Beschreibung
Bildtransformationsverfahren
Die Erfindung bezieht sich auf ein Bildtransformationsverfahren, wobei ein erster Bilddatensatz sowie ein zweiter Bilddatensatz vorliegt, welche jeweils eine Menge von Knotenpunkten aufweisen, wobei die Knotenpunkte des ersten Bilddatensatzes als Raumkoordinaten eines ersten Koordinatensystems und die Knotenpunkte des zweiten Bilddatensatzes als Raumkoordinaten eines zweiten Koordinationssystems vorliegen.
Es ist bekannt, räumliche Konstruktionen durch einen Bildda¬ tensatz abzubilden, wobei die räumliche Konstruktion mittels Knotenpunkten dargestellt ist. Damit eine eindeutige Identi¬ fizierung der Knotenpunkte möglich ist, sind diese jeweils als Raumkoordinaten innerhalb eines Koordinatensystems defi¬ niert .
Das Erzeugen derartiger Bilddatensätze erfolgt in Abhängigkeit der räumlichen Ausdehnung der Konstruktion. In vielen Bereichen der Technik wird das Ziel verfolgt, räumliche Kon¬ struktionen aus einer Vielzahl von standardisierten Modulen zusammenzusetzen. So ist es vergleichsweise kostengünstig möglich, jedes Modul für sich beispielsweise hinsichtlich seiner mechanischen Eigenschaften zu untersuchen. Bei einer Koppelung mehrerer Module zu einem räumlich ausgedehnten Körper kann es jedoch zu Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Modulen gelangen. So ist es möglich, Konstruktionen hervorzu- bringen, bei denen jedes Modul für sich beispielsweise eine ausreichende mechanische oder elektrische Festigkeit auf¬ weist, jedoch in Wechselweitung mit den weiteren Modulen eine instabile Konstruktion darstellt. Daher ist es nötig, selbst bei einer Verwendung von einzeln geprüften Modulen, das Zu-
sammenwirken der Module zu überprüfen. Diese Überprüfung kann beispielsweise mittels elektronischer Datenverarbeitungseinrichtungen erfolgen, indem Bilddatensätze erzeugt werden, deren Knotenpunkte in einem Koordinatensystem eindeutig im Raum positioniert sind. Das Erzeugen derartiger Bilddatensätze ist relativ aufwendig, da in Abhängigkeit der Komplexität des räumlichen Gebildes an bestimmten Stellen Vereinfachungen angenommen werden können, wohingegen an anderen Stellen, die einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind, genauere Modellie- rungen des Bilddatensatzes vorzusehen sind.
Dieses Optimieren eines Bilddatensatzes erfordert einen gro¬ ßen Zeitaufwand, wobei auf die Erfahrungen von Sachverständi¬ gen zurückgegriffen werden muss.
Daher ist es Aufgabe der Erfindung, ein Bildtransformations¬ verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, welches eine einfache und schnelle Überprüfung von räumlich ausgedehnten Konstruktionen ermöglicht, welche aus Modulen zusammengesetzt sind.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Bilddatentransformations- verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass den Bilddatensätzen jeweils ein korrespondierendes Datenäquiva- lent zugeordnet ist, wobei mehrere Datenäquivalente miteinan¬ der verknüpfbar sind, eine räumliche Ausdehnung von miteinander verknüpften Datenäquivalenten innerhalb eines übergeordneten Koordinatensystems dargestellt wird und die Raumkoordi¬ naten der Knotenpunkte aus dem ersten und dem zweiten Koordi- natensystem unter Berücksichtigung der verknüpften Datenäquivalente in das übergeordnete Koordinatensystem transformiert werden .
Ein Einsatzbereich für das Bilddatentransformationsverfahren ist beispielsweise im Elektroapparate/Elektromaschinenbau vorgesehen. Das Verfahren kann jedoch auch bei allen anderen Konstruktionen eingesetzt werden, die eine räumliche Ausdeh- nung aufweisen und aus einzelnen Baugruppen/Modulen zusammengefügt werden. In Elektroenergieübertragungssystemen ist es beispielsweise bekannt, im Hochspannungsbereich gasisolierte Schaltanlagen (GIS) einzusetzen. Diese weisen ein Kapselungsgehäuse auf, welches neben der Bildung einer gasdichten Hülle auch der mechanischen Stabilität der Schaltanlage dient. Im Innern der Kapselungsgehäuse sind elektrische Leitungen, Schaltgeräte, Messeinrichtungen usw. angeordnet, wobei diese von einem unter erhöhtem Druck stehenden elektronegativen Gas umgeben sind. Durch die Erhöhung des Gasdruckes wird die Durchschlagsfestigkeit des Gases erhöht und dadurch kann ge¬ genüber einer unter atmosphärischen Bedingungen aufgebauten Anlage auf kleinerem Raum eine höhere Konzentration elektrisch aktiver Bauteile erzeugt werden.
