Graphitfolie für Stopfbuchspackungen
Die Erfindung betrifft eine Graphitfolie, insbesondere für Stopfbuchspackungen.
Eine Stopfbuchse leistet die Abdichtung einer drehenden Welle oder einer hin- und hergehenden Stange aus einem Gehäuse gegen einen einwirkenden Flüssigkeits- oder Dampfdruck. Stopfbuchspackungen werden üblicherweise zum Abdichten von Armaturen-Spindeln eingesetzt. Um eine geringe Leckagerate zu erreichen, ist eine hohe Flächenpressung erforderlich, welche allerdings unerwünscht hohe Reibungskräfte erzeugt. Diese hohen Reibungskräfte verursachen Verschleiß und somit eine erhöhte Leckagerate.
Eine Stopfbuchse besteht aus der Stopfbuchspackung als der eigentlichen Dichtung und einer Stopfbuchsbrille (einer flanschähnlichen Hülse), mit der die Stopfbuchspackung mittels Schrauben und/oder Federn axial verpresst wird. Durch die axiale Pressung entsteht auch eine radiale Pressung der Stopfbuchspackung auf der Welle. Dadurch wird der Dichtspalt auf ein den Betriebsbedingungen angepasstes Minimum eingestellt. Durch die große Berührfläche verbunden mit einer hohen Pressung, die zur leckagearmen Abdichtung notwendig ist, haben Stopfbuchspackungen relativ viel Reibung.
Bei einer derartigen Stopfbuchsenpackung handelt es sich üblicherweise um ein strangförmiges textiles oder textilartiges Dichtmaterial, das zu Packungsringen
verformt und in eine Stopfbuchsenbohrung eingesetzt wird. Anschließend werden die Packungsringe mittels einer Stopfbuchsenbrille verspannt, die auf zwei Klammerungsringe pressen, die wiederum die Packungsringe einschließen, so dass die Packung in den Buchsenraum eingepresst wird und die Dichtstelle geschlossen ist.
Da über die Stopfbuchsbrille eine Dichtpressung erzielt wird, ist bei einer Stopfbuchse keine Eigenelastizität des Dichtmaterials nötig. Daher findet Graphit mit seinen guten Reibungseigenschaften und seiner Komprimierbarkeit häufig als Material für Stopfbuchspackungen Anwendung. Graphit hat darüber hinaus den Vorteil, bei hohen Temperaturen einsetzbar zu sein. Der Graphit wird herkömmlich als Graphitfolie eingesetzt. Diese wird meistens durch Expansion von Graphit mittels Säure- und Temperatureinwirkung und anschließendes Wiederverdichten hergestellt.
Reingraphit besitzt jedoch eine zu geringe Dichtigkeit, so dass die Leckage von reinen Graphitstopfbuchspackungen zu hoch wäre. Daher wird Graphit herkömmlicher Weise PTFE zugemischt oder eine Graphitpackung mit PTFE oberflächlich beschichtet. PTFE fließt bei erhöhten Temperaturen in Hohlräume des Graphits, wodurch eine hohe Dichtigkeit der Graphitpackung erzielt wird. Allerdings wirkt sich der Einsatz des PTFE negativ auf die Temperaturbeständigkeit der Graphitpackung aus. Diese ist nur bis etwa 250 0C gegeben. Somit wird die hohe Temperaturbeständigkeit des Graphits zu einem großen Teil wieder zunichte gemacht.
Insbesondere können bei derartigen Graphitstopfbuchspackungen bei Betriebstemperaturen von 400 0C Heliumleckraten von kleiner als 1 x 10~2 mbar l/(s m) nicht erzielt werden, wie es nach der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft gemäß der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) nötig wäre.
Um sehr hohe Dichtigkeiten zu erzielen, wurde im Rahmen der Erfindung versucht, dem Graphit Glasbildner zuzusetzen, die durch Aufschmelzen bzw. Erweichen und/oder Sintern die im Graphit vorhandene offene Porosität schließen und damit die Leckage verringern sollen. Es zeigte sich jedoch, dass Glasbildner eine starke Tendenz der Graphitfolie zum Haften erzeugen, wodurch die Graphitpackung an der Welle anhaftet, und somit die Reibung stark erhöht wird. Dies kann sogar zur Folge haben, dass die Graphitpackung zerrissen wird. Daher wurden derartige Zusätze als ungeeignet verworfen.
