Stranggießkokille
Die Erfindung betrifft eine Stranggießkokille, deren Formwände mit mehreren sich in vertikale Richtung erstreckenden und an einen Wasserkreislauf angeschlossenen Kühlkanälen versehen sind.
Kokillen dieser Art sind im Stand der Technik hinlänglich bekannt. Sie bestehen zumeist aus Kupferplatten. Damit sie eine hinreichende Standzeit haben, müssen sie gekühlt werden. Hierfür sind grundsätzlich verschiedene Arten von Maßnahmen bekannt. Für die Kühlung können verschiedene Ausgestaltungen vorgesehen werden, wobei insbesondere Kühlschlitze, Kühlschlitze mit Füllstücken, Tieflochbohrungen oder flächige wirkende Kühlungen bekannt und ge- bräuchlich sind.
Die EP 0 968 779 B1 stellt auf in die Kokillenplatte eingearbeitete Nuten ab, die unter Ausbildung eines Kühlkanals von einem Füllstück verschlossen sind. Eine ähnliche Lösung zeigt die EP 1 757 385 A2 und die DE 101 38 988 A1.
Bei der DE 41 27 333 A1 wird die Kokillenwandung von Bohrungen durchsetzt, durch die zur Kühlung der Kokille ein Kühlfluid geleitet wird. Entsprechendes offenbaren auch die EP 1 356 879 A2 und die EP 1 506 826 A1.
Besonders problematisch ist dabei die Kühlung der sog. „Wärmekeule" im Bereich unterhalb des Gießspiegels. Dieser Bereich ist nur schwer individuell gezielt kühlbar. Die vorbekannten Lösungen sind diesbezüglich noch nicht befriedigend.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Kokille der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass eine besonders effektive Kühlung möglich
ist, insbesondere im kritischen Bereich der „Wärmekeule". Die Kühlung soll sich dabei auf gewünschte Bereiche gezielt ausrichten lassen, so dass in diesen Bereichen ein intensiver Kühleffekt erzeugt werden kann. Damit soll den thermisch besonders hoch belasteten Bereichen der Kupferplatte der Stranggießkokille eine höhere Standzeit verliehen werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Kühlkanäle in einem oberen Bereich der Kokille durch eine Anzahl Bohrungen gebildet werden und dass die Kühlkanäle in einem unteren Bereich der Kokille durch in einen Teil der Kokille eingearbeitete Nuten gebildet werden, die von mindestens einem Füllstück unter Bildung eines Kanals verschlossen sind.
Die Kühlkanäle werden dabei bevorzugt im oberen bzw. unteren Bereich der Kokille ausschließlich durch Bohrungen bzw. Nuten samt Füllstücken gebildet.
Der obere Bereich erstreckt sich bevorzugt über 25 % bis 75 % der gesamten Kokillenhöhe, besonders bevorzugt über 40 % bis 60 % der Kokillenhöhe.
Die Kühlkanäle des oberen Bereichs können in die Kühlkanäle im unteren Bereich in einem Übergangsbereich ineinander übergehen.
Ferner können mehrere von Füllstücken verschlossene Nuten parallel zur Wandung der Kokille angeordnet sein. Es können auch mehrere Bohrungen parallel zur Wandung der Kokille angeordnet sein. Zumindest abschnittsweise können weiterhin zwei, drei oder mehr Reihen Bohrungen in horizontaler Richtung ge- sehen parallel zur Wandung der Kokille angeordnet sein.
Um einen speziellen Einfluss auf den Kühleffekt zu nehmen, können die Bohrungen und/oder zumindest ein Abschnitt der Nuten in vertikale Richtung gesehen parallel zur Wandung der Kokille verlaufen.
Die Bohrungen und/oder zumindest ein Abschnitt der Nuten können in vertikale Richtung gesehen auch unter einem Winkel zur Wandung der Kokille verlaufen.