Aus mechanischer Sicht ist das Kapselungsgehäuse ein dreidi¬ mensionales ausgedehntes System, welches im Wesentlichen aus miteinander verbundenen Druckbehältern gebildet ist. Die Druckbehälter bilden einzelne Module. Das Kapselungsgehäuse ist an mehreren Stellen gestützt. Werden temperaturbedingte Ausdehnungen im Kapselungsgehäuse unterdrückt, treten Zwangs¬ kräfte auf, die in der Regel nicht beherrschbar sind. Um die¬ se zu vermeiden, fügt man in das System aus Druckbehältern Kompensatoren ein, welche ohne nennenswerten Widerstand eine Dehnung zulassen. Eine alternative Ausgestaltung sieht vor, durch geeignete Wahl von Punkten zur Abstützung an der gasisolierten Schaltanlage die im System vorhandene Elastizität auszunutzen. Bewusst wird bei Elastizität der Kapselungsge¬ häuse ausgenutzt. Dadurch werden die Gehäuse selbst bis zu ihrer mechanischen Grenzbelastbarkeit verformt. Aus Zeit- und
Kostengründen wird eine Ermittlung der Belastung bisher beispielsweise mit groben Abschätzungsmethoden oder, wenn beispielsweise Erdbebenlasten zu beachten sind, mittels einer Stabwerksberechnung durchgeführt. Die Belastbarkeit der ein- zelnen Abschnitte des Kapselungsgehäuses wird umständlich ü- ber so genannte Flanschmomente bestimmt. Dem liegt die Über¬ legung zugrunde, dass die einzelnen Druckbehälter, welche das Kapselungsgehäuse bilden, an vordefinierten Stellen mittels miteinander gasdicht verbundener Flansche in Kontakt stehen. Zulässige Flanschmomente sind konservativ ausgelegt bzw. lie¬ gen nicht oder nur in unzureichender Beschreibung vor. Durch diese grobe Ermittlungsmethode kommt es häufig zu einer Über¬ dimensionierung des Kapselungsgehäuses, um vermutete Kräfte aufnehmen zu können bzw. es werden kostenintensive Kompensa- toren in einer größere Anzahl eingesetzt.
Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Bilddatentransfor- mationsverfahrens kann von derartigen aufwendigen Ermittlungsmethoden abgesehen werden. Weiterhin kann das Bilddaten- transformationsverfahren dazu eingesetzt werden, um in einer überschaubaren Zeit verschiedene vergleichsweise komplexe räumlich ausgedehnte Konstruktionen nacheinander zu berechnen und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen, um die geeig¬ netste Konstruktion auszuwählen. In einem einfachsten Falle kann ein Körper mit einer räumlichen Ausdehnung aus zwei Modulen zusammengesetzt sein. Dazu ist es nötig, dass jedes der Module in einem Bilddatensatz hinterlegt ist, wobei jeder der Bilddatensätze jeweils eine Menge von Knotenpunkten aufweist und die jeweiligen Knotenpunkte innerhalb eines jeweiligen Koordinatensystems festgelegt sind. Es ist relativ aufwendig und unübersichtlich, mit den Bilddatensätzen der Module zu operieren. Daher ist es vorteilhaft, wenn man zu jedem der Bilddatensätze ein korrespondierendes Datenäquivalent zuord¬ net. Dieses korrespondierende Datenäquivalent kann vollstän-
dig auf Belange der Konstruktion der Anlage abgestellt sein, das heißt, die Datenäquivalente können in ihrer Komplexität vereinfacht aufgebaut sein. Wesentlich ist für diese ledig¬ lich, dass bestimmte Eckdaten hinterlegt sind. Dazu ist es wichtig, bei dem Datenäquivalent beispielsweise Schnittstel¬ len zu definieren. Derartige Schnittstellen sind vorzugsweise Flansche über welche die realen Module miteinander verbunden werden. Im Bilddatensatz muss somit hinterlegt sein, welche Flansche miteinander korrespondieren können