"6
1/K. Die Wärmeausdehnung von Betonstahl ist also etwa doppelt so groß wie die von Aerogelbeton, so dass es bei Temperaturbeanspruchung zu Dehnungsdifferenzen zwischen Aerogelbeton und Betonstahl kommen wird, was mit einem Verlust der Haftung einhergeht. In diesem Fall geht die Funktionsfähigkeit des "bewehrten Aerogelbetons" unwiderruflich verloren.
Ein weiteres wesentliches Element der Erfindung besteht darin, die bislang verwendete Bewehrung aus Betonstahl durch eine Bewehrung aus glasfaserverstärktem Kunststoff zu ersetzen. Diese Bewehrung ist im Handel erhältlich, wird bislang aber ausschließlich in Normal- oder konventionellem Leichtbeton eingesetzt. Erfindungsgemäße Untersuchungen des Verbundverhaltens zwischen Hochleistungsaerogelbeton und GFK-Bewehrung haben gezeigt, dass die Verbundspannungen mit bis zu fb = 3 MPa erheblich über den bislang für Aerogelbeton mit Betonstahlbewehrung ermittelten Werten und überdies im Wertebereich von konventionellem Stahlbeton liegen. Der erfindungsgemäße Hochleistungsaerogelbeton ermöglicht somit die Herstellung GFK-bewehrter Aerogel- betonbauteile. Überdies ist GFK-Bewehrung mit einem Wärmeausdehnungskoeffizienten von 6 x 10"6 1/K deutlich besser für den Einsatz in Aerogelbeton geeignet als Betonstahl. Da Aerogelbetonbauteile fast ausschließlich in Bereichen eingesetzt wird, in denen hohe Anforderungen an den Wärmeschutz gestellt werden, erweist sich der Einsatz von GFK-Bewehrung auch in dieser Hinsicht als besonders vorteilhaft: Die Wärmeleitfähigkeit von GFK liegt mit 0,7 W/(m-K) um den Faktor 85 unter der Wärmeleitfähigkeit von Betonstahl. Da GFK-Bewehrung, anders als Betonstahl, keine Ansprüche an ein alkalisches Milieu stellt,
sind kleinere Betondeckungen und damit eine bessere
Querschnittsausnutzung möglich.
Bei der Herstellung der thermischen Hülle von Wohn- und Nichtwohnge- bäuden sind Durchdringungen dieser Hülle unvermeidlich. So entstehen, beispielsweise bei Baikonen aus Stahlbetonkragplatten, die aus statischen Gründen zwingend mit den Geschossdecken des Gebäudes verbunden sein müssen, Wärmebrücken (Fall a)). Weitere geometrische Wärmebrücken können am Fußpunkt massiver Wände und Stützen, die auf ungedämmten / nicht beheizten Bodenplatten oder Kellerdecken stehen, auftreten (Fall b)). Das erfindungsgemäße Bauelement aus Hochleistungsaerogelbeton dient der thermischen Trennung solcher Konstruktionen bei gleichzeitiger Gewährleistung der Standsicherheit.
Bislang werden zur thermischen Trennung von Stahlbetonplatten Bauelemente eingesetzt, die aus einem Dämmkörper, einer Zugbewehrung und Drucklagern bestehen. Die Dämmkörper werden aus Steinwolle oder Polystyrol-Hartschaum hergestellt und können allein keine tragende Funktion übernehmen. Zur Übertragung von Zugkräften aus Biegemomenten und Querkräften werden Bewehrungselemente aus Betonstahl, Edelstahl oder Glasfasern eingesetzt. Die Übertragung von Druckkräften aus Biegemomenten und Querkräften erfolgt über Drucklager aus Baustahl oder hochfesten Mörteln. Die äquivalenten Wärmeleitfähigkeiten (das heißt die aus den Wärmeleitfähigkeiten der einzelnen Komponenten errechneten Wärmeleitfähigkeiten) solcher Bauelemente liegen im Bereich 0,06 < λ < 0,25 W/(m-K). Für die thermische Trennung von Mauerwerkswänden mit hoher Rohdichte (z.B. Kalksandsteinmauerwerk) werden Mauerwerkssteine eingesetzt, deren Wärmeleitfä-
higkeit durch den Einsatz von Leichtzuschlägen gegenüber Kalksandsteinen herabgesetzt wird. Übliche Festigkeiten solcher„Kimmsteine" liegen, in Verbindung mit Mörtelgruppe IIa, im Bereich 6,0 < = f < = 8,1 MPa, die Wärmeleitfähigkeit bei etwa λ = 0,35 W/(m-K). Wärmedämmmauerwerk (etwa aus Porenbeton, Leichtbeton oder Ziegel) kann hier aufgrund der erheblich geringeren Druckfestigkeiten nicht eingesetzt werden.
Bei beiden Bauelementtypen stellt sich die Schwierigkeit, die negativ korrelierenden Eigenschaften "hohe Druckfestigkeit" und "niedrige Wärmeleitfähigkeit" gleichzeitig zu gewährleisten. Im Fall a) betrifft dies insbesondere die Drucklager: Während der Dämmkörper eine Wärmeleitfähigkeit von ca. λ = 0,03 bis 0,035 W/(m-K) aufweist, beträgt die Wärmeleitfähigkeit der Druckelemente des Standes der Technik aus hochfesten Mörteln ca. λ = 0,80 W/(m- K). Diese punktuellen Wärmebrücken sind, neben der hohen Wärmeleitfähigkeit der Zugstäbe, ursächlich dafür, dass die äquivalente Wärmeleitfähigkeit des Bauelements um den Faktor 2 bis 7 über der Wärmeleitfähigkeit des Dämmkörpers liegt. Technisch war eine Herabsetzung der Wärmeleitfähigkeit der Druckelemente durch den Einsatz von Aerogelbeton aufgrund der geforderten Druckfestigkeiten bislang nicht möglich. Im Fall b) trifft dies auf das gesamte Bauelement zu. Im Fall a) stellt sich überdies das Problem des Brandschutzes, wenn brennbare Materialien (Polystyrol- Hartschaum) als Dämmmaterial verwendet werden.
Der erfindungsgemäße Hochleistungsaerogelbeton weist ein deutlich günstigeres Verhältnis zwischen Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit
auf (Λ < 0,26 W/(m-K) bei einer mittleren Druckfestigkeit von fcm = 25 MPa).
Ein weiteres wesentliches Element der Erfindung besteht darin, im Fall a) die Drucklager oder Teile des Bauelements oder das gesamte Bauelement aus Aerogelbeton herzustellen und im Fall b) das gesamte Bauelement aus Aerogelbeton herzustellen (Fig. 5). Auf diese Weise wird die Wärmeleitfähigkeit der Bauelemente unter Gewährleistung der erforderlichen Druckfestigkeiten erheblich reduziert (im Fall b) z.B. um den Faktor 2). Im Fall a) wird für die Zugbewehrung Betonstahl, Edelstahl oder GFK-Bewehrung verwendet. Durch den Einsatz von GFK- Bewehrung kann die äquivalente Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu anderen Zugbewehrungen weiter herabgesetzt werden.