Desweiteren wurde im Rahmen der Erfindung versucht, die Reibung von Graphit durch Zusätze zu verringern. Da Bornitrid ein bewährter Festschmierstoff ist, wurde versucht, Graphitfolien mit Bornitrid-Zusatz herzustellen. Dieses temperaturbeständige Additiv wird direkt in die Graphitfolie eingebracht. Dies hatte jedoch ein massives Absinken der Dichtigkeit von hergestellten Graphitfolien zur Folge, da BN als Fremdkörper eine bestmögliche Vernetzung der Graphitpartikel verhindert, die für eine Grunddichtigkeit des Graphits aber nötig ist. Dies zeigt, dass ein Zusatz von BN in Graphitpackungen nicht geeignet ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein Material für eine Stopfbuchspackung bereitzustellen, das eine hohe Dichtigkeit, geringe Reibung, hohe Temperaturbeständigkeit, lange Haltbarkeit im Einsatz und möglichst konstante Reib- und Dichtigkeitseigenschaften besitzt.
Diese Aufgabe wird mit einem Material gemäß Anspruch 1 gelöst, das expandierten und zumindest teilweise wieder verdichteten Graphit enthält, wobei in der Folie Bornitrid und zumindest ein Glasbildner und/oder eine Vorstufe eines Glasbildners enthalten sind.
Überraschenderweise zeigt sich, dass die Kombination von Bornitrid (BN) und Glasbildner in Graphit einen synergetischen Effekt zeigt. Denn obwohl beide
Zusatzstoffe für sich Leckageeigenschaften und Reibeigenschaften negativ beeinflussen, zeigt sich überraschenderweise, dass die Kombination aus Bornitrid und Glasbildner nicht nur zu einer sehr guten Leckageeigenschaft, d.h. hohen Dichtigkeit, sondern auch zu sehr guten Reibeigenschaften führt.
Vermutlich wirkt Bornitrid nicht nur als Schmierstoff, sondern deckt auch den aufschmelzenden und dadurch haftenden Glasbildner oberflächlich ab, so dass ein Anhaften des Glasbildners mit einer Spindel vollständig vermieden wird. Somit kann sich die gewünschte abdichtende Wirkung des Glasbildners im Inneren des Graphits entfalten, indem durch ein Fließen des Glasbildners in die Poren und Hohlräume des Graphits die offene Porosität geschlossen wird. Ein unerwünschtes Haften nach außen hingegen wird durch das Bornitrid unterbunden. Das Bornitrid besitzt darüber hinaus die Wirkung, als Festschmierstoff die Reibung gegenüber einer Spindel stark herabzusetzen. Somit wird erfindungsgemäß eine Graphitfolie, insbesondere für Stopfbuchspackungen, erzielt, die sehr gute Leckageeigenschaften bei sehr niedrigen Reibungswerten besitzt.
Durch die hohe Temperaturbeständigkeit des Glasbildners und dessen Vermögen, oxidationskatalysierende Verunreinigungen durch Einbau in das Glasnetzwerk abzufangen, wird zusätzlich die Oxidationsbeständigkeit des Packungsmaterials verbessert.
Vorteilhafterweise ist der Glasbildner und/oder die Vorstufe des Glasbildners zumindest ein Element aus einer Gruppe bestehend aus Phosphaten, wie Ammoniumdihydrogenphosphat, Polyphosphat, Hydrogrenphosphat und Polyphosphorsäure, Silicaten, Aluminosilicaten, Boroxid und Boraten oder eine Mischung daraus.
Vorteilhafterweise stammt der Glasbildner aus einem Aschegehalt des Graphits, der zur Herstellung der erfindungsgemäßen Graphitfolie verwendet wurde. Der
Aschegehalt des Graphits kann so gezielt bei einer stöchiometrischen Berechnung einer gewünschten erfindungsgemäßen Zusammensetzung der Folie Berücksichtigung finden. So kann vorteilhafterweise ausschließlich der Aschegehalt den Glasbildner stellen, so dass lediglich BN zusätzlich zugegeben werden muss. Andererseits kann es von Vorteil sein, dass die Asche des Graphits nur einen gewissen Mengenanteil des Glasbildners stellt, wobei der restliche Anteil des Glasbildners bei der Herstellung zugegeben wird.
