Beschreibung:
Vorrichtung zur optischen Detektion von Verunreinigungen in längsbewegtem Garn
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur optischen Detektion von Verunreinigungen, insbesondere von Fremdfasern, in längsbewegtem Garn, mit einer Weißlichtdiode, die Licht in Richtung des Garns emittiert und ein blaues Licht emittierendes Halbleiterelement sowie ein Lumineszenzkonversionselement aufweist, und mit mindestens einem Sensor zur Messung des vom Garn remittierten Lichtes.
Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist in der DE 198 59 274 Al offenbart. Die Vorrichtung weist zur Erkennung von Fremdstoffen in strangförmigem textilen Material neben Mitteln zur Reflexionsmessung Mittel zur Lichtgenerierung auf, die aus einer farbiges monochromes, vorzugsweise blaues Licht erzeugenden Leuchtdiode und einem Frequenzgenerator, der vorzugsweise ein Fluoreszenzmittel ist, besteht. Das Fluoreszenzmittel oder, allgemeiner ausgedrückt, das Lumineszenzmittel transformiert das monochrome blaue Licht in ein breites Spektrum längerwelligen Lichtes, so dass das von der beschriebenen Lichtquelle emittierte Licht insgesamt einen weißen Eindruck vermittelt. Detaillierte Informationen zu der so genannten Weißlichtdiode finden sich zum Beispiel in der EP 0 936 682 Al oder der DE 196 38 667 Al.
Als Lichtquelle in Vorrichtungen zur Erkennung von Fremdstoffen ist Weißlicht besonderes vorteilhaft. Bei Lichtquellen, die monochromes Licht mit einem sehr schmalen Wellenlängenbereich aussenden, kann es vorkommen, dass bestimmte Fremdstoffe keine oder keine ausreichende Helligkeitsänderung verursachen und dadurch die Zuverlässigkeit der Fremdstoffdetektion
beeinträchtigt wird. Andere Lichtquellen, die weißes Licht aussenden, wie Laser, Blitzlampen oder Glühlampen benötigen einen deutlich höheren Bauraum und haben eine höheren Energieverbrauch als Weißlichtdioden.
Weißlichtdioden haben, bedingt durch die Methode der Erzeugung des weißen Lichtes, keine konstante Intensitätsverteilung über den gesamten Wellenlängenbereich, sondern ein ausgeprägtes schmales Maximum im blauen Wellenlängenbereich, das von der Blaulichtdiode ausgesandt wird, und ein breites Maximum im längerwelligen Wellenlängenbereich, das von dem Lumineszenzkonversionselement ausgesandt wird.
Durch die Veränderung der Konzentration oder der Art des Lumineszenzmittels lässt sich das Wellenlängenspektrum in weiten Bereichen einstellen. Praktisch verfügbare Weißlichtdioden weisen jedoch immer die oben beschriebenen Extremwerte auf, wobei das Maximum in blauen Wellenlängen deutlich größer ist als das Maximum im längerwelligen Bereich. Die Firma NICHIA bietet Weißlichtdioden zum Kauf an. Ein Beispieltyp ist das Modell NSCWlOO, dessen Spezifikation unter der Internetadresse "http: //www.nichia.com/specification/led_smd/NSCW100-E.pdf" verfügbar ist. Das Wellenlängespektrum zeigt im blauen Bereich eine mehr als doppelt so hohe Intensität als im längerwelligen Bereich.
Es hat sich gezeigt, dass weiße Fasern, insbesondere solche aus Acryl, Polyester oder Viskose, blaues Licht besonders stark reflektieren und strukturbedingte Schwankungen im Reflexionsgrad des Garnes stärkere Einflüsse auf die gemessene Intensität des reflektierten Lichtes haben, als das Vorhandensein von Verunreinigungen im Garn bewirkt. Somit kann es passieren, das ein Teil der Verunreinigungen oder Fremdstoffe nicht erkannt werden.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das Erkennen von Verunreinigungen in längsbewegtem Garn zu verbessern.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Zur Lösung der Aufgabe wird auf dem Weg des Lichtes ein optisches Filter angeordnet, das dazu ausgebildet ist, die Intensität der Wellenlängenbereiche des blauen Lichtes herabzusetzen und die Intensitäten der längerwelligen Wellenlängenbereiche des sichtbaren Lichtes weitestgehend unbeeinflusst zu lassen.
Das optische Filter ermöglicht es in einfacher Weise, das ausgeprägte Intensitätsmaximum des blauen Lichtes, das zu Ungenauigkeiten bei der Fremdstofferkennung führt, herabzusetzen und damit den Grund für das Rauschen im Reflexionssignal zu eliminieren.