und ob bestimmte Lagen der Flanschverbindung zugelassen werden und andere Lagen in der Flanschverbindung auszuschließen sind. Weiterhin ist es nötig die Lage der Datenäquivalente im Raum eindeutig festzuhalten. Somit ist ihre Position sowie ihre Winkellage bezüglich der Position im Raum zu bestimmen. Über die Daten bezüglich der Raumlage sowie der Schnittstellen ist es möglich, die Datenäquivalente miteinander zu verknüpfen. Dies kann vorzugsweise mittels eines Computer-Adided-Design- (CAD) Programms erfolgen. Nach Art eines Baukastensystems kann jedes der Datenäquivalente ausgewählt und an ein weiteres Da- tenäquivalent angeflanscht werden. Somit ist es möglich, aus einer Vielzahl von Datenäquivalenten im Mindestfalle zwei Datenäquivalenten die räumliche Ausdehnung eines Körpers darzu¬ stellen. Ist eine Verknüpfung mehrerer Datenäquivalente erfolgt, wird ihre Lage innerhalb eines übergeordneten Daten- Systems dargestellt. Die Information über die verwendeten Da¬ tenäquivalente sowie deren Lage und Position innerhalb des übergeordneten Koordinatensystems kann nunmehr dazu genutzt werden, dass die Bilddatensätze, die jeweils für sich in ei¬ genen Koordinatensystemen definiert vorliegen, in das überge- ordnete Datensystem transformiert werden. Dabei wird berück¬ sichtigt, dass gegenüber der ursprünglichen Lage der Bilddatensätze in dem ersten bzw. in dem zweiten Koordinatensystem eine Verkippung bzw. Verdrehung oder Verschwenkung des korrespondierenden Datenäquivalentes innerhalb des übergeordne-
ten Koordinatensystems erfolgt sein kann. Anhand der Informa¬ tionen der korrespondierenden Datenäquivalente über die Verkippung, Verschwenkung oder Verdrehung und die Position im Raum ist es nunmehr möglich, den korrespondierenden Bildda- tensatz aus seinem ursprünglich zugeordneten Koordinatensystem mit den entsprechenden Knotenpunkten in das übergeordnete Koordinatensystem zu transformieren.
Die Bilddatensätze können so in dem ursprünglichen Koordina- tensystem gepflegt werden. Die Anzahl und die Lage der Kno¬ tenpunkte können dort angepasst werden. So ist es beispiels¬ weise auch möglich, Änderungen in der Konstruktion von Modulen in dem ursprünglichen Bilddatensatz durch Änderungen von Knotenpunkten nachzubilden. Somit ist es möglich, die Bildda- tensätze innerhalb des ersten bzw. des zweiten Koordinatensystems jeweils zu optimieren. Wenn der Konstruktionsprozess mit Hilfe der Datenäquivalente mehrfach erfolgt, kann jeweils auf aktualisierte und optimierte Bilddatensätze mit einer je¬ weiligen Menge von Knotenpunkten zurückgegriffen werden. Da- durch ist eine effektivere Überprüfung von räumlich ausgedehnten Konstruktionen möglich.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass Raumkoordinaten Bilddatensatz für Bilddatensatz nacheinander in das übergeordnete Koordinatensystem transformiert werden.
Durch eine Verarbeitung und Transformation der Bilddatensätze zeitlich nacheinander ist es möglich, begrenzte Rechenkapazitäten vorzuhalten. Die Anzahl von parallel durchzuführenden Transformationen wird dadurch vermindert. Trotz geringer Rechenkapazitäten ist ein effektives und rasches Transformieren von Bilddaten möglich.
Vorteilhafterweise kann weiterhin vorgesehen sein, dass nach der Transformation aller Raumkoordinaten der Bilddatensätze in das übergeordnete Koordinationssystem diese zu einem ge¬ meinsamen transformierten Bilddatensatz zusammengefügt wer- den .