Alle Bohrungen können dabei den gleichen Durchmesser aufweisen. Allerdings wird vorgeschlagen, dass mindestens zwei Bohrungen unterschiedliche Durch- messer aufweisen.
Bevorzugt ist schließlich vorgesehen, dass die lichte Breite der Nuten im unteren Bereich der Kokille größer ist als der Durchmesser der Bohrungen im oberen Bereich der Kokille.
Durch die vorgeschlagene Ausgestaltung gemäß der oben genannten Merkmale werden diverse Vorteile durch das Erfindungskonzept erreicht:
Durch einen verbesserten Kühleffekt werden weniger Thermospannungen in den Kupferplatten induziert, aus denen die Stranggießkokille besteht. Die Plat- tentemperaturverteilung vergleichmäßigt sich also, insbesondere in oberen Bereich der Platte bzw. Kokille.
Es ist weiterhin eine gezielte variable Kühlung auch innerhalb einer horizontalen Ebene durch eine engere und gestaffelte Anordnung der Bohrungen im oberen Bereich der Kokille möglich.
Die Temperatur auf der Heiß- und auf der Kaltseite wird im kritischen Badspiegelbereich verringert.
Es werden zudem Ablagerungen vermieden.
Herstellungstechnisch ist von Vorteil, dass eine günstige Kombinationsfertigung möglich ist, bestehend aus der Einbringung von geraden Schlitzen für die Nuten und den Tiefloch-Bohrungen, die aufgrund der erfindungsgemäßen Konzeption
sehr viel kürzer sind, als im Stand der Technik, weshalb die Tiefloch-Bohrung sehr viel besser beherrschbar ist.
Schließlich steigt das Potential der Platte für eine geringere Plattendicke und für eine hohe Gießgeschwindigkeit.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 den Schnitt durch einen Teil einer Gießkokille mit integrierter Küh- lung; und
Rg. 2 den Schnitt A-B gemäß Fig. 1.
In Fig. 1 ist als Ausschnitt einer Stranggießkokille 1 die rechte seitliche Begren- zung für das zu gießende Metall dargestellt. Der Füllstand wird durch den Gießspiegel 10 verdeutlicht. Demgemäß ist die Wandung 9 der Kokille 1 dem heißen Metall ausgesetzt und muss gekühlt werden. Die die Wandung 9 bildende Platte besteht in bekannter Weise aus Kupfer. Wie weiter zu sehen ist, ist die Kokille 1 trichterförmig ausgebildet, d. h. der obere Bereich der Wandung 9 ist unter ei- nem Winkel φi zur Vertikalen V ausgerichtet.
Zur Kühlung der Kokille 1 ist diese mit Kühlkanälen 2 versehen. Dabei ist vorgesehen, dass in einem oberen Bereich 3 der Kokille 1 eine andere Art der Kühlung bzw. Ausbildung der Kühlmittelzuführung vorgenommen wird als in einem unteren Bereich 5 der Kokille 1 , um die Kühlintensität am Ort des Geschehens deutlich zu verbessern.
Im oberen Bereich 3 der Kokille 1 werden die Kühlkanäle 2 ausschließlich durch Bohrungen 4 gebildet, die als Tieflöcher in die Kupferplatte eingebracht sind, die die Kokillenwandung 9 bildet.
Dem gegenüber ist vorgesehen, dass die Kühlkanäle 2 in dem unteren Bereich 5 der Kokille 1 durch in einen Teil der Kokille 1 eingearbeitete Nuten 6 gebildet werden, die von mindestens einem Füllstück 7 unter Bildung eines Kanals verschlossen sind. Im unteren Bereich 5 ist die Kupferplatte, die die Kokillenwan- düng 9 bildet, also mechanisch ausgearbeitet, wobei sich die Nuten 6 (Kühlkanäle) bilden, was für diesen Bereich eine hinreichende Kühlwirkung erzeugt.
