Ökologische Sequestrierung von Kohlendioxid /Vermehrung der durch Biomasse erzielbaren Bioenergie
Sequestrierung von Kohlensäure (C02) auch CCS (Carbon Capturing and Storage) genannt wird üblicherweise verwendet, damit C02 aus der Verbrennung fossiler Kohlenstoffverbindungen nicht in die Atmosphäre gelangt. Das C02 wird dabei unter hohem Druck in unterirdische Hohlräume gepresst. Als Hohlräume werden oft ausgeförderte Erdgasfelder verwendet. Da nicht mit Sicherheit feststeht, dass das C02 dauerhaft unter Tage eingeschlossen bleibt, ist die Akzeptanz von CCS vorerst gering. Dennoch wird es sich nicht vermeiden lassen, wenn die Gesellschaft weiterhin auf Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen angewiesen ist und diese C02-neutral (ohne C02 Emission) verbrannt werden müssen..
Ein anderer Weg der C02-neutralen Energieerzeugung ist die Verbrennung von Biomasse oder von Umsetzungsprodukten aus Biomasse wie z.B. Biogas, Bioalkohol oder Biodiesel. Hier geht man davon aus, dass das C02, das bei der Verbrennung freigesetzt wird, zuvor bei der Photosynthese von der Pflanze aufgenommen und so der Atmosphäre entzogen worden ist.
Natürlich kann man auch mit Wind und Sonne emissionsfrei Energie erzeugen. Man kann sogar Windoder Solarstrom durch Wasserelektrolyse in Wasserstoffüberführen und diesen emissionsfrei verbrennen. Wasserstoff verbrennt ausschließlich zu Wasserdampf.
Wie man sieht, gibt es ausreichend Methoden, Energie emissionsfrei zu erzeugen, indessen wird weiterhin fossiler Kohlenstoff verbrannt und die Gesellschaft ist zögernd dazu bereit, den Ausstoß an C02 wenigstens einzuschränken. Einen gangbaren Weg, das C02 aus der Atmosphäre wieder herauszuholen, gibt es bisher nicht.
Ein solcher Weg wäre gegeben, wenn man Biomasse in 2 Mol Wasserstoff und 1 Mol C02 zerlegt, die beiden Gase trennt, das C02 sequestriert und den Wasserstoff zur Energieerzeugung verbrennt. Wie bereits erwähnt verbrennt Wasserstoff emissionsfrei zu Wasserdampf. Hierbei wird dann das C02, das die verwendete Biomasse in der Vegetationsphase der Atmosphäre entzogen hat, dauerhaft unter der Erde gelagert und die Biomasse trotzdem emissionsfrei verbrannt. In der Bilanz wird Energieerzeugung mit der Sequestrierung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre verbunden.
Ein wesentlicher Teil der vorliegenden Erfindung ist somit die ökologische Sequestrierung von
Kohlendioxid, dadurch gekennzeichnet, dass Biomasse thermisch oder chemisch unter Verwendung von Wasserdampf in Kohlendioxid und Wasserstoff überführt werden, Kohlendioxid und Wasserstoff getrennt werden, dann Kohlendioxid gespeichert/sequestriert wird, dabei ein„Klimaguthaben" erzeugt wird und der Wasserstoff zur Energieerzeugung verwendet wird.
Die Biomasse umfasst alle biologischen Kohlenstoff und Wasserstoff enthaltenden land- und forstwirtschaftlichen Rohstoffe. Als Rohstoffe sind beispielhaft zu nennen: Weizen, Mais, Gras und Holz sowie auch Land- und Forstwirtschaftliche Abfälle. Natürlich können auch synthetische organische Verbindungen mit der Biomasse zu Wasserstoff umgesetzt werden.
Die Umsetzungsprodukte von Biomasse umfasst alle Reaktionsprodukte der Biomasse wie z.B. Biogas, Bioalkohol oder Biodiesel sowie Fette, Öle, Zucker, Zellulose, Wachse.
Die Überführung von Biomasse oder ihren Umsetzungsprodukten in C02 und H2 geschieht vorzugsweise unter Druck und Hitze mit Wasserdampf im sog. Reformer.
In den ausgeförderten Erdgaslagerstätten, in welche das C02 eingepresst werden soll, wird die Speicherkapazität eingeschränkt, wenn darin noch Erdgas vorhanden ist. In der Regel bleibt nämlich in Gasfeldern ein nicht unbeträchtlicher Anteil (bis zu 40%) an nicht zu förderndem Erdgas (non recoverable gas) zurück.
Hier kann nun der aus Biomasse gewonnene Wasserstoff auf Grund seiner extrem niedrigen Dichte(l/8 des Erdgases) und seiner hohen Fließfähigkeit noch eingeschlossenes Erdgas verdrängen und aus der Lagerstätte heraustreiben. Hierdurch wird zusätzliches Erdgas gefördert und zugleich zusätzlicher Speicherplatz für C02 frei. Auch kann angenommen werden, dass in den Poren, in denen das zuvor festgehaltene Erdgas erst durch Wasserstoff herausgelöst und dann durch C02 ersetzt wird das C02 vom Gestein absorbiert wird und deshalb bei niedrigem Druck gespeichert wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit weiterhin die thermische und chemische Überführung von Biomasse oder deren Umsetzungsprodukte zu Kohlendioxid und Wasserstoff, dadurch gekennzeichnet dass in eine Erdgaslagerstätte zunächst nur der Wasserstoff eingeleitet wird und damit das Erdgas aus der Lagerstätte ausgefördert wird, danach das C02 sequestriert und mit dem eingeleiteten C02 der Wasserstoff ausgefördert wird.
Um während der Ausförderung/Verdrängung der einzelnen Gase eine Durchmischung möglichst zu vermeiden nutzt man den großen Dichteunterschied zwischen Wasserstoff einerseits und Methan(Erdgas) sowie C02 andererseits (Wasserstoff/Erdgas =1/8 Wasserstoff/C02 =1/22). Dabei geht man so vor, dass man zunächst den leichten Wasserstoff in den oberen Bereich der Lagerstätte einleitet und das auszufördernde Erdgas im unteren Bereich entnimmt. Bei der darauffolgenden Sequestrierung von C02 leitet man dann das schwere C02 in den unteren Bereich der Lagerstätte ein und entnimmt den Wasserstoff im oberen Bereich. Ab dem Zeitpunkt, an dem man ein Gasgemisch fördert, kann man die Gase trennen und führt jeweils das Gas, das gerade eingeleitet wird in die Lagerstätte zurück.
Tritt während des Einleitens von Wasserstoff an der Förderseite ein WasserstofrTErdgas-Gemisch auf, so kann man entweder wie oben beschrieben den Wasserstoff abtrennen und in die Lagerstätte zurückleiten oder man leitet das Gemisch über das Netz oder über eine bestimmte Leitung zu den Verbrauchsstellen. Da sich naturgemäß die Gase in der Lagerstätte nicht gleichmäßig mischen fördert man ein fluktuierendes Gasgemisch. Wegen der großen physikalischen und brenntechnischen Unterschiede von Wasserstoff und Erdgas, insbesondere des unterschiedlichen Brennwertes (der Brennwert von Ergas ist ca. dreimal höher als der von Wasserstoff) muss an der Verbrauchstelle der aktuelle Wasserstoffgehalt bestimmt werden und die Gasdosierung zum Brenner entsprechend eingestellt werden. Auch der die verbrauchte Energie messende Zähler muss den Wasserstoffgehalt berücksichtigen. Da dieser apparative Aufwand in privaten Haushalten schwierig ist, empfiehlt es sich, bei diesem Konzept der Ausförderung das Erdgas, bzw. Erdgas/Wasserstoffgemisch großen Verbrauchstellen zuzuleiten, wo die entsprechenden Messeinrichtungen vorgelegt werden können. Als Beispiele seien Genannt: Heizwerke oder Gaskraftwerke.