Nach einer Transformation aller Bilddatensätze in das übergeordnete Koordinatensystem liegen die Bilddatensätze zwar räumlich unmittelbar aneinander liegend an definierten Schnittstellen wie Flanschen von Modulen der räumlich ausgedehnten Konstruktion vor, jedoch ist eine Wechselwirkung zwischen den Knotenpunkten in dieser Form nur bedingt möglich. Daher ist es vorteilhaft aus den mehreren transformierten Bilddatensätzen einen gemeinsamen transformierten Bilddaten- satz zu erzeugen. Dabei werden alle Knotenpunkte, die vorher einen bestimmten Bilddatensatz zugeordnet waren und in das übergeordnete System transformiert wurden, zu einem gemeinsa¬ men Bilddatensatz verschmolzen. Das kann beispielsweise passieren, indem einzelne Knoten miteinander verschmolzen wer- den, und/oder zwischen einzelnen Knoten, die bisher verschiedenen Bilddatensätzen zugeordnet waren, bestimmte Mittlungs- funktionen definiert werden. Da bereits jeder der ursprünglich vorliegenden Bilddatensätze hinsichtlich seiner Lage von Knotenpunkten optimiert wurde, liegt nach einem Zusammenfügen mehrerer jeweils für sich optimierter Bilddatensätze ein gemeinsamer transformierter Bilddatensatz vor, welcher in Gänze optimiert ist. Da jeder der Bilddatensätze für sich optimiert wird, kann bei einer Konstruktion mit den Datenäquivalenten und einem Verknüpfen der Datenäquivalente miteinander immer auf vorteilhafte Bilddatensätze zurückgegriffen werden. Ge¬ genüber dem den bisher bekannten Verfahren, wobei ausgehend von einer Konstruktion ein für diese Konstruktion spezieller Bilddatensatz mit einer Vielzahl von Knotenpunkten in einem Koordinatensystem erzeugt und optimiert wird, hat das erfin-
dungsgemäße Bildtransformationsverfahren den Vorteil, dass eine Optimierung der Knotenpunkte und des gemeinsamen trans¬ formierten Bilddatensatzes nicht mehr erforderlich ist. Wei¬ terhin wird die Genauigkeit der Überprüfung einer räumlichen Anordnung hinsichtlich ihrer mechanischen Festigkeit verbessert, da parallel eine Vielzahl von Konstruktionen überprüft werden können und bei der Feststellung einer Optimierungsnotwendigkeit jeweils in dem ursprünglichen ersten oder zweiten Bilddatensatz die Optimierung erfolgen kann. Weitere Berech- nungen können dann, ausgehend von den optimierten Bilddatensätzen erfolgen. Dadurch wird ein iterativer Prozess gepflegt, welcher zu immer genaueren Bilddatensätze innerhalb des übergeordneten Koordinatensystems führt.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass jedes Datenäquivalent zumindest eine Koppelstelle zum verbin¬ den mit einem weiteren Datenäquivalent aufweist.
Eine Koppelstelle kann beispielsweise eine Flanschverbindung an einem Gehäuse sein. Über derartig definierte Koppelstellen ist es möglich, die Datenäquivalente miteinander nur in be¬ stimmten definierten Positionen zu verknüpfen. Dies können zum einen konstruktionsbedingte Vorgaben sein, zum anderen können es auch bewusst Einschränkungen gewählt sein. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass nur Flansche mit mitein¬ ander korrespondierenden Abmaßen als Koppelstelle fungieren und die Datenäquivalente nur bei einem Übereinstimmen der Flanschdaten miteinander verbunden werden können. Darüber hinaus kann weiterhin eine Einschränkung hinsichtlich der La- ge der Datenäquivalente zueinander über die Koppelstelle ei¬ ner bestimmten Einschränkung unterworfen sein. Beispielsweise kann bei der Ausgestaltung eines kreisrunden Flansches vorgesehen sein, dass nur bestimmte Verdrehungen um den Kreisumfang der zu verbindenden Flansche zugelassen sind. So kann es
beispielsweise vorgesehen sein, dass Drehungen um eine Achse des Flansches beispielsweise nur um 90 Grad, 20 Grad usw. zu¬ gelassen werden. Neben dem vorstehenden Vorsehen von Flanschen als Koppelstelle können auch andere Verbindungsarten vorgesehen sein. Beispielsweise können auch entsprechende Steckverbindungen, Schweißverbindungen, Klebeverbindungen, Schrumpfverbindungen usw. in den Datenäquivalenten hinterlegt sein. Dabei ist durch die Datenäquivalente sichergestellt, dass nur miteinander korrespondierende Verbindungspartner ei- ne Verknüpfung der Datenäquivalente miteinander zulassen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass ein Datenäquivalent ein Volumen eines Raumkörpers abbildet.
Wie gasisolierte Schaltanlagen sind auch eine Vielzahl von anderen Konstruktionen modulartig aufgebaut. An einer gasisolierten Schaltanlage wird ein Modul beispielsweise durch ei¬ nen Druckbehälter des Kapselungsgehäuses definiert. Dieser Druckbehälter ist ein Raumkörper, welcher bestimmte Koppel- stellen, beispielsweise Flanschverbindungen, aufweist. Das
Datenäquivalent bildet das Volumen des Raumkörpers ab. Dabei kann die Abbildung des Volumens jedoch hinsichtlich der Art und Weise des Verknüpfens mehrerer Datenäquivalente miteinan¬ der optimiert sein. So kann das Datenäquivalent lediglich beispielsweise einen Hüllkörper darstellen, oder lediglich mögliche Koppelstellen aufweisen, deren Lage im Raum definiert ist. Dadurch ist es möglich, dass mehrere Datenäquiva¬ lente miteinander verknüpfbar sind. Die Datenäquivalente kön¬ nen dabei im Raum geschwenkt, gedreht, verkippt und auch in- nerhalb des Raumes verschoben werden. Ein weiteres an ein in bestimmter Weise im Raum positioniertes Datenäquivalent anzu¬ koppelndes Datenäquivalent ist in entsprechend gleichartiger Weise zu verkippen und über die Koppelstellen, welche zuläs-
sig sind, an das ursprünglich im Raum positionierte Datenäquivalent in seiner Lage anzupassen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass die Knotenpunkte eines Bilddatensatzes jeweils innerhalb des Volumens des zugehörigen, durch ein Datenäquivalent abgebil¬ deten Raumkörpers angeordnet sind.