Durch das sich ausgebildete Kanalsystem wird Kühlwasser von unten nach oben geleitet, was durch die Pfeile angedeutet ist. Dabei verzweigt sich in ei- nem Übergangsbereich 8 der Fluss des Kühlwassers von den Nuten 6 im unteren Bereich 5 in die Bohrungen 4 im oberen Bereich 3.
Es ist im Ausführungsbeispiel zu erkennen, dass sich der obere Bereich 3 - in Richtung der Vertikalen V gemessen - etwa über 40 % der gesamten Höhe H der Kokille erstreckt, d. h. der untere Bereich 5 erstreckt sich über ca. 60 % der Höhe H der Kokille 1.
Zu erkennen ist femer folgendes: Die Bohrungen 4 verlaufen zur Vertikalen V unter einem Winkel <j>2. Da dies in dem Bereich der Fall ist, in dem die Wandung 9 der Kokille über einen vorliegend gleich großen Winkel φ-i zur Vertikalen V verläuft, hat das im Ergebnis zur Folge, dass die Bohrungen 4 hier parallel zur Wandung 9 im Inneren der Kokillenplatte verlaufen.
Dies muss jedoch nicht zwangsläufig so sein. Es kann auch vorgesehen wer- den, dass unterschiedliche Winkel φi, Φ2 vorliegen, so dass in diesem Falle über die vertikale Erstreckung der Kokille 1 die Bohrungen 4 ihren Abstand zur Wandung 9 ändern, was einen entsprechenden Einfluss auf den Kühleffekt hat.
Weiterhin sind im Ausführungsbeispiel die Bohrungen 4 zum einen nicht alle mit demselben Durchmesser versehen und zum anderen nicht nur einreihig ange-
ordnet. Hierzu wird auf Fig. 2 verwiesen, die den Schnitt A-B gemäß Fig. 1 zeigt. Es ist zu erkennen, dass eine Anzahl Bohrungen 4 mit einem relativ großen Durchmesser D vorgesehen sind, daneben jedoch auch Bohrungen 4 mit kleinerem Durchmesser d, wobei die Bohrungen 4 mit dem kleineren Durchmesser mehrreihig - vorliegend zweireihig - angeordnet sind.
Die Anordnung der Bohrungen 4 kann dabei zumindest über Teile der Kokillenerstreckung zwei-, drei- oder mehrreihig sein.
Durch die Kombination von Nuten 6 (Schlitzen) mit Füllstücken 7 im unteren Teil der Kokille und Tieflochbohrungen im oberen Teil der Kokillenplatte unterhalb des Gießspiegels 10 kann durch eine größere Anzahl im Durchmesser kleinerer Bohrungen 4 (vorzugsweise Durchmesser unterhalb von 11 mm) sowie in der Tiefe begrenzter Bohrungen eine Zone hoher Kühlintensität, also eine Intensivkühlzone erzeugt werden.
Die Bohrungen 4 im oberen Bereich 3 der Kokille 1 können aufgrund der relativ kurzen Erstreckung mit relativ kleinen Durchmessern gefertigt und mit hoher Präzision eingebracht werden. Ferner können die Bohrungen 4 angeordnet und hintereinander gestaffelt angeordnet werden, so dass hohe Wassergeschwin- digkeiten bei einer großen bedeckenden Oberfläche gefahren werden können. Hierdurch wird eine Platte mit einer Zone hoher Kühlintensität erzeugt.
Wie bereits erwähnt, kann durch Variation der Winkel φ ein Einfluss der einzelnen Bohrungen auf den Kühleffekt genommen werden.
Bezugszeichenliste:
1 Stranggießkokille
2 Kühlkanal
3 oberer Bereich der Kokille
4 Bohrung
5 unterer Bereich der Kokille
6 Nut
7 Füllstück
8 Übergangsbereich
9 Wandung der Kokille
10 Gießspiegel
H Kokillenhohe
Φ Winkel
Φl Winkel φ2 Winkel
D Durchmesser der Bohrung d Durchmesser der Bohrung
V Vertikale