Wegen des dreimal höheren Brennwertes von Erdgas gegenüber Wasserstoff lohnt es sich auch bei geringen Erdgasanteilen in der Gasmischung die Ausförderung fortzusetzen. Beispielsweise tragen nur 20% Anteil Erdgas in einer Erdgas/Wasserstofrmischung zu fast 50% zum Brennwert der Mischung bei.
Es kann aber auch nach der Förderung ein gleichmäßiges Wasserstoff/Erdgasgemisch hergestellt werden, indem man der fluktuierenden Gasmischung je nach Bedarf Wasserstoff oder Erdgas zusetzt.
Überträgt man das erfindungsgemäße Verfahren auf Kohlenflöze oder -Gruben, so kann auch dort wie beschrieben zunächst das Methan (Grubengas) mit Wasserstoff ausfördern und dann der Wasserstoff durch das zu speichernde C02 ersetzten. Grubengas enthält in der Regel auch unbrennbare Gase, durch welche die Verbrennung ineffizient werden kann. Hier kann es vorteilhaft sein, bewusst den Wasserstoffanteil zu erhöhen und damit die Energiedichte der Gasmischung zu verbessern.
Neben der ökologischen Bedeutung besticht dieses Verfahren ebenso durch seine hohe Wirtschaftlichkeit. Dies lässt sich an folgender Rechnung zeigen: Aus Methan gewinnt man in einem Dampfreformer die vierfache Gasmenge an Wasserstoff. Aus Biogas mit 50 bis 80% Methan kann man demzufolge das zwei bis zur dreifache Gasvolumen an Wasserstoff gewinnen. Das mit diesem Wasserstoff ausgeförderte/verdrängte Erdgas besitzt dann im Vergleich zum Wasserstoff den dreifachen Brennwert. Diese Rechnung ist beispielhaft und lässt sich auf andere chemische Verbindungsklassen der Biomasse übertragen.
Man muss weiterhin berücksichtigen, dass hier Erdgas gefördert wird, das konventionell nicht zu fördern ist. Das alleine bewirkt eine dreifache Wertsteigerung der eingesetzten Biomasse. Dazu kommt dann der Wasserstoff als Energieträger, der das Erdgas ausgefördert hat und der zur Verfügung steht, wenn er seinerseits vom nachfolgenden C02 ausgefördert wird.
Der Wasserstoff, der das Erdgas verdrängt ist per Definitionem ein nachwachsender Rohstoff. Damit wird aber auch der Teil des geförderten Erdgases, welcher der ursprünglich eingesetzten Biomasse äquivalent ist, zum nachwachsenden Rohstoff und kann C02-neutral zur Energieerzeugung in Gaskraftwerken verbrannt werden. Dies ist berechtigt, weil der aus der Biomasse hervorgegangene Wasserstoff, wie bereits erwähnt, emissionsfrei zu Wasserdampf verbrennt. Die Emissionsrechte, die mit der Sequestrierung verbunden sind, kann man dann auf ein weiteres Kraftwerk übertragen.Anders gesagt: Die Emissionsrechte oder die Bioaktivität des aus der Atmosphäre geholten und dauerhaft im Boden gespeicherten Biokohlendioxid wird auf Brennstoffe mit fossilem Kohlenstoff übertragen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Vermehrung der mit Biomasse erzielbaren Bioenergie, dadurch gekennzeichnet, dass Biomasse chemisch z.B. unter Verwendung von Wasserdampf oder thermisch in Kohlendioxid und Wasserstoff überführt wird, das Kohlendioxid gespeichert sequestriert wird und der Wasserstoff zur Energieerzeugung verwendet wird, ferner, dass Emissionsrechte, welche mit der Sequestrierung des aus der Verbrennung/Verstromung oder chemischer Abtrennung von aus Biomasse hervorgegangenem biologischem Kohlendioxid verbunden sind, auf die Emission von bei der Verbrennung von fossilem Kohlenstoff erzeugtem Kohlendioxid übertragen werden (oder dass die Bio-Aktivität des gespeicherten Bio-Kohlendioxid auf den Kohlenstoff eines fossilen Brennstoffes übertragen wird). Dazu muss das biologische Kohlendioxid quantitativ bestimmt werden und auf fossilen Kohlenstoff (Erdgas) proportional übertragen werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt einen kontinuierlichen Übergang von dem Energieträger Erdgas auf Wasserstoff (oder durch daraus gewonnenes Methan, s.u.) als Energieträger erneuerbarer Energien. Dabei werden keine neuen Leitungen, keine zusätzlichen Kraftwerke und keine weiteren Speicher benötigt. Das Verfahren ergänzt die fluktuierenden Wind- und Sonnenenergien und schafft mit ihnen zusammen den idealen Energiemix für die Energiewende.
Der Wasserstoff kann auch zur besseren Handhabung als Energieträger zu Methan umgesetzt
(methanisiert) werden. Dieses Methan kann dann in das Erdgasnetz eingeleitet werden und zusammen mit dem Erdgas transportiert und verbraucht werden. Erdgas besteht überwiegend aus Methan. Als
Reaktionspartner des Wasserstoffes bietet sich das sequestrierte / gespeicherte Kohlendioxid an. Dann werden entsprechend folgender Reaktion (Rk.l.) 4 Mol Wasserstoff benötigt D.h. Es wird zur
Methanisierung des erfindungsgemäß gewonnenen Wasserstoffes die Hälfte des zu speichernden
Kohlendioxid benötigt. Die andere Hälfte wird sequestriert gespeichert.
Rk.l. C02 + 4 H20 = CH4 + 2 H20 (im Anhang Rk. 6)
Der Wasserstoff kann aber auch mit dem bei der Umsetzung von Kohlenstoff mit Wasser als Zwischenprodukt anfallendem, sogenannten Synthesegas (Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff) umgesetzt werden (Rk. 2.). Dann werden zur Herstellung von Methan zusätzlich nur 2 Mol Wasserstoff benötigt:
Rk.2. (CO + H2) + 2 H2 = CH4 + H20
Dazu wird in der Zwischenstufe das Synthesegas geteilt. Ein Teil (etwa die Hälfte) wird zum C02 und Wasserstoff„durchreagiert", der andere Teil wird mit dem insgesamt gebildeten Wasserstoff gemäß Rk.2 zu Methan umgesetzt. D.h., bei der Hälfte des Synthesegases spart man den zusätzlichen Verfahrensschritt der Umsetzung des Kohlenmonoxid zu Kohlendioxid.
Im letzten Abschnitt des Kapitels„Beschreibung der Ausgangsstoffe" (Kap.l im Anhang) wird auf die wirtschaftliche Bedeutung der Mitverwendung fossiler Brennstoffe, z.B. Kohle, bei dem erfindungsgemäßen Verfahren hingewiesen. So wird z.B. ein Gemenge aus Holz und Kohle, bei dem das Verhältnis von fossilem zu biologischem Kohlenstoff 1 : 1 ist, in der vorbeschriebenen Weise in Synthesegas überführt, das Synthesegas geteilt, ein Teil in Kohlendioxid und Wasserstoff überführt, das Kohlendioxid gespeichert und der Wasserstoff mit dem anderen Teil des Synthesegases gemäß Rk.2 zu Methan umgesetzt.