Die Knotenpunkte eines Bilddatensatzes sind in ihrer Lage derart gewählt, dass sie einen durch ein zugeordnetes Daten¬ äquivalent abgebildeten Raumkörper in seinem Volumen annähernd wiedergeben. Dazu können die Knotenpunkte auf der Ober¬ fläche des Raumkörpers angeordnet sein aber auch im Innern des Volumens des Raumkörpers liegen. Je nach Form, verwende- ten Materialien usw. für die später real auszuführende Konstruktion kann die Lage und die Anzahl der Knotenpunkte variieren .
Weiterhin kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass zwischen zu- mindest zwei Knotenpunkten ein Element angeordnet ist, wel¬ ches Mittlungsfunktionen von physikalischen Größen zwischen den zwei Knotenpunkten abbildet.
Als Elemente zwischen Knotenpunkten kommen im einfachsten Falle bei der Verbindung zweier Knotenpunkte linienförmige Elemente zum Einsatz. Darüber hinaus können auch Membranen, also flächige Elemente oder auch räumlich ausgedehnte Elemen¬ te, wie Tetraeder, Oktaeder usw. Verwendung finden. Jedes dieser Elemente weist zumindest eine Mittlungsfunktion auf, um physikalische Größen zwischen zumindest zwei Knoten zu ü- bertragen. Die Mittlungsfunktionen können beispielsweise die Übertragung von Kräften, mechanischen Spannungen, Momenten usw. definieren. Durch den Einsatz derartiger Elemente werden die Knotenpunkte miteinander vernetzt. Diese Vernetzung er-
möglicht es, beispielsweise ein aufgrund einer äußeren Kraft¬ wirkung an einem Knotenpunkt angreifende Kraft in einen Bild¬ datensatz einzuleiten und die Wechselwirkung mit weiteren Knotenpunkten zu verfolgen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass die Raumkoordinaten der Knotenpunkte jedes Bilddatensatzes in einer Knotendatei und die zugehörigen Elemente in einer Ele¬ mentedatei gespeichert sind, wobei Elemente und Knotenpunkte einander eindeutig zugeordnet sind.
Eine separate Speicherung von Knotenpunkten je Bilddatensatz und der zugehörigen Elemente in einer Elementedatei ermög¬ licht zum einen eine eindeutige Definition von Eigenschaften des Bilddatensatzes. Zum anderen gestattet diese Art der
Speicherung die Bearbeitung von Knoten und Elementen in separater Form.
Eine derartige Knotendatei und Elementedatei kann dabei so- wohl für jeden der Bilddatensätze vorliegen und ausgehend von diesen Dateien kann nach einer Transformation der Knotenpunkt in ein übergeordnetes Koordinatensystem eine Erzeugung einer entsprechenden Knotendatei und zugehörigen Elementedatei vorgesehen sein. Wobei in diese übergeordnete Knoten- und zuge- hörigen Elementedatei die Informationen aus den vor der
Transformation in einer Vielzahl von Knoten- und Elementedateien, die den jeweiligen untransformierten Bilddatensätzen zugeordnet sind, einfließen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der gemeinsame transformierte Bilddatensatz mit physikalischen Größen beaufschlagbar ist und eine Berechnung von Lageänderungen der Knotenpunkte nach der Finite-Elemente- Methode erfolgt.
Mit der Erzeugung eines gemeinsamen transformierten Bilddatensatzes ist es möglich, für komplexe Raumkörper eine Be¬ rechnung von Lageänderungen der Knotenpunkte nach der Finite- Elemente-Methode vorzunehmen. Bei der Finiten-Elemente-
Methode wird der transformierte Bilddatensatz mit physikali¬ schen Größen beaufschlagt; beispielsweise von außen einwir¬ kende Kräfte, die von einem Erdbeben oder durch die Gewichts¬ kraft der Gesamtkonstruktion oder aufgrund von thermischer Beanspruchung bewirkt sind. Durch die Finite-Elemente-Methode ist es möglich, an einem bestimmten Knotenpunkt bzw. bestimmten Knotenpunkten bzw. Elementen Kräfte angreifen zu lassen und die Reaktion des transformierten Bilddatensatzes zu er¬ mitteln .