Der blaue Wellenlängenbereich liegt im Intervall von 430 nm bis 490nm. Der Wellenlängenbereich von 490 nm bis zum Ende des Bereichs des sichtbaren Lichtes bei etwa 780 nm sollte damit im Prinzip das Filter weitgehend ungehindert durchdringen. Die Übergänge zwischen den Farben sind jedoch fließend. Ferner sind scharfe Übergänge im Transmissionsgrad des Filters und Transmissionsgrade von 100% praktisch nicht realisierbar. Somit ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Transmissionsgrad des Filters für die Wellenlängen von 520nm bis 720nm größer als 80%.
Vorteilhaft ist, wenn das Intensitätsmaximum im blauen Wellenlängenbereich mittels des Filters um mindestens 30%
reduzierbar ist. Zu beachten ist, dass die Intensität des blauen Lichtes einer Weißlichtdiode nicht über den gesamten blauen Wellenlängenbereich konstant hoch ist, sondern es innerhalb des blauen Wellenlängenbereichs ein schmalbandiges Maximum gibt. Die genaue Lage des Maximums und die zugehörige Intensität sind von der verwendeten Weißlichtdiode abhängig. Damit ist klar, dass zur Reduktion der Intensität des blauen Lichtes um 30% der Transmissionsgrad des Filters nicht im gesamten blauen Wellenlängenbereich entsprechend 70% betragen muss, sondern entsprechend auf das jeweilige Blaulichtspektrum der Weißlichtdiode angepasst ist.
Aufgrund der verschiedenen Intensitätswerte des blauen Lichtes in Abhängigkeit von der verwendeten Weißlichtdiode wird in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Filter so ausgebildet, dass das Intensitätsmaximum im blauen Wellenlängenbereich an das Intensitätsmaximum im längerwelligen Bereich angeglichen wird. Bei typischen Spektren einer Weißlichtdiode, wie der NSCWlOO, entspricht dies einer Reduktion der Intensität des blauen Lichtes um 50 bis 60%.
Sensoren, die die Intensität des Lichtes in einem breiten Wellenlängenbereich erfassen, haben nicht über den gesamten Wellenlängenbereich die gleiche Empfindlichkeit. Somit sollte die Lichtstrecke aus Weißlichtdiode, Filter und Sensor aufeinander abgestimmt sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind der Transmissionsgrad des optischen Filters und die Empfindlichkeit des Sensors zur Messung des vom Garn remittierten Lichtes so ausgebildet, dass für jeden Wellenlängenbereich eine gewünschte resultierende Filterwirkung entsteht.
Das Filter kann zwischen der Weißlichtdiode und dem Garn oder zwischen dem Garn und dem Sensor zur Messung des vom Garn
remittierten Lichtes angeordnet sein. Das Filter kann dabei in die Weißlichtdiode oder den Sensor integriert sein, indem das Filter als dünne Schicht auf das jeweilige Bauelement aufgebracht wird.
Als optische Filter eignen sich besonders Interferenzfilter, die aus mehreren dünnen Schichten auf einer Trägerschicht bestehen. Tritt ein Lichtstrahl durch das Filter, so interferieren die an den Grenzflächen der Schichten reflektierten und transmittierten Strahlanteile, so dass es zur Auslöschung und Verstärkung von Strahlen bestimmter Wellenlänge am Ausgang des Filters kommt.
Prinzipiell können auch klassische Farbfilter verwendet werden, bei denen die Reduktion des blauen Wellenlängenbereiches durch Absorption bewirkt wird.
Wie oben beschrieben, ist ein Transmissonsgrad von 100% mit einem optischen Filter praktisch nicht möglich. Um ungewünschte Reflexionen im Durchlasswellenlängenbereich zu vermeiden, kann das optische Filter eine Antireflexionsbeschichtung aufweisen. Dadurch wird der Transmissionsgrad erhöht.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist das optische Filter Mittel zur Streuung des transmittierten Lichtes auf. Die Streuung des Lichtes kann dabei zum Beispiel durch eine aufgeraute Oberfläche des Filters bewirkt werden.
