Vo rri cht u n g u n d Ve rfa h re n zu r H erste l l u n g vo n
Ku n ststoff- Be hä lte rn
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Behältern, insbesondere PET-Behältern durch einen Blasumform- oder Streckblasumformprozess mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche 1 bzw. 8.
Wirtschaftliche Einheiten, Fertigungsanlagen und alle Arten von
Handhabungseinrichtungen, -anlagen usw. benötigen unterschiedliche Arten von Energie, in erster Linie mechanische Antriebsenergie, bspw. auch in Form von hydraulischem und/oder pneumatischem Druck, Wärmeenergie und elektrische Energie. Die elektrische Energie wird üblicherweise über ein öffentliches Leitungsnetz geliefert und von einem Energieversorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt, während es für die Wärmeversorgung zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten der Lieferung, Erzeugung und/oder Nutzung gibt. Die mechanische Energie wie auch die Energieträger für pneumatische und/oder hydraulische Antriebe und
Druckversorgungen werden meist ebenfalls durch Wandlung aus elektrischer Energie gewonnen, typischerweise mittels Elektromotoren.
Bisher wird eine Maschine zur Getränkeherstellung i.d.R. über völlig unabhängige Energie-und Medienversorgungswege versorgt. Die benötigte
Wärmeenergie wird durch eine Wärmeerzeugungsanlage zur Verfügung gestellt oder in der Maschine selbst erzeugt. Druckluft wird aus einer Lufterzeugungsanlage oder einem der Maschine zugeordneten Kompressor (erzeugbarer Enddruck bis 40 bar) bezogen, während der elektrische Strom durch eine Stromverteilungsanlage geliefert wird. Bei der Energie- und Medienversorgung ist herkömmlicherweise davon auszugehen, dass die verschiedenen Energiearten weitestgehend verfügbar und von außen beziehbar sind. Eine irgendwie geartete Kopplung von
Energieerzeugungsprozessen und Energieverbrauchern besteht dabei entweder nur in Ansätzen oder gar nicht.
BESTÄTIGUNGSKOPIE
Das vorrangige Ziel der vorliegenden Erfindung wird darin gesehen, die Prozesse bei der Abfüllung von Behältern und insbesondere bei der Bereitstellung und Herstellung der Behälter - typischerweise durch Streckblasformen von PET- Vorformüngen - zu verbessern und energieeffizienter zu machen. In diesem
Zusammenhang soll insbesondere die Druckluftversorgung für die Streckblasvorgänge und/oder die ggf. hierfür notwendige Heizenergie und/oder die mechanischen Antriebe in energetischer Richtung betrachtet und nach Möglichkeit verbessert werden.
Dieses Ziel der Erfindung wird mit den Gegenständen der unabhängigen Ansprüche erreicht. Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen. Zur Erreichung des genannten Ziels schlägt die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Herstellung von Kunststoff-Behältern durch Blas- oder Streckblasumformung von Vorformlingen vor, die Vorwärmeinrichtungen zur Temperierung der Vorformlinge, bedarfsweise Heizeinrichtungen zum Erwärmen von Blas- oder Streckblasformen vor und während der Blas- oder Streckblasformvorgänge, eine Druckluftversorgung zur Lieferung des für die Blasumformung notwendigen Blasdrucks sowie Antriebseinrichtungen für den Betrieb der Blas- und/oder
Streckblaseinrichtungen, für den Transport und die Handhabung der Vorformlinge und der umgeformten PET-Behälter aufweist. Zudem sieht die Erfindung eine Versorgung der Vorwärm- und/oder der Heizeinrichtung und/oder der Druckluftversorgung und/oder der Antriebseinrichtungen mit Energiewandeleinrichtungen vor, die aus Primärenergie gespeist sind. Unter Primärenergie wird in diesem Zusammenhang insbesondere Brennstoff verstanden, der typischerweise zum Antrieb von
Verbrennungskraftmaschinen geeignet ist und eingesetzt werden kann, wie Biogas, Erdgas, Flüssigtreibstoff, Wasserstoff. Bei Wärmekraftmaschinen mit äußerer
Verbrennung bzw. Wärmezufuhr, z.B. Stirlingmotoren, können auch Festbrennstoffe, Abwärme oder Solarenergie zum Einsatz kommen. Weitere
Energiewandeleinrichtungen können Wind- oder Wasserturbinenantriebe sein.