Eine vorteilhafte Ausgestaltung kann weiter vorsehen, dass die Datenäquivalente in einem Computer-Aided-Design- (CAD-) Programm hinterlegt sind und mit dem CAD-Programm mehrere Da¬ tenäquivalente verknüpft werden.
Ein Zusammenführen von räumlich ausgedehnten Körpern, die vorzugsweise modulartig ausgebildet sind, kann in einfacher Weise mittels Computer-Aided-Design (CAD) Programmen erfolgen. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Datenäquivalente mit dem CAD-Programm verknüpft sind. Nach einem Konstruieren mittels des CAD-Programms und einer damit erfolgten Verknüpfung der Datenäquivalente innerhalb des übergeordneten Koordina¬ tensystems können diese Informationen genutzt werden, um die vorliegenden Bilddatensätze (erster, zweiter Bilddatensatz) in das übergeordnete Koordinatensystem zu transformieren und daraus folgend innerhalb dieses übergeordneten Koordinaten¬ systems einen gemeinsamen transformierten Bilddatensatz zu erzeugen. Die Operationen mit den Bilddatensätzen und die Transformation kann dabei innerhalb eines Programms zur Be-
rechnung nach der Finite-Elemente-Methode erfolgen. Durch die Trennung von Konstruktionen (Verknüpfung der Datenäquivalente) und der Erzeugung eines gemeinsamen transformierten Bilddatensatzes in dem übergeordneten Koordinatensystem kann ein arbeitsteiliges Verfahren durchgeführt werden. Die Verbindung der Bilddatensätze und der korrespondierenden Datenäquivalente erfolgt dabei zu großen Teilen über die Koordinatensyste¬ me, wobei das CAD-Programm das übergeordnete Koordinatensys¬ tem definiert und das FEM-Programm die Bilddatensätze vorhält und die Transformation in das von dem CAD-Programm ausgeleitete übergeordnete Koordinatensystem mit der dort festgeleg¬ ten Lage der Datenäquivalente organisiert. Die Organisation kann jedoch auch von dem CAD-Programm vorgenommen werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit zumindest einem Teil der vorstehend beschriebenen Verfahrens¬ schritte erfolgt. Eine derartige Vorrichtung ist beispiels¬ weise ein elektronischer Rechner (Computer) .
Weiterhin kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass ein Computerprogrammprodukt ein computerlesbares Medium mit Programm¬ anweisungen umfasst, die durch einen Computer ausführbar sind und gemäß einem Verfahren nach zumindest einigen der Schritte des vorstehenden Verfahrens zur Bilddatentransformation ermöglicht .
Durch ein entsprechendes Computerprogrammprodukt können eine große Anzahl von komplexen Berechnungen in kurzen Zeiträumen vorgenommen werden.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sche¬ matisch in Figuren gezeigt und nachfolgend näher beschrieben.
Dabei zeigt die
Figur 1 eine Konstruktionszeichnung eines räumlich ausgedehnten Körpers, der aus verschiedenen Einzelmodu- len zusammengesetzt ist, die
Figur 2 ein Datenäquivalent eines ersten Bilddatensatzes, die
Figur 3 einen ersten Bilddatensatz zu dem Datenäquivalent und die
Figur 4 die Ansicht eines gemeinsamen transformierten Bilddatensatzes .
Die Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer gasisolierten Schaltanlage, deren Kapselungsgehäuse aus einer Vielzahl von modulartigen Druckbehältern gebildet ist. Beispielhaft ist aus der Figur 1 ein so genannter Kreuzbaustein herausgezogen, dessen Datenäquivalent in der Figur 2 dargestellt ist. Das
Datenäquivalent zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Kop¬ pelstellen definiert sind, welche innerhalb eines übergeord¬ neten Koordinatensystems eindeutig in ihrer Lage festlegbar sind. Da der Kreuzbaustein jeweils bezüglich des Druckbehäl- ters gleichartig ausgeführt ist, kann jeweils auf dasselbe Datenäquivalent zurückgegriffen werden. Dieses Datenäquiva¬ lent kann mehrfach genutzt werden und mit anderen Datenäqui¬ valenten verknüpft werden. Die Lage und die Position der Datenäquivalente werden durch die in der Figur 1 gezeigte Kon- struktion festgelegt. In der Figur 2 ist ein Datenäquivalent modellhaft dargestellt, wobei Koppelstellen durch kreisförmige Scheiben dargestellt sind. Mehrere von diesen Datenäquiva¬ lenten sind nunmehr in Abhängigkeit der in der Figur 1 gezeigten Konstruktionszeichnungen innerhalb eines übergeordne-
ten Koordinatensystems positioniert, so dass mittels entspre¬ chender Datenäquivalente die Konstruktionszeichnung aus der Figur 1 nachgebildet ist, wobei jedes der Datenäquivalente an einer bestimmten Position in bestimmter Lage innerhalb des übergeordneten Koordinatensystems angeordnet ist. Bei der An¬ ordnung der Datenäquivalente wird geprüft, ob die einander zugeordneten Koppelstellen zwischen benachbarten Datenäquivalenten in dieser Form und Lage zulässig sind.