Dann ist das gespeicherte/sequestrierte Kohlendioxid zur Hälfte auf biologischem und zur anderen Hälfte auf fossilem Kohlenstoff aufgebaut. Gleiches gilt für den Kohlenstoff des Methan. Überträgt man nun die Bioaktivität des biologischen Kohlenstoffes im gespeicherten Kohlendioxid auf den fossilen Kohlenstoff im Methan, so erhält man bei dem erfindungsgemäßen Verfahren 100% Biomefhan. In der Ökobilanz wird der "Klimabonus" (die Bioaktivität) des biologischen Kohlenstoffes im gespeicherten Kohlendioxid dem fossilen Kohlenstoff im erzeugten Methan gutgeschrieben, (vgl. Kapitel:„Chemische Verbindungen / Masse / Volumen / Energie")
Das Synthesegas kann auch mit zusätzlich durch Wasserelektrolyse aus überschüssiger elektrischer Energie gewonnenem Wasserstoff umgesetzt werden. Solcher Wasserstoff kann durch Wasserelektrolyse z.B. aus Wind oder Solarstrom erzeugt werden. Dann wird der Anteil des Synthesegases, das zu Methan umgesetzt wird, erhöht. Dabei kann dann auch das gesamte Synthesegas mit Wasserstoff in Methan überführt werden. Durch das Hinzufügen der überschüssigen elektrischen Energie mittels des Wasserstoffes zum ursprünglichen und durch Übertragung der Bio- Aktivität erhaltenen Biokohlenstoff wird die Bioenergie im so erzeugten Biomethan weiter vermehrt.
Nach diesem Verfahren kann ein Speicherkraftwerk dargestellt werden, bei dem in unterschiedlichen Betriebsphasen Kohlenstoff entweder wie beschrieben in Methan überführt wird, oder mit überschüssiger elektrischer Energie über die Wasserelektrolyse weiteres Methan (praktisch die doppelte Menge) erzeugt wird. Es kann aber auch der aus überschüssiger elektrischer Energie hergestellte Wasserstoff mit gespeichertem Kohlendioxid umgesetzt werden.
Das so erzeugte Methan kann in das Erdgasnetz eingespeist werden und so kann fluktuierender Windoder Solarstrom verstetigt, transportiert und an anderer Stelle aus dem gespeicherten und transportierten Methan oder seinen Erdgas-Äquivalenten wieder rückverstromt werden.
Eine Weitere Möglichkeit, Biomasse oder Kohle oder Mischungen aus Kohle und Biomasse in einem wirtschaftlich arbeitende Speicherkraftwerk für überschüssige elektrische Energie einzusetzen, ist, in zwei aufeinanderfolgenden Betriebsphasen:
1. das Synthesegas in einem Gaskraftwerk zu verströmen und damit Versorgungslücken zu decken und das gebildete Kohlendioxid im Boden zu speichern oder
2. das Synthesegas mit aus überschüssiger elektrischer Energie durch Wasserelektrolyse hergestelltem Wasserstoff zum Methan umzusetzen und das Methan im Gasnetz zu speichern.
In der ersten Betriebsphase wird elektrische Energie in das Stromnetz eingeleitet. In der zweiten Betriebsphase wird (überschüssige) elektrische Energie aus dem Stromnetz entnommen, in Methan umgeformt und das Methan wird in das Gasnetz eingeleitet und im Gasnetz gespeichert. Die Anlage kann zur Stabilisierung des Stromnetzes und als Energiespeicher eingesetzt werden. In der ersten Betriebsphase wird das Bio-Kohlendioxid gespeichert, dessen Bioaktivität in der zweiten Betriebsphase auf gebildetes Methan mit fossilem Kohlenstoff übertragen wird.
Bei einem derartigen Speicherkraftwerk tritt ein wichtiger Synegieeffekt ein: Der Anschluss des Kraftwerkes an das Hochspannungsnetz und die Transformatoren können sowohl zum Einleiten der Energie in der Ersten Betriebsphase als auch zur Stromentnahme der Wasserelektrolyse in der zweiten Betriebsphase in unterschiedlichen Richtungen genutzt werden.
Solche Speicherkraftwerke gewinnen zunehmend an Bedeutung, da mit der weiteren Verbreitung fluktuierender erneuerbarer Energien in naher Zukunft in der Regel entweder zu viel oder zu wenig Energie im Stromnetz ist. Die erste Betriebsphase dient dann der Deckung von Versorgungslöchern und Bedarfsspitzen, die zweite Betriebsphase der Speicherung und der Verteilung überschüssiger Energie.
Die Verstromung des Synthesegases kann erfolgen, indem
■ das Synthesegas direkt im Gaskraftwerk verbrannt wird. Bei der Verbrennung entstehen
Wasserdampf und Kohlendioxid. Nach Kondensation des Wasserdampfes kann das
Kohlendioxidgas z.B. durch Druckverflüssigung vom verbleibenden Luftstickstoff abgetrennt und sequestriert werden.
■ das Kohlenmonoxid im Synthesegas wie oben beschrieben mit Wasserdampf in weiteren Wasserstoff und Kohlendioxid überführt wird, das Kohlendioxid sequestriert und der Wasserstoff verbrannt/verströmt wird.
■ ein Teil (im Idealfall die Hälfte) des Synthesegases wie zuvor in Wasserstoff und Kohlendioxid überführt wird, das Kohlendioxid sequestriert wird und der erzeugte Wasserstoff den anderen Teil des Synthesegases in Methan überführt und das Methan verbrannt/ verströmt wird.
Wegen der einfacheren Verfahrensweise wird die direkte Verstromung des Synthesegases im Kraftwerk während der ersten Betriebsphase des Speicherkraftwerkes bevorzugt. Wird, um die Leistung des Gaskraftwerkes zu erhöhen, auch Methan/Erdgas mit verströmt, so entsteht zusätzliches zu speicherndes Kohlendioxid. Gleiches gilt für den bei der Methan- Verbrennung gebildeten Wasserdampf, der gleichfalls kondensiert wird (s.u.).
Überschüssige elektrische Energie fallt auch bei allen unflexiblen Großkraftwerken wie z.B. Kohlen- und Kernkraftwerken an, wenn das Stromnetz wegen zu großer Auslastung vom Kraftwerk keine Leistung aufnehmen kann. Ein Zustand, der an der Wirtschaftlichkeit großer Kraftwerke zehrt und der mit der weiteren Verbreitung erneuerbarer Energien noch kritischer wird, da erneuerbare Energien im Stromnetz Vorrang haben.
Bei der Verstromung des Synthesegases in der 1. Betriebsphase kann der bei der Wasserelektrolyse in der zweiten Betriebsphase gebildete und gespeicherte Sauerstoff anstelle der Verbrennungsluft verwendet werden. Der Vorteil ist, dass dann in Abwesenheit von Luftstickstoff keine klimaschädlichen Stickoxide gebildet werden. Dies gilt für alle drei beschriebenen Arten der Verstromung des Synthesegases.
Sowohl bei der Verbrennung des Synthesegases als auch bei der Verbrennung von Methan mit reinem Sauerstoff muss Kohlendioxid aus den Rauchgasen nicht mehr abgetrennt werden. Nach Kondensation des Wasserdampfes bleibt es als einziges Gas übrig und kann direkt sequestriert werden. Bei der Kohleverbrennung unvermeidliches Kohlenmonoxid verbleibt dann bei der Druckverflüssigung als Gas und kann in den Brenner zurückgeführt werden, sodass es nicht in die Umwelt gelangt.
Zu beachten ist, dass bei der Verbrennung mit reinem Sauerstoff wegen der hohen Energiedichte der Verbrennungsgas-Mischung Werkstoffe (z.B. der Gasturbine) an die Grenze ihrer thermischen Belastbarkeit kommen. Es empfiehlt sich dann zur„Kühlung" inertgase einzusetzen. Hier bieten sich vorhandenes Kohlendioxid oder Wasserdampf an.