Die Anlagenteile können vorzugsweise mechanisch und/oder zumindest teilweise energetisch miteinander gekoppelt sein, insbesondere über eine gemeinsame Steuerung, und wobei die Anlagenteile jeweils miteinander gekoppelte
Energiewandlungs-, -Speicher- und/oder -verbrauchseinheiten bilden, die von mindestens einer gemeinsamen Energiewandeleinrichtung gespeist sind, die mechanische Antriebs- bzw. Wellenenergie und/oder elektrische und/oder thermische
Energie liefert. Als Energieerzeugungseinheit kann bspw. ein Gasmotor, eine
Gasturbine oder ein für andere Primärenergieträger geeigneter Verbrennungsmotor wie Diesel- oder Stirlingmotor eingesetzt werden. Diese Energieerzeugungseinheit kann wahlweise mit den Vorwärm- und/oder mit den ggf. vorhandenen
Heizeinrichtungen und/oder mit den Antriebseinrichtungen und/oder mit einem elektrischen Generator und/oder mit einem Kompressor der Druckluftanlage gekoppelt sein. Naturgemäß ist hierbei die Drucklufterzeugung für den Blasformprozess bzw. für den Streckblasform prozess, bei dem die spritzgegossenen Vorformlinge durch Erwärmung und anschließende Innendruckbeaufschlagung in die gewünschte
Behälterform gebracht werden, von besonderem Interesse; da diese
Drucklufterzeugung wegen der z.T. sehr hohen Blasdrücke (bis 40 bar) einen ganz wesentlichen Anteil am Energieverbrauch einer solchen Behälterherstellungs- sowie Behälterbehandlungs- und Getränkeabfüllanlage ausmacht. Die für die
Druckluftbereitstellung typischerweise eingesetzten Kompressoren haben einen erheblichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch einer Behälterherstellungsmaschine. Selbst bei Betrachtung einer gesamten Getränkeabfüllanlage ist dieser Energieanteil von erheblicher Dimension. Ein weiterer bedeutsamer Energieverbraucher ist die Temperiereinrichtung für die Vorformlinge vor dem Blasen, wozu überwiegend
Infrarotstrahlung oder Mikrowellen eingesetzt werden, für deren Erzeugung in der Regel extern erzeugter Strom verwendet wird.
Die/der gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingesetzte Gasturbine, Gasmotor oder Verbrennungsmotor ist zweckmäßigerweise mit wenigstens einem Wärmetauscher, insbesondere mit einem Abgaswärmetauscher ausgestattet, der mit wenigstens einem der übrigen Anlagenteile gekoppelt ist, bspw. mit der Heizeinrichtung zur Erwärmung der Blasformen und/oder mit der Temperierungseinrichtung zur Vortemperierung der Vorformlinge. Darüber hinaus kann auch ein Kühlmittelwärmetauscher vorgesehen sein, mit dessen Hilfe die Prozesstemperatur des Primärenergiewandlers (d.h. des Motors) energetisch genutzt werden kann. Die derart bereitgestellte thermische Energie kann direkt und/oder über einen Wärmespeicher in Abhängigkeit der gelieferten und im Behälterherstellprozess abnehmbaren Temperaturniveaus dem Blasprozess zugeführt werden. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Schichtenwärmespeichers, wegen der
passgenauen Temperaturniveau-Entnahmemöglichkeit. Die aus der
Primärenergieumwandlung gelieferte Wärmeenergie kann nun zum Vorerwärmen der
Vorformlinge und/oder dem Heizen von Blasformen verwendet werden, wenn thermisch belastbare PET-Behälter im Heatset-Verfahren hergestellt werden sollen. Auf diese Weise ist der Strombedarf zur Mikrowellen- oder Infraroterzeugung reduzierbar. Darüber hinaus kann die Energiewandlungseinrichtung bzw. die Gasturbine, der Gas- oder Verbrennungsmotor über einen mechanischen Wandler und/oder ein Getriebe mit weiteren Komponenten bzw. Anlagenteilen wie dem Kompressor der Druckluftanlage, mechanischen Antriebseinrichtungen einer Blasform- oder
Streckblasanlage, insbesondere eines Blasrads oder -karussells, und/oder weiteren Fördereinrichtungen gekoppelt sein. Ein solcher mechanischer Wandler kann dazu dienen, die mechanischen Antriebserfordernisse auf einfache und energetisch günstige und verlustarme Weise mit der Turbine bzw. dem Motor zu decken. Als Getriebe kann bspw. ein stufenloses Getriebe wie bspw. ein Reibriemengetriebe o. dgl. zum Einsatz kommen. Sofern die Antriebsgeschwindigkeiten keinen größeren Schwankungen unterliegen, da bspw. die Prozessgeschwindigkeiten im Wesentlichen auf gleichem Niveau liegen, kann es ggf. sinnvoll sein, die Drehzahlangleichungen beim Anlaufen der Anlage oder bei deren Stopp mittels einer geregelten Kupplung vorzunehmen, die eine gezielte Schlupfregelung und damit eine vorübergehende Drehzahlanpassung und damit Übersetzungsanpassung erlaubt. Zweckmäßigerweise sind die
Energiewandlungseinrichtung und/oder der Kompressor zur Blaslufterzeugung räumlich möglichst nah an der Blasmaschine und deren Heizstation für die
Vorformlinge angeordnet, um Wärme- und Druckverluste gering zu halten.
Gemäß einer weiteren Variante der Vorrichtung kann eine Mehrzahl von Blasoder Streckblasstationen gleichmäßig verteilt über den Umfang eines rotierenden Blasrades angeordnet sein, wobei wenigstens eine mit einem Primärenergieträger betriebene Energiewandlungseinrichtung, insbesondere zur Lieferung der für das Blasoder Streckblasformen notwendigen Druckluft, auf dem Blasrad angeordnet ist.