Jedem der Datenäquivalente ist ein Bilddatensatz zugeordnet, welcher aus einer Vielzahl von Knotenpunkten gebildet ist (siehe Figur 3) . Zwischen den Knotenpunkten sind Elemente angeordnet, welche eine Mittlungsfunktion von physikalischen Größen zwischen zumindest zwei Knoten darstellen. Wie in der Figur 1 zu erkennen ist, sind an der dort dargestellten
Schaltanlage drei so genannte Kreuzbausteine verwendet. Jeder dieser drei Kreuzbausteine weist ein und dasselbe Datenäqui¬ valent auf. Wobei dieses Datenäquivalent einmal in einer Da¬ tenbank eindeutig definiert hinterlegt ist. Bei einer Kon- struktion zur Erzielung der in der Figur 1 dargestellten
Schaltanlage ist dasselbe Datenäquivalent dreimal zu verwen¬ den, wobei jeweils unterschiedliche Positionen im Raum einge¬ nommen werden und diese Positionen mit unterschiedlichen Lagen des Datenäquivalentes verbunden sind. Ausgehend von dem Datenäquivalent mit seiner bestimmten Lage und Position wird nunmehr auf den Bilddatensatz zurückgegriffen und die dort definierten Knotenpunkte des dortigen Koordinatensystems wer¬ den auf das übergeordnete Koordinatensystem umgerechnet . Da¬ durch ist es möglich, dass jeder der drei in der gasisolier- ten Schaltanlage verwendeten Kreuzbausteine auf denselben op¬ timierten Bilddatensatz zurückgreift. Dieser Bilddatensatz muss demzufolge nur einmal erzeugt und gepflegt werden. Der Bilddatensatz wird über die Datenäquivalente bezüglich der Positionen der Knotenpunkte sowie der Elemente umgerechnet.
Beispielhaft ist in den Figuren 1 bis 4 das Erzeugen eines gemeinsamen transformierten Bilddatensatzes in dem übergeordneten Koordinatensystem dargestellt. Diese Transformation erfolgt vorzugsweise Bilddatensatz für Bilddatensatz nacheinan- der. Neben den in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Kreuzbaustein werden auch die weiteren Module, die in der Figur 1 erkennbar sind, über deren jeweilige Datenäquivalente mit ihren Positionen und Lagen im Raum im übergeordneten Koordinatensystem definiert. Die jeweilig zugeordneten Bilddatensätze werden in das übergeordnete Koordinatensystem transformiert. Nachdem alle Bilddatensätze, die ein entsprechendes Daten¬ äquivalent aufweisen, in das übergeordnete Koordinatensystem transformiert worden sind, können die entsprechenden Knotendateien und Elementedateien der verwendeten Bilddatensätze zu einer gemeinsamen Knoten- bzw. Elementedatei zusammengefügt werden. Dabei sind die an den Schnittstellen liegenden Kostenpunkte benachbarter, nunmehr transformierter Bilddatensätze miteinander zu verschmelzen oder durch geeignete Mitt- lungsfunktionen miteinander zu verknüpfen. Mit dem Erzeugen einer gemeinsamen Knoten- sowie einer gemeinsamen Elementedatei ist ein gemeinsamer transformierter Bilddatensatz erzeugt. Anhand dieses gemeinsamen transformierten Bilddatensatzes, der in dem übergeordneten Koordinatensystem definiert ist, kann nunmehr die Anwendung der Finiten-Elemente-Methode erfolgen, um ein mechanisches Verhalten der räumlich ausgedehnten Konstruktion zu ermitteln.