Sowohl bei der Verbrennung von Wasserstoff als auch bei der Verbrennung des Synthesegases tritt in den Rauchgasen Wasserdampf auf, der nach Kondensation weitgehend salzfrei und destilliertem Wasser ähnlich ist und zu Speisewasser für die Wasserelektrolyse aufbereitet werden kann. Gleiches gilt für die Verbrennung von Methan. Auch bei der Hydrierung von Kohlendioxid und Kohlenmonoxid (Rk.l. und Rk. 2.) entsteht wässriges Kondensat.. Das Kondenswasser enthält oft noch Säurespuren, welche durch Anionenaustauscher entfernt werden können.
Der Bedarf an hochgereinigtem Speisewasser für die Wasserelektrolyse in der hier vorgesehenen Größenordnung ist enorm. Angenommen, durch ein solches Speicherkraftwerk sollen in der zweiten Betriebsphase 1 Mio. KW überschüssige Energie durch Wasserelektrolyse als Wasserstoff gebunden werden, so sind hierfür 250000 1 dest. Wasser zur Verfügung zu stellen. Man erkennt, dass für die Wirtschaftlichkeit des Gesamtverfahrens die Verfügbarkeit von gereinigtem Wasser für die Wasserelektrolyse von entscheidender Bedeutung ist. Mit den verschiedenen, oben aufgezählte Kondensaten aus der Verbrennung von Wasserstoff ist diese Verfügbarkeit gegeben. Da das Wasser in der jeweils anderen Betriebsphase gebildet/verbrannt wird, muss es im Wassertank gespeichert werden. Meist enthalten die Kondensate Säurespuren, die mit Anionenaustauschern entfernt werden
Die vorliegende Technologie erlaubt, über die Photosynthese der Pflanzen (Biomasse) Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu nehmen und nach thermischer Nutzung (Verbrennung) des Bio-Kohlenstoffes aus diesen Pflanzen das entstandene Bio-Kohlendioxid im Boden zu speichern/sequestrieren. Nun wird es möglich, in einem einheitlichen Verfahren zusammen mit der Biomasse (z.B. Holz) fossile Brennstoffe wie Kohle im gleichem Kohlenstoff-Verhältnis Kohlendioxid-neutral zu verbrennen. D.h., das in der ersten Betriebsphase durch Verbrennung Verstromung des Synthesegases gebildete und sequestrierte Bio-Kohlendioxid kann in der zweiten Betriebsphase die äquimolare Menge an fossilem Kohlenstoff bei der Verbrennung Kohlendioxid-neutral stellen.
Der erfindungsgemäße„Klimahebel" bei der Speicherung von Bio-Kohlendioxid kann bereits bei der Verstromung des Synthesegases aus entsprechenden Mischungen von Kohle und Holz genutzt werden. Verstärkt wird die Wirkung, wenn in der Energie-Speicherphase (2. Betriebsphase) zusätzlicher Wasserstoff aus überschüssiger elektrischer Energie durch Wasserelektrolyse gewonnen wird und das Synthesegas diesen Wasserstoff methanisiert. Das so erhaltene Methan kann vor Ort verströmt oder in das Gasnetz eingeleitet werden und so Wind- und Sonnenenergie über Gasleitungen transportieren. Die Vermehrung der Bioenergie geschieht innerhalb des Speicherkraftwerkes.
In welchem Masse diese Technologie Wirtschaftlichkeit mit Ökologie verbindet, wird an folgendem
Beispiel deutlich: Eine Komposition von 120 t. Holz und 80 t Kohle (Kohlenstoffgehalt / Brennwert.
Holz: 50% / 4 - 5 KWh, Kohle: 75% / 7 KWh) wird durch Vergasung in Synthesegas überführt. Die
Hälfte des Synthesegases wird in der ersten Betriebsphase verströmt, wobei etwa 300000 KW
elektrische Energie erhalten werden ( Wirkungsgrad der Kohlegasverstromung etwa 50% ) Das entstandene Kohlendioxid, das je zur Hälfte biologischen und fossilen Kohlenstoff enthält, wird gespeichert sequestriert. Die andere Hälfte des Synthesegases wird in der zweiten Betriebsphase mit aus 1 Mio. KW überschüssigem Windstrom gewonnenem Wasserstoff zu Methan hydriert ( Rk. 2.), wobei man ca. 130000 cbm. Methan erhält, welches seinerseits ebenfalls je zur Hälfte auf biologischem und fossilem Kohlenstoff aufgebaut ist. Dieses Bio-Methan (s.o.), vor Ort oder an anderer Stelle rückverstromt, ergibt in einem Gas- und Dampfkraftwerk (Wirkungsgrad: 60%) etwa 850000KW Ökostrom. Der Wirkungsgrad bezogen auf die eingesetzte überschüssige Energie beträgt dann 85% (vgl. Kapitel„Chemische Verbindungen / Masse / Volumen / Energie" im Anhang).
Indem die biologische Aktivität des Bio-Kohlenstoffes im gespeicherten Bio-Kohlendioxid auf den rückverstromten Methananteil mit dem fossilen Kohlenstoff übertragen wird, sind dies 850000 KW Ökostrom.
Aus 120 1 Holz und 80 1 Kohle sowie 1 Mio. KW überschüssiger Energie entstehen bedarfsgerecht und unter Nutzung der Schwankungen im Stromnetz 300000 KW elektrische Energie und 130000 cbm. Methan, die zu 850000 KW Ökostrom rückverstromt werden. Insgesamt werden also ca. 1.1 Mio. KW Ökostrom erhalten. Würde man die 120 t Holz alleine im Kraftwerk verströmen, erhielte man nur ca. 250000 KW Ökostrom; d.h.: Nach diesem Verfahren wird die aus Biomasse erzielbare Bioenergie um das drei- bis vierfache vermehrt.
Überwiegt in obigem Ansatz die Kohle, so wird die überschüssige Kohle in klimafreundliches Methan umgewandelt. Solches Methan, welches aus Kohlenstoff fossilen Ursprungs und aus mit Ökostrom hergestelltem Wasserstoff besteht, wird im Folgenden Hybridmethan genannt.
Im Einzelnen werden mit der vorliegenden Technologie
• aus 120 t Holz ca. 1,1 Mio. KW Ökostrom (die in der ersten Betriebsphase erzeugte elektrische Energie eingerechnet)
• 1 Mio. überschüssige Energie in Form von 130000cbm. Methan im Gasnetz gespeichert
• diese Methanmengen, bezogen auf die ursprünglich eingesetzte elektrische Energie, mit 85% Wirkungsgrad rückverstromt. (vgl. Anhang:„Elektrochemische Modellrechnung....")
• die Speicherkapazitäten für Kohlendioxid bezüglich ihrer Wirkung auf das Klima verdoppelt
• Beiträge zur Reduktion von Kohlendioxid-Aussstoß durch Biomasse gegenüber ihrer Verbrennung oder Vergasung vervierfacht
• durch Kohlendioxid-neutralen Einsatz von billiger Kohle erneuerbare Energien bezahlbar.
Das bei Kohle und Holzvergasung entstehende Synthesegas enthält in der Praxis einen leichten Wasserstoffüberschuss und bereits vorgebildetes Methan, sodass der Wirkungsgrad bei der Rückverstromung der ursprünglich eingesetzten überschüssigen elektrischen Energie noch höher liegen kann.
Wichtig bei dieser Technologie ist, für eine saubere Ökobilanz den Bio-Anteil beim in der ersten Betriebsphase sequestrierten Kohlendioxid und beim in der zweiten Betriebsphase hergestellten Methan genau nachzuhalten. Dies ist jedoch schwierig, z.B. bei saisonalen Schwankungen im Kohle/Biomasse - Verhältnis, bei bedarfsgesteuertem Zusatz von Erdgas zum Synthesegas in der ersten Betriebsphase, bei schwankendem Verhältnis von erster zu zweiter Betriebsphase sowie bei schwankendem Angebot an überschüssiger elektrischer Energie (vgl. Anhang, Kapitel„Übersicht der chemischen Reaktionsgleichungen").