Besonders vorteilhaft können auf einem solchen rotierenden Blasrad mehrere mit dem Primärenergieträger betriebene Energiewandlungseinrichtungen angeordnet sein, wobei insbesondere jeder Blasstation ein separater Druckmotor zur
Druckluftversorgung und/oder zur Lieferung zumindest eines Teils der für das
Blasformen oder das Streckblasformen benötigten Heizenergie zugeordnet sein kann. Ein solcher Druckluftmotor kann sehr kompakt ausgeführt sein, so dass eine direkte
Zuordnung zu jeder Blasstation durchaus bei vorhandenen Anlagen realisierbar ist. Besonders vorteilhaft ist in diesem Fall aus hygienischen Gründen ein
Primärenergieträger wie Wasserstoff, der schadstofffrei ohne negativen Einfluss auf die Blasluft umsetzbar ist. Das Streckblasformen der Behälter kann bspw. mit einer hydraulisch oder pneumatisch angetriebenen Reckstange erfolgen. Für das sog. Vorblasen genügt ein Druckniveau von ca. 6 bis 10 bar. Dieser Druck kann wahlweise von anderen
Anlagenteilen geliefert werden, so dass er als Recyclingluft oder als Recyclingdruck bezeichnet werden kann. Eine Zwischenspeicherung in kleinen Druckreservoirs kann ggf. sinnvoll sein. Auch können hierfür sehr kleine und damit kostengünstig einsetzbare und betreibbare Kompressoren eingesetzt werden. Das anschließend erfolgende Fertigblasen erfolgt vorteilhaft mit heißer Luft, um nicht nur über die erwärmte Blasform die benötigte Heizenergie einzubringen, sondern auch über die Druckluft, mit der die endgültige Behälterform hergestellt wird. Diese Blasluft wird in vorteilhafter Weise mit Primärenergie erzeugt, wobei eine Beschränkung auf Bereiche bis zu 25 bar sinnvoll sein dürfte. Dieses Druckniveau kann in der Maschine selbst, d.h. in dezentraler Weise, über eine kontrollierte Explosion eines geeigneten Gases erzeugt werden. Neben Wasserstoff kommen hierfür grundsätzlich alle Brenngase in Frage, die als Primärenergie bezeichnet werden können. Auch Biogas, d.h. insbesondere durch einen Biogasprozess erzeugtes Methangas, kann sich für den genannten Zweck eignen. Die Explosion zur Nutzung der im Gas gespeicherten Primärenergie kann einen innerhalb eines Verbrennungsraums geführten Kolben antreiben, ähnlich einem bekannten Otto-, Diesel- oder Gasmotor bzw. ähnlich einem Sterlingmotor, wobei diese Kolbenbewegung auf mechanische Weise, d.h. bspw. über ein Schubkurbelgetriebe oder auf andere geeignete Weise, einen Verdichtungskolben antreibt. Dieser dient der Verdichtung angesaugter Umgebungsluft auf das benötigte Druckniveau von ca. 25 bar oder ggf. auch mehr in einer einzigen Verdichterstufe. Dass die komprimierte Luft dabei gleichzeitig sehr heiß wird, kann in vorteilhafter Weise zur inneren Erwärmung und Sterilisation der Vorformlinge ausgenutzt werden. Sollte jedoch das
Temperaturniveau beim Verdichten zu hoch sein, kann ggf. eine Zwischenkühlung notwendig bzw. sinnvoll sein, wobei die Abwärme über Wärmetauscher genutzt und weiterverarbeitet werden kann.
Die solcherart gewonnene heiße Druckluft kann ohne weitere Behandlung zum Blasumformen der Behälter oder Flaschen eingesetzt werden, denn die Kühlung des Kunststoffes an der Blasformaußenwand sowie die entstehende Expansionskälte beim Entlasten der Flaschen am Ende des Biasvorganges halten die Fiaschen stabil. Zudem kann die heiße Luft für verbesserte mikrobiologische Bedingungen in der Flasche und in dem Luftsystem der Blasmaschine sorgen. Die Bedingungen können weitgehend keimarm bzw. keimfrei gehalten werden.