Um das Verfahren effektiv durchführen zu können, ist es vorteilhaft, ein CAD-Programm sowie ein Programm zur Berechnung der Finiten-Elemente-Methode einzusetzen. Der Vorteil des
Verfahrens besteht darin, dass vom CAD-Modell eines oder meh¬ rerer Schaltanlagen leicht ein FEM-Modell generiert werden kann. Das FEM-Modell bedarf nur noch der zusätzlichen Eingabe
der anzusetzenden Lasten und der Randbedingungen, um die mechanischen Verhältnisse berechnen zu können.
Übergabestellen bzw. Ableitungen zwischen CAD und FEM sind bekannt. Sie geschehen üblicherweise über standardisierte Formate (z. B. IGES oder DXF) . Je nach Anwendung wird vom CAD-Modell direkt abgeleitet oder die abzuleitenden Daten werden im CAD-Programm entsprechend vorbereitet und dann an das FEM-Programm übergeben. Mechanisch gute Berechnungsergeb- nisse können mit bekannten Methoden nur erreicht werden, wenn aus den Flächen und Linien des CAD im FEM so genannte Volu¬ menelemente erzeugt werden. Dabei arbeitet man in Schleifen bis ein optimales Ergebnis erreicht ist. Verfahrensbedingt wird hierbei das CAD-Modell ständig verändert, das heißt, bei jeder Schleife muss die Erzeugung der Volumenelemente neu vonstatten gehen. Die im Programm einzustellende Feinheit der Modellierung geht in die Qualität der Ergebnisse ein und muss situationsgerecht beeinflusst sein - zum Beispiel wenn der gewählte Feinheitsgrad nicht zum abgeleiteten Modell passt oder die Berechnungsergebnisse zu ungenau sind. Eine hohe Er¬ gebnisqualität bei der Berechnung des Kapselungsgehäuses be¬ darf meist eines entsprechenden Aufwands bei der Modellie¬ rung. Mit steigender Größe und Komplexität steigt dieser Auf¬ wand.
Der erfindungsgemäße Ansatz einer Kopplung orientiert sich daher an dem Vorgehen beim Aufbau einer Schaltanlage mittels CAD. Dort werden in der Datei der Anordnungszeichnung nur Positionen, Lage und Name der CAD-Module gespeichert. Das Aus- sehen der einzelnen CAD-Module selbst wird bei jedem Pro¬ grammstart aus einer Datenbank (Datenäquivalente) abgerufen. In ähnlicher Weise wird nun das FEM-Modell erzeugt. Die In¬ formation von Position, Lage und der Name der Datenäquivalente werden aus der CAD-Datei abgerufen. In einer Datenbank
liegen spiegelbildlich zu den CAD-Modulen die Daten der FEM- Module (Bilddatensätze) . Die Daten der FEM-Module liegen in Form von Knoten- und dazugehörigen Element-Dateien vor. Für jeden Druckbehälter gibt es ein zugehöriges FEM-Modul . Inner- halb einer Knotendatei wird jeder Knotenpunkt mit einer Num¬ mer und den 3D-Raumkoordinaten des FEM-Moduls beschrieben. Eine Elementdatei besteht aus wiederum nummerierten Elementen, welche durch mehrere Knotenpunktenummern beschrieben sind. Um ein FEM-Gesamtmodell zu erzeugen, wird zuerst jede Koordinate eines Knotenpunktes über die Lage des Datenäquiva¬ lentes im CAD auf die neuen Koordinaten transformiert. Die Knotenpunktnummern werden auf innerhalb der Gesamtanlage eindeutige Indexnummern verändert. Danach werden innerhalb der Elementdatei die ursprünglichen Knotenpunktnummern durch die neuen Indexnummern ersetzt. Dies geschieht für jedes vorhan¬ dene Gehäuse in der Gesamtanlage. Als letzter Schritt werden alle nun neu erzeugten Knotenpunkte und Elementdateien zusammengefügt. Hierzu werden alle Knotenpunkte der einzelnen Da¬ teien in eine Gesamt-Knotendatei und alle nun vorhandenen E- lemente in eine Gesamt-Elementdatei geschrieben. Diese neu erzeugten FEM-Dateien beinhalten nun die gesamte Schaltanlage mit der durch die einzelnen FEM-Module vorgegebenen Vernetzung. Nach dem Import dieser Datei in das eigentliche FEM- Programm werden die noch nicht verbundenen Koppelstellen me- chanisch zusammengefügt, das heißt, es steht am Ende ein kom¬ plett und stabil vernetztes gasisolierte Schaltanlage zur Verfügung, welche nach Eingabe von Lasten und Randbedingungen berechnet werden kann. Vernetzungsprobleme entstehen nicht, da diese bereits beim Erstellen der Bilddatensätze bereinigt worden sind. Die Bilddatensätze wurden vor der Transformation nach Qualitätskriterien optimiert.