Eine Möglichkeit ist, sowohl im sequestrierten Kohlendioxid als auch im in das Netz abgegebenen Methan nach der Radiocarbonmethode das nur im jeweilige Bioanteil vorhandene C14 zu bestimmen (vgl. im Anhang„Nachweis des Bio-Anteils in den Gasen Kohlendioxid und Methan".). Das C14 kann nach modernen Methoden z.B. durch Massenspektrometrie quantitativ bestimmt werden.
Durch laufende Messung des Kohlenstoffisotops C14 in dem in der ersten Betriebsphase sequestrierten Kohlendioxid und in dem in der zweiten Betriebsphase erzeugten Methan wird der direkte Bioanteil beider Gase bestimmt. Nun wird die Bioaktivität des sequestrierten Bio- Kohlendioxid auf fossiles Methan übertragen. Da Methan und Kohlendioxid als chemische Verbindungen beide je ein C-Atom enthalten und beides Gase sind, kann die Bioaktivität im Verhältnis 1:1 übertragen werden. Die spezifische Chemie des Kohlenstoffes schafft die Voraussetzungen für die erfindungsgemäße Vermehrung der Bioenergie.
So kann mit Vorteil der bei der Wasserelektrolyse in der zur Verbrennung des Synthesegases passenden Menge gebildete Sauerstoff bei der Verbrennung des Synthesegases oder des Wasserstoffes im Kraftwerk anstelle der Verbrennungsluft eingesetzt werden (Rk.3.u.4). In Abwesenheit von Luftstickstoff wird so die Bildung von klimaschädlichem Stickoxid ausgeschlossen. Die durch die hohe Energiedichte von Sauerstoff/Brennstoff Mischungen bedingte höhere Verbrennungstemperatur kann durch Zusatz von vor Ort verfügbarem Wasserdampf oder Kohlendioxid kontrolliert werden.
Bei der Verbrennung von Wasserstoff mit Sauerstoff entsteht nur Wasserdampf, der gegebenenfalls kondensiert und wieder zur Elektrolyse zurückgeführt werden kann. Bei der Verbrennung des Synthesegases mit Sauerstoff bleibt nach Kondensation des Wasserdampfes nur noch Kohlendioxid übrig, welches direkt sequestriert werden kann.
Wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren in einer Anlage die Verstromung des Synthesegases mit der Wasserelektrolyse kombiniert und erfolgen diese Vorgänge in aufeinanderfolgenden Betriebsphasen, so können der Anschluss an das Hochspannungsnetz und die Transformatoren des Kraftwerkes sowohl vom Kraftwerk als auch von der Wasserelektrolyse in beide Richtungen genutzt werden. Auch das Gasnetz könnte bei Bedarf in der ersten Betriebsphase Erdgas/Methan an das Gaskraftwerk abgeben und dann in der zweiten Betriebsphase Methan aufnehmen.
Ein weiterer Vorteil dieser Anlagenkombination ist, dass bei Verbrennung von Wasserstoff und Methan gebildetes wässriges Kondensat abgetrennt, gespeichert und für die Wasserelektrolyse aufbereitet werden kann. Ebenso kann der bei der Wasserelektrolyse gebildete Sauerstoff gespeichert und mit Vorteil bei der Gasverbrennung anstelle von Luft eingesetzt werden.
Zentraler Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Vermehrung der aus Biomasse erzielbaren Bioenergie, dadurch gekennzeichnet, dass Biomasse chemisch und/oder thermisch in Bio- Kohlendioxid und Bio-Wasserstoff überführt wird, das Bio-Kohlendioxid gespeichert/sequestriert wird und der Bio- Wasserstoff mit einem der Kohlenoxide methanisiert wird und dass Emissionsrechte oder Bioaktivität, welche mit der Sequestrierung des Bio-Kohlendioxid verbunden sind, durch Messung bestimmt werden und proportional auf fossilen Kohlenstoff übertragen werden.
Die Verrechnung der Emissionsrechte kann auch Anlagen intern erfolgen, indem Gemenge aus fossilen Brennstoffen (z.B. Kohle) und Biomasse (z.B. Holz) erfindungsgemäß verarbeitet werden und die durch den Bio-Kohlenstoff-Anteil im gespeicherten Kohlendioxid erwachsenen Emissionsrechte auf den fossilen Kohlenstoff im erzeugten Methan übertragen werden. Um das volle Potential der vom gespeicherten Bio-Kohlendioxid ausgehenden Bio-Aktivität zu nutzen, sollte der Anteil an fossilem Kohlenstoff im verarbeiteten Gemenge mehr als die Hälfte sein.
Die Bioenergie lässt sich dann weiter vermehren, indem zusätzlicher Wasserstoff durch Wasserelektrolyse aus überschüssiger elektrischer Energie erfindungsgemäß eingesetzt wird. Diese Technik ergibt auch ein Speicherkraftwerk hoher Effizienz, bei dem in aufeinanderfolgenden Betriebsphasen elektrische Energie abgegeben oder aufgenommen und in Form von Methan gespeichert und transportiert und rückverstromt werden kann. Quantitativ betrachtet wird dies im letzten Kapitel„chemische Verbindungen / Masse / Volumen / Energie".
Im Vergleich zur Verbrennung oder Vergasung von Biomasse (Biogas) bietet das vorliegende Verfahren eine mehrfache Steigerung der Ausbeute an Bioenergie.
Bioenergie verbündet sich mit Wind- und Solarenergie.
Klimaziele können schneller erreicht werden.
Anhang (Der Anhang ist Teil der Beschreibung)
Beschreibung der Ausgangsstoffe (Biomasse)
Zerlegung der Biomasse in Wasserstoff und Kohlendioxid
Trennen, Einleiten und Verarbeiten der Gase
Übersicht der chemischen Reaktionen
Übersicht der Einzelanlagen
Speicher und Speichermedien
Synthesegas, Herstellung und Verwendung
Synthesegas / Verstromung / Speicherung von Kohlendioxid
Nachweis des Bio- Anteiles in den Gasen Kohlendioxid und Methan
Elektrochemische Modellrechnung für die Herstellung von Methan
Chemische Verbindungen / Masse / Volumen / Energie
Beschreibung der Ausgangsstoffe:
Als erfindungsgemäße Ausgangsstoffe dienen alle Varianten der Biomasse. Vorzugsweise sind dies Pflanzen, welche durch Chlorophyll Kohlendioxid in organische Kohlenstoffverbindungen und Sauerstoff umwandeln. Diese können auf dem Land, in den Gewässern und im Meer wachsen. Bevorzugt sind Pflanzen deshalb, weil sie im Gegensatz zur zoologischen Biomasse wenig Stickstoff, Phosphor und Schwefel enthalten.
Diese Grundstoffe können zur erfindungsgemäßen Verwendung auch veredelt werden. So können z.B. Ähren gedroschen und Getreide und Stroh gesondert verarbeitet werden. Gleiches gilt für Mais. Die Veredlung kann noch weiter gehen und aus Ölsaaten kann das Öl gepresst und gesondert verwendet werden. Oder die Neben-/Abfallprodukte der Ölgewinnung werden erfindungsgemäß verwendet.
Beachtung verdienen die Biochemischen Veredlungsprodukte von Biomasse wie Biogas und Bioethanol. Beide können zwar einfach als Gase im Reformer zu Wasserstoff und C02 umgesetzt werden und das entstandene C02 kann sequestriert werden. Jedoch ist bei ihrer Herstellung aus Biomasse bereits ein Teil des C02 entstanden und in die Atmosphäre gelangt. Bei Biogas kann man auch Methan abtrennen, in das Gasnetz einspeisen und die gleiche Menge an Erdgas dann erfindungsgemäß verwenden.