Ein besonderer Vorteil der beschriebenen Konfiguration liegt darin, dass auf die in einem externen Kompressor übliche Luftkühlung und anschließende Lufttrocknung verzichtet werden kann, da beide Aspekte relativ viel Energie benötigen. Anstelle des üblichen Antriebs des Kompressors mit elektrischem Strom kann er direkt mit
Primärenergie betrieben werden, wodurch die Wandlungsverluste reduziert sind und die Kohlendioxidbilanz verbessert ist. Sofern die Variante mit dem zentral eingesetzten Primärenergiemotor zum Einsatz kommt, können hierüber bestenfalls sämtliche mechanischen Antriebe betrieben werden, bspw. das Blasrad, die Ofenkette,
Hydraulikpumpen, Lüftergebläse etc. Die heißen Abgase des Primärenergiemotors können auch zur Erwärmung bzw. Vorwärmung des Verbrennungsmediums (Gas) verwendet werden, ebenso zum Betrieb einer Adsorptions-Kälteanlage für die
Formkühlung. Bei Heißabfüllanlagen können über geeignete Wärmetauscher die Temperierkreisläufe energetisch gespeist werden.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Behältern durch Blas- oder Streckblasumformung von Vorformlingen, bei dem die Vorformlinge temperiert, die Blas- oder Streckblasformen ggf. vor und während der Blas- oder Streckblasformvorgänge beheizt und die Vorformlinge mit Druckluft als Blasmedium für die Blasumformung beaufschlagt werden, und bei dem die Blas- und/oder Streckblaseinrichtungen sowie Handhabungs- und
Transporteinrichtungen mit Antriebsenergie versorgt werden. Bei dem Verfahren ist vorgesehen, dass die Vorwärm- und/oder Heizeinrichtung und/oder die
Druckluftversorgung und/oder die Antriebseinrichtungen mit Primärenergie gespeist werden. Wahlweise können mehrere Blasstationen jeweils mit separaten, jeweils mit Primärenergie betriebenen Energiewandlungseinrichtungen betrieben werden. So kann bspw. jede Blasstation mit einem separaten Druckmotor versorgt werden, der die
Druckluft sowie zumindest einen Teil der für das ßlasformen oder das Streckblasformen benötigten Heizenergie liefert.
Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass auch Dampfturbinen eingesetzt werden können, was insbesondere bei Anlagenumgebungen mit großen
Dampfmengen sinnvoll und vorteilhaft sein kann. So werden in Brauereien relativ große Dampfmengen im Sudhausbereich umgesetzt, deren Energiegehalt mittels Dampfturbinen teilweise rückgewinnbar gemacht werden kann. Diese Dampfturbinen können bspw. zur Stromerzeugung eingesetzt werden, indem damit Generatoren angetrieben werden. Ggf. ist es auch möglich, die mechanische Wellenenergie der Dampfturbinen zur direkten Drucklufterzeugung mittels direkt angetriebener
Kompressoren einzusetzen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann Teil einer Anlage zur Herstellung, Abfüllung, Verpackung und/oder zum Transport von Getränken in Getränkebehältern sein, bei der die Anlagenteile mechanisch und über eine gemeinsame Steuerung und zumindest teilweise energetisch miteinander gekoppelt sind. Zudem bilden die
Anlagenteile jeweils miteinander gekoppelte Energiewandlungs-, -Speicher- und/oder Energieverbrauchseinheiten, die von mindestens einer gemeinsamen
Energieerzeugungseinheit gespeist sind, die mechanische Wellenenergie und/oder elektrische und/oder thermische Energie liefert. Diese Energieerzeugungseinheit umfasst insbesondere wenigstens eine Gasturbine oder einen anderen geeigneten Verbrennungsmotor, die/der mechanisch mit einem elektrischen Generator und/oder mit einem Kompressor einer Druckluftanlage gekoppelt ist. Weiterhin kann die Gasturbine bzw. der Motor wenigstens einen Wärmetauscher aufweisen, der mit wenigstens einem der Anlagenteile gekoppelt ist. Als Wärmetauscher kommt insbesondere ein Abgaswärmetauscher in Frage, der die in den heißen Abgasen enthaltene Wärmeenergie nutzen und anderen Wärmeverbrauchern, bspw. einem Schrumpftunnel oder einer Folienerwärmungseinrichtung o. dgl. Wärme benötigenden Anlagenteilen ur Verfügung stellen kann. Darüber hinaus oder alternativ kann jedoch ein Wärmetauscher vorgesehen sein, der die in einem Kühlfluid der Gasturbine oder Motor enthaltene Wärmeenergie nutzen und anderen Verbrauchern zur Verfügung stellen kann.
Bei einer Koppelung der erwähnten Einheiten der erfindungsgemäßen Anlage kann es insbesondere vorteilhaft sein, wenn die Energieerzeugungseinheit bzw. die Gasturbine zumindest einen Trockenteilblock der Behälterbehandlungsanlage und/oder der Getränkeabfüllanlage oder einen Teil davon energetisch versorgt. So kann ein Teil der Abwärme oder die gesamte Abwärme, die aus den Wärmetauschereinheiten der Gasturbine gewonnen werden, energetisch für unterschiedliche Zwecke genutzt werden. Vorteilhaft kann es bspw. sein, die Energieerzeugungseinheit bzw. die
Gasturbine zumindest mit einer Heizstation der Behälterbehandlungsanlage
energetisch zu koppeln. Die Abwärme kann bspw. sinnvoll für eine Beheizungsstation für Vorformlinge und/oder für eine Blasformstation genutzt werden. Besonders vorteilhaft kann ein Schrumpftunnel einer Verpackungsstation mit Wärme versorgt werden, da hier der Energiebedarf besonders hoch ist. Weiterhin kann die
Energieerzeugungseinheit bzw. die Gasturbine zumindest mit einer
Druckluftversorgung wenigstens einer Verpackungsstation energetisch gekoppelt sein. Hierbei handelt es sich typischerweise um eine mechanische Koppelung, bei der die Wellenleistung der Gasturbine zum direkten oder indirekten Antrieb von
Druckluftkompressoren genutzt wird. Ein indirekter Antrieb kann bspw. über eine Wandlung der Antriebsleistung in elektrische Energie mittels eines Generators und einem Kompressorantrieb mit einem Elektromotor erfolgen, wodurch flexiblere
Antriebsregelmöglichkeiten bestehen.