Es kann darüber hinaus von Vorteil sein, wenn die Graphitfolie stattdessen oder zusätzlich zumindest eine Vorstufe von Glasbildern aufweist, die sich erst während eines Aufheizens der Graphitpackung zu einem Glasbildner umwandelt. Dabei können mehrere Vorstufen vorliegen, die sich chemisch zu einem Glasbildner verbinden, oder eine Vorstufe, die sich mit einem bereits vorliegenden Glasbildner verbindet. Auch ein im Graphit vorliegender Ascheanteil kann vorteilhafterweise zumindest eine Vorstufe eines Glasbildners stellen. Ein Ascheanteil kann aber auch eine Mischung aus zumindest einer Vorstufe und zumindest einem Glasbildner aufweisen.
Vorteilhafterweise ist Bornitrid bezogen auf 100 % Graphit zu 5 bis 20 Gew.-%, insbesondere zu 8 bis 12 Gew.-%, enthalten. In diesem Bereich zeigt sich eine besonders gute Schmierwirkung. Andererseits werden durch den trotzdem noch niedrigen Anteil an BN die Struktur des Graphits und damit seine weiteren Eigenschaften, wie mechanische Festigkeit, kaum gestört.
Besonders vorteilhaft ist weiterhin, wenn der Glasbildner bezogen auf 100 % Graphit zu 1 bis 12 Gew.-%, insbesondere 2 bis 5 Gew.-% enthalten ist. In diesem Bereich zeigt sich eine besonders gute Dichtwirkung. Andererseits werden durch den trotzdem noch niedrigen Anteil an Glasbildner die Struktur des Graphits und damit seine weiteren Eigenschaften, wie mechanische Festigkeit, kaum gestört.
Die Aufgabe wird des Weiteren mit einer Stopfbuchspackung gelöst, die eine erfindungsgemäße Graphitfolie enthält. Somit werden alle oben genannten Vorteile einer erfindungsgemäßen Graphitfolie auch für eine Stopfbuchspackung genutzt. Eine derartige Stopfbuchspackung zeigt eine sehr gute Langzeitstabilität sowohl bezüglich ihrer Dichtigkeit als auch ihrer Abriebeigenschaften, sowie eine sehr hohe Oxidationsbeständigkeit.
Weitere vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung werden im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels einiger Tabellen mit mehreren Ausführungsbeispielen erläutert.
Zunächst wurde Graphitexpandat durch Säure- und Temperaturbehandlung hergestellt, wie bereits bekannt. Dieses Graphitexpandat wurde mit verschiedenen Mengen an Zusatzstoffen vermischt und 10 min manuell vermischt. Für Vergleichsversuche wurde genauso verfahren, jedoch ohne Zusatzstoffe zuzugeben. Die entstandene Mischung wurde in einen Vorverdichter verfüllt und auf eine Dicke von 10 mm verpresst. Der entstandene Vorpressling wurde an einem Kalander in mehreren Schritten auf eine Enddicke von 0,50 mm verdichtet. Das Flächengewicht der entstehenden Folien betrug jeweils 350 g/m2.
Zur Fertigung von Packungsringen wurde die jeweils erhaltene Graphitfolie in 25 mm breite Streifen geschnitten und diese Streifen für 5 min bei 300 0C in einem Umluftofen ausgelagert. Die Streifen wurden zu je 15,4 g abgewogen, um einen Kern mit Außendurchmesser 40 mm gewickelt und danach in einem Hohlzylinder mit Innendurchmesser 56 mm mit 90 bar zu Packungsringen einer Abmessung von 56 x 40 x 8 mm (Außendurchmesser x Innendurchmesser x Höhe) verpresst. Die Dichte der so hergestellten Packungen betrug jeweils 1 ,6 g/cm3. Als Packung wurden vier dieser so hergestellten Ringe durch Stapeln erzeugt.
Im Folgenden werden die Prozentmengen der Zusatzstoffe als Zugaben zu 100 % Graphitexpandat in Gew.-% angegeben.