Besonders wirtschaftlich ist die Verwendung ganzer Pflanzen oder Pflanzenteile, die dann zerkleinert weiterverarbeitet werden. Hier sind auch zu nennen: Land - und Forstwirtschaftliche Abfallstoffe.
Allgemein können organische Produkte der Abfallwirtschaft mitverwendet werden.
Bei vielen erfindungsgemäßen Materialien kann die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens durch die Mitverwendung energiereicher fossiler Brennstoffe verbessert werden. Auch saisonbedingte Versorgungsengpässe z.B. bei Einjahrespflanzen kann man durch solche Zusätze ausgleichen. So kann es beispielsweise von Vorteil sein, die Wasserstoffausbeute bei Verwendung von kommunalem Grünschnitt durch Zusatz von Kohle zu verbessern. Dies ist ökologisch unbedenklich, da bei den beschriebenen Verfahren C02-Emission ausgeschlossen ist. Der Einsatz von Kohle zusammen mit Biomasse in diesem Verfahren ist unter günstigen Voraussetzungen wirtschaftlicher als die separate Verbrennung von Kohle mit der technisch aufwendigen und thermodynamisch ineffizienten anschließenden Abtrennung des C02 aus den Rauchgasen und dessen nachfolgende Sequestrierung. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann das C02 nach Abtrennung von Wasserstoff direkt sequestriert werden. Bei der Koverarbeitung mit Kohle sind Hofz und Holz-artige Materialien bevorzugt.
Zerlegung der Biomasse zu Wasserstoff und Kohlendioxid:
Bevorzugt sind alle bekannten chemischen Verfahren, bei denen Biomasse unter Anwendung von Hitze und Druck unter Zusatz von Wasserdampf zu Wasserstoff und C02 reagieren. Liegen die Ausgangsmaterialien als Flüssigkeiten oder Gase vor, so kann man hierfür einen Dampfreformer benutzen. Feste Materialien werden wie bei der Kohlevergasung im Wirbelschichtverfahren umgesetzt.
Der Prozess ist zweistufig, wie am Modell Methan (CH4, Biogas) gezeigt wird: In der ersten Stufe reagiert Methan mit 1 Mol Wasser zu 3Mol Wasserstoff (H2) und einem Mol Kohlenmonoxid (CO). Im zweiten Schritt reagiert CO mit Wasser zu C02 und H2. Pro Mol CH4 entstehen also 4 Mol H2 und 1 Mol C02. Ähnlich kann man die Reaktionsgleichungen für andere biochemische Verbindungsklassen entwickeln. Auch dort verlaufen die Reaktionen zweistufig. Wird Kohlenstoff mit Wasserdampf umgesetzt, so entsteht in der ersten Stufe eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Die Mischung wird Synthesegas genannt. Die Kapitel„Synthesegas/Herstelf ung und Verwendung" sowie„Synthesegas / Verstromung / Speicherung von Kohlendioxid" beziehen sich überwiegend auf Synthesegas aus Kohle, gelten jedoch weitgehend auch für Synthesegas aus Kohle/Holz-Mischungen.
Bei der Verwendung nicht vorbehandelter Biomasse wie Holz oder ganzer Pflanzen bildet sich neben den Gasen ein fester Rückstand, der in der Landwirtschaft ein geeignetes Düngemittel ist.
Trennen. Einleiten und Verarbeiten der Gase:
Zunächst sollten, wenn vorhanden, Schwefel und Stickstoff enthaltende Gase abgetrennt werden. Dann werden Wasserstoff und Kohlendioxid nach technisch erprobten Verfahren getrennt, z.B. indem man die unterschiedlichen Siedepunkte nutzt.. Nun kann der Wasserstoff der Energie- oder Wärmeerzeugung zugeleitet und das C02 sequestriert werden. Es kann aber auch nur Wasserstoff abgetrennt und alle übrigen Gase können sequestriert werden.
Erfindungsgemäß kann man auch den abgetrennten Wasserstoff in eine Erdgaslagerstätte einleiten und das Erdgas ausfördern. Hierzu ist es zweckmäßig, den leichten Wasserstoff in die Lagerstätte oben einzuleiten und das Erdgas im unteren Bereich zu entnehmen. Wie bereits erwähnt ist es wegen der großen physikalischen und brenntechnischen Unterschiede sinnvoll, die beiden Gase möglichst über längere Zeit der Ausförderung getrennt zu halten.
Es kann aber auch sinnvoll sein, den Wasserstoff so einzuleiten, dass eine Vermischung der Gase eintritt. Auch kann der Wasserstoff in eine Lagerstätte eingeleitet werden, während noch Erdgas gefördert wird, beispielsweise um in der Lagerstätte einen gewünschten Förderdruck aufrecht zu erhalten. Der Wasserstoff kann, wenn erforderlich, auch direkt in das Gasnetz oder in eine bestimmte Erdgasleitung eingespeist werden.
Treten dann bei der Förderung und beim Transport Gasmischungen auf, so sind sie in der Qualität schwankend, weil sich der Wasserstoff nicht gleichmäßig in der Lagerstätte und im Leitungssystem verteilt und deshalb ein fluktuierendes Gasgemisch gefördert wird. In diesem Gasgemisch kann man entweder den Wasserstoff nach üblichen Verfahren abtrennen und zur weiteren Ausförderung in eine Lagerstätte zurück leiten oder man standardisiert das Gasgemisch, indem ihm je nach Bedarf nachträglich Wasserstoff oder Erdgas zugesetzt wird. Als dritte Möglichkeit kann das fluktuierende Gasgemisch zum Verbraucher geleitet werden, wobei dann an der Verbrauchsstelle der Wasserstoffgehalt/Brennwert bestimmt und die Gasdosierung (und die Wertermittlung) dem Brennwert angepasst werden muss. Wegen des apparativen Aufwandes empfiehlt es sich, fluktuierende Gasmischungen bevorzugt an Großverbrauchstellen, wie z.B. bei Gaskraftwerken, zu verwenden und vorzugsweise nicht im Gasnetz, sondern in ausgewählten Pipelines dorthin zu leiten. Ist die Lagerstätte mit Wasserstoff aufgeladen, kann mit der Sequestrierung von C02 begonnen werden.
Die folgenden Kapitel, besonders die, welche Reaktionen und Anlagen betreffen, beschreiben vorwiegend Gewinnung von Methan mit fossilem Kohlenstoff (Hybridmethan), gelten jedoch in gleichem Maße für die Gewinnung von Biomethan:
Übersicht der chemischen Reaktionsgleichungen (Rk. 1. bis Rk. 5.)
C + H20 = CO + H2
(CO + H2) + 2 H2 = CH4 + H20
2 H20 = 2 H2 + 02
CO +H2 + 02 = C02 + H20
CH4 + 2 02 = C02 + 2 H20
C02 + 4H2 = CH4 + 2 H20
Übersicht der Einzelanlagen des Hybridspeicherkraftwerkes (in Klammern die zu den jeweiligen Anlage gehörenden, obigen Reaktionen Rk. 1. bis Rk. 5.)