Im vorliegenden Zusammenhang wird sowohl der mögliche Einsatz als auch die Einbindung einer Kraft-Wärmekopplung in den Prozess der Getränkeherstellung, Abfüllung und Verpackung und den Transport von Getränkepaletten sowie damit verbundener und/oder koppelbarer Prozesse beschrieben. Es wird damit ein Verfahren zur Einbindung alternativer Energieerzeugungsanlagen in den Prozess der
Getränkeherstellung, der Getränkeabfüllung und Getränkeverpackungstechnik, sowie des Transportes von Getränkepaletten erläutert. Da die Anlagenteile und Maschinen in der Getränkeindustrie in aller Regel Wärme, elektrischen Strom und Druckluft zur Produktion benötigen, wird mittels der erfindungsgemäßen Kraft-Wärmekopplung, insbesondere unter Einbeziehung einer Mikrogasturbine, durch Verbrennung von Gas oder Biogas elektrischer Strom erzeugt. Die durch die Verbrennung des Gases entstehende Abwärme kann bspw. Auch zur Heizung von Gebäuden verwendet werden. Darüber hinaus können auch andere Anlagenteile mit der thermischen Energie versorgt werden. Durch die intelligente Kopplung einer Getränkeherstellungsmaschine
mit einer Mikrogasturbine, kann die abgegebene Wärme der Maschine für
Schrumpfprozesse, Materialerwärmungsprozesse, Aufheizvorgänge von Medien direkt oder indirekt zugeführt werden. Der entstehende Strom kann zum Betreiben von Antrieben, Lüftern, Motoren, Strahlungserzeugem usw. genutzt werden.
Überschüssiger Strom kann ins Netz (öffentlich oder betriebsintern) zurückgespeist werden und/oder anderweitig genutzt werden. Über eine mechanische Erweiterung der Mikrogasturbine kann eine Drucklufterzeugungsanlage eingekoppelt werden, die den Getränkemaschinen die notwendige Druckluft zur Verfügung stellt. Als Brennmaterial für die Mikrogasturbine können bspw. organische Abfälle aus dem
Getränkeherstellungsprozess zugeführt werden. Gegenüber den bekannten Anlagen, bei denen die verschiedenen Maschinenteile zur Getränkeherstellung in der Regel über völlig unabhängige Energie- und Medienversorgungswege versorgt werden, ergeben sich wesentliche Vorteile. Während herkömmlicherweise die benötigte Wärme durch eine separate Wärmeerzeugungsanlage zur Verfügung gestellt oder in der Maschine selbst erzeugt wird, liefert die Kraft-Wärmekoppelung die Abwärme quasi als
Abfallprodukt. Die benötigte Druckluft wird erfindungsgemäß nicht mehr durch eine Lufterzeugungsanlage geliefert, sondern aus der mechanischen Wellenenergie der Verbrennungskraftmaschine gewonnen. Auch der elektrische Strom wird nicht durch eine herkömmliche Stromverteilungsanlage bezogen, sondern aus der Kraft- Wärmekoppelung erzeugt. Bei der herkömmlichen Energie- und Medienversorgung wird dabei ausgegangen, dass diese zu 100% verfügbar sind. Eine intelligente
Kopplung von Energieerzeugungsprozessen und Energieverbrauchern besteht bei bisher bekannten Anlagen nicht.
Diesen Nachteilen hilft die Erfindung dadurch ab, dass bspw. eine
Mikrogasturbine oder ein Gasmotor o. dgl. sowohl einen Generator zur Erzeugung von elektrischem Strom als auch direkt oder indirekt gekoppelt einen Kompressor zur Erzeugung von Druckluft antreiben kann. Dabei kann sowohl der Generator als auch der Kompressor unabhängig ein- bzw. ausgeschaltet werden. Das bei der Verbrennung durch die Mikrogasturbine entstandenen Abgas soll über einen Abgaswärmetauscher durch ein geeignetes Tauschmedium abgekühlt werden. Das Tauschmedium (Dampf, Heizwasser, Luft, ...) soll dabei als Heizquelle für eine Getränkemaschine
(Schrumpftunnel, Blasofen, CIP-Anlage, ...) genutzt werden. Als Brennstoff können sowohl zugekauftes Gas als auch eigen gewonnenes Biogas aus organischen Abfällen des Getränkebetriebes genutzt werden. Ein intelligentes Steuerungssystem koordiniert
und optimiert die Regelprozesse von Mikrogasturbine, Abgastauschsystem und Getränkemaschine.