Es wurden folgende Proben P1 - P5 hergestellt:
Tab. 1 : Probenzusammensetzungen
P1 stellt eine Vergleichsprobe dar, die weder BN noch Glasbildner enthält. P2 enthält 10 % BN und keinen Glasbildner, P3 10 %
Ammoniumdihydrogenphosphat (NH4NH2PO4) als Glasbildner und kein BN. P4 und P5 enthalten sowohl BN als auch Ammoniumdihydrogenphosphat.
Alle Proben P1 bis P5 wurden bei Messversuchen auf einer Spindel, die in eine Buchse eingebracht ist, in Achsrichtung jeweils dreimal mit 50 MPa vorverpresst und anschließend bei 30 MPa verspannt.
Zunächst wurde die Leckagerate der Proben bei Raumtemperatur gemessen, anschließend die Packung mitsamt Spindel auf 400 0C aufgeheizt und wieder die Leckage gemessen. Daraufhin wurden 500 Hubzyklen der Spindel durchgeführt und wieder die Leckage gemessen. Während der Zyklierung wurde die Spindel mit einem Hub von 40 mm hin- und herbewegt. Danach wurden weitere 2500 Zyklen durchgeführt und wiederum die Leckage gemessen.
Die Leckagemessung fand mit Helium bei einem Innendruck von 40 bar statt.
Tab. 2 stellt die Leckageraten der verschiedenen Graphitpackungen nach den einzelnen oben angesprochenen Versuchsschritten dar.
Tab. 2: Leckageraten
Probe P1 , die keinen Zusatzstoff enthält, zeigt bei Raumtemperatur eine Leckage-Dichtigkeit, die gleich wie die von Probe P5 ist. P4 hat eine etwa doppelt so schlechte Dichtigkeit wie P1. Dies zeigt, dass die Zusätze BN und Ammoniumdiydrogenphosphat bei Raumtemperatur keine positive Auswirkung besitzen, da der Glasbildner noch nicht aufschmilzt.
Nach dem Aufheizen auf 400 0C sinkt bei allen Proben, die einen Glasbildner enthalten (P3 - P5), sowie bei P1 die Leckage ab. Offensichtlich verschließt aufschmelzender oder zumindest fließender oder sinternder Glasbildner die offene Porosität des Graphits. Bei P2, die nur BN, aber keinen Glasbildner enthält, verschlechtert sich die Dichtigkeit, das heißt die Leckagerate steigt an.
Nach 500 Hubzyklen mit einem Spindelhub von 40 mm ist bei P3 die Leckagerate katastrophal angestiegen. Es ist mit bloßem Auge ein Anhaften der Graphitpackung an der Spindel sichtbar, wodurch die Reibung ansteigt und die Packung bereits stark geschädigt wird.
Sowohl bei P1 als auch bei P2 steigt die Leckagerate nach 500 Zyklen auf etwa das Doppelte gegenüber dem Ausgangswert bei 400 0C ohne Zyklierung. Nach weiteren 2500 Zyklen liegt der Wert für P1 bei 1 ,7 x 10"1 mbar-l/(s-m), bei P2 bei 1 ,4 x 10"1 mbar-l/(s-m). Somit scheint sich bei den Proben ohne Glasbildner die Dichtigkeit zwar zu stabilisieren, aber auf einem zu hohen Wert, der die TA Luft nicht erfüllt.
P3, die zwar Glasbildner enthält, aber kein Bornitrid, ist schon vor Erreichen von 3000 Zyklen durch Anhaften an der Spindel und Reißen vollständig zerstört.
P4 und P5 mit Bornitrid und Glasbildner sind die einzigen Proben, die sich sowohl auf einem Leckageratenwert stabilisieren als auch einen niedrigen absoluten Wert aufweisen. P4 und P5 mit 5,9 x 10~2 mbar-l/(s-m) bzw. 3,0 x 10~2 mbar-l/(s-m) nach insgesamt 3000 Zyklen zeigen den erfindungsgemäßen überraschenden Effekt, dass die Kombination von BN und Ammoniumdihydrogenphosphat als Glasbildner, die jeweils für sich (s. P2 bzw. P3) zu keinem befriedigenden Ergebnis bzgl. der Dichtigkeit führen, eine sehr gute Dichtigkeit bei 400 0C auch nach einer hohen Zkylenanzahl eines Spindelhubs bewirkt.