1. Kraftwerk / Gaskraftwerk ( k. 4. und/oder Rk.5.)
2. Anlage zur Kohlevergasung und Herstellung des Synthesegases (Rk. 1.)
3. Elektrolysegerät und Gleichrichter zur Umwandlung von elektrischer Energie in Wasserstoff (Rk. 3.)
4. Anlage zur Hydrierung von Kohlenmonoxid (oder Kohlendioxid) zu Hybridmethan (Rk. 5. u.6.)
5. Anschluss an das Hochspannungsnetz und Transformator (Rk.4./5. oder Rk. 3.)
6. AnSChluss än däS ErdgäSnetz (Rk. 5 öder Rk.2.)
Speicher und Speichermedien
Der wichtigste Speicher ist das Gasnetz mit dem Hybridmethan als Speichermedium. Im Bedarfsfalle kann dann das gespeicherte Hybridmethan oder sein Äquivalent an im Gasnetz befindlichem Erdgas rückverstromt werden. Diese Rückverstromung geschieht vorzugsweise in einem dem Hybridspeicherkraftwerk zugeordneten Gaskraftwerk. Die bei dieser Anlagenkombination auftretenden Synergien sind im Vorangegangenen ausführlich beschrieben. Die Rückverstromung kann aber auch an einem entfernteren Ort erfolgen, wobei dann das Hybridmethan oder seine Äquivalente an Erdgas dem Gasnetz entnommen werden.
Auch das Kohlendioxid kann aus den Rauchgasen abgetrennt und gespeichert oder sequestriert werden. Wird bei der Verbrennung Sauerstoff aus der Wasserelektrolyse anstelle von Luft eingesetzt, so bleibt das Kohlendioxid nach Kondensation des Wassers als Gas übrig. Wird auch das Kohlendioxid druckverflüssigt, so verbleibt das bei der Kohleverbrennung unvermeidliche Kohlenmonoxid, das in den Brenner zurückgeführt werden kann und so nicht in die Umwelt gelangt.
Ein Weifefes Speichemedium ist däS Speisewässef für die Elektrolyse, das als KöndetiSWäSsef aus den Rauchgasen des/der Gaskraftwerke gewonnen wird. Ist das Gaskraftwerk mit dem Hybridspeicherkraftwerk verbunden, so kann das Speisewassers vor Ort gesammelt, aufbereitet und mit entsprechender Kapazität im Tank gespeichert werden. Von entfernteren Gaskraftwerken müsste das dort gesammelte Kondenswasser dann zum Hybridspeicherkraftwerk in Tankwagen transportiert werden. In diese Transporte könnten dann auch Kondensate aus Brennwertheizungen einbezogen werden. Sammlung und Speicherung des Kondensates aus der rdgas-/Hybndgasverbrennung ist
deswegen ein Gegenstand der Erfindung, weil mit der Menge der Rückbau des Hybridmethan aus Synthesegas ermöglicht wird (EUc. 2., 3., und 5.)· Das Kondensat aus der Verbrennung von Erdgas ist wegen seiner größeren Reinheit dem ebenfalls erfindungsgemäß zur Wasserelektrolyse zu verwendenden Kondensat aus der Verbrennung von aus Kohle stammendem Synthesegas vorzuziehen.
Synthesegas / Herstellung und Verwendung
Das Synthesegas entsteht in der ersten Stufe des "Fischer-Tropsch- Verfahrens" aus Kohlenstoff und Wasserdampf bei hohen Temperaturen (Rk. 1.). Je nach Qualität der Kohle oder der Kohlenstoffverbindung enthält es als Hauptkomponente Kohlenmonoxid und Wasserstoff sowie gegebenenfalls Methan. Möglich ist auch, die Kohle unter Luftausschluss auf 1000° bis 1300° zu erhitzen , wobei man Koks erhält, d.h. reineren Kohlenstoff, welcher zum Synthesegas umgesetzt wird. Daneben werden etwa je 1 to. Kohle ca.300 Kubikmeter Leuchtgas , eine Gasmisehung mit ea.50% Wasserstoff und 30% Methan als Hauptbestandteile, welche direkt in das Gasnetz oder in Rk.2 eingeschleust werden können. Als weiteres Nebenprodukt der Verkokung der Kohle entsteht der sog. "Sf6 nk0hlenfee ', έΐίχέ MiSChUng νόή Aföfnäfen D6f Sf6ink0hlefife6f war' hisföfisch gesehen däs Sprungbrett der chemischen Industrie. Falls mit dem erfindungsgemäßen Verfahren der ökologische Bann von der Kohle genommen wird, können bei der erfindungsgemäße Kohleverwertung wieder zahlreiche chemische Zwischenprodukte gewonnen werden und die Abhängigkeit der Chemie von der Petrochemie wird vermindert.
In beiden Fällen ist die Herstellung des Synthesegases, die auch seine Reinigung einschließt, ein komplexer, kontinuierlich ablaufender Prozess , bei dem sich ein laufendes An- und Abstellen in den wechselnden Betriebsphasen des Speicherkraftwerkes verbietet. Es ist daher ein besonderer Gegenstand der vorliegenden Erfindung, dass das Synthesegas in beiden Betriebsphasen in unterschiedlichen Verwendungen (in der ersten Betriebsphase gemäß Rk. 3 und in der zweiten Betriebsphase gemäß Rk.4.) eingesetzt wird.
Wird das Hybridspeicherkraftwerk einem Kohlekraftwerk beigestellt, so kann in der zweiten Betriebsphase das Synthesegas auch in die Brennstelle des Kohlekraftwerks eingeblasen werden und so verströmt werden. Mit einem zusätzlichen gasförmigen Brennstoff steht für Bedarfsspitzen höhere Leitung wesentlich schneller zur Verfügung . So gewinnt man selbst mit einem Kohlekraftwerk Flexibilität.
Die Umsetzung des Synthesegases zu Hybridmethan (Rk. 2.) erfolgt in einer nach dem Chemiker "Sabatier" genannten Reaktion, in der Kohlenmonoxid an Nickel- oder Eisenkatalysatoren mit Wasserstoff zu Methan hydriert wird. Die Ghemisehe Reaktion ist exotherm und kann bei einer Verfeinerung des erfindungsgemäßen Verfahrens thermisch genutzt werden, wodurch der Wirkungsgrad der Rückverstromung weiter gesteigert werden kann.
Bei veränderter -Reaktionsführung in Rk. 3. können auch langkettige Kohlenwasserstoffe gewonnen werden, welche als Treibstoffe für Kraftfahrzeuge geeignet sind.
Synthesegas / Verstromung /Speicherung von Kohlendioxid
Verstromung des. Synthesegases bedeutet seine direkte oder indirekte thermische Nutzung zum Zwecke der Erzeugung elektrischer Energie.
Das in der Betriebsphase der Verstromung des Synthesegases gebildete Kohlendioxid kann auch gespeichert / sequestriert werden. Dabei wird beispielsweise nach der Kondensation des bei der Verbrennung aus dem Wasserstoff gebildeten Wassers das Kohlendioxid durch Druckverflüssigung aus den Rauchgasen abgetrennt. Nimmt man zur Verbrennung anstelle von Luft den bei der Wasserelektrolyse gebildeten Sauerstoff, so verbleibt nach der Wasserkondensation als einziges Gas "Kohlendioxid, das direkt gespeichert werden kann.
Bei der VefSfföffiüfig des Syntfresegases kann neben seiner direkten Vefbfeniiüng äiich das Kohlenmonoxid mit Wasserdampf in Kohlend oxid und weiteren Wasserstoff überführt werden. Dann wird das Kohlendioxid gespeichert und nachfolgend wird ausschließlich Wasserstoff verbrannt. Dieser Wasserstoff kann auch, in gleicher Weise wie aus der Elektrolyse gewonnener Wasserstoff methanisiert werden. Dies geschieht, indem der Wasserstoff entweder mit gespeichertem Kohlendioxid (Rk. 6.) oder mit Synthesegas / Kohlenmonoxid (Rk. 2.) zur Reaktion gebracht wird. Zu letzterem kann das Synthesegas geteilt werden, wobei ein Teil wie oben zu Wasserstoff und Kohlendioxid durchreagiert und der andere Teil des Synthesegases dann mit Wasserstoff zu Methan reagiert (Rk. 2.). Dabei entsteht auch in der Betriebsphase der Verstromung des Synthesegases Methan, welches alternativ zur direkten Verbrennung /Verstromung auch gespeichert werden kann.