Ergänzend kann erwähnt werden, dass die Koppelung der Energieerzeuger - d.h. der sog. Mikrogasturbine - und der Verbraucher der erfindungsgemäßen Anlage auch nur im Zusammenhang mit einem sog. Trockenteilblock stattfinden kann. Diese leicht einschränkende Variante ist jedoch keinesfalls zwingend, da es durchaus vorteilhaft sein kann, Verbrauchseinheiten, die dem sog. Nassteil einer Abfüllanlage zuzurechnen sind, mittels der Gasturbine oder einer anderen
Energieerzeugungseinheit energetisch, thermisch, elektrisch oder auf andere Weise zu versorgen.
Die von verschiedenen Anlagenteilen benötigte Wärmeenergie und elektrische und/oder pneumatische Energie kann mit Hilfe der Erfindung auf vorteilhafte Weise von der Energieerzeugungseinheit zur Verfügung gestellt werden, wodurch nicht nur die Gesamtenergiekosten der gesamten Anlage deutlich reduziert werden können. Günstig ist die Verwendung von Wärmespeichern, insbesondere Schichtenwärmespeichern. Auch ist damit eine deutliche Reduktion der Emission von klimaschädlichem
Kohlendioxid verbunden, wodurch die erfindungsgemäße Konfiguration einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Energieressourcen sowie zum Schutz der Umwelt vor klimarelevanten Emissionen liefern kann. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung kann insbesondere eine energetisch optimierte Blasmaschine für Kunststoffbehälter, vorzugsweise zum Streckblasen von PET-Flaschen, mit einem geringen„Carbon Footprint" bereitgestellt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Die Ausführungsbeispiele dienen zur Veranschaulichung der Erfindung, sind jedoch in keiner Weise einschränkend zu verstehen.
Fig. 1 zeigt ein schematisches Blockschaltbild einer Variante einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Fig. 2 zeigt eine beispielhafte Maschinenkonfiguration einer sog. PET-Einweg- Linie, bei der aus PET-Vorformlingen PET-Behälter geformt werden, die anschließend mit Getränken befüllt werden.
Fig. 3 zeigt eine erste Variante eines Druckluftmotors zur Erzeugung von komprimierter Luft aus Primärenergie.
Fig. 4 zeigt eine weitere Variante eines solchen Druckluftmotors.
Fig. 5 zeigt eine beispielhafte Maschinenkonfiguration einer
Getränkeabfüllanlage.
Die schematische Darstellung der Fig. 1 zeigt ein stark schematisiertes
Blockdiagramm einer Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Systems bzw. einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 10. Hierbei treibt ein mit Primärenergie 12 gespeister Motor 14 („M") über eine mechanische Wellenverbindung 16 einen Wandler 18 („W") und/oder ein Getriebe 20 („G"), das wiederum weitere Komponenten einer Behälterblas- oder Streckblasmaschine 22 („B") antreiben kann. Über das Getriebe 20 bzw. den Wandler 18 können bevorzugt ein Kompressor 24 („K") sowie ggf. weitere, hier nicht dargestellte Komponenten wie Generatoren oder dgl. angetrieben werden. Dies können bspw. auch eine Ofenkette, -rad, eine Heizkette o. dgl. sein. Der Wandler 18 und/oder das Getriebe 20 dienen der Drehzahlanpassung bei ungleichmäßiger Verarbeitungsgeschwindigkeit der Blasmaschine 22 oder auch bei unterschiedlichen Motordrehzahlen. Der Kompressor 24 kann die zentrale Drucklufterzeugung 26 für die Versorgung der Blasmaschine 22 bilden.