Ebenfalls wurden nach den oben beschriebenen Versuchsschritten die Reibeigenschaften der Graphitpackungen P1 bis P5 untersucht. Dies ist in Tab. 3 dargestellt.
Tab. 3: Reibkraft und Flächenpressung
Die Proben sind, wie oben beschrieben, auf der Spindel, die in eine Stopfbuchse eingebracht ist, in Achsrichtung mit 30 MPa Flächenpressung eingespannt. Nach Erreichen der Spannung beim Einspannvorgang wird die Stopfbuchsbrille fixiert. In diesem Zustand erfährt die Stopfbuchsbrille einen Gegendruck von der Stopfbuchspackung von 30 MPa.
Durch ein Messen des Verlaufs des Gegendrucks beim Erhitzen der Graphitstopfbuchspackung und vor und nach ihrer Zyklierung sollen Rückschlüsse auf innere Vorgänge der Stopfbuchspackung gezogen werden.
Des Weiteren sind in Tab. 3 die Werte der Reibkraft der Packung bezüglich der Spindel jeweils zu Beginn und Ende der jeweiligen Zyklierung angegeben.
Bei den Proben P1 und P2 ohne Glasbildner bleibt die Flächenpressung bis zum Ende der Zyklierung mit 3000 Zyklen auf hohem Niveau relativ konstant. Hier fand wegen des Fehlens von Glasbildner, der unter Volumenschwindung schmilzt oder zumindest fließt bzw. sintert, kaum eine Abnahme der Flächenpressung statt.
Graphitpackung P3, die kein BN, aber Glasbildner enthält, besitzt schon vor der ersten Zyklierung bei 400 0C eine sehr stark verringerte Flächenpressung, die während der Zyklierung noch weiter absinkt und wegen der Zerstörung der Packung (s. oben) bereits vor der weiteren Zyklierung mit 2500 Zyklen nicht mehr messbar war.
Bei den Proben P4 und P5, die eine erfindungsgemäße Zusammensetzung aufweisen, erfolgt während der ersten Zyklierung eine gewisse Abnahme der Flächenpressung, die sich jedoch überraschenderweise bis zum Ende der zweiten Zyklierung nicht verringert. Hier scheint zum einen das Bornitrid das katastrophale Anhaften des Graphits aufgrund des aufgeschmolzenen Glasbildners an der Spindel, wie bei Vergleichsprobe P3, zu verhindern. Zum
anderen scheint ein synergetischer Effekt zu wirken, der zur Folge hat, dass trotz des Aufschmelzens oder zumindest Fließens bzw. Sinterns des Glasbildners offenbar durch das Bornitrid das Setzverhalten stark gebremst wird. Das Setzverhalten kommt durch Umwandlung des Glasbildners und/oder dessen Fließen bei erhöhten Temperaturen zustande, wodurch es dazu kommt, dass das Material in der Packung dem Druck nachgibt und ausweicht.
Des Weiteren ergaben sich Oxidationsraten (in %/h) bei 600 0C wie in Tab. 4 dargestellt.
Tab. 4 Oxidationsraten bei 600 0C in %/h
Es zeigt sich überraschend, dass gegenüber Vergleichsprobe Probe P1 die Proben P4 und P5 mit Zusätzen sowohl von BN als auch von Ammoniumdiydrogenphosphat eine stark erhöhte Oxidationsbeständigkeit zeigen. Ursache hierfür ist vermutlich eine gute Verteilung des Glasbildner durch die Temperaturerhöhung, die zur Folge hat, das der Glasbildner oxidationsfördernde Bestandteile effektiv einkapselt bzw. umhüllt.
Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf die konkret genannten Ausführungsbeispiele. Vielmehr können alle in der Beschreibung, den Beispielen und den Ansprüchen genannten Merkmale miteinander beliebig kombiniert werden, solange sie dem erfinderischen Gedanken entsprechen, nämlich durch eine Kombination von Glasbildnern und/oder deren Vorstufen mit BN eine Graphitfolie mit den genannten Eigenschaften zu erzielen.