Zusammengefasst kann das Synthesegas als solches, als Wasserstoff oder als Methan verströmt / verbrannt werden. In allen drei Varianten kann das Kohlendioxid wie beschrieben abgetrennt und gespeichert werden.
Die. Überführung des Synthesegases in Methan auch in der Betriebsphase, in der sonst seine Verstromung ansteht, empfiehlt sich, wenn am Ort des Hybridspeicherkraftwerkes elektrische Energie nicht benötigt wird und auch nicht abgeleitet werden kann.
Wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das Synthesegas aus Biomasse (z. B. Holz) gewonnen, so wird in der Betriebsphase der Verstromung bei der Sequestrierung das Kohlendioxid, das die Pflanzen aus der Atmosphäre entnommen hatten, im Boden gespeichert und in der Betriebsphase der Speicherung überschüssiger Energie wird Biomethan erzeugt.
Nachweis des Bio-Anteiles in den Gasen Kohlendioxid und Methan
Die als Endprodukte gebildeten Gase Kohlendioxid und Methan werden je nach ihrem Ursprung (Biologisch oder Fossil) entweder mit Abgaben belastet oder finanziell gefördert (z.B. Biomethan). Wichtig ist daher, wenn z.B. wechselnde Anteile von Holz mit Kohle erfindungsgemäß vergast werden, den Bio^Anteil in o.g. Gasen zu ermitteln.
Dies kann mittels der aus der Archäologie bekannten Radiocarbon-Methode (C14 Methode) erfolgen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die eingesetzte Biomasse und damit auch gebildetes Biomethan bezüglich des C14-Isotopenanteiles den Anfangswert besitzt, während fossiler Kohlenstoff kein C14 enthält. Gleiches gilt für Kohlendioxid Die Messung kann an den Gasen nach der sog. "Zähhrohnnethode nach Libby" erfolgen.
Elektrochemische Modellrechnung für die Herstellung von Hybridmethan aus (überschüssiger) elektrischer Energie und Kohle:
Beginnend mit Rk. 3. (Wasserelektrolyse) werden für einen Kubikmeter Wasserstoff ( H2 ) bei einem angenommenen Wirkungsgrad der Elektrolyse von 80% 4,2 KW benötigt. Gemäß Rk. 2. werden zusätzlich zum Wasserstoff des Synthesegases weitere 2 Mol Wasserstoff ( H2 ) für die Herstelhjng von Hybridmethän aus Kohlenmonoxid benötigt. Daraus folgt, dass je Kubikmeter aus Synthesegas hergestelltem Hybridmethan ( CH4) ca. 8,4 KW elektrische Energie benötigt werden.
Es wird angenommen, der Kohlenstoff für das Hybridmethan wird aus Kohle gewonnen. Methan besteht zu 75 % aus Kohlenstoff (Molgewicht Methan: 16 , Atomgewicht Kohlenstoff: 12). Die Gasdichte von Methan liegt bei 718g/Kubikmeter. Daraus errechnet sich, dass 1 Kubikmeter Methan 539g Kohlenstoff enthalten. Bei einem Kohlenstoffgehalt der Kohle von 65% bis 90% (je nach Qualität der Kohle) werden 580g bis 830 g Kohle je Kubikmeter Hybridmethan benötigt.
Zusammengefasst ergeben 8,4 KW (überschüssige) elektrische Energie und 580g bis 830g (trockene) Kohle einen Kubikmeter Hybridmethan, welches mit Erdgas der H Qualität vergleichbar ist. Rückverstromt würde der Kubikmeter Hybridmethan 7,5 KW hefern (Energieinhalt von Hybridmethan 11,5 KW / Wirkungsgrad des Gaskraftwerkes 65%). Klammert man den Einsatz der (580g) Kohle aus, so liegt der Wirkungsgrad der Rückverstromung bei 87%.
Chemische Verbindungen / Masse / Volumen / / Energie
Reaktionen Rk. 1. C + H20 = (CO + H2) Rk. 4. (CO + H2) + 02 = C02 + H20
Rk. 2 (CO +H2) + 2 H2 = CH4 + H20 Rk. 5. CH4 +2 02 = C02 + 2 H20 Rk. 3 2 H20 = 02 + 2 H2 Rk. 6. C02 + 4 H2 = CH4 + 2 H20
Rk. 7 CO + H20 = C02 + H2
1. Ansatz: 60 1 Bio-Kohlenstoff (= 120 1 Holz) + 60 1 Fossiler Kohlenstoff (= 80 1 Kohle) 60 1 Kohlenstoff ergeben in o.g. Reaktionen ca. 120000 cbm C02-, CO-, oder CH4-Gas.
Vielfache für H2, 02 und H20-Dampf ergeben sich dann aus den jeweiligen Reaktionen,
(alle Zahlenangaben sind grob gerundet / Hinweis: (CO+H2) in Rk.l, 2 u. 4 ist das Synthesegas).
Verdopplung der Bioenergie:
In den aufeinanderfolgenden Rk. l und Rk. 7 entstehen: 240000 cbm C02 (je zur Hälfte biologisches und fossiles C02) und 480000 H2. H2 ergibt mit der Hälfte des C02 gemäß Rk.6 120000 cbm CH4. Bilanz: Sequestriertes C02: erzeugtes Methan:
60000 cbm bio. C02 Bioaktivität 60000 cbm foss. CH4
60000 cbm foss. C02 60000 cbm bio. CH4
120000 cbm„Biomethan"
Gleiche Bilanz wird erhalten, wenn im Anschluss an Rk. 1. das Synthesegas geteilt wird, die Hälfte des CO im Synthesegas gem. Rk.7 zu C02 und zusätzlichem H2 regiert, C02 sequestriert und 2 H2 mit der restlichen Hälfte des Synthesegases gem. Rk.2 zu CH4 und H20 reagiert.
120000cbm Methan Erdgas Im G+D Kraftwerk verströmt ergeben ca. 800000 KW Ökostrom.
Drei- bis vierfache Bioenergie:
In einem Speicherkraftwerk wird in der ersten Betriebsphase die Hälfte des Synthesegases im Gaskraftwerk verströmt. Dabei werden C02-frei ca. 400000KWerhalten. Das C02, das je zur Hälfte aus biologischem und fossilem C02 besteht (wie oben 120000 cbm), wird sequestriert.
Die andere Hälfte des Synthesegases wird mit 240000 cbm H2, welche in der zweiten Betriebsphase durch Wasserelektrolyse aus 1 Mio. KW überschüssiger elektrischer Energie gern Rk.3 gewonnen werden nach Rk.2 zu 120000 cbm Methan umgesetzt. Bilanz und Übertragung der Bioaktivität ist wie oben. Auch hier werden ca. 800000 KW Ökostrom erhalten. Zusammen mit den 400000 KW aus der ersten Betriebsphase werden nach dieser Variante 1,2 Mio. KW (C02 -neutraler) Ökostrom erhalten. 120 t Holz separat im Kraftwerk verströmt ergeben nur 300000 bis 400000 KW Ökostrom.
Ein Merkmal dieser Erfindung ist, dass bei den chemischen Reaktionen die Mengen genau zusammenpassen. Die Mengenverhältnisse bei den biologischen und fossilen Rohstoffen sollten daher so gewählt werden, dass stets ausreichend fossiles Methan produziert wird, auf welches die
Bioaktivität von gespeichertem Bio-Kohlendioxid übertragen werden kann.