Die Darstellung der Fig. 2 zeigt eine alternative Variante der Vorrichtung 10, bei der im Wesentlichen jede Blasstation 28 der Streckblasmaschine 22 ihren eigenen Kompressor 24 aufweist. Die Einheiten, bestehend aus Motor 14, Kompressor 24 und Blasstation 28 sind mehrfach auf dem rotierenden Blasrad 30 der Streckblasmaschine 22 angeordnet, wobei jeder der Motoren 14 über eine zentrale Energieversorgung 12 mit Treibstoff/Brennstoff wie beispielsweise Wasserstoff versorgt werden kann. Anhand der Darstellung der Fig. 3 sollen die verschiedenen Varianten von
Druckmotoren verdeutlicht werden. Das Streckblasformen der aus Vorformlingen hergestellten Behälter kann bspw. mit einer hydraulisch oder pneumatisch
angetriebenen Reckstange erfolgen. Für das sog. Vorblasen der Behälter genügt ein Druckniveau von ca. 6 bis 10 bar. Dieser Druck kann wahlweise von anderen
Anlagenteilen geliefert werden. Das anschließende Fertigblasen erfolgt mit heißer Luft, um nicht nur über die erwärmte Blasform die benötigte Heizenergie einzubringen,
sondern auch über die Druckluft, mit der die endgültige Behälterform hergestellt wird. Diese Blasluft wird mit Primärenergie 12 erzeugt, wobei eine Beschränkung auf Bereiche bis zu 25 bar sinnvoll ist. Dieses Druckniveau kann in der Vorrichtung über eine kontrollierte Explosion eines geeigneten Gases erzeugt werden. Neben
Wasserstoff kommen hierfür grundsätzlich alle Brenngase in Frage, die als
Primärenergie 12 bezeichnet werden können. Die Explosion zur Nutzung der im Gas gespeicherten Primärenergie kann einen innerhalb eines Verbrennungsraums 32 geführten Kolben 34 antreiben, wobei diese Kolbenbewegung auf mechanische Weise, d.h. bspw. über ein Schubkurbelgetriebe oder auf andere geeignete Koppelung 36, einen Verdichtungskolben 38 antreibt, der sich in einem Kompressorzylinder 40 bewegt. Der Kompressor 38, 40 dient der Verdichtung angesaugter Umgebungsluft auf das benötigte Druckniveau für das Blasformen in einer einzigen Verdichterstufe. Dass die komprimierte Luft dabei gleichzeitig sehr heiß wird, kann in vorteilhafter Weise zur inneren Erwärmung der Vorformlinge ausgenutzt werden. Sollte jedoch das
Temperaturniveau beim Verdichten zu hoch sein, kann ggf. eine Zwischenkühlung notwendig bzw. sinnvoll sein, wobei die Abwärme über Wärmetauscher genutzt und weiterverarbeitet werden kann. Auch kann ggf. ein Wärmetauschermantel 42 vorgesehen sein, um die in der komprimierten Luft enthaltene Wärmeenergie zu nutzen. Die schematische Darstellung der Fig. 4 zeigt eine alternative Variante eines solchen Druckmotors am Beispiel einer sog. Freikolbenmaschine 44. Diese
Freikolbenmaschine kombiniert eine Wärmekraftmaschine mit innerer oder äußerer Verbrennung und eine Arbeitsmaschine in Gestalt eines Verdichters. Charakteristisch ist hierbei die direkte, triebwerklose Übertragung der zyklischen Bewegung des
Kolbens 46 der Wärmekraftmaschine von der Brennkammer 48 auf den Verdichterteil 50, wodurch entfallen jegliche mechanische Triebwerke, wie z. B. ein Kurbeltrieb. Die Leistungsabgabe erfolgt nichtmechanisch. Diese Freikolbenmaschine 44 lässt sich sehr kompakt bauen und zeichnet sich durch große Einfachheit und ein hohes
Leistungs-Gewichts-Verhältnis aus. Solche Maschinen lassen sich somit dezentral jeder Blasstation 28 zuordnen, wie dies in Fig. 2 angedeutet ist.
Das schematische Blockschaltbild der Fig. 5 illustriert eine beispielhafte
Maschinenkonfiguration einer sog. PET-Einweg-Linie, bei der aus PET-Vorformlingen PET-Behälter geformt werden, die anschließend mit Getränken befüllt werden. Bei der
ganz links gezeigten ersten Station, dem Spritzgießen, werden mit einer sog. Preform- Spritzgussmaschine und einer Verschluss-Spritzmaschine aus thermoplastischem Kunststoff, insbesondere aus PET, die sog. Vorformlinge und bereits fertig geformte Verschlussdeckel hergestellt. Die für den Spritzgussvorgang benötigte Wärmeenergie zum Aufschmelzen des zu verarbeitenden Kunststoffes bzw. Kunststoffgranulats kann insbesondere aus der Abwärme der Gasturbine gewonnen werden. Ggf. kann auch der für das Spritzgießen aufzubringende hydraulische Pressendruck aus der
Wellenenergie der Gasturbine gewonnen werden, typischerweise durch direkte
Koppelung eines hydraulischen Druckerzeugers oder einer Hydraulikpumpe mit der rotierenden Welle der Gasturbine, ggf. unter Zwischenschaltung einer mechanischelektrischen Wandlung, so dass der hydraulische Antrieb entweder direkt von der Gasturbine oder durch einen Elektromotor betrieben werden kann.
In der nachfolgenden Anlagenstation, dem sog. Streckblasen, werden die Vorformlinge zunächst gereinigt und anschließend einer Streckblasmaschine zugeführt, wobei die Vorformlinge zu erwärmen sind, damit sie sich in gewünschter Weise durch die Blasformen und den dabei aufgebrachten Innendruck verformen lassen. Die zum Erwärmen der Vorformlinge benötigte Wärme kann wahlweise aus der Abwärme der Gasturbine gewonnen werden oder durch elektrische Heizeinrichtungen wie bspw. Infrarotstrahler aufgebracht werden, die insbesondere mit der von der Energieerzeugungseinheit gelieferten elektrischen Energie gespeist werden können. Die streckgeblasenen Behälter werden anschließend gekühlt, was je nach
Anlagenkonfiguration wiederum über geeignete Wärmetauscher erfolgen kann, die ebenfalls energetisch mit der Energieerzeugungseinheit und/oder mit anderen
Anlagenteilen gekoppelt sein können. Die fertig geformten Behälter inklusive der gereinigten Verschlüsse (vgl.