Zur optischen Detektion von Verunreinigungen wird vorzugsweise paralleles Licht in Richtung des Garns emittiert. Dazu wird das von der Lichtquelle ausgesandte Licht durch eine Streufolie geführt. Das von der Streufolie ausgesandte Licht soll möglichst die Eigenschaften eines Lambertschen Strahlers aufweisen. Das so aufbereitete Licht kann dann mittels einer Linse parallelisiert
werden. Eine entsprechende Anordnung ist in der DE 10 2004 053 736 Al beschrieben. Erfindungsgemäß lässt sich die Streufolie durch das optische Filter ersetzen, dass dann neben der gewünschten Filterung der Wellenlängenbereiche auch die Streuung des Lichtes übernimmt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 die Intensität des von einer Weißlichtdiode emittierten und des gefilterten Lichtes in Abhängigkeit von der Wellenlänge;
Fig. 2 den Transmissionsgrad des Filters in Abhängigkeit von der Wellenlänge;
Fig. 3 eine vereinfachte Darstellung einer ersten Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 4 eine vereinfachte Darstellung einer zweiten Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 5 eine Darstellung der Lichtquelle mit Leuchtdiode und einer ergänzenden Optik.
Die Kurve 1 des in Fig. 1 dargestellten Diagramms zeigt die Intensität des von einer Weißlichtdiode emittierten Lichtes in Abhängigkeit von der Wellenlänge. Der Verlauf zeigt ein schmalbandiges Maximum bei einer Wellenlänge von etwa 470 nm. Das ist die Intensität des blauen Lichtes, welches das Lumineszenzkonversionselement anregt. Die Kurve 1 zeigt noch ein breites Maximum im längerwelligen Bereich, welches von dem
Lumineszenzkonversionselement der Weißlichtdiode ausgesandt wird. Wie man sieht, ist das Maximum im blauem Wellenlängenbereich mehr als doppelt so groß wie im längerwelligen Bereich. Durch ein optisches Filter soll nun das Maximum im blauen Wellenlängenbereich herabgesetzt werden. Kurve 3 in Fig. 2 zeigt den Transmissionsgrad des Filters in Abhängigkeit von der Wellenlänge. Unterhalb von 500 nm, also im blauen Wellenlängen bereich, liegt der Transmissionsgrad unter 50 % und steigt dann zu größeren Wellenlängen an und zwar bis zumindest näherungsweise 100 % erreicht sind. Die Intensität des gefilterten Lichtes zeigt Kurve 2 in Fig. 1. Die Reduktion der Intensität im blauen Wellenlängenbereich beträgt entsprechend des Transmissionsgrades des Filters mehr als 50 %. Damit gleicht sich das Maximum des blauen Lichtes an das Maximum im längerwelligen Bereich an.
Die Figuren 3 und 4 zeigen stark vereinfacht und auf die wesentlichen Elemente beschränkt zwei Varianten einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. In Fig. 3 emittiert die Weißlichtdiode 11 Licht in Richtung des Garns 13. Das Licht wird am Garn remittiert und von der Photodiode 12 erfasst. Die Photodiode dient damit als Sensor zur Messung des vom Garn remittierten Lichtes. Der Weg des Lichtes wird durch die gestrichelte Linie 14 symbolisiert. Auf dem Weg des Lichtes ist zwischen der Weißlichtdiode 11 und dem Garn 13 ein optisches Filter 10 angeordnet. Durch diese Anordnung wird also der Anteil des blauen Lichtes herabgesetzt, bevor das Licht auf das Garn trifft. Analog zu der Vorrichtung in Fig. 3 emittiert die Weißlichtdiode 21 in Fig. 4 Licht in Richtung des Garns 23 und das vom Garn remittierte Licht wird mittels der Photodiode 22 erfasst. Die gestrichelte Linie, die den Weg des Lichtes symbolisiert, trägt das Bezugszeichen 24. In dieser Ausführungsform ist das optische Filter zwischen dem Garn 23 und der Photodiode 22 angeordnet. Der blaue Lichtanteil wird hier
also herabgesetzt, nachdem das Licht vom Garn remittiert wird und somit ein durch das blaue Licht hervorgerufenes Rauschen im Messsignal des Photosensors reduziert.
Fig. 5 zeigt den detaillierten Aufbau einer Lichtquelle mit einer Weißlichtdiode 31 und einer Optik 38. In diesem Ausführungsbeispiel ist das optische Filter 30 in die Optik 38 integriert. Die Lichtquelle emittiert Licht in Richtung des Garns 33.
Das von der Weißlichtdiode 31 emittierte Licht passiert zunächst das optische Filter 30. Das Filter setzt zum einen den blauen Anteil des Lichtes herab und bewirkt zusätzlich durch eine aufgeraute Oberfläche eine Streuung des transmittierten Lichtes. Dadurch ergibt sich eine Abstrahlcharakteristik, die sich der eines Lampertschen Strahlers zumindest annähert. Durch die Blende 34 wird das Licht gebündelt und der Linse 35 zugeführt. Nach der Linse sind die einzelnen Lichtstrahlen quasi parallel. Zwischen der Linse und dem Garn ist dann noch eine weitere Blende 36 und eine Glasscheibe 37 angeordnet.