Verschlussreinigungs-Station) werden anschließend an einen sog. Nassteil übergeben, in dem die eigentliche Getränkeabfüllung erfolgt. Die Reinigung der Behälter vor der Abfüllung der Flüssigkeit kann bspw. über einen sog. Rinser erfolgen, wonach die Flaschen mit einem Füller befüllt und mit einem Verschließer verschlossen werden. Mit dem Nassteil sind die Stationen der Produktaufbereitung, d.h. der Prozesstechnik, und der Reinigungstechnik gekoppelt, was durch die Anordnung dieses Blocks oberhalb des Nassteilblocks angedeutet ist. Das abzufüllende Produkt, bspw. das abzufüllende Getränk, wird von der Produktaufbereitungsanlage über eine optionale
Kurzzeiterhitzungsanlage zum Füller geliefert. Bei einer sog. Kaltabfüllung entfällt das kurzzeitige Erhitzen, während eine herkömmliche Abfüllung generell das Erhitzen der Getränke vor dem Abfüllen zur Sicherstellung der Haltbarkeit und Keimfreiheit bzw. Keimarmut vorsieht. Auch diese Kurzzeiterhitzungsaniage kann auf vorteilhafte Weise die Abwärme der Energieerzeugungseinheit nutzen, bspw. über die
Abgaswärmetauscher der Gasturbine o.ä. Beide erwähnten Anlagenteile der
Produktaufbereitung sowie der Rinser und der Füller stehen zusätzlich mit einer Reinigungsanlage in Verbindung.
Nach dem Befüllen der Behälter und deren Verschließen werden sie über einen geeigneten Behältertransport einer Trocknung zugeführt, die bspw. ein Heißluftgebläse umfassen kann. Auch hierfür kann wiederum die Abwärme der Gasturbine genutzt werden. Normalerweise erfolgt nach der Trocknung die Etikettierung der Behälter, wozu entsprechend Fig. 2 eine Etikettiermaschine dient, die nach herkömmlichem Sprachgebrauch noch dem Nassteil der Anlage zuzurechnen ist. Es sind auch andere Arten der Behälteretikettierung möglich, bspw. ein Bedrucken eines Etiketts oder ein direktes Bedrucken der Behälter, was typischerweise in trockenem Zustand der Behälter erfolgt. Die elektrische und/oder pneumatische Energie, welche die
Etikettiermaschine benötigt, kann vorzugsweise aus der von der
Energieerzeugungseinheit mittels des elektrischen Generators gewonnenen elektrischen Energie zur Verfügung gestellt werden, ebenso wie damit ggf. weitere Anlagenteile gespeist werden können, bspw. die Transporteinrichtungen, die Füller, Verschließer etc.
Der dem Nassteil nachgeordnete Trockenteil der Anlage umfasst wiederum eine Verpackungsstation, die bspw. durch eine sog. Variopack-Anlage mit
Folieneinschlagmodul zum Umhüllen der zuvor gebildeten Gebinde aus mehreren
Getränkebehältern mit Schrumpffolie und dem anschließenden Erwärmen dieser Folie in einem Schrumpftunnel sowie nachgeordnete Transporteinrichtungen gebildet sein kann. Der Schrumpftunnel stellte eine besonders energieintensinve Station der Anlage dar, so dass der Betrieb mit der Abwärme aus der Gasturbine besonders
wünschenswert ist. In der Nutzung der von den Abgaswärmetauschern gewonnenen Energie liegt ein großes Einsparpotenzial, da der Betrieb solcher Schrumpftunnel normalerweise relativ hohe Energiekosten verursacht. Der anschließende
Gebindetransport fördert die Gebinde zu einer Gruppierstation und einer
nachgeordneten Palettierstation, wonach der Palettentransport für die Einlagerung der Paletten in einem Lager oder deren Übergabe an Transporteinrichtungen wie Liefer- Lkw o. dgl. sorgen kann. Bei diesen erwähnten Stationen besteht weiteres Potenzial zur Nutzung der von der Anlage gelieferten elektrischen oder pneumatischen Energie. Die in der vorstehenden Beschreibung, den Zeichnungen und den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen
Ausgestaltungen von Bedeutung sein. Die Erfindung ist nicht auf die vorstehenden Ausführungsbeispiele beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen denkbar, die von dem erfindungsgemäßen Gedanken Gebrauch machen und deshalb ebenfalls in den Schutzbereich fallen.
Die dargestellten und oben erläuterten Figuren stellen nur mögliche
Ausführungsbeispiele dar. Daraus lässt sich jedoch keinesfalls ableiten, dass eine Verwendung bei z.B. einer Mehrweg-Linie oder auch in der Prozesstechnik
ausgeschlossen wäre. Auch bei solchen Anwendungen lassen sich die
erfindungsgemäßen energetischen Verknüpfungen vorteilhaft einsetzen.